Pussy Riot: Von Putin, der Scheiße Gottes


Bild. express.de

Der Prozess gegen die Band Pussy Riot macht eine junge Generation sensibler, kämpferischer Russen sichtbar. Und die breite Kluft, die sie vom konservativen Rest des Landes trennt.

Von Julia SmirnovaWELT ONLINE

Der Fußweg von der Moskauer U-Bahn-Station Kurskaia zur Gelman-Galerie dauert nur zehn Minuten. Aber er fühlt sich an wie eine Zeitreise. Am Ausgang gerät man ins Chaos des Kurski-Bahnhofs. Altertümliche Kofferkulis rollen über den bespuckten Asphalt und hüpfen über Schlaglöcher. Darauf sind karierte chinesische Plastiktaschen mit Dutzenden Bändchen befestigt – die Ladung von Markthändlern.

Ein Mann mit rotem Gesicht trinkt Bier, seine Arme sind bedeckt mit frischen Brandblasen, die Verbände sind abgerutscht, er lächelt. In der Luft hängt der starke Geruch der öffentlichen Toilette. Vor den schiefen Buden mit Schawarma stehen Grüppchen von Wanderarbeitern. Die Moskauer eilen geduckt vorbei, schnell raus aus der Stadt, in den Nahverkehrszug und ins private Datscha-Idyll. Niemand sieht den anderen ins Gesicht.

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