Ein Film der BBC über pädophile Kleriker im Vatikan bringt die italienischen Gefühle in Wallung.
Colm O’Gorman, der irische Autor des Films, belegt an Fällen aus seiner Heimat, den USA und Brasilien, wie katholische Pfarrer Jungen und Mädchen missbrauchten. Statt dafür bestraft und aus dem Kirchendienst verbannt zu werden, schoben manche Ortsbischöfe die Täter von einer Pfarrei in die nächste, wo diese ihre Verbrechen fortsetzten.
Danach soll der Vatikan in Mafia-Manier über Jahrzehnte versucht haben, sexuelle Übergriffe von Priestern auf Kinder unter einem Mantel des Schweigens zu verbergen und die Strafverfolgung zu behindern.
Der Dokumentation zufolge steckte dahinter eine Strategie des Vertuschens, die Joseph Ratzinger als langjähriger Chef der Glaubenskongregation im Vatikan mit zu verantworten habe. Die Kirche habe sich nicht um die Opfer geschert, sondern danach getrachtet, ihr Bild in der Öffentlichkeit rein zu halten, suggeriert der erschütternde Dokumentarfilm.Doch das Werk hat auch Schwächen. So werden die Vorwürfe nicht hinterfragt. Verteidiger der Kirche kommen kaum zu Wort, aus Einzelfällen wird ein Totalversagen konstruiert. Dabei stützt sich O’Gorman, der als Kind selbst von einem Geistlichen missbraucht wurde, auf Dokumente der Kurie, die – teils offensichtlich fälschlich – Kardinal Ratzinger zugeschrieben werden. Diese Erlasse sehen eine Bündelung kirchlicher Missbrauchsverfahren beim Vatikan vor und ordnen Geheimhaltung an – für O’Gorman ein Beweis der Vertuschungs-Absicht. Kirchenvertreter bezeichnen diese Auslegung als böswillig. Der BBC-Film wolle den Papst anschwärzen und die Kirche mundtot machen. Von einer ,,niederträchtigen Verleumdung‘‘ schreibt die katholische Zeitung L’Avvenire.
Mehrmals habe er den Vatikan um Stellungnahme gebeten, ohne Antwort zu bekommen, so der Ire, der als Kind selbst von einem Priester mißbraucht wurde. Zudem habe die Kurie in den Missbrauchsfällen immer nur auf Druck der Öffentlichkeit und nicht aus eigener Einsicht agiert. Bis heute fehle dem Vatikan ein Konzept, Kinder weltweit vor Übergriffen pädophiler Priester zu schützen.
Man sollte diese ganzen pädophilen Priestertypen genauso behandeln, wie es die weltlichen Mächte tun. Und zu allererst aus der Kirche feuern, wenn wir denn schon mit diesen Menschen leben müssen.
Aber der Vatikan in 2000-jähriger Vertuschungserfahrung der Weltmeister schlechthin.
Gefunden bei der Süddeutschen Zeitung

































































Juni 3, 2007 um 10:53
hier ist der Film bei Google Video, mit spanischen Untertiteln.
GoogleVideo
Juni 3, 2007 um 8:32
Der Beichtnehmer beichtet aber auch, also entweder lügt er in seiner Beichte, verschweigt es, oder aber sein höherer Beichtnehmer weiß um die Scheußlichkeit des Tuns und unternimmt nichts, außer es zur Kenntnis zu nehmen. Was sollte er auch tun, das Beichtgeheimnis ist fast absolut gehandhabt.
Juni 3, 2007 um 7:20
Stimmt! Das Beichtgeheimnis geht damit wesentlich weiter als die Schweigepflicht von Ärzten gegenüber ihren Patienten. Neben der Gefahr die dadurch für mögliche Neuopfer ausgeht, sollte man allerdings auch die andere Seite sehen. Denn der Beichtnehmer, der gezwungen wird das Geheimnis um die gebeichtete Straftat zu wahren, hat unter Umständen mit erheblichen Gewissensbissen zu kämpfen. Das sie in diese Lage gebracht werden ist, wie auch das Zölibat, ein Zeichen des kathastrophalen Arbeiterschutzes der Kirchen. Bei dem Problem des Kindesmissbrauchs stellt das Beichtgeheimnis allerdings eine untergeordnete Rolle, da hier die Beichtnehmer selber die Straftat begehen.
Juni 3, 2007 um 6:10
Genau diese Beichte ist das Problem. Es gibt nämlich das Beichtgeheimnis. Das bedeutet, dass über das Gebeichtete, auch wenn es ein Verbrechen wie sexueller Missbrauch eines Kindes ist, absolutes Stillschweigen bewahrt werden muss. Dem Beichtenden, auch wenn es ein Priester ist, dürfen durch die Beichte daher keine Nachteile entstehen. Das Beichtgeheimnis ist, soweit ich weiß, sogar durch staatliche Gesetze geschützt. Für einen Rechtsstaat eigentlich skandalös.
Juni 3, 2007 um 2:23
Das System ist gescheitert und der Vatikan weiß das. Letztlich denke ich an die vielen “Haushälterinnen” die in den Diensten katholischer Priester stehen. Jeder weiß um diese Zustände, aber keiner tut etwas. es ist nicht gewollt. Außerdem, mit einer Beichte kann man sich doch bestens von seinen Sünden trennen. ego te absolvo. Und alles ist gut.
Juni 3, 2007 um 1:48
Dem Vatikan fehlt ein “Konzept”, um Kinder zu schützen?! Wie wäre es mit – sofortige Exkommunizierung, Verlust sämtlicher kirchlicher Unterstützung, Weitergabe aller Fakten an die Ermittlungsbehörden, öffentliche Entschuldigung in jedem Einzelfall?
Die Notwendigkeit der Abschaffung des Zölibats, und die Erlaubnis der Priesterehe brauche ich als vorbeugende Maßnahme wohl gar nicht zu erklären.
Pädophile Priester sind keine schützenswerten “verlorenen Schäfchen”. Priester sind nicht “Menschen wie du und ich” – sie legen an sich selbst einen höheren Maßstab an, dem sie dann bitte auch gerecht werden müssen. Wenn das auf breiter Front nicht funktioniert, muss das System als gescheitert betrachtet werden.
Juni 3, 2007 um 12:14
[...] Sex, crimes and the vatican [...]