
Neue Erkenntnisse der Biologie und der Neurowissenschaften machen die philosophischen Diskussionen - etwa über den "freien Willen" - komplexer.
Philosophen, Hirnforscher und Anthropologen diskutieren in Wien deterministische sowie autonome Konzepte zum Menschenbild
Wien – Hat sich die Fähigkeit des Menschen, sich ein Bild von sich selbst machen zu können, einfach so entwickelt oder brachte das vielleicht sogar einen evolutionären Vorteil? Kann der Mensch als von subkortikalen Schaltkreisen determinierter biomolekularer Automaten charakterisiert werden, der sein Handeln nur im Nachhinein von der kortikalen Ebene kommentieren kann (”Homo neurobiologicus”)? ist er Person und Subjekt, geistiges Wesen auffasst, das bewusstseinsfähig und zur Selbstreflexion befähigt ist, über Individualität charraktierisiert, die sich im Wechselspiel mit ihrer sozialen Umwelt konstituiert und definiert?
Das ist nur Ausschnitte der Fragen, die am Freitag bei einer interdisziplinären Tagung der Universitäten Wien, Klagenfurt und der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien in Kooperation mit dem “Charles Darwin-Forum” der Wiener Vorlesungen zum Thema “Homo neurobiologicus – Hirnforschung, Anthropologie und Philosophie” in Wien erörtert wird.
“Selektionsvorteil”
Ein hoher Grad an Selbstbewusstsein kann laut Peter Walla vom Institut für Psychologie der Universität Wien sehr wohl ein Selektionsvorteil sein, indem über dieses Selbstbild “Triebhaftes oder Animalisches” unterdrückt werden kann. Dabei können die Segnungen dieses Selbstbildes sowohl über gesellschaftliche (”so was tut man nicht”) wie auch religiöse Mechanismen greifen.
































































