Archiv der Kategorie: Gesellschaft

Wohin geht die Reise der Katholischen Kirche?

DBK, Screenshot: BB

DBK, Screenshot: BB

Die deutschen Bischöfe und Weihbischöfe treffen sich in Fulda. Das brennendste Thema ist die Sterbehilfe – vordergründig. Ein Konflikt in der Kurie wird das Gesprächsthema auf den Gängen sein.

Von Christian EcklDIE WELT

Eine Bischofskonferenz, das weiß man in Kirchenkreisen, hat immer drei Dimensionen. Bestenfalls ist der Heilige Geist mit dabei, der den Kirchenfürsten und ihrer zweiten Garde, den Weihbischöfen, die richtigen Argumente einhaucht. Dann gibt es das offizielle Programm, das es auszufüllen gilt – heuer, wenn sich die Oberhirten mit ihren Weihbischöfen traditionell ins Priesterseminar von Fulda zurückziehen, ist es die Debatte um die Sterbehilfe. Und natürlich die dramatisch zunehmenden Kirchenaustritte.

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Taj Hargey öffnet explizit schwulentolerante Moschee

Themenbild: Die Sultan-Ahmed-Moschee mit ihren sechs Minaretten in Istanbul, Bild. wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

In der südafrikanischen Metropole Kapstadt gibt es Moslems, seit die Niederländischen Ostindien-Kompanie ihren dort angesiedelten Bauern im 17. Jahrhundert malaiische Arbeitskräfte lieferte. Die mit einheimischen Khoe vermischten Nachkommen dieser Sklaven sprechen heute das aus dem Niederländischen entstandene Afrikaans (das sie im 18. Jahrhundert mit als erste verschriftlichten), haben aber den Islam als Religion über die Generationen hinweg beibehalten.

Von Peter MühlbauerTELEPOLIS

Am Freitag bescherte Taj Hargey vom Muslim Educational Center Oxford (MECO) diesen 166.000 Kapmalaien und den anderen in der Vier-Millionen-Einwohner-Stadt lebenden Moslems eine “offene Moschee” im Stadtteil Wynberg, die sich in dreierlei Hinsicht von anderen islamischen Gebetshäusern unterscheidet: Dort beten Männer gemeinsam mit Frauen, Frauen dürfen vor Männern predigen und Homosexuelle sollen ebenso willkommen wie Heterosexuelle.

Wer Hargey kennt, den überrascht das nur bedingt: 2008 erregte der in Kapstadt geborene Theologe Aufsehen, als er Amina Wadud als Vorbeterin eines gemischtgeschlechtlichen Freitagsgebets in Oxford engagierte. Ein insofern mutiger Vorstoß, als die Amerikanerin in ihrer Heimat für diesen (dort bereits zuvor durchgeführten) Tabubruch Bombendrohungen hinnehmen musste.

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Relativitätstheorie besteht Test

ProteinuhrDeutschen Physikern gelang es an einem Teilchenbeschleuniger, eine der wichtigsten Vorhersagen von Albert Einsteins spezieller Relativitätstheorie zu bestätigen.

Von Daniel LingenhöhlSpektrum.de

Eine der wichtigsten Vorhersagen der speziellen Relativitätstheorie von Albert Einstein ist die Dehnung der Zeit (auch Zeitdilatation genannt): Eine Uhr, die sich bewegt, geht langsamer als eine stationäre Uhr. Und je stärker sich die Uhr der Lichtgeschwindigkeit nähert, desto mehr dehnt sich die Zeit. Nun ist es Physikern um Benjamin Botermann von der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz gelungen, diese wichtige Voraussage so präzise wie noch nie zu bestätigen und mit der Doppelresonanz-Spektroskopie zu messen. An Stelle einer sich bewegenden Uhr verwendeten die Forscher Lithiumionen, die sie auf ein Drittel der Lichtgeschwindigkeit beschleunigten. Dann maßen sie, wie viele Übergänge im Lithium stattfanden, weil Elektronen zwischen den verschiedenen Energieniveaus hin- und hersprangen – die Frequenz dieser Übergänge diente als “Ticken” der Uhr. Als ruhende “Uhr” dienten wiederum Übergänge in Lithiumionen, die nicht beschleunigt wurden.

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Gewalt gegen Lebensschützer: Volker Beck ist ‘geistiger Brandstifter’

Volker Beck, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0/MathiasSchindler

Evangelische Kirche und CDU verurteilen Gewalt gegen Lebensschützer. AfD-Abgeordnete von Storch: Volker Beck ist “geistiger Brandstifter” – Beck hatte Teilnehmer in die Nähe des Rassismus gerückt.

kath.net

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz hat die Gewalt gegen Teilnehmer beim Marsch für das Leben am 20. September in Berlin verurteilt. Zwar habe die EKD eine differenziertere Position in der Frage von Abtreibung als die Ausrichter, weshalb sie die Demonstration auch nicht durch eine Grußbotschaft unterstützt habe. Dennoch verteidige sie das Recht der Teilnehmer diese Meinung zu vertreten: „Dass Demonstranten angegriffen wurden, ist ein Verstoß gegen die Demonstrationsfreiheit“, sagte deren Sprecher Volker Jastrzembski auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Auch Lebensschützer müssten das Recht haben, ihre Position ohne Einschränkungen zu vertreten. Ähnlich äußerte sich CDU-Generalsekretär Peter Tauber. Die Angriffe zeigten wieder einmal, „dass gerade diejenigen, die für sich Toleranz und die Achtung ihrer Meinung einfordern, umgekehrt nicht bereit sind zu akzeptieren, dass es zu bestimmten ethischen Grundfragen Menschen gibt, die anders denken“. Dass die Partei „Die Linke“ 1.500 Euro für Aktionen gegen den Marsch zur Verfügung gestellt habe, spreche für sich.

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Religiöse kämpfen gegen “Vorurteile”

(v.l.) Rolf Schieder und Wolfgang Thierse (SPD) sprachen über die Lage der Religionsgemeinschaften in der deutschen Gesellschaft Foto: pro

In der Gesellschaft wird die Rolle der Religion zunehmend in Frage gestellt. Das haben Vertreter verschiedener Glaubensrichtungen am Montag bei einer Tagung in Berlin erklärt. Muslime, Protestanten, Katholiken, Juden und Freikirchler riefen ihre Glaubensgeschwister deshalb zu mehr gesellschaftlichem Engagement auf.

pro Medienmagazin

In der Gesellschaft gären antireligiöse Vorurteile. Das erklärte der evangelische Theologe Rolf Schieder von der Humboldt-Universität zu Berlin bei der Tagung „Religion ist (nicht) Privatsache“ der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung. Die Beschneidungsdebatte vor zwei Jahren habe ein „enormes Unverständnis“ für religiöse Rituale offenbart. Es herrsche ein „grundlegendes kulturelles Unbehagen“ in Fragen des Glaubens vor. „Religionskonflikte werden zu einem Kulturkampf“, folgerte Schieder. Er kritisierte einen Mangel an religiöser Selbständigkeit in Deutschland. Der Staat kümmere sich in Form des Religionsunterrichts sogar um die religiöse Erziehung. Schieder wünscht sich deshalb eine „Selbstaktivierung der Gläubigen“.

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Are the robots about to rise? Google’s new director of engineering thinks so…

The Terminator films envisage a future in which robots have become sentient and are at war with humankind. Ray Kurzweil thinks that machines could become ‘conscious’ by 2029 but is optimistic about the implications for humans. Photograph: Solent News/Rex

The Terminator films envisage a future in which robots have become sentient and are at war with humankind. Ray Kurzweil thinks that machines could become ‘conscious’ by 2029 but is optimistic about the implications for humans. Photograph: Solent News/Rex

Ray Kurzweil popularised the Teminator-like moment he called the ‘singularity’, when artificial intelligence overtakes human thinking. But now the man who hopes to be immortal is involved in the very same quest – on behalf of the tech behemoth.

By Carole Cadwalladrtheguardian|TheObserver

It’s hard to know where to start with Ray Kurzweil. With the fact that he takes 150 pills a day and is intravenously injected on a weekly basis with a dizzying list of vitamins, dietary supplements, and substances that sound about as scientifically effective as face cream: coenzyme Q10, phosphatidycholine, glutathione?

With the fact that he believes that he has a good chance of living for ever? He just has to stay alive “long enough” to be around for when the great life-extending technologies kick in (he’s 66 and he believes that “some of the baby-boomers will make it through”). Or with the fact that he’s predicted that in 15 years’ time, computers are going to trump people. That they will be smarter than we are. Not just better at doing sums than us and knowing what the best route is to Basildon. They already do that. But that they will be able to understand what we say, learn from experience, crack jokes, tell stories, flirt. Ray Kurzweil believes that, by 2029, computers will be able to do all the things that humans do. Only better.

But then everyone’s allowed their theories. It’s just that Kurzweil’s theories have a habit of coming true. And, while he’s been a successful technologist and entrepreneur and invented devices that have changed our world – the first flatbed scanner, the first computer program that could recognise a typeface, the first text-to-speech synthesizer and dozens more – and has been an important and influential advocate of artificial intelligence and what it will mean, he has also always been a lone voice in, if not quite a wilderness, then in something other than the mainstream.

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Weihnachtsartikel im Herbst: Deutsche sind genervt

Foto: Fotolia/Yvonne Fritsche/evangelisch.de

Fast ein Drittel fordert in einer Umfrage ein gesetzliches Verbot für Supermärkte, schon Monate vor dem Fest Lebkuchen und Glühwein zu verkaufen. Die meisten Befragten möchten frühestens im November mit dem Fest in Berührung kommen.

evangelisch.de

Gut drei Monate vor Heiligabend sind die meisten Bundesbürger vom weihnachtlichen Warenangebot in den Geschäften genervt. Fast jeder Dritte in Deutschland wünscht sich deshalb ein Verbot für Lebkuchen, Glühwein und Weihnachtslieder in den Läden vor einem bestimmten Stichtag im Jahr. Das ergab eine Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa. Demnach befürworten 31 Prozent eine gesetzliche Regelung gegen frühzeitige Weihnachtsangebote. 59 Prozent sind gegen ein Verbot.

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Wieso wegen des Islamismus die Religion an sich infrage stellen?

Religion verschwindet nicht aus der modernen WeltIn Europa wächst die Angst vor dem Islam und die Ablehnung alles Religiösen. Klare Differenzierung zwischen den Religionen und Gläubigen tut jedoch not.

Von Gudula WalterskirchenDie Presse

Im Zuge der Debatte um den islamistischen Terror wähnen sich jene im Aufwind, die Religion an sich abschaffen wollen. Angesichts der unglaublichen Brutalität, mit denen die IS-Terroristen unter dem Banner des Islam wüten, werden gleich alle anderen Religionen mit in einen Topf geworfen und verworfen. Da werden Uralt-Argumente wie die Kreuzzüge vorgebracht, deren letzter vor mehr als 600 Jahren (!) stattgefunden hat, und die längst nicht mehr Leitlinie der christlichen Kirchen sind. Sogar das Grüß Gott wollen radikale Atheisten abschaffen.

Die Gleichsetzung mit dem Islamismus ist völlig unzulässig, ebenso die Umkehrung von Tätern und Opfern: Etwa 100Millionen Christen werden derzeit weltweit verfolgt, mehr als alle anderen Anhänger eine Kreuzzüge er Religion. Laut Weltverfolgungsindex trauriger Spitzenreiter ist Nordkorea, gefolgt von Somalia, Syrien und dem Irak. Sie werden vertrieben, vergewaltigt, beraubt, unterdrückt, gefoltert oder gar ermordet. Islam bedeutet wörtlich Unterwerfung, das Gottesgebot steht über allem, „Ungläubige“ haben sich diesem ebenso zu unterwerfen.

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Deutscher Juristentag erteilt “NSU Gesetz” klare Absage

Deutsche Gesetze © MiG

Das NSU Gesetz von Justizminister Heiko Maas löst beim Deutschen Juristentag Kopfschütteln aus. Das sei reine Symbolik, kritisierten Experten das Gesetzesvorhaben.

MiGAZIN

Die Mängellisten in NSU Untersuchungsausschüsseden Berichten der NSU Untersuchungsausschüsse sind lang. Die Sicherheitsbehörden stehen ebenso wie der Gesetzgeber auf der Sollseite. Getan hat sich bis heute allerdings nicht viel. Und das, was als Umsetzung der Empfehlungen der Untersuchungsausschüsse präsentiert wurde, überzeugt nicht.

So haben rund 2.500 Juristen am 70. Deutschen Juristentag den neuen NSU Gesetze von Justizminister Heiko Maas (SPD) eine klare Absage erteilt. Die Pläne des Justizministeriums wurden bei einer Abstimmung von der ganz überwiegenden Mehrheit der Juristen abgelehnt.

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Bundestagsabgeordneter kritisiert ZDF-Mitarbeiter

Hubert Hüppe war der einzige Bundestagsabgeordnete beim „Marsch für das Leben” Foto: Klaus Jürgen Hövener, Wikipedia | CC-BY-NC 2.0

Der Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe (CDU) hat am Samstag erklärt, Mitarbeiter des ZDF hätten ihn beim „Marsch für das Leben“ körperlich „angegangen“. Sie hätten für die Satiresendung „heute-show“ gearbeitet.

pro Medienmagazin

Hüppe, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Internen Lebensrechtgruppe „Christdemokraten für das Leben“, hatte am Samstag gemeinsam mit über 5.000 Menschen in Berlin gegen Abtreibung und Euthanasie demonstriert. Gegenüber der katholischen Nachrichtenagentur kath.net berichtete er anschließend: „Ich wurde von Mitarbeitern des ZDF körperlich angegangen, das heißt: weggestoßen.“ Zuvor habe er andere Demonstranten darauf hingewiesen, dass das ZDF-Team nicht etwa für eine Informationssendung, sondern für die Satiresendung „heute-show“ unterwegs sei.

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Lebensschutz: Holi Powder statt Holy Shit

1000 Kreuze in Berlin 2008/Quelle: Brights Berlin

1000 Kreuze in Berlin 2008/Quelle: Brights Berlin

In Berlin sorgte ein Marsch der Lebensschützer aus dem Spektrum rechts von der CDU für Proteste.

Von Peter Nowak—TELEPOLIS

Selbst Gottes selbsternannter Stellvertreter gab seinen Segen und schickte ein Grußwort zum Marsch für das Leben, der am Samstag mit dem Motto “Für ein Europa ohne Abtreibung und Euthanasie” zum zehnten Mal durch Berlin gezogen ist. Neben Franziskus schickten auch zahlreiche niedrigere Chargen in der Kirchenhierarchie und Politiker von  CDU/CSU Grußadressen. In der protestantischen Kirche sorgte der Marsch hingegen für Streit.

Dazu mag auch beigetragen haben, dass der Marsch für das Leben schon längst neben christlichen Fundamentalisten das Spektrum rechts von der Union anzieht. Auch Politiker der Alternative für Deutschland gehören zu den Unterstützern. Schließlich streitet die rechtskonservative “Zivile Koalition” nicht nur beim Marsch für das Leben gegen die Abtreibung im europäischen Rahmen. Sie hat in Deutschland Unterschriften für ein schließlich von der EU-Kommission abgelehntes Verbot der Finanzierung von Schwangerschaftsabbrüchen gesammelt. Die Sprecherin der Zivilen Koalition Beatrix von Storch wird als Afd-Europaabgeordnete die Anliegen der Lebensschützer vertreten. Storch wird in ihren Kreisen dafür gefeiert, dass sie in der rechtskonservativen Wochenzeitung Junge Freiheit einen geplanten Auftritt der Künstlerin Conchita Wurst im Europaparlament als überflüssig bezeichnete. Die Junge Freiheit gehört bereits seit Jahren zu den publizistischen Unterstützern der Märsche für das Leben.

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Die Charakteristika der Realitätsverleugnung

Steven Novella, Image: RDF

Realitätsverleugnung ist real. Damit meine ich, dass Realitätsverleugnung eine definierbare intellektuelle Strategie ist, die meist dieselben gemeinsam auftretenden Merkmale aufweist. Ich schrieb vor 12 Jahren zum ersten Mal über Realitätsverleugnung, noch bevor diese Bezeichnung durch die globale Erderwärmung weithin bekannt wurde.

Von Steven NovellaRichard Dawkins-Foundation

Ich wies damals darauf hin, dass gewisse Überzeugungen meist auf denselben irrigen Argumenten beruhen – HIV-Leugnung, Kreationismus (Verleugnung der Evolution), Verleugnung des Holocausts sowie Verleugnung von Geisteskrankheiten. Aktuell würde ich noch die Verleugnung der globalen Erderwärmung und die Verleugnung der Keimtheorie (als Ursache von Krankheiten, Anm. d. Übers.) bzw. der Impfwissenschaft hinzufügen.

Damals bezeichnete ich Realitätsverleugnung als eine Unterkategorie der Pseudowissenschaft, die zwar versucht, sich zur Irreführung der Sprache des Skeptizismus zu bedienen, jedoch den eigentlichen Prozess wissenschaftlicher Skepsis scheut. Darüber hinaus befindet sich die Realitätsverleugnung aber auf derselben Skala wie der Skeptizismus, ohne eindeutige Grenzlinie (ähnlich wie bei Wissenschaft und Pseudowissenschaft). Menschen neigen auch dazu, sich selbst als Messlatte zu verwenden: Jeder, der skeptischer ist als du, ist ein Leugner; und jeder, der weniger skeptisch ist als du, ist ein wahrhaftig Glaubender.

Der Genetiker Sean B. Carroll (nicht zu verwechseln mit dem Physiker Sean M. Carroll) erstellte in seinem Buch „Die Darwin-DNA: Wie die neueste Forschung die Evolutionstheorie bestätigt“ (2008) eine Liste der seiner Meinung nach sechs Hauptkennzeichen der Realitätsverleugnung. Die Liste ist großartig, ich möchte sie im Folgenden näher ausführen:

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Pilgerreise auf dem Darwin-Pfad

Ioan Hefin spricht, verkleidet als Naturforscher Alfred Russel Wallace, zu seinen Anhängern. | © Urs Willmann

Evolution: In London spazierten Naturfreunde 3,8 Milliarden Jahre in die Vergangenheit – zum Ursprung des Lebens

Von Urs WillmannZEIT ONLINE

Meine bisher längste Wanderung ließ sich in Stunden bemessen. Für die heutige sind größere Dimensionen nötig. Ich habe mir 3,8 Milliarden Jahre vorgenommen. Das könnte sich hinziehen. Ich hoffe, die eingepackten Double-Chocolate-Cookies und die Nüsse und Rosinen reichen bis ins Ziel: zum Anfang des Lebens.

Knapp hundert Leute stehen mit mir vor dem Klinkerbau der Chingford Railway Station im Norden Londons. Gemeinsam wollen wir uns auf den menschlichen Zweig des Ancestor’s Trail begeben. Dies ist keine Wanderung im herkömmlichen Sinn, es ist eine Pilgerreise. Aber auch innerhalb der Kategorie Pilgerreise ist es kein gewöhnliches Unternehmen. Es fehlt das religiöse Element, komplett.

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Kirchensteuer: Wer nicht zahlt, soll halt die Kirche verlassen

Katholik Matthias Matussek und Protestant Matthias Kamann im Streitgespräch Foto: Jakob Hoff/bearb. BB

Katholik Matthias Matussek und Protestant Matthias Kamann im Streitgespräch Foto: Jakob Hoff/bearb. BB

Die Kirchenaustritte nehmen zu. Auch weil viele neuerdings merken, dass auch auf Kapitalerträge Kirchensteuer fällig wird. Soll man diese abschaffen? Matthias Kamann und Matthias Matussek streiten.

DIE WELT

Matthias Kamann: Ich weine diesen Leuten keine Träne nach. Kirche ist Gemeinde, und die beruht auch auf finanziellen Gaben. Wer sich daran nicht beteiligen will, soll halt gehen.

Matthias Matussek: Meist garnieren sie aber ihren Austritt mit Unzufriedenheit. Kürzlich sagte mir eine Stadträtin, sie sei wegen Tebartz-van Elst ausgetreten. “Aber Sie sind doch Protestantin”, sagte ich. “Ist doch egal”, sagte sie. Die meisten sind noch nicht ausgetreten, weil sie es vergessen haben, so wie bei einem Zeitungs-Abo. Aber natürlich halte ich die Kirchensteuer für Teufelszeug.

Kamann: Es ist nicht teuflisch, sondern gerecht, den Gemeindebeitrag auf Basis der individuellen Leistungsfähigkeit zu erheben, die sich an der jeweiligen Steuerpflicht ablesen lässt.

Matussek: Kirchensteuer, das ist moderner Ablasshandel. Das ist – zumindest bei uns Katholiken – Sakramente nur gegen Vorkasse. Das halte ich für Perversion. Und Sie als Protestant müssten erst recht Sturm laufen!

Kamann: Wieso Vorkasse? Die Apostelgeschichte lässt keinen Zweifel, dass Christen an die Gemeinde Geld abzugeben haben. Dort müssen Hananias und Saphira sterben, weil sie vom Geld aus dem Verkauf eines Ackers etwas für sich behalten haben.

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Wenn Götzen über Götzendienst reden

Bild: youtube

Bild: youtube

Religionsfreiheit – ein gemeinsamer Raum, ein Bereich der Achtung und der Zusammenarbeit, der mit der Beteiligung aller aufgebaut werden muss, auch derer, die keine religiöse Überzeugung besitzen.

kath.net

Am Nachmittag seines Apostolischen Besuchs in Albanien begegnete Papst Franziskus an der Katholischen Universität „Nostra Signora del Buon Consiglio“ in Tirana den Führern anderer Religionen und anderer christlicher Konfessionen. Seine Ansprache konzentrierte der Papst auf das Menschenrecht der Religionsfreiheit.

„Wenn man im Namen einer Ideologie Gott aus der Gesellschaft ausstoßen will, betet man schließlich Götzen an, und sehr bald verliert auch der Mensch sich selber, wird seine Würde mit Füßen getreten und werden seine Rechte verletzt. Ihr wisst genau, zu welchen Brutalitäten der Entzug der Gewissens- und der Religionsfreiheit führen kann und wie aus dieser Wunde eine von Grund auf erschöpfte Menschheit hervorgeht, weil sie keine Hoffnung und keine geistigen Anhaltspunkte hat.“

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Katholische Bischöfe beraten über Sterbehilfe und Kirchenaustritte

Logo Deutsche Bischofskonferenz

Logo Deutsche Bischofskonferenz

Die katholischen Bischöfe in Deutschland kommen an diesem Montag zu ihrer Herbst-Vollversammlung in Fulda zusammen.

evangelisch.de

Bis Freitag werden die Bischöfe unter Leitung von Kardinal Reinhard Marx unter anderem über die aktuelle Debatte zur Sterbehilfe und die jüngste Kirchenstatistik des Jahres 2013 beraten. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Konflikt im Irak und die Lage der Christen im Nahen Osten. Die Vollversammlung aller Bischöfe, die regelmäßig im Frühjahr und Herbst zusammentritt, ist das oberste Gremium der Bischofskonferenz.

Im Jahr 2013 verzeichnete die katholische Kirche 178.805 Kirchenaustritte, rund 60.000 mehr als im Jahr davor.

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The uses and abuses of Charles Darwin

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Darwin-Büste, Naturkundemuseum Berlin, Bild: BB

I’m at the Cambridge University college that Charles Darwin attended before heading off on a ship to change the world’s views about the origin of the species, particularly the evolution of humans.

By Douglas ToddThe Vancouver Sun

Darwin’s theories have been used and abused for many things in the past century or two — to promote racism and defeat racism, promote competition and encourage cooperation, to treat humans as objects and see them as special, to believe humans are machines and to say they have free choice, to attack religion and advance religion (particularly through a movement sometimes known as ‘theistic evolution”).

A conference at Christ’s College in Cambridge, organized by The Faraday Institute for Science and Religion and sponsored by the Templeton Foundation, is actually titled “The uses and abuses of biology.” But quite a bit of it focuses on that revolutionary scientific figure, Darwin (less so on the so-called co-founder of evolution, Alfred Russell Wallace, who was Welsh and had a much less privileged education.)

There are paintings and sculptures of Darwin around the elegant, gated campus, along with paintings of other Christ’s College students, such as the poet John Milton, author of Paradise Lost (written in 1667). The former Archbishop of Canterbury, Rowan Williams, also went here. I’d be lying if I didn’t say I’m impressed by the history. Of course it’s easy to historically impress someone who lives in a province where the earliest standing building is only about 120 years old.)

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Sokratische Demokratie

Büste des Sokrates, römische Kopie eines griechischen Originals, 1. Jahrhundert, Louvre, Paris. Bild wikimedia.org/CC BY-SA 2.5

Der Philosophieprofessor Michael Hampe begeistert sich in seinem Buch Die Lehren der Philosophie weniger an deren Tauglichkeit, sich dem akademischen und öffentlichen Diskurs anzupassen, als an ihrem subversiven Potential. Dieses versucht er unter Rückbesinnung auf Sokrates und mit einem Blick auf Wittgenstein herauszuarbeiten.
Von Reinhard JellenTELEPOLIS

Herr Hampe, welchen Einfluss hat die gesellschaftliche Praxis auf die Philosophien und umgekehrt?

Michael Hampe: “Die Philosophien” im allgemeinen sind eine zu heterogene Gruppe, um die Relevanz der gesellschaftlichen Praxis für sie und die der Philosophie für die jeweilige Praxis einzuschätzen. Es gibt auf der einen Seite in der Philosophie Tätige, die ganz auf die internen professionell-akademischen Probleme ihrer Disziplin, beispielsweise der Modallogik, bezogen sind, keinen Kontakt zu den Einzelwissenschaften pflegen und sich nicht um die gesellschaftliche Praxis kümmern. Sie gehen in der Regel von Modellen der Erkenntnis aus, in denen die konkreten einzelwissenschaftlichen Verfahren und die konkreten gesellschaftlichen Verhältnisse gar keine Rolle spielen. Die Ergebnisse, zu denen die sich in der solchen Idealen des Erkennens bewegende Philosophie kommt, sind wiederum völlig irrelevant für die Einzelwissenschaften und das gesellschaftliche Leben.

Auf der anderen Seite arbeiten Philosophen mit Medizinern, Politikern, Menschenrechts- und Klimaschutzorganisationen zusammen, kümmern sich um die Ethik der Sterbehilfe und der Tierhaltung, Probleme des so genannten gerechten Krieges und möglicher Anreizsysteme zur Verringerung des CO2-Ausstosses. Ob die so konkret arbeitenden Philosophinnen und Philosophen in ihrer Arbeit von allgemeinen Ideologien und abstrakten Doktrinen geleitet werden oder ob ihre Reflexionen vor allem durch ihre Erfahrungen mit den konkreten Problemen gesteuert werden, mit denen sie zu tun haben, kann man nur im Einzelfall entscheiden.

Und zwischen den Formalisten im akademischen Elfenbeinturm und den ganz angewandt arbeitenden Philosophen mit und ohne ideologische oder doktrinäre Scheuklappen gibt es eine Reihe von Abstufungen im Praxisbezug. Es gibt politische Philosophien des Liberalismus, die nichts als eine “philosophische Absegnung” bestimmter gesellschaftlicher Verhältnisse im Spätkapitalismus sind und es gibt philosophische Untersuchungen, wie die von Raymond Geuss, die sehr konkrete politische Entwicklungen, wie beispielsweise das Verhalten von Tony Blair im Irak-Krieg extrem kritisch analysieren, ohne dabei einfach schematisch eine bestimmte praktische oder politische Philosophie, sei es die von Kant oder Mill oder die von Marx oder Adorno einfach zur Anwendung zu bringen.

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Forget about Iran. In Washington, everyone’s speaking ISish

Fighters from the Islamic State seen marching in their stronghold of Raqqa, Syria, June 2014. (photo credit: AP/Militant Website, File)

Remember the danger posed by Tehran’s drive to the bomb, and Obama’s pledge to foil it? Well, nobody else in the US seems to.

By Avi IssacharoffTHE TIMES OF ISRAEL

For several days now, American news networks have been intensively, almost obsessively, covering the Islamic State and the war declared on the terror group by US President Barack Obama.

Chilling clips produced by the jihadist group in order to deter the US are being aired over and over again. The terror group’s strategy appears to be paying off, at least in terms of the amount of media interest it has elicited in America.

If an alien were to land in Washington today and follow media reports on the Islamic State phenomenon — as well as witness the level of interest the group has created in the White House, Congress and the Senate — it might well conclude, mistakenly, that we are dealing with an evil empire the likes of which humanity has never seen, one which represents the only threat to the stability of the world in general, and to the Middle East in particular.

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„Gott macht Müll“—Altmänner-Riege will Gebärmütter kontrollieren

In den Redebeiträgen betonten die Redner, dass jeder Mensch “Gottes erste Wahl” ist Foto: Friederike Lübke

Etwa 5.000 Menschen haben bei dem „Marsch für das Leben“ in Berlin gegen Abtreibung und Euthanasie demonstriert. Gegendemonstranten störten die Veranstaltung mit Lärm und Sprechchören gegen den christlichen Glauben.

pro Medienmagazin

Grün ist die Farbe des Morgens. Vor dem Bundeskanzleramt in Berlin haben sich mehrere hundert Teilnehmer für den „Marsch für das Leben“ versammelt. Jugendliche, Familien mit kleinen Kindern, Geistliche und Menschen mit Behinderungen halten grüne Luftballons und grüne Plakate in die Luft, auf denen Sprüchen stehen wie „Inklusion statt Selektion“ oder „Abtreibung ist Unrecht“. Der Regen hat gerade erst nachgelassen, die Luft ist schwül. Neben der Bühne warten Polizisten.

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