Evolutionary Theory und Developmental Biology werden kombiniert zu „EvoDevo“

SPONTAN AUFTRETENDE MISSBILDUNGEN, wie hier bei einem Hühnerembryo mit zusätzlichem Beinpaar, sind für Entwicklungs- wie für Evolutionsbiologen gleichermaßen aufschlussreich. Um solch drastische Veränderungen herbeizuführen, sind oft nur kleine Veränderungen in einem Gen notwendig. Dieser Embryo wurde von Studierenden an der TU Darmstadt zufällig gefunden und präpariert. (Foto: TU Darmstadt/Gerhard Berger)
Prof. Paul G. Layer – Entwicklungsbiologie und Neurogenetik am Fachbereich Biologie der TU Darmstadt
echo-online
Gerade im Darwin-Jahr werden die Lehrbücher zur Evolutionsbiologie um ein wesentliches Kapitel erweitert. Mit dem Titel EvoDevo will es ausdrücken, dass Evolutionary Theory ohne Developmental Biology unvollständig bleibt. Der wichtigste Pfeiler, der die Abstammungslehre (Evolution) zur wissenschaftlichen Tatsache macht, ist der Befund an Fossilien, versteinerter Tiere und Pflanzen.
Es liegen Funde aus tiefen Erdschichten, aus allen Teilen der Welt vor, deren Alter sich mit radiometrischen Verfahren recht genau bestimmen lässt. Das Alter der Erde wird auf 4,6 Milliarden Jahre geschätzt, organisches Leben hat etwa vor 3,8 Milliarden Jahre eingesetzt. Dass die Entwicklung des gesamten Stammbaums von Tieren und Pflanzen, also die Geschichte des Lebens, jedoch alles andere als gleichmäßig während dieser ewig langen Zeiträume verlaufen ist, zeigt sich daran, dass im Verlauf der Evolution viele Tierarten ebenso plötzlich und massenhaft auftauchten, wie andere verschwunden sind.
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