Archiv der Kategorie: Politik

Antisemitismus ist Angriff auf Christen!

Der Altar der Jerusalemer Christ Church vereint jüdische und christliche Symbolik. Hass gegen Juden ist auch ein Angriff gegen Christen, findet unser Kommentator
Foto: Flickr/Ian W Scott | CC-BY-SA 2.0

Gedeiht Hass auf Israel nicht nur in Moscheen, sondern auch in linken Kirchenkreisen? Fest steht: Antisemitismus trifft Christen im Besonderen.

Von Egmond Prillpro Medienmagazin

Wer in diesen Tagen die mediale Berichterstattung verfolgt, wer Augen und Ohren aufmacht, wird hören und sehen: In Paris steckten arabische Demonstranten jüdische Geschäfte an und belagerten eine Synagoge; in Berlin schrieen Hamas-Sympathisanten „Jude, Jude, feiges Schwein“, in Bremen schlug ein Pro-Gaza-Demonstrant einen Mann blutig, der sich schützend vor einen bedrohten Journalisten stellte. Halb Europa scheint auf den Beinen. Und Deutschland geht voran. Eben gab es noch fröhliches Feiern im Siegestaumel der Fußball-WM. Über den Fan-Meilen, in Kleingartenanlagen und auf den Straßen flatterten die Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold. Ein Fest der Freude über und mit unseren Fußballern nach dem Sieg in Rio.

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Kirchen-Gier: Kirchgeld von den Ungläubigen

Bild: tilly

Bild: tilly

Eingetragene Lebenspartnerschaften in Niedersachsen sollen bei der Kirchensteuer künftig wie Ehepaare behandelt werden. Die rot-grüne Landesregierung stimmte am Dienstag in Hannover einem entsprechenden Gesetzentwurf zu.

evangelisch.de

Demzufolge sollen auch gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften das sogenannte “Besondere Kirchgeld” zahlen, wenn der Allein- oder Hauptverdiener keiner steuererhebenden Kirche angehört, der Partner mit dem geringeren oder keinem Einkommen aber doch. Bei Ehepaaren wird das Besondere Kirchgeld seit dem Jahr 2000 erhoben.

Dem Gesetzentwurf zufolge sollen Lebenspartnerschaften zudem auch bei der Kirchensteuer wählen können, ob sie gemeinsam oder einzeln veranlagt werden. Ein weiterer Punkt regelt den Einzug der Kirchensteuer auf Kapitalerträge. Ab sofort könnten sich Verbände zu dem Gesetzentwurf äußern, hieß es.

Bürgerentscheid über Potsdamer Garnisonkirche rückt näher

Bild: Potsdam ohne Garnisonskirche/FB

Bild: Potsdam ohne Garnisonskirche/FB

Während eine Bürgerinitiative bereits 14.000 Unterschriften gegen den Wiederaufbau der Garnisonskirche gesammelt hat, unterstützt die Politik das Projekt weiterhin. In Potsdam läuft alles auf einen Bürgerentscheid hinaus.

evangelisch.de

In Potsdam zeichnet sich ein Bürgerentscheid über den geplanten Wiederaufbau der Garnisonkirche ab. Die Rathauskooperation von SPD, CDU, Grünen, Potsdamer Demokraten und Freien Wählern habe sich auf eine Ablehnung des erfolgreichen Bürgerbegehrens gegen die Garnisonkirche verständigt, sagte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Pete Heuer dem epd am Dienstag in Potsdam. Am 30. Juli ist eine Sondersitzung der Stadtverordnetenversammlung zum Bürgerbegehren geplant. Wird dabei das Bürgerbegehren abgelehnt, könnte als nächste Stufe ein Bürgerentscheid beantragt werden.

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Jesus Did Not Become the God-Klingon

Image: centerforinquiry.net

Yesterday the president signed an executive order barring federal contractors from discriminating against LGBT folks, and happily did not add a religious exemption, and we expressed our appreciation:

Center for Inquiry/The Morning Heresy

Too often religious beliefs are used as an excuse to avoid obeying laws that apply to everyone else, as the regrettable Supreme Court decision in the Hobby Lobby case illustrates. … [This] is a welcome step in the right direction, toward a secular government in which religion can’t be used as a shield for prejudice and unequal treatment.

Our reaction’s been noted by the Washington Times and the Christian Post.

RNS’s David Gibson calls Obama’s decision to allow religious contractors to use religious beliefs as a hiring criteria (which we’re not happy about) a “split-the-baby” solution. And usually, atheists love those kinds of solutions.

The Navy vs. whales? The militarization of dolphins? It’s covered on the latest Point of Inquiry with guest Joshua Horwitz.

CFI-Indiana’s chief and the head of our Secular Celebrant program, Reba Boyd Wooden, is a guest on the State of Belief radio show, guest-hosted by RNS’s Kevin Eckstrom. They talk about, of course, our big win for Secular Celebrants in Indiana. And if you want to be a Secular Celebrant, now’s your chance. Well, in August is your chance.

New Jersey’s Sen. Cory Booker introduces the Access to Birth Control (ABC) Act, which requires pharmacists to actually do their jobs and dispense birth control to women with prescriptions despite any religious objections.

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Ken Ham wants to end the U.S. space program because the aliens are all going to hell

Ken Ham, Quelle: Answers Outreach

Ken Ham, Quelle: Answers Outreach

45 years after the Apollo 11 moon landing, creationism hits a new low

By Sarah GraySALON

On July 20, 1969, Neil Armstrong took those famous first steps on the Moon’s surface, uttering the well-known words: “That’s one small step for man, one giant leap for mankind.”

Sunday marked the 45th anniversary of that momentous Apollo 11 mission. The event left some pondering the next steps for U.S. space exploration.

Not everyone, however, is so thrilled about the U.S. space program.

On Sunday, Ken Ham, president and founder of the creationist organization Answers in Genesis (best known for debating Bill Nye), wrote a blog post calling for the end of the U.S. space program.

Why? Well, according to Ham, who also runs the Creation Museum in Kentucky, there’s no point in spending money on finding extraterrestrial life for a couple of reasons: First, the search is a deliberate rebuking of God, and second because aliens are already damned to hell.

“I’m shocked at the countless hundreds of millions of dollars that have been spent over the years in the desperate and fruitless search for extraterrestrial life,” Ham wrote.

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Ministerpräsidentin Dreyer verteidigt Staatskirchenleistungen

Bild: tilly

Bild: tilly

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat die staatlichen Zahlungen an die Kirchen verteidigt.

evangelisch.de

Die Mittel für Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser oder Altenpflege erhielten die Kirchen, weil sie den Staat bei zentralen Aufgaben als Sozial-, Bildungs- und Rechtsstaat unterstützten, sagte Dreyer am Montagabend in Dickenschied (Rhein-Hunsrück-Kreis).

Dreyer betonte, staatlichen Unterstützungen diakonischer und karitativer Einrichtungen seien keine ungerechtfertigte Finanzierung von Kirchen. Damit werde auch die Vielfalt von Angeboten und zugleich ein sozialer und kultureller Reichtum der Gesellschaft gefördert, sagte sie bei einer Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Beisetzung von Pfarrer Paul Schneider.

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Anti-israelische Proteste “Wer hat uns das denn eingebrockt?”

Demonstranten auf einer pro-palästinensischen Kundgebung am Wochenende in Frankfurt. (dpa / Boris Roessler)

Rolf Verleger, ehemaliges Direktoriums-Mitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland, wundert sich nicht über die neue Welle des Antisemitismus im Land. Im Deutschlandfunk warf er Repräsentanten des Judentums vor, jede Kritik an Israel als antisemitisch zu erklären. Es müsse erlaubt sein, die israelische Politik zu kritisieren.

Von Tobias ArmbrüsterDeutschlandfunk

Rolf Verleger, ehemaliges Direktoriums-Mitglied im Zentralrat der Juden, äußerte sich im Deutschlandfunk kritisch zur israelischen Politik gegenüber den Palästinensern. Er selber wolle am Mittwoch an einer Demonstration gegen “das Massaker der Israelis in Gaza” teilnehmen, sagte Verleger.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hatte sich gestern über eine neue Welle des Judenhasses in Deutschland beklagt. Rolf Verleger sieht diese Einlassung kritisch. Im Deutschlandfunk sagte er: “Wer hat uns das denn eingebrockt?” Wenn Politiker und Medien in Deutschland Israels Politik für richtig hielten und Repräsentanten des Judentums jede Kritik an Israel zur Kritik an Juden erklärten, fordere man antisemitische Parolen geradezu heraus. Man könne ja “nicht jeden Quatsch, den Israel da macht, mitmachen”.

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Obama unterzeichnet Dekret gegen sexuelle Diskriminierung

Barack Obama, Bild. wikimedia.org/CC- 2.0 Generic

US-Präsident Barack Obama hat am Montag ein Dekret gegen sexuelle Diskriminierung am Arbeitsplatz unterzeichnet.

evangelisch.de

Firmen mit Regierungsaufträgen dürfen demnach weder bei der Einstellung noch im Arbeitsalltag Menschen wegen ihrer Gender-Identität oder sexuellen Orientierung benachteiligen. Für Millionen Menschen sei diese Diskriminierung ein reales Problem, sagte Obama amerikanischen Medienberichten zufolge in Washington. Sie wachten morgens auf “im Wissen, dass sie ihren Job verlieren könnten wegen ihrer Identität”.

Die neue “Executive Order” schützt erstmals auch Regierungsangestellte ausdrücklich vor Gender-Identität-Diskriminierung. Schutz vor Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung besteht schon seit längerem im öffentlichen Dienst.

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Christliche Botschaft: Israel hält sich an internationales Kriegsrecht

Bild: bilder.t-online.de

Bild: bilder.t-online.de

Internationale Christliche Botschaft Jerusalem übt Kritik an türkischem Regierungschef. Dieser verglich Israelis mit Nazis. “Kein Staat könne es sich auf Dauer gefallen lassen, alle zwei Jahre unter massiven Raketenbeschuss zu kommen”

kath.net

Dem in den meisten Medien erweckten Eindruck, Israels Vorgehen im Gazastreifen sei unverhältnismäßig und brutal, widerspricht die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem (ICEJ). Mit der am 17. Juli begonnenen Bodenoffensive sollen Abschussbasen für Raketen, die inzwischen bis nach Tel Aviv und Jerusalem fliegen, und Tunnelsysteme zerstört werden, um die jahrelange Bedrohung vor allem von Städten und Dörfern im Süden Israels zu beenden. Seither sind rund 500 Palästinenser ums Leben gekommen. Auch 18 israelische Soldaten starben. Gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea erklärte der Geschäftsführende ICEJ-Direktor, Jürgen Bühler (Jerusalem), dass die Bekämpfung islamischer Terrororganisationen gemäß internationalem Kriegsrecht erfolge. Kein Staat könne es sich auf Dauer gefallen lassen, alle zwei Jahre unter massiven Raketenbeschuss zu kommen.

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Kai Diekmann: „Eine Massen-Absolution gibt es nur über die Medien“

„Eine Massen-Absolution gibt es nur über die Medien“, sagt Kai Diekmann, Chefredakteur der BILD, im Rahmen des ökumenischen Internetprojekts „2017 gemeinsam unterwegs“. Immer weniger Menschen gingen zur Beichte in die Kirche und Prominente würden ihre Fehltritte in den Medien vor einem „Millionenpublikum“ preisgeben, „weil unsere Gesellschaft den transparenten Umgang mit Fehlern honoriert.“ Als Beispiel führt der BILD-Chefredakteur die ehemalige Ratsvorsitzende der EKD an: „Selbst im Scheitern war Margot Käßmann für viele noch ein Vorbild.”

EKD

Gegen öffentliche Beichten spricht sich der Jesuitenpater Klaus Mertes aus. „Der Pranger funktioniert nämlich wie das vorgezogene und damit auch angemaßte ‚Jüngste Gericht’”, das Beichtgeheimnis dagegen schütze die Menschen. Geständnisse müssten „nicht notwendig vor laufenden Kameras erfolgen – im Übrigen auch oft im Interesse der Opfer nicht”. Gleichzeitig unterstreicht Mertes, der 2010 als einer der ersten an der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der Kirche mitwirkte, dass die öffentliche Verantwortung von Institutionen im Blick behalten werden müsse. „Die Alternative dazu wäre sonst das Totschweigen der Opfer und somit die Fortsetzung der Sünde.”

Beide Statements können unter www.2017gemeinsam.de nachgelesen und diskutiert werden. Hier äußern sich wöchentlich jeweils zwei Personen des öffentlichen Lebens zu wechselnden Fragestellungen. Das interaktive Internetprojekt „2017 gemeinsam unterwegs“ basiert auf dem ökumenischen Dialog-Dokument „Vom Konflikt zur Gemeinschaft. Gemeinsames lutherisch/katholisches Reformationsgedenken im Jahr 2017“. Das Projekt wird vom Deutschen Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes und vom Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik in Paderborn getragen.

Hannover, 21. Juli 2014

Dr. Eberhard Blanke
Pressesprecher des DNK/LWB

 

„Heldentod“ und christlicher Glaube

Eine Grafik für die Hinterbliebenen gefallener deutscher Soldaten illustriert die Mischung christlicher Werte mit Nationalismus und Heldenpathos im Heldentod Foto: German Government (Ministry of defence, year 1916) Wikipedia

Im Krieg zu sterben sei eine Ehre, war der Prediger Heinrich Goebel 1916 überzeugt. „Grässlich“ sei diese Überzeugung, sagt dagegen heute sein Enkel, ein Theologe. pro beleuchtet in einer Serie, wie sich Kirchen und Freikirchen im ersten Weltkrieg verhalten haben.

pro Medienmagazin

Heinrich Goebel veröffentlichte 1916 ein Buch unter dem Titel „Unsere Helden im großen Weltkrieg“. Goebel, im Oktober 1864 geboren, war Prediger der Evangelischen Gemeinschaft. Diese Freikirche schloss sich im Verlauf der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts der Evangelisch-Methodistischen Kirche an. Der Kirchenhistoriker Martin Greschat, ein Enkel von Heinrich Goebel, hat sich mit dem Leben seines Großvaters und dessen Buch kritisch auseinandergesetzt.

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Der neue Bildersturm der Steinzeit-Islamisten

Bild: HUFFPO Religion

Bild: HUFFPO Religion

Im Irak und in Syrien verbreiten radikalsunnitische Dschihadisten Schrecken und zerstören systematisch Kulturschätze und Heiligtümer. Jetzt drohen die Fanatiker sogar der Kaaba in Mekka.

Von Sonja ZekriSüddeutsche.de

Wenn es nicht nur ein Propagandatrick ihrer Gegner ist, um die Gotteskrieger unmöglich zu machen, wenn es also stimmt, dann ist es unter allen verrückten Ideen die wahnsinnigste: Die Kalifatsgründer des “Islamischen Staates” in Syrien und Irak möchten die Kaaba vernichten.

Diejenigen, die an der Kaaba beten, natürlich auch, aber vor allem eben: die Kaaba, heiligstes Heiligtum für jeden Muslim, Lebens- und Pilgerziel für Millionen von Menschen jedes Jahr. Haus Gottes.

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Staatsschutz ermittelt wegen antiisraelischen Gewaltaufrufen

Teilnehmer einer propalästinensischen Demonstration in Essen Foto: A9999 Marcel Kusch

Ein Berliner Imam steht in Verdacht in einer Predigt zum Mord an Israelis aufgerufen zu haben.

ND

Nach antiisraelischen Gewaltaufrufen in einem Video ermittelt der Berliner Staatsschutz gegen einen muslimischen Prediger wegen Volksverhetzung. Wegen des Videos, das Medienberichten zufolge in der Al-Nur-Moschee in Berlin-Neukölln aufgenommen worden sein und seit Samstag im Internet kursieren soll, sei Anzeige erstattet worden, bestätigte Polizeisprecher Stefan Redlich dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Montag in Berlin.

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Zoff in Rom

Papst Franziskus (Bild: AP)

Papst Franziskus (Bild: AP)

Ein Gespräch mit dem Papst: Dieser Mann hat keine Angst vor Konflikten innerhalb des Klerus. Und er stellt Tabus infrage.

Von Eugenio ScalfariZEIT ONLINE

Heute ist Donnerstag, der 10. Juli, fünf Uhr nachmittags: Ich treffe Papst Franziskus zu einem gemeinsamen Gespräch. Worüber? Über sein Pontifikat, das er vor etwas mehr als einem Jahr angetreten hat, und darüber, dass er in so kurzer Zeit bereits eine Revolution in Gang gesetzt hat; über das Zweite Vatikanische Konzil, das vor 50 Jahren zu Ende ging und dessen Beschlüsse bis heute nur zum Teil umgesetzt sind; über die moderne Welt und die christliche Tradition und allem voran über die Figur des Jesus von Nazareth. Wir sprechen aber auch, und besonders, über die zwei brennenden Themen, die der Papst kürzlich zur Sprache gebracht hat: die Pädophilie und die Mafia.

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Von der Judenfeindschaft zum Antisemitismus

Antisemitismus © MiG

Der moderne Antisemitismus beerbt ältere Formen der Judenfeindschaft. Wurzelnd im christlichen Antijudaismus löst sich der neuzeitliche Judenhass von religiösen Motiven ab, gipfelt im NS-Vernichtungsantisemitismus und wirkt bis in die Gegenwart fort.

Von Gideon BotschMiGAZIN

Antisemitismus ist eine verbreitete Bezeichnung für Judenfeindschaft. Ein weiter Begriff des Antisemitismus, wie er in den Politik-, Sozial- und Kulturwissenschaften üblich ist, umfasst sämtliche Formen von Hass, Vorurteilen und Ressentiments gegen Juden, egal in welchen historischen Kontexten sie auftreten. In diesem Sinne wird Antisemitismus auch in der öffentlichen Debatte wahrgenommen. Demgegenüber untersucht die geschichtswissenschaftliche Antisemitismusforschung ihn zumeist als spezifische Form der modernen Judenfeindschaft. Einer möglichen Universalisierung als quasi zeit-, ort- und kontextloses Phänomen begegnet sie mit Skepsis. Beide Perspektiven können, je nach Fragestellung, sinnvoll sein.

Für den vorliegenden Beitrag wird die historische Terminologie maßgeblich sein, die für ältere oder anders gelagerte Phänomene Begriffe wie Antijudaismus oder Judenfeindschaft verwendet.

Damit sollen historische Kontinuitäten nicht geleugnet werden. Die Judenfeindschaft hat “ihre Wurzeln in religiösen Vorurteilen und Stereotypen, in der christlich-jüdischen Differenz, oder genauer: in der traditionellen Ablehnung des Judentums durch das Christentum und die christliche Welt”. Der moderne Antisemitismus hat sie im 19. Jahrhundert beerbt, in sich aufgenommen und tendenziell abgelöst.

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Hebron 1929–Shuafat 2014

Bild: tachles

Die letzten Tage bin ich still geblieben. Mir fehlen die Worte, um den lokalen Trubel und den Sturm der Emotionen zu beschreiben. Was lässt sich sagen in Bezug auf Mord und Gewalt, rassistischen Doktrinen und religiösen Eifer, verknüpft mit schrecklicher politischer Schwäche und einer Schwäche des Intellekts seitens der israelischen Führung? Was kann gesagt werden, das nicht bereits gesagt worden ist? Nichts. Und so blieb ich still.

Von Avraham BurgTachles

In Shuafat wurde alles sehr scharf und klar. In diesen Tagen welkt Jerusalem in der Mittagshitze dahin. Arbeiter der Stadtverwaltung wischen die Überreste der Zusammenstösse auf den nach Shuafat führenden Strassen weg. Die ausgebrannten Stationen der Leichtbahn säumen den Weg zur zentralen Moschee und zum Zelt der Trauernden. Es ist halbvoll. Fotografien von Mohammed Abu Khdeir schmücken die Wände der Moschee. Ein leichter Ostwind, von der Wüste her kommend, füllt das Zelt für einen Moment mit Leben. Die von überall aus Palästina gekommenen Besucher entschuldigen sich mit beschränktem Wortschatz bei mir dafür, dass es kein Wasser gibt. «Wegen des Fastens, Sie verstehen.» Es werden Reden gehalten. Über Gott, den Barmherzigen, den 
Gnadenvollen. Über den Märtyrer, der zur ewigen Ruhe gegangen sei. Alle Dinge, die man unter 
solchen Umständen zu hören erwartet, werden gesagt. Sie sind zornig auf Mahmoud Abbas, machen sich lustig über Binyamin Netanyahu und fürchten um ihre Zukunft.

Der Geistliche der Gemeinde, der auch als Organisator fungiert, erzählt mir von den Vorbereitungen des Leichnams des Jungen für das Grab. Er hat diese Geschichte schon Hunderte Male zu Hunderten von Menschen erzählt, die Kondolenzbesuche abgestattet haben, und es bewegt ihn trotzdem noch. Einfache Worte, erschreckende Beschreibungen. Von einem Menschen, der gefesselt und verbrannt worden ist, von innen und von aussen, noch lebend. Er sprach in warmen Worten von dem Teenager, der nach der Mahlzeit im Morgengrauen vor Fastenbeginn mit seinen Freunden zum Gebet in die Moschee gegangen war. Unvermittelt wanderten meine Gedanken zu einer anderen Stadt, zu einer weiter zurückliegenden Gewalt. Ich dachte an ein kleines Mädchen, das in einer anderen Zeit lebte – anders und doch so ähnlich.

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Heilpraktiker auf dem Vormarsch: Krankenkassen werben mit dubiosen Therapien

Bild: rbb

Immer mehr Gesetzliche Krankenkassen locken neue Mitglieder durch Kostenübernahmen für Alternativmedizin. Doch das Sozialgesetzbuch untersagt den Kassen eigentlich, Rechnungen von Heilpraktikern zu begleichen. Denn deren Kenntnisse sind oftmals ungenügend, die Methoden umstritten. Die IKK Südwest bricht nun ganz offensiv die Regeln im Kampf um Kunden: Auch teure Heilpraktiker-Gespräche werden abgerechnet.

Kontraste—RBB

Homöopathie, die sanfte Heilbehandlung, – für die einen Hokuspokus, die anderen schwören auf die Heilkraft der Globuli, der kleinen weissen Kügelchen. Immer mehr Menschen in Deutschland sind der Meinung: Homöopathie hilft, wo Schulmedizin versagt. Inzwischen übernehmen viele Krankenkassen sogar die Kosten für homöopathische und andere alternative Behandlungen. Das allerdings sorgt bei den Ärzten für großen Ärger. Denn die Homöopathen dürfen viel mehr Zeit für Patientengespräche abrechnen als die Ärzte. Chris Humbs, André Kartschall und Markus Pohl haben recherchiert.

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Islamischer Staat: Jihadisten steinigen Frauen

Themenbild: igfm.de

Im Norden Syriens wüten militante Jihadisten: Zum weiten Mal binnen 24 Stunden erschlugen sie eine Frau mit Steinen. Das Opfer sei Freitagabend wegen des Vorwurfs des “Ehebruchs” von Mitgliedern der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) auf einem Platz der von ihnen kontrollierten Stadt Rakka getötet worden, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag unter Berufung auf Augenzeugen.

Wiener Zeitung

Die Einwohner hatten sich zuvor geweigert, die Steinigung zu vollziehen. Nach Angaben der Beobachtungsstelle hatten IS-Terroristen bereits am Donnerstagabend eine 26-jährige Witwe auf einem Platz der Stadt Tabka bei Rakka gesteinigt, nachdem sie ein religiöses “Gericht” wegen Ehebruchs verurteilt hatte. Die Beobachtungsstelle zitierte einen Aktivisten, wonach die Bewohner entsetzt über die grausamen Methoden gewesen seien, aber nicht dagegen einzuschreiten gewagt hätten.

Der Leiter der in Großbritannien ansässigen Beobachtungsstelle, , verurteilte die Steinigungen und kritisierte, die Urteile hätten nichts mit dem islamischen Gesetz der Scharia zu tun.

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Freihandelsabkommen TTIP: Angriff auf den Klimaschutz

Bild: fuer-mensch-und-umwelt.de

Eine Studie zeigt: Die Ölindustrie will das geplante Freihandelsabkommen TTIP nutzen, um Klimaschutz-Vorschriften auszuhebeln. Vor allem die mächtige Lobby aus den USA legt sich dafür kräftig ins Zeug.

Von Silvia LiebrichSüddeutsche.de

Klimaschutz gehört nicht gerade zu den obersten Prioritäten der Ölindustrie. Die mächtige Lobby versucht immer wieder, strengere Vorschriften zum Schutz der Umwelt aufzuweichen oder gar ganz zu verhindern. Genau deshalb haben die Vertreter der Energiekonzerne nun offenbar auch das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen den USA und der Europäischen Union ins Visier genommen.

Das geht zumindest aus einer Studie (PDF) hervor, die von den Umweltschutzorganisationen Friends of the Earth, Greenpeace und anderen nun veröffentlicht wurde.

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Hamad Abdel-Samad verlässt Deutschland!

Want the “brave” fight Terrorism and Islamophobia in the US?

Der deutsch-ägyptische „Islamwissenschaftler“ Hamad Abdel-Samad will Deutschland verlassen, so meldeten es seine „Leib- und Magenblätter“ wie „Junge Freiheit“ und die islamophobe Website „pi-news“ .

Von Ludwig WatzalBetween The Lines

Da Abdel-Samads IslamkarikaturDer islamische Faschismus“ in den „seriösen“ Medien nicht verfängt, scheint er auf die neokonservative, nationale und rechte Szene zurückzugreifen, um seine unwissenschaftlichen und politisch motivierten Thesen zu verbreiten.

Wie schon in der Promotion des Buches eines psychisch derangierten Deutsch-Türken,  dessen Werk „Deutschland von Sinnen“ in diesen Medien wie eine neue Offenbarung gefeiert und beworben wird, kommt auch Abdel-Samad und vielleicht auch Akif Pirincci, obgleich bei letzterem Hopfen und Mals verloren zu sein scheint, auf den Boden der Realität zurück; die bundesrepublikanische Gesellschaft braucht sie nicht als Nationalismusverstärker. Die „Schweinsteigers“ können es einfach besser, und sie sind vor allem authentischer und nicht so pekuniär motiviert, da sie es nicht nötig haben.

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