Synthetisches Leben – schon morgen?

Erst vor wenigen Wochen war Craig Venter – man muß sagen: mal wieder – Thema in den Medien, dieses Mal, weil es ihm und seinem Team gelungen ist, das Genom eines Bakteriums künstlich herzustellen. Und erst kürzlich hatte Venter seinen zweiten Auftritt bei TED, wo er genau zu diesem Thema sprach. Der Vortrag beginnt für den Laien reichlich schwer verständlich, gewinnt aber mit zunehmender Dauer sowohl an Verständlichkeit wie an “jaw-dropping”-Qualität – wobei die kurze Frage-Antwort-Sequenz am Ende besonders hervorzuheben ist – und wird so zu einem der beeindruckendsten Vorträge einer ohnehin beeindruckenden Reihe.

5 Antworten zu “Synthetisches Leben – schon morgen?”

  1. Fischer Sagt:

    Ach shit, ja, Venter, nicht Dawkins. Dawkins hab ich in letzter Zeit viel zu viel um die Ohren.

    Davon, dass Venter den “fehlenden Schritt” (wohl besser, den ganzen Haufen noch fehlender Schritte) gerade macht, kann überhaupt keine Rede sein.

    Zumal er – rein wissenschaftlich gesehen – auch gar nicht am künstlichen Leben forscht. Er arbeitet an einem Minimalgenom. Das marg zwar, wenn man kein Biologe ist nach “sowas ähnlichem” klingen, ist es aber nicht..

    Venter weiß ganz genau, dass er mit Grundlagenforschung über Genomorganisation keinen Reporter hinterm Ofen hervorlockt. Also erzählt er der Presse was von “künstlichem Leben”.

  2. Falk Sagt:

    Der Mann heißt Venter, nicht Dawkins. Dawkins war der andere Verrückte. :)

    Daß Venter noch ein entscheidender Schritt fehlt, ist wohlbekannt, er sagt es in dem TED-Talk ja auch selbst deutlich genug. “Marketing-Schnack” ist daher eine eher alberne Einschätzung, zumal Venter diesen fehlenden Schritt derzeit geht – ob’s gleich funktioniert ist eine andere Frage, aber das sehen wir bald. Diese Vorgehensweise nennt man dann wohl “Wissenschaft”.

  3. Fischer Sagt:

    Ach, der Dawkins. Der Mann ist zwar gut, aber das mit dem synthetischen Leben sollte man nicht so ernst nehmen, das ist Marketing-Schnack. Der hantiert ja bislang nur mit Genen rum, und so ne Zelle besteht nun mal nicht nur aus DNA.
    Ich hatte das Thema letztes Jahr schon mal, falls euch die Details interessieren:
    http://fisch-blog.blog.de/2007/06/11/spas_mit_mikroben_a_8211_die_herstellung~2432369

  4. Ari Sagt:

    Interessant das Video. Auch wenn ich Venter für einen cleveren, aber leider zu cleveren Typ halt. Mich erschrickt wie extrem er Gene “patentiert”. Das wird für die Menschen in der Zukunft sicher Probleme bringen, wenn diese Patente dann restrektiv ausgelegt werden.

  5. nickpol Sagt:

    Venter hatte gemeinsam bei der letzten DLD Conference einen starken Auftritt, gemeinsam mit Dawkins und Brockman. Den diesjährigen DLD Award hat ja die Putzfrau der amerikanischen Nation gewonnen(M.Stuart (sic?)). Da kommt dann die kleinbürgerliche Nähe des Hauses Burda zum eigenen Herd zum Ausdruck.


Die Kommentare sind ausgeschaltet.