Archiv der Kategorie: Soziales

Haben Eltern ein Recht auf Ethik-Unterricht für ihre konfessionslosen Kinder?

Bild: akj.rewi.hu-berlin.de

Haben Eltern ein Recht auf Ethik-Unterricht für ihre konfessionslosen Kinder? Am Bundesverwaltungsgericht wird dazu in dieser Woche ein Grundsatzurteil erwartet.

STIMME.de

Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet an diesem Mittwoch, ob schon Grundschulen für konfessionslose Kinder einen Ethik-Unterricht als Alternative zu Religion anbieten müssen. Bejahen die Leipziger Richter einen grundgesetzlichen Anspruch, könnte das weitreichende Folgen haben.

Verhandelt wird die Klage einer Mutter aus Freiburg. Sie hatte 2010 vom Land Baden-Württemberg verlangt, für ihre konfessionslosen Kinder Ethik analog zum Religionsunterricht anzubieten. Sie habe ein Recht auf ethisch-moralische Bildung ihrer Kinder, argumentierte die Frau. In den beiden Vorinstanzen war sie mit ihrer Klage erfolglos geblieben.

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Wenn der Herrgott Blut sehen möchte: Göttliche Heimsuchungen und animalische Triebe

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Auf dem Papier sind die Kriterien, nach denen ein Täter in Deutschland und in Amerika als unzurechnungsfähig gilt, nicht allzu verschieden. In der Praxis ist diese Verteidigungslinie jenseits des Atlantiks jedoch schwerer durchzufechten. Martin Rath zeichnet die Spuren der “insanity”-Verteidigung vom frühen 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart nach.

Legal Tribune – Martin Rath

Zwei Attentate, auf den britischen König George III. und den US-Präsidenten Ronald Reagan, verübt am 15. Mai 1800 und am 30. März 1981, markierten für das angelsächsische Recht bemerkenswerte Wendepunkte in der Wahrnehmung von Straftaten, die im Wahnzustand begangen wurden. Dass damit zwei Staatsoberhäupter ihre Rolle auf der rechtshistorischen Bühne bekamen, deren geistige Gesundheit jeweils selbst aus guten Gründen in Zweifel stand – der britische Monarch aus der berüchtigten hannoveranischen Adelsfamilie fiel psychisch völlig aus, Reagan wurde noch vor seiner manifesten Demenz-Erkrankung auffällig – zählt dabei zu den freundlichen, wenn auch randständigen Ironien des Wahns im Recht.

Gar nicht ironisch und noch weniger freundlich ist die – vermutlich vorsichtige – Schätzung, der zufolge von den rund 2,5 Millionen Strafgefangenen der USA über 280.000 als schizophren oder manisch-depressiv diagnostiziert werden müssten und weitere knapp 550.000 psychisch Kranke unter strafrechtlicher Bewährungsaufsicht stehen, statt primär behandelt zu werden.

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Studie “When God Demands Blood: Unusual Minds and the Troubled Juridical Ties of Religion, Madness, and Culpability”

Stadt Münster lässt arabischen Tourismusflyer retuschieren

Bild: Stadt Münster

Bild: Stadt Münster

Nackte Frauenarme wurden abgedeckt, Fotos von Pärchen vorsichtshalber gelöscht: Die Stadt Münster hat den üblichen Tourismusflyer für arabische Touristen zensiert. Die wohlhabende Kundschaft aus Dubai oder Katar will man nicht verschrecken. Die Bürger sind empört.

WDR5 Morgenecho

Es sind die nackten Zahlen, die überzeugen: Ein Niederländer, der als Tourist nach Deutschland reist, gibt am Tag 46 Euro aus. Ein Reisender aus den Golfstaaten lässt dagegen rund 460 Euro im Land – das zehnfache. Die Stadt Münster hat dies erkannt und will daraus Kapital schlagen. Gutbetuchte Araber lassen sich viel zu selten blicken. Darum hat die Stadt Münster ihren Werbeflyer jetzt ins Arabische übersetzen lassen – und hat an einigen Stellen auch visuell nachgeholfen.

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Hoppel Dich frei – Düsseldorfer Atheisten rufen zum Kirchenaustritt auf

onlineImage…die Austrittsgebühr wird selbstverständlich erstattet. 

Aktion in Düsseldorf
Atheisten rufen zum Kirchenaustritt am Gründonnerstag auf

DA Düsseldorfer Aufklärungsdienst

Düsseldorf (idea) – Die atheistische Initiative „Düsseldorfer Aufklärungsdienst“ ruft zu kollektiven Kirchenaustritten am Gründonnerstag (17. April) auf. Wer dies tut, bekommt anschließend von der Organisation 30 Euro geschenkt. Damit will sie den Ausgetretenen genau die Summe geben, die beim Amtsgericht für diesen Schritt als Gebühr gezahlt werden muss. Die Aktion steht unter dem Motto „Hoppel dich frei“ – Ostern bezeichnet die Initiative dabei als „Hasenfest“. Ferner veranstaltet sie vom 4. bis 10. April die Aktionswoche „Sieben Tage lang gottlos glückliches Beisammensein“. Außerdem werden religionskritische Filme im „humanen Weltladen“ der Organisation gezeigt. Auf der Fensterscheibe des Ladens heißt es: „Wir sind gottlos glücklich. Halb Düsseldorf ist konfessionslos.“ Wie die Initiative auf ihrer Facebook-Seite verkündet, will sie informieren, dass „Düsseldorf „nun mehrheitlich religionsfrei lebt und es somit von säkularem Interesse ist, dass sich auch die Kommunalpolitik von religiösen Institutionen aller Art emanzipiert“.

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Immer Montags gegen FED und für den Frieden

Neue Montagsdemonstrationen: “Mischung aus verschwörungsideologischem Denken, rechtsesoterischer Lyrik, zutiefst antisemitischer Bildsprache und Truther-Propaganda”

von Peter Nowak

Es gab in den vergangenen zwei Jahrzehnen diverse Protestbewegungen, die unter dem Begriff Montagsdemonstration an die Manifestationen am Ende der DDR anknüpfen wollen. Aktuell gibt es eine neue Bewegung der Montagsdemonstrationen , die sich hauptsächlich über das Internet koordinieren. An 23 Orten soll es bereits verschiedene Aktivitäten gegeben haben. In einigen Städten sind es Mahnwachen, in anderen Kundgebungen und in manchen auch Demonstrationen . Am kommenden Montag soll sich die Bewegung noch ausweiten.

Auffallend ist die vage moralische Zielsetzung, “Wir wollen Frieden in der Welt”, “Für eine friedliche Zukunft”: Das ist so unbestimmt, dass wohl niemand dagegen ist. Dann taucht doch ein Gegner auf. “FED provoziert Krieg”, lautet das Motto. Die US-Notenbank ist eine Projektionsfläche für allerhand Verschwörungstheorien, nicht selten mit antisemitischen Untertönen.

Anonymous für Deutschland?
Einer der Ausgangspunkte dieser neuen Montagsbewegung ist ein neuneinhalb Minuten langes Video unter dem Titel “Anonymous – Nachricht an die deutsche Bevölkerung” .

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Papst Franziskus bittet Missbrauchsopfer um Vergebung

Papst Franziskus (Bild: AP)

Papst Franziskus (Bild: AP)

Papst Franziskus hat sich bei den Opfern von sexuellem Missbrauch durch Geistliche entschuldigt. Der Pontifex fand deutliche Worte für die Taten. Er wolle keinen Schritt zurück machen und “Sanktionen verhängen”.

Spiegel Online

Papst Franziskus hat die Opfer von Kindesmissbrauch durch Priester in der katholischen Kirche um Vergebung gebeten. Der Pontifex traf sich am Freitag mit einer Kinderhilfsorganisation in Rom und fand deutliche Worte für seine Entschuldigung. “Ich fühle mich gerufen, um Vergebung zu bitten für alles Böse, für all den Schaden, den einige Priester angerichtet haben, für die Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern.”

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Die “wahren” Diskriminierten des neuen intoleranten Paradigmas

Die-neuen-DiskriminiertenWas Brendan Eich und Phelim McAleer gemeinsam haben und die verrückte Kehrseite der Viktimisierung .

Vergangene Woche schafften es der Amerikaner Brendan Eich und der Ire Phelim McAleer ungewollt auf die Titelseiten aller führenden internationalen Tageszeitungen. Die Gründe dafür scheinen auf den ersten Blick ganz unterschiedlich, sind aber in der Substanz identisch. Beide Fälle sind Ausdruck derselben ideologisch motivierten Intoleranz gegen Andersdenkende. Die Betroffenen werden ganz unerwartet Opfer von Kampagnen. Die existenzbedrohenden Kampagnen können theoretisch jeden treffen, weshalb die beiden Fälle Symbolcharakter für das aktuell vorherrschende kulturelle Klima haben.

Brendan Eich wurde gezwungen, nach wenig mehr als einer Woche den Posten des geschäftsführenden Vorstandsvorsitzenden des Internet-Giganten Mozilla wieder zu räumen, eines Unternehmens, das er selbst mitbegründet und aufgebaut hatte. Das Unternehmen entwickelte und produziert den beliebten Internetbrowser Firefox. Für das Unternehmen spielte letztlich weder seine Position in der Unternehmensentstehung und –geschichte eine Rolle noch die Tatsache, daß er als einer der Besten in seinem Fachbereich gilt. Von ihm stammt die Erfindung der Programmiersprache Javascript. Ausschlaggebend für seine Entlassung war letztlich nur, was die Homo-Lobby aufgrund ihres ideologischen Scheuklappenblickes forderte. Die LGBT-Jünger warfen Eich nämlich vor, „homophob“ zu sein. Grund war eine 2008 getätigte Spende von 1.000 Dollar für die kalifornische Initiative Proposition 8, die durch eine Volksabstimmung die Ehe als Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau in der Verfassung des US-Staates verankerte. Die Initiative war erfolgreich und löste den unerbittlichen Zorn der Homosexuellen aus. In der Zwischenzeit wurde die Verfassungsänderung gekippt, weil US-Richtern die Ideologie einer Homo-Minderheit wichtiger ist, als eine demokratische Wählerentscheidung. Obwohl die Proposition 8 also getilgt wurde, zeigen sich die Homo-Ideologen rachsüchtig. Brendan Eich wurde ein prominentes Opfer, an dem ein Exempel statuiert wurde. Wer sich gegen die Homo-Interessen stellt, dem ergeht es wie dem Kurzzeit-CEO von Mozilla.

Der zweite Fall betrifft Phelim McAleer, einen irischen Journalisten und Autor von politisch nicht korrekten Dokumentationen darunter Not Evil Just Wrong als Gegenaufklärung zu den „unbequemen Wahrheiten“ des ehemaligen US-Vizepräsidenten und linksliberalen Lieblings Al Gore über das „global warming“. Ebenso von FrackNation über eine neue Fördertechnik für Erdöl, Erdgas und Wasser. Man mag über McAleers Thesen unterschiedlicher Meinung sein. Tatsache ist, daß er sein journalistisches Handwerk versteht und den Mut hat, gegen den Strom zu schwimmen.

In den vergangenen Tagen landete auch er auf den Titelseiten verschiedener großer Tageszeitungen wegen seiner jüngsten politisch nicht korrekten Arbeit, der Dokumentation Gosnell – The True Story About America’s Biggest Serial Killer über den amerikanischen Abtreibungsarzt Kermit Gosnell. McAleer wurde zum Opfer einer ideologisch motivierten Zensur durch die beliebte crowdfunding Seite Klickstarter, die frühere Arbeiten des Journalisten noch mitfinanziert hatte.

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“24h Jerusalem” – Eine Stadt, viele Wahrheiten

1101460826_400” Es ist der Nahost-Konflikt, auf den kleinsten, banalsten privaten Nenner gebracht: Meine Wahrheit, mein Glaube ist richtiger als deiner. Jerusalem ist schön, aufreizend, nervig, modern, aber vor allem ein Ort der Erkenntnis, dass es keinen Ausweg, keine Lösung gibt. “

Nach “24h Berlin ” strahlt arte am 12.April 2014 von 06:00 Uhr bis 06:00 Uhr des 13.April 2014 ein weiteres Stadtporträt “24h Jerusalem” des deutschen Regisseurs Volker Heise aus. Das Porträt wird durch Second-Screen-Inhalte um eine weitere interaktive Dimension ergänzt.

http://www.24hjerusalem.tv/de

„24h Jerusalem“ erzählt die Heilige Stadt durch die Augen der Menschen, die in ihr leben und die in ihre Widersprüche verstrickt sind: Juden, Muslime und Christen, Israelis, Palästinenser und Ausländer, Frauen und Männer, Immigranten und Alteingesessene, Gläubige und Atheisten, Nachteulen und Frühaufsteher. 70 Filmteams begleiteten rund 90 Protagonisten mit den unterschiedlichsten Lebensgeschichten bei der Arbeit und in der Freizeit, in enge Wohnungen und großzügige Villen, in Tempeln, Moscheen und Kirchen, in israelischen Siedlungen und palästinensischen Flüchtlingscamps. In ganzen 24 Stunden eröffnen sich dem Beobachter die faszinierenden Facetten von Jerusalem. “

” Die Einheit der Stadt Jerusalem war nur in unserem Schneideraum möglich “
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“Heilbarkeit” von Homosexualität – Kongress in Kassel

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Kassel: Evangelische Gruppe will für “Homo-Heilung” werben
Ein vom Weißen Kreuz organisierter Ex-Gay-Kongress soll Ende Mai im hessischen Kassel stattfinden. LGBT-Aktivisten üben scharfe Kritik.

QUEER

Der Evangelische Fachverband für Sexualethik und Seelsorge Weißes Kreuz e. V. will am 22. Mai eine dreitägige Tagung veranstalten, auf der Redner der Ex-Gay-Bewegung für die Heilung von Homosexualität werben sollen. Zum “Kongress Sexualethik und Seelsorge” (PDF) sind unter anderem Christl Ruth Vonholdt vom “Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft (DIJG)” eingeladen. Sie ist davon überzeugt, dass alle Menschen grundsätzlich heterosexuell sind, manche aber lediglich ein “homosexuelles Problem” hätten. So bezeichnete sie Homosexualität als “Ideologie”.

Als weiterer Redner hat sich Markus Hoffmann vom Homo-Heiler-Verband “Wüstenstrom e.V.” angekündigt. Er will in Kassel ein Seminar mit dem Titel “Sexuelle Identitätsstörungen in der Beratung” abhalten. Die beiden Aktivisten sind die bekanntesten Protagonisten der deutschen Ex-Gay-Szene, die Homosexuelle “heilen” wollen.

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Fall Edathy – Bundestag selbst Gegenstand der Untersuchungen ?

8a44f68432b200106eb812d0e52cc839v1_max_440x330_b3535db83dc50e27c1bb1392364c95a2Edathy-Untersuchungsausschuss kommt
Wurde ein Kindernacktbilderfund von 2004 im Bundestag vertuscht?
Nachdem der Bundestag Ende letzter Woche mit den Stimmen von CDU, CSU, SPD und Grünen eine Geschäftsordnungsänderung verabschiedete, die das Quorum für die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses von faktisch 158 auf 120 Abgeordnete herabsetzt, haben sich Grüne und Linke darauf geeinigt, mit ihren zusammengerechnet 127 Stimmen ein solches Gremium einzuberufen, das mehr Licht in die Affäre Edathy bringen soll.

Aus Union und SPD heißt es, man halte solch einen Untersuchungsausschuss wegen der Innenausschussanhörungen der letzten Monate nicht mehr für notwendig und erwarte sich nichts von ihm, wolle sich aber nicht dem Vorwurf aussetzen, Aufklärungsarbeit durch eine Blockade zu erschweren. Der Innenausschuss hatte zu der Affäre neben dem SPD-Geschäftsführer Thomas Oppermann und dem SPD-Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel auch den Bundeskriminalamtschef Jörg Ziercke befragt, der viermal anrücken musste, weil immer neue Ungereimtheiten auftauchten.

Grünen und Linke wollen in dem geplanten Ausschuss deshalb auch die Rolle des Bundeskriminalamts weiter untersuchen und BKA-Mitarbeiter, die bislang gemeinsam mit Ziercke aussagten, noch einmal einzeln und unter “Wahrheitspflicht” anhören. In der Union plant man dagegen, sich vor allem auf das Behörden- und Justizverhalten im rot-grün regierten Niedersachsen zu konzentrieren und zu fragen, wer Edathy eventuell von den bei ihm geplanten Hausdurchsuchungen informiert haben könnte.

Darüber hinaus könnte auch der Bundestag selbst Gegenstand des Untersuchungsausschusses werden: Der Focus berichtet nämlich von einen Angestellten eines IT-Dienstleisters, der 2004 Wartungsarbeiten im Bundestag durchführte und dabei ungefähr 20 Bilder nackter südasiatischer Jungen im Papierkorb von Sebastian Edathys Computer gefunden haben will, die er auf CD sicherte. Als er seinem Vorgesetzten davon erzählte, behauptete der angeblich, er habe die Bundestagsverwaltung über den Fund informiert und der Mitarbeiter solle die CD vernichten und mit niemandem darüber sprechen. Bei der Bundestagsverwaltung und bei der Staatsanwaltschaft Hannover, bei der sich der Mann inzwischen gemeldet haben soll, war für eine Stellungnahme dazu bislang niemand erreichbar.

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80 Festnahmen von Gegendemonstranten – Widerstand gegen Bildungsplangegner

20140405_demofueralle_stuttgart_Bildungsplan_2014-567x410Bildungsplangegner erlebten bei ihrer friedlichen Demo Widerstand
Demonstration gegen den Bildungsplan und Gegendemonstration in Stuttgart – Grußworte der CDU- und FDP-Fraktionsführer des Stuttgarter Landtags – Etwa 80 Festnahmen von Gegendemonstranten – Polizeibericht: Der Widerstand kam aus „dem linken Spektrum“

Nach Angabe des Polizeiberichtes wurden wegen einer Sitzblockade 55 Personen in Gewahrsam genommen. Bereits „im Vorfeld und am Rande der Demonstration sind zehn Personen die mutmaßlich der linken Szene zuzuordnen sind, festgenommen worden. Diese waren in Zusammenhang mit massiven Störungen der letzten Bildungsplan-Versammlung im März als mutmaßliche Täter wiedererkannt worden“, schilderte der Polizeibericht wörtlich. Bei einer weiteren Blockade an anderer Stelle durch ca. 100 Personen versuchte die Polizei auf die Blockierer einzuwirken. Doch „da mehrere Störer dieser Aufforderung nicht nachkamen und teilweise Widerstand leisteten sind zehn von ihnen, die ebenfalls dem linken Spektrum zuzuordnen sind, vorläufig festgenommen und ebenfalls in den Polizeigewahrsam gebracht worden.“

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Toleranz statt Sex – Grüner Schleichweg für geschlechtliche Vielfalt im Unterricht

BawueSchüler in Baden-Württemberg sollen lernen, was sexuelle Vielfalt ist. Klerikale Gruppen toben. Nun nimmt Grün-Rot einen Schleichweg.

taz

STUTTGART taz | Rosa oder Blau, so sieht Kindererziehung für die rund 600 Teilnehmer der dritten Demonstration gegen den Bildungsplan in Baden-Württemberg aus. Mit Luftballons in Rosa oder Blau zogen sie am vergangenen Wochenende wieder durch Stuttgart, geschützt von 500 Polizisten. Sie wollen ihre Kinder schützen vor dem Monster „Frühsexualisierung“, das in schleimigem Grün auf ein Demoschild gemalt war. Seit drei Monaten tobt der Protest, weil an baden-württembergischen Schulen ab 2015 „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ gelehrt werden soll.

Bislang hielt die Landesregierung selbstbewusst dagegen. Am Dienstag nun die Überraschung: Grün-Rot rückt davon ab, dass „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ als Querschnittsthema in allen Fächern in den Bildungsplan aufgenommen werden soll. Die Regierungskoalition präsentiert dafür jedoch eine neue Idee: Die bislang fünf Leitprinzipien im Bildungsplan sollen in Leitperspektiven umbenannt und um eine sechste Leitperspektive ergänzt werden.

Deren Titel lautet „Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt“. Unter dieser Überschrift soll Toleranz nicht nur gegenüber homosexuellen, bi-, trans- und intersexuellen Menschen gelehrt werden, sondern auch gegenüber der sozialen Herkunft, Religion, Kultur oder Ethnie von Menschen. Ob das nun Schwächung oder Stärkung der ursprünglich geplanten Erziehung zur Akzeptanz sexueller Vielfalt ist, wird unterschiedlich ausgelegt.

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Fass ohne Boden – Bund will keine Änderung bei Staatsleistungen für Kirchen

413746_4822380_01Die Bundesregierung sieht keine Notwendigkeit, die Staatsleistungen für die Kirchen zu streichen.

 

Man sehe keinen Handlungsbedarf für ein entsprechendes “Grundlagengesetz”, an dem sich die Länder dann orientieren könnten, heißt es in der Antwort auf eine Parlamentarische Anfrage der Linken, die der Zeitung “neues deutschland” (Mittwoch) vorliegt.

“Wenn aufseiten der Länder oder der Kirchen der Wunsch nach Änderung der Staatsleistungen bestehen sollte, ist nach Auffassung der Bundesregierung die jederzeit mögliche, einvernehmliche Lösung auf Länderebene der einfachere und sachgerechtere Weg”, heißt es in der Stellungnahme

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Gender Zentrum und die Queerschläge des Nikolaus Schneider

dhimmi_des_jahresDer Ratsvorsitzende der EKD hat bei der Eröffnung des umstrittenen “Gender”-Zentrums der Evangelischen Kirche die katholische Journalistin Birgit Kelle attackiert

Hannover (kath.net/red/idea)
Nikolaus Schneider, der Ratsvorsitzende der EKD, hat am Montag bei der Eröffnung des umstrittenen “Gender”-Zentrums der Evangelischen Kirche die katholische Journalistin Birgit Kelle attackiert. Dies berichtet das Magazin PRO. Kelle hatte in jüngster Zeit mehrfach das umstrittene Gender-Mainstreaming kritisiert und als “wirre Ideologie” bezeichnet, der sich Christen entgegenstellen müssten. “Solche polemische Kritik und die Zustimmung zu ihr lassen darauf schließen, dass mit „Gender Gefühle und Ängste bei Menschen angesprochen werden“, meinte Schneider. Kelles „Aufschrei gegen einen vermeintlichen Genderwahn“ verstehe er als eine „populistische Anbiederei an veränderungsunwillige konservative Kreise“.

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Roma Tag – Antiziganismus in der deutschen Öffentlichkeit

Roma-Fahne” Die Diskriminierung der Roma ist salonfähig “
Der Politologe Markus End forscht über Antiziganismus. Er sagt: Klischees von “den Roma” sind im Journalismus verankert, in der Gesellschaft und im Koalitionsvertrag.

Ein Interview von Lisa Caspari – ZEIT

ZEIT ONLINE: Herr End, heute ist Internationaler Roma-Tag, Anlass über die Situation der Minderheit zu sprechen. Was halten Sie davon, dass es einen speziellen Tag dafür gibt?

Markus End: Am 8. April 1971 fand in London der erste internationale Roma-Kongress statt und dieser Tag wird seither von den Interessensvertretungen als Feier- und Gedenktag begangen. Das ist doch ein guter Anlass, darauf hinzuweisen, dass Diskriminierung der Sinti und Roma nach wie vor salonfähig ist.

ZEIT ONLINE: Lassen sich die Vorurteile gegenüber der Minderheit in konkrete Zahlen fassen?

End: Der Soziologe Wilhelm Heitmeyer hat in seiner jüngsten repräsentativen Umfrage herausgefunden, dass 44,2 Prozent der Deutschen der Aussage “Sinti und Roma neigen zur Kriminalität” zustimmen. Neben dieser eindeutigen Diskriminierung sind aber auch subtile Zuschreibungen weit verbreitet. Wer sagt, dass alle Sinti und Roma so tolle Musik machen, hat ein Stereotyp einfach positiv verpackt. Er impliziert, dass Angehörige der Volksgruppe anders sind, dass sie nur Musik machen und nicht arbeiten wie “wir”.

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