Tagesarchiv: November 6, 2012

Gynäkologe forderte Legalisierung der Mädchenbeschneidung

Mohamed Kandeel: Gynäkologe und Befürworter der Mädchenbeschneidung Bild: humanist news

Der ägyptische Gynäkologe Mohamed Kandeel fordert nach der Legalisierung der Knabenbeschneidung (in Deutschland) nun auch die weltweite Legalisierung der Mädchenbeschneidung, “wenn es die Eltern so wollen”, sagt Kandeel, würde nichts dagegen sprechen. In einem jüngst erschienenen Aufsatz behauptet er, die Mädchenbeschneidung hätte keinerlei nachweislicher Nachteile für die Betroffenen.

Humanist News

Er stellt auch einen klaren Zusammenhang zur Knabenbeschneidung dar und kritisiert einen Sexismus, der zwar die Beschneidung der Mädchen kriminalisiere, gleichzeitig aber bei Knaben den Eingriff aus religiösen Gründen erlaube. So schlussfolgert er, müsse auch jegliches Verbot bei Mädchenbeschneidung aufgegeben werden. Zumindest was die “sanfte” Formen der Beschneidung anginge. Diese sind in manchen islamischen Strömungen durchaus erlaubt und somit auch religiös begründbar. Seine Argumente ähneln stark jenen der Befürworter der Knabenbeschneidung.

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Geheime Handbücher der Romney-Religionsgemeinschaft

Bild: telepolis

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney gehört der Church of Jesus Christ of Latter Day Saints an – einer Religionsgemeinschaft, die besser als “Mormonen” bekannt ist. Für sie war er unter anderem als Missionar in Frankreich und betreute später als Bischof Gläubige. Die Mormonen glauben, dass ein Engel namens Moroni ihrem Religionsgründer Joseph Smith ein Buch offenbarte, in dem unter anderem steht, dass Jesus nach seiner Kreuzigung in Amerika wiederauferstand. Dieses Buch Mormon vertreiben adrett gekleidete Missionare an der Haustür.

Von Peter MühlbauerTELEPOLIS
Daneben gibt es aber auch Schriften wie die Handbooks of Instructions. Sie sind nicht offen zugänglich. Als Wikinews 2008 einen Artikel über die Mormonenkirche veröffentlichte, schickte die Firma Intellectual Reserve Inc., die das “geistige Eigentum” der Religionsgemeinschaft verwaltet, der Wikimedia Foundation eine Aufforderung, einen Link auf einen Quellenverweis zu löschen. Begründet wurde dieses Ansinnen damit, dass eine Rechtsverletzung vorliegen würde, wenn der Text auf die Kopie zweier solcher Handbücher bei der Whistleblower-Organisation WikiLeaks verweist.

Carstens-Stiftung: Veterinärhomöopathie oder das Placebo im Schwein

Logo-Carstens-Stiftung, Bild: twitter

Bisher gibt es nur sehr wenige klinische Studien im Bereich Veterinärhomöopathie. Um herauszufinden, ob es Evidenz für eine Wirksamkeit der Homöopathie in der Veterinärmedizin gibt, hat sich die British Homeopathic Association das Ziel gesetzt, die gesamte veterinärmedizinische Literatur in der Homöopathie zu analysieren. Die Karl und Veronica Carstens-Stiftung ist an diesem Projekt beteiligt, und jüngst ist die erste (einleitende) Übersichtsarbeit veröffentlicht worden [1]

Presseerklärung Carstens-Stiftung

Insgesamt konnten 150 Studien im Bereich Veterinärhomöopathie identifiziert werden. Von diesen wurden allein 88 in einer ersten Vorsortierung ausgesondert, da sie in nicht „peer reviewten“ Zeitschriften veröffentlicht worden waren. Der Prozess des „peer reviewens“ beschreibt, dass ein unveröffentlichtes Manuskript vor der Veröffentlichung von anonymen Experten geprüft und bewertet wird. Dieser Vorgang soll der Qualitätssteigerung von Publikationen dienen.

Aus den verbleibenden 62 Studien wurden noch einmal 24 ausgesondert, weil sie entweder keine randomisierte oder kontrollierte Studie beschreiben oder weil es sich um zu kurze Veröffentlichungen handelt.

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Praise the Lord! – Aber nur wenn es opportun ist

US-Präsident Barack Obama und sein Herausforderer Mitt Romney (Bild: picture alliance / dpa / Jim Lo Scalzo)

“Let’s praise the Lord!” – wenn Barack Obama will, zelebriert er politische Auftritte mit einem religiösen Pathos, das viele seiner europäischen Bewunderer befremden dürfte. Doch in den USA ist der Glaube eines Politikers nicht dessen Privatsache.

Von Sabina MatthayDeutschlandradio Kultur

Mehr als zwei Drittel der Amerikaner legen Wert darauf, dass ihr Präsident starke christliche Überzeugungen hat, sie gar öffentlich formuliert. Von den 535 Abgeordneten des Repräsentantenhauses bekennt sich nur ein einziger offen zum Atheismus.

Doch die religiöse Landschaft Amerikas wandelt sich, abzulesen am Glaubenshintergrund der beiden wichtigsten Präsidentschaftskandidaten 2012.

Der Amtsinhaber wurde erzogen von einer Mutter, die er als Agnostikerin mit Interesse an vielen unterschiedlichen Religionen und Neigung zur Spiritualität beschreibt und konvertierte erst als Erwachsener zum christlichen Glauben. Sein Rivale gehört als Mormone einer vergleichsweise jungen Religionsgemeinschaft an, die zwar ur-amerikanisch, aber keineswegs “mainstream” ist. Die beiden Kandidaten für die Vizepräsidentschaft sind Katholiken.

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Zweiter “Vatileaks”-Prozess: Null bis wenig

In diesem Raum findet der Prozess statt: das Tribunal des Heiligen Stuhls
Bild: ARD

Einen Monat nach der Verurteilung des päpstlichen Kammerdieners hat im Vatikan der zweite Prozess um die “Vatileaks”-Affäre begonnen. Der Computertechniker Claudio Sciarpelletti muss sich vor dem Tribunal wegen Begünstigung verantworten. Das Urteil dürfte aber nicht sehr hart ausfallen.

Von Stefan Troendle, ARD-Hörfunkstudio Rom

Sie erzeugt Gelächter im Pressesaal, die Antwort von Vatikansprecher Federico Lombardi, auf die Frage, wo Claudio Sciarpelletti denn eigentlich sei. “Ich nehme an, zu Hause”, sagt er trocken. Sciarpelletti ist einer der großen Unbekannten in der “Vatileaks”-Affäre – nicht einmal einem der wirklich extrem neugierigen italienischen Journalisten ist es gelungen, mit ihm zu sprechen, auch wie er aussieht, weiß man nicht – und das, obwohl ab heute gegen ihn verhandelt wird.

Auch der deutsche Radio-Vatikan-Chef Pater Bernd Hagenkord sagt, man wisse relativ wenig über Sciarpelletti, er sei ja nach Festnahme und anschließender Freilassung abgetaucht. Aber: “Man weiß, dass er im Vatikan zuständig ist, unter anderem für die Computer oben im vierten Stock des Palastes, also da wo der Papst arbeitet. Was genau für ein Mensch das ist, das wissen wir nicht.”

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