Ein Militärpfarrer (Romantext-Indochinakrieg, 1953)
Fünfzehn Tage lang an der Spitze der Vorhut, war Miros jeden Augenblick darauf gefasst, auf eine Mine zu treten, oder, als wir den Dschungel durchquerten, in eine Fallgrube zu stürzen und aufgespießt zu werden. Er weigerte sich, wie sonst üblich, diesen gefährlichen Job abwechselnd anderen zu überlassen.
“Hier kann ich wenigstens nicht in einen Hinterhalt geraten”, sagte er nicht ohne Ironie. “Du in der Mitte, beim Stab, bist viel mehr gefährdet als ich da vorn. Und ich habe sogar einen geistlichen Beistand. Der Pfarrer war ein paar Mal vorn bei mir, um, wie er sagte, nach dem Rechten zu sehen. Ein Geistlicher müsse überall präsent sein. Ich habe ihn gefragt, ob es nicht genüge, dass der liebe Gott allgegenwärtig ist. ´Le bon Dieu`, habe ich gesagt.” “Der gute Gott.” “Ja. Der Pfarrer hat meine Ironie nicht bemerkt, vielleicht auch nicht bemerken wollen, denn er hat darauf geantwortet: ´Die meisten von euch wissen das nicht oder denken nicht daran, und ich muss bezeugen, dass niemand vor ihm verloren ist.`
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