Archiv der Kategorie: Ökonomie

Diakoniechef gegen schärferes Strafrecht bei Sterbehilfe

sterbenIn der Diskussion um die gesetzliche Regelung der Sterbehilfe hat sich Diakoniepräsident Ulrich Lilie gegen ein schärferes Strafrecht ausgesprochen.

Von Thomas Schillerevangelisch.de

“Es muss weiterhin Freiräume geben”, sagte der Chef der bundesweiten Diakonie dem Evangelischen Pressedienst. Ärzte, Pflegende und Angehörige müssten ihre persönliche Verantwortung für sich, vor den anderen und vor Gott wahrnehmen. “Das ist ein gutes protestantisches Prinzip”, sagte der Theologe. Die Handelnden hätten die konkrete Verantwortung, die staatlichen und kirchlichen Richtlinien in die beste Lösung für die Beteiligten zu übersetzen. “Das Strafrecht kann diese Dilemma-Situation nicht lösen”, erklärte Lilie.

Der Spitzenvertreter des evangelischen Sozialverbands sprach sich aber strikt gegen eine Institutionalisierung der Sterbehilfe aus. “Jede organisierte, erst recht jede kommerzialisierte Form von Sterbehilfe ist zu verhindern”, sagte Lilie. Diese Grenze dürfe auch bei einer gesetzlichen Neuregelung nicht überschritten werden.

weiterlesen

Zweischneidiges Schwert: Humanitäre Hilfe und Waffenlieferungen

Der Bundestag will am Montag über „Humanitäre Hilfe für Flüchtlinge im Irak und Kampf gegen die Terrororganisation IS“ beraten Foto: Oleg Zabielin|fotolia

Am Montag tritt der Bundestag in Berlin zur einer Sondersitzung zusammen. Die Abgeordneten beraten dann über Waffenlieferungen zum Kampf gegen IS und humanitäre Hilfe.

pro Medienmagazin

Thema der Sondersitzung am Montag ist die „Humanitäre Hilfe für Flüchtlinge im Irak und Kampf gegen die Terrororganisation IS“. Bereits vor einem Monat hatten Vertreter aller Fraktionen das brutale Vorgehen der IS im Irak verurteilt. Nun will die Bundesregierung die terrorisierten Kurden im Irak neben humanitärer Hilfe auch mit Waffen unterstützen und erwägt, diese Entscheidung mit einem Beschluss durch das Parlament zu stützen. Formal ist die Regierung nicht darauf angewiesen und könnte die Waffenlieferung auch ohne das Votum der Parlamentarier veranlassen. Den symbolischen Wert einer breiten Zustimmung für die Waffenlieferung an die Kurden durch die Volksvertreter halten Beobachter jedoch für beachtlich. Bislang galt in der deutschen Außenpolitik: Keine Lieferung von Waffen in Kriegsgebiete. Für Spiegel-Autor Jakob Augstein lässt die Bundesregierung „Grundsätze deutscher Politik in atemberaubendem Tempo hinter sich“. Die Änderung der Außenpolitik bringt auch Kirchenvertreter in Erklärungszwang. Über Jahre galt nach Auffassung der Tagesschau in der Kirche unangefochten „grundsätzlicher und fundamentaler Pazifismus“.

weiterlesen

Gesunde Ernährung: Vitamine auf dem Prüfstand

Bild: salutejournal.it

Trotz jahrzehntelanger Forschung: Der Nutzen von Nahrungsergänzungsmitteln bleibt unklar.

Von Melinda Wenner Moyer—Spektrum.de

Es war im Jahr 1911, als der polnische Biochemiker Casimir Funk herausfand, was hinter der bis dahin mysteriösen neurologischen Erkrankung namens Beriberi steckt. Diese war besonders dort verbreitet, wo sich die Menschen vorwiegend von geschältem oder “poliertem” Reis ernährten. Funk fütterte damals kranke Tauben mit einer Substanz, die er beim Reispolieren isoliert hatte. Und in der Tat: Die Tauben erholten sich innerhalb von zwölf Stunden. Daraufhin stellte er die These auf [1], dass einige rätselhafte Krankheiten, wie auch Beriberi und Skorbut, auf einen Mangel an Nährstoffen zurückgehen, vergleichbar denen aus Reisschalen. Die Substanzen hielt er für “vitale Amine”, welche er kurz “Vitamine” nannte.

Obwohl viele mit der Idee liebäugelten, dass Vitamine bestimmte Krankheiten verhindern oder kurieren könnten, so wetterten auch viele aus dem medizinischen Establishment dagegen. Funks Kollegen am Lister-Institut für präventive Medizin in London stellten seine These in Frage und wollten ihn dazu bringen, den Begriff “Vitamin” in seinen Veröffentlichungen nicht zu gebrauchen. Außerdem kam ein 1917 erschienener Leitartikel in der Fachzeitschrift “Journal of the American Medical Association” zu dem Schluss, dass der Ausdruck Mangelerkrankung zwar inzwischen gängig geworden war, dass dieses Konzept aber eine sehr vage Erklärung sei, die unkritisch übernommen wurde [2].

weiterlesen

“Viele Vatikan-Mitarbeiter vermissen Benedikt XVI.”

Das Papst-OrakelDie Reformpläne von Papst Franziskus für die Kurie treffen nach den Worten von Publizist Albert Link auf Widerstände im Vatikan. Dies sei bis hinunter auf die unteren Ebenen spürbar, sagte Link am Montag dem Internetportal katholisch.de.

RP ONLINE

“Die kleinen Angestellten haben den Eindruck, dass durch den Einzug der Unternehmensberater von McKinsey, durch Gerüchte über eine Verkleinerung der Kurie und eine Abschaffung der Altersvorsorge an ihnen das Beispiel der Kirche der Armen statuiert werden soll.”

Es gebe zwar nach wie vor eine “Grundsympathie” für Franziskus, aber viele Mitarbeiter vermissten Benedikt XVI. als “väterlichen Arbeitgeber” und verspürten Zukunftsängste, so Link weiter.

weiterlesen

„Dodo Hahne“: EKD redet über Hilfe zum Selbstmord anstatt über ihre Geschwister

800px-Peter_Hahne1Kritik an der Passivität der Kirchen in Deutschland angesichts der Ereignisse in Syrien und im Nordirak haben am 31. August Gäste der Sendung „Peter Hahne“ geübt. Sie stand unter dem Thema „Flüchtlingselend im Irak – Helfen jetzt nur noch Waffen?“.

kath.net

Moderator Peter Hahne zitierte eingangs den Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, wonach die Krise in Syrien und im Irak zum größten humanitären Notfall unserer Zeit geworden ist. Derzeit seien die Hälfte des gesamten syrischen Volkes und rund 430.000 Jesiden auf der Flucht. Nach Worten des Diplominformatikers und syrisch-orthodoxen Christen Namroud Yahkup (Aschaffenburg) verbrennt unter dem Wüten der islamistischen Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) gerade die Wiege des Christentums. Erstmals in der Geschichte des Irak höre man dort kein Glockenläuten mehr.

weiterlesen

Warum bedrohte Christen(Menschen) jetzt Hilfe brauchen

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Heute wird das Bundeskabinett wohl Waffenlieferungen an die Kurden im Nordirak beschließen. Den Schrecken selber aber werden die Waffen nicht vertreiben – die Christen in der Region fürchten, dass sich die Gewehre am Ende auch gegen sie richten. Deshalb zählt zur Hilfe auch, verfolgte Christen großzügig in Deutschland aufzunehmen.

Von Matthias DrobinskiSüddeutsche.de

Ein arabisches “N” malen sie den Christen auf die Hauswand, die Männer, die da angeblich im Namen Gottes das Land heimsuchen. Nasrani, Nazarener, so heißen die Christen im Koran. Und wen die Killer des Islamischen Staates als Nazarener brandmarken, der muss seinem Glauben abschwören oder eine Kopfsteuer zahlen. Oder er stirbt. Oft genug helfen weder Schwur noch Geld, oft genug machen die muslimischen Nachbarn von gestern mit, in dieser Mischung aus Angst und Gier, die auch die Nazis nutzten, um die Juden auszurauben und zu ermorden.

weiterlesen

Between Godliness and Godlessness

Ben Wiseman, NYT.

ALMOST midway through Sam Harris’s new book, “Waking Up,” he paints a scene that will shock many of his fans, who know him as one of the country’s most prominent and articulate atheists.

By Frank BruniThe New York Times

He describes a walk in Jesus’ footsteps, and the way he was touched by it.

This happened on “an afternoon on the northwestern shore of the Sea of Galilee, atop the mount where Jesus is believed to have preached his most famous sermon,” Harris writes. “As I gazed at the surrounding hills, a feeling of peace came over me. It soon grew to a blissful stillness that silenced my thoughts. In an instant, the sense of being a separate self — an ‘I’ or a ‘me’ — vanished.”

Had Harris at last found God? And is “Waking Up” a stop-the-presses admission — an epiphany — that he slumbered and lumbered through the darkness for too long?

Hardly. Harris is actually up to something more complicated and interesting than that. He’s asking a chicken-or-egg question too seldom broached publicly in America, where religion is such sacred and protected turf, where God is on our currency and at our inaugurals and in our pledge and sometimes written into legislation as a way to exempt the worshipful from dictates that apply to everyone else.

Continue reading at Nytimes.com

Wahl Dodo des Monats August 2014

Dodo des Monats August 2014

Dodo des Monats August 2014

Der Monat August hatte es, hinsichtlich Religiotie, Sozialdarwinismus und jede Menge obskuren Äußerungen, in sich. Thematisch bestimmend, Sterbehilfe und natürlich die IS-Barbaren in Syrien und dem Irak. Erstmals eine Doppelnominierung, ließ sich inhaltlich und sachlich nicht vermeiden.

Die Wahl ist bis zum 07. September 2014, 18:00 Uhr befristet. Mehrfachauswahl ist möglich. Der Gewinner wird am 08.September, hier auf dem Blog, gewürdigt werden.

  1. Anton Losinger,”Pädo-Sekte im Ethikrat.”
  2. Frank Ulrich Montgomery, “Ärzte sind keine Tötungsmedikamentebeschaffer.”
  3. Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften e.V.,” Mit Bibel gegen Multikultigedöns.”
  4. Michael Blume(1), “Gottesspuren in Genen und Gehirn.”
  5. Pierre Vogel,”…fodert Jesiden auf zu konvertieren.”
  6. Volker Kauder, “Verantwortung vor Gott.”
  7. Marian Wendt, “Homos sind Vögel, Heteros Fische.”
  8. Andreas Laun, “Antisemitsimus, kognitive Dissonanzen und Geschichtsklitterung.”
  9. James Kirchik, “Islamophobie und Antisemitismus: Die neuen alten Juden.”
  10. Franz Josef Jung, “Lebensschutz ist Gebot des Christentums.”
  11. Nikolaus Schneider, “Frieden schaffen, mit mehr Waffen.”
  12. Silvia Löhrmann, “Jesus wertet nicht.”
  13. Katrin Göring-Eckardt, “ für Militäreinsatz gegen IS.”
  14. Norbert Lammert, “Kirchen sollen Öffentlichkeit verdummbibeln.”
  15. Wolfgang Huber, “Einen Stahlhelm für Sozialethiker Huber.”
  16. Klaus Krämer, “Menschen haben Recht auf christliche Botschaft.”
  17. Norbert Rosenboom, “Regelschule mit ein bisschen Waldorf-Pädagogik.”
  18. Caritas Köln, “Baby zu laut, Familie fliegt aus der Wohnung.
  19. Michael Blume(2), “Atheistische Populationen verebben”:Ohne Religion fehlt es an Kindern.”

Viel Spaß!

Weiterlesen

Islam: Das Ende falscher Toleranz

Gebet-islam

Welchem Islam hängen die in Österreich lebenden Muslime eigentlich an? Das muss uns interessieren.

Von Martina SalomonKurier.at

Bis zum Jahr 2051 wird jeder fünfte Österreicher Muslim sein. Derzeit sind es schon 11,6 Prozent (1971: 0,4 Prozent). Das offizielle Österreich ging immer von friedlicher Koexistenz der Religionen aus. Doch die jüngsten Nachrichten zeigen, dass sich weltweit erschreckend große Teile der Muslime ins Mittelalter zurückentwickeln. Ihre Brutalität gegenüber Andersdenkenden (bis hin zu bestialischen Morden), ihren Imperialismus, ihre Unterdrückung von Frauen und Homosexuellen und die Herrschaft der Religion über die Politik lesen sie aus dem Koran heraus.

Schon in den letzten Jahrzehnten lief, wer den Islam öffentlich kritisierte oder auch nur karikierte, Gefahr, sich eine Todes-Fatwa einzuhandeln. Selbst ernannte “heilige Krieger” töten und vertreiben Christen in aller Welt. Dennoch appellierten westliche Regierungen stets an die Toleranz. Das mag in der (falschen) Auslegung eines Jesus-Wortes wurzeln: “Wenn dich einer auf die linke Backe schlägt, dann halte ihm auch die andere hin.” In der biblischen Szene bleibt der Angeklagte Jesus standhaft und verlangt Respekt. Das müssen auch wir für unsere Kultur und Werte tun. Denn selbst in Diskussionen mit gebildeten Muslimen wird oft ihre Verachtung gegenüber unserer liberalen Gesellschaft spürbar.

weiterlesen

Diskussion, Leserbriefe zum Artikel

Beten reicht nicht mehr—van Elst-Hotline in Limburg

Bild: @Kiwi_Gold/twitter

Bild: @Kiwi_Gold/twitter

Die katholische Kirche richtet ein Sorgentelefon für alle Mitarbeiter ein, die durch den Skandal um Tebartz-van Elst persönliche Verletzungen und Kränkungen erlitten haben.

Frankfurter Allgemeine

Bei der Aufarbeitung des Falls Tebartz-van Elst geht die katholische Kirche ungewöhnliche Wege: Im Bistum Limburg soll es ab dem 1. September ein Sorgentelefon für alle Mitarbeiter und aktiven Ehrenamtlichen geben, die durch den Skandal um den ehemaligen Bischof persönliche Verletzungen erlitten haben.

weiterlesen

Die Bibel auf Youtube, Facebook und dem Smartphone

Foto: epd-bild/Markus Niethammer

Die Deutsche Bibelgesellschaft ist über 200 Jahre alt, seit dem Frühjahr hat sie mit Christoph Rösel einen neuen Generalsekretär. Im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) erläutert der 50-Jährige, warum selbst Nichtchristen die Bibel lesen sollten und wie seine Organisation das uralte Buch der Bücher der Generation Internet näher bringt.

 

Von Marcus Mocklerevangelisch.de

Herr Rösel, warum sollte ich als aufgeklärter Mensch des 21. Jahrhunderts noch die Bibel lesen?

Christoph Rösel: Weil dieses Buch über Jahrtausende hinweg Menschen geholfen hat, ihr Leben zu verstehen und für ihr Leben eine Perspektive zu finden. Und selbst wenn man zunächst persönlich nichts mit der Botschaft anfangen könnte, wäre es um der vielen anderen Menschen willen, denen die Bibel viel bedeutet, interessant, darin zu lesen. Literatur, Bildende Kunst, Musik im europäischen Raum erschließen sich ohne Bibelkenntnisse nicht.

weiterlesen

Berlin: Lange Nacht der Religionen

religion_dark_agesMit über 250 Religionsgemeinschaften gehört Berlin zu den multireligiösen Zentren der Welt. Die „Lange Nacht der Religionen“ will diese Vielfältigkeit und die dazugehörende Toleranz in den Vordergrund rücken.

IslamiQ

Mehrere Tausend Besucher sind in den letzten zwei Jahren in Berlin der Einladung zur „Langen Nacht der Religionen“ gefolgt. 2014 wird nun zum dritten Mal ein Zeichen für religiöse Vielfalt gesetzt. Die Veranstaltung wird in diesem Jahr zum ersten Mal von Dr. Thomas M. Schimmel koordiniert, der vor allem darum bemüht ist, die positiven Funktionen der Religionsgemeinschaften in der Gesellschaft in den Vordergrund zu rücken. Der Initiativkreis, der multireligiös besetzt ist, möchte mit der „Langen Nacht der Religionen“ eine Plattform für Gespräche, die sonst selten zustande kommen, bieten.

weiterlesen

Hinduismus: Der Elefantengott hat Geburtstag

Ganeshas Schönheit beruht auf seiner Intelligenz. (AFP / Indranil Mukherjee)

Ganesha ist klein und dick, hat einen Elefantenkopf und sitzt auf einer Lotusblüte. Wegen seiner Intelligenz und Stärke gilt die Gottheit als Überwinder von Hindernissen und Garant für Glück und Erfolg. Zehn Tage lang feiern viele Millionen Hindus nun ihren Geburtstag.

Von Margarete BlümelDeutschlandfunk

Ganeshas Vater Shiva ist für den Erhalt und die Zerstörung der Welt verantwortlich. Als Mahadeva – “großer Gott” – hat er einen eigenen Kult und gilt als Herr über alle Welten und alle Wesen, sagt die Indologin Manjiri Bhalerao aus Pune:

“Auch Ganesha wird ein eigener Kult zugesprochen. Anders als Shiva, wird er aber in den altindischen Schriften, den Veden, noch nicht genannt. Erst im dritten Jahrhundert findet Ganesha Erwähnung in den Texten.”

Das hinduistische Pantheon ist überaus komplex. So gibt es etwa Gottheiten wie Shiva, die zugleich für die Zerstörung und für die Erneuerung der Welt verantwortlich sind.

weiterlesen

Ethiker: Freiwillig sterben wollen ist nicht kriminell

Foto: epd-bild/Stefan Arend

Befürworter der aktiven Sterbehilfe und diejenigen, die das Leben unbedingt schützen wollen, stehen sich in der Diskussion gegenüber. Für Professor Michael Quante ist dieses Schwarz-Weiß-Denken falsch. Er hält das Recht auf Selbstbestimmung für ebenso wichtig wie den Ausbau von Hospizen.

Von Carsten Linnhoffevangelisch.de

Der Bundestag will bis 2015 das Gesetz zur Sterbehilfe reformieren. Um was geht es im Kern?

Michael Quante: Wir haben eine lange Tradition des Schutzes des menschlichen Lebens. Unsere Gesellschaft aber verändert sich und das Paradigma der Selbstbestimmung ist längst anerkannt. Und dazu gehört auch die Selbstbestimmung über das eigene Lebensende. Das ist der Grundkonflikt.

weiterlesen

Grönland und Antarktis: Böse Überraschungen

Bild: RP Online

Wissenschaftler gehen davon aus, dass es in Grönland und der Antarktis künftig mit der Eisabnahme schneller gehen könnte als bisher gedacht.

Von Wolfgang PomrehnTELEPOLIS

Drei Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven haben mit Hilfe des europäischen Satelliten CryoSat-2 die Veränderungen in den Höhen der grönländischen und antarktischen Eismassen kartiert. Dabei kam heraus, dass die Eisschilde derzeit pro Jahr rund 500 Kubikkilometer Eis verlieren. Das entspricht einem Gletscher der Größe Hamburgs mit einer Dicke von 600 Metern. Die Autoren haben ihre Ergebnisse im Fachblatt TheCryosphere veröffentlicht.

An Bord des Satelliten ist ein sogenanntes Altimeter, mit welchem der Abstand des Satelliten zur Oberfläche gemessen werden kann. Das geschieht entweder mit Radar- oder Laserstrahlen, die ausgesendet und deren Reflektion am Untergrund aufgefangen wird. Aus der Laufzeit und der genauen Position des Satelliten lässt sich dann die Höhe des Reliefs berechnen. Die Unsicherheit der Messungen, schreiben die Autoren in ihrem Abstract, habe in 80 Prozent der Messungen unter drei Metern gelegen.

weiterlesen

Gott will keinen Krieg

Unterstützung für den Ersten Weltkrieg: Gottesdienst der Berliner Jugendkompagnien im Jahr 1915 (Foto: Süddeutsche Zeitung Photo)

1914 riefen auch die Kirchen zum “gerechten Krieg” auf. Doch im Drohnen-Zeitalter kann niemand mehr Gewalt als Werkzeug Gottes sehen. Was heißt das für die Forderung von Bundespräsident Gauck nach mehr Auslandseinsätzen der Bundeswehr?

Von Margot KäßmannSüddeutsche.de

Am 2. August 1914 spricht der Berliner Hof- und Domprediger Bruno Doehring von den Stufen des Reichstags zu einer großen Volksmenge in einem improvisierten Gottesdienst: “Ja, wenn wir nicht das Recht und das gute Gewissen auf unserer Seite hätten, wenn wir nicht – ich möchte fast sagen handgreiflich – die Nähe Gottes empfänden, der unsere Fahnen entrollt und unserm Kaiser das Schwert zum Kreuzzug, zum heiligen Krieg in die Hand drückt, dann müssten wir zittern und zagen. Nun aber geben wir die trutzig kühne Antwort, die deutscheste von allen deutschen: Wir Deutsche fürchten Gott und sonst nichts auf der Welt!”

Bei solcher Predigt graust es uns hundert Jahre später. Hier haben Menschen Ideologie und Zeitgeist mehr gehorcht als Gott. Auf allen Seiten waren die Kirchen Europas Teil eines national verblendeten Getöses.

weiterlesen

Deutsche Bischöfe wollen katholische Präsenz in Berlin ausbauen

DBK, Screenshot: BB

DBK, Screenshot: BB

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK), die ihren Sitz nach wie vor in der früheren westdeutschen Hauptstadt Bonn hat, will die Präsenz der katholischen Kirche in Berlin stärken. Zur Planung bestellte die DBK eine Arbeitsgruppe, wie die DBK-Pressestelle am Freitag auf Anfrage bestätigte.

kathweb

Die Arbeitsgruppe soll in den nächsten beiden Jahren Möglichkeiten prüfen, die Erzdiözese Berlin in “Bereichen mit überdiözesaner Bedeutung stärker zu unterstützen”. Dies sei “etwa im gesellschaftlichen Dialog, in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung, im Kulturellen oder in Fragen der internationalen Beziehungen”. Die Arbeitsgruppe habe den Auftrag, “Einzelheiten zu klären und entsprechende Gespräche zu führen”.

Geleitet wird die Gruppe vom stellvertretenden DBK-Vorsitzenden Norbert Trelle. Ihr gehören auch der frühere Berliner und künftige Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki, der Mainzer Kardinal Karl Lehmann, der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck und der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff an.

weiterlesen

Weitere Mitglieder sind der Augsburger Weihbischof Anton Losinger sowie der künftige Berliner Diözesanadministrator, der nach dem Amtsantritt Woelkis als Kölner Erzbischof am 20. September gewählt wird. Die Gesamtverantwortung trägt DBK-Vorsitzender Kardinal Reinhard Marx.

Dieser Text stammt von der Webseite http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/64288.html des Internetauftritts der Katholischen Presseagentur Österreich.

Can the World Really Set Aside Half of the Planet for Wildlife?

Märkischer Kiefernwald,Bild: brightsblog(bb)

Märkischer Kiefernwald,Bild: brightsblog(bb)

The eminent evolutionary biologist E.O. Wilson has an audacious vision for saving Earth from a cataclysmic extinction event

By Tony HissSmithsonian Magazine

Battles are where the fun is,” said E.O. Wilson, the great evolutionary biologist, “and where the most rapid advances are made.” We were sitting in oversized rocking chairs in a northwest Florida guest cottage with two deep porches and half-gallons of butter-pecan ice cream in the freezer, a Wilson favorite. He’d invited me here to look at what he considers a new approach to conservation, a new ecological Grail that, naturally, won’t happen without a fight.

Wilson, 85, is the author of more than 25 books, many of which have changed scientific understanding of human nature and of how the living part of the planet is put together.

Known as the father of sociobiology, he is also hailed as the pre-eminent champion of biodiversity: Wilson coined the word “biophilia” to suggest that people have an innate affinity for other species, and his now widely accepted “theory of island biogeography” explains why national parks and all confined landscapes inevitably lose species.

read more

Fünfte Kolonne des Kalifats: Kurden verweigern sunnitischen Araber die Rückkehr

“Botschaft in Blut”, Bild: heise.de

Seit US-Flugzeuge Stellungen des “Islamischen Staats” im Nordirak bombardieren, konnten die kurdischen Peschmerga dort nicht nur den Vormarsch der Terrorgruppe stoppen, sondern auch einige Gebiete zurückerobern. Die Washington Post berichtet nun, dass die Peschmerga sunnitischen Arabern aus Gwer und anderen zurückeroberten Ortschaften die Rückkehr in ihre Heimat verweigert.

Von Peter MühlbauerTELEPOLIS

Als Grund dafür machen die Kurdenmilizen Sicherheitsbedenken geltend: Viele sunnitische Araber hätten mit den Kalifatsterroristen zusammengearbeitet, deren Einmarsch mit vorbereitet und dem Kalifen Abu Bakr al-Bagdadi die Treue geschworen, weshalb man ihnen nicht trauen könne.

Flankiert werden diese Befürchtungen durch vier Terroranschläge in der von Kurden gehaltenen Ölmetropole Kirkuk, bei denen am Wochenende mindestens 20 Menschen ums Leben kamen. Im vom IS eroberten Mosul, wo bis zum Juni zahlreiche Kurden lebten, enthaupteten die Salafisten für ein neues Propagandavideo mit dem Titel “Botschaft in Blut” einen Angehörigen dieser Volksgruppe vor der Großen Moschee und zeigen zahlreiche weitere kurdische Gefangene, denen das gleiche Schicksal drohen soll.

weiterlesen

“Jedes Land ist Missionsland”

Foto: epd-bild/Annette Zoepf Christliches Zeugnis bedeutet auch Einsatz für Frieden und Verständigung der Religionen – wie hier auf einer Demo in Augsburg im Juli 2014.

Christlich missionieren – ist das noch zeitgemäß? Es kommt darauf an, wie. “Mit Mitgefühl und Demut”, hieß es auf dem Berliner Missionskongress unter dem Titel “MissionRespekt. Christliches Zeugnis in einer multireligiösen Welt”. Rund 250 Teilnehmende aus aller Welt trafen sich zwei Tage lang in Berlin – erstmals in großer ökumenischer Breite: Landeskirchliche und freikirchliche Protestanten waren ebenso vertreten wie römisch-katholische und orthodoxe Christen.

Von Thomas Klattevangelisch.de

“Mission gehört zutiefst zum Wesen der Kirche” – fast schon trotzig stellt das gemeinsame ökumenische Wort “Christliches Zeugnis in einer multireligiösen Welt” von 2011 diesen Satz an den Anfang. Das Dokument war vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK), dem Päpstlichen Rat für interreligiöse Angelegenheiten (PCID) und der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) gemeinsam verabschiedet worden – ein historischer Schritt. Erstmals sehen sich diese Kirchen in ihrer Mission nicht mehr als Konkurrenten, sondern wollen sich künftig respektieren, ja sogar um der Sache Christi willen künftig zusammenarbeiten. Wie das konkret gehen kann, haben sie jetzt auf einem zweitägigen Kongress in Berlin besprochen.

weiterlesen