Der Glaube im Parteiprogramm


Die Parteien streiten darüber, wie eng Staat und Kirche verbunden sein sollen. (Bild: Stock.XCHNG / Robert Aichinger)

Wie sich die Parteien zum Verhältnis von Staat und Religion positionieren

Von Andreas MainDeutschlandfunk

Die Piratenpartei schlägt im Wahlkampf bewusst laizistische Töne an. Auch andere Parteien fordern eine klarere Trennung zwischen Staat und Kirche. Doch eine Änderung des Grundgesetzes ist nicht in Sicht.

Am weitesten gehen die Piraten, die noch nicht im Bundestag vertreten sind. Noch nicht. Aber die Piratenpartei in Berlin setzte im jüngsten Landtagswahlkampf massiv auf laizistische Positionen. Ähnlich weit geht die Partei “Die Linke”. Ihr religionspolitischer Sprecher ist Raju Sharma:

“Wir haben Verflechtungen, die rechtlich noch zugelassen sind. Aber der Grundsatz in unserer Verfassung ist eben, dass Staat und Kirche getrennt sind, was nicht nur für diejenigen, die nicht glauben, von Vorteil ist, sondern auch für die Gläubigen und auch die Kirchen eine echte Chance ist. Nicht umsonst hat Papst Benedikt XVI., als er im letzten September in Freiburg war, in seiner Rede gesagt, dass eine Entweltlichung der Kirche auch eine Chance ist, zum Glauben wieder zu finden.”

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Eine Antwort zu Der Glaube im Parteiprogramm

  1. Einer der Gründe, weshalb die Religionen in der Welt Konflikte und sogar blutige Kriege heraufbeschwören ist der, dass die Religioten es nicht dabei bewenden lassen, ihren Glauben für sich zu behalten, sondern meinen, dass sie damit missionieren gehen müssen. Konflikte sind damit vorprogrammiert, denn die verschiedenen, teils abstrusen Glaubensansichten fordern den Widerspruch bei den religiösen Mitbewerbern geradezu heraus. Und weil das so ist, bleibt es den Atheisten vorbehalten, den Widersinn gottgläubiger Ideologien aufzuzeigen. Nur wenn es gelingt, den Widersinn und die Verlogenheit des stupiden Religiotismus aufzuzeigen und einzudämmen, könnte es gelingen, die Ursachen für die meisten kriegerischen Konflikte in den Griff zu bekommen und zu beseitigen. Ein erster Schritt in diese Richtung ist die Forderung, Religion als Privatsache zu behandeln und den Einfluß der Religion auf die Politik zu unterbinden. Sprich: Kündigung des Konkordats mit dem Vatikan und die Aufhebung der diversen Staatsverträge mit den Evangelen.

    Dass sich derzeit eine der großen Volksparteien Deutschlands bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf ihre christliche Tradition beruft, dürfte sich im Zuge einer (neutralen) Aufklärungskampagne über die blutige Geschichte des Christentums letztlich als Bumerang erweisen, denn die blutige Historie dies Christentums ist nun wirklich alles andere als ein Ruhmesblatt. Somit dürfte sich auch das “C” im Parteinamen von der CDU/CSU mehr und mehr als schwere Hypothek herausstellen. Ein Erkenntnisprozeß, der uns aber noch bevorsteht.