
Robert Spaemann, Quelle:wdr5.de
Robert Spaemann über die Aufklärung, die Grenzen des Fortschritts und das geschichtliche Scheitern des Christentums.
Von Oliver Maksan und Michael Stallknecht – Die Tagespost
Herr Professor Spaemann, durch Ihr ganzes Denken, haben Sie einmal geschrieben, ziehe sich wie ein roter Faden das Bemühen, die Aufklärung gegen ihre Selbstdeutung zu verteidigen. Warum muss man die Aufklärung vor sich selbst in Schutz nehmen? Ihrem Selbstverständnis nach ist sie doch der Mut, sich seines Verstandes ohne Anleitung eines anderen zu bedienen. Sie sollte also ganz gut alleine zurechtkommen …
Der erste, der das sah, war Nietzsche. Nietzsche schreibt einmal, dass die Aufklärung letzten Endes zum Atheismus führe. Wenn aber dieses Ziel erreicht wird, wird die Aufklärung selbst sinnlos, denn sie bringt eine Voraussetzung mit, die sie vom Christentum geerbt hat, nämlich dass es Wahrheit gibt und – wie Nietzsche sagt – dass die Wahrheit göttlich ist. Wenn es Gott nicht gibt, sagte Nietzsche, dann gibt es keine Wahrheit, dann gibt es nur die individuellen Perspektiven jedes Menschen auf die Welt, und die Frage nach einer wahren Perspektive stellt sich nicht, denn das wäre die Perspektive Gottes. Wenn dem aber so ist, folgt daraus, dass das ganze Geschäft der Aufklärung rückblickend sinnlos war.

Friedrich Schorlemmer, Quelle: stern.de
Der evangelische Theologe Friedrich Schorlemmer hat den Kölner Erzbischof Joachim Meisner zum Rücktritt aufgefordert. Grund dafür ist Meisners Predigt vom Dienstagabend: Darin hatte er die Präimplantationsdiagnostik mit dem biblisch überlieferten Kindermord der Herodes verglichen.
„Ein Mann, der so argumentiert, sollte sich aus dem Amt zurückziehen“, sagte Schorlemmer am Mittwoch dem MDR-Hörfunk in Halle. Ein Vergleich der PID mit dem Genozid an gesunden Kindern sei „geradezu absurd“.
In seiner Predigt am Dienstag im Kölner Dom hatte sich Meisner scharf gegen eine Erlaubnis von Gentests an Embryonen gewandt. Dabei hatte er gesagt, dass auch König Herodes nach bestimmten Kritierien in Bethlehem eine Selektion vorgenommen habe. „Die Befürworter der PID haben auch ihre Kriterien und sie machen sich auch den Stand der Forschung zunutze“, so der Kardinal.

Quelle: jeff-schwarz.de
Der Technologiekonzern Apple (Cupertino/US-Bundesstaat Kalifornien) weigert sich, eine überarbeitete Version einer christlichen Applikation (Minianwendung zum Beispiel für das Handy iPhone) freizuschalten, die zuvor nach Protesten von Schwulen- und Lesbenverbänden gelöscht worden war. Mitte Oktober hatte Apple die Applikation „Manhattan Declaration“ (Manhattan-Erklärung) freigegeben und mit der niedrigsten Alterseinstufung versehen.
In der Erklärung rufen Protestanten, Katholiken und orthodoxe Kirchenmitglieder dazu auf, sich für die Unverletzlichkeit ungeborenen Lebens, der Ehe von Mann und Frau sowie der freien Religionsausübung einzusetzen. Mittlerweile wurde sie von rund 500.000 Internetnutzern unterzeichnet. Aber Schwulen- und Lesbenverbände nahmen Anstoß an einer Umfrage, bei der es unter anderem darum ging, ob man gleichgeschlechtliche Beziehungen oder das Recht auf Abtreibung unterstützt. Antwortete man mit Ja, wurde dies als „falsch“ bewertet.

Cartoon: toonpool.com/user/438
Ist es aus christlicher Sicht denkbar, dass Gott (so es ihn gibt) dem Atheisten (dessen Vorstellung/Wunsch vom “Jenseits” ja die Nichtexistenz ist), ebendieses erfahren lässt? Also: “Wenn jemand mich bewußt nicht erkennen will oder den Gedanken an meine Existenz ablehnt, dann erweise ich ihm trotzdem aus Liebe den Gefallen des Nichtweiterexistierens nach dem Tode.”
peregrinatio – Die unmögliche Nichterkenntnis
Die kurze Antwort darauf habe ich schon in den Kommentaren gegeben: es ist natürlich denkbar. Wobei es in meinem Text gar nicht um das Leben nach dem Tod/im “Jenseits” ging, sondern um das Kommen Christi in diese Welt und deren Heilung und Verwandlung. Doch selbst dann stellt sich die Frage, ob man in dieser neuen Welt zuhause sein möchte oder nicht. Und wie Gott wohl reagieren würde, wenn jemand das nicht will. Ich finde, alles deutet eher in die Richtung, dass er niemanden dazu zwingen würde – Liebe drängt sich nicht auf. Am Ende, hat C.S. Lewis einmal recht lapidar gesagt, gibt es nur zwei Arten von Menschen: Solche, die zu Gott sagen: “Dein Wille geschehe” und solche, zu denen Gott sagt: “Dein Wille geschehe.” Das ist also die eine Seite.

Scharm El-Scheich, Quelle: wikipedia
Jüdische Medien führen Krieg gegen Ägypten
Ägypten gehört zu den beliebtesten Reisezielen der Polen. Alleine im vergangenen Jahr liessen polnische Urlauber umgerechnet eine halbe Milliarde Euro in dem attraktiven Land. Bekanntlich ist es aber leider scheint es auch in diesem Falle so zu sein, dass Neid und Missgunst direkt in der Nachbarschaft des Erfolges leben. So kann man es den Ägyptern nicht verbieten zumindest zu suggerieren, dass Israel zuletzt Schwärme von Hochsee- Haien an die Küste ihres Landes gelockt habe, um so selbst an die Tourismus- Milliarden des Nachbarn zu kommen. In diesem Zusammenhang munkelt man gar, dass es ein israelisches Schiff gewesen sein soll, dass kürzlich für diverse Hai- Angriffe auf Menschen vor dem ägyptischen Badeort Scharm El-Scheich verantwortlich war. Ihre Besatzung soll durch Seebestattungen von Schafskadavern angeblich die Raubfische bis an die Küste gezogen haben. Dies können wir weder bestätigen noch dementieren, aber wir vermuten im Zusammenhang mit einer gesteuerten, sich besonders in Polen abzeichnenden anti- ägyptischen Medienkampagne, dass die Verdächtigungen gegen Israel durchaus berechtigt sein könnten.

Quelle: passe-partout.de
Von Monika Metternich(Tagespost) - KATH.NET
Kaum irgendwo auf der Welt haben katholische Schüler so gute Voraussetzungen, über ihre Religion Bescheid zu wissen wie in Deutschland. Konkordate regeln, dass die Kirchen einen Rechtsanspruch gegenüber dem Staat auf Erteilung von Religionsunterricht haben. Warum auf der Basis dieser hervorragenden Voraussetzungen „so wenig hängenbleibt“, wie Papst Benedikt XVI. im Interview mit Peter Seewald („Licht der Welt“) rätselte, wird viel diskutiert. Selten hört man jedoch von den Fällen gelingenden Religionsunterrichtes, bei dem nicht nur „etwas hängenbleibt“, sondern der die Schüler auch befähigt, ihren Glauben in einer pluralistischen Gesellschaft zu begründen, gelebte Formen des Glaubens kennenzulernen und für sich zu prüfen sowie ihre Urteilskraft in der Welt von heute zu schärfen.
Der Kölner Kardinal Meisner hat sich mit einem heiklen Vergleich zum Streitthema Präimplantationsdiagnostik zu Wort gemeldet. Er verglich die Tests an Embryonen mit der biblischen Geschichte vom Kindermord in Bethlehem. Es ist nicht die erste Provokation des katholischen Geistlichen.
Kardinal Joachim Meisner ist für deutliche Worte und scharfe Attacken bekannt. Nun hat sich der Kölner Erzbischof in einer Predigt zur umstrittenen Präimplantationsdiagnostik (PID) geäußert und einen zweifelhaften Vergleich gezogen. Er stellte den Gentests an Embryonen den biblischen Kindermord von Bethlehem gegenüber.
Konfuzius, traditionelle Darstellung aus der Tang-Zeit, wikipedia
Nach kritischen Äußerungen von Papst Benedikt XVI. zur Religionsfreiheit in China hat Peking vom Vatikan „konkrete Maßnahmen“ zur Verbesserung der bilateralen Beziehungen gefordert. „Wir hoffen, dass der Vatikan die Realität der Religionsfreiheit in China und die Entwicklung des Katholizismus anerkennt und mit konkreten Maßnahmen die Voraussetzung für eine Verbesserung der Beziehungen schafft“, sagte die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Jiang Yu, am Dienstag. Der Papst hatte in seiner Weihnachtsbotschaft auch Religions- und Gewissensfreiheit in China angemahnt.
Die Katholen kämen sicherlich auch gut mit Mao zurecht. War ja auch so ein Undemokrat wie der Papst.
Wenn es dem Ratzinger ehrlich um die Menschen in China gegangen wäre, hätte er um demokratischere Verhältnisse nachgesucht. So geht es ihm nur um seinen despotischen Einfluss in einem anderen Land. Wenn Despoten mit Despoten verkehren.

Rabbi Michael M. Cohen, Quelle: icmvt.org
US-Senator Daniel Patrick Moynihan sagte einmal: Jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung, aber nicht auf eigene Fakten”. Leider wird im arabisch-israelischen Konflikt die Religion viel zu oft missbraucht, um die jeweils eigene Position zu untermauern. So meinte einmal ein palästinensischer Vertreter, er müsse der Klagemauer jede jüdische Bedeutung absprechen. Dies ist ein Beispiel dafür, wie sogar historische Tatsachen umgedeutet werden. Ähnlich gefährlich sind rabbinische Aussagen, die die Vermietung von Wohnungen von Juden an Nichtjuden untersagen wollen. Auch hier wird zur Durchsetzung einer politischen Ideologie versucht, religiöse Aussagen zu verbiegen…
Von Michael M. Cohen – haGalil.com
Versuche, religiöse Argumente für politische Zwecke zu nutzen, sind ausserordentlich gefährlich, weil religiöse Aussagen, aus dem Zusammenhang gerissen, enorme Sprengkraft entfalten und die Dynamik des Konflikts in noch größere Dimensionen katapultieren können. Aus dem Zusammenprall zweier nationaler Bewegungen wird so ein Religionskampf, dabei besagt eine der deutlichsten Lehren der Geschichte, dass religiös aufgeladene Konflikte zu den am schwersten lösbaren gehören.
Von Tim Schleider – Stuttgarter Zeitung
Mancher Denker erklärte die Religion schon für überholt. Das war wohl etwas voreilig.
Es könnte alles so einfach sein. In dem Film „My Name is Khan“, der in diesem Jahr in unseren Kinos zu sehen war, haben Rizvan und Mandira geheiratet und leben in Kalifornien. Beide kümmern sich liebevoll um Sameer, Mandiras kleinen Sohn. Dabei wird auch das Wohl seiner noch jungen Seele keineswegs ausgespart. Doch welche Sorte von Wohl ist die richtige? Rizvan ist Moslem, Mandira lebt in den Traditionen des Hinduismus. Haben die beiden damit nicht ein großes Problem? Nun, wenn sie eines haben, lösen sie es pragmatisch: Mandira fächelt dem kleinen Sameer, bevor er zur Schule aufbricht, ein wenig Rauch vom transportablen Hausaltar in die Nase. Und Rizvan legt ihm nach seinem Morgengebet gen Mekka noch rasch die Hand auf die Stirn. Beides lässt der Junge geduldig-nachsichtig mit sich geschehen. Er selbst interessiert sich sowieso grade mehr für Computerspiele.
Den Rest des Beitrags lesen »
wikipedia
Grosse Fragen zum Jahreswechsel: Religionskritiker Michael Schmidt-Salomon über Light-Christen, abgewürgte Aufklärung im Islam und übertriebene Toleranz.
Von Guido Kalberer – Tages Anzeiger
Die Wiederkehr der Religionen heute muss ein Schock für einen Religionskritiker wie Sie sein.
Nicht unbedingt, ich habe diese Entwicklung schon Anfang der Neunzigerjahre prognostiziert. Es war ersichtlich, dass die Säkularisierung kein linearer, sondern ein ambivalenter Prozess ist. Es gibt also nicht nur einen Trend weg von der Religion, sondern auch eine Bewegung hin zur Religion. In Westeuropa ist der Säkularisierungstrend allerdings stärker: Eine Umfrage in Deutschland zum Beispiel ergab, dass nur noch 23 Prozent der evangelischen Kirchenmitglieder an einen personalen Gott glauben – was immerhin eine Grundvoraussetzung dafür ist, um sich redlicherweise als Christ bezeichnen zu können.

Foto: picture-alliance / beyond/diffus/beyond/diffused Religion gewinnt für immer mehr Menschen am Arbeitsplatz an Bedeutung
Religion gewinnt an Einfluß im Büro: Christliche Führungskräfte etwa treffen sich bei Kongressen, in Gebetskreisen oder zum Bankergebet in der Kirche.
Von Axel Gloger – WELT ONLINE
Im kommenden Februar ist es wieder so weit: Der Kongress christlicher Führungskräfte lädt ein – und aller Voraussicht nach wird er abermals einen Rekord brechen. 4000 Interessierte werden nach Nürnberg pilgern, so viele wie nie zuvor.
Dass die Themen „Gott“ und „Führung“ derzeit gut zusammen passen, zeigen auch anderen Indizien, etwa ein Blick in den Terminkalender von Anselm Grün. Der Mann ist nicht nur Benediktinermönch, er tourt mit seiner Botschaft durch das ganze Land. Seine Themen lauten „Menschen führen – Leben wecken“, „Führen mit Werten“ oder „Spirituell führen mit Benedikt und der Bibel“. Nach der Zahl seiner Auftritte ist der Mönch längst ein Popstar, 120-mal stand er allein in diesem Jahr auf der Bühne.

Bemalter Hintergrund für eine Voodoo-Zeremonie in Haiti am Tag des Tods. Foto: dapd
In Haiti sind Tausende an der Cholera gestorben. Dafür lässt der Mob jetzt Voodoo-Priester büßen. Allerdings sollen evangelikale Kreise die Stimmung angeheizt haben.
Von Hans-Ulrich Dillmann – taz
Sie kamen nachts mit Macheten, Beilen und Knüppeln. In mehreren kleinen Dörfern rund um die Stadt Jérémie im äußersten Südwesten Haitis ermordete eine aufgebrachte Menschenmenge Voodoopriesterinnen und -priester und verbrannte ihre Leichen auf der Straße. Insgesamt 45 Mambos (Frauen) und Houngars (Männer) starben, weil sie von dem Mob für die Verbreitung der Choleraepidemie verantwortlich gemacht werden. „Es ist eine Form des Antivoodoo, der von rivalisierenden Sekten geschürt wird“, fürchtet der Nationalrat des haitianischen Vodoo (KNVA) in einer vor Weihnachten veröffentlichen Erklärung.
Die „Legionäre Christi“ haben 61 neue Priester. Sie wurden am Heiligen Abend in der römischen Papstbasilika Sankt Paul vor den Mauern geweiht. Kardinal Velasio de Paolis, der Päpstliche Delegat für die Ordensgemeinschaft, nahm die Weihe vor, informierte die Ordensprovinz Mitteleuropa der „Legionäre“ an diesem Sonntag. Unter den Neupriestern sind ein Deutscher aus Vaihingen bei Stuttgart sowie ein Brüderpaar aus Südtirol, fast die Hälfte der Neupriester stammt hingegen aus Mexiko, wo der Orden gegründet wurde. Die „Legionäre Christi“ sind damit beschäftigt, eine tiefe interne Krise zu überwinden, die entstand, als das Doppelleben ihres Gründers Pater Marcial Maciel Degollado bekannt wurde. Der Mexikaner war Vater von drei Kindern und soll Seminaristen sexuell missbraucht haben.

Quelle: AG EvoBio
Molekularbiologie bestätigt Zusammenhang zwischen Individualentwicklung und Stammesgeschichte
Von Martin Neukamm – via Max-Planck-Gesellschaft
Die Tatsache, dass sich die Embryonalstadien unterschiedlicher Tierarten ähneln und Anklänge an die „im Reifezustand“ ausgebildeten Endorgane anderer Lebensformen zeigen, ist eine Erkenntnis, die bereits im 18. und 19. Jahrhundert, beispielsweise in den Arbeiten von Jean Baptiste Robinet, Charles Bonnet und Karl Ernst von Baer, Erwähnung findet. Der Morphologe Louis Agassiz entdeckte im Fossilienbefund eine weitere „Parallele“: Er bemerkte, dass sich nicht immer, aber sehr häufig die Reihenfolge, in der bestimmte Organisationsformen in der Erdgeschichte auftauchen, in der Abfolge der Entwicklungsstadien widerspiegelt. Diese „Dreifach-Parallelität“ veranlasste den Naturforscher Ernst Haeckel zu der Feststellung, dass die individuelle Entwicklung eines Organismus (Ontogenese) in geraffter Form die Stammesgeschichte (Phylogenese) rekapituliere (Neukamm 2010).

Billy Graham bei einem TV-Interview am Dienstag. Foto: Fox News / Screenshot: pro
Evangelisten-Urgestein Billy Graham sprach in einem Fernsehinterview über sein Leben, seinen möglichen Tod und die Freundschaft zu George W. Bush. Er sei dankbar über die „Gnade Gottes“ und erwarte, den „Herrn bald zu sehen“.
Rückblickend auf sein Leben sagte der 92-Jährige, er hätte sich gerne mehr Zeit zum Beten genommen. Seine vielen Reisen hätten aber nicht viel Zeit für persönliche Andachten gelassen. „Ich hätte gerne mehr Zeit damit verbracht, Gott einfach zu sagen, wie sehr ich ihn liebe“, sagte Graham auf Amerikas größtem Nachrichtensender, Fox News. Der an Parkinson und Prostatakrebs erkrankte Prediger deutete auch sein mögliches Ableben an: Er erwarte nicht, noch lange zu leben. Seine 2007 verstorbene Frau Ruth sei schon im Himmel, „ich freue mich, sie bald dort zu sehen“.
Den Rest des Beitrags lesen »

Stille Reserven: Reliquienausstellung im Museum des Hauses am Dom in Trier
Immer weniger Menschen zahlen Kirchensteuern. Das bringt vor allem strukturschwache Bistümer in die Bredouille. Während reiche Stadtdiözesen weiter aus dem Vollen schöpfen, müssen andere dringend sparen.
Von Bernd Freytag und Henning Peitsmeier – FAZ.NET
Die Kirche im Dorf zu lassen, das kann teuer werden. Um wenigstens die Turmspitze der maroden Kirche in der Eifel-Gemeinde Baumholder zu erhalten, wurde sie im September mit einem Spezialkran abgehoben und dann 14 Mieter tiefer auf den neuen Kirchturm aufgesetzt. „Das hat eine Menge Geld gekostet“, sagt Kirsten Straus, die Finanzdirektorin des Bistums Trier. Das Kirchlein ganz aufzugeben oder eine preiswerte neue Turmspitze zu wählen hätte einen Proteststurm ausgelöst. Außerdem soll es „Seelsorge nach Kassenlage“ nicht geben.

wikipedia
Aspekte einer komplizierten Beziehung
Von Mohammed Shakush – tp
Die Einstellung politischer Parteien in Deutschland zum Islam ist an vielen Stellen ambivalent. Ihr demokratisches Selbstverständnis zielt naturgemäß darauf ab, möglichst viele Menschen von der eigenen Vorstellung einer Gestaltung der Gesellschaft zu überzeugen. Die wachsende Bevölkerungsgruppe der Muslime in Deutschland übt vor diesem Hintergrund eine steigende Attraktivität als potenzielle Wählerschaft aus. Gleichzeitig gibt es aber in einigen Bevölkerungsteilen Ängste vor der Verwurzelung des Islam in Deutschland, was bisweilen zu massiven Abwehrreaktionen führt.
Im Zentrum dieser Problematik stehen vor allem die CDU und die CSU. Bülent Arslan, der Vorsitzende des Deutsch-Türkischen Forums in der CDU, weist seit langem unablässig darauf hin, dass die Partei ein vitales Interesse daran habe, muslimische beziehungsweise türkische Mitbürger einzubinden:
Umfragen zeigen, dass rund 50 bis 60 Prozent der in Deutschland lebenden Türken konservativ eingestellt sind, also religiöse, wertgebundene Menschen sind. Das ist meiner Meinung auch ein Potential für die CDU. […] Es gibt bundesweit heute mittlerweile 2.000 türkischstämmige CDU-Mitglieder – immer noch viel zu wenig, verglichen mit dem Bevölkerungsanteil.
Bülent Arslan
Als Volkspartei im Mitte-Rechts-Parteienspektrum ist der Grundstock der CDU/CSU-Stammwählerschaft traditionell konservativ. Demnach wollen die meisten dieser Anhänger möglichst viel vom Zustand der deutschen Gesellschaft bewahren, wie er sich in früheren Jahren gezeigt hat, etwa im Hinblick auf soziale Werte bezüglich Familie und Ehe, im Hinblick auf religiöse Überzeugungen aus römisch-katholischer und protestantischer Tradition oder im Hinblick auf die ethnische Zusammensetzung der Gesellschaft.
Die Königsfamilie: Mumien von Tutanchamuns Mutter, Großmutter und Vater Echnaton auf einem Pressetermin im Ägyptischen Museum von Kairo. (Bild: AP)
Spätestens seit Freud gilt der ägyptische Pharao Echnaton als Schöpfer der ersten monotheistischen Religion, als Vorläufer von Moses, Jesus und Mohammed. Doch stimmt das wirklich? Franz Maciejewski versucht sich an der Korrektur eines Mythos.
Von Arno Orzessek – Deutschlandradio Kultur
Heute zählt Echnaton zu den berühmtesten Pharaonen. Dabei galt er in der frühen Ägyptologie wegen seiner androgynen Züge, dem unverstandenen Sonnenkult und sonstigen Auffälligkeiten noch als Freak. Die Übersetzung des „Großen Sonnenhymnus“ Ende des 19. Jahrhunderts führte zur Neubewertung. Echnaton wurde zum Stifter des ersten Monotheismus, der „Armana-Religion“ erklärt.
Freud sprach vom „vielleicht reinsten Fall einer monotheistischen Religion in der Menschheitsgeschichte“. In der Gegenwart hat der Ägyptologe Jan Assmann die Monotheismus-These so populär gemacht, dass sie bis zu Touristen auf Nil-Dampfern vordringt. Oft wird Echnaton als religionshistorischer Vorläufer von Moses, Jesus und Mohammed angesehen.

macnotes.de
Von Antoni Cherif – macnotes.de
Das “Christmas”, wie es eigentlich gedacht war, existiert fast gar nicht mehr. Im TV werden eher die Geschäftszahlen des Einzelhandels zum Weihnachtsquartal als oberste Priorität für das Fest angesehen. In anderen Ländern wie Japan beispielsweise handelt es sich um ein “X-Mas” wobei das “X” dann ein x-beliebiges Ding markiert, das kann alles sein von einer Gottheit bis hin zu einer Idee… Passend an dieser Stelle ist für uns Macnerds ein “Macmas”, “Applemas” oder “Jobsmas”. Denn diese Begriffe sind bereits ein Teil einer gewissen Religion. Jobs der Messias, die Produkte das Heil auf Erden. Früher eine kleine Sekte, jetzt zu einer Weltreligion angewachsen. Das kann man spätestens an dem Aktienkurs der letzten Tage erkennen.
Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat zu Weihnachten vor einer gottlosen Gesellschaft gewarnt. Wenn der Mensch sich selbst die Welt aneigne, rutsche diese ihm aus den Händen „hinein in den Zustand der Finsternis und Wirrnis am Schöpfungsmorgen“, sagte er in seiner Predigt am Ersten Weihnachtstag im Kölner Dom. „Wo man Gottes Geist aus dieser Welt herausbringt, wo man ihn gleichsam wieder ausbürgert, indem man die Kreuze aus den Gerichtssälen trägt oder indem man wie in England Weihnachten nicht mehr Weihnachten nennen darf, dort gerät die Welt wieder in den vorweihnachtlichen Unheilszustand“, so der Kardinal.