Archiv der Kategorie: Ökonomie

Propaganda-Blatt lockt Deutsche in den Dschihad

Tarnfleck, Tanklaster und Testosteron: „Dabiq“ liefert brutale IS-Propaganda auf Deutsch, Dabiq Magazin/Al-Furqan Media Productions

In den Reihen des „Islamischen Staates“ kämpfen bereits mehr als 450 Deutsche. Die Terrormiliz will noch viele weitere rekrutieren. Das Propaganda-Blatt „Dabiq“ ruft im Internet weltweit zum Dschihad auf – auch auf Deutsch.

Von Katharina PfannkuchCicero

Befürchtet wurde es schon lange, seit Mitte Oktober ist es Gewissheit: Kämpfer des „Islamischen Staates“ (IS) haben im Nord-Irak jesidische Frauen und Kinder versklavt und verkauft. Bestätigt hat dies die islamistische Gruppierung um den selbsternannten Kalifen Abu Bakr al-Baghdadi höchstselbst – mit einer Wortwahl und Logik, die an Menschenverachtung kaum zu überbieten ist.

Die Jesiden seien eine „heidnische Minderheit“ von „Teufelsanbetern“. Eingehende Beratungen mit Gelehrten hätten zu dem Schluss geführt, dass die Versklavung und der Verkauf jesidischer Frauen und Kinder legitim seien. Zudem halte man sich ja an die geltenden Regeln, die etwa untersagen, Kleinkinder beim Verkauf von ihrer Mutter zu trennen. Doch damit nicht genug der Selbstgefälligkeit: „Viele der Frauen und Kinder haben bereitwillig den Islam angenommen und praktizieren die Religion nun eifrig, nachdem sie die Dunkelheit der Vielgötterei verlassen konnten.“

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Christlicher Glaube und Marktwirtschaft gehören zusammen

Bild: tilly

Bild: tilly

Ökonom: Wenn das eine wegfällt, verlieren wir auch das andere.

kath.net

„Der christliche Glaube und die freie Marktwirtschaft gehören untrennbar zusammen. Lassen wir das eine wegfallen, verlieren wir über oder lang auch das andere.“ Diese Ansicht vertrat der Diplom-Ökonom Robert Grözinger (Bath/England) auf einer Veranstaltung der Regionalgruppe Rhein-Main des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer (AEU) am 29. Oktober in Frankfurt am Main. Der Autor des Buches „Jesus, der Kapitalist“ sprach vor 60 Vertretern aus Kirche und Wirtschaft zum Thema „Das christliche Herz der Marktwirtschaft“. Gastgeber war die Deutsche Bank. Grözinger zufolge sind entscheidende Grundlagen für den Kapitalismus aus dem Judentum und dem Christentum hervorgegangen, etwa die Achtung des Privateigentums sowie die Freiheit und Verantwortung des Einzelnen. Gott habe dem Menschen den Auftrag gegeben, die Erde zu bebauen und zu bewahren. Dazu seien Effizienzsteigerung und Arbeitsteilung notwendig, um die Welt angesichts der Vielzahl der Menschen bewohnbar zu halten. Dies gelinge am besten durch die Marktwirtschaft.

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Prominentes AfD-Mitglied: “Ziehe meinen Hut vor Hools”

Bild: Ziko van Dijk (CC BY SA 3.0)

Bild: Ziko van Dijk (CC BY SA 3.0)

Verzweifelt kämpft AfD-Chef Bernd Lucke gegen das Image seiner Partei, ein Sammelbecken für Rechte und Verschwörungstheoretiker zu sein. Allein, seine Parteibasis unterstütz ihn in diesem Vorhaben nicht.

Huffington Post

Jetzt ein neuer Skandal: Das prominente Hamburger AfD-Mitglied Tatjana Festerling gestand in einen Beitrag für die Website “Journalistenwatch”, dass sie an der Kölner Hooligan-Demonstration teilgenommen hatte, wie das “Hamburger Abendblatt” berichtet.

Festerling ist seit Gründung der AfD in Hamburg für die Partei aktiv, wird im Gründungsprotokolll der AfD Hamburg-Mitte erwähnt und kandidierte bei den Bezirkswahlen 2013.

“Heute Abend ziehe meinen Hut vor den Hools, vor Euch!”, schrieb sie in dem Beitrag.

“Für Eure Disziplin, mit der Ihr – immerhin rund 5.000 Hools – durch die Straßen gezogen seid. Eure Parolen waren nicht originell, aber schnell zu merken und in keinster Weise rassistisch, rechtsextrem oder Gewalt auffordernd: 1. Wir wollen keine Salafistenschweine 2. Wir sind das Volk!”, sagte sie an die Adresse der Hooligans gerichtet.

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Porsche: Pasta unter Michelangelos Fresko

Darum geht es in allen Religionen. Bild: AAA

Darum geht es in allen Religionen. Bild: AAA

Taugt Kunst als Kulisse? Der Vatikan hat die Sixtinische Kapelle für Galadinner von Porsche vermietet. Der Papst rechnet wohl mit Spenden, verletzt damit aber ein demokratisches Prinzip.

Von Catrin LorchSüddeutsche.de

Was verbindet Porsche und Rom? Seit einigen Tagen muss die Antwort lauten: ein Skandal. Der Autobauer hat die Frage selbst gestellt, auf der Firmen-Website, Abteilung Motorsport-Events. Dort findet sich die Einladung zur “Exklusiven Porsche Tour nach Rom”, einer Sause durchs Latium und die Ewige Stadt, deren Höhepunkt, nach Etappenzielen wie der Sommerresidenz des Papstes, ein Konzert im “Stylish Setting” der Sixtinischen Kapelle ist. Plus Galadinner im Vatikanischen Museum, “umgeben von Meisterwerken weltberühmter Künstler wie Raffael und Michelangelo”.

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EKD stärkt interreligiösen Dialog in Indonesien—auf Staatskosten?

Jochen Bohl, Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA-3.0-de

Stellvertretender Ratsvorsitzender Jochen Bohl begleitet Bundesaußenminister Steinmeier auf Südostasienreise

Logo der EKD

Gemeinsam mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier ist der stellvertretende Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Jochen Bohl, am Donnerstag (30. Oktober) zu einer Reihe von Gesprächen und Begegnungen nach Südostasien aufgebrochen. Landesbischof Bohl ist Mitglied einer siebenköpfigen Delegation, die den Außenminister auf einer fünftägigen Reise nach Indonesien und Südkorea begleitet.

Ein zentrales Anliegen der Reise ist für den stellvertretenden Ratsvorsitzenden der interreligiöse Dialog in Indonesien. In Jakarta trifft Bohl mit Vertretern der dortigen muslimischen Mehrheit zusammen. „Der Dialog zwischen den Religionen ist für das friedliche Zusammenleben der Menschen in Indonesien unverzichtbar“, betonte Bohl im Vorwege der Reise. „Er dient dazu, die moderaten Kräfte im Land zu stärken und Eskalationen zu verhindern.“ Der zum Teil seit Jahrzehnten erfolgreich geführte Dialog und das selbstverständliche Miteinander von Christen und Muslimen im Alltag dürften durch die Ausbreitung eines islamistisch geprägten Islam, wie sie sich derzeit insbesondere in der Region Aceh zeige, nicht aufs Spiel gesetzt werden, so der sächsische Landesbischof.

In Indonesien ist die Religionsfreiheit in der Verfassung verankert. Offiziell werden vom Staat fünf Religionen anerkannt: Islam, Christentum, Hinduismus, Buddhismus und Konfuzianismus. 85 Prozent der Bevölkerung sind muslimisch. Die Mehrheit von ihnen lebt einen lokal geprägten und moderaten Islam.

Die evangelische Kirche ist mit ihren Missionswerken seit vielen Jahrzehnten in der Region aktiv und durch die Kontakte zu ihren Partnerkirchen ein wichtiger Ansprechpartner für die Entwicklungszusammenarbeit.

In Südkorea stehen Begegnungen mit der christlichen Kirche in Seoul auf dem Programm.

Hannover, 30. Oktober 2014

Pressestelle der EKD
Carsten Splitt

Wien: Abdullah-Zentrum beschwert sich

König Abdullah, Bild: BB

König Abdullah, Bild: BB

Der saudiarabische Generalsekretär des Dialogzentrums vermisst Solidarität. Der Außenminister will sich nicht zum “Watschenmann” machen lassen.

Von CHRISTIAN ULTSCHDiePresse.com

Nein, so hat sich das Faisal bin Abdulrahman bin Muammar nicht vorgestellt. Der saudiarabische Generalsekretär des König-Abdullah-Zentrums für interreligiösen und interkulturellen Dialog in Wien ist höchst unzufrieden. Er hätte sich mehr Rückendeckung von seinen österreichischen Gastgebern erwartet.

Penibel ließ der Vertraute des saudiarabischen Königs unlängst Vorfälle auflisten, in denen seine internationale Organisation Kritik einstecken musste – und nicht vom Außenministerium verteidigt wurde. Besonders in Rage geriet er dem Vernehmen nach, als Sebastian Kurz am Rande der UN-Generalversammlung Ende September auch noch erklärte, das Dialogzentrum in Wien dürfe kein Feigenblatt für Saudiarabien sein. „Kein Kommentar“, heißt es dazu im Abdullah-Zentrum. Ein Dementi ist das auch nicht. Das Außenamt meinte zur „Presse“ nur: „Wir bleiben dabei: Das Zentrum darf kein Alibi sein.“

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Thementag Papst und Vatikan auf 3Sat

reptiloider Papst u.Kardinal Bild:katholisches.info

reptiloider Papst u.Kardinal
Bild:katholisches.info

Papst und Vatikan: zu Allerheiligen, dem 01. November, beleuchtet der 3sat-Thementag “Mythos Vatikan” in Dokumentationen und Spielfilmen das Leben und Wirken bedeutender katholischer Würdenträger wie Papst Franziskus, Papst Pius XII. und Papst Johannes Paul II.

SERIENHAI.de

Zu den Highlights des Thementags zählt neben dem aufwendig inszenierten Historiendrama “Die Päpstin (23.10 Uhr) nach dem Bestseller von Donna W. Cross sowie dem zweiteiligen Spielfilm “Pius XII.” (ab 20.15 Uhr) mit James Cromwell in der Titelrolle auch die Dokumentation “Kirche, Ketzer, Kurtisanen – Das Konzil von Konstanz” (19.20 Uhr), eine Erstausstrahlung in 3sat. Sie blickt zurück auf die Zeit vor genau 600 Jahren, als gleich drei Päpste den Stuhl Petri für sich beanspruchten.

Nach der Katastrophe von Avignon beginnt die Zeit der Papstkönige. Sixtus IV. will Rom zum neuen Oberhaupt der Welt machen und lässt die Sixtinische Kapelle bauen, eines der größten Heiligtümer der Christenheit, in dem bis heute das Konklave abgehalten wird. Doch der fromme Franziskaner stürzt den Vatikan in eine erbitterte Fehde gegen den mächtigen und schillernden Clan der Medici: Die Familienoberhäupter sollten durch Francesco de’ Pazzi und Girolamo Riario, einem Neffen von Papst Sixtus IV., ersetzt werden.

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Sterbehilfe: Katholisches Sedieren bis zum bitteren Ende

Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,

Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,

Der Münchner Kardinal und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz sprach sich erneut gegen die organisierte Sterbehilfe aus. Stattdessen müsse die Palliativmedizin gestärkt werden. Ende 2015 will der Bundestag die Sterbehilfe neu regeln.

evangelisch.de

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat sein Nein zur organisierten Sterbehilfe bekräftigt. “Wir brauchen keine Anleitung zum Töten, sondern wir brauchen eine Anleitung zum menschenwürdigen Sterben”, sagte der Erzbischof von München und Freising am Mittwoch in Mühldorf am Inn. Daher müsse die Palliativmedizin gestärkt werden.

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Kentucky Shocked Creationist’s Tax-Funded Ark Museum Will Discriminate On Basis Of Religion

Image: Facebook/Ark_Encounter

Image: Facebook/Ark_Encounter

Ken Ham, president of a Christian ministry and the Creation Museum got millions in tax-break assurances from Kentucky, but now the State is shocked that he plans to discriminate based on religion. Will those tax breaks disappear?

By David BadashTheNewCivilRightsMovement

Ken Ham recently made headlines when he debated evolution with Bill Nye, “the science guy,” at Ham’s Creation Museum in Kentucky. Depending on your point of view, Nye won, or Ham won. But in another sense, Ham was the winner because Nye has been much more of a household name, for decades, than Ham.

Until now.

Born in Australia in 1951, Ham is a “young earth creationist” who believes the earth is just 6000 years old and everything anyone needs to know can be learned from the Bible — actual science, he insists, is misleading and wrong. He is the president of Answers in Genesis, a Christian Ministry that runs his Creation Museum, and soon — or, soon he had hoped — Ark Encounter, a Noah’s Ark museum to be based in Kentucky, too.

But as The New Civil Rights Movement reported this summer, Ham’s detractors found that the Ark Encounter, unlike the Creation Museum, isn’t a Christian ministry, and that’s creating a legal employment rights problem for Ham.

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„Reformationsgedenken zu sehr auf Luther zentriert“

ekd_reformation_magazin300Historiker kommentiert kirchliche und staatliche Gedenkaktivitäten zum Jubiläum 2017

Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Die kirchlichen und staatlichen Aktivitäten zum Reformationsjubiläum 2017 sind aus Historikersicht „ein Musterfall für das schwierige Verhältnis von Wissenschaft und Öffentlichkeit“. In Ausstellungen, Tourismus-, Schul- und Musikprojekten werde die Erinnerung an die religiöse Erneuerungsbewegung sehr stark auf den Wittenberger Reformator Martin Luther (1483-1546) zugespitzt, schreibt Reformationshistoriker Prof. Dr. Matthias Pohlig vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“ auf http://www.religion-und-politik.de. Dies sei einer der Gründe dafür, warum Reformationshistoriker ein Problem mit den Jubiläumsaktivitäten hätten.

„Gerade die Luther-Zentriertheit der Lutherdekade ist für eine historische Forschung, die sich seit Jahrzehnten bemüht, die sozialen, politischen und kulturellen Umbrüche um 1500 zu beschreiben, ohne in die Falle einer Geschichte großer Männer zu tappen, ein Problem“, schreibt der Wissenschaftler in dem Beitrag „Vom Fremdeln mit dem Reformationsjubiläum 2017“. Während die Kirche die Identifikationspotenziale der Reformation suche und mit vielen Jubiläumsaktivitäten einem Bedürfnis nach Identitätsstiftung und Selbstvergewisserung nachkomme, bemühten sich Historiker in kleinteiliger kulturhistorischer Forschung „um Dekonstruktion des allzu vertraut Scheinenden“. Die verbreitete Vorstellung von einem „Luther der Moderne, Vorkämpfer von Freiheit und Toleranz“ komme dabei nicht mehr in Frage, genauso wenig wie das im Rahmen der Lutherdekade diskutierte Gegenteil: „Luther ist eben auch nicht der Unmoderne, Repressive, der Intolerante.“

Prof. Pohlig erörtert in seinem Beitrag verschiedene Gründe, warum viele Historiker nach seiner Einschätzung „mit dem Jubiläumshype fremdeln“. So seien nicht-theologische Reformationshistoriker weniger institutionell und gedanklich in die evangelische Kirche integriert als Kirchenhistoriker und teilten insofern nicht das Ziel der Identitätsstiftung, das sich oft mit Jubiläen verbinde. Zudem sähen akademische Historiker in Formaten der Geschichtsvermittlung wie Dokudramas, Geschichtscomics oder historischen Events die Gefahr einer Verflachung oder Verfälschung. „Auswüchse der Lutherdekade“ seien etwa Luther-Raps und -songs bei YouTube, Ratgeberliteratur, kitschige Bücher mit Lutherzitaten oder das Aussenden von Schülern als „Lutherbotschafter“ in andere Länder. Auch darin liege das Fremdeln begründet.

Eine weitere Ursache sieht der Autor in der Skepsis vieler Historiker gegenüber der Rolle des public intellectuals, in die sich noch in den 1980er Jahren viele Fachkollegen gern begeben hätten. Die damalige „sozialhistorische Debattenfreudigkeit“ habe auch den Blick auf die Reformation geprägt: „Das letzte große Jubiläum, das Lutherjahr 1983 zum 500. Geburtstag des Reformators, stand ganz im Zeichen der erbitterten Ost-West-Systemkonkurrenz.“ Luther sei für Diskussionen über sich verändernde soziale und politische Strukturen und eine „frühbürgerliche Revolution“ herangezogen worden. Damit wurde dem Autor zufolge genau die Leitfrage behandelt, die auch zum Gedenken 2017 im Zentrum stehe: „Was hat Luther mit uns zu tun und was wir mit Luther?“ Heute hingegen sei „just zum Jubiläum weit und breit keine integrierende Perspektive zu sehen“. Wenn Kulturwissenschaftler sich zum Beispiel mit Ritualen um 1520 oder mit dem Verhältnis der Reformatoren zur Körperlichkeit beschäftigten, ließen sich kaum übergreifende Perspektiven generieren. „Eine solche integrierende, Kontroversen stimulierende Perspektive wäre aber nötig, wollte die akademische Reformationsforschung die inhaltlichen Leitlinien von 2017 umfassend mitprägen.“

Den Nutzen der Lutherdekade für die geschichtswissenschaftliche Forschung sieht Prof. Pohlig skeptisch. Zwar sei die Zahl der reformationshistorischen Konferenzen und Publikationen nun erheblich angestiegen. „In diesem Rahmen wird, so mein Eindruck, noch sorgloser als sonst Geld für zweifelhafte Tagungen und zusammenhanglose Sammelbände ausgegeben – ein Indiz für eine Eventisierung auch des Wissenschaftsbetriebs.“ Mit Blick auf den „im engeren Sinne wissenschaftlichen Ertrag“ sei das Reformationsjubiläum „irrelevant“.

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Norwegen: Dodo Märtha redet mit den Toten

Prinzessin Märtha Louise

Prinzessin Märtha Louise

Norwegens Monarchie in der Kritik: Prinzessin Märtha Louise sieht Engel und kommuniziert mit den Toten – gegen Geld natürlich. Und Kronprinz Haakon rührt gar an ein sozialdemokratisches Tabu.

Von Per HinrichsDIE WELT

Manche Leute haben einen Talisman im Auto. Andere vertrauen ihrem Schutzengel.

So weit, so gut. Ein bisschen Aberglaube hilft ja manchmal. Aber nur ganz wenige behaupten, sie könnten auch mit Engeln reden. Und wahrscheinlich gibt es kaum Menschen auf der Welt, die eine “Engelschule” betreiben, in der man lernen soll, zu Wesen Kontakt aufzunehmen, die es aller Wahrscheinlichkeit nach nicht gibt. Diesen wenigen Menschen wird man in der Regel sehr verständnisvoll begegnen, sie bestärken und ihnen gut zureden.

Oh, eine Engelschule. Schön! Manche von ihnen dürften ein Leben unter Aufsicht führen.

Powerplay im norwegischen Staatsfernsehen

So ist es wohl auch bei Märtha Louise von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, Prinzessin von Norwegen. Sie darf und kann sich zwar frei bewegen, aber alles, was sie tut, geschieht im Licht der norwegischen Öffentlichkeit – sie ist schließlich eine Prinzessin, mit diesem Titel ist sie im Königreich anzusprechen. An die esoterischen Schrullen der ausgebildeten Physiotherapeutin hat sich das Volk mittlerweile gewöhnt.

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Das linke Islam-Tabu

brennender_koran

Linke überlassen die Religionskritik zunehmend den Rechten – und stabilisieren ungewollt den strukturellen Rassismus

Von Christian BaronND

Linke tun sich schwer damit, den Islam zu kritisieren. Weil vor allem muslimische (Post-) Migranten in Deutschland einer massiven Diskriminierung ausgesetzt sind, entwickeln viele Linke die Neigung, jede Kritik am Islam mit noch schärferen Volten gegen den grassierenden »antimuslimischen Rassismus« zu kontern. So ist das Thema »Islam« aktuell eine Domäne der Nazis, der rechtspopulistischen Rattenfänger (Sarrazin, AfD), der reaktionären Ex-Feministinnen (Alice Schwarzer) und der neoliberalen Komiker (Dieter Nuhr). Deren »Kritik« am Islam hält den strukturellen Rassismus in Deutschland aktiv mit am Laufen.

Linke Religionskritik existiert derzeit nur in Nischendebatten, weil bislang kein Weg gefunden ist, zwischen den brüchigen Fronten der rassistischen Hassprediger und der notwendigen Kritik an machtversessenen Religionen wie dem Islam zu agieren. Warum sollte es sich widersprechen, diejenigen vor Unterdrückung zu schützen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden und sich zugleich massiv gegen die in weiten Teilen dieser Welt brutal sich auswirkenden muslimischen Glaubenssätze zu wenden? In einigen Staaten des Nahen Ostens werden Homosexuelle geköpft, scheidungswillige Frauen gesteinigt und alle Nicht-Muslime als unwertes Leben betrachtet. Alles unter plausibler Berufung auf den Koran.

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Bibel TV startet deutschlandweite Plakatkampagne—Umweltverschmutzung

Das Motto der Bibel TV Plakatkampagne Foto: Bibel TV, bearb.: BB

Das Motto der Bibel TV Plakatkampagne
Foto: Bibel TV, bearb.: BB

Mit 5.000 Großflächenplakaten will der Fernsehsender für sein Programm werben. Die Botschaft lautet „Gott statt Schrott“.

pro Medienmagazin

Am 1. November startet der überkonfessionelle Fernsehsender Bibel TV mit einer deutschlandweiten Plakatkampagne mit rund 5.000 Großflächenplakaten im öffentlichen Raum. Die Aktion soll nach Angaben des Senders bis Ende Januar 2015 dauern. Mit dem Slogan „Gott statt Schrott“ macht der Sender für sein christliches Vollprogramm auf den Großflächenplakaten Werbung.

Das Motto der Kampagne soll darauf hinweisen, dass Bibel TV über ein Programmvolumen mit vielen hochwertigen Produktionen aus unterschiedlichen Genres sowie über zahlreiche Spielfilmrechte verfügt. Der Sender will so deutlich machen, dass er mehr zu bieten habe als „nur“ gute Unterhaltung. Bibel TV ist nach Auffassung der Betreiber „Fernsehen mit einer zusätzlichen ‘göttlichen‘ Dimension.“

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Geschlosseneres Auftreten katholischer Medien gefordert

Halb im Schatten (CC-by-sa-nc von Kuro Sawai)

Halb im Schatten (CC-by-sa-nc von Kuro Sawai)

Der Medienbischof rief die unterschiedlichen kirchlichen Medien dazu auf, sich besser miteinander abzustimmen. Gerade auf Bundesebene fehle es an einer gemeinsamen Linie.

evangelisch.de

Der katholische Medienbischof Gebhard Fürst hat mehr Abstimmung unter den katholischen Medien angemahnt. Bislang arbeiteten die unterschiedlichen Print-, TV-, Hörfunk- und Online-Medien in jedem Bistum zu abgeschottet voneinander, sagte Fürst am Montag zum Auftakt des Katholischen Medienkongresses in Bonn. Wenn aber ein Bischofssitz zu teuer werde und der Vorgang intransparent bleibe, treffe dies alle Bistümer, weil überall die Kirchenmitglieder austreten. In einem solchen Fall müsse die katholische Kirche auch über die eigenen Medien geschlossener auftreten.

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Gesetzlicher Feiertag am 31. Oktober 2017?

Bild: EKD

Bild: EKD

Schäuble und Hundt äußern sich gegensätzlich

EKD

Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble unterstützt die Initiative der Bundesländer für einen einmaligen gesetzlichen Feiertag am Reformationstag 2017. „Nutzen wir alle gemeinsam – ob Christen oder Nichtchristen, ob religiös oder areligiös – den einmaligen Feiertag am 31. Oktober 2017, um uns an diese glückliche Wendung in unserer Geschichte zu erinnern, die uns bis heute prägt“, schreibt Schäuble auf der Internetseite http://www.2017gemeinsam.de. Die Reformation habe nicht nur religiös, sondern auch gesellschaftlich und politisch „einen tiefgreifenden Wandel in der europäischen Geschichte“ herbeigeführt. Luthers Lehre von den beiden Reichen habe dazu beigetragen, „dass wir heute in Deutschland in einer freiheitlichen, pluralistischen Demokratie leben können“, so der Bundesfinanzminister. Ein weltanschaulich neutraler Staat wie die Bundesrepublik sei dazu verpflichtet, „nicht nur die Religionsfreiheit zu gewährleisten, sondern auch die Religionsausübung zu ermöglichen“. Dieses kostbare Gut werde insbesondere im Blick auf andere Regionen der Welt, in denen Menschen aus religiösen Gründen verfolgt werden, deutlich.

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Netanyahu okays 1,000 new East Jerusalem homes

Bird's-eye view of Ramat Shlomo, March 1, 2013 (photo credit: Nati Shohat/Flash90)

Bird’s-eye view of Ramat Shlomo, March 1, 2013 (photo credit: Nati Shohat/Flash90)

Plan calls for roughly 400 new housing units in Har Homa, 660 in Ramat Shlomo.

By Raphael Ahren and Spencer HoThe Times of Israel

Prime Minister Benjamin Netanyahu recommended that plans be advanced for about 1,000 housing units in East Jerusalem, sources told The Times of Israel Tuesday.

The plan calls for roughly 400 units in Har Homa, in the city’s southeast, and 660 homes in Ramat Shlomo, in the northeast corner of the capital, according to sources in the Prime Minister’s Office.

Netanyahu will also push new infrastructure projects in the West Bank, including roads that will also serve the Palestinian population, a PMO source said.

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Researchers Have Found That Plants Know They Are Being Eaten

Image: businessinsider.com

Vegetarians and vegans pay heed: New research shows plants know when they’re being eaten. And they don’t like it.

By Colin PayneBUSINESS INSIDER

That plants possess an intelligence is not new knowledge, but according to Modern Farmer, a new study from the University of Missouri shows plants can sense when they are being eaten and send out defense mechanisms to try to stop it from happening.

The study was carried out on thale cress, or Arabidopsis as it’s known scientifically, which is closely related to broccoli, kale, mustard greens, and other siblings of the brassica family and is popular for science experiments. It is commonly used in experiments because it was the first plant to have its genome sequenced, and scientists are intimately familiar with how it works.

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Austria: Initiative “Religion ist Privatsache” fordert Weiterführung der Ermittlungen zum KAICIID

Screenshot: BB

Screenshot: BB

“Religion ist Privatsache”: Staatsanwaltschaft soll Verfahren wieder aufnehmen.

derStandard.at

Die “Initiative Religion ist Privatsache” hat am Sonntag die Fortführung eines von der Staatsanwaltschaft 2013 eingestellten Ermittlungsverfahrens zum Verkauf des Wiener Palais Sturany, in dem das umstrittene König Abdullah Dialog-Zentrum (KAICIID) untergebracht ist, gefordert. Die Initiative ortet “Ungereimtheiten” beim Verkauf des Gebäudes durch die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG).

“Religion ist Privatsache” brachte im November 2012 eine Sachverhaltsdarstellung bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft ein. Diese stellte das Verfahren aber “mangels Erweislichkeit einer strafbaren Handlung” im September 2013 ein. Am Sonntag wurde in einer Aussendung weiter Aufklärung gefordert.

Die Bundesimmobiliengesellschaft hatte sich bereits am Samstag gegen Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Verkauf des Palais gewehrt. Dieser sei korrekt abgelaufen, erklärte ein Sprecher.

Atheist: I’ve Never Had Them Grilled… Babies are delicious

They finally opened a restaurant for atheists in Boston!

By Hemant MehtaFriendly Atheist

Image: Friendly Atheist

Sure, the online version of the article has corrected the “mistake,” but now we know the secret menu item…

Ägypten will die Hamas vollständig isolieren

In this photo provided by Egypt’s state news agency MENA, Egyptian President Abdel-Fattah el-Sissi, far left, and other officials follow a soldier carrying medals of troops killed in Friday’s assault in the Sinai Peninsula, during a military funeral in Cairo, Egypt, Saturday, Oct. 25, 2014 [photo credit: AP/MENA)

Präsident Sisi beschuldigt die Islamisten, Anschläge begangen zu haben, und will Gaza abriegeln. Für Palästinenser hätte das verheerende Folgen. Ob Hamas wirklich verantwortlich ist, bleibt fraglich.

Von Gil YaronDIE WELT

Noch vor wenigen Monaten, als Abdelfattah al-Sisi sich im Wahlkampf um das Präsidentenamt im Land befand, pflegte der Ex-Generalstabschef ein sanftes Image. Als es darum ging, die Ägypter und den Rest der Welt davon zu überzeugen, dass sich hier ein Vollblutdemokrat zur Wahl stelle, radelte er im Trainingsanzug durch Kairo und plauderte mit Passanten. In Talkshows wurde ein sanfter Gesprächston zu seiner wichtigsten Waffe. All das gehört nach den schwersten Attentaten der letzten Jahre der Vergangenheit an. Nachdem mutmaßliche Islamisten am Freitag auf der Halbinsel Sinai 31 Soldaten in zwei Anschlägen töteten, hat Sisi für sein Land einen “Überlebenskampf” ausgerufen.

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