Archiv der Kategorie: Politik

Beschneidung: Grausame Mutprobe in den Bergen

Initiation beim Volk der Xhosa: Nach einer Fastenwoche in der Einsamkeit taucht der Beschneider bei den Jungen auf. Sein Messer säubert er nie. ©AFP

Beim Beschneidungs-Ritual werden junge Südafrikaner zu Krüppeln – oder sterben sogar. Doch die Regierung kuscht vor den so genannten Chiefs. Denn diese haben großen Einfluss in ihrer Region.

Von Thomas ScheenFrankfurter Allgemeine

Es war der elfte Tag seiner Initiation, an dem Asanda beinahe gestorben wäre. Seit drei Tagen hatte er kein Wasser mehr lassen können, und sein Penis sah aus wie ein faules Stück Fleisch. Dann schwollen seine Knie an, seine Beine. Asanda bekam Fieber. Er beklagte sich über heftige Schmerzen, doch die Gruppe beschimpfte ihn als „Mädchen“. Irgendwann verlor er das Bewusstsein, und als er wieder zu sich kam, lag er in einem Krankenhausbett. Daneben stand ein Arzt und brachte dem jungen Mann mühsam bei, dass er ihm gerade das Glied amputiert hatte.

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“Neue antisemitische Welle ist eine Ente”

Bild: wdr5.de

Zahlreiche Medien sehen in dem Demos gegen den Gaza-Krieg ein “Sammelbecken von Hass und Antisemitismus”. Walter van Rossum kommt in seiner Kolumne zu einem ganz anderen Ergebnis. Er hält die Darstellung für eine Erfindung, mit der vom eigentlichen Skandal abgelenkt werde.

Von Walter van RossumWDR5

Bild-Chefredakteur Kai Dieckmann kräht pathetisch “Nie wieder!” und begründet beinhart: “Diese Verpflichtung, die uns unser Verleger Axel Springer mitgegeben hat, erfüllen wir aus voller Überzeugung und mit Leidenschaft.”

Eine journalistische Ente

Nur zur Erläuterung: Springer-Journalisten geloben in ihrem Arbeitsvertrag Treue zu den Vereinigten Staaten und Israel. Ich versuche, mich des Ausmaßes der neuen antisemitischen Welle zu vergewissern. Wie viele Leute sind das? Was ist neu? Das ist allerdings nicht ganz leicht. Tatsächlich gibt es Zeugen, die erklären auf zwei Demonstrationen in Berlin und auf einer in Essen hätten palästinensische Jugendliche abstoßende Slogans skandiert. In den Tagesthemen belegt die Reporterin die antisemitischen Ausschreitungen mit Plakaten, auf denen tote Kinder unter der Überschrift: “Israel Kindermörder!” zu sehen sind. Ich habe ausführlich recherchiert und komme beim besten Willen allenfalls auf ein halbes Dutzend Fälle, wo kleine Gruppen palästinensischer Jugendlicher Parolen skandiert haben, die man als antisemitisch interpretieren könnte. Mit anderen Worten: die neue antisemitische Welle ist eine journalistische Ente – und vermutlich keine ganz unschuldige, wie der renommierte Antisemitismus-Forscher Wolfgang Benz in einem Zeitungsinterview vermutet: “Ich sehe überhaupt keine neue Qualität. Ich würde auch gerne die Wortwahl antisemitische Ausschreitungen hinterfragen. Es haben sich zum Teil seltsame Leute zusammengerottet. Einige haben blödsinnige Parolen gerufen. Das wird von Interessenten mit großem Widerhall als Wiederaufflammen des Antisemitismus dargestellt. Ich beobachte diese Szene seit 30 Jahren. Seit 30 Jahren wird damit Politik und Stimmung gemacht.”

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Bülent Arinc: Frauen sollen nicht lachen und mehr Koran lesen

Der türkische Vizeministerpräsident Bülent Arinc fordert Sittsamkeit – Frauen sollen in der Öffentlichkeit nicht lachen und ihre Attraktivität zur Schau stellen Foto: AFP

Der türkische Vizepremier Bülent Arinc fürchtet den Sittenverfall und fordert die Rückkehr in dunkle Zeiten: Frauen sollen nicht öffentlich lachen, weniger telefonieren und dafür mehr im Koran lesen.

Von Cigdem ToprakDIE WELT

Es stört ihn, wenn Frauen in der Öffentlichkeit laut lachen. “Tugendhaftigkeit ist ein hohes Gut”, erklärte soeben der türkische Vizeministerpräsident Bülent Arinc – und fordert ein Verbot öffentlich zur Schau gestellter Fröhlichkeit von Frauen. Während Männer zu ehelicher Treue verpflichtet seien, sollten sittsame Frauen nicht vor jedermann ihre Attraktivität zur Schau stellen.

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Trotz Entzugs: Schavan nennt Doktortitel weiter im Lebenslauf

Screenshot: BrightsBlog

Screenshot: BrightsBlog

Annette Schavan, Ex-Bundesforschungsministerin und neuerdings deutsche Vatikan-Botschafterin, scheint noch immer an ihrem Doktortitel zu hängen, der ihr plagiatbedingt aberkannt wurde.

OP Online

In ihrer offiziellen Vita als neue Botschafterin beim Heiligen Stuhlin Rom führt die CDU-Politikerin auf: „1980: Promotion zum Dr. phil. (gültig bis 2014).“ Die 59-Jährige hatte den Titel im Mai wegen absichtlicher Täuschung in ihrer Doktorarbeit ablegen müssen. Die Plagiataffäre hatte sie zuvor schon das Ministeramt gekostet.

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7 Things to Consider Before Choosing Sides in the Middle East Conflict

Bild: Public Domain

Bild: Public Domain

Are you “pro-Israel” or “pro-Palestine”? It isn’t even noon yet as I write this, and I’ve already been accused of being both.

Huffington Post – Ali A. Rizvi

These terms intrigue me because they directly speak to the doggedly tribal nature of the Israeli-Palestinian conflict. You don’t hear of too many other countries being universally spoken of this way. Why these two? Both Israelis and Palestinians are complex, with diverse histories and cultures, and two incredibly similar (if divisive) religions. To come down completely on the side of one or the other doesn’t seem rational to me.

It is telling that most Muslims around the world support Palestinians, and most Jews support Israel. This, of course, is natural — but it’s also problematic. It means that this is not about who’s right or wrong as much as which tribe or nation you are loyal to. It means that Palestinian supporters would be just as ardently pro-Israel if they were born in Israeli or Jewish families, and vice versa. It means that the principles that guide most people’s view of this conflict are largely accidents of birth — that however we intellectualize and analyze the components of the Middle East mess, it remains, at its core, a tribal conflict.

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US-Bericht: Religionsfreiheit ist „universales Gut“

us_flagge_bibel_kreuzDie amerikanische Regierung hat die Verfolgung von Gläubigen in vielen Teilen der Welt beklagt. Der Bericht zur weltweiten Lage der Religionsfreiheit prangert unter anderem die Glaubensfreiheit in Nordkorea, dem Iran und Irak an.

pro Medienmagazin

Nordkorea stehe für die absolute und brutale Unterdrückung religiöser Aktivität, erklärte US-Außenminister John Kerry bei der Vorstellung des Berichts am Montag. Religiöse Minderheiten würden aus ihren Familien herausgerissen und in Arbeitslager gesperrt. „Sie werden gefangen genommen, geschlagen, gefoltert und getötet“, sagte Kerry. Schon der Besitz einer Bibel könne mit Haftstrafen belegt werden. Auch die Situation in China prangerte Kerry an. Dort würden Christen verfolgt und tibetanische Buddhisten würden schon eingesperrt, wenn sie nur ein Foto des Dalai Lama besäßen. Uigurische Moslems dürften ihre Kinder zudem nicht religiös erziehen und während des Ramadan nicht fasten. In Usbekistan gebe es vermehrt Razzien bei Versammlungen von Gläubigen, außerdem werde religiöse Literatur konfisziert und zerstört.

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18-Jähriger wirft Molotow-Cocktails auf Wuppertaler Synagoge

Bild: brightsblog

Bild: brightsblog

Drei Täter haben in der Nacht mehrere Brandsätze auf den Eingang der Wuppertaler Synagoge geschleudert. Die Polizei nahm einen 18-Jährigen fest — zwei Verdächtige konnten flüchten. Eine Zeugin hatte den Anschlag beobachtet und die Polizei gerufen.

WAZ

Brandanschlag auf die Neue Bergische Synagoge in Wuppertal-Barmen: Drei Täter haben am frühen Dienstagmorgen mehrere Molotow-Cocktails in den Eingang des jüdischen Gotteshauses geworfen. Eine Anwohnerin hatte gegen 2.15 Uhr die Feuerwehr alarmiert.

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Frauen sind Freiwild im neuen Ägypten

Zischen, Schnalzen oder ein zugerauntes “sexy lady”: Auf den Straßen Kairos müssen sich Frauen ständig zweideutige Signale und Bemerkungen gefallen lassen Foto: picture alliance / AP

In Ägypten sind sexuelle Übergriffe auf Frauen allgegenwärtig. Herrschende Männer missbrauchen den weiblichen Körper als Machtinstrument. Besonders gefährdet: Wir westliche Reporterinnen.

Von Andrea BackhausDIE WELT

Ich erinnere mich noch an das Telefonat, das die Freundschaft zwischen Ahmed und mir beendete. Am Abend zuvor wurde eine Holländerin auf dem Tahrir-Platz von fünf Männern vergewaltigt. Die junge Frau, die für eine ägyptische Organisation in Kairo arbeitete, wollte die Proteste gegen Präsident Mohammed Mursi fotografieren. Die Männer drückten sie in eine dunkle Ecke des ohnehin schummrigen Platzes und attackierten sie so heftig, dass sie notoperiert werden musste.

Ich war außer mir. Was los sei in diesem Land, rief ich in den Hörer. Warum die Männer so verrohten? Und vor allem: Warum niemand etwas dagegen tue? Da holte Ahmed, der Geschichtsstudent, aus. Nein, es sei nicht schön, was da passiert sei.

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Grünen-Politikerin Künast gegen strafrechtliches Verbot der Sterbehilfe

Renate Künast, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0/HaraldKrichel

Die Grünen-Politikerin Renate Künast hat sich für eine organisierte Sterbehilfe, jedoch unter strengen Auflagen ausgesprochen.

evangelisch.de

“Gemeinnützige Sterbehilfevereine muss es geben und sie sollten auch in Deutschland erlaubt sein”, sagte Künast der “Westdeutschen Allgemeinen Zeitung” (WAZ, Dienstagausgabe). Sie sollten allerdings an starke Regeln gebunden sein. So könnten beispielsweise nur solche Vereine zugelassen werden, die sich an “bestimmte Kriterien und Mindeststandards halten.”

Aus der Beihilfe zum Freitod dürfe kein Kapital geschlagen werden, sagte die Vorsitzende des Rechtsausschusses des Bundestags. Die Abgrenzung zwischen gemeinnützig, gewerblich und profitorientiert sei schwierig. Klare Regeln könnten jedoch einen Dammbruch verhindern.

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Libanons Großmufti ruft zum Heiligem Krieg für Palästina auf

islam_christentumDer libanesische Großmufti, Scheich Mohammad Rashid Qabbani, hat zum Heiligen Krieg für die Befreiung Palästinas aufgerufen.

kathweb

Der libanesische Großmufti, Scheich Mohammad Rashid Qabbani, hat zum Heiligen Krieg für die Befreiung Palästinas aufgerufen. In einer Ansprache zum islamischen Opferfest «Eid al-Fitr» verurteilte Qabbani nach einem Bericht der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA am Montag die israelische Gewalt gegen die Palästinenser im Gazastreifen. Zudem kritisierte er die arabische Welt für ihre Tatenlosigkeit angesichts der jüngsten Ereignisse.

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Katholiban-Kongress: Christliche Neugestaltung statt “perverser” Bildungspläne

Ratzinger_Homo

Unter dem Zeichen des Kreuzes will das “Forum Deutscher Katholiken” Rechte für Schwule und Lesben bekämpfen

1.000 Teilnehmer haben bei einem katholischen Treffen in Fulda gefordert, den offenen Umgang mit Homosexualität in Deutschland zurückzudrängen.

QUEER.DE

Am Wochenende haben 1.000 Teilnehmer der jährlichen Konferenz des “Forums Deutscher Katholiken” in einer Resolution gefordert, dass sich die deutsche Gesetzgebung mehr an der Bibel orientieren müsse, und dabei Mitglieder von CDU/CSU in die Pflicht genommen. In der von der Konferenz unter dem Titel “Freude am Glauben” verabschiedeten Resolution heißt es: “Das Forum Deutscher Katholiken appelliert an die Gesellschaft, sich wieder stärker Gott zuzuwenden und an den Zehn Geboten zu orientieren. Dies muss auch in der Gesetzgebung seinen Niederschlag finden. Vor allem Politiker christlicher Parteien müssen sich ihrer Verantwortung bewusst werden und ihr Gewissen schärfen, um nicht Etikettenschwindel zu betreiben”.

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Die Energiewende wird digital: Und Strom gibt es künftig (fast) umsonst

© : Brightsoruce

Eike Wenzel gilt als einer der renommiertesten deutschen Trend- und Zukunftsforscher und hat sich als erster deutscher Wissenschaftler mit den LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability) beschäftigt. An dieser Stelle schreibt er darüber, warum uns die Anfang August in Kraft tretende Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) nicht interessieren muss. Denn den tiefgreifenden Wandel der Energieversorgung wird sie kaum beeinflussen.

Wirtschaftswoche Green

Schauen wir doch einmal weit nach vorne, über das Jahr 2030 hinaus. Es gibt verlässliche Anzeichen dafür, dass wir in dieser nicht mehr allzu fernen Zukunft über die neueste EEG-Deformation herzlich lachen werden. Es gibt sogar verlässliche Anzeichen dafür, dass wir dann überhaupt keine Energieversorger mehr brauchen.

Bis dahin werden wir eine rasante Transformation in eine neue Wertschöpfungskultur und eine neue Weltwirtschaftsordnung vollzogen haben. Ein Forscher, der dafür interessante Argumente zusammen getragen hat, ist der Ökonom Jeremy Rifkin.

Rifkin weist in seinem neuen Buch „The Zero Marginal Cost Society“ auf den Zusammenhang hin, dass atemberaubende Produktivitätsfortschritte in der Kommunikations- und Umwelttechnologie dazu führen, dass Energie und Information auf lange Sicht zum Selbstkostenpreis zu bekommen sind.

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ISIS: Christen rufen zum Krieg auf

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Gemeinsame Erklärung von Spitzenvertretern der christlichen Kirchen in Österreich: Vorgehen gegen Christen in Mosul ist “Anschlag auf die Grundlagen der Zivilisation, der Menschenwürde und der Menschenrechte”

kathweb

Die christlichen Kirchen in Österreich fordern ein internationales koordiniertes Vorgehen gegen den Terror der ISIS-Truppen (“Islamischer Staat im Irak und Syrien”) im Irak. Die österreichische Regierung sei aufgerufen, gemeinsam mit weiteren EU-Ländern bei den Vereinten Nationen für “zweckdienliche Maßnahmen” einzutreten, um den Terror zu beenden und im Irak den Aufbau eines Staatswesens zu ermöglichen, “das auf gleichen Rechten für alle Bürger, unabhängig von ihrer religiösen oder ethnischen Zugehörigkeit, basiert”, heißt es in einer am Montag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung von Spitzenvertretern der christlichen Ökumene. Weiters befürworte man Sanktionen seitens der USA und der EU, die die ISIS finanziell treffen.

Unterzeichnet wurde die Erklärung von Kardinal Christoph Schönborn, dem griechisch-orthodoxen Metropoliten Arsenios (Kardamakis), dem evangelisch-lutherischen Bischof Michael Bünker, dem Vorsitzenden des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), Superintendent Lothar Pöll, sowie dem Präsidenten der ökumenischen Stiftung “Pro Oriente”, Johann Marte.

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Antijudaismus: Arabische Jugendliche und die Doppelmoral Deutschlands

Die Berichte vom Krieg in Gaza erreichen mich im Urlaub in Sarajevo. Auch die Berichte der Demonstrationen in Berlin und in anderen deutschen Großstädten sehe ich. Ich sehe, wie meist junge arabische Männer antijüdische Parolen rufen und lese und höre Kommentare, über den „Antisemitismus“ der arabischen Einwanderer – als seien die Araber selbst keine Semiten.

Nutzerbeitrag von SaltadorosderFreitag

Die Aufregung ist groß über diese Äußerungen, die natürlich alles andere als akzeptabel sind. Kommentatoren ziehen Vergleiche, zum Antijudaismus der Nazis, ohne das offensichtlich jemandem die Absurdität solcher Vergleiche in den Kopf kommt. Es ist ein durchaus einfacher psychologischer Abwehrreflex, jeden und alles in Deutschland zum Nazi zu erklären außer den wirklichen Nazis, die meine Generation wenigstens noch als Familienmitglieder, Lehrer und Nachbarn kennen lernen konnte. Und so wird jeder Diktator zum Hitler stilisiert und jeder, der dumme, antijüdische Äußerungen von sich gibt, zum neuen Nazi.

Ich sehe, die täglichen Angriffe der israelischen Armee auf Gaza und ich sehe und lese über die Opfer, die zum großen Teil Zivilisten sind. Unter ihnen Frauen und Kinder, die nichts mit dem Konflikt zu tun haben außer der Tatsache, am „falschen“ Ort der Welt gelebt zu haben.

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Als Deutschland 1914 in den Dschihad zog

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Das Deutsche Kaiserreich rief mit der Türkei mehrere hundert Millionen Muslime zum “Heiligen Krieg” gegen Engländer und Franzosen auf.

Telepolis – Gerhard Piper

Am 1. August 2014 jährt sich der Beginn des Ersten Weltkrieges zum hundertsten Mal. Während die großen Schlachten von Verdun bis Tannenberg in Europa hinreichend bekannt sind, wurde das Kriegsgeschehen in Nordafrika und im Nahen Osten nur im Kreis von Orientexperten aufgearbeitet. So ist kaum bekannt, dass das Deutsche Kaiserreich im Verbund mit der Türkei damals mehrere hundert Millionen Muslime zum “Heiligen Krieg” gegen Engländer und Franzosen aufrief. Der deutsche Auslandsgeheimdienst “Abteilung IIIb” und die “Nachrichtenstelle für den Orient” waren für Attentate, Sprengstoffanschläge und Umsturzversuche zuständig. Für diesen staatlichen Terrorismus ist in Deutschland nie ein Politiker, Militär oder Geheimdienstler zur Rechenschaft gezogen worden. Angesichts der heutigen terroristischen Bedrohung durch den modernen Islamismus ist dies umso fragwürdiger.

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Gröbenzell: Gemeinderat legt sich mit Katholischer Kirche an

Katholische St. Johann Baptist Kirche in Gröbenzell
Bild: Wiki Commons / Richard Huber / CC-BY-SA-3.0

Der Gemeinderat von Gröbenzell hat mit 13 zu 10 Stimmen ein Diskriminierungsverbot für katholische Einrichtungen beschlossen. Dies berichtet das “Oberbayerische Volksblatt”.

QUEER.DE

In der nichtöffentlichen Sitzung war darüber diskutiert worden, dass die Gemeinde 75 Prozent des Defizits der katholischen Kindereinrichtungen trägt. Die Mehrheit wollte das nicht mehr hinnehmen, solange homosexuelle oder geschiedene Beschäftigte mit einer Entlassung rechnen müssen. Bürgermeister Martin Schäfer von der Wählergemeinschaft UWG soll nun mit der katholischen Kirche vor Ort verhandeln.

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Israels Staatspräsident Schimon Peres beendet seine Amtszeit

Schimon Peres (2009), Bild: wikimedia.org/CC-BY-3.0-br/Elza Fiúza

Am Sonntag geht die Amtszeit von Israels Staatspräsident Schimon Peres offiziell zu Ende. Der fast 91-jährige Friedensnobelpreisträger geht auf dem Höhepunkt seiner politischen Karriere, endlich auch im eigenen Land für 50 Jahre im Dienst Israels anerkannt.

Von Andrea Krogmanndomradio.de

Fast hätte er seine Amtszeit mit einem großen Hoffnungssymbol beenden können: Die Bilder des gemeinsamen Besuches mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas im Vatikan gingen um die Welt. Doch es sollte anders kommen: Während das weltweit älteste Staatsoberhaupt an diesem Donnerstagabend mit einer letzten Rede vor der Knesset auf die Errungenschaften Israels zurückblickt, hat der israelisch-palästinensische Konflikt eine neue blutige Spitze erreicht. Der gewünschte Frieden scheint so weit entfernt wie seit Jahren nicht mehr.

Er wurde nie vom Volk gewählt und war dennoch mehrfach Ministerpräsident, Außenminister, stellvertretender Staatspräsident und schließlich Präsident: Nahezu jedes wichtige politische Amt seines Landes hat Schimon Peres bekleidet. Nach sieben Jahren in seinem letzten und höchsten Amt endet die Ära Peres, der am 2. August seinen 91. Geburtstag feiert. “Stimme des Friedens”, “Friedenstaube” oder ähnlich lauten die Attribute, die Peres zum Ende seiner politischen Karriere zugeschrieben werden. Fakt ist, dass er die Nahost-Politik wie kaum ein anderer über ein halbes Jahrhundert mitgestaltet hat.

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Federal judge throws out DC ban on handguns as unconstitutional

Image: rawstory.com

A federal judge on Saturday overturned Washington D.C.’s ban on carrying handguns outside the home, saying it was unconstitutional.

The Raw Story

“There is no longer any basis on which this Court can conclude that the District of Columbia’s total ban on the public carrying of ready-to-use handguns outside the home is constitutional under any level of scrutiny,” Judge Frederick Scullin said in an opinion.

“Therefore, the Court finds that the District of Columbia’s complete ban on the carrying of handguns in public is unconstitutional,” he added in his 19-page ruling.

The court ordered the city to allow residents to carry handguns outside their homes and to let non-residents carry them as well.

Scullin made the ruling in the PALMER et al v. DISTRICT OF COLUMBIA et al case, which has been dragging on for five years.

In 2008, the Supreme Court struck down D.C.’s all-out ban on handguns on the basis that it violated the right to bear arms guaranteed by the U.S. Constitution’s Second Amendment.

An appeals court in 2011 required handguns to be registered.

Altkanzler Schröder räumt Zweifel an Glaube und Religion ein

Gerhard Schröder, Bild: HP

Gerhard Schröder, Bild: HP

Zweimal im Jahr bittet die Marktkirche in Hannover Prominente auf die “Bürgerkanzel”, um einen Bibeltext auszulegen. Diesmal kam der frühere Bundeskanzler Schröder (SPD) und fand offene Worte zu Glaube, Moral und Politik.

evangelisch.de

Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat am Sonntag in einer “Bürgerpredigt” in Hannover auf sein politisches Handeln zurückgeblickt und Einblicke in persönliche Überzeugungen gewährt. “Die Beteiligung der Bundeswehr an den Kampfeinsätzen im Kosovo und in Afghanistan waren die schwierigsten Entscheidungen in meinem politischen Leben”, sagte er vor rund 800 Besuchern von der Kanzel der evangelischen Marktkirche in Hannover.

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Im Ersten Weltkrieg predigten Pfarrer den heiligen Krieg

Die Gemeinde der Scharfmacher, Ernst von Heydebrand: "Dieser Erzherzog starb uns wirklich sehr gelegen!" -- in Vorwärts 1914 (gemeinfrei)

Die Gemeinde der Scharfmacher, Ernst von Heydebrand: “Dieser Erzherzog starb uns wirklich sehr gelegen!” — in Vorwärts 1914 (gemeinfrei)

Pfarrer verstanden sich zur Kaiserzeit als eine Art religiöse Staatsbeamten, sagte der Historiker Manfred Gailus im DLF. So wurden von der Kanzel im Ersten Weltkrieg sehr nationalistische Predigten gehalten – und mit absehbarem Ende des Krieges auch schnell die Schuldigen ausgemacht.

Deutschlandfunk

100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkriegs spricht niemand mehr vom gerechten Krieg. Vor 100 Jahren war das anders: Auch die Kirchen bezeichneten den Krieg als heilig, von den Feinden aufgezwungen.

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