In der Suche nach Gesundheit steckt oft auch der Wunsch nach einem tieferen Sinn, meint Kleiminger. (Bild: picture alliance / dpa)
Landessuperintendent der Evangelisch-Lutherischen Kirche zur Gesundheit als Ersatzreligion
Matthias Kleiminger im Gespräch mit Ita Niehaus – Deutschlandradio
Hinter dem vordergründigen Wunsch nach Gesundheit verberge sich bei vielen Menschen mehr, meint Landessuperintendent Matthias Kleiminger. Der beste Schutz vor Scharlatanerie sei, dass Heilungssuchende „einfach ihren Menschenverstand benutzen“.
Ita Niehaus: Früher gehörte zu einem religiös sinnerfüllten Leben vor allem, das ewige Heil zu erlangen. Heute denken immer mehr Menschen ganz irdisch – Hauptsache gesund – und lassen sich doch auf so manche obskure Heilsversprechungen ein, angefangen mit Fernheilung beim brasilianischen Geistheiler über Gesundbeter und Wunderheiler bis hin zu indianischen Schwitzhüttenritualen. Die Angebote sind vielfältig und zahlreiche, eines haben sie oft gemeinsam: Der Glaube soll es richten.
Eberhard von Gemmingen sprach in Bietigheim. Bild: Alfred Drossel
Ein Gotteshaus so voll, dass die Leute stehen müssen, gibt es eigentlich nur an Weihnachten. Oder der Jesuitenpater Eberhard von Gemmingen, einst Chefredakteur der deutschen Abteilung bei Radio Vatikan, kommt und redet Klartext über den Papst – wie jetzt in Bietigheim.
Vielleicht ist es ja auch so, dass viele Schäfchen die Nähe zu ihrer Kirche in sehr schwierigen Zeiten suchen. Denn dass die Zeiten sehr schwierig sind, daran ließ Pater Eberhard von Gemmingen, am Donnerstagabend im Gemeindehaus der katholischen Laurentiuskirche keinen Zweifel: „Wir leben in einer sehr nebligen Kirchenzeit“, rief er dem Publikum zu.
Pjotr Kropotkin. Quelle: hinter-den-schlagzeilen.de
Der russische Fürst Kropotkin war Naturforscher – und milder Anarchist. Über die Solidarität unter Tieren schrieb er ein Standardwerk. Der Lenin-Gegner starb 1921
Hunderttausend Menschen folgten dem Sarg, endlos wogte das Meer der schwarzen Fahnen – und sie wurden nicht als Symbol der Trauer getragen. Als Peter Kropotkin am 13. Februar 1921 in Moskau beerdigt wurde, verdrängten zum letzten Mal die schwarzen Fahnen der Anarchisten die roten Banner der Bolschewiki von den Straßen. Die Familie Kropotkins hatte das angebotene Staatsbegräbnis abgelehnt. Anarchistische Gruppen übernahmen stattdessen die Organisation der Bestattung.
Die Beerdigung wurde zu einer Demonstration der Beliebtheit Kropotkins in der russischen Bevölkerung. Gleichzeitig beendete sie die öffentliche Präsenz der anarchistischen Bewegung in Lenins neu gegründetem Staat.
Der Schweizer Globalisierungskritiker Jean Ziegler über den Hunger in der Dritten Welt, seine Zeit als Chauffeur von Che Guevara und den größten Grund zur Verzweiflung: Frauen.
Ein klarer Dezembermorgen, die Weinhänge des winzigen Dorfes Russin liegen verschneit in der Vormittagsstille, ab und zu rast ein Schnellzug vorbei. Natürlich ist es kein Zufall, dass er hier wohnt: an der französischen Grenze, wo die Schweiz, wie er zu sagen pflegt, zum Glück fast zu Ende ist.
Jean Ziegler, Soziologieprofessor, Berater der Vereinten Nationen, Gewissen der Weltgemeinschaft, ist hier zu Hause. Als die Tür sich öffnet, taxiert ein neugieriger Blick die Besucher, im Gesicht trägt Ziegler die Hornbrille, die er vor Jahrzehnten einmal in der DDR kaufte. Ein unverbesserlicher Revolutionär wurde er genannt, Stimme der Armen und Schreck der Mächtigen. Nestbeschmutzer und Relikt der sechziger Jahre. Einer, den man nur lieben oder hassen kann.
„Francesco und der Papst“ lautet der Titel eines neuen Films, in dem Benedikt XVI. höchstpersönlich in den Kinos zu sehen sein wird. Der deutsche Dokumentarfilm des Regisseurs Peter Weckert zeigt die Begegnung des Pontifex Maximus mit einem zwölfjährigen Römer, der als Solosänger des traditionsreichen Chors der Sixtinischen Kapelle vor einem sichtlich gerührten Benedikt XVI. auftritt
Verleiherin ist die Münchner „Constantin Film“, verspricht authentische Einblicke in die Reisetätigkeit, aber auch in den Alltag des Papstes: Es werden u. a. Spaziergänge durch Castel Gandolfo gezeigt, die Privaträume Benedikts und persönliche Gespräche mit ihm. Der Kinostart ist für den Gründonnerstag 2011 angekündigt.
Die weiteren Hauptpersonen des Protagonisten sind der begeisterte Sänger Francesco und Chorleiter Msgr. Liberto, der die 1.400-jährige Tradition seines schwindenden Männer- und Knabenchors bewahren möchte. Er setzt sich dafür ein, dass auch die Knaben schon Soli singen dürfen, was bisher den Erwachsenen vorbehalten waren, und ist auf der Suche nach Verbündeten.
Inwieweit ist evangelistische Jugendarbeit an öffentlichen Schulen möglich? Darüber diskutierten Vertreter verschiedener christlicher Initiativen auf einer Tagung der Arbeitsgemeinschaft Jugendevangelisation (AGJE) am 28. Januar in Berlin.
Der Leiter einer Gesamtschule und Vorsitzende eines CVJM-Ortsvereins, Martin Schmidt (Rechtenbach bei Wetzlar), verwies darauf, dass eine Schule in ihrem Pflichtangebot religiös neutral bleiben müsse. Auf freiwilliger Basis seien jedoch evangelistische Angebote möglich. So würden Schülerbibelkreise in der Regel toleriert. Der Leiter des Schulprojekts Pais Deutschland, André Springhut (Neumünster), sagte, christliche Angebote an Schulen müssten freiwillig und transparent sein. So dürfe sich ein evangelistisches Angebot nicht als Hausaufgabenhilfe tarnen.
nach unserem offenen Brief an Sie und nachdem Sami Shalom Chetrit und Eli Hamo sich uns angeschlossen und ihren Film aus dem Programm zurückgezogen haben, haben Sie den Inhalt ihres Flyers modifiziert: „In der Folge wurden sie aus ihren Heimatländern entweder von staatlicher Seite aus vertrieben, von der muslimischen Bevölkerung bedrängt, das Land zu verlassen, oder von Israel zur Einwanderung angeworben.“ Leider bestehen in Ihrem Programm wie in dessen Ankündigung weiterhin gravierende Verfehlungen auf die der Brief der kritischen Juden und Israelis hingedeutet hat. Die falsche Behauptung die Misrachi Juden wurden vertrieben, steht in ihrem neuen Flyer immer noch. Ihr Programm haben Sie nicht geändert, sodass Sie die Misrachi Juden immer noch als Objekte zeigen und als kritische Akteure ignorieren.
Der Grund für die Entstehung des staatlichen Einzugs von Kirchensteuern geht auf den Reichsdeputationsschluss von 1803 zurück. Im Zuge der Säkularisierung hatten die deutschen Fürsten alle Kirchengüter enteignet. Für den Finanzbedarf der Kirchen, so meinten sie, sollten die Kirchenmitglieder selbst aufkommen. Allerdings erklärten sie sich bereit, bei der Eintreibung der Steuern gegen eine Verwaltungsgebühr behilflich zu sein. So ist es noch heute: In 15 Bundesländern (außer Bayern) „kassiert“ der Staat die Kirchensteuer. Das ist für die Kirchen finanziell günstig.
Acht bis neun Prozent der Lohn- beziehungsweise Einkommensteuer wird von Berufstätigen, Rentnern und Pensionären als Annexsteuer einbehalten. Das sind bei Geringverdienern etwa 350 Euro, bei Superverdienern bis zu zwei Millionen Euro pro Jahr. Letztere finden aber Schlupflöcher und zahlen oft nur drei Prozent. Arbeitslose und nicht erwerbstätige Ehepartner zahlen nichts, weil sie kein Einkommen haben. Weil aber auch sie von der Kirche profitieren, wird von ihnen (und anderen) ein Kirchgeld von zwölf Euro pro Jahr erhoben.
In der evangelischen Kirche wird über die Zulassung von Gentests an Embryonen weiter kontrovers debattiert. Die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Katrin Göring-Eckardt, warnte am Freitag, eine Freigabe der Präimplantationsdiagnostik (PID) führe zu einer Schieflage der ethischen Diskussion. Hingegen argumentierte der evangelische Sozialethiker Hartmut Kreß, bei dem umstrittenen Verfahren gehe es um das Wohl des erhofften Kindes.
In intensiven Beratungen im Rat der EKD hätten sich die zuvor unterschiedlichen Positionen zum Thema Gentests an Embryonen deutlich angenähert, sagte Pressesprecher Reinhard Mawick am Freitag dem epd. Das Leitungsgremium werde die Beratungen fortsetzen. Eine Erklärung werde die EKD-Spitze „baldmöglichst“ im Februar abgeben, ergänzte Mawick.
Bruder Paulus wird in der ersten Ausgabe von "So gesehen" mit Familienministerin Kristina Schröder sprechen. Foto: Wonge Bergmann / Wikipedia
Kristina Schröder, Quelle: brightsblog
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) wird am Sonntag als erster Gast in der neuen kirchlichen Talkshow „So gesehen“ auf Sat.1 auftreten. Moderiert wird die Sendung von Kapuzinermönch Bruder Paulus.
Welche Werte beeinflussen mich? Wie handele ich verantwortlich in der Welt? Fragen wie diesen will das neue Sat.1-Kirchenmagazin „So gesehen“ nachgehen. Bruder Paulus und Julia Scherf sprechen dazu im Wechsel jeden Sonntag um kurz nach 9 Uhr mit einem prominenten Gast aus Politik oder Kultur über Themen der Ethik. Am kommenden Sonntag (30.1.) wird Familienministerin Kristina Schröder Gast der ersten Sendung sein.
Der Rückgang an praktizierenden Katholiken ist wesentlich stärker als der Rückgang an Priestern! Der katholische Journalist Alexander Kissler hat dem deutschen Bundestagspräsidenten Norbert Lammert einen Offenen Brief geschrieben.
ich nehme mir die Freiheit, den Präsidenten des Deutschen Bundestages zu duzen; nicht an ihn nämlich ist dieser Brief gerichtet, sondern an den „engagierten katholischen Christen“, der gerade eine Kampagne für die Zulassung katholischer verheirateter Männer zur Priesterweihe gestartet hat. Ich schreibe Dir, weil ich derselben Kirche angehöre, und ich schreibe Dir öffentlich, weil auch Du den öffentlichen Weg gewählt hast, um an die deutschen Bischöfe eine „Bitte“ heran zu tragen: Sie mögen sich „vor allem in Rom mit Nachdruck“ dafür einsetzen, dass „viri probati“ Priester werden dürfen. Den Rest des Beitrags lesen »
Der Zentralrat der Juden in Deutschland wendet sich gegen die Verwendung von Begriffen wie „Leitkultur“ und „christlich-jüdische Tradition“. Der Begriff Leitkultur sei irreführend, sagte Zentalrats-Vizepräsident Salomon Korn der Internetausgabe der „Süddeutschen Zeitung“. Wenn Kultur befruchtend und lebendig bleiben solle, sei sie auf den Austausch mit anderen Kulturen angewiesen. „Von ‘Leitkultur’ zur ‘Kulturdiktatur’ ist es nur ein kleiner Schritt“, sagte Korn. „Kulturen, die keine Einflüsse mehr von außen zulassen, erstarren.“
Korn sagte, die Betonung „christlich-jüdischer Wurzeln des Abendlandes“ könne auch funktionalistisch motiviert sein – so, als ob man die Juden in eine gemeinsame Front gegen die Muslime einbinden müsse. Solche „Umarmungen“ seien mit Vorsicht zu genießen. Die Geschichte der Juden in Deutschland reiche zwar 1.700 Jahre zurück. „Aber Verfolgungen, Ausgrenzungen und Massenmord durchziehen diesen Zeitraum bis in die Neuzeit. ‘Christlich-jüdische Wurzeln’ wird man da schwerlich finden“, sagte Korn. Der jüdische Einfluss auf die deutsche Kultur sei insgesamt marginal.
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat die Katholische Kirche aufgefordert, bald einen konkreten Vorschlag zur Entschädigung von Opfern sexuellen Missbrauchs vorzulegen. Dazu erklärt die familienpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dorothee Bär:
„Belehrungen der Katholischen Kirche durch die Justizministerin mögen deren parteipolitisches Profil stärken, helfen in der Sache jedoch nicht. Vielmehr schaden sie der Diskussion und sind der Ernsthaftigkeit dieses Themas nicht angemessen. Schon beim Runden Tisch Heimkinder hat die Katholische Kirche eindrücklich unter Beweis gestellt, dass sie sich ihrer Verantwortung für Vergehen in der Vergangenheit stellt und sich großzügig an der vereinbarten Einrichtung eines Entschädigungsfonds beteiligt. Den Rest des Beitrags lesen »
Kölner Gericht weist Klage aus Furcht vor Schwarzen Löchern zurück
Eine in der Schweiz lebende Deutsche ist erneut mit einer Klage gescheitert, mit der sie ein Ende der physikalischen Experimente am Teilchenbeschleuniger LHC in Genf erzwingen wollte. Das Verwaltungsgericht Köln wies am Donnerstag einen Eilantrag und eine Klage gegen das Bundesbildungsministerium zurück. Die Bundesrepublik sei nicht verpflichtet, ihre Delegierten im Rat der Europäischen Kernforschungsorganisation CERN zu einer Initiative gegen die weitere Inbetriebnahme des LHC anzuweisen, urteilte das Gericht. (AZ: 13 K 5693/08)
Jedes Jahr im Januar tauft der Papst Kinder von Mitarbeitern des Vatikans. Dieses Jahr hat der katholische Oberhirte seine weltweite Gemeinde dabei ermahnt: Nennt eure Kinder nach biblischen Figuren – „als unverwechselbares Zeichen des Heiligen Geistes“.
Cheyenne, Kevin, Chanel und Peach (das englische Wort für Pfirsich) – solche Kindernamen bringen den Papst nämlich auf die Palme. Dabei ist der Untergang des christlichen Abendlandes keineswegs beschlossen: Unter den aktuell beliebtesten Mädchen- und Jungennamen tauchen viele Namen mit religiösem Ursprung auf.
Missbrauchsopfer haben den Jesuiten vorgeworfen, mit der Aufarbeitung des Skandals auch ihr Image aufpolieren zu wollen. „Die Jesuiten agieren nicht anders als eine andere Organisation, die in einer Krise versucht, für sich selbst das Beste draus zu machen und möglichst sogar noch mit einem Imagegewinn aus der Krise hervorzugehen“, sagte Thomas Weiner von der Gruppe Eckiger Tisch in einem Interview der „Frankfurter Rundschau“.
Er bezweifle, dass die gezeigte Reue ehrlich sei. „Bei vielen von uns ist die Wut groß.“ Weiner äußerte sich „erschreckt“ von dem Wunsch einiger Bischöfe, die Kirche möge gestärkt aus der Krise hervorgehen. „Ich halte das für arrogant und kaltschnäuzig“, sagte Weiner wörtlich. Er beklagte, dass die Rolle, die die Betroffenen bei der Aufarbeitung der Fälle gespielt hätten, zurückdrängt werde. „Als die Vorfälle bekannt wurden, haben sie die Aufklärung vorangetrieben und vieles getan, was die Jesuiten hätten tun sollen.“
Frankreichs mächtige Freimaurerei ist in das Blickfeld einiger Medien gerückt. Allein dieser Vorgang jenseits der Vogesen ist bereits berichtenswert. Der Fernsehsender Canal+ sendete eine einstündige Dokumentation und das Wochenmagazin Le Point veröffentlichte ein 18 Seiten umfassendes Dossier mit dem Titel “Die Freimaurer: die unsichtbare Hand”, die Frankreichs Politik erschüttert.
Le Point, ein stark gelesenes Wochenmagazin, zählt gewiß nicht zu den katholischen Medien des Landes und befindet sich nicht selten auf der Suche nach Skandalen. Die französische Freimaurerei hat zudem ihre Eigenheiten. Dies gilt sowohl für den Großorient als auch für die Großloge. Beide Hauptrichtungen Frankreichs werden von der britischen Mutterloge seit dem 19. Jahrhundert als “irreguläre” Freimaurerei betrachtet. Die französischen Logen akzeptieren erklärten Atheisten als Brüder und erlauben in den Logen politische Debatten und Wahlwerbung. Dergleichen ist von den englischen Originalstaturen verboten. Die Großloge erlaubt seit Jahren auch die Mitgliedschaft von Frauen, der Großorient als Mehrheitsloge seit 2010. Frauen sind weiterhin von den “regulären”, das heißt von London anerkannten Logen ausgeschlossen.
Der 42-jährige Menschenrechtsaktivist David Kato, der sich für die Rechte Homosexueller in seinem Heimatland Uganda einsetzte und selbst bekennender Schwuler war, wurde am vergangenen Mittwoch in seinem Viertel am Rande Kampalas zu Tode geprügelt.
David Kato war einer der führenden Aktivisten für die Rechte der Homosexuellen in Uganda, einem Land, das wie viele andere in Afrika auch, von einem sehr homophoben Klima geprägt ist. Homosexualität wird in dem kleinen ostafrikanischen Land mit Gefängnisstrafen geahndet. Seit einiger Zeit diskutiert das Parlament außerdem über eine neue Gesetzesvorlage, die in einigen Fällen sogar die Todesstrafe für Vergehen dieser Art vorsieht.
Autoren wie Thilo Sarrazin schüren Ängste vor einer Islamisierung Europas. Wie unrealistisch solche Annahmen sind, zeigt jetzt eine US-Studie: Zwar wächst die Zahl der Muslime in den kommenden Jahren weltweit – aber deutlich langsamer als bislang vermutet.
Berlin – Er wolle, dass seine Enkelkinder noch in Deutschland leben, schreibt Thilo Sarrazin in seinem umstrittenen Buch „Deutschland schafft sich ab“. „Ich möchte nicht, dass das Land meiner Enkel und Urenkel zu großen Teilen muslimisch ist, dass dort über weite Strecken Türkisch und Arabisch gesprochen wird, die Frauen ein Kopftuch tragen und der Tagesrhythmus vom Ruf der Muezzine bestimmt wird.“
Am Ende haben sich die Kieler Studierenden also doch noch durchgesetzt, gegen ein, wie es scheint, zögerndes Uni-Präsidium: Pierre Vogel, der Popstar unter den deutschen Islamisten, darf nun doch nicht ins Audimax. Und jetzt? Tritt er eben woanders auf.
Es ist wahr, Pierre Vogel stellt die Scharia über das Grundgesetz. Aber evangelikale Christen oder der Papst sind da womöglich nicht besser. Christen kommen in die Hölle? Es gibt Christen, die glauben das selbe auch von Muslimen.
Peter und Hazelmary Bull bei einer Stellungnahme während des ersten Verfahrens in Bristol
Die britischen Hotelbesitzer Peter und Hazelmary Bull werden Einspruch gegen ein Urteil einlegen, das sie zwingt, verpartnerte homosexuelle Paare gleich zu behandeln wie heterosexuelle Eheleute.
Die Bulls hatten 2008 einem in eingetragener Partnerschaft lebenden Paar das telefonisch bestellte Doppelzimmer in ihrem Hotel in Cornwall verweigert. Sie erklärten, dass sie wegen ihres christlichen Glaubens nur verheiratete heterosexuelle Paare in Doppelzimmern dulden würden. Ein Amtsgericht in Bristol hat das vergangene Woche als Verstoß gegen das Antidiskriminierungsgesetz gewertet und den beiden Klägern Schadensersatz in Höhe von je 1.800 Pfund (2.350 Euro) zugesprochen (queer.de berichtete).
Züchtigung von Kindern und Ehefrau ist in Kreisen christlicher Fundamentalisten weit verbreitet. Frauenhäuser bieten oft die einzige Zuflucht für Betroffene.
Diese traurige, aber wenig bekannte Tatsache kam an der gestrigen Tagung in Muttenz BL zum Thema «Gewalt und die Auswirkung auf Kinder» zur Sprache. Referentin Andrea Wechlin von der Bildungsstelle häusliche Gewalt in Luzern bestätigt, dass immer öfter Frauen und Kinder bei ihr Schutz suchen, die einer Freikirche oder Sekte angehören. «Die Betroffenen fliehen vor den strengen und rigiden Normen, die bei ihnen zuhause vorherrschen», sagt Wechlin. Die Dachorganisation der Schweizer Frauenhäuser ist mit der Problematik vertraut: «Die Opfer fürchten sich nicht nur vor ihrem Gewalt ausübenden Mann. Hinzu kommt auch die Angst vor der Gemeinschaft, die Druck ausübt», so Gabriela Chu. Die Frauen würden sich auch am neuen, sicheren Ort kontrolliert fühlen.
Deutscher Bundestagspräsident möchte, dass über eine regionale Regelung für Deutschland nachgedacht werde und möchte Bischöfe weiter unter Druck setzen – Kath.Net-E-Mail-Aktion: Schicken Sie Lammert den Brief von Kardinal Brandmüller
Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hat in der Wochenzeitung „Die Zeit“ seine Angriffe auf den Zölibat für katholische Geistliche unter Hinweis auf zunehmenden „seelsorgerlichen Notstand“ weiter verstärkt.
Lammert bringt dabei auch die Überlegung ein, dass man über eine regionale Ausnahmeregelung für Deutschland nachdenken könne. Deutsche Bischöfe sollten sich in der Weltkirche und nicht zuletzt auch in Rom „mit Nachdruck“ für die Öffnung des Priestertums auch für Verheiratete einsetzen. Der Bundestagspräsident weist darauf hin, dass er natürlich grundsätzlich auch „beachtliche Gründe für den Zölibat“ sehe, z.B. „die Freiheit für den priesterlichen Dienst, sich unabhängig von Pflichten des Ehemanns oder Vaters voll und ganz der Seelsorge zu widmen“.
Dem Islam fehle es an Aufklärung und Reformation, kritisiert der Westen oft. Tatsächlich aber bemüht sich die muslimische Gemeinde, die Umma, derzeit um Erneuerung wie noch nie zuvor. Egal, ob in Religionsfragen oder Staatspolitik – durch globale Vernetzung hat die muslimische Jugend die Chance, viel zu verändern.
Dass sich muslimische Gesellschaften nicht um Erneuerung bemühen, ist zunächst ein westliches Klischee. Das Leuchtfeuer der Wissenschaften, religiösen Disput, Kritik und Deutung des Korans – all das gab es im Islam über die Jahrhunderte hinweg schon immer. Was allerdings auch stimmt: Viele gute Ideen blieben in den Denkstuben der Gelehrten, viele kritische Bücher schafften es nie in die Bestsellerlisten arabischer Bibliotheken. Dort stand zuletzt doch immer der Koran. Die Revolution der Gesellschaft blieb aus.
Die christlichen Kirchen unterlaufen die Gesetzgebung des Deutschen Bundestages zur Wirksamkeit von Patientenverfügungen. Am Mittwoch stellten in Köln Erzbischof Robert Zollitsch für die katholische Deutsche Bischofskonferenz (DBK) sowie die Landesbischöfe Jochen Bohl und Friedrich Weber für die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) eine „Christliche Patientenvorsorge“ vor, mit der die Kirchen eigentlich auf das neue Gesetz über Patientenverfügungen von 2009 reagieren wollen, diese aber tatsächlich nun in dessen Reichweite stark einschränken.
Anonymous, eine Online-Bewegung, zur Unterstützung der freien Meinungsäußerung im Internet, ruft Journalisten auf, das Wort jener Menschen zu verbreiten, die sich von „Von Nordafrika bis Gaza erheben und ihr Leben riskieren um ihre Grundrechte, ein Ende der Korruption und eine faire Chance im Leben am Fortschritt teilnehmen zu dürfen, einzufordern.“
Was den Menschen in den westlichen Ländern nicht bewusst ist, und die westlichen Medien weitgehend ignorieren ist die Tatsache, das die Menschen die in der arabischen Welt protestieren und dafür sterben, genau wie sie sind. Sie haben den gleichen Wunsch nach den grundlegenden Freiheiten, ähnliche Ziele für sich und ihre Familien und Freunde, die gleiche inhärente Intelligenz und das Gespür für Ungerechtigkeiten wie ihre Gegenüber im Westen wenn sie eine Ungerechtigkeit verspüren.
Genau hier und jetzt benötigen wir ihre Hilfe. Wir fragen sie, die Journalisten, der ganzen Welt die Menschlichkeit dieser Revolutionen zu zeigen. Was wir miterleben, sind keine extremistischen Handlungen von irregeleiteten, unwissenden Menschen begangen. Tatsächlich werden sie von intelligenten, aber verzweifelten Menschen begangen – Menschen, willens sich zu opfern um andere anzuregen, sich gegen ihre Unterdrücker zusammenzuschließen. Die Welt braucht menschliche Nachrichten. Die Welt muss wissen wer diejenigen sind die ihre Hilfe brauchen, und nicht nur Berichte über die Zahl von Opfern oder von Politikern die beteiligt sind.
Die vielleicht beste Erklärung der Mission der Gruppe kommt anfangs im Video, wenn die Stimme sagt: „In einer Welt voller Apathie, einer Welt voller Menschen, die sich nicht einmal die Mühe machen, die Informationen zu lesen, die Sie präsentieren, versuchen wir etwas tun.“
Die Cyber-Organisation versucht nun, für die Freiheit jener einzutreten, die die Unterdrückung in Ägypten, Jemen, Albanien, Algerien, Libyen und anderswo bekämpfen, indem die Presse gefragt wird, die Geschichten dieser Menschen erzählen.
Der Geschäftsführer von „Wort und Wissen“, Reinhard Junker, beschreibt seine Mitwirkung so:
„Es wurden 6 Statements von mir aufgenommen, die jeweils nicht länger als 30-35 Sekunden dauern durften. Ich vermutete damals schon, dass diese Statements dazu dienen sollten, von anderen widerlegt zu werden. In der Tat war die Sendung in weiten Teilen entsprechend aufgebaut… Meine Aussagen dienten dann als Vorlage für gezielte Widerlegungen. Das Ganze gipfelte gegen Ende in dem Vorwurf an Kritiker wie mir und meinen Mitarbeitern von Wort und Wissen, wir würden „Wissen verschleiern“, weil wir Behauptungen aufrechterhielten, die widerlegt worden seien. Tatsächlich ist es aber so, dass es von uns auf viele „Widerlegungen“ bereits Antworten gibt, diese aber nicht zur Sprache kamen.“ 1
Laut war die Kritik im Vorfeld des Vortrags von Alice Schwarzer, den sie am Dienstag im Audimax der Universität Duisburg-Essen hielt. Das heikle Thema: „Über Islam, Islamismus und Integration.“
Schwarzer wurde unter anderem vom Allgemeinen Studierendenausschuss (Asta) und von hochschulpolitischen Gruppen vorgeworfen, nicht ausreichend kompetent zum Thema Islam referieren zu können. So wurde ihr etwa „anrecherchiertes Halbwissen“ unterstellt. Zudem befürchteten die Kritiker, „dass Äußerungen von Frau Schwarzer eine ähnlich verheerende Wirkung haben könnten wie das Buch von Thilo Sarrazin“.
Er ist der erste Papst des Web 2.0: Benedikt XVI. analysiert soziale Netzwerke. Viele Freunde hat er dort noch nicht. Dem Wandel der Kommunikation steht das Oberhaupt der katholischen Kirche aber positiv gegenüber.
Ja, auch der Papst ist auf Facebook. Nein, viele Freunde hat er hier noch nicht gefunden. Gerade einmal 532 Nutzer des sozialen Netzwerks wollen sich bislang mit Benedikt XVI verlinken. Lady Gagas Facebook-Gemeinde – ein zugegeben gewagter Vergleich – versammelt dagegen knapp 27 Millionen Mitglieder. Das Oberhaupt der Katholischen Kirche hat Nachholbedarf. Und vielleicht aus diesem Grund nun eine „Medien-Botschaft“ veröffentlicht. In der setzt sich der Papst mit dem Christenleben im virtuellen Raum auseinander. „Die neuen Technologien ändern nicht nur die Art und Weise, wie man miteinander kommuniziert, sondern die Kommunikation an sich“, schreibt Benedikt. Man stehe vor einem umfassenden kulturellen Wandel.
Im Rechtsstreit um eine staatliche Mindestpension hat eine Ordensfrau in England eine Niederlage erlitten. Sie habe keinen Anspruch darauf, da sie vollständig von ihrem Orden unterhalten werde, urteilte ein Berufungsgericht laut Tageszeitung „Daily Telegraph“ (Dienstag-Ausgabe). Der Anwalt der 74-jährigen Benediktinerin habe argumentiert, dass seine Mandantin wegen ihrer angeschlagenen Gesundheit nicht mehr arbeiten und zum Einkommen der Gemeinschaft beitragen könne. Für die früher geleistete Arbeit sei sie nicht bezahlt worden und habe keine Beiträge zur Sozialversicherung bezahlt.
Serkan Tören, integrationspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion
Serkan Tören zur Absetzung des Films Tal der Wölfe Palästina: “Es geht mir weder um eine Bewertung des Verhältnisses Israels zur Türkei, noch um den tragischen Fall der Mavi Marmara oder darum, die Meinungsfreiheit mit zweierlei Maß zu messen.”
Ein neuer Actionfilm aus der Türkei sorgt in Deutschland für Empörung. “Tal der Wölfe – Palästina” nimmt die Erstürmung der Gaza-Hilfsflotte im Mai 2010 durch die israelische Armee zum Ausgangspunkt seiner Handlung. Damals waren neun türkische Aktivisten ums Leben gekommen. Die teils mit Islamisten, teils deutschen und anderen ausländischen Politikern besetzte Flotte hatte versucht, die israelische Seeblockade des Gaza- Streifens zu durchbrechen.
Führt Facebook zu mehr Scheidungen, weil Ehepartner heimlich Kontakt zu anderen aufnehmen? Eine Umfrage unter Scheidungsanwälten scheint dies nahezulegen. Foto: Paul Walsh (flickr)
Löscht Euren Facebook-Account, wenn Ihr Eure Ehen retten wollt! Diesen Appell sprach im November vergangenen Jahres ein Pastor aus New Jersey öffentlich aus. Eine Umfrage unter amerikanischen Scheidungsanwälten scheint ihm Recht zu geben: Facebook spielt in Sachen Ehebruch mittlerweile eine entscheidende Rolle.
Er kenne viele Paare, die durch Flirts auf dem Online-Portal ihrem Partner untreu wurden, sagte Pastor Cedric Miller von der „Living Word Christian Fellowship Church“. Allein in den letzten sechs Monaten hätten 20 Paare in seinem Umfeld ernste Eheprobleme bekommen, weil einer der Partner mit einer früheren Liebschaft auf Facebook geflirtet habe. Später kam über Miller heraus, dass er vor acht Jahren in einer offenen Dreiecksbeziehung mit seiner Frau und einem Mitglied der Gemeinde lebte. Der Pastor riet Verheirateten, sich gegenseitig den Zugang zum eigenen Facebook-Account zu gewähren oder das Login am besten ganz zu löschen.
In Ankara handelte sich ein Lehrer einen offiziellen Verweis ein. Sein Vergehen: Er beantwortete die Frage eines Schülers, ob der Mensch vom Affen abstamme.
Ein Lehrer in der Türkei hat sich laut Presseberichten einen offiziellen Verweis eingehandelt, weil er den Schülern einer fünften Klasse die Evolutionstheorie von Charles Darwin erläuterte.
Die Verwarnung des Lehrers aus Ankara geht auf die Beschwerde der Mutter eines Schülers zurück und wurde damit begründet, dass die Evolutionstheorie nicht auf dem Lehrplan stehe, wie die türkische Presse meldete. Eine Lehrergewerkschaft sieht in dem Vorgehen der Schulbehörde einen Hinweis auf eine Islamisierung des Bildungswesen und will dagegen vor Gericht ziehen.
Militärpfarrer Hans-Richard Engel aus Mainz bereitet Rekruten auf Afghanistan vor. Stirbt ein Soldat, muss Engel die Todesnachricht überbringen. Im November fliegt er selbst für vier Monate nach Afghanistan.
Drei bis vier Stunden. Mehr Zeit bleibt Militärpfarrer Hans-Richard Engel nicht. Drei bis vier Stunden hat er, um sich vorzubereiten. Engel muss klären, zu wem er fahren muss, mit wem er reden muss, was er berichten kann. Wenn ein Soldat von seinem Standort getötet wird, muss Engel den Angehörigen diese Nachricht überbringen. Sie sollen sie nicht aus den Medien erfahren. Hans-Richard Engel ist Pfarrer im katholischen Militärpfarramt Mainz. Seit zweieinhalb Jahren betreut der Siebenundvierzigjährige Soldaten in Mainz, Wiesbaden, Frankfurt, Speyer, Bad Bergzabern, Pfungstadt und Darmstadt.