Beschneidung: Geist und Fleisch


Beschneidungsbesteck: Juden und Muslime wundern sich über den aktuellen Furor über den Ritus ©DPA

Die Praxis wie auch die Ablehnung der Beschneidung sind in hohem Maß kulturrelativ. Die Unterstellung aber, ganze Bevölkerungsgruppen vergingen sich am Wohl ihrer Kinder, ist abwegig und anmaßend.

Von Reinhard BingenerFrankfurter Allgemeine

Vernunft und Zivilisation können auf archaische Riten rückständiger Minderheiten keine Rücksicht nehmen! Im Namen des Rechts ist es sogar geboten, unaufgeklärte Minderheiten vor der Verstümmelung ihrer Kinder zu schützen! In etwa so legten sich – zwei Jahrtausende vor Erfindung von Talkshow und Internetforum – auch schon griechische und römische Autoren die Sache mit der Beschneidung zurecht. In der longue durée hat sich also wenig geändert: Viele Europäer halten für fortschrittlich, was sie schon immer für fortschrittlich hielten.

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5 Antworten zu “Beschneidung: Geist und Fleisch

  1. Pingback: Kirche heute, 14. November 2012 « Moment Mal

  2. Warum wird jemand wie Professor Michael Wolffsohn nicht ueber andere Juedischen Ansichten befragt?,
    http://analytic-comments.blogspot.com/2012/10/michael-wolffsohns-foreskin-of-heart.html
    http://www.welt.de/print/die_welt/debatte/article108847257/Die-Vorhaut-des-Herzens.html
    http://www.tagesspiegel.de/meinung/andere-meinung/gastkommentar-zur-beschneidungsdebatte-danke-deutschland/7160872.html

    Die Skepsis der Pädiater
    Unausgegoren, katastrophal – die Kritik der Pädiater am Gesetzentwurf zur Beschneidung ist eindeutig. Sie sehen die UN-Kinderrechtskonvention verletzt – und das Gesetz quasi schon zur Verhandlung in Karlsruhe. Aber die Kinderärzte haben einen Kompromissvorschlag.Von Raimund Schmid,,,

    http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/gp_specials/beschneidung/article/824592/beschneidung-skepsis-paediater.html

    Die Tabuisierung jeglichen Vergleichs von männlicher mit weiblicher Genitalverstümmelung ist der große Skandal der Debatte. In beiden Fällen wird der empfindsamste und erogenste Teil des menschlichen Körpers amputiert oder schwer beschädigt. In beiden Fällen geht es in erster Linie um die Beschneidung menschlicher Sexualität.

    http://evidentist.wordpress.com/2012/09/11/beschneidung-ignoranz-und-sexismus/

    Und hie das Archiv für die ganze Debatte, auch jetzt in der USA,
    http://analytic-comments.blogspot.com/2012/08/the-circumcision-debate-links-and.html

    Glauben auch Sie wahrhaft dass das Abschneiden der Vorhaut, des sexuell empfindlichsten männlichen Teil, welches außer,dem Klitoris dem weiblichen entspricht und noch dazu 8 Tage nach der Geburt, zu rechtfertigen ist, nur weil sich die Abrahamistischen Relgionen,es als Ritual als identitätstiftend halten? Dem Gesetzentwurf,nach könnte ich ja jetzt meinen Sohn kastrieren lassen solang das man “ärztlicher Kunst” geschieht, ditto weibliche Beschneidung.
    Einen fauleren Kompromiss als diesen Entwurf habe ich wohl seit,langem nicht zu sehen bekommen.Sowie ich es sehe, haben sich inzwischen alle Christlichen Obrikeiten, von den Haredim Orthodoxen unterstützt, und auch Sie scheinen nicht,nur keine blasse Ahnung von Physiognomie noch von unterschiedlichen Jüdischen.

    Sollte es zu einer Volksabstimmung kommen, wuerde sich das Volk 75 %zentig gegen das neue Gesetz stimmen.

    ist der große Skandal der Debatte. In beiden Fällen wird der empfindsamste und erogenste Teil des menschlichen Körpers amputiert oder schwer beschädigt. In beiden Fällen geht es in erster Linie um die Beschneidung menschlicher Sexualität.

    Die Skepsis der Pädiater
    Unausgegoren, katastrophal – die Kritik der Pädiater am Gesetzentwurf zur Beschneidung ist eindeutig. Sie sehen die UN-Kinderrechtskonvention verletzt – und das Gesetz quasi schon zur Verhandlung in Karlsruhe. Wenn dieser Gesetz Vorschlag verwirklicht wird koennte ich theoretisth meinen Sohn kastrieren lassen und das Maedchen vestuemmeln. Das dann verstuemelte Grundgesetz! Professor Michael Wolffsohn in Artikeln in der Welt und TAZ erleuchtet auch andere Art und Weisen Juedisch zu sein, und es gibt wohl auch andere ein Muslim zu sein.

  3. Schon im “Überblick” über dem Artikel wird eine Behauptung aufgestellt, die zeigt, dass der Autor absolut keine Ahnung von dem hat, über was er nun schreiben will: »Die Unterstellung aber, ganze Bevölkerungsgruppen vergingen sich am Wohl ihrer Kinder, ist abwegig und anmaßend.«

    Er bestreitet offenbar grundsätzlich, dass eine vorsätzliche, medizinisch nicht notwendige, äußerst schmerzhafte Verstümmlung eines hoch empfindlichen Körperteils, nämlich des Penis und hier der Vorhaut des Jungen dessen Wohl mindestens zunächst und/oder in irgendeiner Weise entgegen stehe. Damit ist eine weitere Beschäftigung mit dem Artikel eigentlich schon überflüssig. Der Autor R. Bingener will sich gar nicht mit dem Für und Wider (insbesondere nicht mit dem Wider) der Beschneidung auseinander setzen.

    Er mault auch herrum, dass die Widerstände gegen diese archaische Praxis sich seit 2000 Jahren nicht geändert haben. Dass ein Ritual, das schon vor 2000 Jahren archaisch war, auch nicht moderner geworden ist, entgeht ihm. Und natürlich kommt auch wieder das Pseudo-”Argument”, dass man doch Jahrhunderte lang nicht darüber nachgedacht habe… Etc.

    Fazit: Der Mann wollte/will nicht sachlich argumentieren! Er wollte/will einfach auch mal zu den Thema was sagen, ohne sich aber auch nur mit irgendeinem Fetzen Wissen zu belasten.

    Was für ein unmöglicher Shmock!

  4. @Rolo
    Die Körperverstümmelung an sich ist nichts Neues. Unsere Urahnen haben sich große Scheiben in die Ohrläppchen gepflanzt, Knochen durch die Nasenscheidewand gebohrt, viele cm Schmuckringe um den Halz gewickelt bis zum Wirbelschaden, die Füsse verstümmelt bis zur Unfähigkeit richtig zu gehen und dergleichen Dummfug mehr. Immer galt das der jeweiligen Kultur als Schönheitsmerkmal oder als Beweis der Zugehörigkeit.

    Auch heute tätovieren die Menschen ihre Haut und ziehen sich Ringe durch Nasen, Ohren, Backen, Zunge, Lippen, Schamlippen und was auch immer.

    Man kann solchen Irrsinn optisch durch Wegschauen ignorieren, denn schönes Aussehen ist etwas anderes. Das Grauenhafte an der Sache ist die Verstümmelung unmündiger Kinder, die dazu keine profunde Meinung haben (können) und vielfach wie Gebetsmühlen nur die Sprüche ihrer hirnverbrannten Eltern runterleiern. Da muss man die Kinder gegen den Willen der Eltern schützen. Sobald sie erwachsen sind, können sie jeden Quatsch nachholen, so absurd er auch sein mag

  5. “Kulturrelativ” ! Das besagt im Falle der Beschneidungspraxis nicht mehr und nicht weniger, als um welche -aus Dummheit geborene Kultur- es sich bei der Beschneidungskultur handelt. Und dann immer diese saublöden Rechtfertigungsversuche für diesen abartigen Wahnsinn, durch die jeweiligen, religiotischen Klugscheißer. Wenn das nicht alles so menschenunwürdig und traurig wäre, könnte man doch nur noch laut darüber lachen.