Archiv der Kategorie: Kultur

7 Things to Consider Before Choosing Sides in the Middle East Conflict

Bild: Public Domain

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Are you “pro-Israel” or “pro-Palestine”? It isn’t even noon yet as I write this, and I’ve already been accused of being both.

Huffington Post – Ali A. Rizvi

These terms intrigue me because they directly speak to the doggedly tribal nature of the Israeli-Palestinian conflict. You don’t hear of too many other countries being universally spoken of this way. Why these two? Both Israelis and Palestinians are complex, with diverse histories and cultures, and two incredibly similar (if divisive) religions. To come down completely on the side of one or the other doesn’t seem rational to me.

It is telling that most Muslims around the world support Palestinians, and most Jews support Israel. This, of course, is natural — but it’s also problematic. It means that this is not about who’s right or wrong as much as which tribe or nation you are loyal to. It means that Palestinian supporters would be just as ardently pro-Israel if they were born in Israeli or Jewish families, and vice versa. It means that the principles that guide most people’s view of this conflict are largely accidents of birth — that however we intellectualize and analyze the components of the Middle East mess, it remains, at its core, a tribal conflict.

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Frauen sind Freiwild im neuen Ägypten

Zischen, Schnalzen oder ein zugerauntes “sexy lady”: Auf den Straßen Kairos müssen sich Frauen ständig zweideutige Signale und Bemerkungen gefallen lassen Foto: picture alliance / AP

In Ägypten sind sexuelle Übergriffe auf Frauen allgegenwärtig. Herrschende Männer missbrauchen den weiblichen Körper als Machtinstrument. Besonders gefährdet: Wir westliche Reporterinnen.

Von Andrea BackhausDIE WELT

Ich erinnere mich noch an das Telefonat, das die Freundschaft zwischen Ahmed und mir beendete. Am Abend zuvor wurde eine Holländerin auf dem Tahrir-Platz von fünf Männern vergewaltigt. Die junge Frau, die für eine ägyptische Organisation in Kairo arbeitete, wollte die Proteste gegen Präsident Mohammed Mursi fotografieren. Die Männer drückten sie in eine dunkle Ecke des ohnehin schummrigen Platzes und attackierten sie so heftig, dass sie notoperiert werden musste.

Ich war außer mir. Was los sei in diesem Land, rief ich in den Hörer. Warum die Männer so verrohten? Und vor allem: Warum niemand etwas dagegen tue? Da holte Ahmed, der Geschichtsstudent, aus. Nein, es sei nicht schön, was da passiert sei.

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Neil deGrasse Tyson’s Brief Response for Ken Ham

Image: Friendly Atheist

The highlight of Friday’s episode of Real Time with Bill Maher had to be the cutaway to Neil deGrasse Tyson during a joke about how Ken Ham doesn’t think we should spend so much money looking for life on other planets since they haven’t been “saved”:

By Hemant MehtaFriendly Atheist

Concise and punchy. I like it.

Let me toss out this theory, though: Given the way Tyson looked at Maher right after the joke, and the way Maher said “Beautiful reading” afterwards, I’m almost certain the teleprompter said “That’s fucked up” but Tyson couldn’t bring himself to say it. He went with the milder choice and the joke hit, but not as hard as it could have. But no one was upset, because it’s Neil deGrasse Tyson.

Antijudaismus: Arabische Jugendliche und die Doppelmoral Deutschlands

Die Berichte vom Krieg in Gaza erreichen mich im Urlaub in Sarajevo. Auch die Berichte der Demonstrationen in Berlin und in anderen deutschen Großstädten sehe ich. Ich sehe, wie meist junge arabische Männer antijüdische Parolen rufen und lese und höre Kommentare, über den „Antisemitismus“ der arabischen Einwanderer – als seien die Araber selbst keine Semiten.

Nutzerbeitrag von SaltadorosderFreitag

Die Aufregung ist groß über diese Äußerungen, die natürlich alles andere als akzeptabel sind. Kommentatoren ziehen Vergleiche, zum Antijudaismus der Nazis, ohne das offensichtlich jemandem die Absurdität solcher Vergleiche in den Kopf kommt. Es ist ein durchaus einfacher psychologischer Abwehrreflex, jeden und alles in Deutschland zum Nazi zu erklären außer den wirklichen Nazis, die meine Generation wenigstens noch als Familienmitglieder, Lehrer und Nachbarn kennen lernen konnte. Und so wird jeder Diktator zum Hitler stilisiert und jeder, der dumme, antijüdische Äußerungen von sich gibt, zum neuen Nazi.

Ich sehe, die täglichen Angriffe der israelischen Armee auf Gaza und ich sehe und lese über die Opfer, die zum großen Teil Zivilisten sind. Unter ihnen Frauen und Kinder, die nichts mit dem Konflikt zu tun haben außer der Tatsache, am „falschen“ Ort der Welt gelebt zu haben.

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BAP-Sänger Niedecken sieht Religionen skeptisch

Wolfgang Niedecken, Bild: wikimedia.org/GNUFDL

Wolfgang Niedecken (63), Sänger der Kölner Kultband BAP, ist skeptisch gegenüber Religionen: «Ich finde, mit Religion wird viel Schindluder getrieben. Denken Sie nur an die religiös motivierten Kriege auf der ganzen Welt», sagte er der «Neuen Osnabrücker Zeitung» vom Samstag.

Berliner Morgenpost

«Dabei ist Religion etwas, woran sich die Menschen aufrichten sollen, was Trost bringen soll und barmherzig sein soll.» Er selbst ist vor Jahrzehnten aus der Kirche ausgetreten – «aber ich könnte mir vorstellen, dass ich Mitglied geblieben wäre, wenn wir damals schon Papst Franziskus gehabt hätten», sagte Niedecken.

Facebook: Gutmenschentum zwischen Katzenvideos

Bild: Süddeutsche.de

Wer auf Facebook die Gesichter getöteter Kinder postet, will damit sein Interesse an der Weltrettung zeigen. Doch solche Bilder zu veröffentlichen, zeugt von moralischer Überheblichkeit und Respektlosigkeit gegenüber den Opfern.

Von Vera SchroederSüddeutsche.de

In meiner aktuellen Facebook-Timeline fragt mein Freund F., ob jemand ein paar geheime Urlaubstipps für den Gardasee hat. Darunter zeigt M. ein lustiges Video, in dem ein großer, brauner Hund mit riesigen Schlappohren versucht, einen auf dem Küchentisch stehenden Fressnapf zu erwischen, wobei die haarigen Ohren bei jedem Hüpfer sehr komisch in die Luft fliegen.

Und noch eins darunter hat G. gerade eine Bildergalerie geteilt. Fünf Bilder, auf denen die zerfetzten Körper getöteter Kinder zu sehen sind. Erloschene Gesichter, tote, noch geöffnete Augen, verstaubte, blutbefleckte Reste von Kleidungsstücken oder Körperteilen. “Gaza 2014. Ohne Worte” schreibt G. dazu.

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Judenhass in Deutschland: Antisemitismus ist keine Lawine

Wolfgang Benz (2013), Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Der Antisemitismusforscher Wolfgang Benz, 73, widerspricht Berichten, wonach der Judenhass in Deutschland stark zugenommen habe.

Von Markus DeckerBerliner Zeitung

Herr Benz, seit der Nahost-Konflikt eskaliert, kommt es zu mehr antisemitischen Ausschreitungen. Sehen Sie eine neue Qualität?

Nein, und ich würde auch gerne die Wortwahl „antisemitische Ausschreitungen“ hinterfragen. Denn nach meiner Information hat es antiisraelische Demonstrationen gegeben. In Berlin wurden am Rande einer antiisraelischen Demonstration antisemitische Parolen gerufen. Aber deshalb jetzt von antisemitischen Ausschreitungen in Deutschland zu sprechen, halte ich für übertrieben. Es haben sich zum Teil seltsame Leute zusammengerottet, einige haben blödsinnige Parolen gerufen. Das wird von Interessenten mit großem Medienhall als Wiederaufflammen des Antisemitismus dargestellt, als sei es so schlimm wie nie zu vor.

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Rocker Tom Petty: ‘No one’s got Christ more wrong than the Christians’

image of Tom Petty steve white photos / Shutterstock.com

Veteran rocker Tom Petty isn’t pulling any punches with his new song “Playing Dumb.”

By David FergusonThe Raw Story

In an interview with Billboard magazine, Petty said that he wrote the song about the decades of child sex abuse in the Catholic church and the elaborate lengths that priests and their leaders have gone to cover up the crimes.

“I’m fine with whatever religion you want to have,” Petty said, “but it can’t tell anybody it’s OK to kill people, and it can’t abuse children systematically for God knows how many years.”

Petty went on to say that he doesn’t understand why people continue to donate to the church, which has paid out millions of dollars in legal settlements to the victims of child-molesting priests.

“If I was in a club, and I found out that there had been generations of people abusing children, and then that club was covering that up, I would quit the club. And I wouldn’t give them any more money,” he said.

“Religion seems to me to be at the base of all wars,” said the Florida-born singer and guitarist. “I’ve nothing against defending yourself, but I don’t think, spiritually speaking, that there’s any conception of God that should be telling you to be violent. It seems to me that no one’s got Christ more wrong than the Christians.”

Petty’s career has spanned more than 30 years, spawning multiple gold and platinum records, including the hit singles “Refugee,” “Don’t Come Around Here No More” and “Won’t Back Down.” He has performed as a solo artist, with his band the Heartbreakers and as a member of the supergroup The Traveling Wilburys alongside rock legend Roy Orbison, ELO founder Jeff Lynne and George Harrison of the Beatles.

Jesus Did Not Become the God-Klingon

Image: centerforinquiry.net

Yesterday the president signed an executive order barring federal contractors from discriminating against LGBT folks, and happily did not add a religious exemption, and we expressed our appreciation:

Center for Inquiry/The Morning Heresy

Too often religious beliefs are used as an excuse to avoid obeying laws that apply to everyone else, as the regrettable Supreme Court decision in the Hobby Lobby case illustrates. … [This] is a welcome step in the right direction, toward a secular government in which religion can’t be used as a shield for prejudice and unequal treatment.

Our reaction’s been noted by the Washington Times and the Christian Post.

RNS’s David Gibson calls Obama’s decision to allow religious contractors to use religious beliefs as a hiring criteria (which we’re not happy about) a “split-the-baby” solution. And usually, atheists love those kinds of solutions.

The Navy vs. whales? The militarization of dolphins? It’s covered on the latest Point of Inquiry with guest Joshua Horwitz.

CFI-Indiana’s chief and the head of our Secular Celebrant program, Reba Boyd Wooden, is a guest on the State of Belief radio show, guest-hosted by RNS’s Kevin Eckstrom. They talk about, of course, our big win for Secular Celebrants in Indiana. And if you want to be a Secular Celebrant, now’s your chance. Well, in August is your chance.

New Jersey’s Sen. Cory Booker introduces the Access to Birth Control (ABC) Act, which requires pharmacists to actually do their jobs and dispense birth control to women with prescriptions despite any religious objections.

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Der neue Bildersturm der Steinzeit-Islamisten

Bild: HUFFPO Religion

Bild: HUFFPO Religion

Im Irak und in Syrien verbreiten radikalsunnitische Dschihadisten Schrecken und zerstören systematisch Kulturschätze und Heiligtümer. Jetzt drohen die Fanatiker sogar der Kaaba in Mekka.

Von Sonja ZekriSüddeutsche.de

Wenn es nicht nur ein Propagandatrick ihrer Gegner ist, um die Gotteskrieger unmöglich zu machen, wenn es also stimmt, dann ist es unter allen verrückten Ideen die wahnsinnigste: Die Kalifatsgründer des “Islamischen Staates” in Syrien und Irak möchten die Kaaba vernichten.

Diejenigen, die an der Kaaba beten, natürlich auch, aber vor allem eben: die Kaaba, heiligstes Heiligtum für jeden Muslim, Lebens- und Pilgerziel für Millionen von Menschen jedes Jahr. Haus Gottes.

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Von der Judenfeindschaft zum Antisemitismus

Antisemitismus © MiG

Der moderne Antisemitismus beerbt ältere Formen der Judenfeindschaft. Wurzelnd im christlichen Antijudaismus löst sich der neuzeitliche Judenhass von religiösen Motiven ab, gipfelt im NS-Vernichtungsantisemitismus und wirkt bis in die Gegenwart fort.

Von Gideon BotschMiGAZIN

Antisemitismus ist eine verbreitete Bezeichnung für Judenfeindschaft. Ein weiter Begriff des Antisemitismus, wie er in den Politik-, Sozial- und Kulturwissenschaften üblich ist, umfasst sämtliche Formen von Hass, Vorurteilen und Ressentiments gegen Juden, egal in welchen historischen Kontexten sie auftreten. In diesem Sinne wird Antisemitismus auch in der öffentlichen Debatte wahrgenommen. Demgegenüber untersucht die geschichtswissenschaftliche Antisemitismusforschung ihn zumeist als spezifische Form der modernen Judenfeindschaft. Einer möglichen Universalisierung als quasi zeit-, ort- und kontextloses Phänomen begegnet sie mit Skepsis. Beide Perspektiven können, je nach Fragestellung, sinnvoll sein.

Für den vorliegenden Beitrag wird die historische Terminologie maßgeblich sein, die für ältere oder anders gelagerte Phänomene Begriffe wie Antijudaismus oder Judenfeindschaft verwendet.

Damit sollen historische Kontinuitäten nicht geleugnet werden. Die Judenfeindschaft hat “ihre Wurzeln in religiösen Vorurteilen und Stereotypen, in der christlich-jüdischen Differenz, oder genauer: in der traditionellen Ablehnung des Judentums durch das Christentum und die christliche Welt”. Der moderne Antisemitismus hat sie im 19. Jahrhundert beerbt, in sich aufgenommen und tendenziell abgelöst.

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“Ouverture spirituelle”: Mit Gott in Verbindung treten

Ein Eindruck aus der Ouverture spirituelle der Salzburger Festspiele. Bild: SN/ bild: sn/sf/al-tariqa al-gazoulia

Die Ouverture spirituelle der Salzburger Festspiele öffnet ein reiches Feld der Assoziationen.

Von Karl HarbSalzburger Nachrichten

Die tanzenden Derwische, die sich bis zur Ekstase im Kreis drehen, sind vielerorts ein Begriff. Schließlich ist ja sogenannte Weltmusik ein gern beackertes Feld.

Für die Ouverture spirituelle, mit der am Freitag die Salzburger Festspiele quasi inoffiziell begonnen haben, will man aber nicht diese pittoresk diesseitige Art des Sufismus, der mystischen Ausrichtung des Islam, in den Blickpunkt rücken. Vielmehr soll die spirituelle Versenkung ins spezifische geistliche Ritual erlebbar werden, wie sie die Traditionen vieler Sufi-Orden pflegen.

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Ein Kinderbuch und schwule Pinguine

Zwei homosexuelle Pinguine sind Stoff für ein Kinderbuch, das in Singapur aus den Bücherregalen verschwunden ist. Das deutsche Pendant wird für Kinder ab 3 Jahren empfohlen Foto: Sander Spek / Wikimedia

Das Kinderbuch „And Tango Makes Three“ von Peter Parnell sorgt derzeit in Singapur für Schlagzeilen. Die Regierung hat es verboten, weil darin zwei schwule Pinguine „ihr“ Baby großziehen. Das deutsche Pendant „Zwei Papas für Tango“ von Edith Schreiber-Wicke wird dagegen für Kinder ab drei Jahren empfohlen.

pro Medienmagazin

Der staatlich geprüfte Bücherei-Verband in Singapur bewertete das Buch als unpassend und verbannte es daher aus den Regalen. Die Geschichte richte sich gegen die Werte der Familie, die die Regierung vertritt. Das Buch basiere auf einer wahren Geschichte. Das Online-Portal nydailynews meldet, dass der konservative Informationsminister des Stadtstaats Singapur die Entscheidung, alle Kopien des Titels zu zerstören, unterstütze.

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Umwelt: Das Aus für die Wegwerfgesellschaft?

Knappe Ressourcen, hohe Emissionen, Umweltverschmutzung – mit dem überflüssigen Wegwerfen und Deponieren muss Schluss sein, sagt die EU-Kommission. Sie fordert höhere Recyclingquoten.

Von Irene QuaileDW.de

Die Europäische Kommission hat neue Zielvorgaben für Abfälle vorgeschlagen. Die Recyclingquoten sollen erhöht und der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft ermöglicht werden. Bis zum Jahr 2030 sollen den Plänen zufolge die Europäer 70 Prozent der Siedlungsabfälle und 80 Prozent der Verpackungsabfälle recyceln; ab dem Jahr 2025 soll die Deponierung recycelbarer Abfälle verboten sein.

Die Kommission setzte auch Zielvorgaben für die Verringerung von Abfällen im Meer und Ziele für die Reduzierung von Lebensmittelabfällen. “Während man die Umwelt schützt, fördert man die wirtschaftliche Entwicklung mit neuem Wachstum und neuen Arbeitsplätzen”, sagte EU-Umweltkommissar Janez Potočnik.

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FIFA-WM, Woche 4: Überlegenheitsfantasien, Nazi-Vergleiche und Kritik an der FIFA

Großmachtfantasien machen sich bei den deutschen Fans breit. Quelle: Screenshot Facebook/Schland-Watch, 11.7.2014

Die letzte WM-Woche läuft, Deutschland ist immer noch im Turnier vertreten und spielt am Wochenende gegen Argentinien um den Titel. Somit gab es auch in den vergangenen Tagen wieder genügend Anlass für einige „Fans“ ihren unverkrampften Nationalismus zum Besten zu geben. Der überdeutliche Halbfinal-Sieg gegen Brasilien bot dabei reichlich Gelegenheit für Kriegsvergleiche und Überlegenheitsfantasien. Auch internationale Prominente ritten mit auf dieser Welle und twitterten fleißig Nazi-Vergleiche. In dieser Woche gab es zudem Kritik am laschen Vorgehen der Fifa gegen Rassismus in den WM-Stadien.

Von Marc LatschNETZ-GEGEN-NAZIS.de

Nationalistische Bilderschwemme

7:1 gegen Brasilien – nicht nur den geneigten Fußballfan versetzte das Halbfinalmatch der deutschen Mannschaft in Ekstase, auch einige Twitter- und Facebook-Benutzer schien der Spielverlauf euphorisiert zu haben. In Kombination mit etwas „unverkrampftem“ Nationalismus bot sich im Internet in etwa folgendes Bild: Weltkriegspanzer bombardieren brasilianische Flaggen, Hermann der Cherusker stößt die Christus-Statue von ihrem Sockel, Deutsche erfreuen sich an sexueller Gewalt gegen Brasilianer und Schwarz-weiß-rote Daumen werden in die Höhe gereckt. Vieles, was während und nach dem Spiel im Internet veröffentlicht wurde orientierte sich an klassischen nationalistischen Stereotypen und überschritt deutlich jedwede geschmackliche Grenze. Großmachtfantasien, die auch an der deutschen Presselandschaft nicht spurlos vorübergingen – anders lässt sich die Titelseite der B.Z. vom Donnerstag kaum erklären.

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Vollverschleiert in die Selbstbestimmung

Burqua Burka

Burka (CC-by-sa/2.0/en by Rockin’ the Khuff)

Worin liegt der Unterschied zwischen einer Regierung, die Frauen zwingt, ein Stück anzuziehen und einer, die verlangt es auszuziehen? Unser Kolumnist Emran Feroz fragt, wer hier eigentlich Frauen unterdrückt: der Islam oder europäische Gerichte?

Von Emran FerozND

Wer Sara ins Gesicht schaut, sieht nur ihre blauen Augen. Vor rund vier Jahren entschloss sich die 26-Jährige, zum Islam zu konvertieren. Seit jeher trägt sie einen Niqab, eine Vollverschleierung. In Frankreich – das ist nun dank des Europäischen Gerichtshofes sicher – könnte sie für das Tragen des Niqabs mit einer Geldbuße bestraft werden. Nun erwägen weitere europäische Staaten das sogenannte »Burka-Verbot«.

Für Sara, die meint, vor einigen Jahren mit ihren blonden Haaren und blauen Augen nicht deutscher hätte sein können, ist das Urteil ein Affront. »Worin liegt der Unterschied zwischen einer Regierung, die einen zwingt, ein Stück Stoff anzuziehen und einer, die verlangt, ein Stück Stoff auszuziehen?«, fragt sich die junge Deutsche nun zu Recht. Denn das Urteil der Straßburger Richter ist nicht nur übertrieben, sondern fast schon radikalsäkular. Es ist eine Form staatlicher Gewalt, ein Stück Stoff zwanghaft aus der Gesellschaft zu verbannen. De facto darf der Staat nur in das Selbstbestimmungsrecht eines Individuums eingreifen, wenn dabei Rechte anderer verletzt werden. Man kann von einem Niqab halten, was man will, Rechte Dritter verletzt er sicherlich nicht.

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Erster atheistischer Fernsehsender—GO!

Das Kreuz am Ground Zero ist ein Stein des Anstoßes für die amerikanischen Atheisten, die am 29. Juli einen Fernsehsender an den Start bringen wollen Foto: Wimkimedia / Urban

Am 29. Juli soll der weltweit erste atheistische Fernsehsender an den Start gehen. Deren Macher versprechen einen Sender, der frei von „sämtlichem Aberglaube“ ist.

pro Medienmagazin

„Mit dem Start des atheistischen Fernsehsenders schreiben wir Geschichte“, zitiert das amerikanische Nachrichtenportal Christian Post den Präsidenten der amerikanischen Atheisten, David Silverman. „Es gibt Hunderte von Fernsehsendern, die christliche Inhalte übertragen. Für die Atheisten gab es so etwas bisher noch nicht.“

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Vatikan will weltweite Waffenruhe während des WM-Finales

Bild: Wikimedia Commons/Casa Rosada

Bild: Wikimedia Commons/Casa Rosada

In sozialen Netzwerken warb der Kirchenstaat mit dem Schlagwort #pauseforpeace für eine Atempause an den Konfliktherden dieser Erde, solange hunderte Millionen Menschen am Fernseher das Endspiel verfolgen.

Neue Zürcher Zeitung

Der Päpstliche Rat für die Kultur regte einen Moment des Schweigens vor dem Anstoss im Maracanã-Stadion von Rio de Janeiro an. Sport sei ursprünglich im Rahmen religiöser Feste getrieben worden, sagte Vize-Ratssekretär Melchor Sánchez de Toca y Alameda. “Sport-Veranstaltungen waren Momente des Friedens, wenn Kriege ruhten, wie etwa für den Olympischen Frieden.”

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Warum Religion nichts in der Politik verloren hat

Das Kreuz mit den Religionen

Das Kreuz mit den Religionen

Das Christentum ist keine Wertebasis für Politik, im Gegenteil. Es war unseren Werten stets ein Feind. Eine Replik auf den Chefredakteur.

Von Alexander WallaschThe European

Stellen wir doch zunächst einmal klar, dass die ominösen Grundwerte des Christentums zu keiner Zeit jemals aus der Kirche selbst heraus Vorgabe für die Gesetzgebung waren. Nicht in säkularen und auch nicht in kirchlichen Staaten. Es ist vielmehr so, dass, was wir an christlichen Werten serviert bekommen, in der Kirchengeschichte von der Kirche selbst als Feind identifiziert und demzufolge massiv bekämpft wurde.

Spezifische christliche Werte? Ach ja, die gibt es ja nicht einmal, denn sie sind Wert für Wert Teil theoretischer Programmpunkte vieler Religionen und Bekenntnisse vieler Kulturen. Mit der nicht ganz unwichtigen Ausnahme, dass es gerade die monotheistischen Religionen waren, die diese Werte auf schäbigste Weise pervertiert, vergewaltigt und verleugnet haben. Der wahrscheinlich in seiner zeitlichen Dimension grausamste Krieg war der, angezettelt und geführt von eben jenen monotheistischen Religionsvertretern, die offiziell angetreten waren, diesen „Weltwerten“ zu huldigen. Die andere in den Arsch getreten haben, ihnen gleichzutun.

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Studie belegt: Deutsche Medien verbreiten Vorurteile über Sinti und Roma

Bild: MiGAZIN

Medien verbreiten Vorurteile über Sinti und Roma. Das ist das zentrale Ergebnis einer aktuellen Studie “Antiziganismus in der deutschen Öffentlichkeit”. Dabei würden Ressentiments auch weniger auffällig weitergegeben, etwa wenn Formulierungen codiert würden.

MiGAZIN

Deutsche Medien verbreiten einer Studie zufolge regelmäßig Vorurteile über Sinti und Roma. Dies gelte sowohl für Qualitätsmedien als auch für Boulevardmedien, heißt es in der Untersuchung „Antiziganismus in der deutschen Öffentlichkeit“ des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Die Forschungsarbeit beleuchtet die Berichterstattung in Presse, Fernsehen, Radio und Internet in Deutschland.

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