Evangelische Zentralstelle mahnt atheistische Toleranz an

EZW-Leiter Pfarrer Reinhard Hempelmann: Manche blicken respektlos auf Gläubige herab

B e r l i n (idea) – Kritik an einem „intoleranten Atheismus“ hat die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) in Berlin geübt. Neue Atheisten forderten für sich Sonderrechte und wähnten sich im Status des Aufgeklärtseins.

Manche blickten respektlos auf das gläubige Bewusstsein herab, schreibt der EZW-Leiter, Pfarrer Reinhard Hempelmann, im neuesten Materialdienst. Als Beispiele nennt er die Bestsellerautoren Richard Dawkins („Der Gotteswahn“) und Christopher Hitchens („Der Herr ist kein Hirte“). Aus dem Wissenschaftler Dawkins sei inzwischen ein „aggressiver Missionar des Atheismus geworden, der aus Gläubigen Atheisten machen möchte – und dies mithilfe seines Buches“. Dawkins führe einen „vermeintlich naturwissenschaftlich orientierten Generalangriff auf die Religionen, die allesamt auf die Anklagebank gesetzt und als Wahnvorstellung pathologisiert werden“.

Auch Religionslosigkeit kann krankmachen

Hempelmann räumt ein, dass es krankmachende Religiosität und den Missbrauch von Religion gibt: „Aber es gibt auch krankmachende Religionslosigkeit und einen ‚evolutionären Humanismus’, der die Würde des Menschen nicht achtet und seine Freiheit und Verantwortlichkeit leugnet. Auch der Atheismus kann intolerant werden, vor allem, wenn er sich mit dem Mantel der Wissenschaftlichkeit umgibt.“ Manche Atheisten bemühten sich darum, ihre vermeintlich wissenschaftliche Weltdeutung politisch zu verallgemeinern. Eine solche Tendenz zeige sich auch in atheistischen Verbänden. „Obwohl ihre Mitgliederzahlen äußerst begrenzt sind, beanspruchen sie dennoch für sich einen exklusivistischen Gestaltungsauftrag und erheben im Namen der Wissenschaft eine naturalistische und atheistische Weltanschauung zur Norm.“

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17 Antworten zu “Evangelische Zentralstelle mahnt atheistische Toleranz an”

  1. Hartmut Slomski Sagt:

    Wenn Religionslosigkeit krankmachen soll, dann kann ich dazu nur sagen: Wenn ein Mensch unter einer Wahnvorstellung leidet, dann nennt man es Geisteskrankheit. Wenn viele Menschen unter gleicher Wahnvorstellung leiden, dann nennt man es Religion.

  2. Rudi Sagt:

    Das ist doch völlig substanzlos, was der Mann redet.

  3. Errata.ch » Blog Archiv » Evangelische Zentralstelle mahnt Atheisten zur Toleranz Sagt:

    [...] Link zum Artikel und zu Kommentaren bei brightsblog.wordpress.com [...]

  4. Lupus Sagt:

    Weiter so, Herr Hampelmann! Wenn er noch katholisch werdern würde – noch besser!

  5. spinnaker25 Sagt:

    “Manche blickten respektlos auf das gläubige Bewusstsein herab,…”

    Wenn ich sowas schon lese.
    Die Kirche blickt respektlos auf die Freiheit jedes einzelnen zu entscheiden herab, indem sie Kindern einen Stempel ‘Christ’ aufdrückt, die noch nichtmal wissen was das heißt.
    Und die werden dann auch noch gleich in die Statistik aufgenommen. Und dann schlimmer noch wenn man aus dieser Institution austreten will, wird dies einem durch perverse Unsummen an Austrittsteuer erschwert. Und ich wurde voher nichtmal nach meiner Meinung gefragt.
    Wer blickt hier respektlos auf wen herab.
    Wir Atheisten haben eigentlich allen Grund so zu tun.

  6. Nissen Sagt:

    Hempelmann sagt: Aus Dawkins sein ein„aggressiver Missionar des Atheismus geworden, der aus Gläubigen Atheisten machen möchte – und dies mithilfe seines Buches“.

    ???
    Dawkins hat ein Buch zum Atheismus rausgebracht in dem er zb. gründe für ihn nennt etc. Und darüber ärgert sich der Pfarrer? Wie viele theologische Bücher gibt es bitte schön, in denen gründe für den Glauben genannt werden? Tausende.
    Ich denke der Pfarrer hat eher angst das die anzahl der Kirchenmitglieder noch schneller sinkt, und der EDK kein geld mehr hat.
    Um echte Toleranz geht es ihm bestimmt nicht, sonst würde er sich eher dafür einsetzten das Atheiste nicht von der evangelischen Kirche diskriminiert werden. Z.B. Diakoni, atheistische Theologie Proffesoren, Radio- Fernsehsender bekommen oft druck von der Kirche, Proteste gegen Vorträge von Franz Buggel weil er zueinseitig sei-> was sind dann die tausendfachen Gottesdienste bitte?, in den anfängen der BRD wollte die Evangelische Kriche verhindern das Atheisten Lehrer werden dürfen! soviel dazu.

    “Neue Atheisten forderten für sich Sonderrechte ”
    eher nicht. sie fordern das die sonderrechte der Christen/Kirchen abgebaut werden, weil hier eine unfaire situation herrscht!

    Und was ist bitte schön tolerant daran das man Prof.Dr.Dawkins als agressiv und intolerant bezeichnet?

    naja mal hoffen das die die anzahl der kirchenaustritte anhält damit sie nicht mehr auf unseren “äußerst begrenzt”en “Mitgliederzahlen ” herumreiten können.
    würde man nicht in die Kirche reingeboren ( Taufe, Reli-Unterricht etc ) sondern müsste selber die mitgliedschaft beantragen sähe es ganz anderst aus. Auch jetzt sind die meisten Kirchenmitglieder nicht mehr Gottesgläubig (persönlicher Gott).

    Die Zeit ist auf unserer Seite ;)

  7. Ed von Schleck Sagt:

    Der Mann heißt doch sicherlich nicht Hempelmann, sondern Hampelmann.

  8. Susanne Sagt:

    Das Ganze erinnert mich im hysterisch-beleidigt-aggressiven Tonfall ein bisschen an die Reaktion von Rauchern auf Nichtraucher, die es wagen, die Gesundheit des Nikotingebrauches in Zweifel zu ziehen, oder an die von Fleischfressern, die sich mit Veganern in eine Diskussion begeben. Da bleiben Logik und rationales Denken immer als erste auf der Strecke und dem “Gegner” wird all das vorgeworfen, was man selbst verbricht …

  9. offray Sagt:

    Dieser inhaltlich auch noch völlig falsche Generalangriff (Durchmischung von Begrifflichkeiten, Heuchelei von wegen Missionierung) bestärkt mich in der Meinung, dass Religion ein gefährlicher Parasit ist, der die Gehirne von Menschen infiziert und für seine Zwecke ausnutzt.

    Ob der Herr Pfarrer das bezweckt hat? Angesichts seiner Verdrehungen und Verteufelungen — offensichtlich schon. Mission erfolgreich.

  10. Gwendolan Sagt:

    @musikdusche: Genau diesen Gedanken hatte ich eben auch. Wenn die Leute erst glauben “Evolutionärer Humanismus” sei unethisch und irgendwo im Bereich Sozialdarwinismus anzusiedeln, dann ist diese Vorstellung schwer wieder aus ihren Köpfen rauszukriegen und die Vernünftigen müssen wieder einen neuen Begriff suchen.

  11. musikdusche Sagt:

    Das mit dem “evolutionären Humanismus” find ich auch interessant. Offenbar versucht er diesen Begriff, von dem viele Leute sicherlich keine detaillierte Vorstellung haben, direkt zu verteufeln, um zu verhindern, dass sich die Leute damit überhaupt beschäftigen.

  12. Gwendolan Sagt:

    Vor allem unglaublich, wie der Kerl wieder alles verdreht. “Evolutionärer Humanismus der die Würde des Menschen nicht achtet” – ein Widerspruch in sich. Ich denke, er spielt auf Michael Schmidt-Salomons Buch “Manifest des Evolutionären Humanismus – Plädoyer für eine zeitgemässe Leitkultur” an. Dass sich dieses Buch allerdings gerade FÜR Ethik und damit Schutz der Menschenwürde ausspricht, kann er ja ruhig ins Gegenteil verdrehen. Eine vernunftbasierte Ethik scheint aus Sicht dieses Kerls offenbar nichts wert zu sein.

  13. Rolo Sagt:

    Herr Hempelmann hat einfach nur Angst vor seiner eigenen Einstellung. Er weiß mit Sicherheit um die “Toleranz” religiöser Institutionen. Sein Beitrag ist ein weiterer Versuch, sich für den eigenen Verein zu profilieren. Das steht ihm zwar zu, denn er lebt ja von ihm. Traurig ist es trotzdem.

  14. wahoonie Sagt:

    es ist schön zu lesen, dass dawkins und hitchens bücher auch hier in d-land ihre wirkung haben.
    es scheint mir, dass auch die vertreter der hier ansässigen kirchen einfach nur angst haben, sie könnten einem märchen aufgesessen sein oder fürchten, sie könnten arbeitslos werden – anders kann ich mir solche reaktionen nicht erklären.

    und überhaupt, mein mann ist pfarrer, also wie tolerant soll ich denn noch werden? ;)

  15. Jarry Dencker Sagt:

    “In Respekt zusammenleben
    Allerdings müsse in einer pluralistischen, liberalen und politischen Kultur nicht nur den Gläubigen zugemutet werden, mit Nichtglaubenden in Respekt zusammenzuleben. Diese Zumutung gelte auch umgekehrt. Manche Atheisten täten sich damit ausgesprochen schwer. Abschließend schreibt Hempelmann: „Der Lernprozess, sich damit abzufinden, dass es in einer liberalen Demokratie auch gläubige Bürger dauerhaft geben wird, die ihr Leben und Handeln vor Gott verantworten wollen, steht manchen Propagandisten eines Atheismus und evolutionären Humanismus noch bevor.“”

    Ich meine, Herr Hempelmann bringt hier so einiges durcheinander. Umgekehrt wird nämlich eher ein Schuh daraus: Es sind die Gläubigen, die Propagandisten eines durch nichts zu belegenden monotheistischen, eifernden Gottes, die ihrerseits nur sehr schwer damit leben können, daß ihre Halluzinationen als das bezeichnet werden, was sie sind: eine der unzähligen Gedankenkonstrukte der Spezies Mensch, mit deren Hilfe das vermeintlich ansonsten sinnlose Dasein doch noch als sinnvoll erklärt werden kann.

    Und daß die Aufklärung gegen den erbitterten Widerstand der Gottes-Propagandisten zum besseren Verständnis der Welt beigetragen hat, als das Universalpostulat namens Gott, scheint so manchem ihrer Vertreter immer noch nicht so recht in den Kram zu passen. Gern würden sie das Rad des Fortschritts wieder ein Stück in Richtung Sonderstatus und damit Unantastbarkeit (Tabu) der Religionen zurückdrehen.
    Dieses aber soll man ihnen keineswegs gestatten.

  16. nickpol Sagt:

    Wir müssen auch keine Leute tolerieren die sich für ihren Gott in die Luft sprengen. Die bisherige Toleranz, ich nenne sie mal Respekt vor den Religionen hat den ganzen Wahnsinn erst ermöglicht. Siehe Sam Harris “The End of Faith”.
    Also, keine Toleranz, dafür sachliche Argumentation.
    Irgendeiner hat mal gesagt: »Toleranz ist der Verdacht, dass der andere recht haben könnte«

  17. [C]Arrowman Sagt:

    Muss ich Leute tolerieren, denen Elvis erschienen ist? Muss ich ein Physiker Wünschelrutengänger tolerieren? Muss ein Astronom Astrologen tolerieren?

    Also warum muss ich Leute tolerieren die an einen Gott glauben, der unsere Sünden vergibt in dem er eine Erweiterung seiner Selbst an einem Kreuz opfert?


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