Archiv der Kategorie: Kultur

Das Schweigen der Lämmer

Bild: DW, bearb.:BB

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In der Süddeutschen Zeitung vom 11.09. gab es einen interessanten Beitrag von David Ranan mit dem Titel ´Das Schweigen der Diaspora`. Ranan schrieb: „Ist es also Sache des Zentralrats der Juden in Deutschland, Israels Politik, deren Handlungen und Feldzüge zu verteidigen? Oder sollte er nicht vielmehr deutlich machen, dass die Vertretung der deutschen Juden eben kein Ansprechpartner sein kann in Fragen, die Israel betreffen“?

Von Abi MelzerDER SEMIT

Selbst diese harmlose Bemerkung, die man nicht einmal als Kritik verstehen kann, rief Henryk M. Broder auf die Barrikaden. Man fragt sich verwundert, was ihn dazu bewegt hat, jemanden, den er offensichtlich nicht kennt, wegen seiner von Broders Ideologie abweichenden Meinung, so zu beleidigen. Er beeilte sich auch der “Achse des Guten”, das wie folgt zu kommentieren: “Wo findet die SZ nur immer wieder ihre nützlichen Idioten?” Er muss aber aufpassen, dass nicht er selbst zum nützlichen Idioten der israelischen Propaganda wird. Solche zynischen und hämischen Kommentare sind zwar sein Markenzeichen, es wird aber der Tag kommen, an dem sie wie ein Bumerang auf ihn zurückfallen werden. Ich warte darauf und hoffe es, dies noch zu erleben, dass die führenden deutschen Zeitungen und Zeitschriften nichts mehr von diesem zionistischen Zyniker und, nach eigenen Worten, “reaktionären” annehmen.

Ich bin jederzeit bereit, die Meinungsfreiheit meines Gegners zu verteidigen, aber einen anderen Journalisten als „nützlichen Idioten“ zu bezeichnen, hat mit Meinungsfreiheit nichts mehr zu tun. Es ist eine Herabwürdigung und Diffamierung Andersdenkender und wenn diesem Treiben per Gesetz keine Grenzen gesetzt werden, dann sollten wir es tun, und Broder ignorieren und isolieren und ihm vor allem keine Bühne für seine Giftpfeile mehr geben. Broder jedenfalls handelt seit Jahren nach seinem Motto: Warum sachlich, wenn es auch persönlich geht. Er zieht es vor, so oft es geht, persönlich zu antworten und die Kritiker israelischer Politik, die er immer auch als persönliche Feinde betrachtet, unter der Gürtellinie zu treffen. Broder, so verstehe ich seine Rolle, die er seit mehr als zehn Jahren in diesem Land spielt, ist die ebenfalls eines „nützlichen Idioten“. Da stellt sich zwangsläufig die Frage: Cui bono?

Broder ist schon lange ein einzigartiges Phänomen in der deutschen Presselandschaft. Kein anderer Journalist kann und darf sich das leisten, was Broder sich leistet. Er genießt Narrenfreiheit.

Er hat nach seinem Schulabschluss 1966 versucht, Rechtswissenschaften, Soziologie, Volkswirtschaftslehre, Erziehungswissenschaften, Statistik und Sozialpsychologie zu studieren, hat aber überall vorzeitig abgebrochen. Im Durchschnitt hat er also jedes Fach vier Monate studiert, inklusiv Semesterferien.

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Vorbild Mohammed

Von Kurt Westergaard

Von Kurt Westergaard

Wenn im Namen des Islam Grausamkeiten begangen werden, heißt es immer,die Terroristen pervertierten eine friedliche Religion. Stimmt das wirklich?

Von Leon de WinterDIE WELT

Langsam werden wir in eine Diskussion gezogen, die wir vermeiden wollten. Es ist eine Diskussion, die die westliche Welt eigentlich seit der Aufklärung mehr oder weniger beerdigt hatte. Jetzt ist sie wieder da mit voller Wucht. Die industrielle Revolution gab uns die Werkzeuge, um Herr unseres eigenen Schicksals zu werden, und trotz schlimmster Rückfälle in die Barbarei während des 20. Jahrhunderts schritten wir voran zu Individualisierung, Säkularisierung, Wohlstand. Auf dem Weg ist uns die Vorstellung abhanden gekommen, dass wir wachsam und entschlossen sein müssen, wenn wir die Werte und Überzeugungen bewahren und aufrechterhalten wollen, die uns voran gebracht haben. So entstand die Idee, dass wir keine Feinde mehr haben. Wir konnten uns leisten, unentschlossen zu sein. Aber wir gingen noch weiter. Beschämt von den Massakern des 20. Jahrhunderts begannen wir, an den Ideen der Aufklärung zu zweifeln, die uns so weit gebracht hatten.

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Rap gegen den Glauben

In einem Video bei Kickstarter.com erklärt der Rapper Baba Brinkman, auf welche Botschaft es ihm ankommt: Religionen sind Aberglaube, der offenbar einen evolutionären Vorteil darstellte Foto: kickstarter.com / pro

Der Glaube an Gott basiert nicht auf einer existierenden höheren Macht, sondern hat sich als evolutionärer Vorteil mit dem Menschen entwickelt. Das ist die These vieler Evolutionswissenschaftler. Nun will ein Rap-Album diese Botschaft populärer machen.

pro Medienmagazin

Der kanadische Rapper Baba Brinkman hat auf der Crowdfunding-Plattform „Kickstarter“ versucht, Geld zur Finanzierung seines neuen Albums zusammenzubekommen. Das neue Album soll „The Rap Guide to Religion“ (Die Rap-Erklärung von Religion) heißen und die Botschaft vermitteln: Religion hat sich mit der Evolution des Menschen entwickelt und wird irgendwann überflüssig werden. Am Mittwoch lief die Frist für die Finanzierung aus und der Rapper kann sich freuen: das Soll von 20.000 Dollar ist sogar übertroffen worden.

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Das Judentum als Einbildung

Buchdeckel (Ausschnitt) einer antisemitischen Schrift, die 1940 in Frankreich unter der Naziherrschaft erschien. Bild: www.bridgemanart.com

Buchdeckel (Ausschnitt) einer antisemitischen Schrift, die 1940 in Frankreich unter der Naziherrschaft erschien. Bild: http://www.bridgemanart.com

Antisemitismus funktioniert unabhängig davon, was Juden tun. Das zeigt ein hervorragendes Buch.

Von Beat MetzlerBasler Zeitung

Molotowcocktails gegen Synagogen, ­geplünderte Koscherläden, «Juden ins Gas»-Parolen – in der Folge des Gaza­kriegs fegte eine Welle des Antisemitismus durch Europa. Der Konflikt hatte die Hassausbrüche ausgelöst. Die Ursachen dafür lagen anderswo.

Ein ähnlicher Reflex spielte bei der Affäre um Geri Müller, hinter der Kommentatoren eine «jüdische Verschwörung» witterten. Schliesslich standen zwei Juden im Verdacht, Müller zu schaden. In Wahrheit handelte es sich um einen gewöhnlichen politischen Streit. Als die CVP mithalf, Christoph Blocher als Bundesrat zu stürzen, wäre niemand auf die Idee gekommen, von einer «christlichen Verschwörung» zu reden.

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Knockout für Pazifisten?

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Die “Natur des Menschen” wird gegen Kritiker der Militärpolitik ins Feld geführt.

Von Arno KlönneTELEPOLIS

Werbende Botschaften für die Beteiligung der Bundesrepublik an Waffengängen out of area liegen derzeit im Trend – bei der politischen Prominenz und den meisten Medien jedenfalls. Die Akzeptanz dafür beim Publikum hält sich immer noch sehr in Grenzen. Da werden diskursive Verstärker benötigt, denn friedensbewegte “Altlasten” sind zu entsorgen. In der F.A.Z., die sich seit längerem einer solchen Aufräumarbeit eifrig annimmt, publizierte nun zu diesem Zwecke das Redaktionsmitglied Christian Geyer einen Beitrag “Pazifismus – ein Abgesang”, rechtzeitig zu einem Erinnerungstermin, dem 1.September.

Geyer stellt erleichtert fest, dass von einer kriegsgegnerischen Bewegung hierzulande derzeit nichts zu bemerken sei. “Pazifismus, einst ein Straßenfüller”, sei offenbar “zu einem Ideologem von vorgestern” geworden, zumindest “mucke er nicht auf”, und ehemalige Verkünder der Devise “Frieden schaffen ohne Waffen” hätten sich in zaghafte Befürworter von Waffenlieferungen und militärischen Hilfeleistungen verwandelt. Derartigen Halbherzigkeiten will Geyer ein Ende machen. Sein schlagkräftig gemeinter (freilich ernährungswissenschaftlich nicht gerade versierter) Vergleich: “Es ist mit dem Pazifismus wie mit dem Vegetarismus. Ein bisschen geht nicht.” Ein pazifistisches Politikmuster sei “nur rein oder gar nicht zu haben.”

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Manipulation und: Selbsttäuschung: Die Macht der Fremdsteuerung

Rainer Sachse Manipulation und Selbsttäuschung Verlag: Springer Berlin, Berlin 2014 ISBN: 9783642548239 19,99 €

„Manipulieren” heißt, einen Menschen zu etwas zu veranlassen, was er eigentlich nicht möchte. Der Begriff war ursprünglich nicht negativ behaftet (lat. manipulus, „etwas in der Hand haben”, übertragen „Kunstgriff”), wird heute aber oft mit unmoralischem Verhalten in Verbindung gebracht.

Von Ruth LachmuthSpektrum.de

Rainer Sachse, Leiter des Instituts für Psychologische Psychotherapie (IPP) in Bochum, vermittelt in seinem Buch einen fundierten Einblick in Formen der Manipulation und entsprechende Abwehrstrategien. Er erläutert wesentliche Aspekte des Beeinflussens Anderer sowie der Selbsttäuschung.

Schnell wird klar: Wir alle manipulieren ständig und werden manipuliert, meist aber in harmloser Form und überwiegend unbewusst. Dieses Verhalten sei verbreitet und normal, schreibt Sachse, es könne sogar als soziale Kompetenz betrachtet werden. Entscheidend sei die Dosis. Manipulation werde dann zum Problem, wenn sie zu häufig eingesetzt werde oder ernsten Schaden bewirke.

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Wann ist Selbsttötung christlich vertretbar?

In seinem Buch „Glücklich sterben?“ schreibt der katholische Theologe Hans Küng, dass er den Zeitpunkt seines Todes selbst wählen möchte Foto: Muesse / Verlag Piper | CC-BY 3.0

Darf ein gläubiger Mensch seinem Leben ein Ende bereiten, wenn er es aufgrund von Krankheit und Leid nicht mehr erträgt? Oder verachtet er damit Gottes Geschenk des Lebens? Der katholische Theologe Hans Küng möchte den Freitod wählen und erklärt sich in einem Buch.

Von Jörn Schumacherpro Medienmagazin

Der Theologe Hans Küng, der einerseits als Mitbegründer der Stiftung Weltethos, andererseits wegen seiner Kritik an der Katholischen Kirche bekannt wurde, hat vor einigen Jahren öffentlich gemacht, dass er an Parkinson erkrankt ist. Der 86-jährige in der Schweiz geborene Priester und Buchautor hat schon früher in Vorlesungen seine Meinung geäußert, jeder Mensch solle sein Leben selber beenden können, wenn es für ihn unerträglich geworden sei.

Nun hat er in dem Buch „Glücklich sterben?“, das im Verlag Piper erschienen ist, seine Entscheidung begründet, selbst den Zeitpunkt seines Todes angesichts der fortschreitenden Krankheit wählen zu wollen. Im Buch ist die Abschrift eines Interviews abgedruckt, das Küng mit der Journalistin Anne Will führte, und das die ARD am 20. November 2013 ausstrahlte. Der Theologe erklärt darin: „Ich weiß, dass mein Leben sich vollendet hat, dass ich weiter keine Aufgaben mehr zu erfüllen habe, dass es einfach Zeit ist. […] Ich möchte so sterben, dass ich noch voll Mensch bin und nicht nur reduziert auf ein vegetatives Dasein. Oder wie mein Freund Walter Jens eigentlich auf die Kindheit zurückgeführt.“

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Straßenbau in Island: Behörden nehmen Rücksicht auf “Elfenkirche”

Island: Leben mit den "Naturgeistern". Bild:beobachter.ch

Island: Leben mit den “Naturgeistern”, Haus in Hafnarfjörður, Themenbild. Bild:beobachter.ch

Ein Lava-Steinbrocken ist nach Überzeugung einiger Isländer eine “Elfenkirche”. Die liegt dummerweise direkt auf der Route einer geplanten Straße. Im Konflikt zwischen Straßenbau und Schutz der Naturgeister gibt es nun einen Kompromiss.

SpON

Der Glaube an Elfen versetzt in Island Berge. Oder zumindest Felsen. In dem Städtchen Garðabær legte Ragnhildur Jónsdóttir Ende 2013 gemeinsam mit zwei Dutzend anderen Menschen den Bau einer Straße lahm – weil die künftige Trasse genau durch eine kleine “Elfenkirche”, einen Lava-Steinbrocken, führen sollte.

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Eine Bastille für die Bestie Mensch

Das Monster baut sich seine eigenen Mauern: Man Rays Sade-Porträt nach zeitgenössischen Beschreibungen. / Bild: Beck Verlag

Er wurde als Monster und Staatsfeind behandelt, war Dutzende Jahre hinter Gitter: Das abenteuerliche Leben und das radikale Werk des Marquis de Sade sind auch 200 Jahre nach seinem Tod mit nichts vergleichbar.

Von Anne-Catherine SimonDie Presse

Im Oktober 1763 hat ein junger attraktiver Adeliger in einer Absteige außerhalb von Paris ein Rendezvous mit einer Gelegenheits-Prostituierten, das bald zum Gerichtsfall werden wird. Vor der verängstigten Jeanne Testard schändet er zwei Hostien, ein Kelch wird als Sperma-Gefäß zweckentfremdet, die junge Frau bekommt eine Einladung zum gegenseitigen Auspeitschen sowie wie zur Darmentleerung auf ein Kruzifix. Sie schlägt beides aus, muss sich aber noch obszöne Verse anhören.
Dieser erste amtsbekannte „Akt der Ausschweifung“ des Marquis de Sade gehört nicht zu den Dingen, die einem geistesgeschichtlich zum Jahr 1763 als Erstes einfallen. Bekannter ist zum Beispiel, dass „Wolferl“ Mozart wenige Tage davor der Kaiserin Maria Theresia auf den Schoß gehüpft ist, oder dass Kant in jenem Jahr seine Schrift „Der einzig mögliche Beweisgrund zu einer Demonstration des Daseins Gottes“ veröffentlicht hat. In Frankreich verteidigt derweil Jean-Jacques Rousseau sein neues Werk „Emile oder über die Erziehung“, in dem er postuliert: Der Mensch ist von Natur aus gut.
Der Mensch gut? Gott beweisbar? Da konnte Donatien Alphonse François de Sade nur lachen.

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Hinduismus: Der Elefantengott hat Geburtstag

Ganeshas Schönheit beruht auf seiner Intelligenz. (AFP / Indranil Mukherjee)

Ganesha ist klein und dick, hat einen Elefantenkopf und sitzt auf einer Lotusblüte. Wegen seiner Intelligenz und Stärke gilt die Gottheit als Überwinder von Hindernissen und Garant für Glück und Erfolg. Zehn Tage lang feiern viele Millionen Hindus nun ihren Geburtstag.

Von Margarete BlümelDeutschlandfunk

Ganeshas Vater Shiva ist für den Erhalt und die Zerstörung der Welt verantwortlich. Als Mahadeva – “großer Gott” – hat er einen eigenen Kult und gilt als Herr über alle Welten und alle Wesen, sagt die Indologin Manjiri Bhalerao aus Pune:

“Auch Ganesha wird ein eigener Kult zugesprochen. Anders als Shiva, wird er aber in den altindischen Schriften, den Veden, noch nicht genannt. Erst im dritten Jahrhundert findet Ganesha Erwähnung in den Texten.”

Das hinduistische Pantheon ist überaus komplex. So gibt es etwa Gottheiten wie Shiva, die zugleich für die Zerstörung und für die Erneuerung der Welt verantwortlich sind.

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Islamophobie und Antisemitismus: Die neuen alten Juden

moscheeWarum „Islamophobie“ in Europa nicht mit Antisemitismus gleichgesetzt werden kann. Weder im Wesen noch im Ausmaß. Ein Gastbeitrag.

Von James KirchickFrankfurter Allgemeine

Vor dem Hintergrund, dass heftige Angriffe auf jüdische Glaubensgemeinschaften in ganz Europa zunehmen, lohnt es sich, eine der albernen Behauptungen noch einmal anzuschauen, die sich im Laufe der vergangenen zehn Jahre in der öffentlichen Diskussion festgesetzt hat: Muslime sind „die neuen Juden“.

Vor einem Jahrzehnt bekam diese Behauptung neue Popularität, als Frankreich in Schulen das Tragen auffälliger religiöser Symbole  – darunter auch den islamischen Gesichtsschleier – verbat. In Dänemark lösten im darauffolgenden Jahr Zeitungscartoons, die den Propheten Mohammed porträtierten, Unruhen aus. Der gleichzeitige Aufstieg rechtspopulistischer Parteien, die oft antimuslimische Botschaften verbreiteten, verstärkte die Sicht- und Erzählweise, dass Muslime eine bedrohte Minderheit seien.

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Horkheimer-Nachlass jetzt auch online

Horkheimer war zusammen mit Theodor W. Adorno einer der Begründer der kritischen Theorie der Frankfurter Schule. Er wurde am 14. Februar 1895 in Stuttgart geboren und ist am 7. Juli 1973 in Nürnberg gestorben. (picture alliance / dpa)

Die Digitalisierung verändert das wissenschaftliche Arbeiten. Das zeigt ein Beispiel der Frankfurter Universität. Seit Kurzem haben Forscher und Philosophie-Interessierte online Zugang zum umfangreichen Nachlass des Philosophen Max Horkheimer, der als Mitbegründer der sogenannten Frankfurter Schule gilt.

Von Peter LeuschDeutschlandfunk

“Wir glauben, dass die sozialwissenschaftliche Erkenntnis doch gewisse Möglichkeiten bietet, dem Unheil wirksam zu begegnen, das in Europa schon vielen Menschen das Leben gekostet hat”,

erklärt Max Horkheimer 1954 auf einem Vortrag über die Aufgaben und die Verantwortung einer kritischen Soziologie. Konkret bezieht er sich hier auf seine Forschungen während der Emigration zum autoritären Charakter.

“Wir vermuten nicht länger, sondern kennen die psychologischen Kräfte, die einen Menschen anfällig für nationalsozialistische oder andere totalitäre Anschauungen machen.”

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Sterbehilfe: Die Zeiten kategorischer Verbote sind vorbei

sterbenFür eine politische und juristische Anerkennung des Rechts auf einen selbstbestimmten Tod. Es ist Zeit, ethisch, politisch und rechtlich anzuerkennen, dass der Respekt vor individueller Selbstbestimmung auch das Recht auf einen selbstbestimmten Tod einschließt.

Von Michael QuanteFrankfurter Rundschau

Angestoßen von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), der jede Form der organisierten Sterbehilfe unter Strafe stellen will, entwickelt sich derzeit eine breite Diskussion. In den Verhandlungen zur Bildung der Großen Koalition herrschte, wie Wolfgang Bosbach (CDU) dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ im Januar sagte, Einigkeit darüber, dass ein Gesetzentwurf zum Verbot der gewerbs- oder geschäftsmäßigen Sterbehilfe „aus der Mitte des Parlaments kommen sollte“. Deshalb werde sich der Deutsche Bundestag jetzt „ernsthaft“ mit dem Problem befassen und eine gesetzliche Regelung vorschlagen, die „eine möglichst breite, fraktionsübergreifende Akzeptanz finden“ könne.

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Israel: Keine orthodoxe Bevormundung mehr erwünscht

Israels Oberrabbiner David Lau. Für die Pflege der Religion sind dann die Männer mit den großen Hüten und den langen Bärten zuständig, glauben viele Israelis. (dpa/picture alliance/Maurizio Gambarini)

In Israel bestimmt das orthodoxe Oberrabbinat über Familienstands- und sonstige religiöse Fragen. Reformjüdische Gemeinden werfen dem Rabbinat den Missbrauch einer staatlich gesicherten Vormachtstellung vor und fordern nun die gesetzliche Gleichstellung der verschiedenen Strömungen des Judentums.

Von Ruth KinetDeutschlandfunk

Nach der Gründung des Staates Israel setzte das israelische Parlament ein orthodoxes Oberrabbinat ein, das für alle in Israel lebenden Juden bei zivilrechtlichen Fragen wie Eheschließungen und -scheidungen, bei Erbangelegenheiten und bei der Anerkennung eines Übertritts zum Judentum zuständig ist. Reformjüdische Gemeinden in Israel lehnen es aber zunehmend ab, dass das orthodoxe Oberrabbinat für auch für sie zuständig ist und fordern von der Politik eine andere gesetzliche Lösung:

“Ich bin heute noch mehr der Idee verpflichtet denn je, dass es in Israel eine Gleichstellung geben muss zwischen den verschiedenen Strömungen des Judentums.”

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Jesus liebt dich sogar, wenn du besoffen „Call of Duty“ spielst

Bild von Raphael Schön

Jesus liebt bekanntlich nicht nur mich, sondern auch dich und sowieso alles und jeden. Der Godfather aller verpeilten Hippies hat neuerdings aber auch ein ganz großes Herz für jene, die gerne mal eine Runde Call of Duty zocken.

Von Raphael Schönvice.com

Das sagt zumindest Mikee Bridges, der Gründer von Gamechurch.com. Unter dem Motto „Jesus loves Gamers“ beziehungsweise „Jesus loves you“ wird auf Comic-Conventions und Gaming-Events wie der E3 oder der Gamescom versucht, die anvisierte Zielgruppe Nerd für das Christentum, oder besser gesagt Jesus, zu begeistern.

In der Praxis sieht das dann so aus: auf einem kleinen Stand gibt es kostenlos Sticker mit Jesus-Motiv, Ansteck-Pins mit Jesus-Bild und eine an den Geschmack von Jugendlichen mit einer Aufmerksamkeitsspanne im Millisekunden-Bereich angepasste Mini-Bibel. Als ich auf der Gamescom am Stand vorbeiging, dachte ich im ersten Moment an ganz nett gemachte Satire. Ein GameChurch-Anhänger, der hinter einem Tisch voller GameChurch-Merchandise saß, antwortete auf mein skeptisches „Is this serious?“ trocken mit „Yes, of course“. Scheiße, dachte ich, die meinen das ernst. Gleichzeitig fühlte ich mich auf dieselbe Art davon angezogen wie von Leuten, die Videospiel-Charaktere heiraten.

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Warum Totenruhe doch kein Menschenrecht ist

Ganzkörperreliquie Pater Pios, Bild: wikimedia.org/PD

Zumindest nicht für Promis: Die unglaublichen Schicksale berühmter Leichen zeigen, dass die Totenruhe für Prominente nur eingeschränkt gilt. Steht “R. I. P.” am Ende doch für “Rest in Pieces”?

Von Ulrich BaronDIE WELT

In seiner 1893 erschienenen Erzählung “The Damned Thing” hat der große Zyniker Ambrose Bierce zwei bemerkenswerte Maximen formuliert. Die erste lautet “One does not allways eat what is on the table.” Das steht im Widerspruch zu allen elterlichen Ermahnungen, nach denen was auf den Tisch kommt, auch gegessen werden muss. Im Rahmen dieser Geschichte ist es aber durchaus einleuchtend, weil darin das Objekt einer Leichenschau auf dem Tisch liegt.

Statt dann so genau hinzuschauen wie die Gerichtsmedizinerkrimis und -Filme von heute, diagnostiziert der Erzähler lakonisch: “A man though naked may be in rags”, wobei man sich den englischen Ausdruck “to be in rags”, also zerlumpt sein, in das Bild eines Körpers übersetzen muss, der von einer unbekannten Bestie zerfetzt worden ist.

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Ulf Schlüter: “Das hier ist nicht das christliche Abendland”

Superintendent Ulf Schlüter ist die Religionsfreiheit wichtig.Foto: Oliver Schaper

Dortmund diskutiert über das Kopftuch und die Äußerungen von CDU-Politikerin Gerda Horitzky. In unserer Interviewserie erläutern Experten ihre Sicht rund um das Verhältnis von Christentum und Islam in der Stadt. Heute erklärt Ulf Schlüter, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises, warum Christen Identitätsprobleme haben.

Von Sarah BornemannWAZ

Seit Wochen beschäftigt uns eine Debatte ums Kopftuch, die sich auch in den Leserbriefen an die Redaktion niederschlägt. Wie erleben Sie diese Entwicklung?
Als Evangelische Kirche bemühen wir uns seit langem, Dialog, Toleranz und gegenseitiges Verständnis zu fördern. Trotzdem zeigt sich: die Ressentiments sitzen so tief und sind so leicht zu dynamisieren, dass solche Effekte wie in den letzten Wochen entstehen können. Dass das auch nach fünf, sechs Jahrzehnten noch so ist, in denen hier ganz selbstverständlich auch Muslime leben, ist einerseits erschreckend, andererseits muss man es realistisch zur Kenntnis nehmen und darf es nicht verschweigen.

Germanenwahn: Mit Wotan zum Siegfrieden

Das Schicksal Siegfrieds, hier in Fritz Langs „Die Nibelungen“ von 1924, hatte als „Dolchstoßlüge“ für die politische Kultur der Weimarer Republik verheerende Folgen. Foto: Imago

Der deutsche Germanenwahn reicht zurück ins 19. Jahrhundert, tobte sich im Ersten Weltkrieg ebenso aus im Zweiten Weltkrieg, den Hitler am 1. September 1939 auslöste.

Von Horst Dieter SchlosserFrankfurter Rundschau

Zu den ideologischen Konstanten des deutschen Nationalismus bis 1945 zählte bekanntlich der Versuch, die deutsche Identität von germanischen Wurzeln herzuleiten und darin auch eine Sinnstiftung für Gegenwart und Zukunft zu finden. Dieser Versuch reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück und mündete bei immer engerer Verquickung mit einem germanisch-nordisch-arischen Rassenhochmut in den wirren, dafür aber in seiner Handhabung umso brutaleren Eklektizismus der NS-Zeit.

Schon früh trifft man auf abenteuerliche Rekonstruktionen der germanischen Vorzeit und manche problematische Fixierung auf Überlieferungsdetails, deren historischer Kontext schlicht ausgeblendet wurde. Ein in jeder Hinsicht fragwürdiger Umgang mit der Überlieferung erfuhr nicht zuletzt die Nibelungensage. Um den klassischen Epen Homers etwas „Deutsches“ an die Seite zu stellen, erhob man das „Nibelungenlied“ im 19. Jahrhundert gar zum „Nationalepos“. Dabei konnte die eigentlich verstörende Tatsache, dass dieses Epos in einem Blutrausch endet, sogar noch zu einem besonderen Fixpunkt der germanisierenden Gegenwartsdeutung werden.

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All You Need To Know About the 10 Percent Brain Myth, in 60 Seconds

The reality is that we already use 100 percent of our brains _DJ_/Flickr

The new Luc Besson movie Lucy, starring Scarlett Johansson, opens tomorrow in theaters countrywide. It’s based on the immortal myth that we use only 10 percent of our brains.

By Christian JarrettWIRED

Johansson’s character is implanted with drugs that allow her to access 100 percent of her brain capacity. She subsequently gains the ability to learn Chinese in an instant, beat up bad guys, and throw cars with her mind (among other new talents). Morgan Freeman plays neuroscientist Professor Norman, who’s built his career around the 10 percent claim. “It is estimated most human beings use only 10 percent of the brain’s capacity,” he says, “Imagine if we could access 100 percent.”

As it happens, I’ve written a book all about brain myths (Great Myths of the Brain; due out this November). I thought I’d use what I learned to give you a 60-second explainer on the 10 percent myth.

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The destructive myth about religion that Americans disproportionately believe

Bild: bb

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The U.S. is the last remaining highly developed country that hasn’t abandoned this problematic belief

by CJ WerlemanSalon/Alternet

This week, Pew Research Center published the results of a survey conducted among 40,080 people in 40 countries between 2011 and 2013. The survey asked a simple question: Is belief in God essential to morality? While clear majorities say it is necessary, the U.S. continues to be an outlier.

In 22 of the 40 countries surveyed, the majority says it is necessary to believe in God in order to be a moral person. “This position is highly prevalent, if not universal, in Africa and the Middle East,” says the report. No surprise there, but Asian and Latin countries such as Indonesia (99 percent), Malaysia (89 percent), the Philippines (99 percent), El Salvador (93 percent), and Brazil (86 percent) all fell in the highest percentile of respondents believing belief in a god (small G) is central to having good values.

Interestingly, clear majorities in all highly developed countries do not think belief in god to be necessary for morality, with one exception only: the USA.

Only 15 percent of the French population answered in the affirmative. Spain: 19 percent. Australia: 23 percent. Britain: 20 percent. Italy: 27 percent. Canada: 31 percent. Germany 33 percent. Israel: 37 percent.

So what of the U.S.? A comparatively eye-popping 53 percent of Americans essentially believe atheists and agnostics are living in sin. Despite the fact that a research analyst at the Federal Bureau of Prisons determined that atheists are thoroughly underrepresented in the places where rapists, thieves and murderers invariably end up: prisons. While atheists make upward of 15 percent of the U.S. population, they only make up 0.2 percent of the prison population.

With the exception of the U.S. and China, the survey finds that those “in richer nations tend to place less emphasis on the need to believe in God to have good values than people in poorer countries do.” The chart below illustrates this point:

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