Archiv der Kategorie: Meinungsbeitrag

Burkaverbot: Diskussion mit Themenverfehlung

Burqua Burka

Burka (CC-by-sa/2.0/en by Rockin’ the Khuff)

Burka oder nicht Burka ist keine Frage des Intellekts, sondern eine Glaubensfrage.

Leserkommentar von Thomas KarasekderStandard.at

Zurzeit wird wieder einmal sehr leidenschaftlich über das Verbot von Burkas – gemeint ist höchst wahrscheinlich das Kopftuch – diskutiert. Die Frage sollt jedoch die nach Religion im öffentlichen Raum sein.

Interessant ist der aktuelle Vorstoß von Herrn Efgani Dönmez: “Wenn jemand mit Burka in der Öffentlichkeit auftrete, “stellt er sich ins Abseits”. Und: “Warum wollen wir Menschen unterstützen, die sich ins Abseits stellen”, meint Dönmez, der sich schon früher gegen die Ganzkörperverschleierung ausgesprochen hat.

Denke ich diesen Gedanken zu Ende, komme ich zu einem interessanten Schluss. All jene Menschen, die sich nicht dem allgemein üblichen Aussehen anpassen, verlieren damit das Recht auf Unterstützung durch den Staat. Skinheads, Punker, Grufties, Transvestiten, Skater, Trachtenträgerinnen, Anzugliebhaber… die Liste lässt sich beliebig lange fortsetzen. Irgendjemand definiert also eine “Aussehensnorm“ und wer dagegen verstößt wird aus der Gesellschaft entfernt. So einfach ist das.

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“Gutes” Anthropozän: Die neue Umweltbewegung führt in die Katastrophe

Clive Hamilton, © Allen & Unwin / CC-by-SA-3-0 CC BY-SA

So genannte Ökopragmatiker behaupten, die Menschheit könnte ein “gutes” Anthropozän erschaffen. Sie unterliegen einem fatalen Irrtum, meint der Ethikprofessor Clive Hamilton von der Charles Sturt University in Canberra.

Von Clive HamiltonSpektrum.de

Vor 14 Jahren platzte dem berühmten Atmosphärenforscher Paul Crutzen auf einer wissenschaftlichen Konkurrenz in Mexiko frustriert das Wort Anthropozän heraus – er drückte damit seine Verzweiflung angesichts des riesigen Ausmaßes menschlicher Umweltschäden auf der Erde aus. So umfassend sei der Einfluss der Menschheit, schrieben Crutzen und seine Kollegen, dass der Planet in einer neuen geologischen Epoche angelangt wäre, die durch eine einzige, verstörende Tatsache definiert wird: Die “Beeinflussung der Umwelt durch die Menschen ist heute so umfassend geworden, dass sie mittlerweile auf einer Ebene mit den großen Kräften der Natur steht, die die Funktion der globalen Ökosysteme bestimmen”.

Crutzens Behauptung wird durch zahlreiche wissenschaftliche Erkenntnisse gestützt; alle drehen sich um die weit reichenden und langfristig nicht umkehrbaren Veränderungen, die der Klimawandel mit sich bringt. Doch so schnell sich die Bezeichnung “Anthropozän” durchsetzen konnte, so schnell revidiert so mancher dessen Bedeutung und verzerrt seine Begleiterscheinungen.

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War die Superzelle von NRW eine Strafe Allahs?

allah_gewitter_nrw

Screenshot FB/AKPartiEurope

Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen leben auch die meisten Muslime.
Einige von ihnen machen sich über die Unwetter-Superzelle Gedanken, islamische natürlich. In ihren Augen sieht es ganz nach einer Strafaktion Allahs, gegen die Muslime, aus.
Auf den Gedanken, dass ihr Allah möglicherweise den Einsatz des Gehirns forderte kam niemand auf der Seite der AKP. Ist aber bei der Anhängerschar Erdogans kein Wunder. Auch Allah liebt die, die da arm an Geist sind.

Wenn der Vorwurf der Verfassungsfeindlichkeit zur Verleumdung wird

logo_fsspxMan stelle sich, Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland, würde folgendes öffentlich äußern, rein fiktiv natürlich:

„Die Laizität ist der öffentliche Atheismus und das ist eine schwere Sünde. Der Atheismus beruht auf der Erklärung der Menschenrechte. Die Staaten, die sich seither zu diesem offiziellen Atheismus bekennen, befinden sich in einem Zustand dauernder Todsünde.“1

„Da erklärt [Papst Benedikt] uns, der moderne Staat habe sich seit dem 19. Jahrhundert, wo er von der Kirche verurteilt wurde, verändert. Heute sei der moderne Staat besser, versöhnlicher, weniger radikal und folglich musste die Kirche auf dem Konzil bezüglich des Verhältnisses zum Staat eine neue Haltung einnehmen. Und indem sich die Kirche eines der fundamentalen Prinzipien des modernen Staates zu eigen machte, nämlich die Neutralität, die Unparteilichkeit allen Religionen gegenüber, konnte die Kirche ihr (eigentliches) Erbe wiederfinden. […] Anders ausgedrückt erklärt der Papst, 1700 Jahre der Kirchengeschichte sei außerhalb der Lehre Unseres Herrn abgelaufen; die Kirche habe während 1700 Jahren ihr Erbe verloren und jetzt wiederentdeckt, indem sie auf den katholischen Staat verzichtet. Wenn das kein Bruch sein soll, was ist es dann?“2

[...]lehnt die religiöse Neutralität des Staates ab und plädiert für eine „islamische Gesellschaftsordnung“, in der etwa die Todesstrafe gälte, „keine zivile Ehescheidung“ vorgesehen sei, eine „Unauflöslichkeit der Ehe“ als „einer ihrer Grundpfeiler“ bestehe, „den vorehelichen und außerehelichen Beziehungen“ der „Kampf“ angesagt werde und der „Vertrieb von empfängnisverhütenden Mitteln“ verboten werde, ebenso wie Zinsspekulation, Großbanken, Abtreibung, „Gotteslästerung, Homosexualität und Pornographie“. Er fordert, dass die „Gewalt in Staat und Gesellschaft“ „nicht vom Volke“, nicht „von der Basis aus[geht], sondern von Gott […] folglich bezeichnet das Volk in Wahlen allein diejenigen, die es regieren sollen, verleiht ihnen aber nicht die Autorität; ebenso wenig kann es Regierungen beliebig absetzen.“ Statt eines Parteiensystems empfiehlt er, dass an deren „Stelle jene islamische Männer treten, die sich durch sittliche Reife und Lebenserfahrung, durch Gerechtigkeitssinn und Sorge um das Gemeinwohl auszeichnen“.3

Gemach, gemach, Aiman Mazyek hat derartiges nicht geäußert und er dient mir nur als Argumentationshilfe. Um auf das Original zu kommen ersetzt einfach im dritten Zitat “islamisch” durch “christlich.”
Fakt wäre, eine Beobachtung seiner islamischen Organisation und der Person Mazyek, durch den Verfassungsschutz, wäre gewiss.
Die angeführten Zitate stammen von Pius-Brüdern und lassen deutlich werden, die freiheitlich-demokratische Grundordnung ist nicht ihr Ding, sie gehört abgeschafft und durch einen katholischen Gottesstaat ersetzt. Der säkulare, weltanschaulich neutrale Staat ist den Pius-Brüdern ein Dorn im Auge.
Die Pariser Kirche Saint-Nicolas-du-Chardonnet, die seit 1977 von Anhängern der Piusbruderschaft besetzt ist, hat sich seither zu einem Zentrum der extremen Rechten entwickelt. Führende Vertreter wie Jean-Marie Le Pen, der Gründer des Front National, haben diese oft besucht, für andere wurden nach ihrem Tod Gedenkmessen abgehalten. Passt irgendwie auch zum gefeuerten Holocaust-Leugner Williamson.

Politikwissenschaftler, Politiker, sehen in der Bruderschaft eine Gefahr für die Gesellschaft und fordern eine Beobachtung durch den Verfassungsschutz. Soweit, so gut.

Am 25.Oktober 2012 erscheint ein Artikel über die Pius-Bruderschaft in der Mittelbayerischen Zeitung. Es geht um den Ausschluß von Bischof Williamson, aus der Bruderschaft. Der Kommentator fährt dann fort: „Die Priesterbruderschaft St. Pius X. ist kein konservativer Zweig der katholischen Kirche, sondern im Kern eine verfassungsfeindliche Organisation“. Die Zeitung verweigerte eine Gegendarstellung und der deutsche Distrikt der Bruderschaft ging den gerichtlichen Weg.
In der Dritten Instanz nun wurde die Zeitung verpflichtet folgende Gegendarstellung zu veröffentlichen, was sie am 29. April 2014 tat:

Richtigstellung

In der Ausgabe vom 25.10.2012 haben wir in einem Kommentar die Pius-Bruderschaft als eine „im Kern verfassungsfeindliche Organisation“ bezeichnet. Wir stellen nunmehr richtig, dass den Verfassungsschutzbehörden keinerlei Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen der Pius-Bruderschaft vorliegen. Unsere ursprüngliche Mitteilung war daher fehlerhaft, was wir bedauern und hiermit richtigstellen.

Die Redaktion

Was auch immer der Verfassungsschutz tut, in Sachen Pius-Bruderschaft scheint ihm ein Kreuz im Auge zu stecken, vermutlich im rechten.

Nach:

Piusbruderschaft darf nicht als verfassungsfeindliche Organisation verleumdet werden


1Predigt von Marcel Lefebvre am 1. November 1990 in Ecône
2Predigt von Bischof Bernard Fellay am 2. April 2006 in Ecône, in: Beilage zum Rundbrief von „Patrona Bavaria“, München, Mai 2006, zitiert nach: Einsicht aktuell, abgerufen am 10. Oktober 2011
3Brief an die Freunde und Wohltäter Nr. 45 vom 7. Oktober 1993; Civitas, Zeitschrift für das christliche Gemeinwesen 2007 (S. 43-47): Grundsätze einer christlichen Gesellschaftsordnung.

Weltanschaulich neutraler Staat und politischer Gotteswahn

Satire-Cartoon: Staat und Kirche im Bett

Satire-Cartoon: Staat und Kirche im Bett

Auf einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung, im sächsischen Moritzburg, forderte der ehemalige Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Manfred Stolpe, dass die Kirchen sich “stärker und wirksamer in gesellschaftliche Fragen einmischen.” Klingt schon fast nach Nötigung oder entsprechend, lasst uns den weltanschaulich-neutralen Staat begraben, die fiktive Trennung von Staat und Kirche brauchen wir nicht mehr zu belügen.

Zu jeder Zeit waren die Kirchen immer dort zu finden, wo weltliche Macht schalten und walten konnte. Die enge Verbindung von Klerus zum Feudaladel kam nicht von ungefähr.

Volker Kauder, Fraktionsvorssitzender der CDU/CSU-Bundestagfraktion, erklärt in einem Welt-Artikel warum wir das Christentum brauchen. Offensichtlich stören die säkularen Maßstäbe des modernen Staates. Religionskriege, Auseinandersetzungen im Rahmen der Aufklärung scheinen vergessen. Der säkulare Staat kümmert sich nicht mehr um das geistliche Wohl und Seelenheil seiner Bürger. So sollte es sein, die Praxis ist eine andere. Die Rolle des Feudaladels, im Zusammenspiel von Staat und Religion haben heutzutage die Politiker eingenommen, man kann durchaus von religiöser Zuhälterei sprechen. Der Widerspruch ist offensichtlich. Gegen den Trend, also azyklisch, verkünden Christen-Politiker ihren Glauben, trotz fallender Mitgliederzahlen in den großen Kirchen, trotz weiterer Säkularisierung, also Verweltlichung des Lebens der Menschen, Anders-und Ungläubige, immerhin an die 40% der Bevölkerung, werden schlicht und einfach ausgeklammert.

Billig nimmt man, von politischer Seite, in Kauf, dass demokratisch nicht legitimierte Körperschaften, Politik gestalten und religiös vermanschen. Ludwig Schick, der Erzapostel von Bamberg beklagt sich nun darüber, dass die Kirchen in der Öffentlichkeit stark kritisiert werden. Tja Herr Schick, wer öffentlich verkündet, noch dazu Falsches, wird öffentlich kritisiert, das ist eine Eigenschaft des politischen Diskurses. Der Rückzug auf außerweltliche Positionen klappt nur noch im Gottesdienst. Angesichts der Skandale, ganze Heerscharen notgeiler Priester konnten sich an Kindern sexuell austoben, eine geradezu normale Reaktion, die baumeisterlichen Skandale jüngster Apostelgeschichte erspare ich mir.

Politiker, von der CDU bis hin zur Linken, sind die Steigbügelhalter religiösen Lobbyismus, ob nun am Sitz des Bundestages oder beim europäischen Parlament, in den Rundfunkräten und Ethikkommissionen, lassen sie zu, dass religiöse Strukturen in die Belange der Menschen eingreifen, ignorierend, ob diejenigen es überhaupt wollen.
Religiöse Überzeugungen sind für die meisten Menschen, im Zusammenleben, nicht wichtig. Völlig konträr und gestrig, die grundgesetzlich sanktionierte Eigenständigkeit der Kirchen, Parallelwelt im Arbeitsrecht und nicht nur da.

Religionsfreiheit ja, aber nicht unter der Prämisse, alle anderen Individuen der Gesellschaft in christliche Geiselhaft nehmen zu wollen.

Immanuel Kant:

“Ich nehme erstlich folgenden Satz als einen keines Beweises benötigten Grundsatz an: alles, was außer dem guten Lebenswandel der Mensch noch tun zu können vermeint, um Gott wohlgefällig zu werden, ist bloßer Religionswahn und Afterdienst Gottes.”

Politik die mehr als einen guten Lebenswandel fordert ist Afterdienst göttlicher Art.

Andreas Laun: Dodo des Monats Mai 2014

Dodo des Monats Mai 2014

Dodo des Monats Mai 2014



weihbischof-andreas-launIn Anbetracht dessen, was Herr Andreas Laun an Einlassungen zu Tagesthemen, menschlichen Problemen, sozial, persönlich von sich gibt, erlaube ich mir die heutige Laudatio mit einem Bibelvers zu eröffnen.
Matthaeus 5,3(Lutherbibel 1912):

Selig sind, die da geistlich arm sind; denn das Himmelreich ist ihr.

Dem Evangelisten Matthäus werden o.g. Worte unterstellt. Mit Macht drängt sich die Ahnung empor, der hat den Laun gekannt. So einen Prototyp des geistig Armen kann nur der Herr allein persönlich initiiert haben. Ich hoffe für Laun, dass er dereinst in sein Himmelsreich kommt, es ist aber eher zu vermuten, dass er in der Hölle landet, wegen Blasphemie, Zweifel an der Schöpfung seines Meisters und Gottes. Wenn Alles Gottes Schöpfung ist, dann eben auch Schwule, Lesben, Transen und Bisexuelle, beim Nacktaffen Mensch, wie bei anderen Geschöpfen.
Laun, als Hilfsbischof des Erzbischofs von Salzburg, Mitglied der Kinderfickersekte namens katholische Kirche, maßt sich an Teile der göttlichen Schöpfung zu diskreditieren
Andreas Laun

Die Gefahr des Missbrauchs ist bei homosexuellen Menschen höher als bei Heterosexuellen”.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Ganze Heerscharen notgeiler Priester haben im Namen des katholischen Gottes, Schutzbefohlene, Kinder, Jugendliche sexuell missbraucht, in einer Intensität, dass ganze Diözesen in den USA Konkurs gehen, weil die finanziellen Forderungen, als materielle Wiedergutmachung, sie in den Ruin treiben. Homosexualität mag bei dem einen oder anderen Priester eine Rolle gespielt haben, aber seine Brüder haben auch jede Menge Pädo-Gelüste, das mag den Autoerotiker Laun nicht anfechten, er sollte sich aber mit den Seinen auseinandersetzen und nicht den Stab, ganz klischeehaft, über andere brechen.

Andreas Laun

“Wer für Adoption von Kindern durch Homosexuelle redet, missachtet Frauen und damit auch seine eigene Mutter!”

Anhand solcher idiotischen Sprüche entsteht der Eindruck des Spiels guter Bulle, böser Bulle. Guter Bulle ist der Erzbischof von Salzburg, böser Bulle, der auch schon mal tiefschlagen darf, Laun. Laun testet aus, wie weit kann man theologisch gehen, er steckt auch die Prügel ein, wenn es denn welche zu verteilen gibt. Der Mann ist habilitierter Moraltheologe, er deutet also Moral in Märchenbüchern und versucht diese in die Realität zu transformieren, so was gehört eigentlich in die Klappse.
Man stelle sich vor, Laun war im Kandidatenkreis der Personen, die den Posten des Erzbischofs von Salzburg bekommen sollten. Das war dann wohl selbst den Vatikan zu blöde und der nicht so ecclesiogen-naiv greinende Lackner bekam den Posten.

Christliche Nächstenliebe, das Menschenbild sind menschenfeindlich. Homosexuelle stören die Reproduktion des Menschen in ganz simpler Christengläubigkeit, also hat man sie über Jahrhunderte verteufelt, ausgegrenzt und da wo nötig ausgemerzt. Wenn dirty ol’man Laun über Kinder, Frauen, Sexualität spricht ist das durchaus herpeserregend. Nach der christlichen Bestimmung über Sexualität, Gebärmütter und beseelte Morulakeime, erwächst das nächste Problem, die ausdifferenzierten Zellhaufen, sprich Kinder, müssen getauft werden und wehe wenn nicht, dann stehen solche Typen wie Laun vor euch, Freddy Krueger ist nichts dagegen.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Wir Journalisten sind ein Club von Heuchlern

Tag-cloud, Bild: gondwanaland.com

Mit der Moralkeule auf Politiker loszugehen, verspricht Journalisten schnellen Beifall. Anmerkungen zum „Aufschrei“ über nicht gezahlte Zweitwohnungssteuern.

Von Hugo Müller-VoggTheEuropean

Skandal, Skandal – endlich mal wieder ein Skandal! Der Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hat für seine Zweitwohnung in der Hauptstadt die fällige Zweitwohnungssteuer nicht gezahlt; der SPD-Außenpolitiker Niels Annen ebenso wenig. Inzwischen melden sich Politiker aus allen Lagern zu Wort, gestehen zerknirscht: Auch ich bin ein Steuerhinterzieher.

Wir sollen von Politikern nicht erwarten, dass sie wie Helden und Heilige durchs Leben gehen. Aber anständig und steuerehrlich sollten sie schon sein. Und wenn sie sich mit dem Kleingedruckten nicht beschäftigen wollen, dann brauchen sie halt einen kundigen Büroleiter und einen versierten Steuerberater. Denn vor dem Steuergesetz sind Politiker nicht „gleicher“ als andere. Wenn diejenigen, die über Steuern und Abgaben entscheiden, nicht aus freien Stücken „dem Staate geben, was des Staates ist“, wer denn dann?

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Manfred Lütz: Dodo des Monats April 2014

Dodo des Monats April 2014

Dodo des Monats April 2014


Manfred_LützGünther Beckstein oder Manfred Lütz, ein Kopf an Kopf-Rennen, letztlich haben 5 Stimmen den Sieg von Günter Beckstein verhindert. Der Mann sieht in den 10 Geboten des Christen Gottes die Grundlagen der Politik, ist schon ernüchternd genug, Innenminister und bayrischer Ministerpräsident, da wundert einen doch nicht wirklich was so im Amigo-Ländle alles abgeht.

Gewinner ist Manfred Lütz, katholischer Theologe, Arzt und Bestseller-Autor. Er ist Facharzt für Nervenheilkunde, Psychiatrie und Psychotherapie und stellte bereits vor Jahren fest, dass die Falschen behandelt werden. Dem kann man nur beipflichten.

Manfred Lütz

„Wenn wir als Christen wirklich der Überzeugung sind, dass der Glaube an Jesus Christus der wahre Glaube ist und dass er auch zum Glück führt, dann müssen wir das doch anderen Menschen auch mitteilen und nicht egoistisch für uns behalten“…

Jesus Christus, wahrer Glaube, Glück, die Geschichte seines Glaubens sieht anders aus. Abgesehen davon, dass wohl alle Religioten die Auffassung vertreten, dass ihr Glaube der einzig Wahre sei. Dort will ja Lütz fischen gehen, anderen die Pseudo-Boschaften der Bibel und des analphabetischen Herzi-Jesulein verkünden, aus katholischer Sicht gewinnt der Sponti-Spruch, “kommt zu uns, wir haben Kekse” eine ganz besondere Bedeutung.

Lütz nimmt nun die Heiligsprechung zweier Päpste zum Anlass und will dem Christentum zu neuem Glanze verhelfen. Die Fragwürdigkeit des Rituals stört den Psychiater in ihm nicht. Nicht das Hautpartikel, Schuppen oder blutbefleckte Stofffetzen nahezu abgöttisch verehrt werden. Wem so was gefällt der klaut auch Reizwäsche von der Wäscheleine. Fetischismus nennt man das wohl, im katholischen Ritual werden daraus Reliquien. Nimmt man noch die jesufleisch werdenden Kekse und den blutwerdenden Wein hinzu ist man mitten im besten Splattermovie. Vernunftbegabte Wesen können sich glücklich schätzen wenn katholische Gläubige nach dem Ritual wieder zur Normalität zurückkehren und sich durchaus entsprechend verhalten und die Gruselgeschichten aus der Bibel, mit ihren Botschaften, nicht Realität werden lassen.

Erinnern wir uns, Manfred Lütz ist Mitglied im Direktorium der Päpstlichen Akademie für das Leben, er gehört zu den Menschen, die anderen vorschreiben wollen, wie sie sterben wollen. In Ethikkommissionen bringen sie ihre abstrusen moralischen Vorstellungen ein, hoffend, dass es gelingen möge für alle Menschen christliche Regelwerke zu erlassen. Politische Gottesknechte, längst in der Rolle des mittelalterlichen Feudaladels angekommen, dienen sich ihnen als willfährige Erfüllungsgehilfen an. Dem Ungläubigen bleibt dann nur die Flucht, nämlich dorthin, wo selbstbestimmtes Leben und Sterben möglich ist.

Christlicher Egoismus wäre der Gesellschaft in ihrer Gesamtheit sehr förderlich, wenn alle Christen ihren Glauben und die damit verbundenen außerordentlichen Erfahrungen für sich behalten würden, in ihren Gemeinden können sie sich dann untereinander austauschen.

In dem Sinne, herzlichen Glückwunsch zum zweiten Dodo.

Wahl Dodo des Monats April 2014

Dodo des Monats April 2014

Dodo des Monats April 2014

Im Monat April hat sich reichlich Obskures, aus Politik, Religion und Gesellschaft angesammelt, hier sind die Kandidaten:

  1. Günther Beckstein, “10 Gebote sind auch Leitlinien für die Politik.”
  2. Josef Blotz, “Ohne Glauben kann ich kein Soldat sein.”
  3. Margot Käßmann, “Es muss politische Predigt geben.”
  4. Bundesregierung, “Keine Änderungen bei Staatsleistungen.”
  5. Evangelische Allianz Halver, “Kinder werden eine 4,5m hohe Arche bauen.”
  6. Barack Obama, “Oster-Gebetsfrühstück-Bullshistic.”
  7. Bernd Merbitz, “Jesus ist gut für die Polizeikarriere.”
  8. Uwe Becker, “Tanzverbot am Karfreitag.”
  9. Carsten “Storch” Schmelzer, “Das letzte Wort haben nicht die Ärzte, sondern Gott.”
  10. Reinhard Marx, “Nein zu aktiver Sterbehilfe.”
  11. Volker Kauder, “fordert Religionsfreiheit für die Türkei.”
  12. Anton Losinger, “Sterbehilfe – Einbruch in die Kultur des Lebens.
  13. Lann Hornscheidt, “Nichts ist weiblicher als das “X”.”
  14. Helmut Kukacka, “Pastafaris wolen das Zusammenleben der Gesellschaft vergiften.”
  15. Manfred Lütz, “Für eine mehr missionierende Kirche.”
  16. Udo Pollmer, “Vegetarier meinen, sie seien etwas Besseres.”
  17. Rudolf Böhmler, “Gebetsfrühstück in der Bundesbank.”
  18. Udo Di Fabio, “warnt vor der Erosion der Kirchen.”

Die Wahl ist bis zum 07. Mai 2014 18:00 Uhr befristet. Mehrfachauswahl ist möglich. Viel Spaß!
Der Gewinner wird mit einer Laudatio, hier auf dem Blog, am 08.05. gewürdigt werden.

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Nichts ist weiblicher als das “X”

X-Chromosom,Bild: biotechnologie.de

Eine Professorin der Berliner Humboldt-Universität möchte mit einer kleinen Wortänderung traditionelle Geschlechterrollen in der Sprache aufbrechen. Hier erkennt der Leser schon, es geht um Gender mainstream, viel Geld, Zeit für pseudowissenschaftlichen Blödsinn.

Nach Aussagen dieser “Gelehrten” würden sich Menschen oft diskriminiert fühlen, weil sie mit “Herr” oder “Frau” angesprochen werden.

Lann Hornscheidt vom Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien schlägt nun vor etwa von «Professx» statt von «Professor» oder «Professorin» zu sprechen. Toll, das X ist aber nicht geschlechtsneutral. Vielleicht ein kleines Nachhilfe-Semesterchen in Fragen Evolutionsbiologie/Genetik nötig? Es gibt exzellente Wissenschaftler in Deutschland die der Frau Professx erklären können, welche Rolle das X-Chromosom spielt. Weibchen haben nun mal zwei X-Chromosomen, dass macht sie weiblich. Kerle können sich des Y-Chromosoms erfreuen. Chromosomige Spielarten schenke ich mir. Die nicht-neutrale Setzung des Buschstaben X würde tatsächlich die Verweiblichung der gesamten Gesellschaft darstellen, von der Diskriminierung der Y-Chromosom-Träger ganz zu schweigen.

Sei die Frage erlaubt ob solche intellektuellen Entgleisungen vom Genuss weiblichen Hopfens herrühren, welcher als Gewürz beim Gerstensaft fungiert?

Ich bin sicher Frau Professx Hornscheidt wird einen sächlichen Buchstaben finden.

Nach einer Information des Kölner Stadt-Anzeigers

Sibylle Lewitscharoff: Dodo des Monats März 2014

Dodo des Monats März 2014

Dodo des Monats März 2014

Sibylle Lewitscharoff (Bild: Wikimedia Commons/Lesekreis, CC0/Public Domain)Souverän hat die hochdekorierte Autorin Sibylle Lewitscharoff den Dodo des Monats März gewonnen. Zu keinem Zeitpunkt bestand Zweifel am Gewinn des Preises. Der Eso-Schwan der SPD hatte keine Chance.

In  der renommierten Veranstaltungsreihe “Dresdner Reden”, im Schauspielhaus der Elbmetropole, passierte es. Die Veranstalter mögen es, wenn zugespitzte Formulierungen das Publikum aus der sonntäglichen Lethargie reißen. Lewitscharoff sollte keine Enttäuschung werden.
So erklärte sie denn dem illustren Publikum das pränatale Diagnostik der blanke Horror sei. Fortpflanzungsmediziner wurden als “Frau Doktor und Herr Doktor Frankenstein” bezeichnet.Das „drastische biblische Onanieverbot“, so Lewitscharoff, erscheine ihr heute „geradezu als weise“, angesichts der ihr grotesk und widerwärtig erscheinenden Vorstellung, dass ein Mann in eine Kabine geschickt werde, um unter Umständen mithilfe von Pornographie an einer Zeugung beteiligt zu werden.

Was sagt uns das? Lewitscharoff scheint eine gespaltene Persönlichkeit zu sein, eine Schriftstellerin, durchaus geschätzt und eine bigotte Frömmlerin, die mal so richtig die Sau raus lässt. Das was sie, durch künstliche Befruchtung gezeugte Halbwesen nennt, ist sie selbst. Auf der einen Seite respektable Literatur und auf der anderen evangelikaler Fundamentalismus, der die Menschen schreiend davon rennen lässt. Janus-Köpfigkeit nennt man das wohl.

Doch nicht genug, halbe Sachen sind Lewitscharoffs Plattitüden nicht. Sie holt die Nazi-Keule heraus und schlägt, Godwin’s Law lässt grüßen, so richtig zu.

Das gegenwärtige Fortpflanzungsgemurkse vergleicht sie mit den “Kopulationsheimen der Nationalsozialisten”. Eingerichtet und betrieben um blonde Frauen mit dem Samen von blonden, blauäugigen SS-Männern zu versorgen.

Sie weiß um das moralische Argument, welches sachlich nicht zu widerlegen ist. So macht sie Ärzte, die in der Fortpflanzungsmedizin tätig sind, zu SS-Männern. Und da man auf ein moralische Argument nur moralisch, scharf erwidern kann: es geht nicht noch dämlicher Frau Lewitscharoff.
Über die Kinder, die mit Hilfe moderner Reproduktionsmethoden geboren werden meint sie:

“Nicht ganz echt sind sie in meinen Augen, sondern zweifelhafte Geschöpfe, halb Mensch, halb künstliches Weißnichtwas.”

Kulturrassismus einer Büchner-Preisträgerin. Das zweifelhafte Geschöpf Lewitscharoff, in perfekter Unzulänglichkeit der eigenen Person, urteilt über Geschöpfe, die sich durch nichts von anders gezeugten Geschöpfen unterscheiden.
Gar nicht auszudenken wie Lewitscharoff, als Wissenschaftsfeindin, mit anderen Errungenschaften von Medizin und Technik umgeht. Es gibt nichts trennenderes als ein gutes evangelikales Menschenbild, da wird der Rassismus vom Heiligen Geist herabgeredet. Alle Menschen sind gleich, bei den Christen nicht, die haben feine Unterschiede. Insofern ist sie eine würdige Vertreterin ihrer Glaubensgemeinschaft.

Vielleicht sollte die Dame es ja mal mit Ohrensex versuchen oder die Droge wechseln.

In dem Sinne zum Büchner-Preis die kotztütenblaue Dronte. Herzlichen Glückwunsch.

Wahl Dodo des Monats März 2014

Dodo des Monats März 2014

Dodo des Monats März 2014

Der Monat März ist Geschichte und hier sind die übelsten Kandidaten für den Preis der Ewiggestrigkeit:
  1. Sibylle Lewitscharoff, “…künstliche Befruchtung und Halbwesen.”
  2. Deutscher Presserat, “…rügt FAZ wegen Limburg-Berichten.”
  3. Bill Gates, “Glaube an Gott ergibt Sinn.”
  4. Hartmut Steeb, “Familienschutz und Freiheitsrechte...”
  5. Lothar Käser, “Christliche Kultur und professorale Bullshistic.”
  6. Gesine Schwan, “Esoterische Heilung mit der SPD.”
  7. Bodo Ramelow, “Exegese des Alten Testaments.”
  8. Irmgard Schwaetzer, “Kirche muss sich in die Politik einmischen.”
  9. Forum Deutscher Katholiken, “Politik und Medien dürfen nicht in die Kirche hineinregieren.
  10. Petitionsausschuss Deutscher Bundestag, “Gott bleibt im Grundgesetz.
  11. Ludwig Schick, “Erst kommt die Moral, dann das Essen.”
  12. Frank Otfried July, “fordert revidierten Bildungsplan in B/W.”
  13. Reinhard Marx, “Staat kann keine eigene Religion machen.”
  14. Herman van Rompuy, “…in religiöser Umnachtung.”
  15. Johanna Haberer, “Muslimisches “Wort zum Freitag”.”
  16. Aiman Mazyek, “Muslime und Christen sind Wertegemeinschaft.”
  17. Winfried Kretschmann, “Bildungsplan orientiert sich am christlichen Menschenbild.”

Die Wahl ist bis zum 07. April 2014, 18:00 befristet. Der Sieger wird am 08.04.2014, hier auf dem Blog, in einer Laudatio gewürdigt werden.

Mehrfachauswahl ist möglich. Viel Spaß!

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Eine kurze Geschichte der geistigen und ethischen Überlegenheit der Europäer im Vergleich zu anderen Kulturen [Teil 1]

Ein kleines Mädchen wird gefüttert wie ein Schimpanse (Weltausstellung Brüssel, Belgien 1958)

Ein kleines Mädchen wird gefüttert wie ein Schimpanse (Weltausstellung Brüssel, Belgien 1958)

Rassismus ist tief in unserer Kultur verankert. Sklaverei der afrikanischen Menschen, ethnische Säuberung der amerikanischen Ureinwohner und kolonialistischer Imperialismus ist die Saat, die einen Rassismus erschaffen hat, dessen Auswirkungen bis in die heutige Zeit reicht.

Der zweite Knall

Es ist allgemeines historisches Wissen, dass frühere Hochkulturen vor dem Aufstieg der Kaukasier bestanden – dass der Mensch einst aus Afrika kam. Allerdings haben eurozentrische Historiker immer wieder versucht, Afrikaner und andere menschliche Völker minderwertiger im Vergleich zu den Kaukasiern darzustellen. Trotz aller historischen Leistungen von Zivilisationen wie der ägyptischen und nubischen Zivilisation in Literatur, Wissenschaft, Musik und anderen Formen der Kunst, wurden, mit dem Aufstieg der weißen Europäer in der neueren Geschichte der Menschheit, alle anderen Völker als primitive Wesen, deren geistige Leistungsfähigkeit ähnlich des Affen sind, angesehen.

Ein Beispiel für die traurige Menschheitsgeschichte des Rassismus – von Kolonialherren die sich selbst als den anderen überlegen sehen – ist die lange Geschichte der Menschenzoos. Afrikaner und in einigen Fällen andere indigene Völker wurden als Exponate in Zoos gehalten – in der gleichen Weise wie man Tiere ausstellt. Menschen wurden entführt zum Vergnügen anderer. Es geschah nicht selten, dass diese Menschen schnell starben, sogar innerhalb eines Jahres ihrer Gefangenschaft.

Diese Geschichte ist lang und setzt sich vom späten 19. Jahrhundert bis in die 1950er Jahre fort. Weit davon entfernt, Relikte aus einer unaufgeklärten Vergangenheit zu sein, gab es Überbleibsel dieser Ausstellungen in Europa sogar bis in die 2000er Jahre.

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Etwas christ-demokratischer Personenkult auf der Sammeltasse

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Themenbild

Am 25. März ist der Generalsekretär der CDU Deutschlands, Peter Tauber, genau 100 Tage im Amt. Lassen Sie uns diesen Tag zu etwas Besonderem machen! Gemeinsam mit Ihnen möchte Peter Tauber am 25. März einhundert neue Mitglieder für die CDU gewinnen!

So lesen wir auf der CDU-Webseite 100 Tage. Und weil es sich lohnen soll, gibts natürlich auch etwas zu gewinnen. Und der Gewinn ist schon Personenkult zu nennen.

Als Dankeschön erhalten die ersten neuen 100 Mitglieder und Werber eine limitierte CDU-Sammeltasse mit einer gravierten Signatur unserer Bundeskanzlerin und Parteivorsitzenden Angela Merkel.

Na das ist doch was fürs gute Stübchen, passt ausgezeichnet unters Kruzifix und den Rosenkranz kann man bei Nichtbedarf auch dort ablegen.

So ähnlich lief das bei Stalin auch.

B. Ramelows Exegese des Alten Testaments

Bodo Ramelow, Bild: wikimedia.org

Wenn Politiker ihren Glauben ins politische Kalkül einbeziehen ist Misstrauen geboten. Erfahren haben wir, wie die Lammerts und Thierses ihre religiösen Glaubensgründungen unter Volk gebracht haben. Bei den pietitisch-frömmelnden Kauders meint man das Kruzifix auf dem Genom sehen zu können. Die Sagen-und Mythenwelt der Bibel wird zum politischen Programm erhoben, Wahrheiten als das Non-plus-Ultra menschlichen Denkens verkündet.

Im Rahmen der Gottesdienstreihe “Politiker predigen – Reformation und Politik” war nun der Vorsitzende der Franktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, Bodo Ramelow, an der Reihe. Die polit-religiöse Propaganda-Show fand am 23. Februar 2014 in der Evangelischen Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, in Berlin, statt.

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Wiederbelebung preußischer Traditionen – Steuerverschwendung von 12 Millionen Euro für das Kulturdenkmal Garnisonskirche Potsdam

Unbenannt12100 Millionen Euro soll der Wiederaufbau der Garnisonskirche in Potsdam kosten. Der Bund will 12 Millionen Euro aus Steuergeldern bezahlen. Es ist nicht Aufgabe des Staats, Prestige-Bauwerke zu errichten. Dies sollen private Investoren machen, wenn sie es für wichtig halten.

Die Bürgerinitiative „Potsdam ohne Garnisonskirche“ wettert:

Wer die Garnisonskirche  wieder aufbauen will, verschwendet öffentliche Gelder und erhält eine kunsthistorisch wertlose Kopie. Wer eine Kopie der Garnisonskirche bauen will, handelt im besten Falle naiv und fantasielos – im berechenbarsten aber revanchistisch: Städtebaulich. Politisch. Kulturhistorisch.“

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Matthias Matussek: Dodo des Monats Februar 2014

Dodo des Monats Februar 2014

Dodo des Monats Februar 2014

Matthias_MatussekDer Mentor des Trash-Katholizismus in Deutschland hat gewonnen. Beeindruckend sein Durchmarsch an die Spitze monatlicher Ewiggestrigkeit. Selbstbezeichnend nennt er sich homophob und findet das gut so.  Völlig seinem verdorrten christlichen Weltbild verhaftet hat er keine Ahnung was Humanismus eigentlich meint, selbst die Aussage, dass alle Menschen gleich sind, ist ihm wesensfremd.
Homophobie ist allen abrahamitischen Religionen wesenseigen. Den Widerspruch, dass alle Menschen Gottes-ebenbildlich seien, also auch Homosexuelle, löst man als gläubiger Kathole nicht auf. Matussek spricht gar von homosexueller Ideologie. Solch Schwachsinn kann nur erklären, wer sich von zölibateren alten Männern Eheberatung wünscht. Widerspruchsfrei ist diese Konstruktion nicht denkbar.

Homosexualität ist eine Spielart der Natur. Betroffene können sich nicht ihre sexuelle Identität aussuchen. Im Tierreich, letztlich ist Nacktaffe Matussek gar nicht soweit davon entfernt, existiert Homosexualität bei über 1.500 Tierarten. Flamingos, Giraffen, Delphine, Schimpansen, Pinguine, selbst Löwen können schwul sein. Wenn Matussek einen Arsch in der Hose hätte, würde er in der afrikanischen Savanne schwulen Löwenmännern erzählen wie man sich als Löwenmännchen verhält, dass auch Löwen so etwas nicht tun.  Homosexualität gehört, nach christlichen, jüdischen und islamischen Schriften zur Schöpfung. Die Wahrnehmung ist eine andere. Stigmatisierung, Ausgrenzung, weil Homosexuelle nicht für neuen Religionsnachwuchs sorgen und damit die Macht der Priester brechen.
Homosexualität ist ein sicherer Beweis für die Wirkungslosigkeit von Gebeten. Schlagt Kreuze, betet den Rosenkranz, schmeisst euch in den Dreck, der Schwule bleibt schwul. Während Gott schweigend seine Schöpfung duldet, brüllen seine Anhänger auf. Die Furcht der Machtlosigkeit des imaginären Schöpfers kann nur mit blinden, fanatischen Aktionismus betäubt werden. So wie Gebete keine Naturkatastrophen, Straftaten, Unfälle usw. verhindern, scheitern sie an der Homosexualität klaglos. Die Großmäuligkeit der göttlichen Anhängerschar wird zum Rassismus und genau das ist Matussek, ein Rassist, mit einem erbärmlichen Menschenbild.

Mit seinen dummen, menschenverachtenden Sprüchen zu Homosexualität kann sich das deutsche Episkopat nur über Matussek schämen. Wird in Rom die Neuevangelisierung der Welt beschlossen ist er das Gegenprogramm. Eine Religion die eine Stimme wie Matussek nötig hat ist weltfremd. Die Realität ist eine andere. Gläubige Katholiken halten sich nicht an die Lehrinhalte ihrer Kirche, die Dogmatik wird vom Kirchenvolk belächelt.

Während die Kirchen sich schwer tun die Missbrauchsfälle an Kindern und Jugendlichen lückenlos aufzuklären, maßen sie sich an Menschen wegen ihrer sexuellen Identität Vorschriften zu machen, sie gesellschaftlich auszugrenzen. Instrumente wie Matussek liefern die Argumente, wohl wissend, dass die Lebensverhältnisse der Menschen andere sind.

Die grenzdebile Katholen-Folklore des Herrn Matussek braucht die Welt nicht, DIE WELT schon.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Wahl Dodo des Monats Februar 2014

Dodo des Monats Februar 2014

Dodo des Monats Februar 2014

Es ist wieder soweit. Die Wahl für den Dodo des Monats Februar 2014 steht an.
Hier sind die Kandidaten:
  1. Norbert Geis, “und die Missbrauchswelt der katholischen Kirche.”
  2. Hermann Gröhe, “lehnt die Freigabe der “Pille danach” ab.”
  3. Volker Kauder, “und seine Obsessionen.”
  4. Matthias Matussek, “Ich bin wohl dumm...”
  5. Stefan Ackermann, “Mildes Strafe für Missbrauchstäter.”
  6. Anja Wilhelm, “Schamanen-Bachelor in Homöopathie.”
  7. Petra Lorleberg, “Peter Maffay und der Aufschrei der Katholiban.”
  8. Bund deutscher Zeitungsverleger, “Gaby Wentland: Retterin der gefallenen Mädchen.”
  9. Udo Di Fabio, “Zurückhaltung im Gespräch über Religion.”
  10. Schweizer Bundesgericht, “Sauausländer” ist nicht diskriminierend.”
  11. Friedrich-Wilhelm Bieneck, “untersagt Hexenkostüme.”
  12. Thilo Sarrazin, “Männer sind klüger als Frauen.”
  13. Friedhelm Hofmann, “Würzburgs katholische Krämerseelen.”

Die Wahl ist bis zum 07. März 2014 18:00 befristet. Mehrfachauswahl ist möglich. Der Gewinner wird in einer Laudatio, hier auf dem Blog, am 08. März gewürdigt werden. Viel Spaß!

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Peter Maffay und der Aufschrei der Katholiban

Peter Maffay, Bild: wikimedia.org

Peter Maffay wurde vom Essener Bistumsmagazin Bene interviewt. Die dort von ihm verkündeten Lebenseinstellungen und Weltsichten führen auf kath.net zu katholischer Kritik, sowohl gegen Maffay selbst als auch gegen das Bistumsmagazin.

Die Zugehörigkeit zu einer Konfession

Peter Maffay:

„ist für mich mehr als zweitrangig. Die Festlegung auf eben diese Zugehörigkeit, evangelisch, protestantisch, katholisch, buddhistisch bedeutet mir gar nichts, weil es an der Instanz nichts ändert. Und weil ich natürlich auch ablehne, wenn einer für sich den besseren Gott beansprucht. Das ist, glaube ich, nicht gottgewollt. So hat er uns die Aufgabe nicht gestellt.“

Deutliche Worte, in ihrer Betonung nicht zu überhören. Petra Lorleberg, die Autorin der Kritik auf kath.net hätte nun anderes erwartet.

kath.net:

Das Interview erschien unter dem Titel „Glauben Sie an Gott, Herr Maffay?“. Ein solcher Titel in einer offiziellen Bistumszeitschrift erweckt im Leser die Erwartung, christliches Gedanken- und Glaubensgut präsentiert zu bekommen, wenn schon nicht in breiter Fülle, dann doch wenigstens in einiger Verdünnung. Diese Erwartung wird grundlegend enttäuscht.

Aha, nun outet sich Maffay als einer, den Glauben nicht primär berührt und schon wird der Mensch uninteressant. Der Mensch Maffay, der als Ausländer nach Deutschland kam und dem das Anderssein oft genug zu verstehen gegeben wurde, bis hin zur medialen Ignoranz seiner Musik enttäuscht, weil er nicht gottesfürchtig ist.

Lorleberg geht noch weiter.

Petra Lorleberg

Maffay erläuterte im Interview – ohne jegliche Korrektur durch den Interviewer – seine private Sicht auf Glaube, Kirche und Religion[...]

Der Interviewer hätte nach ihrer Meinung also Maffay korrigieren müssen, gottgewollt und vor allem gottesfürchtig. Seine private(sic) Sicht auf Glaube, Kirche und Religion, danach befragt, interessiert Lorleberg nicht, der Strohmann den sie gebaut hat steckt nicht nur in den Augen sondern blockiert ihr Denksystem.

Maffay persönlicher Glaube interessiert nicht, Lorleberg verlangt institutionalisierte Gottesgläubigkeit, alles andere ist ihr suspekt. Christen müssen in die Kirche gehen, dort wird man aber so wenig Christ, wie man Auto wird, wenn man in eine Garage geht.

Peter Maffay:

„An Gott glaube ich. Aber oft nicht an sein Bodenpersonal, das laufend, wie man ja aus der Presse entnehmen kann, auch heute noch Mist baut, das in den vergangenen Jahrhunderten Menschen unterjocht, Missbrauch betrieben, Elend erzeugt und Kriege heraufbeschworen hat. Das haben die Menschen gemacht. Das hat nicht der liebe Gott gemacht.“

Maffays persönlicher Glaube an einen Gott sei ihm unbenommen. Lorleberg stört sich weiterhin daran, dass im Interview noch nicht einmal das Wort Christ vorgekommen sei. Lorleberg wirkt gegen den 65jährigen Maffay wie eine Schranze vom Katholischen Frauenbund, Kreissäge aufm Kopf und bis zur Unterlippe zugeknöpft, die Frage, ob sie etwas von Rockmusik versteht, getraut man sich dann gar nicht mehr zu stellen. So schreibt die Anti-Mission der Evangelisierungskampagne des Papstes. Wer dann noch katholisch wird, dem ist eh nicht mehr zu helfen.

KiKA: Dodo des Monats Januar 2014

Dodo des Monats Januar 2014

Dodo des Monats Januar 2014

kikaAls Tahsins Beschneidungsfest beim KiKA über den Ticker rutschte verspürte ich erste Anzeichen einer einsetzenden Schnappatmung. Und die aufdämmernde Gewissheit, dass ist eine gewollte Sendung, ich hörte die wohltönenden Worte interreligiöser Dialog, Kultur, Tradition, dieses ganze euphemistische Gelabere, welches uns, gerade in der Beschneidungsdebatte um die Ohren gehauen wurde. Der KiKA ist als Spartenprogramm der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten werbefrei und bietet ein zielgruppenorientiertes Programm für 3- bis 13-jährige Zuschauer. Trick- und Realprogramme werden neben Serien und Spielfilmen, Magazinen und Informationsprogrammen ausgestrahlt. So liest sich das völlig neutral und doch ist gerade beim KiKA eine gehörige Portion religiöse Indoktrination Mittel zum Zweck.
Als Erwachsener ist man ja die Vergottung des Programms der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten schon fast gewöhnt, Nonnen, Priester, Bischöfe und sehr seltsam aussehende Monsignori fleuchen über die Mattschscheibe, dass es nur eine Pracht ist. Mörder wollen Priester werden und Theologie studieren, der Bischof bekommt eine Gewissenskrise, die völlig unverständlich ist. Sein Kirchengründer Paulus war ein vielfacher Mörder, der sich auch noch krimineller Methoden bediente. Bevor wir nun in Resignation verfallen drücken wir die Fernbedingung und schicken die digitale Leidkultur des Christentums ins Nirwana.
Kinder sind noch nicht so sensibilisiert, sie sehen nicht die falschen und verlogenen Botschaften der Götterwelt ihrer Eltern.
Als wenn es keine Schutzrechte gibt, die besonders bei Kindern anzuwenden sind, völlig unkritisch nölt die KiKA-Redaktion ein anatolisch-islamisches Beschneidungsfest den Kleinen um die Ohren. Zu mindestens die Männer in besagter Redaktion müssten es wissen, die Vorhaut macht einen nicht zum Mann und ihre Abwesenheit erst recht nicht. Die Traditionen und Kultur bronzezeitlicher Götzenverehrung sollte und darf heute keine Rolle mehr spielen. Alles was dieser kleine Junge von sich gab, hat er zigfach von seinen Eltern gehört, eine Alternative für ihn gab es nicht. Der Vater wollte es so.

Die Redaktion des KiKA schreibt an den Herausgeber der Plattform Humanist News u.a. folgendes:

Sie beziehen sich auf die Ankündigung der Sendung “Tahsins Beschneidungsfest” aus der Reihe “Schau in meine Welt!” und befürchten eine verherrlichende Darstellung.

“Schau in meine Welt!” ist ein Format, das – wie es der Titel bereits ankündigt – unsere jungen Zuschauer einlädt, Lebenswelten von Kindern in der ganzen Welt kennenzulernen. Dabei stellen die Protagonisten ihre Lebenswelt selbst vor: Gezeigt wird die Innensicht und das, was für die Kinder selbstverständlich und normal ist: Saskham hat uns seine Welt als Hinduist in Berlin miterleben lassen. Sanjanya zeigte uns sein Leben als Mönch im Buddhistischen Kloster. Omer lud uns zu seiner Bar Mitzwa-Feier in Jerusalem ein. Und auch Lydia hat als Aborigine in Australien religiöse Überzeugungen, die dem hiesigen Zuschauer nicht geläufig sind.

In der von Ihnen angesprochenen Sendung berichtet Tahsin, ein elfjähriger muslimischer Junge, wie er sich zusammen mit seiner Familie auf das aus seinem religiösen Kontext heraus wichtige Sünnet-Fest in der Türkei vorbereitet. Er lässt uns teilhaben an seinen Gedanken, an seiner Vorfreude, an seinen Bedenken, und bietet jedem Einzelnen an, einen unverstellten Blick in sein Leben zu erhalten. Für ihn ist das Beschneidungsfest eines der Ereignisse seines Lebens, das er nie vergessen wird.

Aha, die Macher vom Kinderkanal wollen tatsächlich weismachen, dass die Lebenswelten der Kinder buddhistisch, hinduistisch, jüdisch manifestiert sind. Diese Kindern spielen nicht, haben keine anderen Hobbys, Interessen, Leidenschaften als ihre Religion. Wie blöd muss man sein um das zu glauben, KiKA-blöd. Das ist die Essenz des Formats. Religiöse Lebensinhalte, die scheinbar zu den bestimmenden Perspektiven kindlicher Weltsicht gehören.

Da ist ja Malala klüger, ein Mädchen, der die Taliban in den Kopf geschossen hatten, weil sie in die Schule wollte. Solche Informationen passen aber nicht zu Verdummungsfaktor des Formats.
Das Leben eines kleinen Atheisten wird wohl im Format nicht gezeigt, warum auch? Passt nicht zur Religionisierung nachwachsender Generationen. Statt Aufklärung und Wissensvermittlung erfolgt die religiöse Unterweisung von Kindern.

Zum Abschluß noch Immanuel Kant auf den Weg:
“Ich nehme erstlich folgenden als einen keines Beweises benötigten Grundsatz an: alles, was  außer dem guten Lebenswandel der Mensch noch tun zu können vermeint, um Gott wohlgefällig zu werden, ist bloßer Religionswahn und Afterdienst Gottes.”(Kant, Werke, Bd. 7, Darmstadt 1968, S.842.)

Schau in meine Welt ist Afterdienst. Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.