Archiv der Kategorie: Radikalisierung

ISIS trennt sich von al-Qaida – Christen-Kuscheln

Unter schwarzer Flagge: Isis-Terroristen in der syrischen Stadt Raqqa. Bild. faz.net

Die beiden islamistischen Terrorgruppen hatten sich zuletzt wegen Syrien überworfen. ISIS wirft al-Qaida vor, Zusammenleben mit Christen zu erwägen.

Die Presse.com

Die Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (ISIS) hat sich offiziell vom al-Qaida-Netzwerk losgesagt. Der Spaltungsgrund: Die Ideologie der al-Qaida-Terroristen um den Ägypter Ayman al-Sawahiri ist den ISIS-Terroristen nicht radikal genug. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten Audio-Botschaft hervor, die ISIS-Sprecher Abu Mohammed al-Adnani zugeschrieben wird.

Darin heißt es, die al-Qaida-Führung unter al-Sawahiri habe sich von den Grundsätzen des “Heiligen Krieges” entfernt und die Bewegung der “Gotteskrieger” gespalten. Der irakische Terrorist behauptete, al-Qaida habe sich von dem Ziel der Gründung eines großen islamischen Kalifats verabschiedet und spreche jetzt sogar von der Möglichkeit eines friedlichen Zusammenlebens mit den orientalischen Christen. Dies komme für ISIL aber nicht infrage. “Bitterkeit erfüllt unser Herz”, klagte Al-Adnani angesichts dieser Spaltung der “Jihadisten”-Bewegung.

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Gotteswahn Philippinen: Männer lassen sich an Karfreitag kreuzigen

Bild: Die Press.com

Zum Todestag Jesu treiben jedes Jahr Katholiken auf den Philippinen ihre Selbstgeißelung auf die Spitze. Sie lassen sich kreuzigen.

Frankfurter Allgemeine

In einem blutigen Ritual zur Nachempfindung des Todes Jesu haben sich am Karfreitag auf den Philippinen mehrere Katholiken ans Kreuz nageln lassen. Tausende Schaulustige kamen auf ein Feld am Rande der Stadt San Fernando, um die Selbstgeißelung der Männer zu beobachten. Den als Jesus gekleideten Freiwilligen wurden knapp acht Zentimeter lange Stahlnägel durch die Hände gerammt, als sie ans Kreuz genagelt wurden.

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NSU: Das Zeugensterben geht weiter

NSU: Das Zeugensterben geht weiter © unwiederbringlichbegangenes @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Erneut wurde ein wichtiger NSU-Zeuge tot aufgefunden. Der 39-jährige V-Mann Thomas R. – alias Corelli – soll an einer Diabeteserkrankung gestorben sein. Von offizieller Seite wird ein Fremdeinwirken ausgeschlossen. Er ist schon der siebte Tote im NSU- Komplex.

MiGAZIN

Dem Oberlandesgericht (OLG) München gehen die Zeugen aus. Jedenfalls solche, die zur Aufklärung der immer mysteriöser erscheinenden NSU Morde hätten beitragen könnten. Zuletzt traf es Corelli, wie er beim Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) geführt wurde. HJ Tommy nannten ihn seine rechten Kameraden.

An einer bisher nicht bemerkten Diabeteserkrankung soll der 39-Jährige allein in seiner Wohnung gestorben sein. Ein Fremdeinwirken schließen die Ermittler einem Spiegel-Bericht zufolge aus. Das BfV habe am Mittwoch vergangener Woche das parlamentarische Kontrollgremium des Bundestages über den Tod des früheren Topspitzels informiert.

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Schleswig-Holstein: Tiefbraune Talare und priesterliche Spitzel

1933, Bischof Friedrich Coch, Vereinsgeistlicher d. Inneren Mission, Luth. Kirche Sachsen. Themenbild: fundamentalismus debatte .de

1933, Bischof Friedrich Coch, Vereinsgeistlicher d. Inneren Mission, Luth. Kirche Sachsen. Themenbild: fundamentalismus debatte .de

Die evangelische Kirche im Norden will ihre NS-Vergangenheit aufarbeiten und beauftragte dazu einen Wissenschaftler. Dessen Recherchen ergaben ein verheerendes Bild.

Von Dieter HanischND

Ein Buch über den Umgang der Evangelischen Kirche im Norden mit der nationalsozialistischen Vergangenheit schlägt derzeit in Schleswig-Holstein hohe Wellen. Im Zuge seiner Recherchen für das rund 350-seitige Werk ist der Autor Stephan Linck zudem auf eine enge Zusammenarbeit zwischen hohen Kirchenfunktionären und dem Verfassungsschutz gestoßen.

Bei seinen Forschungen über die Geschichte der Landeskirchen in Nordelbien in der Zeit zwischen 1945 bis 1965 befasste sich Linck mit der Frage, inwieweit in das NS-Regime eingebundene Kirchenleute auch nach 1945 in der Kirche aktiv waren. Der Kieler Historiker spürte diverse Beispiele für fortwährenden Antisemitismus, personelle Verstrickungen mit dem Ungeist des Dritten Reiches und Spitzeldienste auf. Überwachung, Misstrauen, politische Vorgaben sowie Vorurteile gehörten demnach während des Kalten Krieges zum Innenleben des Kirchenapparates.

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Vor 20 Jahren: Völkermord in Ruanda

"Zum Gedenken an unsere Rolle beim Völkermord in Ruanda...machen wir nichts" (Bild: Patrick Chappatte/Le Temps)

“Zum Gedenken an unsere Rolle beim Völkermord in Ruanda…machen wir nichts” (Bild: Patrick Chappatte/Le Temps)

Vor 20 Jahren ignorierten deutsche Behörden systematisch den sich anbahnenden Völkermord in Ruanda. Sie wussten mehr, als sie zugeben.

Taz – Arndt Peltner

Die deutsche Außenpolitik hat Afrika entdeckt. „Stärker in Afrika Verantwortung zeigen“ will Bundeskanzlerin Angela Merkel; Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier mahnte bei der Ruandadebatte im Bundestag am Freitag, man müsse „das uns Mögliche tun, das in unserer Macht steht, um Völkermord zu verhindern“. Wäre es da nicht sinnvoll, zunächst einmal die Fehler der deutschen Politik aufzuarbeiten, gerade was Ruanda angeht?

Vor 20 Jahren wurden innerhalb von 100 Tagen über 800.000 Ruander abgeschlachtet. Und zwar unter den Augen der Weltöffentlichkeit. Die UN hatte Truppen vor Ort, war aber unfähig, einzugreifen. Auf die Bitten des kanadischen Blauhelmkommandanten General Roméo Dallaire, die Truppenstärke aufzustocken, um dem Gemetzel ein Ende setzen zu können, reagierten die westlichen Nationen mit Teilabzug. Dallaire wurde zum Zuschauer degradiert. Auch Deutschland schaute zu.

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Abschuss von Terrorflugzeugen: Regierung plant Grundgesetzänderung

Luftfhansa Airbus A380-800, "Zürich", D-AIMF, Ident und Escort to Land LSZH mit F/A-18C Hornet Fl St 11 Bild: 20min.ch

Luftfhansa Airbus A380-800, “Zürich”, D-AIMF, Ident und Escort to Land LSZH mit F/A-18C Hornet Fl St 11 Bild: 20min.ch

Was tun, wenn Terroristen ein gekapertes Flugzeug als Waffe einsetzen? Die Entscheidung darüber, ob solche Jets abgeschossen werden dürfen, soll künftig allein der Verteidigungsminister fällen dürfen.

stern.de

Die Bundesregierung will einem Medienbericht zufolge durch Grundgesetzänderung den Abschuss von Flugzeugen erleichtern, die von Terroristen als Waffe eingesetzt werden sollen. Wie “Spiegel Online” am Dienstag berichtet, strebt die Koalition dazu eine baldige Änderung von Artikel 35 des Grundgesetzes an. Dort solle geregelt werden, dass der Bundesverteidigungsminister der Bundeswehr notfalls im Alleingang den Einsatzbefehl gegen von Terroristen gekaperte Flugzeuge geben darf, heißt es in dem Bericht.

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US-Senator Durbin darf keine Kommunion empfangen

Bild: durbin.senate.gov/public/

Bild: durbin.senate.gov/public/

US-Senator Durbin darf wegen seiner abtreibungsfördernden Politik keine hl. Kommunion empfangen – Bischof Paprocki: Senator Durbin ist informiert, dass er „gemäß Can 915 des Kirchenrechtes nicht zum Kommunionempfang zugelassen ist“

kath.net

Der katholischer Priester Kevin Vann verweigerte Senator Richard Durbin die hl. Kommunion. Jetzt bekräftigt sein Bischof Thomas Paprocki  die Entscheidung des Diözesanpriesters des US-Bistums Springfield/Illinois. In einem Email an einen katholischen Lebensschützer stellte Bischof Paprocki fest: „Senator Durbin war vor einigen Jahren von seinem Pfarrer der Blessed Sacrament-Gemeinde hier in Springfield informiert worden, dass er gemäß Can 915 des Kirchenrechtes nicht zum Kommunionempfang zugelassen ist. Mein Vorgänger bestätigte diese Entscheidung und sie bleibt gültig.“ Dieser Brief wurde vom Journalisten Matt Abbott veröffentlicht.

Nato-General: Ohne Glauben kann ich kein Soldat sein

Josef Blotz, Bild: outlookafghanistan.net

Der Glaube sei nicht nur pragmatische Krisenhilfe, sondern in erster Linie ein Geschenk. Der General wörtlich: «Ganz konkret hat mir in den schwierigen Einsätzen die Regelmäßigkeit der Glaubenspraxis geholfen.»

kath.net

Für Nato-General Josef Blotz (Foto) gehört der Glaube untrennbar zu seinem militärischen Beruf dazu. «Ohne mein Christ-Sein könnte ich nicht Soldat sein», sagte Blotz, einer der ranghöchsten deutschen Generäle der Brüsseler Nato-Zentrale, am Sonntag im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Der Glaube sei nicht nur pragmatische Krisenhilfe, sondern in erster Linie ein Geschenk. Der General wörtlich: «Ganz konkret hat mir in den schwierigen Einsätzen die Regelmäßigkeit der Glaubenspraxis geholfen.» Auch in Afghanistan habe er versucht, jeden Sonntag die Messe zu besuchen.

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Protest gegen Bundeswehr-Musikgottesdienst in Dresden

BuWe_Frauenkirche In Sachsen regt sich Widerstand gegen einen geplanten „musikalischen Gottesdienst“ der Bundeswehr in der Dresdner Frauenkirche. Dabei soll am 30. April ein Musikkorps aus Erfurt spielen.

idea.de

. Wie die Zeitung „Dresdner Neueste Nachrichten“ am 5. April berichtet, haben 20 aktive und ehemalige Mitarbeiter der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens ein Protestschreiben an Landesbischof Jochen Bohl (Dresden) und das Pfarrbüro der Frauenkirche gerichtet. Darin beantworten sie die Frage, ob in einer „so symbolträchtigen Kirche“ die Bundeswehr als Veranstalter eines Gottesdiensten auftreten darf, mit einem „klaren Nein“. Die Unterzeichner begründen ihre Haltung mit der Trennung von Staat und Kirche.

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Libyen: „Wollt ihr wie Juden und Christen werden?“

Bild: Katholisches.info

Bild: Katholisches.info

Fathi Abdelmounaim, Moderatorin beim Fernsehsender Al Manara schildert, was an den Schulen von Bengasi im östlichen Libyen heute unterrichtet wird. In diesem Teil des Mittelmeeranrainerstaates, der einst von Oberst Muammar al-Gaddafi regiert wurde, ist der Staat heute abwesend.

Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Die Kontrolle üben islamistische Milizen und Clans aus. An den Koranschulen lehren die Imame „extremistische Ideen“ so Abdelmounaim.

Die Imame „indoktrinieren die Kinder zur Ablehnung der Demokratie“. Die Demokratie sei „nur eine Sache der Apostaten“, schildert Abdelmounaim die Lage.

Koranschulen außer Kontrolle

Von der Hauptstadt der Kyrenaika ging der Protest gegen Gaddafi aus. Heute nimmt dort vor allem die Zahl der radikalislamischen Prediger zu, die in ihrer Mehrheit aus anderen islamischen Staaten nach Libyen kommen. Grund für diesen Zulauf ist die herrschende Rechtsunsicherheit. Wo immer der Staat schwach sei, tauchen die Islamisten auf, so Abdul Nasser Ahmed, der Vorsitzende der libyschen Beobachtungsstelle für Menschenrechte. „Niemand kontrolliert heute die Koranschule, weil der Staat keine Mittel dazu hat.“ Das Ergebnis sei, daß alle „islamischen Gruppen, ob Extremisten oder Gemäßigte die Schule für ihre Ideologie mißbrauchen. In den meisten Fällen ist sie extremistisch, wie jene von Ansar al-Sharia“, so Ahmed.

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Front National: Keine Ausnahmen für Muslime beim Schulkantinenessen

Marine Le Pen 2014, Bild: wikimedia.org

Marine Le Pen erteilt den gewählten Bürgermeistern ihrer Liste erste Anweisungen

Von Thomas PanyTELEPOLIS

An diesem Wochenende übernehmen die zehn gewählten Bürgermeister des Front National ihre Posten. Wie die Zeitung Libération berichtet, haben alle FN-Bürgermeister noch einmal ihr Wahlversprechen in Blogveröffentlichungen betont.

Mit einigem Pathos versprachen sie, in ihrem Amt “die legitime Revolte der Franzosen in Hoffnung zu übersetzen und Marine Le Pen auf lokaler Ebene zu repräsentieren, damit auch in Ihrer Stadt der neue Wind wehen kann”. Dieser richte sich besonders gegen den “communautarisme” und die “örtliche Günstlingswirtschaft“.

“Communautarisme“ läßt sich im Deutschen nicht deckungsgleich mit “Kommunitarismus” übersetzen. Der Begriff ist im rechten Milieu Frankreichs eine politischen Kampfvokabel, die vereinfacht gesagt eine “muslimische Parallelgesellschaft” im Visier hat.

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Die geheime Strategie der Muslimbrüder

Bild: pro Medienmagazin

Die Muslimbrüder in Ägypten waren verfolgt, regierten und sind nun erneut illegal. Doch wie wird sich die islamistische Organisation nach den Todesurteilen für Hunderte ihrer Mitglieder entwickeln? Die Journalistin Petra Ramsauer hat ein Buch über Vergangenheit und Zukunft der Bruderschaft geschrieben.

Von Anna Lutzpro Medienmagazin

Die einen nennen sie gefährliche Islamisten, die anderen vergleichen sie mit christlichen Parteien in Europa: Die Muslimbruderschaft gibt der Welt Rätsel auf, und das nicht erst seit dem Putsch gegen den ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi im Juli des vergangenen Jahres. Nun wurden über 500 Muslimbrüder von einem ägyptischen Gericht zum Tode verurteilt. Nimmt man das im März erschienene Buch „Muslimbrüder“ der Journalistin Petra Ramsauer ernst, könnte das zur Radikalisierung der Gruppe führen. Das wiederum beträfe nicht nur Ägypten – denn das Netzwerk der Brüder agiert weltweit, geheim und strategisch.

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Bischöfe: Rede von Christenverfolgung ist kontraproduktiv

Die Kuppeln der Grabeskirche in Jerusalem. Bild: franziskaner.de

Die katholische Bischöfe im Heiligen Land: Was als Christenverfolgung bezeichnet werde, sei gewöhnlich Gewalt von «Kriminellen, die behaupten, Muslime zu sein».

kath.net

Die katholische Bischöfe im Heiligen Land warnen vor einer Dramatisierung der Lage der Christen im Nahen Osten. Eine ständige Rede von «Verfolgung» spiele nur Extremisten in die Hände, heißt es in einer Erklärung der Versammlung katholischer Bischöfe im Heiligen Land, die am Donnerstag vom Lateinischen Patriarchat in Jerusalem veröffentlicht wurde.

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ZDF geht Hassprediger Pirinçci auf den Leim

Szene aus dem ZDF Mittagsmagazin vom 2.4.14 mit Akif Pirinçci, Bild: MiGAZIN

Akif Pirinçci veröffentlichte vor Kurzem sein neues Buch „Deutschland von Sinnen“. Darin wütet er vor allem gegen Zuwanderer. Und beim fröhlichen „Mittagsmagazin“ des ZDF dachte man sich: Hey, laden wir den lustigen Mann doch mal ein.

Von Stefan NiggemeierMiGAZIN

Es ist gestern also wieder zu einem schlimmen Fall von Zensur gekommen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, zu einem Rückfall in finsterste Zeiten, beziehungsweise einem Vorgeschmack auf die totalitäre Zukunft dieses Landes. Das ZDF lieferte den endgültigen Beweis, dass „das Staatsfernsehen von diesen grün-rot versifften Wichsern beherrscht wird“ und dort inzwischen „hammerharte, primitive Zensur“ herrscht.

Der das sagt, muss es wissen, denn er wurde ihr vermeintliches Opfer: Akif Pirinçci.

Der aus der Türkei stammende Katzenkrimi-Schriftsteller veröffentlicht seit einiger Zeit wortgewordene Hassausbrüche; Texte für Leute, denen verbale Auseinandersetzungen, die nicht einer besinnungslosen blutigen Straßenschlacht gleichen, zu intellektuell sind.

Vor einem Jahr hat er unter dem Titel „Das Schlachten hat begonnen“ von einem „schleichenden Genozid“ geschrieben: Banden mordender junger Muslime zögen durch Deutschland, um die deutschen Männer auszurotten und die deutschen Frauen zu vergewaltigen. Und dass es dafür keine Beweise gebe, sei der beste Beweis: Behörden und Medien hätten sich verschworen, diesen Bürgerkrieg und Völkermord zu verschweigen.

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Genozid im Gotteshaus

Bei dem Genozid in Ruanda kamen über 800.000 Menschen ums Leben. (AP)

1994 ermordeten Angehörige der Hutu-Mehrheit vor den Augen der Welt im afrikanischen Ruanda auf grauenvolle Weise etwa 800.000 Menschen, überwiegend Angehörige der Tutsi. Die meisten starben in Gotteshäusern, wurden von Priestern nicht beschützt, sondern sogar ausgeliefert.

Von Jesko JohannsenDeutschlandfunk

“Dies ist die Gedenkstätte von Nyamata. Früher war das eine katholische Kirche. Nach dem Massaker in der Kirche wurde das Gotteshaus zur Gedenkstätte. Mehr als 10.000 Menschen wurden in dem Gebäude und auf dem Gelände getötet.”

Führung mit Anita Ovinesa. Nyamata liegt südlich von Ruandas Hauptstadt Kigali. In der heutigen Gedenkstätte stehen noch die Bänke von damals. Auf ihnen liegen alte, vermoderte Kleider gestapelt. Es sind die Kleider der Toten.

“Hier ist noch der Original-Altar und die weiße Decke, die damals darauf lag. Sie ist voller Blut. Wir haben hier Beispiele für die Waffen: Macheten, Speere und andere Gegenstände, mit denen die Menschen getötet wurden. Wir haben die Rosenkränze der Opfer und einen alten Personalausweis, auf dem die Einteilung der Menschen durch die damalige Regierung zu sehen ist: Hutu, Tutsi und Twa. Und dort steht das Taufbecken. Es war voll mit Blut, weil sie darin die Köpfe wie in einer Küche abgeschnitten haben.”

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