Archiv der Kategorie: Gesundheit

Rückschlag für Abtreibungsgegner in Texas

Im vergangenen Jahr demonstrierten zahlreiche Texaner gegen eine Verschärfung des Abtreibungsgesetzes Foto: Ann Harkness / flickr | CC-BY 2.0

Ein Bundesrichter in Austin, Texas, hat ein Gesetz verhindert, das die Schließung zahlreicher Abtreibungspraxen zur Folge gehabt hätte. Abtreibungsgegner legten umgehend Berufung ein.

pro Medienmagazin

Der Bundesrichter Lee Yeakel bewirkt mit seinem Urteil den Erhalt zahlreicher Abtreibungskliniken in Texas. Laut einem neuen Gesetz sollten jene Praxen denselben Anforderungen genügen, die allgemein für chirurgische Tageskliniken galten wie Mindestbreite von Fluren oder hochtechnische Ausstattung von Behandlungszimmern. Davon betroffen waren auch Praxen, die Abtreibungen ohne operative Eingriffe, sondern nur mit Tabletten durchführten.

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Ethiker: Freiwillig sterben wollen ist nicht kriminell

Foto: epd-bild/Stefan Arend

Befürworter der aktiven Sterbehilfe und diejenigen, die das Leben unbedingt schützen wollen, stehen sich in der Diskussion gegenüber. Für Professor Michael Quante ist dieses Schwarz-Weiß-Denken falsch. Er hält das Recht auf Selbstbestimmung für ebenso wichtig wie den Ausbau von Hospizen.

Von Carsten Linnhoffevangelisch.de

Der Bundestag will bis 2015 das Gesetz zur Sterbehilfe reformieren. Um was geht es im Kern?

Michael Quante: Wir haben eine lange Tradition des Schutzes des menschlichen Lebens. Unsere Gesellschaft aber verändert sich und das Paradigma der Selbstbestimmung ist längst anerkannt. Und dazu gehört auch die Selbstbestimmung über das eigene Lebensende. Das ist der Grundkonflikt.

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Experimentelles Ebola-Medikament wirkt bei Affen extrem zuverlässig

CD Murin, EO Saphire and AB Ward / The Scripps Research Institute Above: Image of ZMapp drug cocktail for Ebola treatment.

Der experimentelle Wirkstoff “ZMapp” dämmt das Ebola-Virus zumindest bei Affen auch fünf Tage nach der Infektion noch wirksam ein.

Von Daniela ZeibigSpektrum.de

Im Zuge der schweren Ebola-Epidemie in Westafrika verabreichten Ärzte Patienten bereits vereinzelt das bisher nicht zugelassene Medikament “ZMapp”. Auf die Wirksamkeit des Antikörpermixes, der das tödliche Virus an der Verbreitung und Vermehrung im Körper hindern soll, deuteten bisher nur erste Ergebnisse aus Tierversuchen hin. Eine neue Studie, die Forscher um Gary Kobinger von der Public Health Agency of Canada jetzt im Fachmagazin “Nature” veröffentlichten, liefert nun neue Hinweise darauf, wie zuverlässig das Antiserum zumindest bei Affen tatsächlich hilft.

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Bullshistic: Ice Bucket Challenge im ARD “Wort zum Sonntag”

Image: WW news

Die “Ice Bucket Challenge” hat jetzt auch das “Wort zum Sonntag” erreicht: Der Essener Pfarrer Gereon Alter lässt sich in der ARD-Sendung mit Eiswasser übergießen – ohne zuvor von jemanden nominiert worden zu sein.

Frankfurter Rundschau

Die Eisdusche für den guten Zweck macht auch vor dem «Wort zum Sonntag» nicht Halt. Am Samstagabend (22.30 Uhr) lässt sich der Essener Pfarrer Gereon Alter in der ARD-Traditionssendung einen Kübel mit Eiswasser über den Kopf schütten. “Ich finde die Idee klasse, auf eine originelle und spaßige Weise auf eine Krankheit aufmerksam zu machen, die sehr ernst ist und bisher kaum Beachtung findet”, sagte der 47-Jährige der Nachrichtenagentur dpa. Die «Ice Bucket Challenge» soll auf die seltene Nervenkrankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) aufmerksam machen.

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Westafrika: Ebola-Virus mutiert schnell

Partikel des Ebola-Virus © CDC / gemeinfrei

Viele Mutationen: Das in Westafrika grassierende Ebola-Virus unterscheidet sich genetisch schon an 300 Stellen von früheren Stämmen. Darunter sind auch einige DNA-Abschnitte, die für Diagnose und Therapie wichtig sind. Das belegt die bisher umfassendste Genanalyse von Virenproben der aktuellen Epidemie. Die neuen, im Fachmagazin “Science” veröffentlichten Daten zeigen aber auch, wie und wann das Virus nach Westafrika kam.

scinexx.de

Inzwischen hat sich die Ebola-Epidemie auch in die Demokratische Republik Kongo ausgebreitet, wie die Weltgesundheitsorganisation WHO vor wenigen Tagen meldete. Knapp 1.500 Menschen sind beim aktuellen Ebola-Ausbruch bereits gestorben, darunter auch mehr als 240 Ärzte und medizinische Helfer und ein Ende ist nicht abzusehen.

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Richard Dawkins Would Fail Philosophy 101

dawkinsRichard Dawkins recently tweeted that knowingly birthing a baby with Down syndrome is immoral. That claim is not only offensive—it’s nonsensical.

By Elizabeth PicciutoTHE DAILY BEAST

Lately, Richard Dawkins seems to scan the world for sore spots, take a good poke, and revel in the ensuing outcry. A few weeks ago, he proclaimed that stranger rape is worse than date rape. Last Wednesday, he tweeted that if a fetus was diagnosed with Down syndrome, the mother should “abort it and try again. It would be immoral to bring it into the world if you have the choice.” Predictably, he was deluged with angry responses; as of this writing, he is still responding to critics.

During this latest battle, his most vocal opponents have been pro-life, but you don’t have to be pro-life to take issue with what he’s been saying. If you believe, as Dawkins purports to, that your moral opinions should be informed by empirical evidence and logic, then that alone is excellent reason to object to the totality of what he’s been saying.

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Christlicher Lehrer wollte schwulen Jugendlichen mit Homo-Sex “heilen”

Die Baptistenschule wurde 1971 gegründet und verlangt von Eltern pro Jahr rund 4.000 Dollar Schulgeld, Bild: QUEER.DE

In einer Baptistenschule in den USA soll ein Lehrer über Jahre einen Jugendlichen vergewaltigt haben, damit er sexuelles Interesse an Frauen entwickelt.

QUEER.DE

Ein 32 Jahre alter schwuler Mann hat am Dienstag seine ehemalige Schule im Nordwesten von Mississippi angezeigt, weil er darin drei Jahre lang von einem Lehrer sexuell missbraucht worden sei. Kläger Jeff White behauptet, dass der Lehrer der Bethel Baptist School im 2.000 Einwohner zählenden Städtchen Walls die sexuellen Übergriffe als “Therapie” gegen Homosexualität bezeichnet habe. “Er hat mich vergewaltigt, weil ich schwul war, und gesagt, so würde ich lernen, Männer zu hassen und mich zu verändern”, erklärte White gegenüber der LGBT-Zeitung “Washington Blade”. Der Lehrer arbeitet heute als Pfarrer.

White hatte 1996 als Siebtklässler sein Coming-out gegenüber seinen christlich-konservativen Eltern, die dann die Baptistenschule um Rat fragten. Die Schule empfahl wöchentliche Beratungsgespräche mit dem beschuldigten Lehrer. Der Lehrer habe sich dann bis 1999 immer wieder an dem Jugendlichen vergangen.

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Playing God

“We are as gods,” says Stewart Brand, “and we might as well get good at it.”

Playing God is a BBC documentary in the Horizon series, hosted by Adam Rutherford. The documentary discusses synthetic biology, the potential of science “breaking down nature into spare parts” and then rebuilding it back up as we wish.

By Kevin RussellSerious Wonder

“Playing God is actually the highest expression of human nature. The urges to improve ourselves, to master our environment, and to set our children on the best path possible have been the fundamental driving forces of all of human history. Without these urges to ‘play God’, the world as we know it wouldn’t exist today.”
― Ramez Naam, More Than Human: Embracing the Promise of Biological Enhancement

Orthorexie: Gesunde Ernährung als Ersatzreligion

Bild: essen&trinken.de

Kreisen alle Gedanken um gesundes Essen, kann das krank machen. Betroffene vereinsamen, entwickeln Mangelerscheinungen, magern ab. Manche Psychologen sprechen dann von Orthorexie und sehen Parallelen zur Magersucht.

Von Gerlinde Gukelberger-FelixSpON

Milch ist tabu, Zucker sowieso, Weizenprodukte werden verschmäht, selbst Obst und Gemüse aus dem konventionellen Anbau kommen nicht mehr auf dem Tisch. Gegessen werden nur noch wenige ausgewählte Lebensmittel, im Extremfall vielleicht nur im eigenen Garten Angebautes. Manche Menschen beschäftigen sich so intensiv mit gesunder Ernährung, dass es geradezu krankhaft wird.

Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie warnte vor Kurzem vor der sogenannten Orthorexie, bei der Menschen “vom gesunden Essen besessen” seien.

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Training mit Spielekonsole verändert Gehirn von MS-Patienten

© Bernd Kasper / pixelio.de

Mit dem “Balance Board” für die Nintendo Wii können Patienten mit multipler Sklerose an ihrem Gleichgewicht feilen. Nun entdeckten Forscher, warum die Spielekonsole den Betroffenen so gut hilft: Offenbar leitet das Training förderliche Umbaumaßnahmen im Gehirn ein.

Von Daniela ZeibigSpektrum.de

Für die Spielekonsole Nintendo Wii gibt es mittlerweile so manches Zubehör das dafür sorgt, dass es nicht mehr nur ausreicht, von der Couch aus ein paar Knöpfe zu drücken, um ein Spiel erfolgreich zu meistern. Stattdessen ist immer häufiger voller Körpereinsatz gefragt. Eine dieser Entwicklungen ist das “Balance Board”, das etwa die Größe einer handelsüblichen Personenwaage hat und auf dem die Spieler ihr Gewicht verlagern müssen, um auf dem Fernsehbildschirm ihre Figur beispielsweise auf Skiern Slalom fahren zu lassen. Derartiges Zubehör hat sich in der Vergangenheit auch in der Therapie von Patienten mit multipler Sklerose bewährt, die häufig im Rahmen ihrer Erkrankung mit Gleichgewichtsstörungen zu kämpfen haben. Doch warum hilft das Training mit der Spielekonsole so gut? Offenbar, weil dadurch im Gehirn förderliche Umbaumaßnahmen eingeleitet werden, sagt nun ein Team um den italienischen Forscher um Luca Prosperini.

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Die Pflicht, zu leben

sterbenEin neues Gesetz zur Sterbehilfe wird wohl erst 2016 in Kraft treten. Doch die Debatte ist schon jetzt auf ihrem Höhepunkt. Am Dienstag ließ die Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin darüber diskutieren, ob es eine Pflicht zum Leben geben kann.

pro Medienmagazin

Erst nach der parlamentarischen Sommerpause im kommenden Jahr ist mit einer Abstimmung über ein neues Sterbehilfe-Gesetz zu rechnen. Derzeit sieht es so aus, als werde es dann zwei Gruppenanträge geben: Einen Entwurf, der organisierte Sterbehilfe unter Strafe stellt, und einen, der kein strafrechtliches Verbot anstrebt, dafür aber mit Hilfe des Vereins- und Betäubungsmittelrechts die Tötung als Dienstleistung verbieten will. Als sei das alles nicht schon kompliziert genug, veröffentlichten am Dienstag Ethiker und Mediziner einen Gesetzesvorschlag, der Straffreiheit für ärztliche Suizidassistenz fordert.

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Säkulare Grüne fordern die Rücknahme des Beschneidungsgesetzes (§ 1631d BGB)

Nachdem die Debatte zur Genitalbeschneidung von Jungen etwas abgeebbt ist, möchte der Bundesweite Arbeitskreis Säkulare Grüne mit diesem Positionspapier eine ernsthafte und sachliche Diskussion bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (zum Beispiel in frauen- gesundheits-, menschenrechts- und religionspolitischen Gremien) und darüber hinaus hervorrufen.

Bundesweiter Arbeitskreis Säkulare Grüne

Kinder – eigenständige Träger*innen von Menschenrechten

In den letzten Jahrzehnten hat in Deutschland ein gesellschaftlicher Paradigmenwechsel hinsichtlich der Beurteilung der Rechtspositionen von Kindern stattgefunden. Allgemein akzeptiert ist mittlerweile, dass Kinder eigenständige Träger*innen von Menschenrechten sind, mit der Folge, dass auch die überkommenen Elternrechte auf Bestimmung und Prägung des Kindes eingeschränkt sind. Kinder werden nicht mehr vorrangig als Eigentum der Eltern oder der Familie betrachtet. Eine Betrachtung „vom Kind her“ ist im Vordringen. Bedeutsamer Ausdruck dieser Entwicklung ist das Anfang dieses Jahrhunderts geschaffene gesetzliche Verbot der Anwendung von Gewalt gegen Kinder und das Verbot entwürdigender Maßnahmen als Erziehungsmittel. Die Rechtsordnung muss Kindern Schutz gewähren, nötigenfalls gegen die eigenen Eltern, deren Erziehungsmaßnahmen und auch deren religiösen Vorstellungen.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat an dieser Entwicklung einen maßgeblichen Anteil und orientiert sich auf eine Verstärkung der Positionen von Kindern im sozialen Umfeld und in der Gesellschaft. Der Bericht der Grünen-Kinderkommission von 2006 fordert „eine Politik, die das Wohl und die Rechte der Kinder in den Mittelpunkt stellt“ und lehnt die Fixierung auf „die Rolle, die Kinder als zu erziehendes Objekt … spielen“ ab. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – als Menschen- und Bürgerrechtspartei – formuliert eindeutig: „Ein Perspektivenwechsel zu einer kindzentrierten Politik ist ein bedeutender Schritt hin zu einer konsequenten Anwendung von Bürger*innenrechten. Das so genannte Kindeswohl definiert sich heute allzu oft aus der Sicht der Erwachsenen. Auch im Rechtssystem ist ein Perspektivenwechsel hin zu einer stärkeren Rechtsposition von Kindern überfällig.“

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Kinderschänder missbrauchten 1400 Kinder aus einer Stadt

Bild: WAZ

Bild: WAZ

Die Zahl ist schockierend, die Bilanz traurig: In der englischen Stadt Rotherham sind 1400 Kinder innerhalb von 16 Jahren sexuell missbraucht und verschleppt worden. Besonders erschreckend: Die Kinderschänder waren der Kommunalverwaltung teilweise bekannt.

FOCUS ONLINE

Etwa 1400 Kinder sind in der englischen Stadt Rotherham in den vergangenen 16 Jahren sexuell ausgebeutet und missbraucht worden. Das ergab eine unabhängige Untersuchung, die die Kommunalverwaltung in Auftrag gegeben hatte. Die Täter hätten Mädchen und Jungen vergewaltigt, entführt, in andere nordenglische Städte gebracht, geschlagen und eingeschüchtert, sagte die Autorin des Berichts, Alexis Jay, am Dienstag.

Mediziner schlagen straffreien Suizidhilfe durch Ärzte unter Auflagen vor

sterbenIn der Sterbehilfe-Debatte haben Mediziner, Ethiker und Juristen einen Vorschlag präsentiert, der Suizid-Beihilfe in Ausnahmefällen bei Schwerstkranken zulassen will.

evangelisch.de

Ärzte sollen demnach dann straffrei bleiben, wenn sie nach einem persönlichen Gespräch und der Prüfung durch einen zweiten unabhängigen Mediziner einem unheilbar Kranken mit begrenzter Lebenserwartung bei der Selbsttötung helfen, sieht der am Dienstag in München vorgelegte Gesetzentwurf vor.

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Genitalverstümmelung bei Frauen: Wider die Scham

beschneidungTausende Opfer weiblicher Genitalverstümmelung leben in Deutschland. Sie leiden nicht nur unter den körperlichen Folgen des grausamen Rituals, sondern sind verunsichert, beschämt, traumatisiert. Im Berliner Waldfriede-Krankenhaus finden die Frauen Hilfe.

Von Margarete HuchtSpON

Tief im Berliner Süden, wo es grün ist und die Badeseen vor der Haustür liegen, liegt das Desert Flower Center. Seit knapp einem Jahr gibt es die Einrichtung am Waldfriede-Krankenhaus im Stadtteil Zehlendorf. Dort wird Opfern weiblicher Genitalverstümmelung medizinische und psychologische Unterstützung angeboten.

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Ozonschicht: Rückkehr eines Killers

Tetrachlormethan, Strukturformel, Bild: wikimedia.org/PD

Ozonkiller aus unbekannter Quelle: Das Treibhausgas Tetrachlormethan strömt in großen Mengen in die Atmosphäre, obwohl es schon seit langem verboten ist. Woher es kommt, weiß niemand.

Von Alexander StirnSüddeutsche.de

Eigentlich sollte Tetrachlormethan längst vergessen sein. Die farblose, unangenehm riechende Flüssigkeit gilt als Treibhausgas und extrem starker Ozonkiller. Sie wurde in den vergangenen Jahrzehnten aus Feuerlöschern und chemischen Reinigungen verbannt. Doch nun taucht der krebserregende Stoff wieder auf. Aktuellen Berechnungen zufolge werden Jahr für Jahr große Mengen Tetrachlormethan in der Atmosphäre freigesetzt – als würde jemand knapp 1200 randvolle Kesselwagen mit der Substanz auskippen.

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CDU-Expertin fordert Politiker(Eltern)-Führerschein

Christina Schwarzer (37, evangelisch, ledig, kinderlos) aus Neukölln, Bild: BZ

„Eltern sind das größte Hindernis, wenn es um gleiche Chancen für alle Kinder geht“.

Von Bettina IrionBZ

Frau Schwarzer, Sie fordern einen Elternführerschein. Sollen Menschen erst einen Kurs machen, bevor sie Kinder bekommen?

Nein, darum geht es nicht. Ich möchte, dass wir Eltern unterstützen, die mit der Erziehung ihrer Kinder aus den unterschiedlichsten Gründen überfordert sind.

Wie stellen Sie sich das vor?

Wird zum Beispiel bei der Schuleingangsuntersuchung festgestellt, dass das Kind nicht richtig sprechen kann, dass es ungepflegt ist, große motorische Defizite aufweist, stark über- oder untergewichtig ist, dürfen wir es nicht bei Ermahnungen belassen. Eltern sollten in diesem Fall verpflichtet werden, an Kursen teilzunehmen, in denen sie lernen, wie man sein Kind wäscht, wie man mit ihm spricht, wie man auch ohne viel Geld seine Freizeit gemeinsam verbringen kann oder ein gesundes Essen kocht.

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Christian Radio Host: Ebola Will Cure Atheism and Homosexuality

Image: atheistrepublic.com

While some Americans are distraught with the tragic deaths of hundreds in Africa and some others are concerned about the Ebola virus spreading to the Western shores, Christian radio host Rick Wiles is hoping that the plague will solve America’s “problems” of atheism and homosexuality.

By Debapriya ChatterjeeAtheist Republic

Speaking on his radio show earlier this month, Wiles said, “Now this Ebola epidemic can become a global pandemic and that’s another name for plague. It may be the great attitude adjustment that I believe is coming…. Ebola could solve America’s problems with atheism, homosexuality, sexual promiscuity, pornography and abortion. If Ebola becomes a global plague, you better make sure the blood of Jesus is upon you, you better make sure you have been marked by the angels so that you are protected by God. If not, you may be a candidate to meet the Grim Reaper.”

So far, the Ebola pandemic has killed more than 887 people in West Africa. The situation has gotten so critical that many local leaders have discerned divine meaning in it. Reportedly, Liberian President Ellen Johnson Sirleaf urged residents to fast for three days and pray for forgiveness.

“Relying on His divine guidance for our survival as a nation, I call on all Liberians to observe three days of national fast and prayer to seek God’s face to have mercy on us and forgive our sins and heal our land, Liberia, as we continue to fight against the deadly Ebola virus,” she said.

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Welt als Gehirnversuch, Unsicherheit zu reduzieren

Foto: Stefan F. Sämmer Univ.-Prof. Dr. Thomas Metzinger/Uni Mainz

Thomas Metzinger über “das Selbst”, psychoaktive Drogen und die Dimension der Zukunft in der ethischen Debatte. Teil 2

Der Philosoph Thomas Metzinger erblickt aufgrund der rasanten Entwicklung der Neurowissenschaften einen erhöhten Reflexionsbedarf in der Philosophie und eine nicht minder drängende Notwendigkeit, politisch zu handeln.

Zu Teil 1: “Ein physikalisch determiniertes System könnte einen hohen Grad an Autonomie besitzen”

Von Reinhard JellenTELEPOLIS

Herr Metzinger, welche Kritikpunkte an ihrer “Philosophie des Selbst” fanden Sie am unangebrachtesten – und gab es welche, aus denen Sie etwas lernen konnten?

Thomas Metzinger: Eine Sache, die in Being No One[1] und auch in der überarbeiteten Neufassung des “Ego-Tunnels” fast vollständig fehlt, ist die Theorie des so genannten Predictive Coding, die zu großen Teilen von dem britischen Mathematiker Karl Friston entwickelt wurde und die mich und viele junge Leute in meiner Gruppe sehr beschäftigt.

Diese Theorie sagt, dass alle geistigen Inhalte kontrafaktische Inhalte sind, eine vom Gehirn dargestellte Wahrscheinlichkeitsverteilung, immer nur eine Möglichkeit, eben die beste Hypothese, die das System im Moment über die Außenwelt hat – oder auch über seinen eigenen Zustand.

Es gibt im Moment in der Kognitionswissenschaft und den informierten Teilen der Philosophie des Geistes eine regelrechte Hysterie, weil viele kluge Leute den Eindruck haben, dass dies die Anfänge des übergreifenden formalen, begrifflichen Rahmens sein könnten, nach dem wir so lange gesucht haben. Zum Beispiel lässt uns diese Theorie auf einer tieferen mathematischen Ebene verstehen, warum Handeln und Wahrnehmen im Grunde dasselbe sind, nämlich die kontinuierliche Minimierung eines Vorhersagefehlers.

Sie liefert uns aber auch ein neues Verständnis davon, was Aufmerksamkeit eigentlich ist: Was wir als “die Welt” erleben, ist in Wirklichkeit ein generatives Modell in unserem Gehirn, das kontinuierlich versucht, Unsicherheit zu reduzieren und “hässliche Überraschungen” zu vermeiden, indem es automatisch immer neue Vorhersagen erzeugt, testet und auf diese Weise die kausale Struktur der Außenwelt extrahiert. Das Problem: Die notwendige Mathematik ist für Philosophen mit einer normalen universitären Ausbildung nicht zu beherrschen. Wir brauchen in der Philosophie des Geistes jetzt auf einmal junge Leute, die nicht nur empirisch gut informiert sind, sondern auch solche, die Mathematik studiert haben.

Ich lerne viel von den kritischen Zuschriften wissenschaftlich gebildeter Leser aus aller Welt (die ich leider nicht mehr alle beantworten kann), aber es gibt natürlich auch das Rauschen an der Oberfläche, die klassischen Missverständnisse: Wenn es doch gar kein Selbst gibt, wer ist es denn dann, der sich täuscht oder die ominöse “Illusion des Selbst” aus dem Esoterikbuchladen hat?

Nun, es ist die Person als Ganzes, und sie wird vom Organismus zur Person genau dadurch, dass sie in einen sozialen Kontext eingebettet ist, der evolutionär und kulturgeschichtlich eben genau dadurch entstanden ist, dass Wesen das subpersonale Selbstmodell in ihrem Gehirn zu großen Teilen nicht als ein Modell erleben konnten und sich deshalb mit seinem Inhalt identifiziert haben. Das transparente Selbstmodell war die Brücke von der Biologie in die Kultur.

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“Neuro-Bashing” als Nachfolger des “Veganer-Bashings”

Foto: Stefan F. Sämmer Univ.-Prof. Dr. Thomas Metzinger/Uni Mainz

Thomas Metzinger über die Hirnforschung und die Willensfreiheitsdebatte. Teil 1

Von Reinhard JellenTELEPOLIS

Der Philosoph Thomas Metzinger hat mit seinem Buch Der Ego-Tunnel eine Debatte über die Übertragbarkeit von Ergebnissen aus der Neuro-Wissenschaft in die Philosophie und zur Autonomie des Willens ausgelöst. Zur erweiterten Neu-Auflage des Buches sprach Telepolis mit dem Autor.

Herr Metzinger, welche umwälzenden Erkenntnisse hat die Gehirnforschung in der Öffentlichkeit so prominent gemacht – und wie sind sie für den Alltag und andere Wissenschaften fruchtbar zu machen?

Thomas Metzinger: Da müssten Sie eigentlich eher einen Hirnforscher fragen als einen Philosophen. Echte Revolutionen sind in der Wissenschaft eher selten, denn die Stärke der wissenschaftlichen Methode besteht ja gerade darin, dass sie inkrementell (also in vielen kleinen Schritten) fortschreitet. Bei Parkinson und multipler Sklerose versteht man jetzt zum Beispiel die zu Grunde liegenden Mechanismen wesentlich besser, aber Depressionen und die Schizophrenie sind Beispiele dafür, dass Erkenntnisfortschritt sich leider nicht immer direkt in neuen, funktionierenden Therapien niederschlägt.

Andererseits gibt es einen interessanten Teilaspekt der aktuellen Entwicklung: Aus der Neurowissenschaft entsteht Neurotechnologie, und eine kleine Teilmenge dieser Neurotechnologien werden auch Bewusstseinstechnologien sein. Ich leite ja in Mainz die Forschungsstelle Neuroethik, wie ich aber in der erweiterten Neuauflage meines Buchs deutlich gemacht habe, brauchen wir im Grunde sogar so etwas wie eine “Bewusstseinsethik”: In der Zukunft wird es Technologien geben, die immer direkter, präziser und auch immer selektiver auf das neuronale Korrelat des subjektiven Erlebens selbst zugreifen.

Was aber ist ein “guter” Bewusstseinszustand? Darüber müssen wir uns gesellschaftlich verständigen. Wir kommen um eine ethische Grundlagendiskussion nicht herum. Wichtige Zielvorstellungen sind für mich Leidensverminderung, Selbsterkenntnis, Nachhaltigkeit und die Erhöhung von geistiger Autonomie.

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