Archiv der Kategorie: Demokratie

Und täglich grüßt Frau Kelek…

Legen Sie das Kopftuch ab! von Necla Kelek © Screenshot aus Welt Online

Frau Kelek wirft der Islamkonferenz vor, trotz jahrelanger Beschäftigung mit Religionsfragen sei den „Funktionären“ eine Besserstellung von Frauen und Mädchen gleichgültig. Ihr Beitrag offenbart ein bedenklich verzerrtes Bild der (rechtlichen) Wirklichkeit.

MiGAZIN

Seit Jahren beschäftigt sich auch Frau Kelek, Teilnehmerin der ersten Deutschen Islamkonferenz (DIK I), mit Fragen der Religion in ganz eigener Art und Weise. Wie sie Frauen und Mädchen dabei unterstützen könnte, ihre grundrechtlich garantierten Rechte wahrzunehmen, ist ihr nicht nur gleichgültig, nein, sie setzt auch alles daran, zu verschleiern, was den tatsächlichen Inhalt und Umfang dieser Rechte angeht.

In ihrem in der Welt veröffentlichten Essay liefert Frau Kelek nicht nur einen Einblick in ihr mangelhaftes Grundrechtsverständnis, sondern offenbart auch eklatante Gedächtnislücken in Bezug auf die inhaltlichen Diskussionen der AG 2 (Religiös begründete schulpraktische Fragen) der DIK I. Im Rahmen der dortigen Gespräche hatte Frau Kelek reichlich Gelegenheit, ihre Position darzulegen und das hat sie – wenn sie denn an den Sitzungen teilgenommen hat, was anzunehmen ist – sicherlich auch getan. Zudem war sie mit ihrer Sichtweise, insbesondere, was das Kopftuch angeht, keine Einzelkämpferin gegen die 4 Vertreter des KRM, denn auch Frau Ates, Frau Cezairli, Herr Kolat und wahrscheinlich auch die Alevitische Gemeinde teilten ihre Sichtweise1 und auch von den staatlichen Vertretern dürfte kaum jemand im Verdacht stehen, ein Vorkämpfer für das Kopftuch zu sein.

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Belgien: Die große Krise der katholischen Kirche

Andrè-Joseph Leonard, Bild: wikipedia

Die belgische Kirche steht vor dem finanziellen Zusammenbruch. Die Jahresbilanzen der Diözesen weisen große Verluste auf in einem Land, das besonders vom pädophilen Mißbrauchsskandal betroffen war.

Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Die Kirche des ethnisch zwischen Flamen und Wallonen geteilten Landes, das bis vor einem halben Jahrhundert eine blühende katholische Landschaft war, durchlebt eine schwere Krise. Die Priesterseminare sind weitgehend leer, die Zahl praktizierender Katholiken ist auf einen treuen Kern zusammengeschrumpft. Die Bischöfe genießen nur mehr einen Hauch des Ansehens und des Gewichts im öffentlichen Leben, die sie einmal hatten. Progressive Bischöfe wie Leo Kardinal Suenens, Erzbischof von Mecheln-Brüssel und die von ihm zu Bischöfen beförderten Gleichgesinnten brachten die Säkularisierung des Landes und die Entfremdung der Gläubigen von der Kirche voran.

Auf Kardinal Suenens liberale Kirche folgt entchristlichte Gesellschaft

Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil, bei dem Kardinal Suenens als Teil der Rheinischen Allianz zu den großen „Machern“ gehörte, propagierten in Belgien selbst führende Kirchenvertreter wie der dominikanische Theologe Edward Schillebeeckx eine „in der Moderne aufgehende“ Kirche. Pädophile Kinderschänder, wie der frühere Bischof Roger Joseph Vangheluwe von Brügge, der noch nach seiner Bischofsweihe Neffen schändete, erledigten den Rest. Symptomatischen Höhepunkt fand die Entwicklung im Juni 2010 mit einer skandalösen Schändung des Grabes von Kardinal Suenens in der St. Rumold-Kathedrale von Mecheln als übler Dan-Brown-Kopie durch eine Sondereinheit der belgischen Polizei auf der Suche nach belastendem Material im Zusammenhang mit dem Pädophilieskandal. Gefunden wurde nichts. Was die zuständige belgische Gerichtsbarkeit nicht daran hinderte, die Schändung der Totenruhe nachträglich für rechtens zu erklären.

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Richard Dawkins wants to revive the Victorian establishment

Wpa Pool/Getty Images

The arch-secularist’s proposal for the House of Lords harks back to a time when the Church of England had bite

by Andrew Browntheguardian/Andrew Brown’s Blog

Richard Dawkins is at it again. He says he wants the bishops out of the House of Lords, which is not a complete surprise. The novelty is that he wants them replaced with elected members of the secular professions instead: philosophers, doctors, scientists, academics and so on.

“Replace bishops in Lords by representatives elected by Royal Society, British Academy, Roy Coll Physicians, RA etc” he tweeted, and suggested “The Noble Lady the Member for the Royal Society of Literature”, “the Royal College of Nursing”, “For Oxbridge”, “For the Police Federation”.

The electorates, of course, would be the other members of these professions, not the vulgar public. “Commons electorates are limited to geographically resident adults. My proposed Lords electorate would be limited to non-geographic elites.

cont’d

Stephen Hawking boykottiert Konferenz in Israel

©amt/AFP

Er ist Physiker, Bestsellerautor und Genie – der Brite Stephen Hawking hat seine Teilnahme an einer Konferenz in Israel abgesagt. Grund dafür sei sein Protest gegen den israelischen Siedlungsbau.

stern.de

Der berühmte britische Physiker und Bestsellerautor Stephen Hawking hat seine Teilnahme an einer vom israelischen Präsidenten Schimon Peres veranstalteten Zukunftskonferenz abgesagt. Hawking habe sich “dem akademischen Boykott Israels angeschlossen” und mitgeteilt, dass er sich aus der Konferenz “Facing Tomorrow 2013″ (2013 das Morgen angehen) zurückziehe, teilten die Veranstalter am Mittwoch in Jerusalem mit.

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»Es gibt kein Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch«

Bild: indymedia.org

 

Mechthild Löhr: Durch die systematisch betriebene Gendiagnostik werde der Embryo zum Produkt, das nach den Kategorien krank oder risikobehaftet selektiert werden dürfe

kath.net

Lebensschützer haben strengere Regeln für Gendiagnostik-Tests in Deutschland gefordert. Die Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) und die Christdemokraten für das Leben (CDL) appellierten am Donnerstag an den Bundestag, bei der zu erwartenden Novellierung des Gendiagnostikgesetzes nur solche Gentests zuzulassen, bei denen nach Krankheiten gefahndet wird, für die es auch eine Therapie gibt.

«Es gibt kein Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch», sagte die ALfA-Bundesvorsitzende Claudia Kaminski am Donnerstag in Köln. Die am Dienstag vorgelegte Stellungnahme des Deutschen Ethikrates zur Gendiagnostik lege eindrucksvoll dar, wie gering bei den vorhandenen und in der Entwicklung befindlichen Verfahren die Aussichten auf fehlerfreie Diagnose seien. Stattdessen sei die Gefahr falscher Ergebnisse hoch. Das gelte insbesondere im Bereich der vorgeburtlichen Diagnostik. Dort seien die Diagnosen jedoch oft ausschlaggebend, ob Eltern eine Abtreibung erwägen.

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Humanistentag: »Gut ohne Gott« – Kundenbeschwerden bei Ströer?

Symbolbild


Alle Jahre wieder: Ungleichbehandlung von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften und das vorauseilende Einknicken von Werbe-Unternehmen vor möglichen Beschwerden seitens der Kirche. Wegen des Mottos „Gut ohne Gott“ wird Werbung für den Humanistentag in den Hamburger U-Bahnen abgelehnt. Zudem gibt es keine öffentlichen Zuschüsse.

Humanistischer Pressedienst

Nachdem bereits der Vertrag für die Werbung zum Deutschen Humanistentag (DHT) im Fahrgastfernsehen der Hamburger Hochbahn abgeschlossen war, meldete sich bei dem für diese Werbung Verantwortlichen vom DHT die „Ströer –deutsche städte medien“ und forderte, dass der Slogan „Gut ohne Gott“ gestrichen würde: „ …für die Freigabe müsste Ihre Vorlage leicht abgeändert werden.
Könnten Sie auf den Claim GUT OHNE GOTT verzichten? Der zweite Satzteil “Auf den Menschen kommt es an!” könnte ja evtl. auch allein stehen, oder?
Ansonsten wären nach unseren Erfahrungen Kundenbeschwerden vorprogrammiert, was wir gern vermeiden möchten.
Vielen herzlichen Dank.“

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Bundesverfassungsschutz-Chef Maaßen will „Stürmer 2.0“ nicht beobachten

Bild: dtj

Der Bundesverfassungsschutz sieht derzeit keine Anhaltspunkte für eine Beobachtung der Hassseite PI-News. Präsident Maaßen sagt, man dürfe in Deutschland sagen, man möge den Islam nicht. Einverstanden. Aber seit wann darf man hetzen?

Von İsmail KulDeutsch-Türkisches Journal

Die Einstellung vieler muslimischer Menschen mit Migrationshintergrund zu Deutschland ist recht paradox: Sie fühlen sich längst als ein Teil der hiesigen Gesellschaft, als zu Deutschland zugehörig, zumindest stark durch Deutschland geprägt – aber erst im Ausland. Verlässt man Deutschland über die Landesgrenze in eines der vielen Nachbarländer, oder fliegt man zum Herkunftsland, aus dem die Eltern kommen, stellen sich diese Gefühle ein. Vorher nicht. Oder sagen wir besser: Eher nicht. Und warum? Fragen wir anders: Wann ist man in Deutschland angekommen? Wann ist man vollständig integriert und ein akzeptierter, vorbildlicher Bürger? Dies sind keine einfachen Fragen. Vermutlich haben sie auch keine einfachen Antworten. Das Grundgesetz selbst mit seinen Grundrechten gegenüber dem Staat und garantierten Freiheiten für den Bürger lässt den Menschen weitgehende Freiheiten.

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Österreich: Laizisten halten Ethik-Schulversuch für verfassungswidrig

Bild: focus.de

Initiative Religion ist Privatsache: Ethik als Ersatzpflichtgegenstand für Religion “weder gesellschaftlich noch politisch legitimiert und verfassungsrechtlich bedenklich”

derStandard.at

Der Schulversuch Ethikunterricht, den Schüler derzeit an rund 200 Standorten von AHS und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) als Ersatzpflichtgegenstand für den Religionsunterricht besuchen müssen, könnte verfassungswidrig sein. Davon geht die “Initiative Religion ist Privatsache” in einem am Mittwoch veröffentlichten Positionspapier aus.

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DIE GRÜNEN: Alternativlos in die sozial-esoterische Teilhabe?

Die_GruenenBundestagswahljahr 2013. Entsprechend bringen die Parteien ihre Wahlprogramme auf Vordermann. Am kommenden Wochenende nun wollen die GRÜNEN/Bündnis90 über ihr Programm zur Bundestagswahl abstimmen.

Die Öko-Partei, längst in der politischen Mitte der Gesellschaft angekommen macht sich stark und mit Barbara Steffens wissen wir dass es Themen sind wie Alternativmedizin, Homöopathie, Anthroposophische Medizin welche über die sogenannte “Solidargemeinschaft” finanziert werden sollen. Dagegen steht die evidenzbasierte Medizin, ein selbsterklärender Begriff, sollte man meinen. Den grünen Polit-Schamanen ist das nicht genug.
In der Bundesdelegiertekonferenz steht das Parteiprogramm zur Wahl, dort heißt es im Kapitel “G) Teilhaben an sozialer Sicherung”

“Patientinnen und Patienten müssen Wahlmöglichkeiten zwischen den unterschiedlichen Behandlungsarten auch unter Einbeziehung anerkannter alternativer Behandlungsmethoden haben

Eine sehr dehnbare Formulierung, sie kann aber als Bezugnahme auf den “Binnenkonsens” der “Alternativmedizin” interpretiert werden.

Es wird erfreulicher. Der Kreisvorstand Hagen, noch nicht im Zuckerkügelchen-Sumpf der Glaubuli-Fundamentalisten ersoffen, stellt den Antrag BTW-S-01-165.

In Z. 165/166 ist die Formulierung „unter Einbeziehung anerkannter alternativer Behandlungsmethoden“ mit dem Adjektiv „wissenschaftlich“ zu ergänzen. Die Formulierung soll lauten: „unter Einbeziehung wissenschaftlich anerkannter alternativer Behandlungsmethoden“

Begründung

In den beiden Abschnitten ab Z. 167 bzw. Z. 174 bekennen wir uns richtigerweise zu wissenschaftlich validierten Wirksamkeits- und Nutzenbewertungen für Medizinprodukte, Behandlungsmethoden und Arzneimittel. Gerade im Bereich der alternativen Behandlungsmethoden muss sichergestellt sein, dass von diesen tragfähigen Standards nicht abgewichen werden kann, wenn die Solidargemeinschaft zukünftig mit den Kosten solcher Behandlungsformen belastet werden soll.

Folgt man den im Antrag genannten wissenschaftlich validierten Wirksamkeits-und Nutzensbewertungen wird schnell klar, da bleibt nichts mehr übrig, von alternativen Heilmethoden, Schamanentum und Wunderheilerpraxis.

Der zweite Antrag(Kreisvorstand Freiburg), mit der Nummer BTW-S-01-165-1 postuliert nun:

Ersetze “auch unter Einbeziehung alternativer Behandlungsmethoden” durch: “haben, sofern diese nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin anerkannt sind.“

Begründung

Die bisherige Formulierung verlangt, dass Patientinnen und Patienten auch Zugang zu anerkannten „alternativen“ Behandlungsmethoden haben, aber ohne zu klären, was mit diesem Begriff gemeint ist. Alternativ zu was? Vermutlich ist hier die „Schulmedizin“ gemeint, die aber als Begriff genauso wenig definiert ist. Wesentliches und einziges Kriterium dafür, ob Patientinnen und Patienten Zugang zu bestimmten Methoden haben sollen, sprich: ob die gesetzliche Krankenversicherung die Methode in den Leistungskatalog der beitragsfinanzierten Angebote übernehmen muss, sollte die Anerkennung der Methode nach fachlich-wissenschaftlichen Standards der Evidenzbasierten Medizin sein. Dies schließt eine gemeinsame Entscheidungsfindung unter Einbeziehung des Stands der Wissenschaft, der Präferenzen der Patientin/des Patienten und der Erfahrung des/der Behandelnden ein. Allein die wissenschaftliche Methode ist geeignet, einen ausreichenden Grad an Objektivität herzustellen, der davor schützt, dass Methoden ohne Nutzennachweis mit Kassenmitteln finanziert werden müssen. Durch die vorgeschlagene Formulierung wird der unklare Begriff „alternativ“ überflüssig, ohne die Behandlungsmethoden a priori auf die „Schulmedizin“ zu beschränken. Der Begriff der „anerkannten“ Methoden wird präzisiert.

Deutlicher kann man es nicht formulieren. Insider, die, die hierarchischen Hinterzimmer-Spielchen, durchaus kein Alleinstellungsmerkmal grüner Politiker, kennen befürchten nun, dass folgender Antrag die Mehrheit der Bundesdelegiertenkonferenz finden wird.

Herr Andreas Roll, Mitglied im Kreisvorstand Ludwigsburg spricht nun schon von “qualifizierter homöopathischer Behandlung.”

Antragsnummer: BTW-S-01-166-2
AntragstellerIn: Andreas Roll KV Ludwigsburg
Änderungsantrag zu BTW-S-01

Nach Zeile 166 („Patientinnen und Patienten müssen Wahlmöglichkeiten zwischen den unterschiedlichen Behandlungsarten auch unter Einbeziehung anerkannter alternativer Behandlungsmethoden haben.“) wird der folgende Satz eingefügt:

„Dabei machen wir uns auch stark für den allgemein freien Zugang zu jeder Allgemeinärztin und jedem Allgemeinarzt unabhängig von einer Kassenzulassung.“

Begründung:

Die berechtigte grüne Forderung nach Wahlmöglichkeiten bei den Behandlungsarten bleibt wirkungslos, wenn wir den Patientinnen und Patienten weiterhin die entsprechenden ärztlichen Strukturen versperren.
Gerade in den anerkannten und wirksamen alternativen Therapierichtungen wie z.B. der klassischen Homöopathie, ist diese Wahlfreiheit innerhalb der kassenvertragsärztlichen Versorgung nicht gewährleistet. Eine qualifizierte homöopathische Behandlung wird bisher fast ausschließlich privatärztlich erbracht, auch wenn viele Kassenärztinnen und -ärzte diese Therapierichtung aus Marketinggründen formal anbieten.
Keiner Patientin und keinem Patienten wird deshalb die Einschränkung der Wahl auf ÄrztInnen innerhalb eines Monopols der Kassenärztlichen Vereinigung gerecht. Die Krankenkassen müssen verpflichtet werden, auch die Kosten anerkannter alternativer Therapieverfahren zu übernehmen. Damit wird eine tatsächliche Wahlfreiheit für alle Patientinnen und Patienten unabhängig von deren sozialem Status sichergestellt.

Die beiden vernünftigen Änderungsanträge haben wohl keine Chance auf dem Parteitag angenommen zu werden, dort wird die Unvernunft grassieren und die Idiotie fröhliche, alternative Urständ feiern.

Zum Abschluss möchte ich Prof. Edzard Ernst zu Worte kommen lassen. In einem Interview mit dem Schweizer “Tagesanzeiger” sprach Prof. Edzard Ernst über tatsächlich wirkungsvolle Komplementärmedizin, den Placebo-Effekt bei Säuglingen, mittelalterliche Homöopathie-Mythen und den aktuellen Stand der Forschung.

Demnach ist Prof. Ernst überzeugt, dass

“die Homöopathie auf Grund der heutigen Datenlage eine widerlegte Methode ist. Die wissenschaftlichen Methoden sind zwar nicht geeignet, einen Negativbeweis zu erbringen. Aber irgendwann kommt man zum Punkt, an dem man die Wirkungslosigkeit einer Methode eingestehen muss. [...]

Denn über alle 200 vorliegenden Studien betrachtet ist die Wirkung der Homöopathie nicht belegt. Ihre beiden Hauptprämissen – starke Verdünnung soll stärkere Effekte bringen und Ähnliches soll mit Ähnlichem geheilt werden – sind wissenschaftlich nicht haltbar. [...]

Wir haben uns deshalb zu folgender Wette entschlossen: Wenn jemand den wissenschaftlichen Nachweis für die Wirksamkeit der Homöopathie liefert, zahlen wir ihm 100.000 Dollar. Das Angebot besteht seit einem Jahr. Abgeholt wurde das Geld bisher nicht.”

Vielleicht sollte sich Herr Andreas Roll um die ausgelobten 100KUS$ bewerben.

Danke für den Tipp. ;)

Linker Laizismus und Obskurantismus nach Lafontaine und Ramelow

Im Entwurf des Wahlprogramms der Linkspartei stehen auch kirchenkritische Forderungen. Gespräch mit Ralf Michalowsky

Interview Peter Wolter - jW

Ralf Michalowsky ist ­Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft ­Laizismus der Linkspartei in Nordrhein-Westfalen

Die Linkspartei hatte sich bisher in Sachen Religions- und Kirchenkritik zurückgehalten – setzt der Ende vergangener Woche in Berlin vorgestellte Entwurf des Wahlprogramms neue Akzente?

»Zurückgehalten« ist wohl nicht das treffende Wort, immerhin war es Die Linke, die im Bundestag eingefordert hat, daß auch für die 1,3 Millionen kirchlich Beschäftigten normale Arbeitnehmerrechte gelten. Die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Laizismus in NRW hatte ursprünglich einen Katalog von 32 Forderungen zur Trennung von Staat und Kirche erarbeitet – die haben wir auf fünf eingedampft.

Welche wären das?

Erstens: Das Betriebsverfassungs- und das Antidiskriminierungsgesetz haben auch für den kirchlichen Bereich zu gelten. Zweitens: Abschaffung der staatlich finanzierten Militärseelsorge. Drittens: Entschädigungslose Ablösung der 200 Jahre alten Staatsverträge. Die sehen nämlich vor, daß die Kirchen Anspruch auf Leistungen des Staates haben. Bischöfe und Kardinäle z.B. bekommen bis zum Lebensende Staatssekretärsgehälter, zusätzlich Dienstwagen mit Fahrer und freies Wohnen. Wenn man alle Bundesländer zusammenrechnet, ergibt allein dieser Posten 286 Millionen Euro im Jahr.

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Hysterische Theologie: Überlasst Luther nicht der EKD! – Gregor Gysi verständlich

Evangelischer Historiker Prof. Heinz Schilling: Auch ein Mann wie Gregor Gysi soll die Bedeutung des Reformators verstehen – Skepsis gegenüber Luther-Botschafterin Margot Käßmann

kath.net

Der evangelische Historiker Prof. Heinz Schilling (Berlin) hat sich dagegen gewandt, das Reformationsjubiläum 2017 nur als kirchliches Ereignis zu begehen. In vier Jahren wird der 500. Jahrestag des Thesenanschlags von Martin Luther (Foto) am 31. Oktober 1517 in Wittenberg begangen, was als Auslöser der Reformation gilt. „Luther ist viel zu bedeutend, als dass man ihn der EKD überlassen könnte“, sagte Schilling in einem Interview mit der Landeszeitung Lüneburg. Luther und die Reformation hätten eine „Welt-Wirkung“ gehabt. Er müsse so gewürdigt und dargestellt werden, „dass auch dem Reformator eher fernstehende Menschen wie etwa Gregor Gysi verstehen, wie zentral ihre Identität mitgeprägt wurde durch die Geschehnisse von 1517 und der folgenden Jahre“. Gysi – er glaubt nach eigenen Worten nicht an Gott – ist Vorsitzender der Fraktion „Die Linke“ im Deutschen Bundestag. Schilling weiter: „Weil Luthers Wirkung weit über den rein kirchlichen Bereich hinausging, steht auch der Staat in der Pflicht, das anstehende Jubiläum angemessen zu begleiten. Es reicht nicht aus, den Tourismus in die mitteldeutschen Bundesländer mit Luther-Socken und Luther-Bier zu fördern.“

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Frankreich:„Pressesprecherin von Jesus“ gegen Homo-Ehe

Reuters/GONZALO FUENTEs

Die „Ehe für alle“ sorgt für Hysterie. Beamte stoppten Rauferei zwischen den Abgeordneten.

kurier.at

Man weiß nicht, ob man lachen oder sich fürchten soll: Ausgerechnet in Frankreich, das sich als streng säkulare Republik definiert, sorgt die bevorstehende Legalisierung der Homo-Ehe für eine Polit-Hysterie sondergleichen.

Nur das Einschreiten kräftiger Parlamentsbeamter konnte Freitag, gegen ein Uhr Früh, bei Abschluss der Debatte in der Nationalversammlung eine Saalschlacht verhindern. Abgeordnete der bürgerlichen Opposition waren in Richtung der Bänke der Regierung gestürzt, weil sie sich durch „Gelächter“ provoziert fühlten. Schon zuvor waren einige ausgerastet: Die Regierung bestünde aus „Kindsmördern“, weil sie Homosexuellen das Recht auf Adoption einräume.

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Der Bundestag – postsäkulares Parlament?

Armin Laschet, Bild: wikipedia

Die Debatten um die Jungenbeschneidung und die Präimplantationsdiagnostik zeigen: Religion und religiöse Argumente bleiben heiße Themen im Bundestag. Zugleich formieren sich dort Kräfte, die für eine stärkere Trennung von Staat und Kirche eintreten.

domradio.de

“Religionspolitik” wird nach Auffassung des in Luzern lehrenden Politikwissenschaftlers Antonius Liedhegener zunehmend als “Gestaltungsauftrag” an die Parteien verstanden. Die These von einem zunehmenden Bedeutungsverlust der Religion auch im parlamentarischen Raum trifft auf Widerspruch. Der Passauer Politikwissenschaftlers Mariano Barbato spricht mit Blick auf den Bundestag gar von einem “postsäkularen Parlament”. Zur Begründung verwies er bei einer Jahrestagung des Arbeitskreises “Politik und Religion” der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft am Donnerstagabend in Berlin auf die Debatte über die Präimplantationsdiagnostik (PID) vom Juli 2011.

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Unser täglich Geld gib uns heute

Die Kirche erhält jedes Jahr eine halbe Milliarde Euro. Mit Demokratie hat das nichts zu tun: Staat und Kirche müssen endlich strikt getrennt werden

Von Patrick SpätTELEPOLIS

Wir müssen die Kirche im Himmel lassen. In weltlichen Gefilden hat sie nichts zu suchen – zumindest nicht im öffentlichen Leben, und schon gar nicht in unserer Staatskasse. Und die Kirche greift kräftig ins Steuersäckel: Allein die katholische und evangelische Kirche erhalten jedes Jahr rund 480 Millionen Euro aus den Klingelbeuteln der Steuerzahler. Schluss damit!

Genau das fordern derzeit auch die Österreicher in einem Volksbegehren. (Österreich macht Dampf gegen Kirchenprivilegien). Und die sächsische FDP hat kürzlich auf ihrem Parteitag beschlossen, die Zahlungen an die Kirchen auf den Prüfstand zu setzen. In Sachsen kassieren die Kirchen jährlich 23,5 Millionen Euro. Kurioserweise werden in Sachsen noch immer die Kirchenmitgliedszahlen von 1950 als Berechnungsgrundlage genommen – und die Zahl der Kirchenmitglieder ist bekanntermaßen schneller am Schmelzen als Schokolade im Backofen.

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France’s top Catholic says gay marriage will breed violence

After an uprising in homophobic violence, Cardinal Andre Vingt-Trois says legalizing marriage equality will lead to more

gaystarnews.com

France’s top Catholic bishop has warned legalizing marriage equality will breed more violence in the country.

Cardinal Andre Vingt-Trois told a meeting of French bishops the law, which has been passed by both the National Assembly and the Senate, was a sign society had lost its capability to respect different views.

cont’d

Österreich:Kirchenprivilegien-Volksbegehren mit vielen inhaltlichen Fehlern

Mediensprecher der Bischofskonferenz, Wuthe: Betreiber des Volksbegehrens machen sich letztlich selbst unglaubwürdig

kathweb

Der Mediensprecher der Österreichischen Bischofskonferenz, Paul Wuthe, hat seine Kritik an den Inhalten des Volksbegehrens gegen Kirchenprivilegien bekräftigt. In einem auf der Website der Magazins “über.morgen” (www.uebermorgen.at) publizierten Interview wies Wuthe einmal mehr auf viele inhaltliche Fehler hin; etwa hinsichtlich des viel zitierten Beispiels der Grundsteuer: “Ja, es stimmt. Anerkannte Religionsgemeinschaften zahlen keine Grundsteuer. Aber nur, wenn die Liegenschaft für Gottesdienst, Seelsorge oder die Verwaltung der Kirche genutzt wird. Für alle anderen Dinge schon. Oder man betreibt ein Studentenheim oder ein Altenheim, aber das sind definierte rechtliche Zwecke, die für alle gelten. Und so wird bei vielen Themen etwas behauptet, das so nicht stimmt.” So würden sich die Betreiber des Volksbegehrens letztlich selbst unglaubwürdig machen.

Vor allem sei auch die Hauptforderung des Volksbegehrens fragwürdig. Wuthe: “Das haben nicht nur Experten, sondern zuletzt auch das zuständige Ministerium – das Unterrichtsministerium – festgehalten: die Trennung von Kirche und Staat ist spätestens seit 1919 voll realisiert.”

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“Ding Dong The Witch Is Dead”: Beerdigung für 11 Millionen €

Bild: billboard.com

Der anglikanische Bischof von Grantham, Tim Ellis, hat Kosten und Ausmaß der geplanten Trauerfeier für die frühere britische Premierministerin Margaret Thatcher kritisiert.

kathweb

Es sei ein Fehler und werde angesichts ihres politischen Vermächtnisses für Ärger sorgen, sie mit einer umgerechnet rund 11,7 Millionen Euro teuren Trauerfeier “zu glorifizieren”, sagte Ellis dem britischen Sender BBC laut deutscher Katholischer Nachrichtenagentur KNA. Die frühere britische Premierministerin, die vergangene Woche mit 87 Jahren gestorben war, stammte aus Grantham.

Mit Blick auf die Reaktionen auf ihren Tod, erklärte Ellis, es sei “geschmacklos”, dass Leute aus Freude über den Tod eines Menschen demonstrierten. Er sei von derartigen Reaktionen jedoch nicht überrascht, da Thatcher sehr umstritten gewesen sei. Daran erinnerten sich die Menschen auch nach vielen Jahren noch. Thatcher erhält offiziell kein Staatsbegräbnis. Zur Trauerfeier in der St. Paul’s Cathedral am Mittwoch wird jedoch auch Königin Elisabeth II. erwartet.

Österreich: »Die Menschen wollen ihr Leben selbst bestimmen«

Foto:privat

Über die Bevorzugung der katholischen Kirche in Österreich, und wieso man sie beenden sollte. Ein Gespräch mit Christian Fiala

Interview: Thomas EipeldauerjW

Christian Fiala ist einer der Initiatoren des Volksbegehrens gegen Kirchenprivilegien. Informationen unter: www.kirchen-privilegien.at

Ab dem 15. April kann man in Österreich Ihr Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien unterschreiben. Um welche Bevorzugung geht es, was fordern Sie konkret?

Es gibt in Österreich eine aus der Monarchie und dem Faschismus stammende systematische Bevorzugung von Religionsgemeinschaften allgemein und der katholischen Kirche im besonderen. Daraus resultierende Privilegien finden sich auf allen Ebenen. Juristisch genießen Mitarbeiter der Kirche eine Sonderstellung, sie sind quasi einem eigenen Rechtssystem unterworfen. Finanziell genießt sie eine Reihe von Steuerbegünstigungen bis hin zur Grundsteuerbefreiung, was ja zu Lasten aller Steuerzahler geht. Auch im staatlichen Rundfunk sind religiöse Inhalte überrepräsentiert, im Bildungsbereich ist es die Bezahlung der Religionslehrer inklusive deren Ausbildung, die der Staat übernimmt. Gegen dieses umfassende System von Privilegien wollen wir angehen.

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Kulturkampf Österreich: Kreisky niveauvoller als heutige Atheisten

Bruno Kreisky (1980), wikipedia

Gegenwärtige Religionskritik durch “unqualifzierte Angriffe und bösartige Pauschalurteile” gekennzeichnet – Agnostiker Kreisky hätte religiösen Glauben nie als “Quatsch” bezeichnet.

kath.net

Altkanzler Bruno Kreisky, ein bekennender Agnostiker, oder sein sozialdemokratischer Parteikollege Franz Olah haben einen deutlich niveau- und respektvolleren Umgang gegenüber Religionen an den Tag gelegt als “heute die berufsmäßigen Agnostiker und militanten Atheisten”, so der Politikwissenschaftler Norbert Leser. Der “Feuereifer” der gegenwärtigen “kulturkämpferischen Attacken der Glaubens- und Kirchenfeinde” sei demgegenüber durch “unqualifizierte Angriffe und bösartige Pauschalurteile” charakterisiert. Diese seien auch nicht durch Missstände in der Kirche zu legitimieren, wie der emeritierte Professor an der Universität Wien und ehemalige Leiter des Boltzmann-Instituts für neuere österreichische Geistesgeschichte in einem “Presse”-Gastkommentar (Freitagausgabe) schreibt.

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Was interessiert Atheisten das Zweite Vatikanische Konzil, Herr Tück?

Bild: religion.orf.at

Wiener Dogmatiker zum “Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien”: Ohne Kirchen würde “soziale Temperatur in unserem Land wohl kälter werden” – Neuansatz jenseits “auftrumpfender Selbstgewissheit missionarischer Atheisten” und der “Gottprotzigkeit mancher Glaubenseiferer”

kathweb

In der aktuell aufgeheizten Debattenlage zwischen “Volksbegehrern”, “neuen Atheisten” und Religionsvertretern ruft der Wiener Theologe Jan-Heiner Tück zu einem Dialog im Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils auf. Schließlich habe das Konzil dezidiert den Dialog mit dem aufkeimenden Atheismus gesucht, im Wissen darum, dass gerade ernsthafter Glaube nicht ohne den Zweifel auskomme. Das unterstrich der Dogmatiker bei einer Akademischen Feier am Freitag an der Universität Wien. Bei der Gelegenheit äußerte sich Tück auch kritisch zum aktuellen “Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien”.

Heute bestehe laut Tück die Gefahr einer Verflachung des Gesprächs – und zwar auf beiden Seiten: “Die auftrumpfende Selbstgewissheit missionarischer Atheisten und nicht minder die Gottprotzigkeit mancher Glaubenseiferer droht hinter dieses Gesprächsniveau zurückzufallen.” Allein deshalb sei in der aktuellen Situation “eine Rückbesinnung auf das Zweite Vatikanische Konzil und dessen kritisch-konstruktive Auseinandersetzung mit dem Atheismus” auch heute noch lohnend.

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