
Quelle: amazon
Unsere neue Mission
Marcia Pally – Frankfurter Rundschau
Ich habe gerade eine absolut faszinierende Besprechung der Bibel gelesen. Es ist nicht so, dass ich noch nie von dem abenteuerlichen Auszug aus Ägypten gehört hätte, oder von der Romanze zwischen Salomon und Bathseba oder der zwischen Jonathan und Absolom. Nein, darum geht es nicht, die Rezension beschäftigte sich vielmehr mit mit der „American Patriots Bible“ (Bibel für Amerikanischen Patrioten), die in der letzten Woche veröffentlicht wurde und in der die USA als das neue Israel gefeiert werden. Hier werden dann auch die letzten Jahrzehnte amerikanischen Militarismus gerechtfertigt, und zwar als Vollzug des göttlichen Willens in der ganzen Welt.
Der evangelikale Pfarrer Greg Boyd aber hat die neue Bibel in Stücke gerissen. Nun ja, auf diese Weise kritisieren sich Evangelikale untereinander. Ich wollte das genauer verstehen und sprach mit dem erzürnten Geistlichen aus Minnesota. „Das ist das Verstörendste, was ein christlicher Verlag jemals veröffentlicht hat“, erklärte er mir ganz außer sich. Die amerikanische Geschichte werde zu einer Geschichte Gottes, aber überall fände man hier „Bomber, Soldaten, Flaggen Es ist doch ein götzendienerisches Unterfangen, auf fast jeder Seite wird die Gewalt gefeiert und verherrlicht Ich nenne nur ein Beispiel: ,Die Soldaten auf dem Schlachtfeld verkörpern das Beste, was wir Menschen aus uns machen können. Ich weiß natürlich, dass hier nur amerikanische Soldaten gemeint sind, Menschen, die für ihr Land töten aus christlicher Sicht gehört das zu den größten Verwerfungen der Menschheit. Das alles ist doch nur christlich aufgeladener, amerikanischer Imperialismus.“






































































Juli 12, 2009 um 6:59
…wie schon der blog über die verfassungswidrigen Aktivitäten des US Militärs in Afghanistan vom 28. Juni über „Religion und das US-Militär“ zeigte, verzerrt auch diese neue US amerikanische Patriotische Bibel die prima Verfassung der USA. der ersten Säkularen. Sie ist zwar von einem Bibelverlag und nicht von der US Regierung herausgegeben, aber es zeigt, Amerika ist Verfassungsbruch eingestimmt.
Wenn man sich das Vorwort diese Bibel ansieht, mit dem die Bibel beworben wird,
würden wir vielleicht sagen in Deutschland sagen „diese patriotische Bibel steht nicht auf dem Boden des (amerikanischen) Grundgesetzes!“.
In der US Verfassungsversammlung von 1776 gab es keine evangikalen und auch keine Diskussion über die Bibel, denn man lebte noch in der Zeit der Aufklärung. Religiös ungebundene Freimaurerei war bei den amerikanischen Intellektuellen damals in Mode.
Thomas Jefferson, der Verfassser der Erklärung, trat vehement für eine Trennung von Kirche und Staat ein und war für die vollkommene Freiheit „aller“ Religionen.
In einem Brief verlieh Jefferson seiner Überzeugung Ausdruck, dass ein Mensch niemandem „Rechenschaft für seinen Glauben oder seinen Gottesdienst schuldet, dass die gesetzgebende Macht der Regierung sich nur auf „Handlungen“ erstreckt, nicht auf Meinungen“.siehe Wikipedia deutsch (55).
Jefferson war auch der Autor der Virginia Statute for Religious Freedom von 1779, die die Bekenntnisfreiheit aller Religionen in Virginia garantierte. Auch bei der Errichtung seiner Universität achtete er streng auf die Trennung von Bildung und Kirche.
Diese Auslegung der US Verfassung beweist sich auch in einem völkerrechtlichen Vertrag aus der Zeit zwischen dem jungen Staat und dem Gebiet um Tripolis , Nordafrika, indem die USA versichern, eine säkularer Staat zu sein, also keiner Religion zugewandt und auch frei für muslimischen Glauben.
Thomas Jefferson würde sich mit einer solchen US patriotischen Bibel sicher schwer tun, denn er war schon über die Bibel frustiert und hatte hatte versucht, deren Texte von allem spukhaften und außernatürlichen zu befreien. Man fand sie in seinem Nachlass.
Mehr über die Trennung des US Staates und der Religion unter „Proklamation des US Präsidenten John Adams“ unter
http://www.earlyamerica.com/review/summer97/secular.html
Juli 12, 2009 um 9:01
[...] This post was Twitted by fantsue [...]