
In der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia ist wieder ein Bilderstreit ausgebrochen: In einer Online-Petition fordern über 90.000 Muslime die Löschung von Bildern des Propheten Mohammed. Die Wikipedia-Community lehnt das ab.
Anlass des Streits ist eine Miniatur aus dem 15. Jahrhundert, die das Gesicht des Propheten Mohammed zeigt. In der Petition heißt es: “Im Islam sind Bilder des Propheten Mohammed (Friede sei mit ihm) und anderer Menschen nicht erlaubt.” Obwohl die meisten Bilder das Gesicht des Propheten nicht zeigen, sei die Darstellung dennoch beleidigend für Muslime. Während sich die Unterzeichner der Haupt-Petition auf eindringliche Appelle beschränken, schrecken auch einzelne Hitzköpfe auf anderen Webseiten nicht vor Gewaltdrohungen zurück.
In einer eigenen FAQ begründen die Wikipedianer das Beibehalten der Abbildung: “Wikipedia erkennt an, dass es kulturelle Traditionen in bestimmten muslimischen Gruppierungen gibt, die die Darstellung Mohammeds und anderer Propheten verbieten – und dass sich einige Muslime angegriffen fühlen, wenn diese Tradition verletzt wird.” Diese Tradition sei aber kein Verbot, das für alle Muslime gelte. Besonders die Schiiten seien weniger strikt in dieser Frage. “Wikipedia ist ein Projekt zum Aufbau einer Enzyklopädie, kein Ort für das Austragen einer inner-muslimischen Debatte”, erklärt Mathias Schindler von Wikimedia Deutschland im Gespräch mit heise online.
Anders als im Streit um die dänischen Mohammed-Karrikaturen geht es bei der Wikipedia nicht um beleidigende Darstellungen des Propheten, sondern lediglich um mittelalterliche Darstellungen des Religionsstifters. In der islamischen Tradition gibt es ein Verbot der Darstellung des Propheten zu Verehrungszwecken. Die Interpretation entsprechender Überlieferungen reicht bis hin zu einer Ablehnung aller bildlichen Darstellungen von Lebewesen. Bei den Abbildungen in der Wikipedia handelt es sich um die mittelalterlichen Werke muslimischer Künstler, die lange nach dem Tod des Propheten entstanden. In der Online-Enzyklopädie werden die Bedenken gegen die Abbildungen Mohammeds an verschiedenen Stellen ausführlich erläutert.

































































März 18, 2008 um 10:00
[...] Mohammed bei Wikipedia. Letztere bleibt standhaft und beugt sich dem religiösen Wahn nicht ~ Wikipedia – Streit um Bilder des Propheten « Scharia statt humanistisches Recht in Grossbritannien [...]
Februar 12, 2008 um 10:39
Die Petitionsite hostet übrigens nicht nur die Petition zur Entfernung des Propheten (leider nicht ganz korrekt, es geht ja bloß um ein Bild), sondern auch eine gegen die Entfernung.
Pro: http://www.thepetitionsite.com/2/removal-of-the-pics-of-muhammad-from-wikipedia
Contra: http://www.thepetitionsite.com/1/fight-islamic-pressure-to-censor-wikipedia
Im Moment steht es 147.036 gegen 157. Die Partie ist wohl entschieden. Der Leidensdruck scheint auf moslemischer Seite eindeutig größer zu sein. Dem Rest der Welt ist das Bild aber wohl einfach ziemlich egal. Vielleicht sollten wir trotzdem noch ein paar symbolische Punkte sammeln.
Februar 8, 2008 um 5:33
[...] Mohammed bei Wikipedia. Letztere bleibt standhaft und beugt sich dem religiösen Wahn nicht ~ Wikipedia – Streit um Bilder des Propheten Friday, February 8, 2008 | at 5:33 [...]
Februar 8, 2008 um 2:52
Das ist Realsatire par excellence.
Februar 8, 2008 um 2:21
“…und anderer Menschen…”
das hat mich immer schon verwundert – müsst doch eigentlich heißen: keine fotos, kein fernsehen und keine personenkult-plakate um irgendwelche religiösen führer, die immer so ganz streng die gesetze einfordern…
wieder einmal ein schönes beispile, wie willkürlich angeblich “göttliche” gesetze je nach bedarf angewandt werden.
Februar 8, 2008 um 9:42
Stehen wir unter dem Gesetz Muhammads, daß wir zu solchen Erklärungen “Zuflucht” nehmen müssen?
Warum stehen wir nicht einfach zu unserem Grundgesetz, daß die Meinungs- und Publikationsfreiheit in Wort, Schrift und Bild garantiert?
Ich kann einfach nicht nachvollziehen, warum wir uns nach blutigen Kämpfen der Humanisten gegen die Bewahrer und Verteidiger von wahnhaften, z.T. höchst inhumanen Fantastereien, nun schon wieder mit deren irren Vorstellungen von Recht und Gesetz in solch kleinkarierter Weise auseinandersetzen sollten.
Wir haben viel zu verlieren, wenn wir jedesmal vor den Pöbeleien der Gottesempfindsamen zurüchweichen, sobald einer von ihnen die Resultate unserer Freiheit als unangenehm empfindet.
Meine Güte, was müssen die “Gottlosen” innerhalb der “Umma” sich alles gefallen lassen an Ausgrenzung, Spott, Beleidigung, Verfolgung, Todesdrohungen bis hin zur Vollstreckung derselben bei nachgewiesener “Gottlosigkeit”?!
Da werden diese gottestreuen Sensibelchen doch wohl ein kleines Bildchen ihres Propheten ertragen können!
Humanisten aller Länder vereinigt euch und seid auf der Hut!