
Die Pastafari werden aktiv!
Anlässlich einer christlichen Veranstaltung fand in Husum eine Gegenveranstaltung einer Gruppe junger Aktivisten statt. Der Glaube an das fliegende Spaghettimonster bewegte die sog. Pastafari an der Nordseeküste zu handeln und somit die Sonderstellung des christlichen Glaubens infrage zu stellen.
“What Would A Pirat Do?” – Eine antichristliche Veranstaltung junger Piraten in Husum
Am Samstag den 05.07.2008 fand in Husum, anlässlich des “Heaven in Husum” Festivals eine Gegenveranstaltung von einer Gruppe Jugendlicher statt. Als Piraten verkleidet, schlugen sie ihr Lager entlang der Hafenpromenade auf und verteilten Flyer und kostenlose Nudeln mit Soße.
Grund für dieses etwas skurrile Auftreten der sog. “Pastafari” war der Glaube an das fliegende Spaghettimonster (FSM). Dieses habe einst die Welt erschaffen. Weder die darwin’sche Evolutionslehre noch der Kreationismus, seien Grund für das Dasein unserer Erde, so die Anhänger des FSM.
Gegründet wurde diese Religion im Juni 2005 von einem amerikanischen Physiker namens Bobby Henderson. Sein Ziel war es gewesen, der Debatte um die Glaubenslehre in diversen amerikanischen Schulen entgegenzuwirken. Henderson entwickelte somit eine Parodie, die dem Kreationismus als auch der Evolutionstheorie die Legitimation entzieht. Sein Beweggrund war, dass der persönliche Glaube, in wissenschaftlichen Unterrichtsfächern nichts zu suchen habe und dass die Glaubenslehre einen Sonderstatus in unserer heutigen Gesellschaft bietet und somit ein System darstellt, nach welchem sich die Menschen zu richten haben. Die subjektive Einstellung zur Entstehung der Welt, die subjektive Einstellung zum Glauben, sind aufgrund ihrer Subjektivität nicht absolut und dürfen aufgrund dessen kein allgemein gültiges System darzustellen versuchen. Jegliche empirische Nachweise von der Entstehung wurden absichtlich vom FSM geschaffen, um den Menschen das “Selber-Denken” zu lehren. Das FSM erschuf die Welt um uns Menschen glauben zu lassen, dass die Welt älter sei, als sie eigentlich ist.
Hendersons Intention war es also gewesen, den Kindern in sämtlichen Schulen Amerikas eine weitere Möglichkeit der Entstehung zu liefern, basierend auf dem “Intelligent Design”, wodurch diese sich dann entscheiden können, woran sie glauben wollen. Auf diese Weise soll die Sonderstellung des christlichen Glaubens eliminiert werden.
Der Kreationismus biete nach Henderson seine einzige Legitimation im Glauben an das Christentum. Hier versuche eine religiöse Gemeinschaft mit politischem Bestimmungsvermögen, motiviert durch den in der Religion verwurzelten Dogmatismus, das Lehren einer empirischen Wissenschaft in den Schule zu verbieten. Das Bestreben, den eigenen Massenglauben aus Geltungsdrang weiter zu stärken und zu verbreiten, werde, neben einer hiermit verbundenen Negierung des Selbstbestimmungsrechts und der Meinungsfreiheit, ein gefährliches, unreflektiertes Mitläufertum entstehen lassen. Um auf die entscheidene Wichigkeit dieser Reflektion und persönlichen Auseinandersetzungen mit dem eigenen Glauben hinzuweisen, erschuf Henderson die sarkastisch-provokante Karikatur des Christentums. Damit sprach er sich für die Selbstbestimmung in Meinungspluralität und klar gegen staatlich organisierten religiösen Dogmatismus, der den Anfang der Kausalkette “Massenverdummung” darstellt, aus.
Den Pastafari erwartet nach dem Tod ein Biervulkan und eine Stripper-Fabrik im Himmel. In Anlehnung an den christlichen Slogan: “WWJD?” (What Would Jesus Do?) verfolgt der Pastafari den Slogan: “WWAPD?” (What Would A Pirat Do?”). Das fliegende Spaghettimonster schreibt nämlich vor, dass alle seine nudeligen Anhängsel aussehen müssen wie Piraten. Damit das FSM nicht böse wird, wird dies auch von allen Pastafari verfolgt. Ein weiterer Grund dafür ist, dass es von den Pastafari empirisch nachgewiesen wurde, dass die sinkende Anzahl der Piraten im reziproken Verhältnis zum Klimawandel (Erdbeben, Hurrikans u.a.) steht. Die Schlussfolgerung lautet also, dass jeder Pastafari, der Gutes tun und der globalen Erwärmung entgegen wirken will, die Anzahl der Piraten erhöhen muss.

































































März 2, 2009 um 2:49
Dass die Kritik, die durch solche Aktionen geäußert wird, nicht auf dem Level stehenbleiben sollte, ist völlig klar. Es war eine humorvolle, freundliche Aktion, die in erster Linie für Wirbel und Diskussionen sorgen sollte, was auch gut gelungen ist. Und Spaß gemacht, hat es allen Beteiligten auch
.
Juli 11, 2008 um 2:50
Solche Aktionen sind mindestens genauso wichtig und fruchtbar wie jede gesetzte, streng rationale Auseinandersetzung.
Lasst euch nicht täuschen: Ernst meinen es beide Richtungen. Oh ja.
Juli 10, 2008 um 4:13
Das FSM wird sich als Weltreligion wohl nicht wirklich durchsetzen lassen.
Dem steht eine vieltausendjährige erdrückende Geschichte der anderen großen Weltreligionen unverrückbar im Wege.
Und da es Menschen im Allgemeinen eher schwer fällt, eine einmal gewonnene Überzeugung leicht über Bord zu werfen und eine andere zu übernehmen, es sei denn, man zwänge sie dazu, wird es wohl nichts werden.
Aber Ihr FSM-Jünger: Träumen dürft Ihr ja und glauben dürft Ihr in einem aufgeklärten Europa auch, was Ihr wollt.
Den Initiatoren sei gesagt:
Das Manöver ist allzu durchsichtig, als dass es in irgendeiner Weise dauerhaft verfangen könnte.
Juli 10, 2008 um 9:05
Ganz nett, aber ein bisschen ernster sollte man gegenüber den religiösen Fanatikern vorgehen zumal die Mehrheit der Bürger den Sinn solcher Aktionen überhaupt nicht kapiert und das ganze letztlich leider wieder zugunsten der Relis ausfällt. (Im Zweifel auf die “angeblich” sichere Seite).