Die Kritische Islamkonferenz geht vom Recht eines jeden Menschen aus, sein Leben individuell zu gestalten. Eine Gesellschaft, die sich „frei“ und „demokratisch“ nennt, muss dem Rechnung tragen, indem sie Rahmenbedingungen herstellt, die Emanzipation fördern. Folglich kritisieren wir die Initiativen von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und anderer deutscher Politiker, die eine verbesserte Integration von Zuwanderern durch eine Stärkung der „religiösen Identität“ zu erreichen versuchen. Hierdurch wird Individuen eine Gruppenidentität zugeschrieben, was Emanzipation nicht fördert, sondern erschwert.
In öffentlichen Stellungnahmen wird der Islam häufig als friedliebende und tolerante Religion schöngeredet. Wenn Gewalttaten, vom dschihadistischen Terroranschlag bis zum „Ehrenmord“, im Namen des lslam verübt werden, ist schnell von einem „Missbrauch“ der Religion die Rede. Unterzieht man die Glaubensgrundlagen des Islam (Koran, Sunna, Scharia) jedoch einer eingehenden kritischen Betrachtung, zeigt sich, dass die Gewalt im Namen des Islam eine tragende religiöse Grundlage besitzt und keineswegs auf einer „Verfälschung“ beruht. Der Islam entpuppt sich als Politreligion mit Doppelgesicht, eine religiös überhöhte, vormoderne Vorschriftenlehre, die sämtliche gesellschaftlichen Bereiche zu regulieren beansprucht und die der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen entgegensteht.
Daher ist es nicht nachvollziehbar, auf welche Weise Schäubles „Deutsche Islamkonferenz“ zu einem „besseren Miteinander“ führen sollte. Indem der Innenminister, um Integrationsprobleme zu lösen, mit Islamvertretern konferiert und ihnen Anerkennung und Privilegien in Aussicht stellt, betreibt er faktisch ein verdecktes Missionsprogramm: Auf diese Weise nämlich werden Migranten regelrecht dazu gezwungen, sich über das Merkmal „Religionszugehörigkeit“ zu definieren, selbst dann, wenn sie ihrer Herkunftsreligion ursprünglich eher gleichgültig oder vielleicht sogar ablehnend gegenüberstanden. Wenn sich Zuwanderer in Deutschland heute stärker als in der Vergangenheit als „Muslime“ verstehen und „westliche Werte“ ablehnen, so ist dies auch ein „Erfolg“ der „Deutschen Islamkonferenz“.
Ohnehin erinnert Schäubles Strategie, ausgerechnet den konservativen Islamverbänden eine bedeutende Rolle bei der Integration zuzuweisen, an einen Schildbürgerstreich: Schließlich sind es doch gerade diese Verbände, die echte Integration verhindern wollen! So üben sie massiven Druck dahingehend aus, dass muslimische Frauen unter keinen Umständen nicht-muslimische Männer heiraten. Die Verschleierung der Frau dient in diesem Zusammenhang als wirksames Regulierungsinstrument des Heiratsmarktes. Umgekehrt sind Heiraten zwischen muslimischen Männern und nicht-muslimischen Frauen ausdrücklich erlaubt, denn in der patriarchalen Logik des Islam hat sich die Frau dem Mann zu unterwerfen, gerade auch in religiöser Hinsicht. Kinder erben die Religion des Vaters. Echte Integration sieht anders aus!
Im Sinne der Verteidigung einer fortschrittlich-emanzipatorischen Zukunftsperspektive halten wir es für notwendig, die islamische Herrschaftskultur in aller Entschiedenheit zu kritisieren. Wir rufen die Öffentlichkeit dazu auf, folgende Forderungen und Vorschläge zu unterstützen:
§ 1: Integration kann nicht durch Förderung des Islam gelingen
- Integration ist ein individueller Prozess, sie muss dementsprechend individuell gefördert werden: Die Ausstattung von Islamvereinen mit Privilegien entsprechend den christlichen Kirchen fördert keine Integration
- Keine verdeckte Islamisierung unter dem Deckmantel der Förderung von Integration: Migranten dürfen nicht einfach der in ihrem Herkunftsland vorherrschenden Religion zugerechnet und den betreffenden Religionsgesellschaften zugewiesen werden.
- Die große Gruppe der nicht religiösen Einwanderer muss von Politik und Medien wahrgenommen werden und eine angemessene Vertretung erhalten.
§ 2: Ziel ist eine säkulare Gesellschaft
- Integration setzt Gemeinsamkeit voraus: Die staatliche Schule muss ein solcher Ort der Gemeinsamkeit werden und darf nicht nach den Vorgaben der Religionsgemeinschaften organisiert werden.
- Die Abmeldung vom Biologie-, Sexualkunde-, Musik- oder Sportunterricht aus religiösen Gründen ist Ausdruck einer bildungs- und demokratiefeindlichen Einstellung und deshalb nicht zu dulden.
- Wir fordern die kopftuchfreie Schule, um die Entwicklung von Mädchen und jungen Frauen im Sinne einer freien Selbstbestimmung jenseits patriarchaler Normen zu unterstützen.
- Anstatt flächendeckend einen bekenntnisorientierten Islamunterricht einzuführen, ist ein neues Schulfach „Religions- und Weltanschauungskunde“ angezeigt, in dem die Herwachsenden neutral und sachlich über die Grundinhalte der Religionen sowie der philosophisch-humanistischen Religionskritik und der säkularen Ethik informiert und unterrichtet werden.
§ 3: Die islamische Herrschaftskultur muss kritisiert werden
- Steinigungen, Ehrenmorde, weibliche Genitalverstümmelung, Verfolgung von Homosexuellen oder Zwangsverheiratungen sind nicht Ausdruck einer „anderen“ Kultur, sondern Verbrechen, die als solche benannt und unterbunden werden müssen.
- Patriarchale Vorstellungen und Verhaltensweisen müssen unabhängig davon, in welcher Gemeinschaft sie auftreten, zurückgedrängt werden.
- Antisemitismus ist auch in islamischen Communities nicht hinnehmbar.
- Die Freiheit der Meinungsäußerung, der Kunst und Wissenschaft ist die unverzichtbare Grundlage einer modernen, offenen Gesellschaft und darf nicht aus Rücksicht auf religiöse Denkverbote beschnitten werden.
- Kritik ist in einer freien Gesellschaft unabdingbar: Sachlich begründete Kritik darf nicht als „rassistisch“, „fremdenfeindlich“ oder „islamophob“ diffamiert werden. Fremdenfeindlichkeit ist ein Grundübel, das wir bekämpfen müssen, doch sollte uns das nicht von Kritik an menschenverachtenden Ideen und Praktiken im islamischen Kontext abhalten.
- Wir fordern rechtsstaatlichen Schutz und finanzielle Unterstützung für bedrohte Islamkritiker/innen wie Ayaan Hirsi Ali, Kurt Westergaard, Mina Ahadi und viele andere.
§ 4: Weltanschauungsfreiheit muss Maßstab für politische Entscheidungen sein
1. In den allerwenigsten islamischen Ländern ist Weltanschauungsfreiheit garantiert. Menschen, die sich von ihrem Glauben lösen, sind vielfachen Repressionen und Gefährdungen ausgesetzt. Deshalb muss Oppositionellen, islamgeschädigten und glaubensabtrünnigen Zuwanderern, die in ihren Herkunftsländern (etwa dem Iran) im Falle einer Rückkehr von schweren Strafen, Folter und Hinrichtung bedroht sind, politisches Asyl gewährt werden! Es ist ein bislang in der Öffentlichkeit noch nicht genügend wahrgenommener Skandal, dass Islamisten in Deutschland Bleiberecht genießen, während fortschrittliche Ex-Muslime von Abschiebung bedroht sind.
2. Wir fordern die Vertreter des deutschen Staates dazu auf, sich auf internationaler Ebene für die Einführung und Einhaltung der Menschenrechte in den Ländern des islamischen Herrschaftsraumes einzusetzen und gegen Ehrenmorde, weibliche Genitalverstümmelung, Steinigungen, Hinrichtungen, Folterungen sowie andere unmenschliche Praktiken wirksam einzuschreiten. Politische und wirtschaftliche Abkommen müssen explizit die Einhaltung menschenrechtlicher Regelungen zur Voraussetzung haben.
3. Herrschaftsregime, Organisationen und Unternehmen, die sich an der Scharia orientieren, dem islamischen Terrorismus zuarbeiten oder die Vernichtung Israels anstreben, dürfen keine Fördergelder mehr erhalten. Die „Kuscheldiplomatie“ mit Vertretern theokratischer Systeme muss beendet werden, stattdessen sind Kontakte zur säkular-demokratischen Opposition in den „muslimischen Ländern“ herzustellen und auszubauen.

































































Juni 5, 2008 um 11:07
@ nickpol
Sich dumm stellen ist in einem Brightsblog unangemessen. Wenn das dagegen keine rhetorische Falle war, sondern aufrichtiges Interesse, stehe ich natürlich freundlichst Rede und Antwort
@ folgsam
Nahezu jede Nation hat Vorschriften zum Schutze des öffentlichen Friedens, was auch Sinn macht und notwendig ist. Diverse Nationen haben aber darüber hinaus Sondergesetze, die Antworten auf eigentlich wissenschaftliche oder private Fragen diktatorisch vorgeben. Beliebt sind religiöse und historische Positionen, und im deutschen Falle ist es der § 130 Abs. 3 StGB. Ein Land mit einem solchen Denkverbot ist aber nicht in der Position, andere Ländern für ihre Denkverbote zu kritisieren. Auch die Verteidigung “Das ist kein Denkverbot, sowas haben nur andere! Wir schützen lediglich die unzweifelhafte Wahrheit!” ist wertlos, denn erstens kann das jedes Land von sich behaupten, und zweitens ist eine geschützte (=nichtfalsifizierbare) Wahrheit keine Wahrheit. Eine eingehendere Betrachtung liefert der Wikipediaartikel zum Kritischen Rationalismus.
Ich gehe davon aus, dass hier die Evolutionstheorie allgemein anerkannt ist, daher habe ich sie als Beispiel genommen. Selbst – und gerade! – wenn man von ihrer Richtigkeit überzeugt ist, muss man sie unbedingt davor bewahren, immunisiert zu werden. Es gibt glücklicherweise kein Land, das die ET immunisiert hat, aber wenn eines so fanatisch wäre, wäre das auf gar keinen Fall ein Grund zum Feiern! (Da würde ich einen bitterbösen Blogkommentar schreiben, das sag ich Dir!
) Sondern vielmehr wäre das ein fundamentaler Verrat an der Wissenschaft sowie das öffentliche Bekenntnis, dass die Nation der ET keine Kritikfähigkeit zutraut.
Es gibt zwei Dinge, die mich an missionierenden Religiösen nerven: Erstens fühlen sie sich nicht bemüßigt, ihren eigenen Forderungen zu entsprechen, sondern wollen zuerst die Welt “verbessern” und dann erst sich selbst. Zweitens denken sie nicht konsequent logisch und kritisch, sondern basieren ihren Standpunkt letzten Endes auf der willkürlichen Annahme, dass sie besser seien als andere. Kein Bright sollte sich aber jemals auf diese Ebene herunterlassen! Man ist nicht klüger als ein Religiöser, wenn man auf den Gottesglauben verzichtet. Man muss auch die ganzen logischen Fehlschlüsse als solche erkennen und ablegen. Solange man das nicht getan hat, ist man im Endeffekt nicht anders.
Juni 5, 2008 um 7:11
@lillith
“Bist Du denn sicher, dass Du alles verstanden hast?”
Ja.
zu 2:
Nein, ich hab nur keine Lust zu vermuten was du meinst. Ich kann mir schon denken worauf du hinauswillst, aber ich will es konkret von dir hören bevor ich darauf antworte.
3+4:
Nein, das sind sie nicht. Hast du Quellen oder kannst du deine Vorwürfe etwas spezifischer darstellen?
Juni 5, 2008 um 6:44
Was ist denn einem Brightsblog angemessen? Mensa? Da muss ich heftig den Kopf schütteln. Ein hoher IQ schützt auch nicht vor Gotteswahn und Esoterik.
Juni 5, 2008 um 6:32
1.) Ja, aber dann verstehen es noch weniger
Bist Du denn sicher, dass Du alles verstanden hast?
2.) Hast Du das wirklich nötig?
3+4.) Sind das rhetorische Fragen?
Ich hab den Eindruck, dass Du Dich grad absichtlich dumm stellst. Das ist aber in einem Brightsblog höchst unangemessen
Juni 5, 2008 um 5:15
gehts auch weniger ausschweifend?
“Hierzulande wird strafrechtlich verfolgt, wer abweichende Aussagen zu einer bestimmten staatlich vorgeschriebenen Geschichtsversion tätigt.”
Möchtest du hier deutlicher werden?
“In dem Moment, in dem beispielsweise die Evolutionstheorie in den Rang einer unbezweifelbaren Wahrheit gehoben wird”
Wo wird sie das?
“Wenn die Evolutionstheorie so überzeugend ist, warum stehen dann Zweifel unter Strafe?”
Wo ist das der Fall?
Juni 5, 2008 um 3:11
Üblicherweise wird auf all das geantwortet, dass wir zwar “nicht perfekt” seien, aber immer noch “besser als die anderen”. Und das gebe uns angeblich das Recht, Maßstäbe an andere anzulegen, denen wir selbst nicht genügen. Sorry, aber da gehe ich partout nicht mit. In dem Moment, in dem man eine selbstwidersprüchliche Wir-Guten-gegen-die-Bösen- Mentalität an den Tag legt, am besten noch kombiniert mit Die-Welt-soll-an-unserem-Wesen-genesen- Denken, unterscheidet einen rational nichts von anderen politischen oder religiösen Missionierungsideologien.
Das effektivste Mittel gegen Sendungsbewusstsein ist seit jeher die Bedingung gewesen, den eigenen Forderungen gerecht zu werden. Denn noch vor allen anderen den eigenen Wein gegen Wasser einzutauschen, das schreckt die meisten erfolgreich ab. Gestattet man dagegen den Missionaren das Saufen, weil die anderen angeblich weit mehr sündigten und man diese zuerst bekehren müsse, fördert man die Verlogenheit. Mehr noch, man provoziert die selbst ernannten Heilsbringer sogar zur Dämonisierung anderer! Damit nämlich ja niemand auf die Idee kommt, von den Predigern Besserung zu verlangen…dabei ist das doppelt unglaubwürdig, denn wenn einem die eigenen Werte am Herzen lägen, würde man von sich aus bemüht sein, sie zu ehren; und nicht erst, um glaubwürdig für andere zu wirken.
Wenn aber sogar beide Gründe missachtet werden, dann kann man mit Fug und Recht feststellen, dass es sich um leeres Geschwätz handelt. Geschwätz, das von den Predigern höchstselbst für so falsch erachtet wird, dass sie sich nicht daran gebunden fühlen. Warum sollten es dann also andere?
Juni 5, 2008 um 11:55
Mal ganz abgesehen davon, dass auch Deutschland sich bis heute energisch der sauberen Trennung von Staat und Kirche verweigert hat und insofern die Anklage theokratischer Systeme jede Glaubwürdigkeit verliert. Kein christlicher Staat ist in der Position, eine islamische Nation wegen ihrer Religion zu kritisieren, denn die Feindschaft ergibt sich schon allein daraus, dass beide Religionen einen Absolutheitsanspruch über alle anderen erheben. Und wenn vom nicht klar spezifizierten “wirksamen Einschreiten auf internationaler Ebene” die Rede ist, scheint hier der “amerikanischen Methode” zumindest der Weg bereitet zu werden.
Weiterhin gibt es auch in Deutschland zentrale Glaubensgrundsätze, die mit der Androhung von Gefangenschaft, Folter und Misshandlung staatlich durchgefochten werden. Hierzulande wird strafrechtlich verfolgt, wer abweichende Aussagen zu einer bestimmten staatlich vorgeschriebenen Geschichtsversion tätigt. Was im Falle Chinas als Zensur, Propaganda und Gehirnwäsche ausgelegt werden würde, wird ebenso wie dort mit der Verteidigung unzweifelhafter Wahrheit und Würde begründet. Tatsächlich sind Denkverbote aber keinesfalls eine Stärkung des wissenschaftlichen Standes, sondern ihr komplettes Gegenteil: Denn Wissenschaft überzeugt dadurch, dass sie Kritik trotzt – und nicht dadurch, dass sie sich vor ihr versteckt! In dem Moment, in dem beispielsweise die Evolutionstheorie in den Rang einer unbezweifelbaren Wahrheit gehoben wird, die bei Strafe nicht mehr hinterfragt werden darf, ist sie nicht mehr bloß eine wissenschaftliche Theorie, sondern ein politisches Dogma. Das macht im Umkehrschluss die Evolutionstheorie natürlich nicht unwahr, schließlich passt die Realität sich nicht im Nachhinein dem Fanatismus verblendeter Ideologen an. Aber man müsste sich von da an immer die Frage gefallen lassen: “Wenn die Evolutionstheorie so überzeugend ist, warum stehen dann Zweifel unter Strafe?” Selbst wenn alle rationalen Einwände entkräftet wären, bliebe diese Frage immer noch unbeantwortet. Unnötigerweise.
Und dass in Gefängnissen Insassen misshandelt und vergewaltigt werden, ist ein offenes Geheimnis. In jedem Kinderschänder-Thread tauchen Leute auf, die sich an dieser Vorstellung aufgeilen, und die “Hart aber gerecht”-Kampagne hat mit diesem Umstand sogar schon im deutschlandweiten Fernsehen geworben (!). Da mache ich persönlich keinen Unterschied dazwischen, ob Folter staatlich angeordnet, staatlich durchgeführt oder staatlich geduldet wird.
Juni 5, 2008 um 11:45
Interessant, dass männliche Genitalverstümmelungen lautstark verschwiegen werden. Darf man davon ausgehen, dass diese somit legitimer Bestandteil einer Kultur sind? Zumal die Beschneidung von Jungen weiter verbreitet ist als die Beschneidung von Mädchen?
Wenn man selbst ernannte Menschenrechtler darauf anspricht, zeigen sie ein höchst sonderbares Verhalten. Typische Reaktionen sind:
- “Beschneidungen sind medizinisch sinnvoll.”
- “Das ist traditioneller Bestandteil der Kultur.”
- “Das ist heutzutage völlig ungefährlich.”
- “Leute machen es auch freiwillig, also muss es gut sein.”
- “Liebende Eltern würden ihren Kindern niemals Schlechtes zufügen!”
- “Das ist viel harmloser als getan wird.”
- “Sowas gibt’s doch gar nicht, das sind nur Einzelfälle!”
Der physische Eingriff in die sexuell-körperliche Selbstbestimmung entlarvt sich hier als bloßer Vorwand, der rein populistisch genutzt wird. Auch der Begriff des Antisemitismus ist mir missliebig, da darunter im weitesten Sinne jegliche Nicht-Zustimmung bezüglich jüdischer/israelischer Kultur, Politik, Volk und Religion fällt – ein faktisches Neutralitäts- und Kritikverbot also.
Islamophobie habe ich im Gegensatz dazu noch niemals als Vorwurf gelesen, wenn sachliche, fundierte Kritik geäußert worden ist. Anders ist es natürlich, wenn beispielsweise Verfechter der Bibel den Koran wegen Gewalthaltigkeit angreifen. Hier werden die Argumente von den Korankritikern derart gering geschätzt, dass sie sie nicht einmal für sich selbst achten. Wenn aber nicht die rationalen Argumente Grund der Ablehnung des Islams sind, muss es etwas Irrationales die Ursache sein: ergo Islamophobie.
Juni 5, 2008 um 11:03
Interessant, dass männliche Genitalverstümmelungen lautstark verschwiegen werden. Darf man davon ausgehen, dass diese somit legitimer Bestandteil einer Kultur sind? Zumal die Beschneidung von Jungen weiter verbreitet ist als die Beschneidung von Mädchen?
Wenn man selbst ernannte Menschenrechtler darauf anspricht, zeigen sie ein höchst sonderbares Verhalten. Typische Reaktionen sind:
- “Beschneidungen sind medizinisch sinnvoll.”
- “Das ist traditioneller Bestandteil der Kultur.”
- “Das ist heutzutage völlig ungefährlich.”
- “Leute machen es auch freiwillig, also muss es gut sein.”
- “Liebende Eltern würden ihren Kindern niemals Schlechtes zufügen!”
- “Das ist viel harmloser als getan wird.”
- “Sowas gibt’s doch gar nicht, das sind nur Einzelfälle!”
Der physische Eingriff in die sexuell-körperliche Selbstbestimmung entlarvt sich hier als bloßer Vorwand, der rein populistisch genutzt wird. Auch der Begriff des Antisemitismus ist mir missliebig, da darunter im weitesten Sinne jegliche Nicht-Zustimmung bezüglich jüdischer/israelischer Kultur, Politik, Volk und Religion fällt – ein faktisches Neutralitäts- und Kritikverbot also.
Islamophobie habe ich im Gegensatz dazu noch niemals als Vorwurf gelesen, wenn sachliche, fundierte Kritik geäußert worden ist. Anders ist es natürlich, wenn beispielsweise Verfechter der Bibel den Koran wegen Gewalthaltigkeit angreifen. Hier werden die Argumente von den Korankritikern derart gering geschätzt, dass sie sie nicht einmal für sich selbst achten. Wenn aber nicht die rationalen Argumente Grund der Ablehnung des Islams sind, muss es etwas Irrationales die Ursache sein: ergo Islamophobie.
Mal ganz abgesehen davon, dass auch Deutschland sich bis heute energisch der sauberen Trennung von Staat und Kirche verweigert hat und insofern die Anklage theokratischer Systeme jede Glaubwürdigkeit verliert. Kein christlicher Staat ist in der Position, eine islamische Nation wegen ihrer Religion zu kritisieren, denn die Feindschaft ergibt sich schon allein daraus, dass beide Religionen einen Absolutheitsanspruch über den anderen erheben. Und wenn vom nicht klar spezifizierten “wirksamen Einschreiten auf internationaler Ebene” die Rede ist, scheint hier der “amerikanischen Methode” zumindest der Weg bereitet zu werden.
Weiterhin gibt es auch in Deutschland zentrale Glaubensgrundsätze, die mit der Androhung von Gefangenschaft, Folter und Misshandlung staatlich durchgefochten werden. Hierzulande wird strafrechtlich verfolgt, wer abweichende Aussagen zu einer bestimmten staatlich vorgeschriebenen Geschichtsversion tätigt. Was im Falle Chinas als Zensur, Propaganda und Gehirnwäsche ausgelegt werden würde, wird ebenso wie dort mit der Verteidigung unzweifelhafter Wahrheit und Würde begründet. Tatsächlich sind Denkverbote aber keinesfalls eine Stärkung des wissenschaftlichen Standes, sondern ihr komplettes Gegenteil: Denn Wissenschaft überzeugt dadurch, dass sie Kritik trotzt – und nicht dadurch, dass sie sich vor ihr versteckt! In dem Moment, in dem beispielsweise die Evolutionstheorie in den Rang einer unbezweifelbaren Wahrheit gehoben wird, die bei Strafe nicht mehr hinterfragt werden darf, ist sie nicht mehr bloß eine wissenschaftliche Theorie, sondern ein politisches Dogma. Das macht im Umkehrschluss die Evolutionstheorie natürlich nicht unwahr, schließlich passt die Realität sich nicht im Nachhinein dem Fanatismus verblendeter Ideologen an. Aber man müsste sich von da an immer die Frage gefallen lassen: “Wenn die Evolutionstheorie so überzeugend ist, warum stehen dann Zweifel unter Strafe?” Selbst wenn alle rationalen Einwände entkräftet wären, bliebe diese Frage immer noch unbeantwortet. Unnötigerweise.
Und dass in Gefängnissen Insassen misshandelt und vergewaltigt werden, ist ein offenes Geheimnis. In jedem Kinderschänder-Thread tauchen Leute auf, die sich an dieser Vorstellung aufgeilen, und die “Hart aber gerecht”-Kampagne hat mit diesem Umstand auch schon im deutschlandweiten Fernsehen geworben (!). Da mache ich persönlich keinen Unterschied dazwischen, ob Folter staatlich angeordnet, staatlich durchgeführt oder staatlich geduldet wird.
Üblicherweise wird auf all das geantwortet, dass wir “nicht perfekt” seien, aber immer noch “besser als die anderen”. Und das gebe uns angeblich das Recht, Maßstäbe an andere anzulegen, denen wir selbst nicht genügen. Sorry, aber da gehe ich partout nicht mit. In dem Moment, in dem man eine selbstwidersprüchliche Wir-Guten-gegen-die-Bösen-Mentalität an den Tag legt, am besten noch kombiniert mit Die-Welt-soll-an-unserem-Wesen-genesen-Denken, könnte man sich genausogut einer politischen oder religiösen Ideologie anschließen. Das wäre wenigstens ehrlich.
Juni 2, 2008 um 8:54
nickpol, Du hast mich überzeugt:
Wo kann ich die Erklärung jetzt unterschreiben?
Übrigens: Deine Hauptkritik scheint mir zu sein, dass die Kritik, die hier am Islam geübt wird, auch auf andere Religionen und Kulturen zutreffen.
Na und?
Dies ist eine Islamkritik und sie ist deswegen nötig, weil Schäuble & Co. viele der “Mitbürger mit Migrationshintergrund” einfach unter dem Label des Islam zusammenfassen und aufgrund des Verbandsdenkens von religiösen Vereinigungen vertreten lassen.
Das ist aber auch eine Erklärung gegen den Multikulti-Relativismus, der rechtfertigt, dass Individuen sich den Werten und Regeln “ihrer Kultur” unterwerfen müssen, selbst wenn sie hier leben und diese Regeln gegen unsere Grundrechte verstoßen. Dass das nicht nur auf den Islam zutrifft, ist klar.
Ich sehe in der Erklärung auch nicht, dass die Religionsausübung (hier: der Muslime) übermäßig eingeschränkt werden soll.
Auch sehe ich hier keine Forderung, dass die Einwanderung von Muslimen eingeschränkt werden soll.
Du scheinst der Strategie in die Falle gegangen zu sein, die Islamkritik mit Fremdenfeindichkeit (Islamophobie oder generelle Xenophobie) gleichsetzt.
Also nochmal: Das sollte als Petition veröffentlicht werden, der man sich anschließen kann.
Juni 2, 2008 um 7:19
Ich verstehe die Kritik überhaupt nicht, das Ziel ist doch gerade eine säkulare Gesellschaft und keine christliche Gesellschaft …
Juni 2, 2008 um 6:01
“Darüber hinaus wehre ich mich gegen den Begriff der Genitalverstümmelung, er stigmatisiert die Betroffenen zu Verstümmelten oder Krüppeln.”
Im Gegenteil, er stellt eine unmissverständliche Kritik und Verurteilung dieser Praxis dar.
Dass man andere Religionen auch kritisieren kann, gehört hier eigentlich nicht her. Kann ja sein, machen wir ja auch. Na und?
Juni 2, 2008 um 5:13
Wenn dem so ist, und Freiheit von der Religion nicht möglich ist, dann muss Religionsfreiheit ermöglicht werden. Das schließt das Recht von Moslems ein, ihre Religion zu praktizieren. Die Intergration von ausländischen Bürgern in unsere Gesellschaft sollte sich nicht nur auf religiöse Fragen beschränken. Reduziere ich, wie im Dokument dargestellt auf Emazipation, schränke ich die Möglichkeiten für eine soziale, kulturelle, wirtschschaftliche Integration ein. Dieser Ansatz greift einfach zu kurz.
Die kritisierte Gruppenindentität ist nicht nur den Moslems zu eigen, wir finden sie genauso bei Christen, ob nun evangelisch oder katholisch, diese Identität ist sogar im deutschen Steuerrecht festgeschrieben.
Mir missfällt weiterhin die Vereinheitlichung und Vermischung, von Glauben, Ideologie und Ethnie. Das ist zu einfach, entspricht aber dem universitärem Anspruch westlicher Kultur.
Das trifft für die christlichen Religionen auch zu, es ist nicht ein Problem der Muslime, Ideologie finden wir im Katholizismus, Protestantismus, hier insbesondere der Kalvinismus, ebenso.
Wer als Muslim nicht mit den kulturellen und sozialen Bedingungen in unserem Leben kann, sollte gar nicht erst reingelassen werden. Wer sich hier ansiedelt, der muss bereit sein, seine Töchter in den Sportunterricht zu schicken, Sexualkunde, und Biologie für die Bildung zu akzeptieren. Wer das nicht akzeptieren kann soll zu Hause bleiben.
ist nicht ein alleiniges Problem des Islam, zumal es eine Fatwa dagegen gibt. Nehme ich die Zahlen und die Länder, in denen diese Phänomen verstärkt auftritt, so liegen sie alle in Afrika.
Nach Unicef sind ca. 140 Millionen Frauen betroffen, im Alter von 15 bis 49 Jahren, 98% in Dschibuti, 96% in Ägypten, Sudan 90%, Burkina Faso 77%, Mauretanien 71%, Elfenbeinküste 45%, Kenia 32%, Senegal 28%, Jemen 23%, Nigeria 19%, Benin 17%, Tansania 15%, Niger 5%, Kamerun 1%. Warum gibt es keine Eingriffe dieser Art in einer völlig muslimisch geprägten Region wie Indonesien. In Afrika haben wir das Problem alter Stammeskulturen, die noch heute fortleben. Darüber hinaus wehre ich mich gegen den Begriff der Genitalverstümmelung, er stigmatisiert die Betroffenen zu Verstümmelten oder Krüppeln.
Einwanderung sollte nach meinem dafürhalten überhaupt nicht unter dem Aspekt religiöser Zugehörigkeiten erfolgen. Das ist in Deutschland fast nicht zu machen, da sich die meisten Menschen irgendwelchen Religionen zu ordnen wollen.
Religion ist Privatsache, wenn notwendig muss religiösen Menschen die Möglichkeit eingeräumt werden ihren Glauben zu praktizieren, genauso wie wir Kirchen und Synagogen haben, gehören Moscheen dazu, die eigentlich vielerorts schonzum Stadtbild gehören. Wer seine Möglichkeit der freien Religionsausübung missbraucht, wird nach den Gesetzen dieses Landes bestraft oder aber dorthin geschickt, wo er hergekommen ist.
Juni 2, 2008 um 4:31
Typisch Klaus. Was passt dir denn schon wieder nicht?
Juni 2, 2008 um 4:08
Also ich könnte diese Erklärung so nicht unterschreiben, es gibt etliche Punkte und zu viele sound bites.
Juni 2, 2008 um 3:47
jan Says:
Juni 2, 2008 at 2:58
Die Erklärung kann ich nur unterschreiben.
Gute Idee. Kann man das? (also nicht nur inhaltlich, sondern tatsächlich!)
Wäre gut.
Juni 2, 2008 um 2:58
Die Erklärung kann ich nur unterschreiben.