Archiv der Kategorie: Bildung

Horkheimer-Nachlass jetzt auch online

Horkheimer war zusammen mit Theodor W. Adorno einer der Begründer der kritischen Theorie der Frankfurter Schule. Er wurde am 14. Februar 1895 in Stuttgart geboren und ist am 7. Juli 1973 in Nürnberg gestorben. (picture alliance / dpa)

Die Digitalisierung verändert das wissenschaftliche Arbeiten. Das zeigt ein Beispiel der Frankfurter Universität. Seit Kurzem haben Forscher und Philosophie-Interessierte online Zugang zum umfangreichen Nachlass des Philosophen Max Horkheimer, der als Mitbegründer der sogenannten Frankfurter Schule gilt.

Von Peter LeuschDeutschlandfunk

“Wir glauben, dass die sozialwissenschaftliche Erkenntnis doch gewisse Möglichkeiten bietet, dem Unheil wirksam zu begegnen, das in Europa schon vielen Menschen das Leben gekostet hat”,

erklärt Max Horkheimer 1954 auf einem Vortrag über die Aufgaben und die Verantwortung einer kritischen Soziologie. Konkret bezieht er sich hier auf seine Forschungen während der Emigration zum autoritären Charakter.

“Wir vermuten nicht länger, sondern kennen die psychologischen Kräfte, die einen Menschen anfällig für nationalsozialistische oder andere totalitäre Anschauungen machen.”

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Homeschooling-Eltern bekommen Sorgerecht zurück

Das Sorgerecht haben die Wunderlichs zurück, dies ändere aber nichts an der Schulpflicht ihrer Kinder, sagte ein Gerichtssprecher (Archivbild) Foto: flickr / IowaPolitics.com | CC-BY-SA 2.0

Das christliche Heimschul-Elternpaar Petra und Dirk Wunderlich bekommt das komplette Sorgerecht für seine Kinder zurück. Dies bestätige ein Sprecher des Oberlandesgerichtes Frankfurt gegenüber pro. Zuletzt unterrichteten die Eltern ihre Kinder erneut zu Hause.

pro Medienmagazin

Das Oberlandesgericht Frankfurt (OLG) gibt mit einem Beschluss vom 15. August den Wunderlichs das komplette Sorgerecht für ihre vier Kinder wieder, sagte Jens Kreiling, stellvertretender OLG-Sprecher, gegenüber pro. Damit ist der Beschluss des Darmstädter Amtsgerichts, der den Eltern teilweise das Sorgerecht entzog, aufgehoben. Das Jugendamt strebe derzeit nicht an, die Kinder noch einmal aus der Familie heraus zu nehmen. Seit Ende Juni blieben die Kinder wieder der Schule fern. Dieser strafrechtliche Aspekt müsse allerdings getrennt vom Familienrecht gesehen werden, sagte Kreiling.

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Leben wir in einem Hologramm?

Das Holometer-Expierment soll Hinweise auf ein hologafisches Universum finden. © Fermilab

Alles nur eine Illusion? Ein einzigartiges Experiment soll herausfinden, ob wir in einem holografischen Universum leben – einem Kosmos, dessen drei Dimensionen nur eine Projektion winziger zweidimensionaler Grundbausteine sind. Das klingt verrückt, ist aber in der Quantenphysik denkbar. Das “Holometer” in den USA soll dieser Frage auf den Grund gehen und hat nun seine Arbeit aufgenommen.

scinexx.de

Ein Hologramm erzeugt die Illusion eines dreidimensionalen Bildes, dennoch ist die Information dafür nur in zwei Dimensionen gespeichert – auf einer speziellen Fotoplatte. Und so ähnlich stellt sich eine Theorie über die Natur unseres Universums auch den Kosmos vor: als Projektion winziger Grundeinheiten, die nur zwei Dimensionen besitzen. Diese “Grundpixel” der Raumzeit verbergen sich der Theorie des holografischen Universums nach in der kleinstmöglichen Größenordnung des Raums, der Plancklänge von 10 hoch minus 33 Zentimetern.

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NRW-Schulministerin Löhrmann predigt: „Jesus wertet nicht“

Nordrhein-Westfalens Schulministerin Silvia Löhrmann ist überzeugt, dass Jesus der Inklusion positiv gegenüber gestanden hätte Foto: Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen / Wikipedia | CC-BY-SA 2.0

Die nordrhein-westfälische Schulministerin Sylvia Löhrmann (Bündnis90 / Die Grünen) ist sich sicher, dass Jesus gegenüber dem Thema Inklusion aufgeschlossen gewesen wäre. Das sagte sie in einer Kanzelpredigt in Bonn.

pro Medienmagazin

Jesus habe bedingungslos alle Kinder aufgenommen, sagte Löhrmann in der Bonner Kreuzkirche. Es sei ihm nicht wichtig gewesen, „ob sie schlau, krank, jüdisch oder Waisen“ waren. „Jesus sagt nicht: Lasst die Kinder mit Gymnasialempfehlung zu mir kommen. Oder: Lasst die Kinder ohne Migrationshintergrund zu mir kommen. Nein: Jesus wertet nicht“, erklärte sie in ihrer Predigt über die Segnung der Kinder.

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Playing God

“We are as gods,” says Stewart Brand, “and we might as well get good at it.”

Playing God is a BBC documentary in the Horizon series, hosted by Adam Rutherford. The documentary discusses synthetic biology, the potential of science “breaking down nature into spare parts” and then rebuilding it back up as we wish.

By Kevin RussellSerious Wonder

“Playing God is actually the highest expression of human nature. The urges to improve ourselves, to master our environment, and to set our children on the best path possible have been the fundamental driving forces of all of human history. Without these urges to ‘play God’, the world as we know it wouldn’t exist today.”
― Ramez Naam, More Than Human: Embracing the Promise of Biological Enhancement

Bildungspolitik muss säkular sein

religionenZur Fragestellung, warum die Einführung eines islamischen Religionsunterrichtes abzulehnen ist, obwohl der christliche Religionsunterricht – aufgeteilt nach Konfessionen – noch existiert, scheint es geboten, auf die Geschichte des Religionsunterrichtes in Deutschland einzugehen.

Von Rainer PontinkaDie Freiheitsliebe

Bis zum späten 19. Jahrhundert bestimmten allein die Kirchen die Umsetzung u. a. bildungspolitischer und pädagogischer Vorgaben in der Volkschule. Im Königreich Preußen wurde die Schulaufsicht im Rahmen des Kulturkampfes 1872 teilweise verstaatlicht, doch durch die Ausgestaltung der Volksschule u.a. als Bekenntnisschule behielten die christlichen Kirchen maßgeblichen Einfluss auf die Bildung.

Vor der Verabschiedung der Weimarer Reichsverfassung – mit der die Aufsicht über die öffentliche Schule im ganzen damaligen Reich in die Hand der weltlichen Behörde gelangte – gab es Bestrebungen in einzelnen Ländern, die Schule zu verweltlichen und die Bildung von religiösem Einfluss zu befreien.
So gab es in Preußen den „Erlass über die Aufhebung der geistlichen Ortschulaufsicht“ sowie den „Erlass über die Aufhebung des Religionszwangs in der Schule“. Hierdurch wurden Schüler und Lehrer von der Pflicht befreit, am Religionsunterricht teilzunehmen oder ihn zu erteilen; ebenso wurde die Teilnahme an Gottesdiensten freigestellt und Schulfeiern mit religiösem Charakter wurden untersagt.

Hamburg, Sachsen und Bremen schafften von 1918 bis 1919 den Religionsunterricht komplett ab, und auch Bayern hob die geistliche Schulaufsicht 1919 ab. Diese Neuerungen fanden keinen Eingang in die Reichverfassung – der vehemente Protest der Großkirchen beförderte den Religionsunterricht als „ordentliches Lehrfach“ in Artikel 149 der Weimarer Reichverfassung. 1933 bestätigte das zwischen Adolf Hitler und Papst Pius XI. geschlossene Reichskonkordat den katholischen Religionsunterricht als „ordentliches Lehrfach“ in Artikel 21; heute finden wir den RU in Art. 7 Abs. 3 des Grundgesetzes.

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Erster Echtzeit-Blick ins Sonneninnere

Links das Innere des Borexino-Detektors, rechts ein Bild der Sonne © Borexino Collaboration

Blick in die “Seele” der Sonne: Zum ersten Mal haben Forscher solare Neutrinos nachgewiesen – Teilchen, die bei der Fusion von Wasserstoff im Sonneninneren entstehen. Die in “Nature” vorgestellten Daten belegen, dass unsere Vorstellungen über die solaren Fusionsvorgänge stimmen und bieten erstmals einen Echtzeit-Einblick darin, wie hoch die momentane Fusionsrate der Sonne wirklich ist – denn das Sonnenlicht ist bereits 100.000 Jahre alt, wenn es die Sonnenoberfläche verlässt.

scinexx.de

Woher nimmt die Sonne ihre Energie? Diese Frage ist heute fast trivial, lernt man doch schon in der Schule, dass die Kernfusion unserem Stern ihre Leuchtkraft verleiht. Doch den endgültigen Beweis, dass im Inneren der Sonne tatsächlich Wasserstoffkerne miteinander verschmelzen, blieben Astronomen bisher schuldig. Belegen ließe sich dies durch Neutrinos, denn diese Elementarteilchen entstehen bei der Fusion zweier Protonen. Modelle besagen, dass die Sonne durch die Kernfusion in ihrem Inneren pro Sekunde rund 60 Milliarden Neutrinos pro Quadratzentimeter produzieren müsste.

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NUKLEOSYNTHESE: Astrophysik im Untergrund

Lithium entstand, so die Theorie, im Universum direkt nach dem Urknall und damit noch vor den ersten Sternen. Bild: NASA/JPL-Caltech

Die Astrophysik wird ein hartnäckiges Problem nicht los: Das Element Lithium kommt nicht in den Mengen in Sternen vor, die rechnerisch für die Lithium-Entstehung direkt nach dem Urknall vorhergesagt werden. Doch die Berechnungen stimmen – das konnte jetzt erstmals auch experimentell im Untertagelabor im italienischen Gran-Sasso-Bergmassiv bestätigt werden.

astronews.com

Lithium ist neben Wasserstoff und Helium eines der drei Elemente, die nicht erst innerhalb von Sternen erzeugt werden müssen. Stattdessen – so die Theorie – sind sie schon früh durch die sogenannte primordiale Nukleosynthese entstanden. Das heißt: Im nur wenige Minuten alten Universum haben sich Neutronen und Protonen zu den Kernen der ersten drei Elemente verbunden. Am Laboratory for Underground Nuclear Astrophysics (LUNA) wurde die Kernentstehung von Lithium nun von einem internationalen Forscherteam nachgestellt. Daran beteiligt waren auch Wissenschaftler der Technischen Universität Dresden und des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR).

In dem italienischen Untertagelabor feuerten die Wissenschaftler Heliumkerne auf schweren Wasserstoff (sogenanntes Deuterium), um Energien wie kurz nach dem Urknall zu erreichen. So sollte gemessen werden, wie viel Lithium unter Bedingungen entsteht, die denen im Frühstadium des Universums ähneln. Das Ergebnis des Experiments: Die Daten bestätigten die theoretischen Vorhersagen, die mit den beobachteten Lithium-Konzentrationen im Universum nicht vereinbar sind.

“Zum ersten Mal überhaupt konnte mit unserem Experiment die Lithium-6-Produktion in einem Teil des Urknall-Energiebereichs untersucht werden”, erklärt Daniel Bemmerer vom HZDR. Lithium-6 (drei Neutronen, drei Protonen) ist eines der beiden stabilen Isotope des Elements. Die Entstehung von Lithium-7, welches über ein zusätzliches Neutron verfügt, wurde bereits 2006 von Bemmerer am LUNA untersucht.

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It’s Time to Take Artificial Intelligence Seriously

A still from “2001: A Space Odyssey” with Keir Dullea reflected in the lens of HAL’s “eye.” MGM / POLARIS / STANLEY KUBRICK

No Longer an Academic Curiosity, It Now Has Measurable Impact on Our Lives.

By Christopher MimsThe Wall Street Journal

The age of intelligent machines has arrived—only they don’t look at all like we expected. Forget what you’ve seen in movies; this is no HAL from “2001: A Space Odyssey,” and it’s certainly not Scarlett Johansson’s disembodied voice in “Her.” It’s more akin to what happens when insects, or even fungi, do when they “think.” (What, you didn’t know that slime molds can solve mazes?)

Artificial intelligence has lately been transformed from an academic curiosity to something that has measurable impact on our lives. Google Inc. used it to increase the accuracy of voice recognition in Android by 25%. The Associated Press is printing business stories written by it. Facebook Inc. is toying with it as a way to improve the relevance of the posts it shows you.

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Training mit Spielekonsole verändert Gehirn von MS-Patienten

© Bernd Kasper / pixelio.de

Mit dem “Balance Board” für die Nintendo Wii können Patienten mit multipler Sklerose an ihrem Gleichgewicht feilen. Nun entdeckten Forscher, warum die Spielekonsole den Betroffenen so gut hilft: Offenbar leitet das Training förderliche Umbaumaßnahmen im Gehirn ein.

Von Daniela ZeibigSpektrum.de

Für die Spielekonsole Nintendo Wii gibt es mittlerweile so manches Zubehör das dafür sorgt, dass es nicht mehr nur ausreicht, von der Couch aus ein paar Knöpfe zu drücken, um ein Spiel erfolgreich zu meistern. Stattdessen ist immer häufiger voller Körpereinsatz gefragt. Eine dieser Entwicklungen ist das “Balance Board”, das etwa die Größe einer handelsüblichen Personenwaage hat und auf dem die Spieler ihr Gewicht verlagern müssen, um auf dem Fernsehbildschirm ihre Figur beispielsweise auf Skiern Slalom fahren zu lassen. Derartiges Zubehör hat sich in der Vergangenheit auch in der Therapie von Patienten mit multipler Sklerose bewährt, die häufig im Rahmen ihrer Erkrankung mit Gleichgewichtsstörungen zu kämpfen haben. Doch warum hilft das Training mit der Spielekonsole so gut? Offenbar, weil dadurch im Gehirn förderliche Umbaumaßnahmen eingeleitet werden, sagt nun ein Team um den italienischen Forscher um Luca Prosperini.

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Säkulare Grüne fordern die Rücknahme des Beschneidungsgesetzes (§ 1631d BGB)

Nachdem die Debatte zur Genitalbeschneidung von Jungen etwas abgeebbt ist, möchte der Bundesweite Arbeitskreis Säkulare Grüne mit diesem Positionspapier eine ernsthafte und sachliche Diskussion bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (zum Beispiel in frauen- gesundheits-, menschenrechts- und religionspolitischen Gremien) und darüber hinaus hervorrufen.

Bundesweiter Arbeitskreis Säkulare Grüne

Kinder – eigenständige Träger*innen von Menschenrechten

In den letzten Jahrzehnten hat in Deutschland ein gesellschaftlicher Paradigmenwechsel hinsichtlich der Beurteilung der Rechtspositionen von Kindern stattgefunden. Allgemein akzeptiert ist mittlerweile, dass Kinder eigenständige Träger*innen von Menschenrechten sind, mit der Folge, dass auch die überkommenen Elternrechte auf Bestimmung und Prägung des Kindes eingeschränkt sind. Kinder werden nicht mehr vorrangig als Eigentum der Eltern oder der Familie betrachtet. Eine Betrachtung „vom Kind her“ ist im Vordringen. Bedeutsamer Ausdruck dieser Entwicklung ist das Anfang dieses Jahrhunderts geschaffene gesetzliche Verbot der Anwendung von Gewalt gegen Kinder und das Verbot entwürdigender Maßnahmen als Erziehungsmittel. Die Rechtsordnung muss Kindern Schutz gewähren, nötigenfalls gegen die eigenen Eltern, deren Erziehungsmaßnahmen und auch deren religiösen Vorstellungen.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat an dieser Entwicklung einen maßgeblichen Anteil und orientiert sich auf eine Verstärkung der Positionen von Kindern im sozialen Umfeld und in der Gesellschaft. Der Bericht der Grünen-Kinderkommission von 2006 fordert „eine Politik, die das Wohl und die Rechte der Kinder in den Mittelpunkt stellt“ und lehnt die Fixierung auf „die Rolle, die Kinder als zu erziehendes Objekt … spielen“ ab. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – als Menschen- und Bürgerrechtspartei – formuliert eindeutig: „Ein Perspektivenwechsel zu einer kindzentrierten Politik ist ein bedeutender Schritt hin zu einer konsequenten Anwendung von Bürger*innenrechten. Das so genannte Kindeswohl definiert sich heute allzu oft aus der Sicht der Erwachsenen. Auch im Rechtssystem ist ein Perspektivenwechsel hin zu einer stärkeren Rechtsposition von Kindern überfällig.“

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Weird Cell-Shaped Structure Discovered In Mars Meteorite

Scanning electron microscope image of a mysterious oval structure in the Nakhla Mars meteorite. | Elias Chatzitheodoridis, Sarah Haigh, Ian Lyon

Scientists have found a strange structure resembling a microbial cell inside a Martian meteorite, but they’re not claiming that it’s evidence of Red Planet life.

By Mike WallHuffington Post/Space.com

The researchers discovered the microscopic oval object within the Nakhla Mars meteorite, which fell to Earth in Egypt in 1911. While the structure’s appearance is intriguing, it most likely formed as a result of geological rather than biological processes, team members said.

“The consideration of possible biotic scenarios for the origin of the ovoid structure in Nakhla currently lacks any sort of compelling evidence,” the scientists write in a new study published this month in the journal Astrobiology. “Therefore, based on the available data that we have obtained on the nature of this conspicuous ovoid structure in Nakhla, we conclude that the most reasonable explanation for its origin is that it formed through abiotic processes.” [The Search for Life on Mars (A Photo Timeline)]

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Yes, There Are Still People Who Believe the Earth Is Flat

Photo via The Flat Earth Society’s Flickr

In 1881, English writer Samuel Rowbotham published Zetetic Astronomy: Earth Not a Globea 430-page book in which he affirmed that Earth is flat. One-hundred and thirty years later, despite all the silly science that proves to us that the land we step on is actually spherical, his work is still spawning mini movements.

By Félix MacherezVice.com

After Rowbotham passed away in 1884, Lady Elizabeth Blount, who admired his work, established a Universal Zetetic Society whose objective was “to carry on the work of the master.” With their beliefs largely based on a rather subjective reading of the Bible, after WWI the organization gradually lost influence and eventually disappeared.

Yet, the idea of a disc-shaped Earth has not completely vanished. The Flat Earth Society is a modern group dedicated to promoting Rowbotham’s ideas and trying to convince skeptics like me. I wanted to make sure they were serious, so I got in touch with some of them via their online forum.

Image courtesy of the Flat Earth Society

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Hamburg: Regelschule mit ein bisschen Waldorfpädagogik

In einer Hamburger Schule zieht die Waldorfpädagogik als Experiment in den Alltag ein. (picture alliance / dpa – Armin Weigel)

In Wilhelmsburg werden im Unterricht von drei ersten Klassen Elemente der Waldorf-Pädagogik fester Bestandteil. Der Hamburger Landesschulrat hat seine Skepsis abgelegt. Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften kritisiert jedoch weiterhin die Grundlagen der Waldorf-Pädagogik.

Von Axel SchröderDeutschlandfunk

Andrea Meyer-Stoll wirkt begeistert, als sie durch die neuen Unterrichtsräume geht. Sie gehört zum dreiköpfigen Leitungsteam an der Schule Fährstraße in Hamburg-Wilhelmsburg und zeigt dem Hamburger Schulrat Norbert Rosenboom, wie die Klassenräume nach Waldorf-Prinzipien gestaltet wurden.

Kleine Holzbänke für je zwei Schüler stehen im Kreis des Klassenraums. In der Mitte ein weicher heller Teppich, die Wände in gelben Pastelltönen. Vorn an die Tafel hat eine Kollegin mit Pastellkreiden ein kunstvolles Bild gemalt: Eine junge Frau kniet im Inneren eines hohlen Baums. Die Sonne leuchtet. Andrea Meyer-Stoll erklärt das Prinzip der Raumgestaltung.

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Warum Totenruhe doch kein Menschenrecht ist

Ganzkörperreliquie Pater Pios, Bild: wikimedia.org/PD

Zumindest nicht für Promis: Die unglaublichen Schicksale berühmter Leichen zeigen, dass die Totenruhe für Prominente nur eingeschränkt gilt. Steht “R. I. P.” am Ende doch für “Rest in Pieces”?

Von Ulrich BaronDIE WELT

In seiner 1893 erschienenen Erzählung “The Damned Thing” hat der große Zyniker Ambrose Bierce zwei bemerkenswerte Maximen formuliert. Die erste lautet “One does not allways eat what is on the table.” Das steht im Widerspruch zu allen elterlichen Ermahnungen, nach denen was auf den Tisch kommt, auch gegessen werden muss. Im Rahmen dieser Geschichte ist es aber durchaus einleuchtend, weil darin das Objekt einer Leichenschau auf dem Tisch liegt.

Statt dann so genau hinzuschauen wie die Gerichtsmedizinerkrimis und -Filme von heute, diagnostiziert der Erzähler lakonisch: “A man though naked may be in rags”, wobei man sich den englischen Ausdruck “to be in rags”, also zerlumpt sein, in das Bild eines Körpers übersetzen muss, der von einer unbekannten Bestie zerfetzt worden ist.

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Bill Nye Speaks About His Debate Against Creationist Ken Ham

Bill Nye, Image: Friendly Atheist

Bill Nye the Science Guy was the keynote speaker at this year’s The Amazing Meeting, and video of his talk is finally online. He spoke at length about his debate with Creationist Ken Ham:

By Hemant MehtaFriendly Atheist

If nothing else, watch the part beginning at the 1:03:15 mark. Inspirational.

CDU-Expertin fordert Politiker(Eltern)-Führerschein

Christina Schwarzer (37, evangelisch, ledig, kinderlos) aus Neukölln, Bild: BZ

„Eltern sind das größte Hindernis, wenn es um gleiche Chancen für alle Kinder geht“.

Von Bettina IrionBZ

Frau Schwarzer, Sie fordern einen Elternführerschein. Sollen Menschen erst einen Kurs machen, bevor sie Kinder bekommen?

Nein, darum geht es nicht. Ich möchte, dass wir Eltern unterstützen, die mit der Erziehung ihrer Kinder aus den unterschiedlichsten Gründen überfordert sind.

Wie stellen Sie sich das vor?

Wird zum Beispiel bei der Schuleingangsuntersuchung festgestellt, dass das Kind nicht richtig sprechen kann, dass es ungepflegt ist, große motorische Defizite aufweist, stark über- oder untergewichtig ist, dürfen wir es nicht bei Ermahnungen belassen. Eltern sollten in diesem Fall verpflichtet werden, an Kursen teilzunehmen, in denen sie lernen, wie man sein Kind wäscht, wie man mit ihm spricht, wie man auch ohne viel Geld seine Freizeit gemeinsam verbringen kann oder ein gesundes Essen kocht.

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Welt als Gehirnversuch, Unsicherheit zu reduzieren

Foto: Stefan F. Sämmer Univ.-Prof. Dr. Thomas Metzinger/Uni Mainz

Thomas Metzinger über “das Selbst”, psychoaktive Drogen und die Dimension der Zukunft in der ethischen Debatte. Teil 2

Der Philosoph Thomas Metzinger erblickt aufgrund der rasanten Entwicklung der Neurowissenschaften einen erhöhten Reflexionsbedarf in der Philosophie und eine nicht minder drängende Notwendigkeit, politisch zu handeln.

Zu Teil 1: “Ein physikalisch determiniertes System könnte einen hohen Grad an Autonomie besitzen”

Von Reinhard JellenTELEPOLIS

Herr Metzinger, welche Kritikpunkte an ihrer “Philosophie des Selbst” fanden Sie am unangebrachtesten – und gab es welche, aus denen Sie etwas lernen konnten?

Thomas Metzinger: Eine Sache, die in Being No One[1] und auch in der überarbeiteten Neufassung des “Ego-Tunnels” fast vollständig fehlt, ist die Theorie des so genannten Predictive Coding, die zu großen Teilen von dem britischen Mathematiker Karl Friston entwickelt wurde und die mich und viele junge Leute in meiner Gruppe sehr beschäftigt.

Diese Theorie sagt, dass alle geistigen Inhalte kontrafaktische Inhalte sind, eine vom Gehirn dargestellte Wahrscheinlichkeitsverteilung, immer nur eine Möglichkeit, eben die beste Hypothese, die das System im Moment über die Außenwelt hat – oder auch über seinen eigenen Zustand.

Es gibt im Moment in der Kognitionswissenschaft und den informierten Teilen der Philosophie des Geistes eine regelrechte Hysterie, weil viele kluge Leute den Eindruck haben, dass dies die Anfänge des übergreifenden formalen, begrifflichen Rahmens sein könnten, nach dem wir so lange gesucht haben. Zum Beispiel lässt uns diese Theorie auf einer tieferen mathematischen Ebene verstehen, warum Handeln und Wahrnehmen im Grunde dasselbe sind, nämlich die kontinuierliche Minimierung eines Vorhersagefehlers.

Sie liefert uns aber auch ein neues Verständnis davon, was Aufmerksamkeit eigentlich ist: Was wir als “die Welt” erleben, ist in Wirklichkeit ein generatives Modell in unserem Gehirn, das kontinuierlich versucht, Unsicherheit zu reduzieren und “hässliche Überraschungen” zu vermeiden, indem es automatisch immer neue Vorhersagen erzeugt, testet und auf diese Weise die kausale Struktur der Außenwelt extrahiert. Das Problem: Die notwendige Mathematik ist für Philosophen mit einer normalen universitären Ausbildung nicht zu beherrschen. Wir brauchen in der Philosophie des Geistes jetzt auf einmal junge Leute, die nicht nur empirisch gut informiert sind, sondern auch solche, die Mathematik studiert haben.

Ich lerne viel von den kritischen Zuschriften wissenschaftlich gebildeter Leser aus aller Welt (die ich leider nicht mehr alle beantworten kann), aber es gibt natürlich auch das Rauschen an der Oberfläche, die klassischen Missverständnisse: Wenn es doch gar kein Selbst gibt, wer ist es denn dann, der sich täuscht oder die ominöse “Illusion des Selbst” aus dem Esoterikbuchladen hat?

Nun, es ist die Person als Ganzes, und sie wird vom Organismus zur Person genau dadurch, dass sie in einen sozialen Kontext eingebettet ist, der evolutionär und kulturgeschichtlich eben genau dadurch entstanden ist, dass Wesen das subpersonale Selbstmodell in ihrem Gehirn zu großen Teilen nicht als ein Modell erleben konnten und sich deshalb mit seinem Inhalt identifiziert haben. Das transparente Selbstmodell war die Brücke von der Biologie in die Kultur.

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Germanenwahn: Mit Wotan zum Siegfrieden

Das Schicksal Siegfrieds, hier in Fritz Langs „Die Nibelungen“ von 1924, hatte als „Dolchstoßlüge“ für die politische Kultur der Weimarer Republik verheerende Folgen. Foto: Imago

Der deutsche Germanenwahn reicht zurück ins 19. Jahrhundert, tobte sich im Ersten Weltkrieg ebenso aus im Zweiten Weltkrieg, den Hitler am 1. September 1939 auslöste.

Von Horst Dieter SchlosserFrankfurter Rundschau

Zu den ideologischen Konstanten des deutschen Nationalismus bis 1945 zählte bekanntlich der Versuch, die deutsche Identität von germanischen Wurzeln herzuleiten und darin auch eine Sinnstiftung für Gegenwart und Zukunft zu finden. Dieser Versuch reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück und mündete bei immer engerer Verquickung mit einem germanisch-nordisch-arischen Rassenhochmut in den wirren, dafür aber in seiner Handhabung umso brutaleren Eklektizismus der NS-Zeit.

Schon früh trifft man auf abenteuerliche Rekonstruktionen der germanischen Vorzeit und manche problematische Fixierung auf Überlieferungsdetails, deren historischer Kontext schlicht ausgeblendet wurde. Ein in jeder Hinsicht fragwürdiger Umgang mit der Überlieferung erfuhr nicht zuletzt die Nibelungensage. Um den klassischen Epen Homers etwas „Deutsches“ an die Seite zu stellen, erhob man das „Nibelungenlied“ im 19. Jahrhundert gar zum „Nationalepos“. Dabei konnte die eigentlich verstörende Tatsache, dass dieses Epos in einem Blutrausch endet, sogar noch zu einem besonderen Fixpunkt der germanisierenden Gegenwartsdeutung werden.

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The destructive myth about religion that Americans disproportionately believe

Bild: bb

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The U.S. is the last remaining highly developed country that hasn’t abandoned this problematic belief

by CJ WerlemanSalon/Alternet

This week, Pew Research Center published the results of a survey conducted among 40,080 people in 40 countries between 2011 and 2013. The survey asked a simple question: Is belief in God essential to morality? While clear majorities say it is necessary, the U.S. continues to be an outlier.

In 22 of the 40 countries surveyed, the majority says it is necessary to believe in God in order to be a moral person. “This position is highly prevalent, if not universal, in Africa and the Middle East,” says the report. No surprise there, but Asian and Latin countries such as Indonesia (99 percent), Malaysia (89 percent), the Philippines (99 percent), El Salvador (93 percent), and Brazil (86 percent) all fell in the highest percentile of respondents believing belief in a god (small G) is central to having good values.

Interestingly, clear majorities in all highly developed countries do not think belief in god to be necessary for morality, with one exception only: the USA.

Only 15 percent of the French population answered in the affirmative. Spain: 19 percent. Australia: 23 percent. Britain: 20 percent. Italy: 27 percent. Canada: 31 percent. Germany 33 percent. Israel: 37 percent.

So what of the U.S.? A comparatively eye-popping 53 percent of Americans essentially believe atheists and agnostics are living in sin. Despite the fact that a research analyst at the Federal Bureau of Prisons determined that atheists are thoroughly underrepresented in the places where rapists, thieves and murderers invariably end up: prisons. While atheists make upward of 15 percent of the U.S. population, they only make up 0.2 percent of the prison population.

With the exception of the U.S. and China, the survey finds that those “in richer nations tend to place less emphasis on the need to believe in God to have good values than people in poorer countries do.” The chart below illustrates this point:

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