Archiv der Kategorie: Gesundheit

Vatikan erhielt 2013 wegen sexuellen Missbrauchs 600 Anzeigen

missbrauch_kathol Im Vatikan sind im Jahr 2013 insgesamt 600 Anzeigen wegen mutmaßlichem sexuellen Missbrauch von Priestern eingegangen. Diese Zahl nannte der vatikanische Innenminister, Erzbischof Angelo Becciu, in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung “Il Messaggero” (Samstag). Es handle sich zum größten Teil um Fälle, die schon Jahrzehnte zurücklägen, erklärte Becciu. Zur Zahl der verurteilten Priester machte er keine Angaben.

kathweb

Der Erzbischof bekräftigte zugleich, das der Vatikan im Kampf gegen sexuellen Missbrauch einer “Null-Toleranz”-Strategie folge. “Ich kann sagen, dass unsere Gerichte sehr viel strenger sind als andere”.

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heute-show parodiert „Marsch für das Leben“

Für die aktuelle Ausgabe der heute-show waren die Reporter auch beim „Marsch für das Leben“ dabei Foto: ZDF / Stefan Menne

Die Satiresendung heute-show hat sich über den „Marsch für das Leben“ lustig gemacht. Vor dem Brandenburger Tor konfrontiert ein ZDF-Reporter einige Demonstranten mit Fragen nach dem Paradies oder nach Sexualpraktiken – und entdeckt auch Vertreter der Homo-Lobby.

pro Medienmagazin

Im Hintergrund erschallt fromme Musik, der Zuschauer sieht die „Marsch für das Leben“-Teilnehmer einmütig am Brandenburger Tor vorbeiziehen. Der ZDF-Reporter geht durch die Reihen der Demonstranten und fragt ganz unbehelligt, wer denn eine bessere eine Chance hätte, in den Himmel zu kommen: „Ich, eher unauffällig, oder Sie mit dem ganzen Tam-Tam?“ Überraschend fällt die Antwort aus: „Ich als Landesvorsitzender von den Lesben und Schwulen, ich habe die besten Karten“, antwortet der Demonstrant mit einem Augenzwinkern. „Ich bin Landesvorsitzender der Lesben und Schwulen in der Union“, fügte er hinzu. Zwei Frauen werden danach gefragt, welche Sexualpraktik sie denn empfehlen würden, um ein wenig „fun“ zu haben, da man ja gegen Verhütung sei. Die beiden sind sichtlich perplex, eine antwortet dann, das sei „sündhaft“ und betont die „Verantwortung“. Dann brauche man ja keine Nummern mehr zu tauschen, kommentiert der Reporter. Von einem Demonstranten, der ein großes Kreuz trägt, möchte er wissen, „wie viele von den Anhängern denn bewaffnet“ seien. Mit einem Blick auf das große Kreuz fügt er hinzu: „Naja, das kann schon tödlich sein, fragen Sie mal Jesus Christus.“

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Vatikan: Ermittler entdecken kinderpornografisches Archiv

missbrauch_katholNach der Festnahme des früheren Botschafters des Vatikans in der Dominikanischen Republik, Jozef Wesolowski, sollen die Ermittler auf dem Computer des 66 Jahre alten polnischen Geistlichen mehr als 86.000 kinderpornografische Fotos entdeckt haben.

Frankfurter Allgemeine

Auf dem Computer des ehemaligen vatikanischen Botschafters Jozef Wesolowski sollen Ermittler nach einem italienischen Medienbericht 86.000 kinderpornografische Fotos gefunden haben. Wie die Tageszeitung „Corriere della Sera“ (Freitag) berichtete, seien zudem 130 Videos von Kindern in erotischen Posen auf dem vatikaneigenen Dienstcomputer in der Nuntiatur in der Dominikanischen Republik nachgewiesen worden. Der 66 Jahre alte polnische Geistliche soll laut dem Bericht intensive Kontakte zur Kinderpornografie-Szene gehabt haben.

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Missbrauchsfälle in der Kirche: In Deutschland kommt die Aufklärung nicht voran

missbrauch_katholErstmals macht der Vatikan einem hochrangigen Kirchenmitarbeiter wegen Missbrauchs den Prozess. In Deutschland dauert die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle noch an. Sehr viel passiert ist bisher nicht.

Von Claudia KellerDER TAGESSPIEGEL

Wie am Mittwoch bekannt wurde, hat die Vatikan-Gendarmerie Erzbischof Jozef Wesolowski (66) verhaftet – „auf ausdrückliche Anordnung des Papstes“, wie es hieß. Wesolowski wird vielfacher Kindesmissbrauch vorgeworfen. Als Botschafter des Papstes in der Dominikanischen Republik soll er „in Ausnutzung ihrer prekären sozialen Lage“ sexuelle Dienstleistungen bei Jugendlichen gekauft und sich an den einschlägigen Plätzen für die Prostitution mit Minderjährigen herumgetrieben haben. Bereits Ende Juni wurde ihm das Priesteramt entzogen, jetzt soll ihm der Prozess gemacht werden, zwar im Vatikan, aber nach weltlichem Recht.

Es droht ihm eine Haftstrafe von mindestens zehn Jahren.

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Liegt Suizid in den Genen?

Popstars Bob Welch, Kurt Cobain, Ian Curtis, Herman Brood (von links oben im Uhrzeigersinn): Hätte man ihr Suizid-Risiko mittels Gentest vorher ermitteln können?

Forscher versuchen, das genetische Risiko zu bestimmen, dass sich ein Mensch irgendwann umbringt. Ein Start-up will sogar einen Gentest anbieten, um das erblich bedingte Suizid-Risiko beziffern zu können.

Von Antonio RegaladoTechnology Review

Kaum etwas wühlt Menschen mehr auf als der unerwartete Suizid eines Freundes, ja selbst eines Stars, den man verehrt hatte. Warum nur? Dann beginnt die Suche nach den Vorzeichen, die übersehen wurden. Waren da Depressionen? Gab es bereits Andeutungen, sich selbst umzubringen? Ein Start-up und eine Forschungsgruppe wollen das Mutmaßen auf eine biologische Grundlage stellen: Indem sie die Gehirne von Suizidopfern analysieren und Menschen untersuchen, die sich mit Selbsttötungs-Gedanken tragen, wollen sie einen DNA-Test entwickeln, der die Anfälligkeit für einen Suizid enthüllt.

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Vertuschung von Kindesmissbrauch: Opus Dei-Bischof von Paraguay gefeuert

Bild: youtube

Bild: youtube

Jahrzehntelang wurde Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in der katholischen Kirche totgeschwiegen. Nun wurde ein Bischof Paraguay wegen der Vertuschung von Kindesmissbrauch entlassen. Schon am Dienstag war ein vatikanischer Nuntius unter Hausarrest gestellt worden.

FOCUS ONLINE

Papst Franziskus hat einen umstrittenen Bischof aus Paraguay entlassen, der in die Vertuschung von Kindesmissbrauch verwickelt sein soll. Franziskus habe beschlossen, Rogelio Ricardo Livieres Plano abzulösen, teilte der Vatikan am Donnerstag mit.

Für die “schmerzhafte Entscheidung” lägen “schwerwiegende seelsorgerische Gründe” vor. Eine detailliertere Begründung wurde zunächst nicht gegeben.

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weitere Meldung zum Thema:

Berlin schweigt zum Anschlag auf eine Kirche

Bild: bz-berlin.de

Auf die Herz Jesu-Gemeinde in Prenzlauer Berg wurde ein Anschlag verübt. Niemand empört das. Warum nicht, fragt Gunnar Schupelius.

Von Gunnar SchupeliusB.Z.

Auf eine katholische Kirche wurde ein Anschlag verübt. Getroffen hat es die Herz-Jesu-Gemeinde in der Fehrbelliner Straße 99, Prenzlauer Berg, in der Nacht zum 19. September. Kaum jemand nahm davon Notiz, kein Politiker empörte sich.

Das ist umso erstaunlicher, als in der Kirche schwerer Schaden entstand. Neben dem Haupteingang hatten die Täter eine Scheibe durchschlagen und Flaschen mit roter Farbe in einen Gemeinderaum geschleudert. Sämtliche Möbel, Schriften und Kleider sind unbrauchbar. Alles ist von getrocknetem Lack überzogen, in dem messerscharfe Splitter stecken. Die Fassade ist vollkommen beschmiert. Im Internet steht, auf einer illegalen linksextremen Plattform, der Bekennerbrief. Danach wurde die Kirche demoliert, weil sie Abtreibungsgegnern Raum bot, die am Sonnabend den “Marsch für das Leben” organisierten.

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Missbrauchsvorwürfe: Vatikan stellt Erzbischof unter Hausarrest

missbrauch_katholEr soll sieben Kinder missbraucht haben: Der Vatikan stellt den Ex-Nuntius der Dominikanischen Republik Josef Wesolowski unter Hausarrest. Der polnische Erzbischof ist der erste hochrangige Kirchenvertreter, der sich wegen Missbrauchsvorwürfen verantworten muss.

Süddeutsche.de

  • Der Vatikan hat den früheren päpstlichen Nuntius in der Dominikanischen Republik, Erzbischof Josef Wesolowski, unter Hausarrest gestellt. Er soll sieben Kinder missbraucht haben.
  • Wesolowski ist der erste hochrangige Kirchenvertreter, der sich wegen Missbrauchsvorwürfen vor einem vatikanischen Gericht verantworten muss.

Vatikan stellt Erzbischof unter Hausarrest

Nach schweren Missbrauchsvorwürfen hat der Vatikan den früheren päpstlichen Nuntius in der Dominikanischen Republik, Erzbischof Josef Wesolowski, unter Hausarrest gestellt. Ihm soll der Prozess gemacht werden, wie der Heilige Stuhl mitteilte.

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„Zwölf Stämme“-Aussteiger: Die Kinder mussten in einer Schlange auf ihre Prügel warten

Sekten-Aussteiger Robert Pleyer Foto: Droemer Knaur/Wolf Heider-Sawall

Er gehörte 20 Jahre zur radikal-religiösen Gemeinschaft der „Zwölf Stämme“. Bei ihnen war Robert Pleyer (45) zunächst Single-Mitglied, später Lehrer, Ehemann und Vater. Den Glaubensregeln folgend tat er seinen Kindern Ungeheuerliches an. Jetzt rechnet der Mann, der vor drei Jahren ausstieg, in einem Buch ab: Mit der Sekte und mit sich selbst.

Berliner Kurier

Die Anfang der 70er Jahre von dem Amerikaner Elbert Eugene Spriggs gegründeten „Zwölf Stämme“ leben als „Urchristen“ abseits der Gesellschaft. In Deutschland inzwischen im bayerischen Gut Klosterzimmern. Die hierarchisch organisierte Glaubensgemeinschaft betrachtet sich selbst als „bibeltreu“. „Doch wie sie mit ihren Kindern umgehen, das verstößt eindeutig gegen deren Menschenrechte“, sagt Robert Pleyer dem KURIER.

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Gewalt gegen Lebensschützer: Volker Beck ist ‘geistiger Brandstifter’

Volker Beck, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0/MathiasSchindler

Evangelische Kirche und CDU verurteilen Gewalt gegen Lebensschützer. AfD-Abgeordnete von Storch: Volker Beck ist “geistiger Brandstifter” – Beck hatte Teilnehmer in die Nähe des Rassismus gerückt.

kath.net

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz hat die Gewalt gegen Teilnehmer beim Marsch für das Leben am 20. September in Berlin verurteilt. Zwar habe die EKD eine differenziertere Position in der Frage von Abtreibung als die Ausrichter, weshalb sie die Demonstration auch nicht durch eine Grußbotschaft unterstützt habe. Dennoch verteidige sie das Recht der Teilnehmer diese Meinung zu vertreten: „Dass Demonstranten angegriffen wurden, ist ein Verstoß gegen die Demonstrationsfreiheit“, sagte deren Sprecher Volker Jastrzembski auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Auch Lebensschützer müssten das Recht haben, ihre Position ohne Einschränkungen zu vertreten. Ähnlich äußerte sich CDU-Generalsekretär Peter Tauber. Die Angriffe zeigten wieder einmal, „dass gerade diejenigen, die für sich Toleranz und die Achtung ihrer Meinung einfordern, umgekehrt nicht bereit sind zu akzeptieren, dass es zu bestimmten ethischen Grundfragen Menschen gibt, die anders denken“. Dass die Partei „Die Linke“ 1.500 Euro für Aktionen gegen den Marsch zur Verfügung gestellt habe, spreche für sich.

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Are the robots about to rise? Google’s new director of engineering thinks so…

The Terminator films envisage a future in which robots have become sentient and are at war with humankind. Ray Kurzweil thinks that machines could become ‘conscious’ by 2029 but is optimistic about the implications for humans. Photograph: Solent News/Rex

The Terminator films envisage a future in which robots have become sentient and are at war with humankind. Ray Kurzweil thinks that machines could become ‘conscious’ by 2029 but is optimistic about the implications for humans. Photograph: Solent News/Rex

Ray Kurzweil popularised the Teminator-like moment he called the ‘singularity’, when artificial intelligence overtakes human thinking. But now the man who hopes to be immortal is involved in the very same quest – on behalf of the tech behemoth.

By Carole Cadwalladrtheguardian|TheObserver

It’s hard to know where to start with Ray Kurzweil. With the fact that he takes 150 pills a day and is intravenously injected on a weekly basis with a dizzying list of vitamins, dietary supplements, and substances that sound about as scientifically effective as face cream: coenzyme Q10, phosphatidycholine, glutathione?

With the fact that he believes that he has a good chance of living for ever? He just has to stay alive “long enough” to be around for when the great life-extending technologies kick in (he’s 66 and he believes that “some of the baby-boomers will make it through”). Or with the fact that he’s predicted that in 15 years’ time, computers are going to trump people. That they will be smarter than we are. Not just better at doing sums than us and knowing what the best route is to Basildon. They already do that. But that they will be able to understand what we say, learn from experience, crack jokes, tell stories, flirt. Ray Kurzweil believes that, by 2029, computers will be able to do all the things that humans do. Only better.

But then everyone’s allowed their theories. It’s just that Kurzweil’s theories have a habit of coming true. And, while he’s been a successful technologist and entrepreneur and invented devices that have changed our world – the first flatbed scanner, the first computer program that could recognise a typeface, the first text-to-speech synthesizer and dozens more – and has been an important and influential advocate of artificial intelligence and what it will mean, he has also always been a lone voice in, if not quite a wilderness, then in something other than the mainstream.

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Bundestagsabgeordneter kritisiert ZDF-Mitarbeiter

Hubert Hüppe war der einzige Bundestagsabgeordnete beim „Marsch für das Leben” Foto: Klaus Jürgen Hövener, Wikipedia | CC-BY-NC 2.0

Der Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe (CDU) hat am Samstag erklärt, Mitarbeiter des ZDF hätten ihn beim „Marsch für das Leben“ körperlich „angegangen“. Sie hätten für die Satiresendung „heute-show“ gearbeitet.

pro Medienmagazin

Hüppe, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Internen Lebensrechtgruppe „Christdemokraten für das Leben“, hatte am Samstag gemeinsam mit über 5.000 Menschen in Berlin gegen Abtreibung und Euthanasie demonstriert. Gegenüber der katholischen Nachrichtenagentur kath.net berichtete er anschließend: „Ich wurde von Mitarbeitern des ZDF körperlich angegangen, das heißt: weggestoßen.“ Zuvor habe er andere Demonstranten darauf hingewiesen, dass das ZDF-Team nicht etwa für eine Informationssendung, sondern für die Satiresendung „heute-show“ unterwegs sei.

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„Gott macht Müll“—Altmänner-Riege will Gebärmütter kontrollieren

In den Redebeiträgen betonten die Redner, dass jeder Mensch “Gottes erste Wahl” ist Foto: Friederike Lübke

Etwa 5.000 Menschen haben bei dem „Marsch für das Leben“ in Berlin gegen Abtreibung und Euthanasie demonstriert. Gegendemonstranten störten die Veranstaltung mit Lärm und Sprechchören gegen den christlichen Glauben.

pro Medienmagazin

Grün ist die Farbe des Morgens. Vor dem Bundeskanzleramt in Berlin haben sich mehrere hundert Teilnehmer für den „Marsch für das Leben“ versammelt. Jugendliche, Familien mit kleinen Kindern, Geistliche und Menschen mit Behinderungen halten grüne Luftballons und grüne Plakate in die Luft, auf denen Sprüchen stehen wie „Inklusion statt Selektion“ oder „Abtreibung ist Unrecht“. Der Regen hat gerade erst nachgelassen, die Luft ist schwül. Neben der Bühne warten Polizisten.

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Dodo Bonelli und die “Entmythologisierung” Sigmund Freuds

Raphael_M_BonelliSie ist 186 Zentimeter lang und 83 Zentimeter breit: Die wohl berühmteste Couch der Welt des österreichischen Neurologen, Psychologen und zugleich Kulturtheoretiker Sigmund Freud (1856-1939). Auf ihr hatte Freud fast ein halbes Jahrhundert lang seine Behandlungsmethode – die Psychoanalyse – entwickelt. Sie steht jedoch heute nicht etwa in Wien, wo Freud seine Hauptwerke verfasste und u.a. die Grundlagen der Psychoanalyse erarbeitete, sondern in London, wo Freud vor 75 Jahren, am 23. September 1939, starb.

kathweb

Will man heute Freud angemessen gedenken, so braucht es ein gehöriges Maß an “Entmythologisieren”, zeigt sich der Wiener Psychiater und Leiter der Forschungsgruppe Neuropsychiatrie an der Sigmund Freud Universität Wien, Raphael Bonelli, überzeugt. Das Denkmal muss gestürzt werden, um klarer zu sehen, was man ihm heute tatsächlich alles verdankt. Denn es wäre ebenso vermessen, Freud zum großen Übervater zu stilisieren, wie ihn und seine Beobachtungen und Methoden einfach zu alten Eisen zu legen, so Bonelli im Gespräch mit “Kathpress”.

Besondere Beachtung verdiene dabei laut Bonelli Freuds Verhältnis zur Religion sowie seine ausgeprägte Wissenschaftsgläubigkeit. “Freud hat Religion schlichtweg abgelehnt, sie gar als Pathologie behandelt.” Religion sei für ihn immer “ein Reibebaum” gewesen: “Er hat sie abgelehnt, aber zugleich hat ihn Religion auch fasziniert”. Der Grund für diese Ablehnung sei “schlichtweg der Zeitgeist” gewesen: Es entsprach der Stimmung des ausgehenden 19. Jahrhunderts, dass Technik alles und Religion nichts war. “Darwin hat die Entstehung des Menschen erklärt, alles schien technisch machbar.”

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Antifeministischer Kreuzzug

Fundamentalistische christliche Abtreibungsgegner bei ihrem Marsch im Jahr 2012 Foto: imago/Christian Mang

Radikale Abtreibungsgegner vereinen CDU, AfD und Neue Rechte
Christliche Fundamentalisten finden in Deutschland immer mehr Anhänger. Viele setzen Hoffnungen in die »Alternative für Deutschland«, die den Paragraf 218 verschärfen will.

Von Paul LisztND

Sie sind die jährlichen Großveranstaltungen einer Bewegung, die sich selbst »Lebensschützer« nennt: die Demonstrationen für das Verbot von Abtreibungen. Sie finden in München und Münster oder im Erzgebirge statt, der größte »Marsch für das Leben« jedoch an diesem Sonnabend in Berlin. Bis zu 4000 Teilnehmer waren im vergangenen Jahr in der Hauptstadt unterwegs, Männer, Frauen, Familien mit behinderten Kindern. Sie waren mit Bussen aus der ganzen Republik und aus dem benachbarten Polen angereist. Organisator ist der »Bundesverband Lebensrecht«, eine Dachorganisation von 13 der insgesamt 60 expliziten »Lebensschutz«-Gruppen in Deutschland.

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Lebensmarsch: Bundestagsabgeordneter von ZDF-Mitarbeitern geschlagen

Hubert Hüppe (2013), Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA-3.0-de/KlausJürgenHövener

Marsch für das Leben: MdB Hubert Hüppe wurde von ZDF-Mitarbeitern geschlagen, von einer weiteren Person wurde er mit einem Farbbeutel attackiert.

kath.net

Der Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe (Foto) war auf dem Marsch für das Leben in Berlin von zwei Mitarbeitern der ZDF-Satiresendung „Heute-Show“ geschlagen worden. Dies teilte der CDU-Politiker kath.net mit. Außerdem war er von einer weiteren Person mit einem Farbbeutel attackiert worden. Der nordrhein-westfälische Abgeordnete ist stellvertretender Vorsitzender der „Christdemokraten für das Leben“ und war von 2009 bis 2013 Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen.

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Tiny Implants Could Give Humans Self-Healing Superpowers

A concept drawing explains the goals of the ElectRX program. Credit: DARPA

Wolverine, Ghost Rider, the Incredible Hulk — all of these characters have at least one awesome trait in common: the ability to heal themselves. And now, the Pentagon wants to give ordinary people this superhuman capability.

By Elizabeth PalermoLiveScience

A new military-sponsored program aims to develop a tiny device that can be implanted in the body, where it will use electrical impulses to monitor the body’s organs, healing these crucial parts when they become infected or injured.

Known as Electrical Prescriptions, or ElectRx, the program could reduce dependence on pharmaceutical drugs and offer a new way to treat illnesses, according to the Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA), the branch of the U.S. Department of Defense responsible for developing the program. [5 Crazy Technologies That Are Revolutionizing Biotech]

“The technology DARPA plans to develop through the ElectRx program could fundamentally change the manner in which doctors diagnose, monitor and treat injury and illness,” Doug Weber, program manager for DARPA’s biological technologies office, said in a statement.

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“donum vitae” warnt vor Einschnitten bei Schwangerenkonfliktberatung

Schwangere verweigert Tumortherapien, stirbt und wird dafür Heilig gesprochenVor dem Auftakt seines Bundeskongresses in Mainz hat der Schwangeren-Beratungsverein “donum vitae” vor einer Ausdünnung der Anlaufstellen für schwangere Frauen gewarnt.

evangelisch.de

Die Nachfrage nach Gesprächen in den Beratungsstellen steige noch immer an, sagte die “donum vitae”-Bundesvorsitzende Rita Waschbüsch am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Zu dem Jahrestreffen der Organisation werden am Samstag rund 250 Teilnehmer erwartet. Auf der Rednerliste stehen unter anderen Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) und der frühere Verfassungsrichter Hans-Jürgen Papier.

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Verletzung von Kinderrechten in Deutschland – Wie viel darf´s denn sein?

beschneidung

MOGiS e.V.

“Zu der in § 1631d Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) geregelten Beschneidung von Jungen äußerte sich der ehemalige Marburger Universitätsprofessor Dieter Rössner. Die Regelung sei ein „religionspolitisches Basta“ gewesen. Der Gesetzgeber habe vorschnell gehandelt und die empirischen Hintergründe nicht ausreichend ermittelt.

Dies stellten freilich in der anschließenden Diskussion sowohl der am Gesetzgebungsverfahren beteiligte ehemalige grüne Bundestagsabgeordnete Jerzy Montag als auch der Richter am Bundesgerichtshof (BGH) und Abteilungsreferent Prof. Henning Radtke in Frage. Radtke mahnte insgesamt „etwas mehr Nüchternheit in der Diskussion“ an. Über das elterliche Erziehungsrecht würden irrationale religiöse Gründe rationalisiert, so Dieter Rössner. Die Regelung stehe in eindeutigem Widerspruch zum Recht der Kinder auf eine gewaltfreie Erziehung. Schließlich sei es entwürdigend, wenn aus religiösen Motiven dem Einzelnen für sein ganzes Leben lang eine Kennzeichnung seiner Religionszugehörigkeit beigebracht werde.

Dem wurde aus dem Teilnehmerkreis entgegengehalten, dass auch hygienische Gründe für eine Beschneidung ausreichend sein müssten. Anders als es das Gutachten von Prof. Tatjana Hörnle fordere, müsse die Motivation der Eltern keine tragende Säule von deren Erziehungskonzept sein. Der Gutachterin wurde auch vorgeworfen, sie überspanne die Anforderungen an die Hygiene, wenn sie Beschneidungen nur in Arztpraxen und Operationssälen zulasse. Schließlich machten Ärzte auch Hausbesuche und leisteten eine hygienisch einwandfreie Notversorgung bei Unfällen.

Hinsichtlich der in § 226a StGB unter Strafe gestellten Verstümmelung weiblicher Genitalien sprach sich die Präsidentin des Deutschen Juristinnenbundes Ramona Pisal deutlich gegen die vom vorgelegten Gutachten vorgeschlagene geschlechtsneutrale Formulierung der Vorschrift aus. Frauen und Mädchen seien in besonderer Weise betroffen, hob Pisal hervor. Außerdem plädierte sie für die Anhebung des Strafrahmens. In diesem Kontext betonte Gutachterin Hörnle in Reaktion auf eine Falschmeldung des Berliner Kurier, dass sie nicht die Beschneidung von Mädchen erlauben wolle, sondern sich vielmehr für eine Erhöhung der Strafe ausspreche.”

Man mag sich langsam die Frage stellen, ob es möglich ist, sich mit Verweis auf ein geplantes Jurastudium schon in den unteren Schulklassen vom Biologieunterricht freistellen zu lassen – so absurd sind wieder einmal die Vergleiche, die uns zum Thema Vorhautamputation bei Minderjährigen erreichen – diesmal vom 70. Deutschen Juristentag in Hannover.

Hier ist es allen Ernstes der Hinweis auf eine angebliche “Überspannung der Hygienevorschriften” bei einem Arztpraxenvorbehalt und der Vergleich mit Notversorgung bei Unfällen sowie ärztlichen Hausbesuchen.

Um vorab das eigentlich Selbstverständliche klarzustellen: eine Vorhautamputation ist ein chirurgischer Eingriff und unterliegt damit nach geltenden Vorschriften selbstverständlich dem Vorbehalt, in einer Arztpraxis bzw. Operationssaal ausgeführt zu werden. Des weiteren handelt es sich bei dieser Operation nicht um einen Notfall. Sehr wohl aber gibt es (wie bei jeder Operation) die Gefahr von Komplikationen, die eine Notversorgung erforderlich machen können, die wiederum nur in einer Klinik sicher gewährleistet ist.

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Dröger Rückzug

Distanziert sich vom „Marsch des Lebens“: Der Berliner Bischof Markus Dröge Foto: Andreas Schoelzel

Berlins evangelischer Bischof Markus Dröge hat seine Unterstützung für den „Marsch des Lebens“ zurückgezogen. Damit folgt er der Bitte seiner Kirchenleitung, die eine „inhaltliche Differenz“ zum Veranstalter sieht.

pro Medienmagazin

Mit dem „Marsch des Lebens“ protestieren die Teilnehmer gegen Abtreibung und Sterbehilfe. Zu der Demonstration am Samstag in Berlin hat der Bundesverband Lebensrecht eingeladen. Kirchenvertreter, darunter Papst Franziskus, und Politiker wie der Unions-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder unterstützen die Veranstaltung, die um 13 Uhr vor dem Bundeskanzleramt beginnt.

Auch Dröge hatte sich im vergangenen Jahr noch beteiligt.

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