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Dodo Monat April 2013: Bayrischer Rundfunk-Redaktion Wissenschaft

Dodo des Monat April 2013

Dodo des Monat April 2013

brHomöopathie ist die sanfte Art der Heilung. “Schulmedizin” aggressiv, harte, nicht unbedingt wirksame Drogen, zweifelhafter Heilungserfolg zumal noch evidenzbasiert. Das will Mensch nicht, Mensch will glauben und so gläubig wie die Wissenschaftsredaktion des Bayrischen Rundfunks wird man nur im homöopathischen Vollrausch. Homöopathisches Petroleum könnte die Ursache sein. Diejenigen, die von der Gabe des homöopathischen Mittels Petroleum profitieren, neigen dazu sehr reizbar, ärgerlich und streitsüchtig zu sein. Sie können verwirrt sein und sich sogar in gewohnter Umgebung verlaufen. Manchmal empfinden sie eine Dualität in ihrer Persönlichkeit, was sich in dem eigenartigen Gefühl zeigt, sie seien “doppelt” oder in der Mitte geteilt. Fälle von Komasaufen sind noch nicht berichtet worden.
Der Homöopath übernimmt die Rolle des Priesters und Arztes, der Patient, welcher der aggressiven “Schulmedizin” so kritisch skeptisch gegenübersteht, lässt sich vom Allmachtglauben einlullen, Zuckerkügelchen tun nicht weh und im Zweifelsfall schaden sie nicht.
Geradezu dumm-dreist vermittelt die Redaktion in der Sendung den Eindruck, Homöopathie helfe, da sie auch in der Tiermedizin Erfolge vorweise. Über die Konditionierung des Verhaltens von Tieren denken die Herrschaften gar nicht nach. Wissen wird im Bayrischen Rundfunk außerordentlich verdünnt, hochpotenziert und natürlich geschüttelt eingesetzt.  Wissensvermittlung wird hier in C30 Verdünnungen produziert. Das Informationsbit der Sendung hat sich dann irgendwo im Sonnensystem befunden.

Der Moderator der Sendung, Gunnar Mergne, schwurbelt dann auch, bar jeder Vernunft:

“Wenn die HP eine Wirkung hat, dann ist sie mit naturwissenschaftlichen Gesetzen nicht zu erklären”[...]die Logik der Zahlen scheint übermächtig zu sein.“

Die Wissenschaftsbankrotteure des Bayrischen Rundfunks auf einer intellektuellen Schmalspurbahn. Beim Bayrischen Rundfunk hat das gute Tradition, am 22. Mai 1986 blendete sich der Bayerische Rundfunk für die Dauer der Ausstrahlung einer Folge der Kabarettsendung Scheibenwischer aus dem gemeinsamen Fernsehprogramm der ARD aus, nachdem sich Helmut Oeller, der Fernsehdirektor des BR, der an einigen Passagen des Manuskriptes Anstoß nahm, mit seiner Forderung nach Absetzung der Folge nicht hatte durchsetzen können. Diese Maßnahme rief bundesweite Proteste hervor.

Staatsnähe, CSU-Hörigkeit, Parteilichkeit, Wissensfeindlichkeit, man möchte den Machern des Senders ein freundliches saludos amigos zurufen. Im Rundfunkbeirat sind die Kirchen gut vertreten. Der Münchner Domdekan und sein evangelischer Kollege wachen darüber, dass der Bayerische Rundfunk seine Aufgaben gemäß dem Gesetz erfüllt. Seine Mitglieder sind verpflichtet, sich für die Interessen des Rundfunks und seines Publikums einzusetzen.

Ich meine, wenn Politiker ihre Familien-Clans im Parlament beschäftigen und so in die öffentlichen Töpfe greifen, warum sollte sich nicht die Homöopathen-Lobby in Bayern mal so eine kleine Sendung kaufen, wertneutral bezuschussen.

Niemand von den “Wissenschaftsredakteuren” kommt auf die Idee nachzufragen, wie denn die Grundlagen der Mikrobiologie, der Physiologie oder der Biochemie funktionieren, wenn Homöopathie funktionieren soll. Leben, wie wir es kennen, wäre schlicht unmöglich.

Kritik, skeptischen Meinungen wurden in der besagten Sendung überhaupt nicht dargestellt. Im Bayrischen Rundfunk wurde das Hohelied der Homöopathie gegrölt, Herbert Hackl, der Macher der Sendung, die letzte noch verbliebene Gehirnzelle beanspruchend beantwortet die Frage eines Kommentators der Sendung, warum nicht Edzard Ernst zu Worte gekommen ist:

Mit Herrn Ernst wollte ich nicht sprechen! Er wiederholt nur immer die gleichen Argumente und geht seinerseits nicht auf neuere Studien ein. Übrigens hat Herr Ernst früher selbst zu Homöopathie geforscht. Allerdings nach allgemeiner wissenschaftlicher Meinung methodisch ziemlich schlecht.

Das ist Idiotie(Punkt)

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

“Saludos Amigos!”

Mit diesen Worten begrüßte der damalige Ministerpräsident von Bayern, beim politischen Aschermittwoch der CSU in Passau, sein Auditorium. Max Streibl stolperte über seine privat-freundschaftlichen Beziehungen und musste zurücktreten. Das war 1993.

Mit christlich-sozialer Nächstenliebe, denke an dich und deine Nächsten, geh beichten, dann ist die Welt wieder in Ordnung, greift man ganz locker und frei von Scham in die Fleischtöpfe der Gesellschaft. Ob nun guttierte Promotionen, die kleinen und großen Jobs für die Ehefrau, Kinder, Kindeskinder, Urenkel, Freunde, Verwandte, Bekannte, christ-soziales Engagement ist schamlos.

Der Filz im bayrischen Landtag sagt sehr viel über die politische Kultur im blau-weißen Freistaat aus, Postengemauschel wie in einer Bananenrepublik. Politik als mediales Trägermittel der Bereicherung politischer Subjekte. Wer die Gesellschaft bescheißt hat Mitleid mit Steuerbetrügern, mit Gottes Segen.

Die zweite Reihe der Politik in Bavaria steht nicht besser da. Ran an die Fleischtöpfe und fressen was die erste Reihe an Resten übrig gelassen hat, es wird die SPD genauso treffen wie die Grünen. Eine Hand wäscht des anderen Fuß.

Politik ist dann Nebensache. Das schlechte öffentliche Meinungsbild über Politiker wird eh von Atheisten, Linken und Revoluzzern in die Welt gebracht.

Unmoral ist die Moral derer, die sich amüsieren.(A.Bierce) Christliche Moral, Nächstenliebe, haben einen ganz konkreten Stellenwert, der sich, ganz bayrisch natürlich, in Euro ausdrücken lässt. Mia san Mia. Aber klar doch, bis ans Ende aller Tage.

Wahl Dodo des Monats April 2013

Dodo des Monat April 2013

Dodo des Monat April 2013

Es scheint als ob Politik und Kirchenvertreter im Monat April darüber stritten, wer von ihnen den größten polit-religiösen Blödsinn von sich gibt. Hier eine Auswahl:
  1. Winfried Kretschmann, “Kirche soll sich stärker einmischen.”
  2. Bayrischer Rundfunk, “…und die homöopathischen Wissensfeinde.”
  3. Bundesarbeitsgericht, “…christliche Parallelwelten.”
  4. Holger Doetsch, “Der homosexuelle Friede mit der katholischen Kirche.”
  5. Siegfried Kauder, “Straftat Genitalverstümmelung.”
  6. Andreas Laun, “Himmeldumm und homophob.”
  7. Fa. Ströer, “ …Kundenbeschwerden bei Ströer.”
  8. Reinhard Marx, “Religiös motivierte Gewalt ist Blasphemie.”
  9. Joachim Meisner,”Roma sind in unsere Zivilisation nicht zu integrieren.”
  10. Präsidium CDU, “Wenn die Politik mit der Kirche ins Bett geht.”
  11. Joachim Herrmann, ” Innenminister mit Gottvertrauen.”
  12. Norbert Lammert, “Der liberale Staat braucht religiöse Begründungen.”
  13. Angela Merkel, “Zu Gast beim Homo-Heilern.”
  14. Julia Klöckner, “…das fehlende Kreuz im NSU-Gerichtssaal.”
  15. Reinhard Junker, “Wo Biologie mit der Bibel unterrichtet werden soll.”
  16. BAG Grüne ChristInnen, “ …auf Kifferjagd.”
  17. P€€r Steinbrück, “…will getrennten Schulsport für Muslime.”
  18. Christa Meves, “Schwule sind unnatürliche Konstrukte.”

Die Wahl ist bis zum 07.Mai 2013 18:00 befristet. Der Gewinner wird am 08. Mai in einer Laudatio, hier auf dem Blog, gewürdigt. Viel Spaß.

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Vom franziskanischen Geiz oder der neue katholische Pauperismus

euro_vatikanArmut verkauft sich gut. Ein Reicher der auf arm macht ist der Held des Tages. Armutsbekenntnisse sind noch besser, es sind Bekenntnisse ohne eindeutige Verpflichtungen. Armut ist in den Köpfen der Menschen mit konkreten Bildern verknüpft und so lassen sich Armut, in Verbindung mit Christus, besonders gut verkaufen.

Ein Bischof, der römische, der nicht in seine Wohnung ziehen will, weil sie ist zu groß, der schwarze statt rote Schuhe trägt, denen man die Leisten des Schuhmachers nicht so ansieht, dass ist die unsinnige, zu nichts verpflichtende neue Armut, römischer Pauperismus.
Wer Armut, wie die katholische Kirche an Äußerlichkeiten fest macht hat sie nicht begriffen. Armut ist systemimmanent. Die Bedingungen für Reichtum sind unabänderlich mit den Bedingungen für Armut verbunden. Wer Reichtum ermöglicht sagt ja zur Armut. Armut abschaffen heißt, Reichtum abzuschaffen. Nicht nur die relative Armut, wie sie in Deutschland anzutreffen ist, sondern auch die absolute Armut, wie wir sie z.B. in Indien finden. Das erfordert den Wechsel gesellschaftlicher Verhältnisse und nicht den des Schusters oder gar das Frönen einer altmännlichen Bockigkeit.

Wenn man den zusammen geraubten Reichtum der katholischen Kirche für die Bekämpfung von Armut einsetzen würde, wäre schon viel geholfen. Immobilien, Kunst, Wertpapiere, Edelmetalle, all das könnte man gut für die Allgemeinheit verwenden. Voraussetzung, der Wille ist da. Utopie, Illusion, die Pfaffen frönen viel lieber ihren altrömischen Splatter-Ritualen, als sich auch nur von ihrem wirklichen Reichtum zu trennen. Damit entpuppt sich der katholische Pauperismus der Neuzeit als das was er ist, eine Seifenblase an christlicher Illusionen.

Die absolutistische Monarchie, welch Verballhornung christlicher Ideale, muss sparen. Für die Vatikan-Angestellten gibt es keine Konklave-Sonderzahlung. Der Rücktritt und die Neuwahl eines Papstes belasten den Haushalt, besser wäre es gewesen, der Altpapst wäre zu seinem Schöpfer gegangen, nun muss die Kurie 2 Päpste am Kacken halten. Die solidarische Bedarfsgemeinschaft im Vatikan hat  völlig demokratisch, unter dem gewerkschaftlichen Mitbestimmungsrecht der Mitarbeiter, beschlossen auf die Sonderauszahlungen zu verzichten, das geschah in den Generalkongregationen vor dem Konklave. Franz hat zwischenzeitlich die Umwidmung der Auszahlung verfügt. Wie diktatorisch. Für die säkulare Welt bleibt festzuhalten, ein Papstwechsel ist kein Weihnachten, entsprechende Dotationen entfallen, bis auf weiteres. Vielleicht findet man ja in der Vatikan-Bank noch so ein kleines Mafia-Konto, was man abräumen kann, weil der Don das Zeitliche gesegnet hat.

In dem Sinne ein schönes Wochenende gewünscht.

Medizinethik und christliches Schamanentum

Matthäus 22:14

Viele sind berufen, aber nur wenige sind auserwählt.[...]Gehet ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis abführt; und ihrer sind viele, die darauf wandeln. Und die Pforte ist eng, und der Weg ist schmal, der zum Leben führt; und wenige sind ihrer, die ihn finden.

Die göttliche Selektion, die wenigsten Christen, so steht es in der Bibel, werden ins Paradies und ins ewige Leben kommen. Es wäre ja zu einfach. Christen könnten auf den Gedanken kommen, entsprechendes Bewusstsein vorausgesetzt, ich tu mir dieses irdische Jammertal nicht an, ich nehm die Abkürzung, mir das Leben und warte dann darauf, dass ich ins Paradies komme. Solches Denken entzieht den Pfaffen die Arbeitsgrundlage. Die Kirchen vermitteln ihren Gläubigen die Illusion, als wären sie diejenigen, die dafür Sorge tragen könnten, dass es der Christ ins Paradies schafft. Welch Blasphemie! Die Kirchen, ihre Pfaffen und Würdenträger können gar nichts, weltlich verwurzelt kann der gute Christ noch nicht einmal mit seinem Glauben die Grundlage seiner Ernährung sicherstellen. In den Kirchen selbst ist alles weltlich, es gibt nichts, was es in der säkularen Welt nicht auch gibt. Sex, Crime and Rock ‘n Roll. Die Kirche der Reichen ist nicht die Kirche der Armen. Entsprechendes Kapital vorausgesetzt und  Spendenwilligkeit, gibt es auch mal den Dispens zur  Sterbehilfe. Dem ach so Gesegneten wird die Ganzkörperhaftigkeit im Jenseits versprochen. Schönes Geschäft. Im Jenseits versagt sogar die Stiftung Warentest. Konsumenten-Informationen= Null.

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Kirche muss sich auf dem spirituellen Markt bewähren

Bild: sein.de

Papst Franziskus hat erste Zeichen und Worte gesetzt. Ein überzeugender Stil der Volksnähe und der einfachen Seelsorge zeichnet sich ab. Kritiker und Historiker haben erste Blicke in seine Vergangenheit geworfen. Eine politisch taktierende Persönlichkeit kommt zum Vorschein, die nicht leicht einzuordnen ist.

Christian Rutishauser, Provinzial der Schweizer Jesuiten – Neue Zürcher Zeitung

Als Papst ist Bergoglio Seelsorger und Politiker zugleich. Das Erbe des Konzils – pastoral, wie es sein wollte – wird er mit einem Sinn für die Grundwerte des Evangeliums vertreten. Das Wohl der Menschen liegt ihm am Herzen, daran besteht kein Zweifel. Damit unterläuft er den dogmatischen Streit ums Konzil, den sein Vorgänger hinterlassen hat. Sichtbar verlegen stehen denn nun auch jene Kreise da, die mit dem vorkonziliaren, neo-scholastisch-tridentinischen Katholizismus geliebäugelt haben. Und gespannt warten Beobachter, wie Franziskus das Staatssekretariat besetzen wird, kommt sein politisch-strategisches Handeln dabei doch besonders zum Ausdruck.

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Wahl Dodo des Monats März 2013

Dodo des Monat Februar 2013

Dodo des Monat Februar 2013

Die Zumutungen des Monats März, im religiösen Sinne, waren für säkulare, ungläubige Geister besonders hart. Die Impertinenz religiöser, insbesonderer katholischer Medieninhalte war bedrückend. Hier nun einige der bedeutensten religiotischen Leistungen der vergangenen vier Wochen:

  1. Wolfgang Huber, “Huber kritisiert Gegner des Tanzverbots an Karfreitag.”
  2. Joachim Meisner, “Dodo-Meisner im österlichen Selbstmitleid.”
  3. ZDF, “Zentrales Deutsches Kirchenfernsehen.”
  4. Robert Zollitsch, “Kein weiter so, wie bisher – natürlich nicht für seine Kirche.”
  5. Thomas Nonte, “Gott hat Freude am Sport und etwas Doping?
  6. Deutsche Evangelische Allianz, “Evangelikale laufen Sturm gegen Grüne.”
  7. Brigitte Hahn, “Expertin der Katholen-Sekte warnt vor Satanisten-Sekte.”
  8. Aiman Mazyek, “...über religiöse und atheistische Fundamentalisten.”
  9. Alois Glück, “Deutsche Katholiken protestieren gegen Papst-Artikel “Alter Sack” in der “taz”.”
  10. Landtag Brandenburg, “Theologen-Ausbildung für das “Fliegende Spaghetti-Monster” demnächst in Brandenburg.”
  11. Ilse Aigner, “Linke und Grüne kritisieren Kruzifix im Bundesverbraucherministerium.
  12. Thomas Söding, “Weil die Bibel existiert muss Jesus gelebt haben!.”
  13. Katherina Reiche, “Volladoptionsrecht: „Sie verhalten sich da verfassungswidrig”.”
  14. Horst Seehofer, “(Hete) und katholische Treue in der Ehe.”

Die Wahl ist bis zum 07. April 18:00 Uhr befristet. Mehrfachauswahl ist möglich. Der Gewinner wird am 08. April 2013, hier auf dem Blog, in einer Laudatio gewürdigt.

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Ich bin Papst – holt mich hier raus

franz_1Seit Wochen ist die katholisch-mediale Umweltverschmutzung Thema Nummer 1. Fernsehen, Zeitungen, Rundfunk und Internet. Es gibt nur ein Thema, Papstrücktritt und die Wahl des Nachfolgers. Nun hat man den Nachfolger und das Halleluja-Geschrei der Medien steigert sich in Höhen eines Koloratur-Soprans. Aus Benny wurde Franz. Nichts ändert sich, zumindest in den Medien.

Das ZDF entpuppt sich einmal mehr als der bekannte Kirchenkanal, mit Kirche ist hier natürlich die katholische gemeint. Die Protestanten versinken im Orkus der Nichtachtung. Auffallend am medialen Getöse ist der kritiklose Jubel. Kein Wort zu den Opfern sexuellen Missbrauchs, der Ungleichbehandlung von Frauen. Die Medien, allen voran die öffentlich-rechtlichen wollen mit aller Macht die Glaubwürdigkeit des römisch-katholischen Papsttums wieder herstellen. Kein Wort der Entschuldigung für die den Opfern sexueller Gewalt zugefügten psychischen und physischen Schäden. Kein Wort zu den Kooperationen der RKK mit den Gewaltkulturen weltweit. Stattdessen ein Papst der für die Armen da sein will, der eine arme Kirche ins Auge fasst. Geradezu lächerlich. Franz von Assisi hat bei aller moralischen Wertschätzung seiner Leistungen nichts bewirkt. Die Welt blieb ungerecht, die Armen arm, die Missbrauchten missbraucht. Unvorstellbar der Gedanke, dass sich die RKK von den über Jahrhunderte zusammen geraubten Reichtümern trennen will, eventuell Immobilien verkaufen? Stattdessen berauscht man sich an Belanglosigkeiten, ein Papst der sein Hotelzimmer bezahlt und seinen Leibwächtern abhaut, ein Vizegott, der sich nicht ans Protokoll hält und statt dessen mit Journalisten plaudert und einen Hund, Begleiter eines blinden Journalisten, streichelt. Sind die Hundeflöhe jetzt selig oder gar schon heilig? Beeindruckend wäre gewesen, wenn der Papst sich dem blinden Journalisten zugewandt hätte und ihm, ganz Zeichen vizegöttlicher Macht zu neuem Augenlicht verholfen hätte. Das wäre ein Zeichen gewesen, schaut her, ungläubiges, den Teufel anbetendes Volk, Zweifler, Nörgler und Blasphemiker, wir, Papst von Gottes Gnaden, können es noch. Wir machen Kranke gesund und geben den Armen dieser Welt zu essen. Aber so, da passiert ja beim Dalai Lama mehr.

Auffallend auch die Tatsache, wie sich die politischen Handlanger um die Befriedung des moralischen Korrektivs römisch-katholische Kirche bemühen. Archaische Strukturen, die nichts mit Demokratie zu tun haben, werden hofiert. Beeindruckt vom römischen Hofstaat wird sich der eine oder andere Politiker noch an die Zeiten erinnern, als man schalten und walten konnte, wie man wollte, der Pöbel hatte es zu fressen.

Und sollte sich dieser Papst den Domestizierungs-Bemühungen der Kurie dauerhaft widersetzen wollen, wird dafür gesorgt werden, dass er ganz schnell seinem Schöpfer vors Ansgesicht tritt. Er wäre nicht der erste.

Gerhard Ludwig Müller: Dodo des Monats Februar 2013

Dodo des Monat Februar 2013

Dodo des Monat Februar 2013

In der Geschichte der Stadt Berlin gab es einen Vorfall, bei dem die erbosten Bürger der Stadt, katholisch, ihren Bischof erschlagen haben. Über 20 Jahre wurde in Berlin geboren, geheiratet und gestorben ohne den Segen der katholische Kirche. Es ging.

Ein Pogrom? Nein, Volkes Zorn entlud sich in einer spontanen Reaktion, der Apostel der Stadt wurde, ohne Eingreifen des Allmächtigen, einfach erschlagen.

Was ist ein Pogrom? Das Wort selbst entstammt der russischen Sprache. Im zaristischen Russland wurde es verwendet, wenn man von Judenverfolgungen sprach; heute im allgemeinen für Ausschreitungen gegen religiöse, nationale und rassische Minderheiten. Pogrome sind meistens mit Plünderungen verbunden und wurden in der Regel vom Staat toleriert. Es gab Hexenpogrome, na Herr Präfekt, dämmert da etwas auf im Oberstübchen, es gab Pogrome gegen Homosexuelle usw. und so fort. Die schlimmste Pogrome waren jene die unter dem gesetzlichen Deckmantel der Nürnberger Gesetze gegen Juden in Deutschland begangen wurden.

Gerhard Ludwig Müller:

“Gezielte Diskreditierungs-Kampagnen gegen die katholische Kirche in Nordamerika und auch bei uns in Europa haben erreicht, dass Geistliche in manchen Bereichen schon jetzt ganz öffentlich angepöbelt werden. Hier wächst eine künstlich erzeugte Wut, die gelegentlich schon heute an eine Pogromstimmung erinnert.”

Kognitive Dissonanzen? Verlust der Wahrnehmung der Realität? Nein, ganz bewusste Klitterung von Geschichte und aktuellen Ereignissen. Tausende von Missbrauchsfällen, Verschleierung, Vertuschung, Rechtsbeugung durch die römische-katholische Kirche, respektive durch Täter und Mitwisser, Priester, Bischöfe, Kardinäle und Päpste. Alle haben geschwiegen. Wohl wissend, dass die Institution Kirche moralisch-ethisch völlig versagt hat. Bigott allein die Tatsache, dass sich die RKK in den säkularen Gemeinwesen unserer Gesellschaft selbst als moralisches Korrektiv sieht. Göttlich will man sein, den Weg zu Gott ebnen und begleiten, mit dem Himmelsgeist auf Du und Du. Das ging ja nun ungöttlich und profan völlig in die Hose.

Ist es nicht erstaunlich, dass die tausenden Opfer von sexuellem Missbrauch, Gewalt, durch katholische Priester, sich so ruhig verhalten. Wäre es nicht menschlich verständlich, wenn es zu Tätlichkeiten gegen geistliche Würdenträger gekommen wäre? Aber ja doch, vernichtete Jugend, Existenzen, Lebenswege, zerstörtes Urvertrauen und die Erkenntnis, Gott lässt das alles zu. Bigott und frech, wenn sich dann ein Papst hinstellt und für die Opfer betet, er hätte rechtzeitig für die Verhinderung solcher Verbrechen sorgen sollen und nicht die Zeit der Opfer mit sinnlosen Gebeten verschwenden.

Herr Müller nun, Präfekt der Glaubenskongregationen unterliegt der Diktatur des Relativismus umfänglich. Angepöbelte Priester, na und, da müssen die Pfaffensäcke durch. Übelst ist die Relativierung von Pogromen durch Müller selbst. Dieser willkürliche Vergleich mit den Opfern des Holocaust, diese Banalisierung von Opfern wirklicher Pogrome. Müller will seine Kirche in den Opferstatus bringen, er will etwas abhaben von der Achtung und dem Respekt den man den Opfern zeitgenössischer Gewalt entgegenbringt. Er verhöhnt die Opfer kirchlicher Gewalt, in dem er die Kirche selbst als Opfer sehen will.

Und dann wettert er weiter,

In Blogs und “auch im Fernsehen” würden “Attacken gegen die katholische Kirche geritten, deren Rüstzeug zurückgeht auf den Kampf der totalitären Ideologien gegen das Christentum.”

Die totalitäre Ideologie des Katholizismus beschimpft, in der Person Müller, all jene, die sich kritisch mit der Institution Kirche auseinandersetzen. Dem Reinen ist alles rein, den Schweinen alles schwein. Das ist als wenn der Dieb ruft, haltet den Dieb und die Meute sich auf einen Unschuldigen stürzt.

Euch Pfaffen gehört ein paar auf die Pfoten, dafür sind die Blogs, weltanschaulichen Gemeinschaften mit ihren Netzwerken da. Die Zeiten, wo die RKK schalten und walten konnte, nach Gutdünken sind vorbei und sie kommen nie wieder. Vielleicht erhört ER ja eurer Flehen.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo Nr. 3.

Nachruf: Am Kreuz wird gestorben, nicht abgestiegen

RatzingerJoseph Ratzinger wird kein Kontrastprogramm zum medialen Jugendwahn liefern. Der seit 2005 amtierende Papst ist zurückgetreten und wird in den Abendstunden des letzten Februartages 2013 in der Versenkung verschwinden. Bilder von einem kränkelnden Papst, der sabbernd und zitternd durchs Kirchengestühl geschoben werden muss, wird es von ihm nicht geben. Die Vizegötter, selbsternannt, auf Erden können die Gebrechen des Alters nicht wegbeten. Das wandelnde Theodizee-Problem Johannes Paul II. wird sich so schnell nicht wiederholen. Gut so.

Genaugenommen ist es mir als Ungläubigen egal, wer auf dem heiligen Stühlchen im Vatikan sitzt und meint die Geschicke von rund 1,2 Milliarden gläubigen Menschen regeln zu können. Die letzten Tage jedoch waren schon fast erbrechend voll von Informationen, den scheidenden Papst betreffend. Was uns nicht alles mitgeteilt wird, minutiös erfahren wird die Tagesplanung. Ganz wie bei einem zum Tode verurteilten Verbrecher. Die letzte Mahlzeit als Papst, das Abziehen der Schweizer Garde, das Zerstören des Ringes, Namen, Schall und Rauch, fehlen noch Angaben darüber wann sich der zurückgetretene Apostel die Beißerchen putzt.

Joseph Ratzinger, emeritierter Papst, Pontifex, was auch immer, ist uns in den letzten zwei Wochen als lebender Untoter erschienen. De mortius nil nisi bene, nimmt man die Schlagzeilen der Medien als Richtschnur. Jeden Tag ein neuer Nachruf und jeden Tag neue Verbalinjurien über die Liebe Gottes.

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Gut, dass dieser Papst endlich weg ist: Noch schlimmer als erwartet

Ines Pohl ist Chefredakteurin der taz und gebürtige Katholikin. Foto: Anja Weber

Gut, dass dieser Papst weg ist. Denn nichts ist gut. Nicht im Staate Vatikan und schon gar nicht im Rest der Weltkirche. Papst Benedikt XVI. ist es in seinem fast achtjährigen Pontifikat gelungen, die Befürchtungen sogar zu übertreffen.

Von Ines Pohltaz

An der Aufarbeitung der zahllosen sexuellen Gewaltverbrechen innerhalb seiner eigenen Institution zeigte der von Menschenhand gewählte Stellvertreter Gottes so wenig Interesse wie an einer Auseinandersetzung mit der faschistoiden Organisiation Opus Dei. Ob beim Thema Frauen, Homosexuelle, Aids und Vergewaltigung, also beim Thema Menschenrechte: reaktionärer als dieser Papst kann man sich kaum äußern. Auch der Besuch des Katholischen Kirchenoberhauptes in Luthers Heimat zementiert die Kirchenspaltung und brachte keinerlei Annäherung der beiden großen Christlichen Kirchen.

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Wahl Dodo des Monats Januar 2013

Dodo des Monat Januar 2013

Dodo des Monat Januar 2013

Die Kandidaten, für die Wahl zum Dodo des Monats, sind nachfolgend gelistet:

  1. Hans-Peter Friedrich, “Staat braucht positive Kraft der Religion.”
  2. Peter Gauweiler, “Nicht der Euro, sondern das Kreuz vereint das Abendland.”
  3. Michael Herbst, “Jesus passt in jedes Milieu.”
  4. BKK-IHV, “Religiösen Fundamentalismus von Pro-Life finanziert.”
  5. Angela Merkel, “BuKa Merkel bejubelt evangelikale Homo-Heiler.”
  6. Heinz Buschkowsky, “…Religions-Bullshistic-christlich-jüdische Tradition.”
  7. St.Vinzenz-Krankenhaus Köln, “Kirche im Mittelalter.”
  8. Deutsche Bischofskonferenz, “Katholische Wahrheit: Lügen, tricksen, verschleiern, bescheißen.”
  9. Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, “Keine Zusammenarbeit mit Humanisten...”
  10. Reinhard Marx, “ …dilettiert über aggressiven Atheismus – Blödsinn vom Feinsten.”

Die Wahl ist bis zum 07. Februar 2013, 18:00 befristet. Der Gewinner wird am 08.Februar 2013, mit einer Laudatio, hier auf dem Blog, gewürdigt. Mehrfachauswahl ist möglich.

Viel Spaß!

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Freie Anthroposophen und rechtspopulistischer Geschichtsrevisionismus

Freie Anthroposophen, Screenshot brightsblog

Freie Anthroposophen, Screenshot brightsblog

Die Freie Anthroposophische Vereinigung Pforzheim hat für das kommende Wochenende im Rahmen einer Veranstaltung den umstrittenen Historiker Stefan Scheil eingeladen.

Auf der Webseite der Freien Anthroposophischen Vereinigung lesen wir

Die Freie Anthroposophische Vereinigung wurde am 24. April 1988 gegründet. Die Gründungsmitglieder waren von der Anschauung durchdrungen, dass die gegenwärtige Zivilisation die Pflege und Fortentwicklung der Geisteswissenschaft Rudolf Steiners dringender denn je benötigt. Sie fühlen sich mitverantwortlich für die Gestaltung der Zeitereignisse. Die Freie Anthroposophische Vereinigung erforscht die spirituellen Hintergründe gegenwärtiger menscheitsfeindlicher Zivilisationszüge. Sie stellt sich die Aufgabe, die kulturerneuernden Kräfte der Geisteswissenschaft Rudolf Steiners zur Wirksamkeit zu bringen, ausgehend von der Tatsache, dass sie die wissenschaftliche Grundlage für eine Erweiterung der Erkenntnis auf allen Lebensgebieten bildet…

Ganz dem Werke Rudolf Steiners verpflichtet, akzeptiert man im Stillen auch seinen Rassismus. Mit dem Historiker Stefan Scheil formt man sich den kruden Geschichtsrevisionismus.

Rudolf Steiner(Über das Wesen des Christentums (GA 349), S. 52)

“Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse.”

Das passt zur Apologetik der Kriegspolitik Adolf Hitlers, welche durch den Historiker Scheil vertreten wird. In Pforzheim will Scheil „nur“ über den transatlantischen Elitenwechsel zwischen USA und Deutschland sprechen, aber die Kriegsschuldfrage Deutschlands, Hitler habe den Krieg gegen die Sowjetunion präventiv führen müssen, da es sonst angegriffen worde wäre, dürfte bei den Eliten eine Rolle spielen. Scheil nahm wiederholt an Veranstaltungen teil, die auch von Rechtsextremisten ausgerichtet werden. Er war neben Gerd Schultze-Rhonhof und Walter Post Hauptreferent auf der Tagung Wollte Hitler den Krieg? vom 6. Mai 2006, die die Herausgeber der geschichtsrevisionistischen Zeitschriften „Deutsche Geschichte – Europa und die Welt“ (Druffel & Vowinckel-Verlag) und „Deutschland in Geschichte und Gegenwart“ (Grabert Verlag) organisiert hatten. Spätestens seit 2002 schreibt er häufig Beiträge für die Wochenzeitung „Junge Freiheit“,auch die Zeitschrift „Sezession“ des Instituts für Staatspolitik führt ihn seit 2009 als regelmäßigen Mitarbeiter. Beide Blätter werden der “Neuen Rechten” zugeordnet.

Da braucht man sich dann über den elitären Gedanken des Steinerschen Rassismus keine Gedanken mehr zu machen, dass passt.

Rudolf Steiner(Über das Wesen des Christentums (GA 349), S. 53)

“Die Negerrasse gehört nicht zu Europa, und es ist natürlich ein Unfug, dass sie jetzt in Europa eine so große Rolle spielt.”

Solch brutalen Thesen, gepaart mit Geschichtsrevisionismus kann man getrost als das benennen was es ist, Faschismus.

Eichstätt: Handgreiflicher Kulturkampf

“Gruß vom Schläger-Priester”: Auch seinen Gipsarm nutzt Wolfgang Sellinger für seine Botschaften. – Foto: Knopp

Seit Wochen schon führt der Eichstätter Geschäftsmann Wolfgang Sellinger eine Privatkampagne gegen die “Verderbtheit” der katholischen Kirche, nun ist es zum Eklat gekommen. Ein Pfarrer soll Sellinger vor der Schutzengelkirche geschlagen haben, als dieser wieder, mit zwei Schildern behängt, demonstrierte. Das Resultat: ein Gipsarm, eine kaputte teure Armbanduhr und eine Anzeige wegen Körperverletzung.

donaukurier.de

Sellinger ist in der Bischofsstadt bekannt – und gefürchtet – für seine Aktionen: “Opfer” ähnlicher Kampagnen waren bereits eine örtliche Bank, der Gewerbeverein Pro Eichstätt oder ein Autohändler, weil die Farbe des Lenkrads im neuen Audi nicht die gewünschte war. Seit einiger Zeit und vor allem seit der Mixa-Affäre hat der als nicht unvermögend geltende Geschäftsmann und Immobilienbesitzer die katholische Kirche im Visier: Sein früheres Sonnenstudio fungiert jetzt als “Kirchenaustrittsbüro”.

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Homo-Ehe oder warum Männer Babys stillen könnten

Erzbischof Salvatore Cordileone, San Francisco Bild: thinkprogress LGBT.

Kircheninformationen, die so tagtäglich durch Netz schwirren bringen unglaubliche Inhalte zu tage. Manchmal zweifelt der eigene Verstand, ob der wahnwitzigen Neuigkeiten aus dem Parallel-Universum des Christentums.

Feststellbar ist, die evangelische Kirche produziert weniger religiösen Müll. Ist durchdachter und näher an der Vernunft und Realität. Bei den evangelikalen Fundis fängt dann schon die  Retardierung der Vernunft an, die sich dann auch schon mal im evangelikalen Rassismus manifestiert. Ganz schlimm wird es bei der katholischen Kirche, je höher stehend, in der Hierarchie, bringen die Nachfolger der Apostel Argumente, die an der intellektuellen Evolution des Menschen  zweifeln lassen. Da fragt man sich, spricht hier der letzte Affe oder der erste Mensch?

Allen gemeinsam ist die schon fast antagonistische Abneigung der Homosexualität. Schwule, Lesben, Bisexuelle bringen die perfekte Schöpfung des Herrn durcheinander. Sie sind der wandelnde Beweis des göttlichen Pfuschs.

Salvatore Cordileone, Erzbischof von San Francisco ist nun ein ganz besonderes Exemplar des evolutionären Verlustes von Vernunft. Für sich selbst beansprucht er der Urheber des Volksentscheids zur Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in den Vereinigten Staaten(Proposition 8) zu sein. Um es kurz zu sagen, er ist ein verbissener, inhumaner, reaktionärer Vertreter seiner Apostel-Zunft. Als Erzbischof von San Francisco betet er in einer Stadt, die wegen ihrer Schwulen-Kultur schon mal “Gay-City” genannt wird. Es gibt wohl kaum eine Stadt in unserer Welt die so sehr von der Homosexualität geprägt ist wie Frisco. Sexuelle Vielfalt, Kultur und identische Lebensformen existieren hier. Diskriminierung erfährt man, wenn man sich mit den religiösen Spinnern abgeben muss. Die Schlimmsten sind die Katholen. Jene Hierarchie von Männern, die die Welt glauben lassen wollen, dass sie im Zölibat leben, eigene homosexuelle Neigungen unterdrückt, oder sie eben an Minderjährigen, mangels Sexualpartner, austobt. Männer die sich anmaßen über Sexualität den Stab zu brechen, keine Ahnung haben, inkompetent sind und von einer verlotterten Moral die jedem Menschen den Angstschweiß auf die Stirn treiben sollte.
Ein neuer Höhepunkt religiöser Idiotie wurde durch Cordileone erklommen:

Salvatore Cordileone:

Wer gleichgeschlechtliche Ehen legalisiert, sollte auch das Stillen durch Männer legalisieren.

Ein saudummer Vergleich. Dabei übersieht der Schwarzkittel eine Tatsache. Es gibt Männer, die soweit Frau sind, dass sie Stillen können(Transgender), die Anzahl derer, die dazu in der Lage sind, dürfte nicht allzu groß sein, aber es gibt sie.

Es bleibt zu sagen, religiöse Idiotie, wie von Cordileone gezeigt, ist ihrem Wortsinn entsprechend unvernünftig, eine schwere Minderung der Intelligenz und somit eine geistige Behinderung. Besonderes schwere Fälle sollten stationär behandelt werden, in jeder Hinsicht sollte sich aber niemand von Behinderten seine sexuelle Identität vorschreiben lassen.

Bild

BMI Friedrich kämpft für ein christliches Europa – Bullshistic

friedrich_christl_europa

Erpresst Scientology Travolta mit Schwulen-Outing?

Foto: Facebook/Ausschnitt Kronenzeitung

Foto: Facebook/Ausschnitt Kronenzeitung

Ein weiterer Auszug aus dem Lawrence Wright-Buch, diesmal der Boulevard: „Travolta in Sektenhölle gefangen wegen Homosexualität? – Angst vor Outing?“

Blog gegen Scientology

Die österreichische Kronenzeitung brachte in ihrer heutigen Printausgabe folgenden Artikel, der vieles um John Travolta und seiner Mitgliedschaft in Scientology erklärt und der sich auf das Buch Going Clear von Lawrence Wright bezieht:

„Musste John Travolta tatsächlich gegen seinen Willen Mitglied der ‚Church of Scientology‘ bleiben? Laut dem Enthüllungsbuch Going Clear: Scientology, Hollywood & the Prison of Belief von Autor Lawrence Wright trug es sich genauso zu. John war bereits Anfang der 80er-Jahre von der Sekte desillusioniert gewesen und wollte austreten. Doch der Star wurde massiv unter Druck gesetzt, beschreibt der Autor die ausweglose Situation: ‚Travolta hatte Angst, dass Scientology ihn als schwul outet.‘

In einer sogenannten ‚Auditing‘-Sitzung enthüllte der damals prominenteste Scientologe seine Homosexualität und wollte danach die Sekte verlassen und seinen Lover heiraten. Er verwarf die Idee aber nach kurzer Zeit. Travolta heirate 1991 Kelly Preston und ist noch immer Mitglied.“

Bernard Fellay(Pius): “Juden sind die Feinde der Kirche”

Bernard Fellay, Bischof der Pius-Bruderschaft. Bild: tacheles, das Jüdische Wochenmagazin

Während sich in Deutschland seit Tagen die Medien um den “Antisemitismus” des Herrn Augstein echauffieren, hat der Leiter der Pius-Bruderschaft, Bischof Bernard Fellay “die Juden als die Feinde der Kirche” definiert. Stattgefunden hat das ganze bereits am 28. Dezember 2012, in einem Interview mit einer kanadischen Rundfunk-Station. Antisemitische Intentionen seiner Aussage lehnt der Traditions-Kasper der Katholiken ab.

Es ist das alte Klagelied der Katholiken, “die Juden sind Gottesmörder, ist doch auf deren Veranlassung Jesus Christus zum Tode durch Kreuzigung verurteilt worden.

1500 Jahre Antisemitismus gipfelten in Auschwitz und vielen anderen Vernichtungslagern der Nazis. Der selbsternannte Vollstrecker göttlichen Willens, Adolf Hitler ist bis heute bei den Katholen wohl gelitten. Die Auseinandersetzung der Protestanten, mit dem Antisemitismus eines Martin Luther, wird halbherzig oder gar nicht geführt.

Fellay geht weiter in der Benennung der Feinde der Kirche, zu den Juden gesellen sich die Freimaurer und Modernisten. In dem jüdische “Führer” das Zweite Vatikanische Konzil unterstützen, lassen sie erkennen, dass das Konzil eben eine Sache der Juden sei und nicht der katholischen Kirche. So ist das Konzil ja letztlich auch die Ursache für die Gründung der reaktionären und Demokratie-feindlichen Bruderschaft St. Pius. An den Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils seien Juden schuld, betonen Vertreter der Bruderschaft.

Der Antisemitismus der Bruderschaft hat eine kontinuierliche Tradition. Der Gründer, Erzbischof Marcel Lefebvre, erkannte die Juden, Kommunisten und Freimaurer als die Feinde des Glaubens. Richard Williamson leugnete schlicht die Ermordung von Millionen Juden während der Nazizeit. Nach seinen Aussagen seien höchstens 200.000 bis 300.000 Juden ermordet wurden.

Wer schweigt stimmt anscheinend zu. Und der Vatikan schweigt zu den Äußerungen des Traditionalisten-Bischofs. Hat man doch einst über die Rattenlinien, gemeinsam mit dem Roten Kreuz, anerkannte Nazis, Mörder und Gewaltverbrecher gedeckt nach Südamerika bringen lassen. Mit Humanismus hat das alles nicht zu tun. Antikommunismus, Antisemitismus sind der Klebstoff der die katholischen Gottesknechte zusammenhält.

Vielleicht überarbeitet das Simon-Wiesenthal-Center seine Antisemitismus-Liste ja noch einmal und setzt den Papst, nebst seiner obskuren Organisation auf Platz 1 der Liste.

Merkels Neujahrs-Bullshistic

Bild: bundesregierung.de

Bild: bundesregierung.de

Die Neujahrsbotschaft der Kanzlerin hatte es in sich, oder sollte man besser sagen der Bundespredigerin? Da sitzt sie vor der Kamera und grinst, als wenn sie gerade den Dalai Lama gefressen hat.

Inhaltlich klingt ihre Rede wie die Aneinanderreihung von Sprüchen aus chinesischen Glückskeksen. Verbindlich wie das Wort zum Sonntag. Grundtenor der Ansprache, der Glaube. Erinnert man sich, dass Merkel ja von der CDU kommt, der Glaube also die oberste Prämisse politischen Handelns ist, erscheint plötzlich Sinn im Gerede. Wir können von Glück sagen, dass sie nicht die katholische Liturgie beherrscht. So redet Merkel wie eine evangelische Pfarrerin, die ihre Religion zum Nutzen politischer Macht missbraucht. Nach dem göttlichen Rührstück, Merkelscher Prägung, dürften etliche zum Taschentuch gegriffen haben.

Merkel will die Probleme der Gesellschaft “mit Gottes Hilfe” lösen. Forschung und Bildung sollen Arbeitsplätze sichern, warum, erläutert sie nicht. Gottvertrauen sieht anders aus und hört sich anders an. Die Ungläubigen, die sich ihrer Syntax von der Hilfe Gottes verweigern, werden schon mal politisch ausgegrenzt. Mit einem Satz zerstört sie die staatliche Neutralität der religiösen Balance. Wahrlich, religiöse Idiotie feiert fröhlich Urständ in Deutschland.

Jüdischer Zentralrat kündigt neue Qualitätsstandards bei Beschneidung an

bundestag_zirkumzisionNachdem der Deutsche Bundestag die Universalität der Menschenrechte auf dem Altar der Religionen geopfert hat, genau am 12.12.2012, kündigt nun Generalsekretär Stephan Kramer vom Zentralrat der Juden in Deutschland neue Qualitätsstandards bei Beschneidungen von Jungen an.

Inwieweit der Zentralrat religiöse Weisungsbefugnisse oder Kompetenzen hat, wäre extra zu Hinterfragen.
Von Januar 2013 an soll eine zertifizierte Zusatzausbildung für jüdische Beschneider angeboten werden. Ob sich rituelle Beschneider daran halten bleibt abzuwarten. Die Brit Mila selbst wird in Gen 17,10–14 wie folgt beschrieben:

„Das ist mein Bund zwischen mir und euch samt deinen Nachkommen, den ihr halten sollt: Alles, was männlich ist unter euch, muss beschnitten werden. Am Fleisch eurer Vorhaut müsst ihr euch beschneiden lassen […] Alle männlichen Kinder bei euch müssen, sobald sie acht Tage alt sind, beschnitten werden.“

Das ist das geoffenbarte Wort Gottes, für orthodoxe Juden zählt das und nichts anderes. Die Brit Mila ist eines der 248 Gebote der Mitzwot, den 613 einzelnen Pflichten des Judentums. Bibelfundamentalismus und nichts anderes. 200 Jahre nach der Haskala sanktioniert das deutsche Parlament voraufklärerische Rituale.

Es geht nicht um Qualität, es geht um das Recht auf körperliche Unversehrtheit, welches deutsche Politik ganz in die Hände der erziehungsberechtigten Eltern legt. Glück ist, dass bisher bei der christlichen Taufe noch kein Täufling ersoffen ist. Man ahnt, schränkt man jüdische Rituale ein, sind als nächstes die christlichen Rituale, deren Rechtsstatus hinterfragt würde, an der Reihe. Die Zustimmung zur Beschneidung ist politisch und juristisch betrachtet das kleinere Übel.

«Wir sind es der Gesellschaft und auch uns selbst schuldig, die Diskussion mit den Kritikern zu führen», sagte Kramer. Er hoffe, dass «wir dann irgendwann einen Status quo erreichen, mit dem wir nicht nur alle leben können, sondern der uns höchstmögliche Qualitätsstandards sichert».

Da Kramer seinerzeit von einem konstitutiven Recht auf Beschneidung sprach, ist sein Diskussionangebot pure Heuchelei zu nennen. Da gibt es eben nichts mehr zu diskutieren. Solange Religionsgemeinschaften archaische Riten praktizieren, sind diese zu kritisieren. Und zwar solange, bis der Wille zur Veränderung von den Religionsgemeinschaften selbst ausgeht. Ob nun Beschneidung im Judentum oder Islam, es betrifft wehrlose Kinder, deren Widerspruch nicht gehört werden kann.
Und ich bezweifle dass der Zentralrat der Juden in Deutschland für die Sephardim und Chassidim sprechen kann. Das ist ungefähr so, als wenn der Papst in Rom Bischöfe der evangelischen Kirchen benennen und einsetzen würde.

Ich denke, dass ich das folgende Zitat nicht weiter zu kommentieren habe.

„Eine hypothetische Frage: Ich werde dabei erwischt, wie ich, ein Mann von siebenundfünfzig Jahren, einem männlichen Baby am Penis lutsche. Wut und Ekel würden mir entgegenschlagen. Aber selbstverständlich habe ich eine Erklärung zur Hand: Ich bin ein Mohel und wurde bestellt, eine Beschneidung vorzunehmen. Meine Autorität beziehe ich aus einem Text des Altertums, der mir aufträgt, den Penis des kleinen Jungen in die Hand zu nehmen, die Vorhaut ringsum einzuschneiden und die rituelle Handlung zu beenden, indem ich den Penis in den Mund nehme, die Vorhaut absauge und die amputierte Haut samt einem Mundvoll Blut und Speichel ausspucke. Diese Praxis ist bei den meisten Juden nicht mehr üblich, weil sie unhygienisch ist und zudem unangenehme Assoziationen weckt, doch die chassidischen Fundamentalisten, die bis heute auf einen Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem hoffen, führen sie noch durch. Sie betrachten den primitiven Ritus des Peri’ah Metsitsah als Teil des ursprünglichen und unzertrennlichen Bundes mit Gott. Im Jahr 2005 wurde in New York bekannt, dass sich mehrere kleine Jungen bei dem von einem siebenundfünfzig Jahre alten Mohel durchgeführten Ritual mit Genitalherpes angesteckt hatten, an dem mindestens zwei Kinder starben. Unter anderen Umständen hätte sich das Gesundheitsamt durch diese Nachricht dazu veranlasst gesehen. das Ritual zu verbieten, ….“ Weiter zu lesen in:

Hitchens Christopher: „DER HERR IST KEIN HIRTE“ ISBN: 978-3-453-620036-0 Seite 67 ff.