«Ich glaube, dass die Welt ohne Religion besser wäre»

Will im Leben keine unedle Rolle spielen: Der 76-jährige Steven Weinberg. (Bild: Adrian Moser)

Will im Leben keine unedle Rolle spielen: Der 76-jährige Steven Weinberg. (Bild: Adrian Moser)

Von Barbara VonarburgBasler Zeitung

Physiknobelpreisträger Steven Weinberg spricht über Gott und die mysteriöse dunkle Materie in unserem Universum.

Sie haben vor gut dreissig Jahren den Bestseller «Die ersten drei Minuten» geschrieben über den Anfang des Universums nach dem Urknall. Stimmen die Aussagen von damals noch heute?

Seither ist die Präzision bei unseren Messungen enorm gestiegen. Ich schrieb damals, dass das Universum zwischen 10 und 20 Milliarden Jahre alt ist. Heute wissen wir, es sind 13,7 Milliarden Jahre. Geändert hat sich etwas: Wie jedermann glaubte ich damals, dass sich die Expansion des Universums abschwächen wird. 1998 wurde aber entdeckt, dass sich die Expansion beschleunigt. Dies kann mit einer Art dunkler Energie erklärt werden, die im Raum selbst vorhanden ist. Das wussten wir 1977 noch nicht.

Sie sind nicht nur berühmt als Physiker, sondern auch bekannt als scharfer Kritiker der Religion.

Ich habe vieles kritisiert, die Religion, die bemannte Raumfahrt, die Raketenabwehr.

Was ist falsch an der Religion?

Es gibt zwei Antworten: Als Wissenschaftler bin ich es gewohnt, die wissenschaftliche Wahrheit durch Beobachtung und mit dem Verstand zu beurteilen und mir viel Zeit zu nehmen, bevor ich zu einem definitiven Schluss komme. Ich bin es auch gewohnt, herauszufinden, dass ich bei einigen Dingen falsch lag. Diese Erfahrung passt nicht sehr gut zum Antrieb religiöser Leute, die gläubig sind, nur weil ihre Eltern dies bereits waren oder weil der Glaube sie glücklich macht oder weil sie annehmen, dass sie sonst sündigen würden. Als Wissenschaftler habe ich eine Abneigung gegen die Art und Weise, wie religiöse Leute zu einem Urteil gelangen.

Und die zweite Antwort?

Die Religion richtet so viel Schaden an. Es gibt auch Gutes, und es ist schwierig, Gutes und Schlechtes gegeneinander abzuwägen. Aber ich bin überzeugt: Wenn man die Geschichte betrachtet und sogar die Gegenwart, dann schadet die Religion mehr, als dass sie hilft.

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Weinberg ist Professor für Physik und Astronomie an der University of Texas in Austin. Den Nobelpreis erhielt er 1979 zusammen mit Abdus Salam und Sheldon Glashow. Die drei hatten eine Theorie entwickelt, wie sich der Elektromagnetismus und die schwache Wechselwirkung, die beim radioaktiven Zerfall eine Rolle spielt, einheitlich beschreiben lassen. Damit fassten sie zwei von vier Grundkräften zusammen. (bva)

11 Antworten zu „«Ich glaube, dass die Welt ohne Religion besser wäre»“

  1. Max Headroom Sagt:

    @yerainbow

    die Frage ist ja auch, als das ganze Europa gut katholisch war, warum hat GOTT dann die Seuchen geschickt? Weil es nötig war?

    Wieso „war“ ? Wieso die Vergangenheitsform ? „Er“ schickt doch heute ebenfalls Seuchen um die Welt. Die mir letztbekannten waren „Tokio Hotel“ und „Söhne Mannheims“ ;) .
    Just kiddin’ . Die Seuchen, die Du womöglichst meinst, kann man mit ärztlicher Hilfe bekämpfen :) .

    Man kann sicherlich darüber streiten, ob zukünftige Mond-/Marsmissionen lieber mit Robotern per Fernbedienung durchgeführt werden sollten oder nicht. Ich vermute allerdings: der Grund weshalb wir weiterhin lebendes Gewebe mit Gehirn- und Muskelmasse nach oben schicken und Experimente bzw. Reparaturen durchführen lassen ist in etwa so ähnlich wie der Grund, weshalb wir immer noch keine Autopiloten in unseren geliebten Automobilen besitzen, die uns unfallfrei von Punkt A nach Punkt B bringen… wir wollen „uns“ nicht die letzten Arbeitsbastionen wegnehmen – und wir sind wesentlich flexibler als jedes rostfreie Stahlungetühm.

    Sicherlich wäre es kein Problem, und zudem auch wesentlich kostengünstiger, für einen Versuch über das Wachstum von Pflanzen eher eine Sonde mit einer Rakete hochzuschicken und sie mit einer Kamera an Bord zu beobachten, als ein komplettes Lebenserhaltungssystem für Homo sapiens sapiens auf die Beine zu stellen und am Laufen zu erhalten, damit er die Pflänzchen mal gießen kann.
    Doch abgesehen von solchen kleineren Spielereien ist der Aufenthalt im All ein wichtiger Schritt zur „Eroberung des Weltalls“, auch wenn ich pers. eher tendiere, mal unsere Welt zu erkunden.

    Anyway… um z.Bsp. eines Tages auf dem Mond nach einer Energieform zu suchen oder auf einen Asteroiden nach Erzen zu buddeln, müssen wir uns nicht „vor Ort“ befinden. Diese Arbeiten kann eine Maschine erledigen. Doch die Flexibilität des Menschen und seine instinktive Art kann noch keine einzige Maschine auf der Welt übernehmen. Es ist deshalb wohl klar, dass wir persönlich den Ort unserer zukünftigen Tätigkeiten zumindest mal kurzfristig besucht haben. Zumindest wurde uns dort nicht die Dienstrakete gestohlen ;) .

    Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass wir in Zukunft drei Arten von Alltätigkeiten besitzen werden. Die eine ist die Arbeit, wo größtenteils Maschinen diese Tätigkeiten übernehmen, dann noch die Wissenschaft, die eine Balance zwischen Maschinen und Menschen erhalten. Maschinen, um simple Tätigkeiten wie viele der Experimente zu erarbeiten und Menschen, um die Wechselwirkungen unseres Körpers mit der Schwerelosigkeit zu erforschen. Und es wird den Tourismus geben, wo finanzkräftige Menschen der Sonne so „richtig“ nah sein wollen und auf UV-Strahlung, Mikrometeoriten und Gammastrahlung pfeiffen und sich so richtig toasten wollen.

    Aber … das ist natürlich nur meine Science Fiction ;) .

    @nachgefragt

    Da wird über “dunkle Materie” und “dunkle Energie” geschrieben, über die man bislang nicht viel weiß, geschweige denn erklären kann. Und scheinbar gibt es davon recht viel im Universum. Es werden Messungen oder Beobachtungen bis tief ins Weltall vorgenommen. Aber wieweit diese durch “dunkle Materie und Energie” verfälscht werden, kann niemand beurteilen, da sie ja noch nicht erforscht sind.

    Man „weiß“ schon davon, da es in den Formeln zu einem Ergebnis führt. Es würde vieles erklären. Natürlich kann man statt „dunkler Materie“ auch „helle Gotteskraft“ einsetzen oder „rosa Elefantenspucke“. Doch laut Ockams Rasiermesser nimmt man diejenige „Annahme“, die die wenigsten Fragezeichen hinterlässt. Und die ist z.Zt. eben eine Form von Materie, die (noch) nicht in Flaschen gefüllt zu kaufen gibt. Aber … sie ist errechenbar und auf bestimmten Wegen gar nachweisbar:

    http://chandra.harvard.edu/photo/2006/1e0657/
    http://www.spektrum.de/artikel/826835

    Und wie man die Dunkle Materie nachweisen kann, erklärt Encarta folgerndermaßen:
    http://de.encarta.msn.com/encyclopedia_761596189/Dunkle_Materie.html

    Die „Annahme“, dass dort „irgendwas“ ist, war nicht blau in den Himmel erzählt, sondern wissenschaftlich überlegt und … oh Wunder ! … immer besser erkennbar.

    Das sollte unser Herrgott erstmal nachmachen. Er kann ja nicht einmal erkennbar husten ! ;) .

    Ergo bleiben für mich die 13,7 Mrd Jahre weiterhin Annahme und nicht Wissen. Gut, das mag ein Großteil der Wissenschaftler annehmen, aber es gibt auch andere Annahmen, die immer noch zwischen 9 und 20 Mrd Jahren schwanken.

    Die Wissenschaftler haben eben diese Zahl nicht erraten und nicht aus dem Wetter heraus gelesen, geschweige denn Seiten in einem uraltem Buch gezählt und sie somit als Dogma diktiert. Sie haben dies mit nachprüfbaren wissenschaftlichen Methoden errechnet. Jeder Mensch, der eine genauere Angabe erbringen kann, und sie natürlich auch nachprüfbar belegen kann, kann hier zum „Spiel der Jahreszahl“ beitragen. Es ist leider so, dass die biblische Angabe … besser gesagt … die biblische Erfindung … nicht nur hanebüchern ist, sondern wahrlich unmöglich (!), aufgrund der Existenz von der Rotverschiebung des Lichtes und der Fähigkeit des Menschen, zu rechnen ;) . 6000 Jahre ? 10.000 Jahre ? Gemessen alleine an der Existenz unserer Sonne und den Kratern auf unserer Erde, wahrlich ein Wunschtraum von Kreationisten. Ein Traum, der nie Wirklichkeit werden kann.

    Wie Kreationisten das Alter der Erde „wissenschaftlich errechnen“, grenzt an ein Wunder.
    Auf http://www.waschke.de/twaschke/artikel/alter/alter_1.htm kann man sich den Spaß mal reinziehen und welche gute Argumente dafür sprechen, dass die Kreationisten ihre Datierungen irgendwo zwischen Wahnsinn und Unfug hernehmen.

    Sorry nachgefragt. Aber wenn nun das Märchen von „Verfälschung durch Dunkle Materie“ daherkommt, sträuben sich mir die Nackenhaare.
    Die Dunkle Materie ist kein unsichtbares Schwarzes Loch, dass den Zeitstrahl aufsaugt, wie ein Staubsauger ;) .
    Hier in Bonn gibt’s ein gutes Paper darüber: http://www.astro.uni-bonn.de/~deboer/pdm/pdmdmtxt.html
    Vom 13. Januar dieses Jahres gibt’s noch einen weiteren kleinen Artikel hier: http://www.uzh.ch/news/articles/2009/licht-bringen-in-die-dunkle-materie.html

    Weder wird das „Annehmen“ des Erdalters durch die Dukle Materie verändert, noch wird der Kontostand größer oder kleiner, wenn Dunkle Materie nachgewiesen wird oder nicht. Zumindest mein Konto ;) .

    Die wissenschaftliche Arbeit muss sich natürlich einer ständigen Prüfung unterziehen, so auch die Bestimmungen des Alters. Aber es gibt einfach einige Arbeiten, die sind so unglaublich oft nachgewiesen worden, dass Zweifel an ihnen wirklich nur mit einer sehr guten nachweisbaren Arbeit überhaupt erst annehmbar erscheinen. Und die Datierung der Erde und des Universums hat einige verdammt gute Instrumente und Denker hinter sich… da benötigt man weitaus mehr, als die „Annahme“, die Berechnungen der Leser von Wüstenmärchen würde die Rotverschiebung des Lichtes im Universums auf den Kopf stellen und das Buch Genesis „wissenschaftlich“ erklären :) .

    Sorry, aber mit solchen „Annahmen“ von Kreationisten, bewegt man sich auf sehr sehr dünnes Eis. Da reicht selbst ein Lichtstrahl aus, das Eis zu durchbrechen ;) .

    eigentlich haben es die Kreationisten mit ihren 6 – 10.000 Jahren echt leichter

    Natürlich haben sie es leichter. Alle, die der Wissenschaft einfach den Rücken kehren, haben es leichter :) .
    Auf http://www.philognosie.net/index.php/article/articleview/295/ kann man einen Einblick bekomme, wie verschiedene Länder die Schöpfungsmythen präsentieren. Jede von ihnen hat sicherlich ihre eigene „Datierung“ entwickelt. Interessanterweise benötigt z.Bsp. das Ei, aus der die chinesische Gottheit „Pan Ku“ entspringt, sage und schreibe 18.000 Jahre (achtzehntausend !) bis es zerbricht. Das heisst, JHWH, der jüdische Gott, hatte sich damals kräftig verrechnet. Nicht wahr ? Ich hoffe doch, du willst die Rechenkünste der chinesischen Bevölkerung nicht in Frage stellen ;) . Überhaupt ist der Mythos von der Ei-Geburt keinesfalls auf China allein begrenzt. Als „Weltenei“ findet sich auf Wikipedia interessantes Material. Auch unter „Kosmogonie“ kann man sich einige nette Schöpfungsgeschichten anschauen. Zum Beispiel, dass Newton „errechnet“ hatte, dass die Erde satte 5600 Jahre alt sei… ganz ohne Dunkle Materie ;) . Dies ist insbesondere interessant, weil darunter der Ägyptische Mythos auf ca. 3000 v.Chr. datiert wird, also knapp 600 Jahre nachdem JHWH die Erde zusammengeklebt hatte. Die Ägypter waren schon sehr fixe Kerle, nicht wahr ? ;) .
    Aber am spaßigsten ist der indische Mythos. Denn dort wird das genaue Datum angegeben: 18. Februar 3102 v.Chr. Also vor knapp über 5100 Jahren. Davor war Feierabend, da tummelten sich die Engel noch im himmlischen Puff und fröhnten ihren Gotteslüsten. Danach war Schicht im Schacht und der Ernst des Lebens betrat die Bühne. Pünktlich wie die Feuerwehr am 18. Februar. Himmlisch :) .

    Um zumindest wieder ein wenig Topic reinzubringen ;)
    Eine Welt ohne Religion, ohne Annahme, dass die Berechnungen der Wissenschaftler „nur“ Annahmen sind, kann ich mir wirklich kaum vorstellen. Dann würde uns eine menge fehlen. Die verrückten „Berechungen“ und „Bible-Code“ Prophezeiungen aus dem Buch der Bücher, die abgedrehten und fadenscheinigen Thesen der Kreationisten und vor allem den Spaß mit der Recherche, diese „Annahmen“ mit anderen „Annahmen“ widerlegen zu können :) .

    Der Glaube an ein Zaberwesen ist berechtigt. Jeder sehnt sich nach Geborgenheit und Mitgefühl. Aber die Annahme, diese Fantasiewesen (Engeln, Götter, Trolle, Dämpfe, Geister, Monster, Dämonen, Seelen, Feen, …) würden real und existent sein, kratzt wahrlich an der menschlichen Vernunft ;) . Die Märchen müssen nicht mit „wissenschaftlichen Annahmen“ widerlegt werden. Es sind die Geisterwesen-Anbeter, die hier den Beweis erbringen müssen, dass ihre „Annahme“ die nachprüfbar haltbarere ist. Und … bis zum heutigem Tage schwindet die Glaubwürdigkeit der Zauberwesen-Anbeter im Minutentakt. Oder soll ich besser sagen… im Postingtakt ? ;) .

  2. yerainbow Sagt:

    Ich stimme Bademek zu.

    die Frage ist ja auch, als das ganze Europa gut katholisch war, warum hat GOTT dann die Seuchen geschickt? Weil es nötig war?

    Ich muß doch sehr bitten…

  3. yerainbow Sagt:

    Och, das Cern ist nicht nur „ein spielzeug“.
    Es ist nicht mal das einzige seiner Art. Es gibt da noch Fermilab, es gibt Riken in Japan, und -und- und…

    und im Cern ist nicht nur „ein Experiment“, sondern es laufen immer verschiedene nebenbeinander.

    Ich mein, wer keine Ahnung hat, sollte fragen, hm?
    Im Cern wird, wenn man so will, das grundlegende Equipment bereitgestellt, und die Wissenschaftler kommen aus aller Welt, forschen, arbeiten (und bringen zT auch eigenes Equipment mit). Das Cern ist so gesehen ein Dienstleister…

    Einfach mal herkommen und es besuchen. Derzeit ist ne schöne Ausstellung im Cern (kostet nix extra). Wer die anguckt, versteht vielleicht bissl mehr… auch über das Grundwissen, das man hat (spricht sich halt nicht immer glich herum… dauert seine Zeit, bis es in der Bevölkerung angelangt ist, in jeder Fachrichtung so…)

  4. Bademeck Sagt:

    Wen das gute was Religion gebracht hat ein Bach wäre,dan wäre das Schlechte was sie gebrscht hat das Meer.Im Mittelalter als die Religion über allen stand und die Macht der Kirche absolut war ging es uns hier in Europa buchstäblich Dreckig.Seuchen ,Hungersnöte Schwachsiniger Aberglaube der unzäligen Unschuldigen Menschen einem Qwalvollen Tod bescherte,der Verlust von wehrtvollen im Alltertum erworbenen Medizinischen Wissen.Heuzutage wo hier in Europa die Religion an Einflus verloren und die Wissenschaft gewalgig an Einflus gewonen hat,geht es uns viel besser.Deshalb glaube ich das unsere Cancen Hunger Krangheit und Tod mit Hilfe der Wissenschaft zu besiegen eine Million mal großer siend als das wir das durch die Religion Schaffen.“Wo Religion siegt die Vernunft ferfligt.Siegt die Wissenschaft haben wir es so gut wie Geschaft“

  5. nachgefragt Sagt:

    @nissen
    Deine philosophischen Erklärungen zu „wissen“ und „Wahrheit“ in allen Ehren – bei genauer Betrachtung sind es trotzdem nur „Annahmen“.
    Da wird über „dunkle Materie“ und „dunkle Energie“ geschrieben, über die man bislang nicht viel weiß, geschweige denn erklären kann. Und scheinbar gibt es davon recht viel im Universum. Es werden Messungen oder Beobachtungen bis tief ins Weltall vorgenommen. Aber wieweit diese durch „dunkle Materie und Energie“ verfälscht werden, kann niemand beurteilen, da sie ja noch nicht erforscht sind.
    Ergo bleiben für mich die 13,7 Mrd Jahre weiterhin Annahme und nicht Wissen. Gut, das mag ein Großteil der Wissenschaftler annehmen, aber es gibt auch andere Annahmen, die immer noch zwischen 9 und 20 Mrd Jahren schwanken.
    Naja, ich bin mal gespannt, was in 5 oder 10 Jahren aktuell sein wird. Hm… eigentlich haben es die Kreationisten mit ihren 6 – 10.000 Jahren echt leichter… :-)

    „Darum geht es echter Wissenschaft nicht, Wissenschaft ist wie der Name schon sagt das Streben nach Erkenntnis.“

    Ok, aber um Erkenntnis zu erreichen, werden Versuche durchgeführt. Man nimmt etwas an und dann muss man es natürlich ausprobieren. Ist das Gleiche, wie damals im Sandkasten zu spielen. Nur sind die Spielzeuge für Wissenschaftler etwas größer und teurer. Eins davon ist das CERN, ein anderes die Raumfahrt. Natürlich war die Raumfahrt ein Prestigeobjekt – für die Politiker. Aber sie war/ist auch Wissenschaft. Oder gehören die Ingenieurwissenschaften nicht zu den Wissenschaften? Vor 50 Jahren war das auch ein Streben nach Erkenntnis. Geht das? Ist das machbar? Wie funktioniert das?
    Von daher finde ich es ziemlich abwertend von „richtiger“ Wissenschaft zu sprechen. Oder ist das ‘ne Zweiklassengesellschaft? :-)

  6. RockTillDeath Sagt:

    Der Mann hat schon recht, es bringt nichts aus Prestigegünden Menschen z.B. zum Mars zu schicken, obwohl Roboter die ganze Sache viel effektiver und kostengünstiger über die Bühne bringen könnten. Genau wie vom Peterchens Mondfahrt-Programm der Chinesen keine neuen Erkenntisse über den Mond zu erwarten sind, außer, dass sie nen Schriftzug da lassen können: „Mao was here“ ;) .

    @nachgefragt

    „Aber was ist denn “richtige Forschung”? In der Schweiz Milliarden von Euro im Untergrund zu verbuddeln? Nur um in einer Röhre Teilchen aufeinander zu schießen und vielleicht (Wahrscheinlichkeit max 50%!) “sogenannte” dunkle Materie zu finden? “

    Die Grundlagenforschung die in Genf betrieben wird, wird zwar keine direkt nutzbaren Ergebnisse bringen, könnte uns aber unser Verständniss über Entstehung und Zusammenhänge des Universums ein großes Stück voran treiben. Das sollte die 3 Mrd $ schon wert sein, vor allem, wenn man bedenkt, was ATM in Banken und Waffen gesteckt wird (militärische Weltausgaben ca 1,5 Billionen $).

  7. Nissen Sagt:

    Ziemlich belustigend finde ich, dass in Texas an der „University of Texas“ mitten im bibelbelt ein Physiknobelpreisträger sitzt der Religionskritik übt.

  8. Nissen Sagt:

    @nachgefragt

    „“Ich schrieb damals, dass das Universum zwischen 10 und 20 Milliarden Jahre alt ist. Heute wissen wir, es sind 13,7 Milliarden Jahre.”

    “Wissen” wir das tatsächlich?“

    Ja, das wissen wir. Ein moderne wissenschaftstheoretische Definition von Wissen beinhaltet keine absolute Sicherheit. Die absolute Sicherheit wurde zugunsteh der Wahrheit aufgegeben. Wahrheit ist korrespondenz theoretisch definiert als „übereinstimmung mit den Fakten“. Deshalb wissen wir es. Es ist der beste Kenntnisstand den wir bis jetzt erlangen können.

    Wissenschaftliches wissen ist im übrigen das sicherste wissen was die Menschheit erlangen kann, denn es stellt konsistenzes empirisch überprüftes wissen dar.

    Bis vor einer Weile gab es keine Anhaltspunkte zu bestimmen wie alt das Universum ist, jetzt gibt es etliche und alle sagen das selbe.
    Deshalb darf man als Wissenschaftler diese Behauptung aufstellen.

    Das alter des Universum ändert sich nicht mehr drastisch +-0.2 würde sich es drastisch ändern müssten viele der Grundlagen moderner Physik revidiert werden.

    „Ich bin jetzt auch nicht der große Fan von bemannter Raumfahrt. Aber was ist denn “richtige Forschung”? In der Schweiz Milliarden von Euro im Untergrund zu verbuddeln? Nur um in einer Röhre Teilchen aufeinander zu schießen und vielleicht (Wahrscheinlichkeit max 50%!) “sogenannte” dunkle Materie zu finden?

    Der gute Mann wettert gegen eine Art von Wissenschaft und behauptet, dass seine Wissenschaft “richtiger” sei. “

    Oft ist Raumfart nur prestige für die Menschheit, ein Zeichen von Ingenieurkunst, Stand der Technik etc.

    Darum geht es echter Wissenschaft nicht, Wissenschaft ist wie der Name schon sagt das Streben nach Erkenntnis. Auch selbst wenn etwas nicht anwendbar ist in der Technik, hat es trotzdem seinen Wert denn als Wissenschaftler interessiert einen die Erkenntnis wie sich die Natur verhält, oft kann man sie danach noch nutzen und anwenden das ist aber kein muss.

    Zu CERN (auf das angespielt wird) es war ein Versuch in dem es um viele fragen ging nicht nur um Antimaterie, sondern auch um das Higgsteilchen und allgemeint um das STandartmodell der Teilchenphysik. Mit diesem Experiment ist ein rießen Erkenntnisgewinn verbunden. Bis 1920 wurden ja langsam das Elektrn und das Proton endeckt. Heute kennt man über es über hundert Elementarteilchen soweit ich weiß. Die entdeckungen sind gerade zu inflationär gewachsen als man die Teilchenbeschleiniger hatte. Das ganze hat auch nutzen , zb. resultieren Erkenntnisse für den Quantencomputer daraus, beidem man verscuht quanten Effekte von Elemenatrteilchen zu nutzen. (Vor einer woche haben US amerikaner zum ersten mal einen Quanten PC erfolgreich genbaut)

  9. nachgefragt Sagt:

    Ich will gar nicht abstreiten, dass er einiges geleistet hat. Aber ein paar Punkte des Beitrags finde ich doch recht fragwürdig.

    „Ich schrieb damals, dass das Universum zwischen 10 und 20 Milliarden Jahre alt ist. Heute wissen wir, es sind 13,7 Milliarden Jahre.“

    „Wissen“ wir das tatsächlich? Ich beschäftige mich seit ca. 30 Jahren mit dem Thema Evolution. Nicht besonders intensiv und nicht kontinuierlich. Aber was auffällt ist, dass die Jahresangaben (Alter des Universums, Entwicklung des Lebens) eigentlich immer größer wurden. Heute „wissen“ wir, dass es 13,7 Mrd. Jahre waren. So genau? Ich bin gespannt, was wir in 5 Jahren wissen werden…

    „Das ist einer der Gründe, warum ich mich so stark gegen die bemannte Raumfahrt engagiere, weil sie Geld von der richtigen Forschung abzieht.“

    Ich bin jetzt auch nicht der große Fan von bemannter Raumfahrt. Aber was ist denn „richtige Forschung“? In der Schweiz Milliarden von Euro im Untergrund zu verbuddeln? Nur um in einer Röhre Teilchen aufeinander zu schießen und vielleicht (Wahrscheinlichkeit max 50%!) „sogenannte“ dunkle Materie zu finden?

    Der gute Mann wettert gegen eine Art von Wissenschaft und behauptet, dass seine Wissenschaft „richtiger“ sei. Wieso das denn?

    Das ist für mich auch nicht gehaltvoller, als Menschen auf den Mars fliegen zu lassen. Praktische Anwendung gleich Null. Das Geld könnte man wahrhaftig besser in andere Forschungszwecke oder humanitäre Hilfsprojekte investieren.

  10. Günther Liebisch 1926 Sagt:

    An der Feststellung Steven Weinbergs ist nicht zu rütteln.Es kann nur einen Gott geben(sollte es einen geben)die Geschichte hat uns gelehrt,dass alle Religionen nur ein Ziel vervolgen.Macht über die Menschen auszuüben.
    Im Zeitalter der Weltvernetzung und Raumfahrt,sollte Toleranz ganz oben in den menschlichen Beziehungen stehen.

  11. Kuro Sawai Sagt:

    Die wissenschaftliche Leistung dieses Mannes lieferte die Basis für die Elementarteilchenphysik, wie sie heute am Cern bei Genf betrieben wird. Will sagen er ist für die Physik das, was Dawkins für die Evolutionsbiologie ist. Es lohnt sich den ganzen Artikel zu lesen.

    Er spricht darin über einen Bereich des Wissenschaftsbetriebs, der ähnlich hanebüchen ist wie die Esoterik, nur unendlich viel teurer, die Raumfahrt. Wir Brights sollten uns neben dem „Tagesgeschäft“ der Religionskritik auch mehr mit den Fehlentwicklungen in „Glaubensbereichen“ befassen, die dem 21. Jahrhundert näher stehen als die Mythen der in der Vergangenheit feststeckenden „Gläubigen“ der Kirchen und Sekten.

    Viele Bürger würden eine bemannte Marsmission verteidigen, weil sie glauben, sie sei wichtig für die Wissenschaft, die Wirtschaft oder gar das Militär. Tatsache ist, dass die bemannte Raumfahrt weder einen Beitrag an die Wissenschaft noch an die Wirtschaft oder die Verteidigung geliefert hat. Es ist nur eine Show im Weltall. Ich habe nichts gegen Shows. Ich liebe beispielsweise Feuerwerke. Aber dies ist eine unglaublich teure Show.
    Ich denke, es ist sehr dumm, dass beispielsweise die Chinesen ein bemanntes Raumfahrtprogramm entwickeln. Damit verschwenden sie ihr Geld.

    Sie befürchten, dass in Zukunft weniger Geld für die Grundlagenforschung ausgegeben wird?
    Das ist einer der Gründe, warum ich mich so stark gegen die bemannte Raumfahrt engagiere, weil sie Geld von der richtigen Forschung abzieht. In Amerika ist dies bereits jetzt der Fall. Und ich gratuliere Europa zu seinem Raumfahrtprogramm, das wirklich der Wissenschaft verpflichtet ist und sein Geld nicht an die bemannte Raumfahrt verschwendet.


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