Religionskritik und Menschenrechtsfundamentalismus


Alan Posener, Bild: dradio.de

Die Diskussion um die religiös verordnete Beschneidung will und will nicht verstummen. Nicht, wie manche vermuten, in erster Linie wegen eines voyeuristischen Impulses des Publikums, das selbst kaum davon betroffen ist. Und auch nicht, wie oft unterstellt wird, wegen eines latenten Antisemitismus, oder wegen Islamophobie, obwohl, wie ich zu zeigen versucht habe, auch dieses meist zusammen auftretende Motiv hier und da eine Rolle spielt.

Von Alan Posenerstarke-meinungen.de

Sondern vor allem, weil viele Diskussionen, die in den letzten  Jahren hierzulande und anderswo über das Verhältnis des säkularen und demokratischen Staats zur Religion – meistens anhand des Themas Islam – geführt worden sind, sich in dieser Frage zuspitzen. So ist den Befürwortern der Beschneidung das Buch des früheren FAZ-Feuilletonchefs Patrick Bahners, „Die Panikmacher“ zu empfehlen, wo – vom Standpunkt eines Katholiken, der den „Kulturkampf“ Bismarcks nicht vergessen hat – am klarsten herausgearbeitet wird, dass sich die Argumente der von ihm zitierten Islamkritiker auch gegen andere Religionen richten könnten.

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2 Antworten zu Religionskritik und Menschenrechtsfundamentalismus

  1. “die Argumente der von ihm zitierten Islamkritiker auch gegen andere Religionen richten könnten.”

    Wunderbar. Weg mit ihnen allen.

  2. Es geht dabei nicht um das Thema Islam oder Judentum, letztendlich auch nicht um Beschneidung, sondern um Glaubwürdigkeit. Die RKK ist der verlogenste Haufen von Kriminellen, den man sich nur ausmalen kann.

    Demokratie auf Basis von Wissen, Toleranz, Respekt und freiem Willen ist keine 200 Jahre alt. Die frühe griechische Demokratie war eine Ständegesellschaft mit der Macht in einem Stand. In der Religiotie ist Demokratie unmöglich, die Clangesellschaft mit Despotismus, Nepotismus, Göttern, Engeln und Dämonen sowie Betrügern und geistig Irren als Führer ist Jahrtausende die Norm.

    Etwa 25% der Menschheit akzeptiert die selbst ernannten Oberhirten, die pseudo-demokratisch ihre Unfähigkeit durch all-wissend, all-fähig und dem paranoiden Auserwählt-Syndrom belegen. Despotismus verhindert freies Denken und Handeln, ein Gesellschaftsmix diverser Kulturen in friedlicher Co-operation ist unmöglich. Soziopathische Perversion, Gewalt, Mord, heilige Kriege, Ausbeutung und Diskriminierung Andersdenkender ist eine „gute Tat“ von Gott gewollt, im Zirkelschluss ist nur der streng Gläubige fähig Gottes Willen zu erkennen.

    Die „Genfer Deklaration des Weltärztebundes“ besagt ohne einen Hinweis auf Rechte wie Freiheit, Meinungsäußerung und Unversehrtheit der Person ähnlich nationalen Gesetzen: „Ich werde mich in meinen ärztlichen Pflichten meinem Patienten gegenüber nicht beeinflussen lassen durch Alter, Krankheit oder Behinderung, Konfession, ethnische Herkunft, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, politische Zugehörigkeit, Rasse, sexuelle Orientierung oder soziale Stellung“. Sobald man diese Inhalte reduziert, wird aus den Menschenrechten ein schizophrener Wahn der Religiotie. Gottes absolut perfekter Schöpfung müssen die Genitalien verstümmelt werden, das hat er damals vergessen. Für katholische Piusbrüder wie Holocaust Leugner Bischof Richard Williamson ist die Erklärung der Menschenrechte ein Fanal des Atheismus, Staaten, die sich dazu bekennen, befinden sich im Zustand der Todsünde.

    Ein besonderer Fall ist der christliche „Kirchensprech“, Neudefinitionen erwecken den Eindruck des Gegenteils der Realität. Der Oberhirte bezeichnet sich als „all-gütig“ und „all-wissend“, als rücksichtsloser Despot ist er ohne Wissen in der Sache. Eine Aussage die als „ewig wahr“, „unantastbar“ oder „absolut“ gilt, die ist ganz sicher erlogen oder phantasiert. Wer im Gebet zu Jesus die „Wahrheit“ erfährt, der hat sicher nicht „Glück und Zufriedenheit“ zu erwarten, das ist wie zu Meister Propper im Waschmittel beten, damit er die bekackten Windeln wäscht. Viele Begriffe sind durch Skandale negativ besetzt und daher neu definiert um werbewirksam zu sein. So hat die RKK keine Exorzisten mehr, sondern nur noch „Beauftragte im Befreiungsdienst“ und pädophile Kinderficker der RKK sind demgemäß „Beauftragte im Beglückungsdienst“.

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