Tagesarchiv: November 4, 2012

Merkel: “Wir fördern religiöses Leben”

Angela Merkel, Bild: wikipedia/Armin Linnartz

Für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) muss das Verhältnis zwischen den Religionen “von Toleranz und Respekt getragen sein”. Dazu müsse man sich auch mit anderen Religionen auskennen, sagte die Bundeskanzlerin in ihrem am Samstag veröffentlichten Video-Podcast.

Der Newsburger

“Wir sollten den Diskurs führen, wir sollten nicht relativieren, wo Glaubensfragen im Zentrum der Debatte stehen, und wir sollten uns als Christen vor allen Dingen auch nicht scheuen, für unseren Glauben einzutreten”, so Merkel.

Die Kanzlerin bejahte die Trennung von Kirche und Staat sowie die “positive Neutralität” des Staates gegenüber den Kirchen. “Das heißt, wir fördern religiöses Leben, wir freuen uns, wenn Kirchen Verantwortung übernehmen”, so Merkel. “Ich finde, wir haben das in Deutschland sehr gut organisiert.” Sie würdigt das karitative Engagement der Kirchen. “Das gehört zu unserem Leben, und das bereichert unsere Gesellschaft.”

Pakistan: Angeblich Islam beleidigt – Lehrerin auf der Flucht

Eine Lehrerin einer Mädchenschule ist in Pakistan auf der Flucht. Sie soll in Aufgaben für Sechstklässlerinnen den Propheten Mohammed beleidigt haben. Eine aufgebrachte Menschenmenge zündete bereits die Schule an, und der Schulleiter wurde verhaftet. Dies berichtet die BBC.

NEWS4teachers

Die pakistanische Polizei sucht die Lehrerin wegen des Vorwurfs der Blasphemie. Das ist in Pakistan kein Bagatelldelikt: Darauf steht die Todesstrafe. Die Lehrerin habe offenbar einen Fehler gemacht, als sie einen islamischen Text ins Englische übertrug und ihn als Hausaufgabe über das muslimische Opferfest an die Schülerinnen weitergab, heißt es. Der 77-jährige Schulleiter muss derweil im Gefängnis darauf warten, ob auch gegen ihn Anklage erhoben wird.

Ein Mob aus mehr als 200 Menschen habe nach Bekanntwerden der Vorwürfe die Mädchenschule in der Provinzhauptstadt Lahore in Brand gesetzt, teilte die Polizei dem Bericht zufolge mit. Dazu habe die Menschenmasse die Bereitschaftspolizisten überrannt, die zum Schutz der Schule aufgestellt worden waren, und Feuerwehrleute bei der Arbeit behindert.

Islamisten in Pakistan bekämpfen die Mädchenbildung mit allen Mitteln. Unlängst wurde die 14-jährige Malala Yousafzai von einem Mordkommando der Taliban wegen ihres Engagements für die Bildung angegriffen und schwer verletzt.

Europas Christen fühlen sich wie neue Hexen

Themenbild, dw.de

Sind sie in ihrer eigenen Heimat tatsächlich immer weniger sicher? Europas Christen fühlen sich mitten im Abendland verfolgt. Viel stärker als etwa Muslime seien sie ausgegrenzt, würden vom Gesetzgeber diskriminiert und zum Ziel von Hassverbrechen – auch in Deutschland.

Von Jan Grundmannnews.de

Erst machten die Christen Europa groß, die gemeinsame Religion einte die unterschiedlichen Staaten des Abendlandes. Doch nun macht Europa die Christen klein und diskriminiert sie. Dies zumindest beklagen einige Vertreter der Religion mit dem Kreuz – und sprechen gar von einer Christen-Verfolgung mitten in Europa.

Zu den Wortführern in Sachen Christenverfolgung zählt das österreichische «Dokumentationsarchiv für Intoleranz gegen und Diskriminierung von Christen in Europa». Deren Chefin Gudrun Kugler warnt: «Studien zeigen, dass 85 Prozent aller anti-religiös motivierten ‹hate crimes› gegen Christen gerichtet sind». Damit seien Christen die am meisten verfolgte Religion der Welt.

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Katholische Kirche: Die Exxon Valdez des Glaubens

Schließt einen neuen Missbrauchsskandal nicht aus: Jesuitenpater Zollner (Foto: AFP)

Der Jesuit Hans Zollner über Fortschritte im Kampf gegen Missbrauch
“Die katholische Kirche ist wie ein riesiger Tanker”
Bei einer internationalen Konferenz hat die katholische Kirche in Freising eine Zwischenbilanz in ihrem Kampf gegen sexuellen Missbrauch gezogen. Der Jesuit Hans Zollner zu ersten Erfolgen und anstehenden Aufgaben.

domradio.de

KNA: Pater Zollner, wie weit ist die katholische Kirche inzwischen vorangekommen bei der Eindämmung von sexuellem Missbrauch?
Zollner: Die Situation ist je nach Kontinent und Land anders. Weltweit haben inzwischen fast 80 Prozent der nationalen Bischofskonferenzen eigene Richtlinien zum Umgang mit diesem Problem erlassen, das ist sehr beachtlich. Einige Nachzügler gibt es in Osteuropa und auch in Afrika ist die Resonanz noch nicht zufriedenstellend.

KNA: Weil es erst einen Skandal geben muss, bevor etwas passiert?
Zollner: Das ist ein merkwürdiges Phänomen. Offenbar lernen Gesellschaften und auch die Kirche nur schwer von Ereignissen, die woanders stattfinden. Wobei sich die Abläufe gleichen. Was 2010 in Deutschland geschah, war vorher in den USA und in Irland passiert: großes Erstaunen darüber, dass es solche Fälle gibt, Schockstarre bei den Verantwortlichen, gesellschaftliche Entrüstung, Glaubwürdigkeitsverlust und Enttäuschung, auch in den eigenen Reihen.

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Ressourcen-Verschwendung: Riesenkirche in São Paulo

Kirche Mãe de Deus, in São Paulo Bild: casadesiao.com

In Brasilien ist der katholische Pfarrer Marcelo Rossi ein Popstar – seine Musik-CDs sind Verkaufsschlager. Nebenbei hat er in São Paulo eine riesige Kirche bauen lassen. Jetzt wurde sie bei einer Messe eingeweiht.

Deutsche Welle

Im Süden der brasilianischen Metropole São Paulo ist eine der weltweit größten katholischen Kirchen feierlich eingeweiht worden. Pfarrer Marcelo Rossi, der im bevölkerungsreichsten katholischen Land der Erde wie ein Musikstar gefeiert wird, hielt die Messe im Innenraum der Kirche “Mãe de Deus” (Mutter Gottes). Das von dem Architekten Ruy Ohtake entworfene Gebäude erstreckt sich auf einem 30.000 Quadratmeter großen früheren Fabrikgelände. Die Kirche ist an einem 44 Meter hohen Kreuz schon von weitem zu erkennen. Sie ist mit einem riesigen geschwungenen Dach ausgestattet und verfügt über eine Krypta.

Zwar sind die Bauarbeiten zum größten Gotteshaus der Millionenstadt São Paulo noch nicht abgeschlossen. Im Innenraum finden aber bereits bis zu 20 000 Messebesucher Platz. Nach der Fertigstellung, die laut Rossi noch einige Jahre brauchen wird, soll das Gelände zusammen mit dem Außenbereich 100.000 Gläubigen Platz bieten. “Das wird das größte Gotteshaus Brasiliens”, sagte der 45-Jährige. Und es werde Sao Paulos neues Postkartenmotiv werden, prophezeit er.

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