Vom völkischen Größenwahn des Katholizismus


Vorige Woche im Vatikan. Der Papst ernennt 6 Kardinäle und nutzt die Gelegenheit, in Arroganz und Impertinez kaum zu übertreffender Art, den weltumspannenden Anspruch der katholischen Kirche zu betonen.

B16:

[...] Die Kirche sei “katholisch”, weil sich die christliche Botschaft an allen Menschen richte, [...]Zwar habe sich Jesu Mission zu Lebzeiten auf das jüdische Volk beschränkt. Von Anfang an sei sie jedoch darauf ausgerichtet gewesen, “allen Völkern das Licht des Evangeliums zu bringen”.

Die katholische Kirche sei im Auftrag Jesu verpflichtet jede ethnische, nationale und religiöse Spaltung zu überwinden. Tränen in den Augen knien die Katholen darnieder. Der Pappa gibt ihnen Größe zurück, verbal. Nach den Schlüpfrigkeiten unter priesterlicher Soutane, vor allem gegen Kinder, endlich wieder eine Frohbotschaft. Es kann nur eine Kirche Christi geben, natürlich die katholische. Ihre Universalität gründe letztlich auf der Universalität des “einzigen göttlichen Heilsplans für die Welt”.

Soviel dahin gelogene Dreistigkeit lässt den Atem aussetzen, lässt Geschichten und Geschichte aufleben. Da war doch mehr als ein göttlicher Heilsplan und wie haben diejenigen den Heilsplan empfangen und erfahren müssen, bei der Überwindung ethischer, nationaler und religiöser Spaltung? War es nicht das weltliche Schwert, welches die nicht Überzeugten kurzfristig ihren Schöpfer sehen ließ. War es nicht feudale und wirtschaftliche Macht, die die katholische Kirche zu dem werden ließ, was sie heute ist. Jeden noch so sauberen Begriff katholisch zu verunreinigen. Den Humanismus der Antike mit bräsigen Vokabeln des Glaubens zu verhunzen und ihn heute als das Nonplusultra des katholischen Christentums auszugeben. Hat Karl der Große nicht einen dreißigjährigen Krieg zur Christianisierung der Sachsen führen müssen. Das Kreuz Jesu Christi wurde den Sachsen mit fränkischen Panzerreitern gebracht. Mit der Okkupation des Landes ging die Zwangschristianisierung einher. Die Liste der Christianisierung des sogenannten “christlichen Abendlandes” lässt sich beliebig fortsetzen. Das Christentum nahm den Menschen die Freiheit.

In der “Neuen Welt”, sprich die Entdeckung und Christianisierung Amerikas, watete der katholische Mob im Blut. Ratzingers Äußerungen, zu ethnischer,nationaler und religiöser Spaltung befinden sich ausserhalb jedweder Realität.

Religiöse Institutionen haben Verbrechen vollzogen, geduldet und begünstigt. Es existieren drei päpstliche Bullen die sich genau mit dem Thema beschäftigen. Dum Diversas, herausgegeben von Papst Nickolas V., 1452, welcher dem portugiesischen König Alfonso V. zur Reduzierung der Muslime und Heiden und anderer Ungläubiger durch kontinuierliche Sklaverei aufforderte, die katholische Kirche machte sich so zum Zeremonienmeister des Westafrikanischen Sklavenhandels. Vom gleichen Verbrecher kam dann auch die nächste Bulle, 1455, welche die Besitznahme von nicht-christlichem Land sanktionierte und zur Sklaverei  der nicht-christlichen Bevölkerung ermutigte, insbesondere in Afrika und in der Neuen Welt. Mit dieser Bulle gab der Pontifex grünes Licht für die Eroberung, Unterwerfung, Auswahl und Ausbeutung von Muslimen, Heiden und aller anderen, Nicht-Christen. Alles im Namen Jesus Christus und nur zu einem Zweck, Profit.
Die Bulle Inter Caetera, von Papst Alexander VI., befahl dem katholischen Spanien alle Bewohner der Neuen Welt im katholischen Glauben zu “unterrichten”. Diese Bulle sanktionierte und ebnete den Weg für die Eroberung und Kolonisation der Amerikas durch Europa. Diese drei päpstlichen Orders öffneten die Schleusentore für alles, was nun folgen sollte, Krieg, Mord, Raub, Vergewaltigung, Plünderung, Entführung, Völkermord und Sklaverei von Millionen. Sie errichteten den Grundstock des Sklavenhandels im 15. und 16. Jahrhundert und bereiteten der kapitalischen Welt, so wie wir sie heute kennen, die Basis.

Soviel zur Heilsbotschaft des Christentums und den Lügen aus Rom. Wäre es nicht an der Zeit, sich für die getätigten Verbrechen bei den Völkern zu entschuldigen, für das unsägliche Leid mit dem man Kontinente verwüstete?

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3 Antworten zu “Vom völkischen Größenwahn des Katholizismus

  1. “Das Schicksal mischt die Karten, und wir spielen.” Arthur Schopenhauer
    Und einer von uns spielt den unfehlbaren Papamobilfahrer.
    Schöne Grüße aus der Freidenker Galerie
    Rainer Ostendorf
    http://www.freidenker-galerie.de
    Bilder mit atheistischen Sprüchen

  2. Mal wieder ganz großes Kino aus Vatiwood. (Hollywood ist Dreck dagegen.) :-)

  3. Heil! Heil! … ach vergiss es.