Gott im bairischen Wahlkampf

Seibel

Frühstück mit der „Tagespost“: Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (rechts) im Gespräch mit Chefredakteur Markus Reder (links). Mit von der Partie ist auch Michael Ziegler, Pressesprecher des Ministerpräsidenten und der Staatsregierung. Foto: Seibel

Von Markus Reder und Johannes Seibel
Wahlkampf in Bayern: Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) im Gespräch mit der „Tagespost

Was weiß Gott über Parteien, Werte, Moral, Ethik, Politik? Laienprediger Beckstein gibt Antworten.

Die Parteienlandschaft bewegt sich spürbar nach links. Kann es sich die CSU da noch leisten, als konservativ zu gelten? Ist der Begriff „konservativ“ nicht längst ein Nachteil im politischen Marketing?

Die CSU ist eine Partei der Mitte, aber wir sind eine wertkonservative Partei und ich will bewusst auch der Repräsentant für die demokratische Rechte sein. Wertkonservativ sein, das heißt für mich zunächst einmal, dass das christliche Menschenbild und die christliche Werteordnung die Grundlagen unserer Politik sind.

Den Satz kennt man aus den Reihen der Union zu Genüge. Aber woran sieht man das konkret?

Bei mir zum Beispiel daran, dass ich im Bundesrat als einer der ganz wenigen gegen die Verschiebung des Stichtages beim Stammzellgesetz war. Ich bin dankbar, dass wir in Bayern eine starke katholische Volkskirche haben. Das ist auch für die Protestanten ein großer Segen. Christen haben in Bayern ein viel stärkeres Gewicht als etwa in Norddeutschland. Das tut dem Land gut. Gerade in einer immer anonymer und diffuser werdenden Welt braucht der Mensch eine Wertebasis. Demokratie lebt von Werten, die sie sich nicht selbst schaffen kann. Die Kirchen vermitteln diese Werte in der Öffentlichkeit. Das ist von unschätzbarer Bedeutung. Ich will alles dafür tun, um in Zukunft wieder mehr Wertevermittlung auf den Weg zu bringen. Wir müssen alles stärken, was die traditionellen Werte stärkt: Deswegen ist es selbstverständlich, dass das Kreuz im Klassenzimmer bleibt, dass wir Religionsunterricht halten und dass wir die Integration in unsere christliche Leitkultur verlangen. Deshalb ist es wichtig, dass wir die Familien unterstützen und den Patriotismus fördern. Für die CSU ist es von zentraler Bedeutung, dass wir uns als Speerspitze der Wertkonservativen in der deutschen Politik verstehen.

weiterlesen

21 Antworten zu “Gott im bairischen Wahlkampf”

  1. Max Headroom Sagt:

    <b<Was weiß Gott über Parteien, Werte, Moral, Ethik, Politik?

    Wer glaubt, nur wir haben eine komische Haltung zum gottgelenktem Staatswesen, der sollte sich mal Sam Harris’ Beitrag zu Sarah Palin, einer bekennenden Christin aus ganzem Blute, durchlesen.

    http://www.newsweek.com/id/160080/page/1

    Es ist immer wieder erstaunlich, wie fachgerecht Harris es schafft, Personen mit chirurgischer Präzision auseinander zu nehmen. Wie “kompetent” diese Frau in ihr Amt reingehen könnte, zeigt Harris den Lesern genüßlich auf.
    Vergleicht man die gottgegebene Kraft dieser “in God’s own country” Person mit der christlichen Leitkultur, wie sie Herr Beckstein runterpredigt, sind auf dieser Ebene natürlich viele Parallelen erkennbar. Es lohnt sich wirklich, die 4 Seiten durchzulesen. Vorzügliche Kritik an Palins Fähigkeit für ihr möglicherweise zukünftiges Amt. Meine Hoffnung ruht weiterhin auf Obama. Der Kerl hat zumindest einen Plan von seiner Arbeit ;)

    Bei Beckstein bin ich mir da wirklich nicht so sicher. Von vermeitlichen Killerspiele an jeder Ecke, über angeblich verlorengegangene christlichen Werte in unserem Lande bis hin zu den kürzlichst bekanntgewordenen 2 Maß Bier… der Mann ist wahrlich unberechenbar ! ;)

  2. Bipolarbär @ roteGraefin Sagt:

    “Bei mir geht es um einen Gott des Lebens bei dem alles sein darf.”

    Das ist schon für Dich, respektiere aber, dass es haufenweise Menschen gibt, die soviel wissen und gelernt haben, dass sie nicht mehr in der Lage sind, auf einer solchen, dem tradiotionellen Bewusstesein verhafteten Ebene zu denken wie Du.

    Bei mir unterm Bett hockt stumm ein unsichtbarer Zwerg der mich gegen die Unbill des Lebens verteidigt, und da mein Bedürfnis, von diesem gegen die Unbill des Lebens verteidigt zu werden, ja exitsiert – von mir gespürt werden kann – kann ICH jedenfalls daraus noch lange keinen Beweis daraus ableiten, dass es diesen tatsächlich gibt. DIR dagegen ist das offensichtlich möglich, nur das Du Deinen unsichtbaren Zwerg “Gott” nennst.

    Dinge wie entgülttiger Tod, Verwesung und von Maden zerfressen zu werdn sind zwar nicht schön nach unserem Ermessen, dennoch existieren sie. Manche flüchten davor in Traumwelten, die was mit “Gott” und dem “Jenseits” zu tun haben. anderen reichen “Elfen und Feen”

    Ich kann das nicht, mir geht es nicht um subjektiv empfundene (und damit eh schon fragwürdige) Schönheit, mir gehts um die Wahrheit, denn echte Schönheit kann nur in echter Wahrheit liegen und nicht in irgendwelchen Halluzinationen oder Trugbildern. Basta.

  3. Bipolarbär @ axyron Sagt:

    “Hm. Spinnt ihr hier eigentlich? Daß Evolution stattgefunden gat, ist ja wohl so halbwegs logisch. Grund, daraus eine Religion zu machen?”

    Tja und ich hab schwule Freunde, die mir bestätgen, dass es prozentual unter Schwueln genauso viele Spinner gibt wie unter Heten, wovon ich insgeheim schon immer ausgegangen war.

    Ich denke, mir ist grad einer der schlimmeren Sorte begegnet, wenn er eine Wissenschaftliche Theorie als “Religion” bezeichnet, dann spricht jedenfalls einiges dafür.

    Bist Du intellektuell auch nur ansatzweise in der Lage zu verstehen, was oben links in der Ecke steht. Bevor Du an der falschen Stelle danach suchst, kopier ich es hier lieber gleich rein:

    »Der Naturalismus wie er heute von analytischen Philosophen vertreten wird, ist immer mit einem durchgängigen Kritizismus verbunden. Nicht nur alle Wirklichkeitsaussagen, ebenso auch alle metatheoretischen, methodologischen und erkenntnistheoretischen Thesen und Behauptungen unterliegen der Kritik, können falsch sein und gegebenenfalls verbessert werden. Daher ist der Dogmatismusvorwurf gegen den Naturalismus gegenstandslos.«
    (B. Kanitscheider)

  4. rotegraefin Sagt:

    Ach so Bibopolarbär X,
    Du meinst einen Gott des Todes.
    Bei mir geht es um einen Gott des Lebens bei dem alles sein darf.

  5. Bibopolarbär X Sagt:

    “Grüß Gott” heisst nichts anderes als
    “Häng Dich doch auf, und dann….”

  6. rotegraefin Sagt:

    Grüß Gott Bipolarbär X,

    so sagt man in Bayern häufig und gemeint ist dabei, Ich grüße den Gott in Dir. Der Dich nach seinem Ebenbild und Gleichnis geschaffen hat. Da in Jesus Christus Gott Mensch wurde. Sitzen wir nun mal in der Falle.
    Ich habe nur die Entscheidung gegen dieses Schicksal anzukämpfen oder einfach erst mal ja zu diesem meinem Schicksal zu sagen.
    Das Problem ist allerdings neben Deiner Wenigkeiten gibt es noch ca 7 Milliarden andere Menschen, die genau vor der gleichen Entscheidung zu stehen. Dies macht für mich die Würde des Menschen aus.
    Die Konflikte, die sich daraus ergeben sind vielfältig und ohne Zahl. Aus der immer wieder beobachtbaren Tatsache,
    dass einige Menschen allmächtiger sein wollen als andere ergibt sich ein ganz schönes Kuddelmuddel. Und so haben wir es meist noch mehr mit einer unchristlichen Neidkultur zu tun.
    Es bleibt meine und auch Deine Entscheidung was Du aus Deinem Leben machst mit den beschränkten Möglichkeiten, die Dir geboten sind.
    @ nickpol wenn Du Gott als das Heile und Unverwundbare in Dir verstehen kannst, dann wünsche ich Dir eine solche persönliche heile Verfassung. :)

  7. nickpol Sagt:

    Baiern hat ne Landesverfassung, da ist Gott grundgesetzlich abgesichert. :)

  8. [C]Arrowman Sagt:

    Es scheitert meißt schon daran wenn man fragt, was denn die christliche Leitkultur ist.

  9. Bipolarbär X Sagt:

    “christliche Leitkultur”?

    Ich dahcte immer, ich Dummchen, die verfassungsmässig festgeschreibene Religionsfreiheit garantieret eine SÄKULARE Leitkultur.

    Kennt der Herr da unsere Verfassung nicht oder ist er einfach etwas interpretationsschwach?

    Sollte der Verfassungsschutz ein Auge drauf haben.

  10. rotegraefin Sagt:

    Hallo Max,
    hab mal wieder Tränen gelacht. Danke für diesen köstlichen Kommentar.
    Eine kleine aber nicht unwichtige Korrektur möchte ich anbringen. Von einer christlichen Leit- mit- t- kultur kann noch keiner sprechen. Noch herrscht eine Leid mit -d- kultur vor.
    Bei dieser unten stehenden Frage sollte der Interviewer sich fragen, was er damit erreichen will.

    >>Bei der Entscheidung über die Aufweichung des Stammzellgesetzes, die Sie vorhin selbst erwähnt haben, hat die CSU aber keineswegs durch Geschlossenheit geglänzt. Da gab es höchst unterschiedliche Positionen auch in den Reihen der Christsozialen. Wo war da das konsequente Bekenntnis zur Menschenwürde?<<

    Ich verstehe die Fragestellung so, dass hier der Versuch unternommen wird Beckstein genau auf etwas festzunageln und ihn damit zu beschämen, was sich anscheinend gerade positiv in der CSU zu entwickeln scheint. Nämlich keine undurchdringliche Einheitsmasse sondern pluralistische Vielfalt. Diese positive Entwicklung sollte gestärkt und gefördert werden.

  11. Erzchristen machen Politik | DER MISANTHROP Sagt:

    [...] Freiheit zurück in unser Land. tagespost – „Wir sind in Deutschland doch selber schuld“ / via [↩] « Atheisten in Arabien… This post was written by Benjamin B., published [...]

  12. Eule Sagt:

    G. Beckstein: “Demokratie lebt von Werten, die sie sich nicht selbst schaffen kann.”

    Und die sie ebensowenig verordnen kann. Sie ist ein komplexer Prozeß, der in pluralistischer Meinungsbildung generiert, nicht in gesellschaftlichen Teilsystemen monopolisiert wird – gleich welcher Art. Sie ist demnach eine Art Trainingsfeld zur Austragung von Konflikten, an deren Lösung die Kirchen durchaus partizipieren können – ohne indes dabei die Funktion sakraler Träger politischer Parteien einzunehmen. Letzteres indes sollte Beckstein bei all seiner Freude über eine starke katholische Volkskirche in Bayern schleunigst mitbedenken und insbesondere entlang an den oben genannten Punkten erkennen, daß es den anderen demokratischen Parteien ganz gewiß nicht darum geht, die Kirchen als soziale Gestaltungskraft aus dem öffentlichen Leben zu verbannen. Schließlich wehren sich auch viele engagierte Christen gegen eine politische Umklammerung katholischer wie protestantischer Sozialethik.

  13. Max Headroom Sagt:

    Und … zurück zum Topic…

    Es ist die CDU. Da ist es kein Wunder, dass in jedem 2. Satz CHRISTenwerte hervorgehoben werden. Wir leben eben anscheinend in einem CHRISTUSstaat mit CHRISTUSleitwerte.
    Und wenn der Onkel Doktor dann wieder mit der Spritze kommt, entspannt er sich möglicherweise wieder

    Er ist Politiker, also ist es klar, dass er davon ausgeht, dass er (Volksvertreter) eben im Namen des Volkes spricht. Politische Rhetorik soll bei solchen Menschen besonders ausgeprägt sein

    “Ich bin dankbar, dass wir in Bayern eine starke katholische Volkskirche haben.(..) Christen haben in Bayern ein viel stärkeres Gewicht als etwa in Norddeutschland. Das tut dem Land gut.”

    Macht doch nichts. Er darf ruhig stolz darauf sein. Die Taliban ist ja auch froh, den “wahren” Koran zu haben und ihre Werte damit durchzusetzen. Der Flug in die Türme geschah ja aus Überzeugung, und weniger aus rationellem Grunde. Und wenn Bayern vom Papst eigenmächtig erbaut und von Gott höchstpersönlich nach der Erschaffung der Erde gesegnet wurde, dann wäre ich auch stolz darauf. Ich habe aber irgendwo mal als Gerücht gehört, dass es “Menschen” waren, die das gemacht haben. Nach dem 2. Weltkrieg waren es z.Bsp. die Trümmerfrauen, die das Land aufbauten. Die Kirche hat brav die Hände gefaltet und “Trost gespendet”. Na und ? Der Bäcker hat auch Brot verkauft, und dennoch gilt der Bäckereiberuf nicht als Leitkultur

    “Die Kirchen vermitteln diese Werte in der Öffentlichkeit.”

    Naja… nicht diese Werte, sondern ihre Werte. Der gute Mann sollte sich mal die Bibel vornehmen und dann die (Moral-)Geschichten auf unser Land projizieren. Zwar kann jede(r) Kanzler(in) Wasser zu Wein machen, wird von denen aber “Wahlkampfversprechen” genannt. Den Tag aber, an dem ein Kanzler Brot am laufendem Band Teilt und es Hart-IV Empfängern gibt, will ich gerne noch erleben
    Die Kirche vermitteln die gleichen Werte wie Star Trek oder Krieg der Sterne. Gut ist gut und Böse ist böse, mehr nicht. Das zusätzliche Extra “Folge unserem Kurs und Du kommst in’s Paradies zu Jesus und seinen Buddies” unterscheidet sich nicht von denen der Sekten, Buchclubs oder Unternehmen in Deutschland. Kauft man bei XXXX genug zusammen, bekommt man ebenfalls Rabattmarken zugesteckt. Bei katholischem Glaube darf man sich das Extra aber erst nach dem Tode abholen. Es wird ja leider nicht zu Lebzeiten nach Hause gesendet. Im laufe der vielen Jahren hat es dieses “Unternehmen” verstanden, der Konkurrenz die Zähne und den Ellenbogen zu zeigen. Als Resultat entstand das “Gottesmonopol Church GmbH”, welches als christliche Leitkultur präsentiert wird. Beängstigend ist hierbei die Tatsache, dass hier kein Mitarbeiter über sein Unternehmen spricht, sondern ein Volksvertreter vom Volksglauben !
    Auf der einen Seite regt sich der gesammte Planet Erde auf, wenn ein Schauspieler (Tom Cruise) über seine eigene persönliche Überzeugung (Scientology) plappert, aber wenn ein Politiker im Namen des Landes redet, wird dies schweigsam geduldet. Wie groß wäre die Empörung, würde George W. Bush der Bundeskanzlerin verkünden, dass er und “sein Land” sich der scientologischen Leitkultur verpflichtet fühlen ? Ziemlich krass, das ganze

    “Im Moment sehe ich konservative Ideen in Deutschland auf dem Rückzug. Aber das ist in Deutschland zum Teil doch unsere eigene Schuld.”

    Natürlich ! Wenn “konservative Ideen” sich zurück ziehen, dann ist das unsere SCHULD. WIR sind dafür veranwortlich zumachen. WIR sind SCHULDIG ! Wir sind voller Sünde.
    Politikergewäsch. Das sich die Dinosaurier nicht bis in unsere Zeit durchsetzen konnte, war aber nicht die Schuld der Höhlenmenschen. Und wenn (teils veraltete) konservative Richtlinien nicht mehr in unsere Gesellschaft passen wollen, sich aber gegen eine Modernisierung sträubt, dann braucht man sich nicht zu wundern. Demokratie ist dynamisch und nicht konservativ festgelegt. Wir müssen ständig an uns rumschrauben. Wir können nicht ewig auf Pferden reiten. Oder kommt der gute Beckstein etwa hoch zu Roß zur Arbeit ?

    “Dass immer mehr Moscheen gebaut werden, während leerstehende Kirchen verkauft werden, ist doch nicht die Schuld der Muslime. Das ist eine Folge unserer eigenen Trägheit. Darum müssen wir endlich wieder offensiver werden.

    Vielleicht sollte man dem Mann beibringen, was Angebot und Nachfrage bedeutet ?!
    Wollen immer mehr Moslems eine Moschee, dann ist die “Nachfrage” sehr groß. Somit steigt die Zahl der Angebote, der Moscheen.
    Umgekehrt haben wir viele Kirchen im Lande, da wir ja seit urzeiten eine “christliche Leitkultur” besitzen. Als wir noch mit Schwert und Schild zur Arbeit gingen, waren diese Orte die einzigsten Diskotheken, Seelentröster und Bezugspersonen weit und breit. Die Nachfrage war groß, das Angebot (Herrscherbedingt) ebenfalls.
    Heute besitzen wir eine vielfältige Möglichkeit, den Alltag zu bewältigen. Der Arbeitgeber hat ein Büro, die Disko ist irgendwo am Stadtrand, die Bar ist unten im Haus und das Fernsehen ersetzt das Sonntagsgebet. Angebot ist hoch, die Nachfrage sinkt aber immer weiter. Da diese steinernen Riesengebäude immer weniger besucht werden, aber weiterhin Kosten verursachen, kommt bald die Kostenfrage auf dem Halter zu. Nach gewissen Rechnungen werden diese Dinger dann eben leergelassen.
    Wäre es eine Katastrophe, würden wir dies aber merken. Anscheinend machen sich die Leute mehr Sorgen um Hartz-IV, zusammengeschlagene Menschen in U-Bahnen oder Pädophilie in ihrer Umgebung. Tatsachen, die nicht viel mt dem Gebäude zu tun haben. Von Trägheit oder fehlender politischer Führung in der Kirche sieht man weit und breit nicht das geringste Anzeichen. Ob dieser Mann das weiss ? Ich befürchte nein.

    “Wir müssen aufwachen und uns klar machen, was auf dem Spiel steht.”

    Ja, WAS muss ich mir klar machen und WANN bin ich endlich wach ? Mein Gott, die Leute haben keine Lust mehr, tagtäglich dem Beichtpfarrer die Lebensgeschichte runterzunudeln ! Die wollen Arbeiten gehen, ansonsten ist der Job weg, Einkommen futsch und man schläuft unter einer Brücke ! Beckstein sollte endlich aufwachen und sich klar machen, was auf dem Spiel steht…

    “Ganz gleich, ob es um die Integration von Ausländern in unsere Gesellschaft oder die Verteidigung der christlichen Werteordnung geht.”

    Mit einer christlichen Führung lockt man Christen an, aber sicherlich keine (unchristliche) Ausländer. Als wir für die Informatik händeringend nach indischen Arbeitskräften suchten, war das das Christentum zur Stelle und bereicherte die deutsche IT-Branche mit gottgläubigen Jesus-Informatikern ? Nein ? Was haben wir stattdessen gemacht ? Wir ließen Menschen aus Indien hinein, ohne auch nur ein bisschen auf deren Kastenwesen oder dem Glauben im Ganzen zu achten. Und ? War “unsere Leitkultur” jemals in Gefahr ? Haben unsere Kinder heute irgendwelche (indische) Schäden davongetragen ? Der Herr Beckstein sieht eindeutig Gespenster, wo keine sind

    “Man muss sich doch nur die Diskussion um Dignitas, Kusch und die aktive Sterbehilfe ansehen. Angesichts solcher Entwicklungen wollte ich von meiner christlichen Überzeugung her ganz eindeutig Stellung beziehen.”

    Und das ist ja das Problem in dieser Art der “Demokratie”. Wäre sein Kurs hervorragend, gäbe es keine Diskussion, keinen Streit und überhaupt keine Opposition mehr.
    Es existieren aber ältere Menschen, die gerne den letzten Schritt ihrer Reise selbst in die Hand nehmen wollen. Becksteins Überzeugung verhindert aktiv diese Freiheit. Mag ja sein, dass er gerne als uralter Mann im Bett versterben möchte, mit einem lächeln wärend des Todes, ich gönne es ihm gerne. Aber den Blick auf das Volke und seinen Wünschen darf kein Politiker verschließen, selbst wenn es gegen sein Glaube, seinen eigenen Wunsch, verstößt. Ich mag kein Modern Talking und keine Klingeltonwerbung. Darf ich deshalb alle Musikliebhaber vom Kauf der CDs fernhalten bzw. den Kiddies das Handy abnehmen ?
    Zur Zeit sieht es im Bereich der Embryonenforschung und der Eutanasie in Deutschland genau so aus. In anderen Bereichen des Planeten sieht man es ganz anders, und denen geht es trotz anderslauternden “Leitkultur” ebenfalls prächtig. Ausgestorben ist weder das Volk, noch ist die Wissenschaft dadurch missbraucht worden. Aber was man nicht kennt, fürchtet man wie der Teufel das Weihwasser.

    “Grundsätzlich ist mir ein gutes Einvernehmen zwischen dem Freistaat und der katholischen Kirche ein wichtiges Anliegen.(..) Ich glaube, dass jeder sehen kann, dass wir uns in einer umfangreichen Weise um die beste Zusammenarbeit bemühen.”

    Und aus diesem Grunde haben wir wohl noch keine richtige Säkularität zu erwarten. Nix gegen die Kirche, aber unsere Volksvertreter sollten für das Volk und weniger für den Kirchenverein arbeiten. Oder werden sie von denen Bezahlt ? Parallelen zum Mittelalter tun sich hier leider auf. Das Volk konnte sagen was es wollte, der Papst hatte den König fest im Griff. Dies setzt sich heute, im Zeitalter der globalen Fernreisen und der elektrischen Kommunikation weiter fort. Kein Wunder, dass die Ausserirdischen einen Bogen um die mittelalterliche Erde machen und sich lieber auf den Saturnmonden ihre Sexparties feiern. Wer will schon mit Beckst … Ups ! Lassen wir das mal lieber sein :P

    (..)Da kann man uns nun wirklich nicht vorwerfen, dass wir uns nicht ganz klar dazu bekannt haben, dass eine katholische Universität auch vom zuständigen katholischen Bischof mitgeprägt werden soll.

    Und wer bezahlt diese Universität, ihre Mitarbeiter und die Studenten ? Der Vatikan ?

    “Vor 20 Jahren haben wir noch ganz selbstverständlich gesagt: Das Kind gehört die ersten drei Jahre zur Mutter. Ich sage auch heute, so falsch war das nicht. (..) Dass wir jetzt eine Erweiterung der außerfamiliären Betreuungsmöglichkeiten machen müssen, hängt damit zusammen, dass in vielen Fällen die herkömmliche Familienstruktur nicht mehr in ausreichendem Maße gegeben ist.”

    Vor 20 Jahren gab’s keine Nokia-Krise. Es gab ja nicht mal Nokia-Handys ! Die Welt hat sich verändert. Die Metallverarbeitung ist nicht mehr das Non-Plus-Ultra auf diesem Planeten. Und auch die Arbeitsbedingungen haben sich radikal verändert. Mobilität und soziale Kompetenz haben wiele Berufe umgewälzt. Wenn der Chef heute sagt, seine 25 Mitarbeiter werden in 2 Tagen 800 km weiter südlich gebraucht, dann ist dies heute keine Seltenheit mehr. Sowas war vor 20 Jahren eine halbe Katstrophe.
    Kinderkriegen hat sich nicht verändert, nur die Erziehung verlangt heute andere Vorgehensweisen. Wir leben nicht mehr auf dem Lande, umgeben von grasfressenden Kühen und 2 mal am Tag die Ziegen füttern. Die Großfamilie ist aufgrund der Entwicklung kleiner geworden. Ältere Mitmenschen kommen da leider nicht mit und müssen eine “kommerzielle” Art der Betreuung erdulden. Auch mit den Kleinkindern vollzieht sich ähnliches. Mutti ist nicht mehr halbtätig voll da, sondern muss manchmal zu Zeiten auf der Arbeit sein, wo Pappi ebenfalls nicht da ist. Anstatt das Kind dann alleine zuhause zu lassen, gibt es die Krippe. Ich nehme mal an, die Eltern würden sich liebend gerne den ganzen Tag um das Kind kümmern, aber der Staat hat ein Problem, mehrere tausend Euro Lohn an diesen Familien zu zahlen. Geld wächst auch hierzulande weder auf Bäumen noch wird es von unseren Tieren ausgeschieden. Das sich der “Streit” um die Krippen so ausweitete, zeugt vom Wahnsinn in unserer Gesellschaft… und insbesondere in der Führungselite :P

    “Ich bin dagegen der festen Überzeugung, dass eine breite Mehrheit der Grünen ein anderes Staat-Kirche-Verhältnis will: Sie wollen die Kreuze raus aus den Klassenzimmern, sie wollen den Religionsunterricht weghaben, sie wollen, dass der Islam in Deutschland dieselbe Rolle spielt wie die christlichen Kirchen. Sie wollen, dass das Konkordat gekündigt wird und sie wollen, dass einige christliche Feiertage abgeschafft und dafür islamische Feiertage eingeführt werden.”

    Whow, das sind ja mehr als drei Wünsche auf einmal !
    Ja, religiöse Symbolik (Kaballah, Kreutze, Turbane, Räucherkerzen, …) gehören nicht als “chritliche Leitkultur-Dekoration” in einer offenen Schule für jedermann/jederfrau. In einem Kloster wäre es zwar passend, aber in einer stinknormalen Schule in einer Stadt ? Wo ALLE Menschen mit ALLEN Glaubensbildern drinne sind ?
    Selbst wenn mein Zahnarzt überzeugter Moslem wäre, würde ich ein Gebetsteppich im Behandlungsraum für “ziemlich gewagt” halten. Im OP-Saal haben Räucherkerzen ebenfalls nix zu suchen und einer Polizistin mit Kopftuch würde ich ebenfalls als unpassend empfinden. Wieso soll dann am Arbeitsplatz “Schule” dann Kirchensymbolik geduldet bzw. erduldet werden, andere Symbolik aber nicht ? Lehrerinnen mit Kopftuch sieht man selten, nicht aber Kreuze. Da gibt es einen Zusammenhang, wenn ich mich nicht irre.

    Zuhause ? Von mir aus ! Da kann man auch halbnackt um einen Eimer Wasser laufen. Aber in der Öffentlichkeit ? Dort sollte die Trennung zwischen Kirche/Religion und Staat gelten. Wir “bezahlen” die Demokratie, den Staat, damit sie uns bestimmten Schutz gibt. Nicht damit wir christlich geprägt werden… in der Schule, in Stadtmitte durch die Kirchen oder sonstwo.

    Wir sind kein Gottesstaat, somit sollte in unserem Lande die katholische, evangelische, und was weiss ich noch für Kirchen gleichberechtigt mit dem Buddhismus, dem Islam UND dem Atheismus bestehen. Und dies ist eindeutig nicht der Fall. Insbesodere nicht in der Partei der CDU
    Und bei dem Ersatzt der Feiertage unterliegt Becksstein ganz eindeutig seinen Wahnvorstellungen. Wenn er an Sumpfmonster glaubt, die ihn Nachts im Walde verfolgen, würde mich dies auch nicht mehr wundern

    “Wer beim bewährten Verhältnis zwischen Staat und Kirche bleiben will, darf weder die Grünen noch die FDP wählen. Auch die FDP will ja die Kirchen aus dem öffentlichen Leben drängen.”

    Und aus diesem Grunde werden die Kirchen immer leerer ! Weil das “bewährte Verhältnis” aus dem Mittelalter langsam aus der Mode gekommen ist !
    Ausserdem darf niemand die Grünen noch die FDP wählen. Wo kämen wir hin, wenn Herr “Ich-Bin-Die-CSU” Beckstein Werbung für die Gegenparteien machen würde !?! Soviel Intelligenz darf man zumindest den Lesern der “Tagespost” zutrauen, Herr Beckstein.

    “Die Grünen haben ein grundlegend anderes Wertesystem als wir.”

    Natürlich ! Sie essen ja Gemüse, daher der Name !
    Sie wollen, dass wir auch noch süße kleine Kinder zum Frühstück verspeisen. Sie Propagieren den Gruppensex und wollen gebrauchte Kondome in die Müslipackung schmuggeln. Ausserdem stecken sie mit Satan unter einer Decke und verhexen das Sommerwetter. Man sollte sie verbrennen ! Ja ! VERBRENNEN ! Her mit dem Scheiterhaufen !

    Was haben die Grünen denn anders in ihrem WERTE-System, dass die CSU davor eine solche Heidenangst besitzt ? Wollen sie Erdogan als Präsidenten ? Möchten sie Saudi-Arabien anstatt des Ballermannes als neues Bundesland annektieren ? Möchten sie Allah als Bundestagsabgeordneten ? Ich verstehe hier Becksteins “Angst” einfach nicht.

    “Die Grünen als Partei sind ganz klar gegen eine Sonderstellung der christlichen Kirchen. Das geht so weit, dass sie Kruzifix und Kopftuch gleichstellen.”

    ! :D HAHAHAHA :D !
    Das Kruzifix als Symbol des Christentums unterscheidet sich ja wehement vom Kopftuch der Frau als Symbol des Islams. Das die Frau sich nicht vor dem Kopftuch hinknieht und dreimal das Allahunser betet, kann doch wohl nicht als grundlegender Unterschied gelten ! Kann jemand diesem Mann auch nur eine einzige Sekunde säkularen Unterricht geben ? Wie kann sowas überhaupt noch von Steuergeldern bezahlt werden ? Dort draussen git es unzählige Menschen die sich tagtäglich durchs Leben quälen und tollerant als auch aufgeklärt die Welt mit offenen Augen betrachten. Doch dieses hirnverbohrte Wesen ist Politiker und wir zahlen ihm den Lohn aus unseren Steuern ! Ich will sofort mein Geld zurück !!

  14. calypso Sagt:

    Mal ganz vom eigentlichen Thema abgesehen (wo’s mir beim Lesen über die “Werte” dieser Kirchen schon wieder hochkommt): Ich dachte immer, solange es um das Land, also den Freistaat Bayern geht, spricht man von einem “bayerischen” Dingens, während die Sprache Bairisch geschrieben wird. Entweder ist mir also eine versteckte Doppeldeutigkeit im Artikel-Titel nicht aufgefallen, oder es machen in Bayern selbst die Sprachwissenschaftler Wahlkampf. ;)

  15. Rudi Sagt:

    “… hier sind alle gleich …”
    Hier sind nicht einmal zwei gleiche.

  16. derautor Sagt:

    Solche trolligen Kommentare kann man doch einfach löschen.

  17. nickpol Sagt:

    axyron: Spinnt ihr jungen Kerle eigentlich?
    Sag mal du junger Hüpfer, es ist völlig uninteressant ob du schwul bist oder hetero oder bi, hier sind alle gleich. Und was hat das mit dem Wahlkampf in Bayern zu tun?

  18. cptchaos Sagt:

    @axyron

    Wir sind keine Religionsgemeinschaft. Wie kommst du darauf? Wehr hat dich jetzt aufgehetzt?

  19. axyron Sagt:

    Upps: Den letzten Kommentar ziehe ich zurück. Der war an eine andere Adresse. Tut mir leid, ein Fehler!

  20. axyron Sagt:

    Das Problem geht ganz tief.

    Ich kenne Moselms, die schwul sind. Ich sehe da keinen Unterschied. Sie können unendlich lieb sein, und wenn sie einen lieben, verhalten sie sich nicht anders als wir chtistlich Erzogenen.

    Ich bin sogar der Meinung, daß ein schwuler Moslem in Sachen Liebe per se etwas mehr drauf hat als ein christlich erzogener Jüngling: Er ist ganz einfach besser im Bett. Das schlechte Gewissen, das er meint haben zu müssen, ist nicht ganz so tief verwurzelt, wie wir Christen uns das vostellen.

    Türken sind geil. Ich wollte das mal gesagt haben, als
    Deutscher.

  21. axyron Sagt:

    Neu hier. Stelle mich kurz vor. Bin 49. Da jeder aufgrund Wahrscheinlichkeit auf Heterosexualität tippt: Nö. Bin schwul. Thema damit erledigt.

    Hm. Spinnt ihr hier eigentlich? Daß Evolution stattgefunden gat, ist ja wohl so halbwegs logisch. Grund, daraus eine Religion zu machen? Spinnt ihr jungen Kerle eigentlich?


Einen Kommentar schreiben