Archiv der Kategorie: Laizismus

Haben Eltern ein Recht auf Ethik-Unterricht für ihre konfessionslosen Kinder?

Bild: akj.rewi.hu-berlin.de

Haben Eltern ein Recht auf Ethik-Unterricht für ihre konfessionslosen Kinder? Am Bundesverwaltungsgericht wird dazu in dieser Woche ein Grundsatzurteil erwartet.

STIMME.de

Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet an diesem Mittwoch, ob schon Grundschulen für konfessionslose Kinder einen Ethik-Unterricht als Alternative zu Religion anbieten müssen. Bejahen die Leipziger Richter einen grundgesetzlichen Anspruch, könnte das weitreichende Folgen haben.

Verhandelt wird die Klage einer Mutter aus Freiburg. Sie hatte 2010 vom Land Baden-Württemberg verlangt, für ihre konfessionslosen Kinder Ethik analog zum Religionsunterricht anzubieten. Sie habe ein Recht auf ethisch-moralische Bildung ihrer Kinder, argumentierte die Frau. In den beiden Vorinstanzen war sie mit ihrer Klage erfolglos geblieben.

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Kirchenkritiker Karlheinz Deschner ist tot

Bild: Wikimedia Commons/Mathias Schindler (CC-BY-SA 3.0)

Bild: Wikimedia Commons/Mathias Schindler (CC-BY-SA 3.0)

Bissig, bisweilen gnadenlos sprang er mit Kirche und Klerus um. Doch im Gespräch entpuppte sich Karlheinz Deschner als stiller, nachdenklicher Mensch. Am Morgen des 8. April ist der „warmherzige Melancholiker“, wie ihn sein Lektor genannt hatte, der Autor der „Kriminalgeschichte des Christentums“, im Alter von 89 Jahren in einer Klinik seines Wohnortes Haßfurt gestorben. Dies teilte seine Mitarbeiterin Gabriele Röwer am Mittwoch mit.

Main Post – Ralph Heringlehner

Regale an allen Wänden, Tausende Bücher bis unter die Decke: Das Zimmer, in das Karlheinz Deschner den Besucher bat, verriet den Intellektuellen. Reden, erklärte er beinahe entschuldigend, liege ihm nicht. Ganz präzise, wie das eben nur schriftlich geht, wollte er seine Gedanken immer fassen. Konsequent (manche sagten: stur) dachte er sie zu Ende und zog seine Schlüsse. So einer – gleich gar, wenn er gegen die Kirche wettert – ruft Widerstand hervor. Man schrieb gegen Deschner an, gab ein dickes Buch heraus. 1971 stand er wegen „Kirchenbeschimpfung“ in Nürnberg vor Gericht. Der Fall wurde wegen Geringfügigkeit eingestellt.

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Religionsfreie Zone 2014 im Filmhauskino Köln und mobile Ent-Taufung

Bild. IBKA

Am Freitag, 18. April 2014 lädt der IBKA NRW im siebten Jahr in Folge ab 18:00 Uhr zur ‘Religionsfreien Zone’ im Kölner Filmhaus.

IBKA

Das Grundgesetz sagt in Artikel 140/ Artikel 139 WRV: “Die staatlich anerkannten Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe … gesetzlich geschützt.”
Am Karfreitag besonders ist vor allem christliche Besinnlichkeit Pflicht. Das nordrheinwestfälische Feiertagsgesetz schützt bestimmte „stille“ Tage, die der christliche Glaube mit Trauer und Andacht verknüpft – besonders leidig für Menschen, die an rein gar nichts glauben. Auch ihnen sind am Karfreitag öffentliche Feiern außerhalb der eigenen Wohnung untersagt – selbst wenn solche Feiern die Andacht der Christen weder akustisch noch räumlich stören.

Der IBKA in NRW erklärt im siebten Jahr in Folge am Karfreitag das Kino des Kölner Filmhaus zur „Religionsfreien Zone“ und setzt so ein Zeichen gegen staatlich verordnete Trauer. Für alle, die sich auch an diesem Tag weder das vernunftgeleitete Denken noch den Heidenspass verbieten lassen!

Es werden zwei Filme gezeigt:

19:00 Uhr – Footloose

Ren McCormack zieht aus einer Metropole in die Kleinstadt Bomont im Mittelwesten Amerikas. Dort hat Reverend Moore Rockmusik und das Tanzen verbieten lassen.

21:30 Uhr – Die Nonne

Ein Plädoyer für ein unabhängiges und couragiertes Leben. Der Film basiert auf Denis Diderots Roman “La Réligieuse”, einem Klassiker der französischen Aufklärung.

Eintritt pro Film € 5,–
ermäßigt € 4,–
Double-Feature € 8,–
ermäßigt € 7,–
Eintritt zu den Info- und Büchertischen im Foyer frei!

Ort: Filmhauskino Köln, Maybachstraße 111, 50670 Köln

Neben Informationen über die Arbeit des IBKA wird die mobile Ent-Taufung angeboten, die sich seit 2008 eines regen Zuspruchs erfreut.
Interessierte können sich am Büchertisch des Alibri Verlages umsehen, des Aschaffenburger Forums für Utopie und Skepsis.

Veranstalter: IBKA NRW
Veranstaltungs-Flyer als PDF (162 KB) zum Downloadschwarzes Schaf

Weitere säkulare Aktionen am Karfreitag in NRW:

  • Der Düsseldorfer Aufklärungsdienst
    zeigt um 20:00 Uhr “Das Leben des Brian”
    Ort: Friedrichstraße 93, 40217 Düsseldorf
  • Die Initiative Religionsfrei im Revier trifft sich in Erinnerung an den angedrohten Bußgeldbescheid für die Vorführung des Films “Das Leben des Brian” im Sozialen Zentrum, Josephstr. 2, 44791 Bochum. Nähere Information über die Website von RiR.

 

Front National: Keine Ausnahmen für Muslime beim Schulkantinenessen

Marine Le Pen 2014, Bild: wikimedia.org

Marine Le Pen erteilt den gewählten Bürgermeistern ihrer Liste erste Anweisungen

Von Thomas PanyTELEPOLIS

An diesem Wochenende übernehmen die zehn gewählten Bürgermeister des Front National ihre Posten. Wie die Zeitung Libération berichtet, haben alle FN-Bürgermeister noch einmal ihr Wahlversprechen in Blogveröffentlichungen betont.

Mit einigem Pathos versprachen sie, in ihrem Amt “die legitime Revolte der Franzosen in Hoffnung zu übersetzen und Marine Le Pen auf lokaler Ebene zu repräsentieren, damit auch in Ihrer Stadt der neue Wind wehen kann”. Dieser richte sich besonders gegen den “communautarisme” und die “örtliche Günstlingswirtschaft“.

“Communautarisme“ läßt sich im Deutschen nicht deckungsgleich mit “Kommunitarismus” übersetzen. Der Begriff ist im rechten Milieu Frankreichs eine politischen Kampfvokabel, die vereinfacht gesagt eine “muslimische Parallelgesellschaft” im Visier hat.

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Petition abgelehnt: Gott bleibt im Grundgesetz

Bild: brightsblog

Bild: brightsblog

Der Deutsche Bundestag hat eine Petition des Sprechers der “Humanistischen Alternative Bodensee” (HABO), Dennis Riehle, abgelehnt, in der gefordert wurde, Art. 140 GG und die Präambel durch ein fachlich besetztes und unabhängiges Gremium auf seine Zeitgemäßheit hin zu überprüfen. Ein erster Teil der Eingabe war bereits durch den Petitionsausschuss zurückgewiesen worden.

Humanistischer Pressedienst – Jan Weber

In seiner Begründung verweist der Petitionsausschuss nun im Hinblick auf die zweite Fragestellung darauf, dass in einer Debatte über die Präambel des Grundgesetzes zu beachten sei, dass es sich bei der deutschen Verfassung schon um eine “säkulare Fassung” handele, allerdings mit einem expliziten Gottesbezug. Zwar sieht das Parlament durchaus Diskussionsbedarf über diesen “scheinbaren Gegensatz”, zumal der Verweis auf Gott in früheren Verfassungstexten nicht vorkomme. Allerdings lasse sich die Präambel des Grundgesetzes mit ihrem Gottesbezug auf einen Vorstoß der CDU im parlamentarischen Rat zurückführen. Dieser hatte mit einer großen Mehrheit eine “knapp gehaltene Gottesformel” beschlossen, um den “Unterschied zu einem absoluten Anspruch des totalitären Staates” zu unterstreichen.

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Der „humanistische“ Kampf gegen das Kreuz

Bladensburg Peace Cross, Bild: patheos.com

„In den USA wurde eine neue Form der Jagd auf Christen eingeläutet. Ohne Regeln, dafür aber systematisch und permanent, ideologisch, wild und diabolisch. Ohne Schonung. Sie läßt keinen Atem noch gibt es ein Entkommen“, so beschreibt die Voice oft the Persecuted ein neues antichristliches Phänomen in den USA.

Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Aktivisten der antichristlichen American Humanist Association erstatteten sogar gegen das Bladensburg Peace Cross Anzeige, ein Kreuz, das bereits 1925 errichtet wurde, ohne daß bisher jemand Anstoß daran genommen hätte.

Das Bladensburg Peace Cross erinnert an 49 Gefallene aus dem County Prince George im Staat Maryland. US-Soldaten, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind. Das Denkmal ist Ausdruck des amerikanischen Patriotismus, doch für die „Humanisten“ ist ihr Haß auf das Kreuz stärker als ihr Patriotismus.

Selbst Unfallkreuz ist „Humanisten“ unerträglich

Auf der gegenüberliegenden Westküste der USA, in Lake Elsinore in Kalifornien zeigte dieselbe Organisation ihre ganze Grausamkeit. Ohne Herz und ohne Mitleid zwangen sie eine Mutter, ein Kreuz am Straßenrand zu entfernen, das an den Unfalltod ihres Sohnes erinnerte, der an jener Stelle ums Leben gekommen war. Für die „Humanisten“ war der Anblick des Kreuzes so unerträglich, daß sie die Entfernung selbst dieses Kreuzes mit einem Gerichtsbeschluß erzwangen.

In Lake Elsinore verhinderte ein Richter die Errichtung eines Denkmals, das einen Soldaten zeigen sollte, der vor dem Grab eines gefallenen Kameraden kniet. Die befremdliche Begründung des richterlichen Verbots: weil das Projekt vorsah, daß das Grab durch ein Kreuz gekennzeichnet ist.

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Regensburg: Piraten-Stadträtin macht mobil: Kruzifix im Stadtrat abhängen?

Der Corpus von Gert H. Meier im Rathaus soll runter – fordern die Piraten. (Foto: Stadt)

Piraten-Stadträtin will konfessionelle Neutralität im Rathaus erzwingen

idowa

Die Stadträtin Ewa Tuora-Schwierskott (Piraten) will, dass das Kruzifix aus dem Sitzungssaal des Regensburger Rathauses entfernt wird. Im entsprechenden Antrag an den OB schreibt sie: “In Deutschland existiert eine von der Verfassung garantierte religiös-weltanschauliche Neutralität des Staates. Dies bedeutet, dass der Staat keine Religion oder Weltanschauung bevorzugen oder benachteiligen darf.”

Dies sieht Stadträtin Ewa Tuora-Schwierskott, wie auch die Piratenpartei, im Regensburger Stadtrat durch ein im Sitzungssaal aufgehängtes Kruzifix nicht gegeben.

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Adonis: “Religion ist antidemokratisch und antirevolutionär”

Ali Ahmad Said, “Adonis”, Bild: wikimedia.org

Der gebürtige Syrer Adonis gilt als bedeutendster Dichter der arabischen Welt. In Paris erzählt er von den Lehren des Arabischen Frühlings, dem Bürgerkrieg in seiner Heimat und der Macht der Worte.

Von Claas RelotiusDIE WELT

Das Café de Flore, ein holzvertäfeltes Eckcafé im vornehmen Pariser Bezirk Saint-Germain, genießt unter Pariser Intellektuellen und Künstlern eine lange und reiche Tradition. Jean-Paul Sartre traf hier einst Simone de Beauvoir. Auch Giacometti und Picasso waren regelmäßige Gäste. Es verwundert nicht, dass auch Adonis diesen Ort als Treffpunkt vorgeschlagen hat. Der heute meistgelesene und somit bedeutendste Dichter der arabischen Welt lebt seit fast drei Jahrzehnten im Exil in Paris, nennt die Stadt sein Zuhause. Adonis trägt Hut und Regenmantel, als er den Salon betritt. Klein von Gestalt, aber von einer umso größeren Aura umgeben, scheinen ihn die Gäste an den Tischen sofort zu erkennen. Zum Gespräch bestellt der 83-jährige zwei Gläser weißen Rum auf Eis. “Rum hält jung und den Geist lebendig”, sagt er. Wer Adonis erlebt, wer ihm in seine wachen Augen blickt, würde nicht widersprechen.

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Zur Gründung des SPD-Arbeitskreises Muslime: SPD darf nicht länger 40% Konfessionsfreie ignorieren

jesus-spdZur derzeitigen Gründung eines AK Muslime in der SPD nehmen die SPD-Mitglieder für die Trennung von Staat und Religion wie folgt Stellung:

Pressemitteilung:

Der neue Arbeitskreis Muslime, neben dem es schon den AK-Christen und den AK-Juden in der SPD gibt, zeigt, dass die SPD-Spitze erkannt hat, das unsere Gesellschaft religiös vielfältiger geworden ist. Damit ist diese Gründung konsequent.

Im Falle der Muslime in Deutschland möchten wir Laizisten jedoch eine gesellschaftliche Anerkennung erreichen, die nicht auf eine privilegierte Stellung von Religionsgemeinschaften abzielt, sondern den Dialog fördert. Auch innerhalb der islamischen Kulturen gibt es orthodoxe und liberale Strömungen. Wir möchten vor allem mit einem Islam ins Gespräch kommen, der die Vereinbarung von Tradition und Moderne unter demokratisch-pluralistischen Verhältnissen als Chance begreift. Anstatt einseitig neue theologische Einrichtungen zu fördern, kann eine laizistische Politik hier Brücken bauen.

Dieses Land (und seine großen Parteien) braucht angesichts der größeren Religionsvielfalt bei zugleich immer weniger Religiösen eine strikte Neutralität des Staates in weltanschaulichen Fragen. Nur in einem weltanschaulich neutralen Staat können sich alle Bürgerinnen und Bürger gleichberechtigt begegnen und entfalten. So leben etwa 40 % Konfessionsfreie in Deutschland und wahrscheinlich sind weit über 100.000 SPD-Mitglieder konfessionsfrei.

Konsequent wäre es daher, wenn die Parteiführung nun auch die überfällige Gründung eines AKs für Säkulare, Humanisten und Laizisten unterstützt. Schließlich sollte die gesellschaftliche Vielfalt auch innerparteilich abgebildet werden.

Für den SprecherInnenkreis: Nils Opitz-Leifheit

V.i.S.d.P.: Nils Opitz-Leifheit Hauflerweg 10, 71336 Waiblingen

Pfarrer als Bürgermeister: Wenn Theologen Politik machen

Foto: Thinkstock/iStockphoto/Dmitriy Shpilko

Wenn ein Pfarrer in die Kommunalpolitik möchte, muss er die Evangelische Kirche in Deutschland darüber informieren. In Bayern werden evangelische Geistliche sofort vom Dienst freigestellt, sobald sie etwa für das Amt des Bürgermeisters kandidieren. Theologen, die Religionsunterricht halten, dürfen hingegen trotz eines solchen Postens weiterarbeiten.

Von Daniel Staffen-Quandtevangelisch.de

Jürgen Henkel hat vor ein paar Wochen die Kanzel gegen Infostände getauscht. Bereut hat es der evangelische Pfarrer bislang nicht, sagt er. In seiner Heimatstadt Bad Windsheim will er Bürgermeister werden, er tritt dort – obwohl CSU-Mitglied – für die Freie Wählergemeinschaft an. Sein Job als Gemeindepfarrer im oberfränkischen Selb-Erkersreuth ruht seither. Denn Wahlkampf und Pfarrersein, das verträgt sich nicht. Jedenfalls nicht in Bayern. Und Jürgen Henkel findet das gut so: “Verkündigung trotz Wahlkampf, das ist schwierig.”

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Französisches Unternehmen verbietet religiöse Symbole

paprecAb Dienstag soll die von den rund 4.000 Mitarbeitern mit abgestimmte Arbeitsordnung in Kraft treten

kath.net

Das französische Recycling-Unternehmen «Paprec» verbietet künftig das Tragen religiöser Symbole bei der Arbeit. Ab Dienstag soll die von den rund 4.000 Mitarbeitern mit abgestimmte Arbeitsordnung in Kraft treten, wie französische Medien (Montag) berichteten. Es ist das erste Mal, dass in Frankreich ein Privatunternehmen die staatlich gebotene sogenannte Laizität in seine Arbeitsordnung aufnimmt. Anders als im öffentlichen Sektor ist diese gesetzliche Regelung für Privatunternehmen weniger streng.

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Marx: Kirchensteuer-Ende hätte Folgen wie Säkularisation 1803

Bild: tilly

Bild: tilly

Münchner Erzbischof kritisiert “merkwürdige Koalitionen” zwischen konservativen und linken Gruppen, die beide “Entweltlichung” fordern

kathweb

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat sich am Montagabend zum deutschen Kirchensteuersystem und zu wiederverheirateten Geschiedenen geäußert. Das deutsche System der Kirchensteuer sei kein Dogma, aber es habe sich bewährt, so Marx bei einer Kirchenrechtstagung in der Katholischen Akademie München. Es gebe keinen Anlass, “von heute auf morgen auszusteigen”. Die Folgen eines solchen Schritts auch für den Staat wären massiver als die der Säkularisation vor 200 Jahren (1803/04), warnte der Erzbischof.

Er räumte ein, dass die Kirchensteuer “im Mittelpunkt innerkirchlicher Kritik” stehe. Kritiker von allen Seiten bedienten sich dazu des Wortes von der “Entweltlichung” aus der Freiburger Rede von Papst Benedikt XVI. im Jahr 2011. Dieses Wort sei in Deutschland sofort zum Kampfbegriff gegen eine vermeintlich erstarrte Kirche geformt worden. Dabei habe es auch “merkwürdige Koalitionen” gegeben, etwa zwischen konservativen und linken Gruppen.

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Frankreich: Hollandes Sozialisten „hassen die Katholische Kirche“

Bild:katholisches.info

Bild:katholisches.info

Der Philosoph Pierre Manent gab der Tageszeitung Il Foglio ein Interview und der Titel hat es bereits in sich: „In Frankreich ist ein Bürgerkrieg im Gange: La République gegen das Christentum“. Mit anderen Worten, Staatspräsident Françoise Hollande und seine Sozialisten führen Krieg gegen die Katholische Kirche und das christliche Erbe des Landes.

Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Niemand könnte dies besser beurteilen, als der politische Philosoph Pierre Mannent, Mitbegründer der Zeitschrift Commentaire, maßgebliche Kraft des Centre Raymond Aron und Autor über Standardwerke zur Staatslehre und über den klassischen Liberalismus. Zum politischen Programm der französischen Sozialisten sagte Manent: „Das, was sie Laicité nennen, ist die rechtlich formulierte Kriegserklärung zu einem Bürgerkrieg, der von einer Seite gewonnen und von der anderen verloren wurde. Das republikanische Frankreich hat das katholische Frankreich unterjocht und das katholische Frankreich hat es akzeptiert. Das liegt hundert Jahre zurück. Was wir heute erleben, sind die Folgen und eine Neuauflage dieses Bürgerkriegs.“

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Frankreich: Das absolute Recht auf Abtreibung

Haben Pech gehabt: Abtreibungsgegnerinnen beim „Marsch für das Leben“. Bild: reuters

Das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche ist von der französischen Nationalversammlung gestärkt worden. „Not-Situationen“ sind jetzt als Grund nicht mehr nötig.

taz

Die französische Nationalversammlung hat für eine Stärkung des Rechts auf Abtreibung gestimmt. Die Abgeordneten votierten in der Nacht zu Mittwoch für eine Streichung einer Gesetzespassage, wonach eine Abtreibung lediglich erlaubt ist, wenn die Schwangerschaft eine Frau in eine „Not-Situation“ bringt.

In der Praxis hatte dieser Begriff das Recht auf Abtreibung zwar nicht eingeschränkt. Befürworter sehen die Streichung aber als einen wichtigen „symbolischen Fortschritt“ für die Rechte von Frauen.

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Der religiös-weltanschaulich neutrale Staat und die Theologie

Das Kreuz mit den Religionen

Das Kreuz mit den Religionen

Viel wurde in den letzten Monaten über die Islamische Theologie spekuliert. Einige sehen die Wissenschaftsfreiheit in Gefahr, andere sprechen von einem „Staatsislam“, der kreiert werden soll. Juristen betrachten die Probleme und Schwierigkeiten oft nüchterner.

Von Eren Güvercin - MiGAZIN

Herr Prof. Tillmanns, wie sieht eigentlich die historische Tradition hinsichtlich der Kooperation von Kirche und Theologie in Deutschland aus? Warum hat die Theologie eine Sonderstellung an Universitäten und welche Aufgaben haben Theologen an Universitäten?

Prof. Dr. Reiner Tillmanns: Theologische Fakultäten an staatlichen Universitäten haben im deutschen Rechtsraum eine lange Tradition. Im Gegensatz zu anderen Fakultäten zeichnen sich theologische Fakultäten dadurch aus, dass in ihnen staatliche und kirchliche Rechtspositionen zusammentreffen. Die moderne Universität und ihre Fakultäten, auch die theologischen Fakultäten, sind Einrichtungen des Staates. Die in den theologischen Fakultäten gelehrte Theologie im Sinne von kirchlicher Lehre ist jedoch eine Funktion der Kirche, nicht des religiös-weltanschaulich neutralen Staates. Die theologischen Fakultäten dienen der Ausbildung von Lehrern für den Religionsunterricht als ordentlichem Lehrfach an staatlichen Schulen gemäß Art. 7 Abs. 3 Grundgesetz (GG) und der Ausbildung von Geistlichen und anderen theologisch geschulten Mitarbeitern im Kirchendienst. Sie sind zudem Orte für die wissenschaftliche Durchdringung und Vertiefung religiöser Fragen.

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