Archiv der Kategorie: Parawissenschaften

Bernd Kramer über Esoterik und esoterische Selbstversuche

Bild: tip-berlin.de

Der Berliner Journalist Bernd Kramer wagte einige esoterische Selbstversuche: Er ließ sich reinkarnieren, übte hellsehen und trat sogar als Heiler auf. Jetzt hat er ein Buch geschrieben: “Erleuchtung gefällig?”

tip-Berlin

Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie im Rahmen Ihres Esoterik-Selbstversuchs reinkarniert, also in Ihre angeblich frühere Existenz als Mönch Josef zurückgeführt wurden?
Ich war hin- und hergerissen: Inwiefern lasse ich mich jetzt darauf ein? Diese Reinkarnation funktioniert ja nur, wenn man sich da reinfallen und Bilder hochkommen lässt. Andererseits wollte ich ja nur austesten, wie da vorgegangen wird. Trotzdem war ich dann in diese Mönchs-Geschichte involviert, in die man mich suggestiv hineingelockt hatte.

Warum haben Sie sich überhaupt in die Esoterik-Szene begeben?
Mir war aufgefallen, dass Esoterik ganz beiläufig in immer mehr Lebensbereichen auftaucht. Yoga zum Beispiel wird heute zwar vor allem als Sport oder als Entspannungstechnik begriffen, weist aber immer noch viele esoterische Elemente auf. Als Journalist beschäftige ich mich im Alltag außerdem schwerpunktmäßig mit Bildungsthemen. Und da hatte ich mich gefragt, warum die Arbeitsagentur etwa eine Weiterbildung zum Astrologen fördert oder was Esoterik in Uni-Kursen zu suchen hat.

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Schattenbiosphäre: Unsichtbare Wesen leben unter uns

Bild: vice.com

Paranormal? Einige Forscher glauben, dass eine Schattenbiosphäre existiert. Sie soll bevölkert sein von Lebensformen, deren Grundbaustein nicht DNA ist.

Von Johannes ThumfartZEIT ONLINE

Was ist Leben? Und wie viel gibt es davon? In diesen Fragen hat der Mensch seine Vorstellung immer wieder revidieren und Grenzen neu ziehen müssen. Als beispielsweise im späten 17. Jahrhundert das Mikroskop erfunden wurde, tat sich ein nie bekannter Reichtum kleinster Lebewesen auf, der Zeitgenossen zutiefst verstörte. Auch auf die ersten Dinosaurierknochenfunde reagierte man ungläubig.

Heute erforschen Biologen Organismen, die an so extremen Orten vorkommen, dass man dort alles vermutet hätte, nur kein Leben. “Extremophil” – grob übersetzt “Extreme liebend” – nennen Forscher etwa Mikroorganismen, die es an heißen Quellen am Tiefseegrund bei Wassertemperaturen von mehr als 100 Grad Celsius aushalten. Ähnliche Überlebenskünstler finden sich im Innern der Erde: In einer afrikanischen Goldmine, drei Kilometer unterhalb der Erdoberfläche, fernab der Sonne, hat man jüngst eine isolierte Bakterienkolonie gefunden, die sich von der natürlichen Radioaktivität von Mineralien ernährt.

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Jeder zweite Westdeutsche glaubt an Wunder

Foto: Martin U. K. Lengemann

Ob Wunder oder Geistheiler, Astrologie oder Anthroposophie: Immer mehr Deutsche wenden sich der Esoterik zu. Eine Okkultismusforscherin spricht schon von “beispiellos veränderten Weltbildern”.

Von Joachim HeinzDIE WELT

Esoterische Vorstellungen sind bundesweit auf dem Vormarsch. Jeder vierte Deutsche, berichtet die “Zeit” unter Berufung auf die neuesten Zahlen der Allgemeinen Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (Allbus), sei inzwischen aufgeschlossen gegenüber Wunder- und Geistheilern. Rund 40 Prozent der Bevölkerung halten der Untersuchung zufolge etwas von Astrologie oder New Age, mehr als die Hälfte äußern Sympathie für Anthroposophie und Theosophie.

Im Westen Deutschlands liegen laut Studie die Zustimmungswerte dabei höher als im Osten. Jeder zweite Westdeutsche glaube an Wunder, ungefähr jeder Vierte an die Wiedergeburt. “Esoterische Vorstellungen gelten zunehmend als normal”, zitiert die “Zeit” den Münsteraner Soziologen Detlef Pollack.

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HIV-Wunderglaube bedroht Gecko

Tokeh-Gecko. © C. Gomes / TRAFFIC / WWF

Nachdem 2009 in Asien das Gerücht aufkam, ein Extrakt, gewonnen aus dem Tokeh-Gecko, helfe bei einer HIV-Infektion, schnellte die Nachfrage nach getrockneten Geckos innerhalb weniger Jahre nach oben.

VBiO

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von WWF und TRAFFIC. Zwar wurde die Wirksamkeit inzwischen von der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Nachdruck widerlegt, trotzdem finden die Tiere noch immer Millionenfach in der traditionellen Medizin und in einem volkstümlichen Wunderglauben Verwendung. Dabei stellte das HIV-Gerücht inzwischen nur noch die Spitze des Eisbergs dar. Aktuell wird der Gecko außerdem vermehrt bei Asthma, Diabetes und diversen Hauterkrankungen eingesetzt.
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Todesfälle: Razzia in Scientology-Entzugsklinik in Florida

Bild: AFP

Nachdem mehrere Menschen in Entzugskliniken der Psycho-Sekte Scientology gestorben sind, hat die US-Polizei eine ähnliche Einrichtung durchsucht. Bei der Razzia wurden kistenweise Unterlagen beschlagnahmt.

FOCUS ONLINE

Scientology wird von den amerikanischen Behörden gewöhnlich mit Samthandschuhen angefasst. 36 Jahre liegt der letzte Durchsuchungsbefehl bei der Psycho-Sekte zurück. Damals wurde Scientology vorgeworfen, eine geheimdienstliche Organisation gegen die US-Regierung gegründet zu haben. Elf Mitglieder wurden verurteilt: wegen Einbruchs in Regierungsgebäuden, Dokumentendiebstahls und illegalen Abhörens von Gesprächen. Auch die Ehefrau des Sektengründers, Mary Sue Hubbard, wurde damals bestraft.

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Wahrsagerin sagte Tod von entführter Frau voraus – Sie lebt

Medium Sylvia Browne (li.) erklärte Amanda Berry (re.) für tot (Bild: ABC News)

Medium Sylvia Browne (li.) erklärte Amanda Berry (re.) für tot (Bild: ABC News)

Entführung in Cleveland: Hellseherin sagte Tod von Amanda Berry voraus

Yahoo! Nachrichten

Es ist ein Martyrium von unvorstellbarem Ausmaß: Zehn Jahre lang hielt Ariel C. drei Frauen in seinem Haus gefangen, misshandelte und vergewaltigte sie. Eines der Opfer, Amanda Berry, brachte in der Gefangenschaft ein Kind zur Welt. Über die Befreiung der 27-Jährigen am vergangenen Montag hätte sich deren Mutter Louwanna Miller wohl am meisten gefreut. Doch Miller starb bereits 2006 in dem Glauben, ihre Tochter sei nicht mehr am Leben. Ein Medium hatte ihr im Fernsehen den Tod von Amanda Berry prophezeit.

Louwanna Miller muss verzweifelt gewesen sein, als sie 2004 in der „The Montel Williams Show“ auftrat. Damals hatte sie bereits seit einem Jahr kein Lebenszeichen ihrer Tochter Amanda erhalten. Nach einer Schicht in einem Schnellimbiss war die 16-Jährige nicht mehr nach Hause gekommen.

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Dodo Monat April 2013: Bayrischer Rundfunk-Redaktion Wissenschaft

Dodo des Monat April 2013

Dodo des Monat April 2013

brHomöopathie ist die sanfte Art der Heilung. “Schulmedizin” aggressiv, harte, nicht unbedingt wirksame Drogen, zweifelhafter Heilungserfolg zumal noch evidenzbasiert. Das will Mensch nicht, Mensch will glauben und so gläubig wie die Wissenschaftsredaktion des Bayrischen Rundfunks wird man nur im homöopathischen Vollrausch. Homöopathisches Petroleum könnte die Ursache sein. Diejenigen, die von der Gabe des homöopathischen Mittels Petroleum profitieren, neigen dazu sehr reizbar, ärgerlich und streitsüchtig zu sein. Sie können verwirrt sein und sich sogar in gewohnter Umgebung verlaufen. Manchmal empfinden sie eine Dualität in ihrer Persönlichkeit, was sich in dem eigenartigen Gefühl zeigt, sie seien “doppelt” oder in der Mitte geteilt. Fälle von Komasaufen sind noch nicht berichtet worden.
Der Homöopath übernimmt die Rolle des Priesters und Arztes, der Patient, welcher der aggressiven “Schulmedizin” so kritisch skeptisch gegenübersteht, lässt sich vom Allmachtglauben einlullen, Zuckerkügelchen tun nicht weh und im Zweifelsfall schaden sie nicht.
Geradezu dumm-dreist vermittelt die Redaktion in der Sendung den Eindruck, Homöopathie helfe, da sie auch in der Tiermedizin Erfolge vorweise. Über die Konditionierung des Verhaltens von Tieren denken die Herrschaften gar nicht nach. Wissen wird im Bayrischen Rundfunk außerordentlich verdünnt, hochpotenziert und natürlich geschüttelt eingesetzt.  Wissensvermittlung wird hier in C30 Verdünnungen produziert. Das Informationsbit der Sendung hat sich dann irgendwo im Sonnensystem befunden.

Der Moderator der Sendung, Gunnar Mergne, schwurbelt dann auch, bar jeder Vernunft:

“Wenn die HP eine Wirkung hat, dann ist sie mit naturwissenschaftlichen Gesetzen nicht zu erklären”[...]die Logik der Zahlen scheint übermächtig zu sein.“

Die Wissenschaftsbankrotteure des Bayrischen Rundfunks auf einer intellektuellen Schmalspurbahn. Beim Bayrischen Rundfunk hat das gute Tradition, am 22. Mai 1986 blendete sich der Bayerische Rundfunk für die Dauer der Ausstrahlung einer Folge der Kabarettsendung Scheibenwischer aus dem gemeinsamen Fernsehprogramm der ARD aus, nachdem sich Helmut Oeller, der Fernsehdirektor des BR, der an einigen Passagen des Manuskriptes Anstoß nahm, mit seiner Forderung nach Absetzung der Folge nicht hatte durchsetzen können. Diese Maßnahme rief bundesweite Proteste hervor.

Staatsnähe, CSU-Hörigkeit, Parteilichkeit, Wissensfeindlichkeit, man möchte den Machern des Senders ein freundliches saludos amigos zurufen. Im Rundfunkbeirat sind die Kirchen gut vertreten. Der Münchner Domdekan und sein evangelischer Kollege wachen darüber, dass der Bayerische Rundfunk seine Aufgaben gemäß dem Gesetz erfüllt. Seine Mitglieder sind verpflichtet, sich für die Interessen des Rundfunks und seines Publikums einzusetzen.

Ich meine, wenn Politiker ihre Familien-Clans im Parlament beschäftigen und so in die öffentlichen Töpfe greifen, warum sollte sich nicht die Homöopathen-Lobby in Bayern mal so eine kleine Sendung kaufen, wertneutral bezuschussen.

Niemand von den “Wissenschaftsredakteuren” kommt auf die Idee nachzufragen, wie denn die Grundlagen der Mikrobiologie, der Physiologie oder der Biochemie funktionieren, wenn Homöopathie funktionieren soll. Leben, wie wir es kennen, wäre schlicht unmöglich.

Kritik, skeptischen Meinungen wurden in der besagten Sendung überhaupt nicht dargestellt. Im Bayrischen Rundfunk wurde das Hohelied der Homöopathie gegrölt, Herbert Hackl, der Macher der Sendung, die letzte noch verbliebene Gehirnzelle beanspruchend beantwortet die Frage eines Kommentators der Sendung, warum nicht Edzard Ernst zu Worte gekommen ist:

Mit Herrn Ernst wollte ich nicht sprechen! Er wiederholt nur immer die gleichen Argumente und geht seinerseits nicht auf neuere Studien ein. Übrigens hat Herr Ernst früher selbst zu Homöopathie geforscht. Allerdings nach allgemeiner wissenschaftlicher Meinung methodisch ziemlich schlecht.

Das ist Idiotie(Punkt)

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

DHU: Keine Promis für Schüßler-Salze

Foto: DHU

Die Deutsche Homöopathie-Union (DHU) darf für ihre Schüßlersalze nicht mit der Schauspielerin Ursula Karven werben. Das Landgericht Karlsruhe verbot am vergangenen Freitag(26.04.) eine entsprechende Kampagne. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Von Alexander Müllerapotheke adhoc

Die DHU hatte im Internet und in Zeitschriften mit Karven geworben. Als „Mutter, Schauspielerin und Unternehmerin“ wird sie unter anderem mit dem Satz zitiert: „Für die Balance zwischen Beruf und Familie bin ich selbst verantwortlich – auch für meine Gesundheit.“

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Walter von Lucadou: „Wir verstehen so vieles nicht”

Bild: imago

Walter von Lucadou ist Deutschlands Experte Nummer eins zu den Themen Hellsehen, Esoterik und Spuk. Viele Menschen berichten ihm von Geistern und unheimlichen Phänomenen

Von Annette Oelfken-Pretzel - Südkurier

Herr von Lucadou, um was geht es, wenn sich Menschen an Sie wenden?

Es ist unsere Aufgabe, Menschen zu helfen, die ungewöhnliche Dinge erleben. Was ungewöhnlich ist, bestimmen natürlich die Leute selbst. Das heißt, das sind einfach Dinge, die Menschen irritieren, von denen sie nicht wissen, was dahinter steckt. Aber manchmal ist es natürlich auch so, dass manche Leute bestimmte Dinge schon auf eine bestimmte Art und Weise interpretieren. Wenn zum Beispiel jemand eine Erscheinung sieht, etwa einen Verstorbenen, der dann wieder verschwindet, dann sagen viele, das ist der Geist des Verstorbenen. Und wenn die Betroffenen damit ein Problem haben oder wenn sie sich auch nur erkundigen wollen, was hinter so etwas steckt, dann können sie uns anrufen.

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Kinderkrebsspezialisten wollen mehr über Schamanentum wissen

Bild:kleine-zeitung.at

Kinderkrebsspezialisten in Deutschland wünschen sich eine bessere Ausbildung über medizinische Methoden und Heilmittel außerhalb der Schulmedizin, schon allein, um die Eltern ihrer Patienten umfassender und kompetenter beraten zu können. Das ist ein Ergebnis der ersten Umfrage unter Kinderonkologen zu diesem Thema durch Mediziner und Wissenschaftler des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke und der Universität Witten/Herdecke.

JURAFORUM

Sie wollten erfahren, wie die Einstellung von deutschen Kinderkrebsspezialisten gegenüber Komplementärmedizin und Alternativmedizin (CAM) ist. Denn medizinische Methoden, Produkte und Praktiken, die derzeit noch nicht Teil der Schulmedizin sind, gewinnen immer mehr an Bedeutung. Auch bei der Therapie von krebskranken Kindern wird in steigendem Maße, ergänzend oder alternativ zur Schulmedizin, anthroposophische Medizin, Homöopathie und Akupunktur eingesetzt. Die Studie „Attitudes and beliefs of paediatric oncologist regarding complementary and alternative therapies“ wurde im renommierten Fachblatt Complementary Therapies in Medicine veröffentlicht:

http://www.complementarytherapiesinmedicine.com/article/S0965-2299%2812%2900036-2/abstract#

Der Abstract ist frei zugänglich, der Volltext kostenpflichtig.

Autoren der Studie sind Alfred Längler (Kinderonkologisches Zentrum im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke), Friedrich Edelhäuser, Thomas Ostermann (Zentrum für Integrative Medizin, Universität Witten/Herdecke), Genn Kameda (ehemaliger Kinderonkologe im Gemeinschaftskrankenhaus, jetzt Kinderarzt in Düsseldorf), Rieke Boeker (Universität Marburg), Georg Seifert (Charité Universitätsmedizin Berlin).

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Complementary Therapies in Medicine

Wahl Dodo des Monats April 2013

Dodo des Monat April 2013

Dodo des Monat April 2013

Es scheint als ob Politik und Kirchenvertreter im Monat April darüber stritten, wer von ihnen den größten polit-religiösen Blödsinn von sich gibt. Hier eine Auswahl:
  1. Winfried Kretschmann, “Kirche soll sich stärker einmischen.”
  2. Bayrischer Rundfunk, “…und die homöopathischen Wissensfeinde.”
  3. Bundesarbeitsgericht, “…christliche Parallelwelten.”
  4. Holger Doetsch, “Der homosexuelle Friede mit der katholischen Kirche.”
  5. Siegfried Kauder, “Straftat Genitalverstümmelung.”
  6. Andreas Laun, “Himmeldumm und homophob.”
  7. Fa. Ströer, “ …Kundenbeschwerden bei Ströer.”
  8. Reinhard Marx, “Religiös motivierte Gewalt ist Blasphemie.”
  9. Joachim Meisner,”Roma sind in unsere Zivilisation nicht zu integrieren.”
  10. Präsidium CDU, “Wenn die Politik mit der Kirche ins Bett geht.”
  11. Joachim Herrmann, ” Innenminister mit Gottvertrauen.”
  12. Norbert Lammert, “Der liberale Staat braucht religiöse Begründungen.”
  13. Angela Merkel, “Zu Gast beim Homo-Heilern.”
  14. Julia Klöckner, “…das fehlende Kreuz im NSU-Gerichtssaal.”
  15. Reinhard Junker, “Wo Biologie mit der Bibel unterrichtet werden soll.”
  16. BAG Grüne ChristInnen, “ …auf Kifferjagd.”
  17. P€€r Steinbrück, “…will getrennten Schulsport für Muslime.”
  18. Christa Meves, “Schwule sind unnatürliche Konstrukte.”

Die Wahl ist bis zum 07.Mai 2013 18:00 befristet. Der Gewinner wird am 08. Mai in einer Laudatio, hier auf dem Blog, gewürdigt. Viel Spaß.

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Die homöopathischen Wissensfeinde vom Bayerischen Rundfunk

Eine Wissenssendung sollte informieren, denkt man. Dass auch das Gegenteil geht, beweist “Faszination Wissen” vom Bayerischen Rundfunk.

Von Martin BallaschkDETRITUS-Blog

Update: Inzwischen hat die Redaktion der Sendung eine Stellungnahme abgegeben. Weiter unten ist dieser von mir kommentiert worden.

„Dafür, dass da angeblich mit einem „Nichts“ kuriert wird, macht dieses „Nichts“ ganz schön viel Arbeit.“ – Moderator Gunnar Merger

Wenn es um Homöopathie geht, scheint es bei Einigen auszusetzen: mit religiösem Eifer wird die geliebte Wundermedizin verteidigt. Der öffentlich finanzierten Rundfunk hat mit Herbert Hackels Sendung “Medizin oder Mogelpackung?”, die gestern (22.04.) zu sehen war, diesen Personen haltloses Argumentationsfutter geliefert. Allem Anschein nach wussten das Autorenteam schon sehr früh, wohin die Reise gehen soll, denn um eine Lanze für die Homöopathie zu brechen, verlässt es sich auf Anekdoten, zweifelhafte Wissenschaft und eine sehr selektive Auswahl der Interview-Partner – von Objektivität keine Spur.

Als erstes wird einem die Erfolgsgeschichte von einer eigentlich unheilbar an Krebs erkrankten Ärztin und „eingefleischten Schulmedizinerin“ vorgeführt. Diese hätte neben ihrer Chemotherapie noch Homöopathie genommen, und sei daraufhin in der Privatklinik Clinica St. Croce genesen. Der behandelnde Arzt Dr. Jens Wurster hält eine Heilung von Krebs durch Homöopathika durch „Immunmodulation“ für möglich. 100 Erfolgsgeschichten gäbe es an der Klinik, ohne Verweis auf die Gesamtzahl der Behandelten. Es bleibt letztlich offen, was der Grund für die Heilung der Frau war, aber der Rest der Sendung drängt die Zuschauer/innen in die gewünschte Richtung. Dabei wissen wir: Eine Anekdote ersetzt keine Daten und eine fantastische und spekulative Erklärung ersetzt keine stichfeste Theorie.

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Pseudowissenschaften: Heiße Luft mit “Quanten”

Glauben ist Alles, auch bei den Esos! ©Brightsblog

Glauben ist Alles, auch bei den Esos! ©Brightsblog

Wissenschaftlich klingendes Vokabular oder sind Attrappen-Apparate zu kaufen, dann heißt es aufpassen.

Wiener Zeitung

“Wissen ist grundverschieden vom Glauben”, sagt der Physiker Heinz Oberhummer in seinem Gastkommentar für dieses Dossier. Damit markiert der “Science Buster” bereits eine zentrale Trennlinie zwischen erkenntnisgetriebener, klaren Regeln unterworfener Wissenschaft und jenen Bereichen, die nur so tun als wären sie Wissenschaft, aber de facto keine sind: Genannt werden sie Pseudowissenschaften und sie erleben nach Meinung von Experten aktuell einen regelrechten Aufschwung.

Von der Anthroposophie über Chronologiekritik und Radiästhesie bis hin zur Welteislehre: Der Katalog dessen, was unter die Kategorie Pseudowissenschaften fällt, ist ebenso lang wie zwiespältig. Die Grenzziehung zu evidenzbasierter Wissenschaft fällt vor allem Laien schwer, die sich mit Produkten und Angeboten konfrontiert sehen, die sich mit der Verwendung von Begriffen wie “Energie”, “Schwingung” oder “Quanten” einen wissenschaftlichen und damit seriösen und potenziell verkaufsfördernden Anstrich geben.

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Schweiz: Esoterik und Katholizismus gehören zusammen

Bild: wikipedia

Ein Benediktinerkloster bietet Zen-Meditation und buddhistische Klangschalenmassage an. In Zug ist die Kirche Mitveranstalterin einer Reihe über Glaube und seelische Gesundheit. Dabei wird alles behandelt – außer dem Christentum.

kath.net

Die katholische Kirche in der Schweiz setzt sich intensiv mit anderen Religionen auseinander. Dazu gibt es zwei aktuelle Beispiele:

Schamanismus in Zug

„Lebendiger Schamanismus heute“ – unter diesem Titel findet am 25. April eine Veranstaltung im Reformierten Kirchenzentrum Zug statt. Referent ist Dr. Carlo Zumstein, der sich als „Psychotherapeut und Schamane“ bezeichnet.

Die Veranstaltung ist die zweite der Reihe „Wer glaubt, lebt gesünder“, die von der Gesundheitsdirektion des Kantons Zug, der Reformierten Kirchgemeinde des Kantons Zug, der Katholischen Kirche des Kantons Zug und der Psychiatrischen Klinik Zugersee gemeinsam abgehalten wird. Neben dem Schamanismus werden auch der Sufismus, der Hinduismus und das Judentum behandelt. Eine Veranstaltung ist dem Thema „Spiritualität ohne Gott“ gewidmet.

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Kosmische Energie in der Demenz-WG – staatlich gefördert

Bidl: Corbis

Sie wollte lernen, wie sie sich als Selbständige besser vermarkten kann. Doch auf Tipps zum Geld verdienen wartete Wiebke Schönherr im Gründerseminar vergeblich. Stattdessen sollte sie Energiewellen spüren und in die Matrix abtauchen – mit staatlicher Förderung.

Karrierespiegel

An einem Sonntagmorgen sitze ich in einem Raum voller Gründergeist im Berliner Wedding und habe einen leeren Block vor mir liegen. Ich will Tipps hineinkritzeln, die mir bei der Verwandlung vom lumpigen Entlein in einen vermögenden Schwan helfen sollen. Seit einem Jahr arbeite ich als freie Journalistin und habe gelernt: Texte schreiben geht immer, davon leben immer weniger.

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DIE GRÜNEN: Alternativlos in die sozial-esoterische Teilhabe?

Die_GruenenBundestagswahljahr 2013. Entsprechend bringen die Parteien ihre Wahlprogramme auf Vordermann. Am kommenden Wochenende nun wollen die GRÜNEN/Bündnis90 über ihr Programm zur Bundestagswahl abstimmen.

Die Öko-Partei, längst in der politischen Mitte der Gesellschaft angekommen macht sich stark und mit Barbara Steffens wissen wir dass es Themen sind wie Alternativmedizin, Homöopathie, Anthroposophische Medizin welche über die sogenannte “Solidargemeinschaft” finanziert werden sollen. Dagegen steht die evidenzbasierte Medizin, ein selbsterklärender Begriff, sollte man meinen. Den grünen Polit-Schamanen ist das nicht genug.
In der Bundesdelegiertekonferenz steht das Parteiprogramm zur Wahl, dort heißt es im Kapitel “G) Teilhaben an sozialer Sicherung”

“Patientinnen und Patienten müssen Wahlmöglichkeiten zwischen den unterschiedlichen Behandlungsarten auch unter Einbeziehung anerkannter alternativer Behandlungsmethoden haben

Eine sehr dehnbare Formulierung, sie kann aber als Bezugnahme auf den “Binnenkonsens” der “Alternativmedizin” interpretiert werden.

Es wird erfreulicher. Der Kreisvorstand Hagen, noch nicht im Zuckerkügelchen-Sumpf der Glaubuli-Fundamentalisten ersoffen, stellt den Antrag BTW-S-01-165.

In Z. 165/166 ist die Formulierung „unter Einbeziehung anerkannter alternativer Behandlungsmethoden“ mit dem Adjektiv „wissenschaftlich“ zu ergänzen. Die Formulierung soll lauten: „unter Einbeziehung wissenschaftlich anerkannter alternativer Behandlungsmethoden“

Begründung

In den beiden Abschnitten ab Z. 167 bzw. Z. 174 bekennen wir uns richtigerweise zu wissenschaftlich validierten Wirksamkeits- und Nutzenbewertungen für Medizinprodukte, Behandlungsmethoden und Arzneimittel. Gerade im Bereich der alternativen Behandlungsmethoden muss sichergestellt sein, dass von diesen tragfähigen Standards nicht abgewichen werden kann, wenn die Solidargemeinschaft zukünftig mit den Kosten solcher Behandlungsformen belastet werden soll.

Folgt man den im Antrag genannten wissenschaftlich validierten Wirksamkeits-und Nutzensbewertungen wird schnell klar, da bleibt nichts mehr übrig, von alternativen Heilmethoden, Schamanentum und Wunderheilerpraxis.

Der zweite Antrag(Kreisvorstand Freiburg), mit der Nummer BTW-S-01-165-1 postuliert nun:

Ersetze “auch unter Einbeziehung alternativer Behandlungsmethoden” durch: “haben, sofern diese nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin anerkannt sind.“

Begründung

Die bisherige Formulierung verlangt, dass Patientinnen und Patienten auch Zugang zu anerkannten „alternativen“ Behandlungsmethoden haben, aber ohne zu klären, was mit diesem Begriff gemeint ist. Alternativ zu was? Vermutlich ist hier die „Schulmedizin“ gemeint, die aber als Begriff genauso wenig definiert ist. Wesentliches und einziges Kriterium dafür, ob Patientinnen und Patienten Zugang zu bestimmten Methoden haben sollen, sprich: ob die gesetzliche Krankenversicherung die Methode in den Leistungskatalog der beitragsfinanzierten Angebote übernehmen muss, sollte die Anerkennung der Methode nach fachlich-wissenschaftlichen Standards der Evidenzbasierten Medizin sein. Dies schließt eine gemeinsame Entscheidungsfindung unter Einbeziehung des Stands der Wissenschaft, der Präferenzen der Patientin/des Patienten und der Erfahrung des/der Behandelnden ein. Allein die wissenschaftliche Methode ist geeignet, einen ausreichenden Grad an Objektivität herzustellen, der davor schützt, dass Methoden ohne Nutzennachweis mit Kassenmitteln finanziert werden müssen. Durch die vorgeschlagene Formulierung wird der unklare Begriff „alternativ“ überflüssig, ohne die Behandlungsmethoden a priori auf die „Schulmedizin“ zu beschränken. Der Begriff der „anerkannten“ Methoden wird präzisiert.

Deutlicher kann man es nicht formulieren. Insider, die, die hierarchischen Hinterzimmer-Spielchen, durchaus kein Alleinstellungsmerkmal grüner Politiker, kennen befürchten nun, dass folgender Antrag die Mehrheit der Bundesdelegiertenkonferenz finden wird.

Herr Andreas Roll, Mitglied im Kreisvorstand Ludwigsburg spricht nun schon von “qualifizierter homöopathischer Behandlung.”

Antragsnummer: BTW-S-01-166-2
AntragstellerIn: Andreas Roll KV Ludwigsburg
Änderungsantrag zu BTW-S-01

Nach Zeile 166 („Patientinnen und Patienten müssen Wahlmöglichkeiten zwischen den unterschiedlichen Behandlungsarten auch unter Einbeziehung anerkannter alternativer Behandlungsmethoden haben.“) wird der folgende Satz eingefügt:

„Dabei machen wir uns auch stark für den allgemein freien Zugang zu jeder Allgemeinärztin und jedem Allgemeinarzt unabhängig von einer Kassenzulassung.“

Begründung:

Die berechtigte grüne Forderung nach Wahlmöglichkeiten bei den Behandlungsarten bleibt wirkungslos, wenn wir den Patientinnen und Patienten weiterhin die entsprechenden ärztlichen Strukturen versperren.
Gerade in den anerkannten und wirksamen alternativen Therapierichtungen wie z.B. der klassischen Homöopathie, ist diese Wahlfreiheit innerhalb der kassenvertragsärztlichen Versorgung nicht gewährleistet. Eine qualifizierte homöopathische Behandlung wird bisher fast ausschließlich privatärztlich erbracht, auch wenn viele Kassenärztinnen und -ärzte diese Therapierichtung aus Marketinggründen formal anbieten.
Keiner Patientin und keinem Patienten wird deshalb die Einschränkung der Wahl auf ÄrztInnen innerhalb eines Monopols der Kassenärztlichen Vereinigung gerecht. Die Krankenkassen müssen verpflichtet werden, auch die Kosten anerkannter alternativer Therapieverfahren zu übernehmen. Damit wird eine tatsächliche Wahlfreiheit für alle Patientinnen und Patienten unabhängig von deren sozialem Status sichergestellt.

Die beiden vernünftigen Änderungsanträge haben wohl keine Chance auf dem Parteitag angenommen zu werden, dort wird die Unvernunft grassieren und die Idiotie fröhliche, alternative Urständ feiern.

Zum Abschluss möchte ich Prof. Edzard Ernst zu Worte kommen lassen. In einem Interview mit dem Schweizer “Tagesanzeiger” sprach Prof. Edzard Ernst über tatsächlich wirkungsvolle Komplementärmedizin, den Placebo-Effekt bei Säuglingen, mittelalterliche Homöopathie-Mythen und den aktuellen Stand der Forschung.

Demnach ist Prof. Ernst überzeugt, dass

“die Homöopathie auf Grund der heutigen Datenlage eine widerlegte Methode ist. Die wissenschaftlichen Methoden sind zwar nicht geeignet, einen Negativbeweis zu erbringen. Aber irgendwann kommt man zum Punkt, an dem man die Wirkungslosigkeit einer Methode eingestehen muss. [...]

Denn über alle 200 vorliegenden Studien betrachtet ist die Wirkung der Homöopathie nicht belegt. Ihre beiden Hauptprämissen – starke Verdünnung soll stärkere Effekte bringen und Ähnliches soll mit Ähnlichem geheilt werden – sind wissenschaftlich nicht haltbar. [...]

Wir haben uns deshalb zu folgender Wette entschlossen: Wenn jemand den wissenschaftlichen Nachweis für die Wirksamkeit der Homöopathie liefert, zahlen wir ihm 100.000 Dollar. Das Angebot besteht seit einem Jahr. Abgeholt wurde das Geld bisher nicht.”

Vielleicht sollte sich Herr Andreas Roll um die ausgelobten 100KUS$ bewerben.

Danke für den Tipp. ;)

Rudolf Steiners Rassentheorien

Bild: nzz.ch

Rudolf Steiner, der geistige Vater der Anthroposophie, macht es seinen Anhängern nicht leicht.

Von Helmut ZanderNeue Zürcher Zeitung

Rassistische Formulierungen, wonach «Neger» einer «degenerierten» «Rasse» zugehörten oder die «weisse» «die zukünftige, die am Geiste schaffende Rasse» sei, durchziehen sein Werk. Das ist ein Problem, aber kein aussergewöhnliches, denn solche Formulierungen finden sich etwa auch in den Œuvres von Kant und Hegel. Das Kernproblem liegt vielmehr im Umgang mit solchen Vorstellungen und Formulierungen. Mit diesem Umgang kämpft die Anthroposophie, seitdem die deutsche Grünen-Politikerin Jutta Ditfurth 1992 Steiners Weltanschauung als eine Art Ökofaschismus anprangerte.

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Die Liberalen Hochschulgruppen Nordrhein – Westfalens und Dodo-Steffens

steffens Pseudowissenschaften haben keinen Platz an unseren Hochschulen
An deutschen wie europäischen Hochschulen sind Alternativmedizin und Esoterik auf dem Vormarsch. Diesem Trend stellen sich die Liberalen Hochschulgruppen Nordrhein-Westfalens entschieden entgegen.

Liberale Hochschulgruppen NRW

Eine Hinwendung zur alternativen Medizin bedeutet eine Abwendung von den Maßstäben akademischer Arbeit. Alternativmedizin schadet NRW als Forschungsstandort im internationalen Wettbewerb. Homöopathie im Hochschulwesen bedeutet eine Abkehr vom Denkstil der Aufklärung. Das »sapere aude« Kants ist der vorrangige Wahlspruch jedes Wissenschaftlers und darf nicht den Interessen der Landesregierung und privater Verbände geopfert werden. Landesministerin Barbara Steffens plant eine schrittweise Integration von wirkungslosen Therapieformen in der Hochschullandschaft. Den dahinterstehenden Ideologien begegnen die Liberalen Hochschulgruppen Nordrhein-Westfalens mit den Worten Adornos:»Okkultismus ist die Metaphysik der dummen Kerle«.

«Die Liberalen Hochschulgruppen in NRW lehnen die Schaffung von eigens eingerichteten Lehrstühlen und verbindliche Veranstaltungen zur Alternativmedizin an öffentlichen Hochschulen in Nordrhein-Westfalen ab. Behandlungsmethoden, die den Erkenntnissen der evidenzbasierten Medizin widersprechen, sollen erforscht, aber nicht ohne kritische Auseinandersetzung gelehrt werden. Dabei ist der Freiheit von Forschung und Lehre insofern Rechnung zu tragen, als dass Mindermeinungen im wissenschaftlichen Diskurs eine weitestgehende Freiheitssphäre eröffnet bleibt, solange eine Einschränkung nicht erforderlich ist, um Gefahren im Gesundheitswesen durch zweifelhafte Behandlungsmethoden Rechnung zu tragen.

Begründung

Pseudomedizin auf dem Vormarsch

Die Zahl der nicht staatlichen Hochschulen steigt rapide. Von 2000 bis 2010 stieg die Anzahl privater Hochschulen von 47 auf 108 auf ein Viertel der Hochschulen insgesamt. Wenngleich es im Grundsatz zu begrüßen ist, wenn Staat und Private um die besten Studenten werben, birgt diese Entwicklung die Gefahr der Einflussnahme von Interessengruppen in sich. Gerade die Ausbildung in Heilbehandlungsberufen ist anfällig für den Einfluss der Pharmahersteller, aber auch von Ideologien und bedarf daher externer Qualitätssicherung.

In Taunstein in Oberbayern soll die erste europäische Hochschule für Homöopathie eröffnet werden. Getragen wird sie von dem Lobbyverband »European Union of Homeopathy«. Hier sollen künftig Studenten einen Abschluss in Homöopathischer Medizin mit BA/MA erwerben können.
Die Berliner Steinbeis-Hochschule, die Berliner Hochschule für Gesundheit und Sport und die Idsteiner Fresenius-Hochschule bieten Studiengänge in Komplementärmedizin an. Mit der Alanus-Hochschule in Alfter
entstand in NRW ein Bachelorstudiengang in anthroposophischer Eurhythmie. Einen BA/MA-Abschluss in Waldorfpädagogik können Interessenten an der Anthroposophischen Freien Hochschule in Mannheim erwerben. Die Liste der Beispiele ist nur exemplarisch und könnte fortgesetzt werden.

Doch nicht nur private Hochschulen sind anfällig für die Einflussnahme alternativmedizinischer Interessengruppen. An der Universität Zürich wurde ein Lehrstuhl für Naturheilkunde eingeführt.
An der renommierten Charité-Berlin werden Akupunktur, Mind-Body-Medizin, Neuraltherapie und Pflanzenheilkunde angewendet. Ähnliche Angebote findet man im Klinikum Essen-Mitte.

Im Klinikum München setzt man auf traditionelle chinesische Medizin. An der Universität Bern hingegen wird anthroposophische Medizin erforscht und gelehrt. An der Universität Frankfurt/Oder wurde 2008 der Masterstudiengang Komplementäre Medizin eingeführt. Zu diesem zählt auch eine Ausbildung in Homöopathie als Wahlpflichtfach. Der Studiengangleiter Harald Walach war Berater einer niederländischen Firma, die in Afrika ein homöopathisches Aids-Medikament erproben wollte.

Einflussnahme von Interessengruppen

Forschung, Lehre und Praxis alternativmedizinischer und esoterischer Behandlungsmethoden finden in Herstellern homöopathischer Präparate liquide Sponsoren.
Dazu zählen Hersteller wie die Biologische Heilmittel Heel GmbH, die Deutsche Homöopathie Union GmbH & Co. KG oder die Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG. Aber auch Stiftungen. Wie der Krupp-Stiftung, der Carstens-Stiftung und andere Interessengruppen treten als Sponsoren von Lehrstühlen und Forschungsprojekten auf. Insbesondere die Carstens-Stiftung hat das Ziel, »Naturheilkunde und Homöopathie in Wissenschaft und Forschung zu integrieren« und fördert diese mit knapp 1,5 Millionen Euro pro Jahr.

Barbara Steffens und die Pseudomedizin

Mit der Wahl von Barbara Steffens zur Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen traf die rot-grüne Landesregierung eine Richtungsentscheidung zugunsten der Integration der Alternativmedizin und Esoterik in den Wissenschaftsbetrieb.

Steffens ist bekennende Streiterin für Homöopathie und Esoterik. Ziel Steffens ist es, Einfallstore für Pseudowissenschaften in das Hochschulwesen zu errichten. Nicht nur eröffnete sie den Deutschen Homöopathiekongress und warb für den DZVhÄ für die Homöopathie. Auch argumentierte sie auf der Website des MGEPA für Alternativheilverfahren und deren Aufwertung durch die europaweite Akademisierung des Heilpraktikerberufs.

Die Ministerin wandte sich gegen das »Entweder-oder in Bezug auf konventionelle, integrative oder komplementäre Verfahren« und sprach sich für ein »Sowohl-als-auch« aus. Steffens vertritt die unter Homöopathen verbreitete Ansicht »Wer heilt hat recht« und schließt sich somit gängigen Argumentationsmustern von Heilpraktikern und Alternativmedizinern an. Diesen zufolge sind Vorgänge im menschlichen Körper nicht abschließend wissenschaftlich erklärbar1. Gleichzeitig existiert nach ihrer Auffassung kein Gegensatz zwischen Schul-und Alternativmedizin. Steffens argumentiert mit Studien, z.B. des Charité Berlin, die den Anschein der Wirksamkeit homöopathischer Präparate suggerieren. Tatsächlich konnte niemals in qualitativ hochwertigen Studien und Metaanalysen nachgewiesen werden, dass homöopathische Mittel eine nennenswerte,über den Placebo-Effekt hinausgehende Wirksamkeit haben2.
Neben der Werbung für Alternativheilverfahren fordert Steffens3 deren Integration in das Medizinstudium. Dadurch könnten »Medizinstudentinnen und-studenten auch diese Tätigkeitsfelder bei der Ausrichtung ihres weiteren beruflichen Werdegangs angemessen prüfen.« Ziel im Rahmen ihrer Arbeit sei es, »eine bessere Vernetzung Nordrhein-Westfalen auch als Standort für Integrierte Medizin beziehungsweise Komplementärmedizin« herzustellen. Daneben kritisiert sie, dass Alternativheilverfahren noch nicht ausreichend in den Leistungskatalogen der Krankenkassen gewürdigt seien.

Barbara Steffens und die evidenzbasierte Medizin

Der Weg zur Verwirklichung der genannten Vorhaben führt nach Ansicht Steffens über die Diffusion der Maßstäbe wissenschaftlicher Lauterkeit. Da es keinen evidenzbasierten Nachweis der Wirksamkeit Homöopathischer Mittel gibt, soll nach Ansicht Steffens der Maßstab der Beurteilung der Wirksamkeit geändert werden: »Bei der Beurteilung von neuen Untersuchungs-und Behandlungsmethoden hat der Gemeinsame Bundesausschuss neben der Frage der Wirtschaftlichkeit auch den jeweiligen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse in der jeweiligen Therapierichtung zu beachten. Hieran wird sich in der nächsten Zeit vermutlich nichts ändern. [...]Wir brauchen für die Homöopathie ein anderes, akzeptiertes Verfahren zum Wirksamkeitsnachweis, um die Frage der Kostenerstattung zu öffnen. «
Mit anderen Worten: Eine Integration der Alternativmedizin ist nur zu rechtfertigen, wenn ein entsprechender Wirkungsnachweis erbracht wird. Anhand von Forschungsergebnissen müsste nachgewiesen werden, dass alternativmedizinische Verfahren eine über den Placebo-Effekt hinausgehende Heilwirkung haben. Da dieser Nachweis jedoch voraussichtlich erbracht werden kann, sollen die Voraussetzungen für einen Nachweis gesenkt werden. Eine solche Veränderung der Gütekriterien wissenschaftlicher Arbeitsweise bedeutete jedoch die Abkehr von der evidenzbasierten Wissenschaft. Diese Abkehr betrifft insofern nicht nur den Standpunkt der Schulmedizin, sondern gleichsam jene Maßstäbe, die an die Wissenschaftlichkeit selbst angelegt werden.

1Es besteht ein Unterschied zwischen der zutreffenden Hypothese, die Vorgänge im menschlichen Körper seien wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt einerseits und der Hypothese, die Vorgänge im menschlichen Körper seien wissenschaftlich nicht erklärbar andererseits. Der Unterschied beider Hypothesen wird gerade deshalb schwammig und offen formuliert, weil er von eminenter Bedeutung für die Argumentationsmuster des Obskurantismus ist.

2Vgl. hierzu die ausschlaggebende Metaanalyse von Shang et al. (2005)

3z.B. im Interview mit der DZVhÄ

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