
Eine bessere Schulbildung von Kindern verringert die Wahrscheinlichkeit, dass spätere Nachkommen ein verzögertes Wachstum zeigen, so die Schlussfolgerung eines Artikels in der aktuellen Ausgabe von The Lancet.
Eine Störung des Körperwachstums geht meist auf schlechte Ernährung und Infektionen sowohl vor als auch nach der Geburt zurück. Sie ist in der frühen Kindheit mit schlechter kognitiver, motorischer uns sozioemotionaler Entwicklung und erhöhter Sterblichkeit assoziiert und führt auch zu irreversibler Schädigung, einschließlich geringerer Körpergröße als Erwachsener, schlechterem Schulabschluss, einem geringeren Einkommen im Erwachsenenleben und geringerem Geburtsgewicht der Nachkommen.
Professor Richard Semba von der Johns Hopkins School of Medicine in Baltimore, Maryland und seine Kollegen analysierten Daten auf Indikatoren für kindliches Wachstum, Bildungsstand der Eltern und sozioökonomischen Status von 590 570 Familien in Indonesien und 395 122 Familien in Bangladesch, die von großen Gesundheits- und Ernährungsüberwachungsprogrammen zusammengetragen worden waren.
Die Forscher stellten fest, dass die Häufigkeit für verzögertes Wachstum bei Kindern im Alter zwischen 0 und 59 Monaten in Indonesien bei 33,2 Prozent lag. Eine bessere Schulbildung der Mutter führte zu einer Reduktion des Risikos für Wachstumsverzögerung beim Kind zwischen 4,4 Prozent (in Städten) und 5 Prozent (in ländlichen Gegenden) pro zusätzlichem Ausbildungsjahr (extra year of education, EYE). In Bangladesch (wo die Häufigkeit von Kindern mit Wachstumsstörung über 50 Prozent lag), führte jedes EYE der Mutter zu einer 4-prozentigen Reduktion das Risikos für ein Kind mit Wachstumsverzögerung, während jedes EYE des Vaters das Risiko um 2,9 Prozent (in ländlichen Gegenden) und 5,4 Prozent (in den Städten) reduzierte. In Indonesien war eine gute Ausbildung beider Elternteile mit protektivem Verhalten gegenüber ihren Kindern assoziiert, einschließlich der Verabreichung von Vitamin-A-Kapseln, einer kompletten Grundimpfung, besseren sanitären Verhältnissen und der Verwendung jodierten Speisesalzes.
Die Autoren stellen fest, dass die Ergebnisse die Bedeutung einer möglichst guten Schulbildung hervorheben, selbst unter schwierigen Umständen wie während zivilen Unruhen und nach Katastrophen. Sie schließen: “Die Förderung einer besseren Grundausbildung sowohl von Frauen als auch von Männern gehört zum zweiten Millennium-Entwicklungsziel. Eine Förderung der besseren Schulbildung sollte auch die Geschlechtergleichheit begünstigen, Frauen mehr Macht geben, und – durch bessere Pflegepraktiken – die Zahl der Kinder mit Wachstumsverzögerung verringern und auf lange Sicht das Risiko der Kindersterblichkeit reduzieren.”
In einem Begleitkommentar erklärt Professor Theodore D. Wachs vom Department of Psychological Sciences der Purdue University in West Lafayette, Indiana: “Diese Ergebnisse zeigen, dass wir untersuchen sollten, was das physische Wachstum eines Kindes in Rahmen eines multidimensionalen Systems beeinflusst, wo die Wirkung eines Mediators von der anderer Mediatoren abhängt. Diese Komplexität ist notwendig, weil in der echten Welt Mediatoren selten alleine agieren.”

































































Januar 27, 2008 um 3:54
Danke, Danke! Ich werd’ ja ganz rot.
Januar 27, 2008 um 2:30
@pjanotta
Danke pjanotta. Die Artikel die von dir in den Blog gestellst werden sind wirklich jedesmal gewinnbringed.