Archiv der Kategorie: Laizismus

“Partei der Humanisten” gegründet

Logo der Partei "Initiative Humanisten"

Logo der Partei “Initiative Humanisten”

Am 4. Und 5. Oktober trafen sich in Berlin im Konferenzzentrum Amano Rooftop Teilnehmer der inzwischen über 700 Mitglieder starken Facebook-Gruppe “Initiative Humanismus”, um die vor über einem Jahr beschlossene Gründung einer humanistischen Partei zu vollziehen.

hpd.de

Im Laufe der sehr ausführlichen Vorbereitungszeit wurde auch der Punkt intensiv besprochen, ob es überhaupt Sinn mache, humanistische weltanschauliche Vorstellungen zur Basis einer politischen Partei zu machen. Schließlich gibt es eine durchaus rege humanistische Szene, die in Form von Verbänden, Stiftungen und Vereinen wertvolle Arbeit leistet, um unserer Weltanschauung die Beachtung zu erwirken, die ihr nach unserer Meinung zukommt.
Auch in manchen politischen Parteien gibt es Arbeitskreise, die sich dem Teilgebiet des Laizismus und der Trennung von Religion und Staat widmen – bisher allerdings mit relativ bescheidenem Erfolg, da die Parteispitzen diese Anregungen in aller Regel nicht ausreichend unterstützen.

Ausschlaggebend für unsere Entscheidung war daher: Praktisch alle humanistischen Forderungen an unsere Gesellschaft sind politischer Natur, ergo können sie auch nur direkt auf der politischen Ebene letztlich durchgesetzt werden. Häufig wurde die Frage laut: “Was macht ihr denn, wenn es über die ‘humanistischen’ Themen hinaus an ‘normale’ Politikfelder geht?” Allein die Frage ist bereits ein Missverständnis, suggeriert sie doch, man könne humanistische Prinzipien hintanstellen, wenn es um Fragen wie Familie und Bildung, Wirtschaft und Wissenschaft oder Außen- und Sicherheitspolitik geht – um nur diese Beispiele zu nennen.

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The myth of religious violence

religion_warThe popular belief that religion is the cause of the world’s bloodiest conflicts is central to our modern conviction that faith and politics should never mix. But the messy history of their separation suggests it was never so simple.

By Karen Armstrongtheguardian

As we watch the fighters of the Islamic State (Isis) rampaging through the Middle East, tearing apart the modern nation-states of Syria and Iraq created by departing European colonialists, it may be difficult to believe we are living in the 21st century. The sight of throngs of terrified refugees and the savage and indiscriminate violence is all too reminiscent of barbarian tribes sweeping away the Roman empire, or the Mongol hordes of Genghis Khan cutting a swath through China, Anatolia, Russia and eastern Europe, devastating entire cities and massacring their inhabitants. Only the wearily familiar pictures of bombs falling yet again on Middle Eastern cities and towns – this time dropped by the United States and a few Arab allies – and the gloomy predictions that this may become another Vietnam, remind us that this is indeed a very modern war.

The ferocious cruelty of these jihadist fighters, quoting the Qur’an as they behead their hapless victims, raises another distinctly modern concern: the connection between religion and violence. The atrocities of Isis would seem to prove that Sam Harris, one of the loudest voices of the “New Atheism”, was right to claim that “most Muslims are utterly deranged by their religious faith”, and to conclude that “religion itself produces a perverse solidarity that we must find some way to undercut”. Many will agree with Richard Dawkins, who wrote in The God Delusion that “only religious faith is a strong enough force to motivate such utter madness in otherwise sane and decent people”. Even those who find these statements too extreme may still believe, instinctively, that there is a violent essence inherent in religion, which inevitably radicalises any conflict – because once combatants are convinced that God is on their side, compromise becomes impossible and cruelty knows no bounds.

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Die Grünen wollen ihre Religions- und Kirchenpolitik neu definieren

Die Grünen LogoDie Kirchen verlieren immer mehr Mitglieder. Doch ihr gesellschaftlicher Einfluss ist nach wie vor hoch. Eine Religionskommission der Grünen beschäftigt sich mit der Frage, wie das Verhältnis zwischen Kirche und Staat reformiert werden muss.

Von Matthias BertschDeutschlandfunk

“Das Verhältnis von Staat, Kirchen und Weltanschauungsgemeinschaften auf eine neue Grundlage stellen”, so lautet die Aufgabe der Religionskommission, die der Bundesvorstand der Grünen ins Leben gerufen hat. Und diese neue Grundlage sei dringend nötig, denn das bisherige kooperative Verhältnis zwischen Kirchen und Staat sei nicht mehr zeitgemäß, ist Sven Giegold überzeugt.

“Wir kamen ja ursprünglich aus einer Situation, wo fast alle Mitglied der beiden großen christlichen Kirchen waren in Deutschland, das ist heute nicht mehr so. Es gibt eine größere Vielfalt an Kirchen, es gibt eine größere Vielfalt an Religionsgemeinschaften, und es gibt auch zunehmend Menschen, die sich keiner Religion mehr zugehörig fühlen, und darauf muss dieses kooperative Verhältnis reagieren, da darf man nicht strukturkonservativ sein, sondern muss schauen, wie können wir dieser veränderten Lage in der Gesellschaft auch adäquat darauf reagieren.”

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Wirbel um Islamgesetz: Initiative fürchtet “Beschneidungslegalisierung”

justiz_grossAufregung herrscht um den vorläufigen Entwurf für ein neues Islamgesetz: Die Initiative “Religion ist Privatsache” läuft dagegen Sturm. So befürchtet die laizistische Organisation eine endgültige Legalisierung der religiösen Beschneidung junger Männer und Kinder.

vienna.online

Zudem glaubt die Initiative, dass Muslime mit dem Gesetz vor verdeckten Ermittlungen geschützt werden sollen, hieß es am Mittwoch in einer Aussendung.

Ende der Beschneidungsdebatte?

Die Initiative stößt sich insbesondere an Paragraf 11 des vorläufigen Entwurfs, welcher vorliegt. “Islamische Religionsgesellschaften und ihre Mitglieder sind berechtigt, Kinder und Jugendliche durch alle traditionellen Bräuche zu führen und entsprechend den religiösen Geboten zu erziehen”, heißt es dort in Absatz 4. Dadurch solle die “ohnehin zaghaft geführte Beschneidungsdebatte” endgültig beendet werden, fürchtet Initiative-Sprecher Eytan Reif.

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In Frankreich sind Juden nicht mehr sicher

Ausschreitungen in Paris Foto: AFP/BadischeZeitung

Frankreich hat die größte jüdische und die größte muslimische Gemeinde in Europa. Da sind Konflikte programmiert. Zum ersten Mal seit 120 Jahren kam es in Paris wieder zu Angriffen auf Synagogen.

Von Dominique MoisiDIE WELT

“Tod den Juden!” Diese hasserfüllten Worte sind in Paris und anderen französischen Städten zu vernehmen. Zum ersten Mal seit der Dreyfus-Affäre am Ende des 19. Jahrhunderts kam es wieder zu Angriffen auf Synagogen. In Pariser Vorstädten wie Sarcelles, das für sein Klima der religiösen und ethnischen Toleranz bekannt ist, nahmen Gruppen junger Menschen bewusst jüdisches Eigentum ins Visier.

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DITIB – der verlängerte Arm Erdoğans im Wahlkampf?

Recep Tayyip Erdogan (Bild: Regierung v. Chile, CC-BY 3.0)

Recep Tayyip Erdogan (Bild: Regierung v. Chile, CC-BY 3.0)

DITIB behauptet unabhängig zu sein und jegliche parteipolitische Aktivität in den Vereinsräumen zu verbieten. Dabei wird derzeit in DITIB-Lokalen eifrig Wahlkampf für Erdoğan betrieben bei gleichzeitiger Diskriminierung der Erdoğan-Gegner. Wie geht das zusammen?

Von İsmail KulDeutsch Türkisches Journal

Ergreift die DITIB, die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V., Partei bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen in der Türkei? Lässt sich der größte Moscheen-Verband türkischstämmiger Muslime in Deutschland für den Wahlkampf von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan instrumentalisieren?

DITIB-Funktionäre verneinen diese Frage. Nichtsdestotrotz gibt es Entwicklungen, die einen stutzig machen.

Einerseits gibt es Meldungen, wonach in DITIB-Lokalen Erdoğan-kritische Fernsehsender aus den Listen gelöscht werden. Eine Art Gleichschaltung der Medien also. Die Gläubigen und Besucher der Moscheen sollen wohl etwas anderes als Erdoğan-Huldigung nicht hören. Fernsehsendern, die nicht auf der Linie Erdoğans stehen, stehen DITIB-Moscheen für Übertragungen anlässlich des muslimischen Fastenmonats Ramadan nicht zur Verfügung. Wohlgemerkt – für Übertragungen, die religiösen Inhalts sind.

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Türkei: Gerade die Gläubigen brauchen einen freiheitlichen Laizismus

Bild: dtj-online.de

Religion ist eine der wichtigsten Bruchlinien innerhalb der türkischen Gesellschaft. Unter der Einschränkung der Religion hat die Mehrheit lange gelitten. Einen freiheitlichen Laizismus brauchen wir alle – besonders die Gläubigen unter uns.

Von Sevgi AkarçeşmeDeutsch Türkisches Journal

Viele Politiker (auch wenn ich die Namen nicht nenne, wissen Sie, welche gemeint sind) geben auf die mit harten Fakten aufgedeckten Korruptionsvorwürfe keine konkreten Antworten. Stattdessen versuchen sie, mit einer religiösen Rhetorik die Unterstützung von Menschen aufrecht zu erhalten. Das zeigt, wie wichtig ein freiheitlicher Laizismus gerade für die gläubigen Menschen ist.

Auch wenn während des ganzen Prozesses die Hizmet-Bewegung dämonisiert wird, führen die zahlreichen Korruptionsfälle, illegale personenbezogene Datensammlungen, ungerechte Zwangsversetzungen und der Druck auf die Medien letztendlich zu der Wahrnehmung, dass auch diejenigen, die von sich behaupten, aus religiösen Gründen auf die Rechte anderer Menschen Rücksicht zu nehmen, eben dieses nicht tun.

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Burkaverbot: Diskussion mit Themenverfehlung

Burqua Burka

Burka (CC-by-sa/2.0/en by Rockin’ the Khuff)

Burka oder nicht Burka ist keine Frage des Intellekts, sondern eine Glaubensfrage.

Leserkommentar von Thomas KarasekderStandard.at

Zurzeit wird wieder einmal sehr leidenschaftlich über das Verbot von Burkas – gemeint ist höchst wahrscheinlich das Kopftuch – diskutiert. Die Frage sollt jedoch die nach Religion im öffentlichen Raum sein.

Interessant ist der aktuelle Vorstoß von Herrn Efgani Dönmez: “Wenn jemand mit Burka in der Öffentlichkeit auftrete, “stellt er sich ins Abseits”. Und: “Warum wollen wir Menschen unterstützen, die sich ins Abseits stellen”, meint Dönmez, der sich schon früher gegen die Ganzkörperverschleierung ausgesprochen hat.

Denke ich diesen Gedanken zu Ende, komme ich zu einem interessanten Schluss. All jene Menschen, die sich nicht dem allgemein üblichen Aussehen anpassen, verlieren damit das Recht auf Unterstützung durch den Staat. Skinheads, Punker, Grufties, Transvestiten, Skater, Trachtenträgerinnen, Anzugliebhaber… die Liste lässt sich beliebig lange fortsetzen. Irgendjemand definiert also eine “Aussehensnorm“ und wer dagegen verstößt wird aus der Gesellschaft entfernt. So einfach ist das.

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Schweiz: Für Trennung von Kirche und Staat im Wallis

Valentin Abgottspon, Bild: wallis.frei-denken.ch

Im Wallis ist am Dienstag eine kantonale Volksinitiative für die Trennung zwischen Kirche und Staat lanciert worden. Die Initianten haben nun ein Jahr Zeit, um die nötigen 6000 Unterschriften zu sammeln. Die CVP will das “antichristliche Begehren mit aller Kraft bekämpfen”.

Thurgauer Zeitung

Ein laizistischer, also nicht konfessioneller, weltlicher Staat sei kein antireligiöser, antiklerikaler oder gar atheistischer Staat, sagten Barbara Lanthemann und Valentin Abgottspon, Co-Präsidenten des Initiativkomitees, an einer Medienkonferenz in Sitten. In ihren Augen soll sich der Staat um die Bürgerinnen und Bürger kümmern, die Kirche um die Gläubigen. Es brauche deshalb eine klare Trennung zwischen Kirche und Staat.

Die Initianten begründen dies zum einen damit, dass die Zahl der konfessionslosen Menschen ansteigt. Zum anderen habe die Migration zur Folge, dass die Gesellschaft auch religiös vielfältiger geworden sei. Ein demokratischer, säkularer Staat garantiere die Gleichberechtigung aller Bürgerinnen und Bürger, unabhängig davon, ob sie religiös seien oder nicht, unterstreichen die Initianten.

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Brasilien: Evangelikale gewinnen an Einfluss in der Politik

Rio de Janeiro, Zuckerhut; Bild: wikimedia.org/CC BY 2.0

Sie verteidigen traditionelle Werte und Lebensformen und eine rückwärtsgewandte Sexualmoral – konservative religiöse Gruppierungen in Brasilien. Kritiker sehen durch ihren wachsenden Einfluss im Parlament den laizistischen Charakter des Staates gefährdet.

Von Victoria EglauDeutschlandfunk

Brasiliens Nationalkongress im vergangenen April. Eine Parlamentskommission berät über den nationalen Bildungsplan, der für die nächsten zehn Jahre die Ziele und Strategien des brasilianischen Bildungssystems festlegen soll. Dass die Gemüter der Abgeordneten und einiger anwesender Interessengruppen so erhitzt sind, liegt vor allem an einem umstrittenen Punkt: Soll in dem Plan verankert werden, dass sich Brasiliens Schulen für Geschlechter-Gleichheit und gegen die Diskriminierung von Homosexuellen einsetzen sollen – oder nicht?

“Es gibt Bestrebungen, in diesen Plan eine gefährliche Geschlechter-Ideologie aufzunehmen. Die Schulen sollen den Kindern beibringen, dass es keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen gibt, dass sich Mann und Frau nicht ergänzen, und dass alle Sexualpraktiken erlaubt sind”,[...]

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How Fundamentalist Christians Are Infiltrating US State and Federal Government

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Imagine that a little-known but increasingly powerful group of ideologues had hatched a plan to transform the United States into a Christian theocracy harkening back to the Dark Ages of Europe, a time when society was governed by the laws and officials of the Catholic Church.

RH Reality Check

Suppose further that this plan had a scary simple strategy: Recruit bright, young law students; put them through an intensive indoctrination program; place them in plum internships across the country; and watch as they swim upstream until they reach the top of the legal system, where they can create, enforce, and interpret laws according to a legal philosophy infused with fundamentalist Christian theology.

Welcome to the world of the Blackstone Legal Fellowship, an annual program established in 2000 by the Alliance Defending Freedom, an Arizona-based nonprofit that is swiftly emerging as a major behind-the-scenes player in many of the nation’s most controversial legal cases involving reproductive rights, sexual justice, and a vast range of other moral and social disputes.

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US-Atheisten klagen erfolgreich gegen Gebete im Stadtrat

Screenshot bb

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Es gilt die Trennung zwischen Kirche und Staat – auch im Stadtrat von Pismo Beach in Kalifornien.

Deutschlandradio Kultur

Wie die “Washington Post” berichtet, darf die Bürgervertretung vor ihren Sitzungen künftig nicht mehr beten. Der Pastor, der dafür normalerweise einbestellt worden sei, werde ab sofort nicht mehr eingeladen. Dem Bericht zufolge hatten zwei Vereinigungen gegen die Gebete geklagt, die Organisation “Freedom From Religion Foundation” aus Wisconsin und “Atheists United” aus San Luis Obispo. Daraufhin lenkte die Stadtverwaltung ein – weil sie der Kommune nach eigenen Angaben einen langwierigen und teuren Rechtsstreit ersparen wollte.

Haben Eltern ein Recht auf Ethik-Unterricht für ihre konfessionslosen Kinder?

Bild: akj.rewi.hu-berlin.de

Haben Eltern ein Recht auf Ethik-Unterricht für ihre konfessionslosen Kinder? Am Bundesverwaltungsgericht wird dazu in dieser Woche ein Grundsatzurteil erwartet.

STIMME.de

Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet an diesem Mittwoch, ob schon Grundschulen für konfessionslose Kinder einen Ethik-Unterricht als Alternative zu Religion anbieten müssen. Bejahen die Leipziger Richter einen grundgesetzlichen Anspruch, könnte das weitreichende Folgen haben.

Verhandelt wird die Klage einer Mutter aus Freiburg. Sie hatte 2010 vom Land Baden-Württemberg verlangt, für ihre konfessionslosen Kinder Ethik analog zum Religionsunterricht anzubieten. Sie habe ein Recht auf ethisch-moralische Bildung ihrer Kinder, argumentierte die Frau. In den beiden Vorinstanzen war sie mit ihrer Klage erfolglos geblieben.

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Kirchenkritiker Karlheinz Deschner ist tot

Bild: Wikimedia Commons/Mathias Schindler (CC-BY-SA 3.0)

Bild: Wikimedia Commons/Mathias Schindler (CC-BY-SA 3.0)

Bissig, bisweilen gnadenlos sprang er mit Kirche und Klerus um. Doch im Gespräch entpuppte sich Karlheinz Deschner als stiller, nachdenklicher Mensch. Am Morgen des 8. April ist der „warmherzige Melancholiker“, wie ihn sein Lektor genannt hatte, der Autor der „Kriminalgeschichte des Christentums“, im Alter von 89 Jahren in einer Klinik seines Wohnortes Haßfurt gestorben. Dies teilte seine Mitarbeiterin Gabriele Röwer am Mittwoch mit.

Main Post – Ralph Heringlehner

Regale an allen Wänden, Tausende Bücher bis unter die Decke: Das Zimmer, in das Karlheinz Deschner den Besucher bat, verriet den Intellektuellen. Reden, erklärte er beinahe entschuldigend, liege ihm nicht. Ganz präzise, wie das eben nur schriftlich geht, wollte er seine Gedanken immer fassen. Konsequent (manche sagten: stur) dachte er sie zu Ende und zog seine Schlüsse. So einer – gleich gar, wenn er gegen die Kirche wettert – ruft Widerstand hervor. Man schrieb gegen Deschner an, gab ein dickes Buch heraus. 1971 stand er wegen „Kirchenbeschimpfung“ in Nürnberg vor Gericht. Der Fall wurde wegen Geringfügigkeit eingestellt.

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Religionsfreie Zone 2014 im Filmhauskino Köln und mobile Ent-Taufung

Bild. IBKA

Am Freitag, 18. April 2014 lädt der IBKA NRW im siebten Jahr in Folge ab 18:00 Uhr zur ‘Religionsfreien Zone’ im Kölner Filmhaus.

IBKA

Das Grundgesetz sagt in Artikel 140/ Artikel 139 WRV: “Die staatlich anerkannten Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe … gesetzlich geschützt.”
Am Karfreitag besonders ist vor allem christliche Besinnlichkeit Pflicht. Das nordrheinwestfälische Feiertagsgesetz schützt bestimmte „stille“ Tage, die der christliche Glaube mit Trauer und Andacht verknüpft – besonders leidig für Menschen, die an rein gar nichts glauben. Auch ihnen sind am Karfreitag öffentliche Feiern außerhalb der eigenen Wohnung untersagt – selbst wenn solche Feiern die Andacht der Christen weder akustisch noch räumlich stören.

Der IBKA in NRW erklärt im siebten Jahr in Folge am Karfreitag das Kino des Kölner Filmhaus zur „Religionsfreien Zone“ und setzt so ein Zeichen gegen staatlich verordnete Trauer. Für alle, die sich auch an diesem Tag weder das vernunftgeleitete Denken noch den Heidenspass verbieten lassen!

Es werden zwei Filme gezeigt:

19:00 Uhr – Footloose

Ren McCormack zieht aus einer Metropole in die Kleinstadt Bomont im Mittelwesten Amerikas. Dort hat Reverend Moore Rockmusik und das Tanzen verbieten lassen.

21:30 Uhr – Die Nonne

Ein Plädoyer für ein unabhängiges und couragiertes Leben. Der Film basiert auf Denis Diderots Roman “La Réligieuse”, einem Klassiker der französischen Aufklärung.

Eintritt pro Film € 5,–
ermäßigt € 4,–
Double-Feature € 8,–
ermäßigt € 7,–
Eintritt zu den Info- und Büchertischen im Foyer frei!

Ort: Filmhauskino Köln, Maybachstraße 111, 50670 Köln

Neben Informationen über die Arbeit des IBKA wird die mobile Ent-Taufung angeboten, die sich seit 2008 eines regen Zuspruchs erfreut.
Interessierte können sich am Büchertisch des Alibri Verlages umsehen, des Aschaffenburger Forums für Utopie und Skepsis.

Veranstalter: IBKA NRW
Veranstaltungs-Flyer als PDF (162 KB) zum Downloadschwarzes Schaf

Weitere säkulare Aktionen am Karfreitag in NRW:

  • Der Düsseldorfer Aufklärungsdienst
    zeigt um 20:00 Uhr “Das Leben des Brian”
    Ort: Friedrichstraße 93, 40217 Düsseldorf
  • Die Initiative Religionsfrei im Revier trifft sich in Erinnerung an den angedrohten Bußgeldbescheid für die Vorführung des Films “Das Leben des Brian” im Sozialen Zentrum, Josephstr. 2, 44791 Bochum. Nähere Information über die Website von RiR.

 

Front National: Keine Ausnahmen für Muslime beim Schulkantinenessen

Marine Le Pen 2014, Bild: wikimedia.org

Marine Le Pen erteilt den gewählten Bürgermeistern ihrer Liste erste Anweisungen

Von Thomas PanyTELEPOLIS

An diesem Wochenende übernehmen die zehn gewählten Bürgermeister des Front National ihre Posten. Wie die Zeitung Libération berichtet, haben alle FN-Bürgermeister noch einmal ihr Wahlversprechen in Blogveröffentlichungen betont.

Mit einigem Pathos versprachen sie, in ihrem Amt “die legitime Revolte der Franzosen in Hoffnung zu übersetzen und Marine Le Pen auf lokaler Ebene zu repräsentieren, damit auch in Ihrer Stadt der neue Wind wehen kann”. Dieser richte sich besonders gegen den “communautarisme” und die “örtliche Günstlingswirtschaft“.

“Communautarisme“ läßt sich im Deutschen nicht deckungsgleich mit “Kommunitarismus” übersetzen. Der Begriff ist im rechten Milieu Frankreichs eine politischen Kampfvokabel, die vereinfacht gesagt eine “muslimische Parallelgesellschaft” im Visier hat.

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Petition abgelehnt: Gott bleibt im Grundgesetz

Bild: brightsblog

Bild: brightsblog

Der Deutsche Bundestag hat eine Petition des Sprechers der “Humanistischen Alternative Bodensee” (HABO), Dennis Riehle, abgelehnt, in der gefordert wurde, Art. 140 GG und die Präambel durch ein fachlich besetztes und unabhängiges Gremium auf seine Zeitgemäßheit hin zu überprüfen. Ein erster Teil der Eingabe war bereits durch den Petitionsausschuss zurückgewiesen worden.

Humanistischer Pressedienst – Jan Weber

In seiner Begründung verweist der Petitionsausschuss nun im Hinblick auf die zweite Fragestellung darauf, dass in einer Debatte über die Präambel des Grundgesetzes zu beachten sei, dass es sich bei der deutschen Verfassung schon um eine “säkulare Fassung” handele, allerdings mit einem expliziten Gottesbezug. Zwar sieht das Parlament durchaus Diskussionsbedarf über diesen “scheinbaren Gegensatz”, zumal der Verweis auf Gott in früheren Verfassungstexten nicht vorkomme. Allerdings lasse sich die Präambel des Grundgesetzes mit ihrem Gottesbezug auf einen Vorstoß der CDU im parlamentarischen Rat zurückführen. Dieser hatte mit einer großen Mehrheit eine “knapp gehaltene Gottesformel” beschlossen, um den “Unterschied zu einem absoluten Anspruch des totalitären Staates” zu unterstreichen.

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Der „humanistische“ Kampf gegen das Kreuz

Bladensburg Peace Cross, Bild: patheos.com

„In den USA wurde eine neue Form der Jagd auf Christen eingeläutet. Ohne Regeln, dafür aber systematisch und permanent, ideologisch, wild und diabolisch. Ohne Schonung. Sie läßt keinen Atem noch gibt es ein Entkommen“, so beschreibt die Voice oft the Persecuted ein neues antichristliches Phänomen in den USA.

Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Aktivisten der antichristlichen American Humanist Association erstatteten sogar gegen das Bladensburg Peace Cross Anzeige, ein Kreuz, das bereits 1925 errichtet wurde, ohne daß bisher jemand Anstoß daran genommen hätte.

Das Bladensburg Peace Cross erinnert an 49 Gefallene aus dem County Prince George im Staat Maryland. US-Soldaten, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind. Das Denkmal ist Ausdruck des amerikanischen Patriotismus, doch für die „Humanisten“ ist ihr Haß auf das Kreuz stärker als ihr Patriotismus.

Selbst Unfallkreuz ist „Humanisten“ unerträglich

Auf der gegenüberliegenden Westküste der USA, in Lake Elsinore in Kalifornien zeigte dieselbe Organisation ihre ganze Grausamkeit. Ohne Herz und ohne Mitleid zwangen sie eine Mutter, ein Kreuz am Straßenrand zu entfernen, das an den Unfalltod ihres Sohnes erinnerte, der an jener Stelle ums Leben gekommen war. Für die „Humanisten“ war der Anblick des Kreuzes so unerträglich, daß sie die Entfernung selbst dieses Kreuzes mit einem Gerichtsbeschluß erzwangen.

In Lake Elsinore verhinderte ein Richter die Errichtung eines Denkmals, das einen Soldaten zeigen sollte, der vor dem Grab eines gefallenen Kameraden kniet. Die befremdliche Begründung des richterlichen Verbots: weil das Projekt vorsah, daß das Grab durch ein Kreuz gekennzeichnet ist.

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Regensburg: Piraten-Stadträtin macht mobil: Kruzifix im Stadtrat abhängen?

Der Corpus von Gert H. Meier im Rathaus soll runter – fordern die Piraten. (Foto: Stadt)

Piraten-Stadträtin will konfessionelle Neutralität im Rathaus erzwingen

idowa

Die Stadträtin Ewa Tuora-Schwierskott (Piraten) will, dass das Kruzifix aus dem Sitzungssaal des Regensburger Rathauses entfernt wird. Im entsprechenden Antrag an den OB schreibt sie: “In Deutschland existiert eine von der Verfassung garantierte religiös-weltanschauliche Neutralität des Staates. Dies bedeutet, dass der Staat keine Religion oder Weltanschauung bevorzugen oder benachteiligen darf.”

Dies sieht Stadträtin Ewa Tuora-Schwierskott, wie auch die Piratenpartei, im Regensburger Stadtrat durch ein im Sitzungssaal aufgehängtes Kruzifix nicht gegeben.

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Adonis: “Religion ist antidemokratisch und antirevolutionär”

Ali Ahmad Said, “Adonis”, Bild: wikimedia.org

Der gebürtige Syrer Adonis gilt als bedeutendster Dichter der arabischen Welt. In Paris erzählt er von den Lehren des Arabischen Frühlings, dem Bürgerkrieg in seiner Heimat und der Macht der Worte.

Von Claas RelotiusDIE WELT

Das Café de Flore, ein holzvertäfeltes Eckcafé im vornehmen Pariser Bezirk Saint-Germain, genießt unter Pariser Intellektuellen und Künstlern eine lange und reiche Tradition. Jean-Paul Sartre traf hier einst Simone de Beauvoir. Auch Giacometti und Picasso waren regelmäßige Gäste. Es verwundert nicht, dass auch Adonis diesen Ort als Treffpunkt vorgeschlagen hat. Der heute meistgelesene und somit bedeutendste Dichter der arabischen Welt lebt seit fast drei Jahrzehnten im Exil in Paris, nennt die Stadt sein Zuhause. Adonis trägt Hut und Regenmantel, als er den Salon betritt. Klein von Gestalt, aber von einer umso größeren Aura umgeben, scheinen ihn die Gäste an den Tischen sofort zu erkennen. Zum Gespräch bestellt der 83-jährige zwei Gläser weißen Rum auf Eis. “Rum hält jung und den Geist lebendig”, sagt er. Wer Adonis erlebt, wer ihm in seine wachen Augen blickt, würde nicht widersprechen.

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