Apokalypse: Die Welt geht im Kopf unter


Fasziniert die Menschheit seit je: Die Apokalypse. Sie liefert auch einen schier unerschöpflichen Stoff für spektakuläre Filme (im Bild: Ausschnitt aus «2012»).
Bild: PD / Sony Pictures

Am 21. Dezember läuft der Maya-Kalender aus. Apokalyptiker und Esoteriker prophezeien den Weltuntergang. Unser Autor – er hat soeben ein Buch zum Thema verfasst – wettet dagegen.

Von Hugo StammBerner Zeitung

Das Wort Apokalypse hat einen besonderen Klang. Es löst Assoziationen aus, man erinnert sich an schaurige Szenen aus der Bibel, Untergangsbilder und Endzeitfilme. Sie alle haben sich tief in unser Unterbewusstes gebrannt.

Zu diesen Vorstellungen kommen die realen Nachrichten von Naturkatastrophen und Kriegen hinzu. Auch sie sind Sinnbilder für den Weltuntergang, wie er uns in der Johannes-Offenbarung drastisch prophezeit wird.

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6 Antworten zu Apokalypse: Die Welt geht im Kopf unter

  1. @Stephan Wehmeier
    Theologen studieren 4-8 Jahre Zombielogie unter Ausblendung historischer Fakten und Wissen. Da walten Dämonen und werden durch Exorzismen ausgetrieben, Blinde können sehen, Körperteile wachsen nach, Lebensmittel entstehen aus dem Nichts, Menschen wandeln auf dem Wasser, Tote werden zum Leben erweckt, wandeln als Untote Jahrtausende umher und werden von gläubigen Kannibalen als Eucharistie verspeist. Seit 2000 Jahren ist das pseudo-real und wird innerhalb des religiösen Irrsinns pseudo-wissenschaftlich diskutiert.

    Die originäre Leistung des Christentums in den Mythen sind nur neue Namen, Handlungsorte und die Erbsünde als ewiges Schuldgefühl für Analphabeten. Die Erbsünde als fatale Fehlkonstruktion des himmlischen Heimwerkers erfindet Augustus von Hippo (354-430 n.C.). Jesus befreit die Menschheit von der Erbsünde, die rückwirkend 350 Jahre nach seinem phantasierten Tod erfunden wird.

    Bereits Adam und Eva sündigten in einem FORD, Kaiser Nero führ schon DAIMLER BENZ, Napoleon dagegen OPEL und keiner hat gemerkt, dass diese Dinge erst sehr lange danch erfunden wurden.

  2. @Stefan Wehmeier
    die bereits vor über 3200 Jahren erkannt und – mit den damals zur Verfügung stehenden, sprachlichen Mitteln wissenschaftlich exakt beschrieben! – noch heute unter Genesis 3,1-24 nachzulesen ist: die Erbsünde.
    ——–
    Was für eine ignorante Dumpfbacke
    Althebräisch und Phönizisch gelten nach heutiger Forschung als identisch, der älteste Text ist der Gezer-Kalender um 925 v.C. als Tontafel ausgestellt in Istanbul. Eine kulturelle Entwicklung der Hapiru (Hebräer) als kanaanitische Räuberbanden ist unbekannt, als Analphabeten haben sie nichts geschrieben, nur andere haben sich über ihre Verbrechen beklagt.

    Althebräisch wurde um 1000 v.C. als Sprache und Schrift vom Phönizischen kopiert. Es gibt etwa 10 Textbruchstücke, keines davon hat einen religiösen Inhalt. Die Verbreitung von Althebräisch in Kanaan bei den wenigen Texten ist fraglich, ein direkter Übergang von Akkadisch auf Aramäisch in den nord-östlichen Landesteilen wie Gaulanitis und Decapolis ist wahrscheinlich. Mit der Eroberung von Judäa und der Verschleppung in die Sklaverei geht Althebräisch um 587 v.C. vollkommen unter, es wird nur noch Aramäisch als Sprache und Schrift der Eroberer genutzt. Unter den 250 Jahren persischer Besetzung von Palästina und Ägypten hört selbst der jüdische Jahwe Kult auf.

    Die Texte des Tanach werden nach 250 v.C. in mittelhebräisch in aramäischer Quadratschift geschrieben, deutlich andres als Althebräisch. Sowohl die Schreiber als auch der Inhalt entstammen der sumerischen Kultur, nahezu alle religiösen Mythen haben sumerischen Ursprung. Die Sintflut nutzt Teile des Atrahasis-Epos (um 1800 v.C.) als Teil des Pentateuchs. Das war die Vorlage für Gilgamesch-Epos (um 1200 v.C.) vermischt mit Teilen des Codex Hammurapi, Utnapischtim besiedelt die Welt. Im sumerischen Epos hat der Fluss 7 Tage Hochwasser, das Floß etwa 3 x 3 Meter.

  3. Hurrah ! Der Seften Sepp hat Gesellschaft bekommen ! Stefan Wehmeier sein Bruder im Geiste. Sein “wissenschaftlicher” Kommentar erinnert irgendwie an die Zeugen Jehovas. Immer wenn mir der Begriff “Erbsünde” begegnet, erinnert mich das an unzählige Missionsierungsgespräche mit den Zeugen Jehovas.
    Eine Religion, die uns aus den USA erreichte, wo ein gewißer Taze Russell (der Religionsbegründer) angeblich eine göttliche Eingebung hatte. Nun ja, die hatte Georg W. Bush, der angeblich ebenfalls gottgläubige US-Präsident ja auch.

  4. Alles Leid dieser Welt, alle Zivilisationsprobleme, die sich überhaupt thematisieren lassen, bis hin zur gegenwärtigen “Finanzkrise” haben eine einzige Ursache, die bereits vor über 3200 Jahren erkannt und – mit den damals zur Verfügung stehenden, sprachlichen Mitteln wissenschaftlich exakt beschrieben! – noch heute unter Genesis 3,1-24 nachzulesen ist: die Erbsünde.

    Der einzige Zweck der Religion, der Rückbindung auf den künstlichen Archetyp Jahwe (definiert durch Genesis 2,4b – 3,24), bestand darin, die Erbsünde aus dem Begriffsvermögen des arbeitenden Volkes auszublenden, solange das Wissen noch nicht zur Verfügung stand, um diese “Mutter aller Zivilisationsprobleme” zu überwinden. Anderenfalls hätte das, was wir heute “moderne Zivilisation” nennen, gar nicht erst entstehen können. Denn kein vernünftiger (nicht religiös verblendeter) Mensch wäre dazu bereit, in einer a priori fehlerhaften Makroökonomie zu arbeiten, wenn er weiß, dass ein nachhaltiges Wirtschaften unmöglich und der nächste Krieg systemnotwendigerweise unvermeidlich ist.

    Als im 6. vorchristlichen Jahrhundert die Überwindung der Erbsünde noch immer nicht in Sicht war, entschloss sich die israelitische Priesterschaft zu einer letzten und wohl auch verzweifelten Tat, um wenigstens zu verhindern, dass die menschliche Kultur wieder in die Primitivität des Ursozialismus (zentralistische Planwirtschaft noch ohne liquides Geld) zurückfallen konnte: Die letzten Priester, die die wirkliche Bedeutung der Erbsünde noch kannten, erweiterten die Programmierung des kollektiv Unbewussten mit dem künstlichen Archetyp Elohim (definiert durch Genesis 1,1 – 2,4a) und nahmen damit wissentlich in Kauf, dass die ganze halbwegs zivilisierte Menschheit solange in systemischer Ungerechtigkeit sowie in totaler geistiger Umnachtung existieren würde, bis nicht nur die Lösung für die Befreiung aus der Erbsünde (die Erlösung) gefunden, sondern auch die reale Angst vor der größten anzunehmenden Katastrophe der Weltkulturgeschichte, der gegenwärtigen “Finanzkrise” (korrekt: beginnende globale Liquiditätsfalle nach J. M. Keynes, klassisch: Armageddon), größer sein würde, als die eingebildete Angst vor dem “Verlust” der Religion.

    Willkommen im 21. Jahrhundert: http://www.juengstes-gericht.net

  5. Kein Mayapriester hat jemals im Zusammenhang mit deren spezieller Kalenderführung und dem konkreten Datum 21.12.2012 das Wort „Weltuntergang“ in den Mund genommen. Man spricht lediglich vom Wechsel eines langen Zeitalters, wie wir vom Wechsel der Jahreszeiten.

    Das war’s. Oh, wie schade und wie langweilig. Das will doch niemand hören. Wir wollen Brot und Spiele, präsentiert von den Stimmungsmachern aus der Medienwelt, die ganz sicher schlauer sind, als ihre Kundschaft und die sich darauf verlassen können, dass eher niemand aus dem dummen Volk die leicht zu verstehenden Fakten zur Kalenderführung der Maya eigenverantwortlich in Erfahrung bringen wird.

  6. Den Journalisten Hugo Stamm schätze ich sehr. Er ist nicht nur in der Schweiz, sondern auch hierzulande als Skeptiker und Anti-Esoteriker bestens bekannt. Auch neureligiöse Bewegungen und die Scientology begleitete er kritisch. Für sein Engagement erhielt er gar Morddrohungen, deren Urheber aber nie ermittelt werden konnten. Aber ein Buch über das hirnverbrannte Denken von Apokalyptikern tue ich mir nicht an. Der esoterische Wahnsinn begegnet einem doch auf Schritt und Tritt auch in unserem angeblich aufgeklärten Zeitalter.

    Neu ist für mich, dass Hugo Stamm für die “Berner Zeitung” schreibt. Ich kenne ihn nur als Redakteur beim Zürcher “Tagesanzeiger”.