Archiv der Kategorie: Religion

Auftritt von CDU-Staatssekretär: Liebe Quacksalber, liebe Quacksalberinnen!

Bild: svz.de

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Der Kongress des Sonnenweg-Vereins in Jülich versprach Informationen über ganzheitliche Krebstherapien. Tatsächlich fanden Scharlatane ein Forum. Peinlich: Die Eröffnungsrede hielt ein Staatssekretär des Forschungsministers.

Von Nicola Kuhrt und Silvio DuweSpON

Sie hatte Brustkrebs und hat die Krankheit überlebt. Deshalb hat Helga Maschke den Verein Sonnenweg gegründet – um ihre Erfahrungen weiterzugeben. Heute veranstaltet die 78-Jährige sogar einen Kongress zu dem großen Thema ihres Lebens. Es geht ihr darum, Krebsbetroffene “in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stellen” und “Menschen wieder als Ganzes wahrzunehmen”.

An diesem Wochenende im Oktober will sie in Jülich Informationen zur “Ganzheitlichen Therapie bei Krebs” vermitteln. Auf einer kleinen Messe, in Seminaren, Vorträgen und gemeinsamen Singstunden. Besonders stolz ist Maschke, dass sogar ein Parlamentarischer Staatssekretär des Forschungsministeriums gekommen ist: Thomas Rachel.

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Merkel: Christliche Werte bestimmen tägliche Politik

Merkel sprach darüber, Christsein und alltägliches Handeln zusammenzubringen (Archivbild) Foto: World Economic Forum / Wikipedia | CC-BY-SA 2.0

Christliche Werte sind für Bundeskanzlerin Angela Merkel nach eigenen Worten die maßgebliche Orientierung im politischen Alltag. Das sagte sie zum Reformationstag am Freitag im brandenburgischen Templin.

pro Medienmagazin

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte: „Christsein und politisches Handeln sind ein großes Thema.“ In der Gesundheits-, Familien- oder Außenpolitik – überall spielten christliche Werte und Überzeugungen eine Rolle. Aber auch jeder andere Mensch, ob Arzt, Banker, Soldat oder Polizist, müsse sich immer wieder fragen, wie er Christsein und sein alltägliches Handeln zusammenbringen könne, führte Merkel an.

Weiter sprach Merkel über Freiheit und Verantwortung: Die eigene Freiheit dürfe nicht auf Kosten eines anderen gehen, die Freiheit des anderen in Frage stellen. „Indem ich mich auf ein Gegenüber ausrichte, bringt der Gedanke der Freiheit automatisch die Verantwortung mit ins Spiel. Freiheit und Verantwortung sind im christlichen Sinn eng aufeinander bezogen.“

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“Christenverfolgung”: Impuls für die Einheit des Christentums?

Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB

Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB

Botschaft von Papst Franziskus beim ökumenischen Kongress „Lob und charismatische Anbetung für eine Neuevangelisierung“.

kath.net

Die weltweite Verfolgung von Christen muss nach Ansicht von Papst Franziskus zu einer Stärkung der Ökumene führen. „Das Blut Christi, das heute von so vielen seiner Märtyrer in vielen Teilen der Welt vergossen wird, ruft und drängt uns zur Einheit“, sagte Franziskus am Freitag bei einem Treffen mit charismatischen Bewegungen im Vatikan. „Für die Verfolger sind wir eins.“ Diese „Ökumene des Blutes“ müsse den Christen neue Impulse verleihen.

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Schweiz: Pfarrer segnet lesbisches Paar

Bild: Wiki Commons/Andreas Praefcke

Bild: Wiki Commons/Andreas Praefcke

Das Bistum Chur in der Schweiz will den umstrittenen Fall nun prüfen lassen, weil der Priester gegen die katholische Lehre gehandelt haben soll.

Die Presse.com

In der katholischen Kirche in der Schweiz herrscht Aufregung um den Segen eines Priesters für ein lesbisches Paar. Mit dem Akt widersetzte sich der Geistliche aus dem Ort Bürglen der Meinung der Kirchenoffiziellen. Das Bistum Chur will dem Fall nun nachgehen. Stattgefunden hat die umstrittene Segnung im Oktober, sagte ein Sprecher des Bürgler Pfarreirats am Freitag.

Es handelte sich dabei nicht um eine Trauung, ähnelte aber in der Form einer solchen. Er habe sich nach reiflicher Überlegung für eine Segnung entschieden, sagte der Pfarrer zuvor dem “Urner Wochenblatts”. Heutzutage würden Tiere, Autos und sogar Waffen gesegnet. Warum solle nicht auch ein Paar gesegnet werden können, das den Weg gemeinsam mit Gott gehen möchte, fragte der Pfarrer.

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Kreationist Junker und Kreationist Franz

Reinhard Junker hat neben Theologie auch Mathematik und Biologie studiert Foto: privat

Der Papst sieht zwischen der biblischen Schöpfung und der Evolutionstheorie Gemeinsamkeiten, melden dieser Tage verschiedene Medien. Auch Franziskus‘ Vorgänger haben sich zum Thema geäußert.

Von Reinhard Junkerpro Medienmagazin

Wenn sich ein Papst zum Thema Schöpfung und Evolution äußert, hört man genauer hin. Die Feststellung des vorletzten Papstes, Johannes Paul II., dass die Evolution der Lebewesen mehr als eine Hypothese sei, gewann 1995 viel Beachtung. Dass der menschliche Geist und die Moral nicht aus natürlichen Prozessen ableitbar seien, was Johannes Paul II. ebenfalls betonte, ging dabei fast unter. Der Papst erkennt Evolution an, war der Tenor in der Presse. Sein Nachfolger, Benedikt XVI., hat sich kritischer zur Evolutionstheorie geäußert, auch wenn er sich nicht von einem evolutionären Weltbild distanziert hat.

Die jüngst erfolgten Äußerungen von Papst Franziskus über das Verhältnis von Schöpfung und Evolution knüpfen eher an Johannes Paul II. an. Gott sei der Schöpfer aller Dinge, doch die Geschöpfe könnten sich nach den in sie hineingelegten Gesetzen evolutiv entfalten. Dabei blieben sie aber unter der Herrschaft Gottes. Die Evolution der Lebewesen widerspreche der Vorstellung von einer Schöpfung nicht, sie setze eine Schöpfung voraus. Der Mensch habe – anders als die Tiere – eine gewisse Autonomie gegenüber der Natur.

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Polen: “Holy Wins” gegen Halloween

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Katholische Kirche im Kampf gegen Heidnisches
Zur Zeit landen sie wieder auf der geliebten Heimaterde, die traditionell gestimmten Exil-Polen aus Großbritannien und den USA: die Flughäfen verlassen sie demonstrativ mit einer Grabkerze in den Händen, die sie den verblichenen Verwandten auf die letzte Ruhestätte stellen wollen.


Von Jens MatternTELEPOLIS

Allerheiligen gilt in diesem Land mit über 90 Prozent Katholiken als der wichtigste Feiertag. Millionen drängen sich zwischen den Gräbern, um die lebende wie tote Sippschaft zu “treffen”. Prominente, Politiker und Schauspieler mischen sich an diesem Tag unter das Volk, um auf den Friedhöfen mit der Sammelbüchse für gute Zwecke zu sammeln.

In den Nachrichtensendungen und den Zeitungen wird derzeit der prominenten Toten gedacht. Dieses Jahr ist ein umstrittener Politiker der bekannteste Verstorbene – General Wojciech Jaruzelski, der in Polen den Kriegszustand im Dezember 1981 verhängte. Am Abend des 1. Novembers leuchtet dann auf den Gräberfeldern ein rotes Kerzenmeer.

Der Feiertag stellt die polnische Familie wie die polnische Gesellschaft jedes Jahr vor viele Herausforderungen. Zum einen müssen ausgiebig die Grabstellen geputzt werden, was meist älteren Frauen oder darauf spezialisierte Firmen überlassen wird.

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Wahl Dodo des Monats Oktober 2014

Dodo des Monats Oktober 2014

Dodo des Monats Oktober 2014

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen und mit den kürzer werdenden Tagen steigt die Anzahl religiöser Aktivitäten aller möglichen Konfessionen. Die Politik will dem nicht nachstehen. War es früher der Feudaladel, der die Untertanen den Verführeren der Kirchen zutrieb, sind es heute die Politiker, die weltfremd die schwindenden Einflusssphären religiöser Besitznahme hektisch übertönen. Hier sind die Kandidaten für den Monat Oktober:
  1. Hape Kerkeling, “Religiotie…
  2. Bernd Saur, “…mit philologischer Pornografie gegen den Bildungsplan.”
  3. Norbert Lammert, “lässt die “heute-Show” nicht im Bundestag drehen.”
  4. TU München, “UFO-Alarm im Hörsaal 200.”
  5. Erzbistum Hamburg, “katholischer Feudalismus plant Volksinitiative.”
  6. Peter Gauweiler, “Verkauf des säkularen Staates.”
  7. Reinhard Marx, “tagträumerisch über katholische Menschlichkeit.”
  8. Papst Franz, “päpstlicher Kreationisten-Müll.”
  9. Hannelore Kraft, “falscher Posten für die Gottesmagd.”
  10. Karl-Hinrich-Manzke,”verwechselt Grundgesetz mit Bibel.”
  11. König Abdullah-Zentrum Wien, “Islamistischer Extremismus im Kaffeehaus-Flair.”
  12. Winfried Kretschmann, “schwer leidend an ecclesiogener Neurose.”
  13. Wolfgang Thierse, “Der letzte Kreuzzügler der SPD.”
  14. Erhat Toka, “Humorloser Angehöriger von Allahs Bodenpersonal.”
  15. Margot Käßmann, “im Reformationswahn.”
  16. Thomas de Maizière, “besitzt Moscheen und hat zum Islam konvertierte Kinder.”
  17. Aydan Özoguz, “macht das Pimmelschnippeln bei kleinen Jungs politisch sakrosankt.
  18. Nikolaus Schneider, “braucht einen Freund, sollte sich einen Hund kaufen, nicht Gott.
  19. Tatjana Festerling, “zieht den Hut vor den Hools.”
  20. Frank-Walter Steinmeier, ” assistiert evangelischen Bischof in Asien, auf Staatskosten.”
  21. Ludwig Schick, “sinnfreies vom Erz-Apostel.”

 

Die Wahl ist bis zum 07. November, 18:00 Uhr, befristet. Der Gewinner wird am 08. November, hier auf dem Blog, gewürdigt werden. Mehrfachauswahl ist möglich.

Viel Spaß.

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Katholisches Gesundschrumpfen?

Das Bistum Hildesheim hat die Fusion seiner Kirchengemeinden sechs Jahre früher als geplant bewältigt. (Themenbild) Bild: NDR

Wer sonntags in die Kirche geht, blickt mancherorts auf leere Bänke. Seit Jahren sinkt in Deutschland die Zahl der Gläubigen. Das Bistum Hildesheim hat auf diese Entwicklung sowie den Rückgang von Priestern bereits vor mehr als zehn Jahren reagiert und begonnen, seine Pfarrgemeinden zusammenzulegen.

NDR.de

Am Sonnabend schließt die Diözese diesen Prozess ab. Dann treten die letzten geplanten Fusionen in Kraft – sechs Jahre früher als ursprünglich geplant. Im Bistum Osnabrück haben die Verantwortlichen vor sechs Jahren reagiert. Dort sollen die Zusammenlegungen 2018 abgeschlossen sein.

Bistum Hildesheim verkleinert sich von 350 auf 119 Gemeinden

Im Bereich des Bistums Hildesheim werden zum 1. November Gemeinden im Untereichsfeld, im Raum Hildesheim, in Bad Salzdetfurth, Gehrden/Barsinghausen, Lehrte, Wedemark, Bremerhaven und Buchholz zusammengelegt. Dann sind von einst 350 Pfarrgemeinden nur noch 119 übrig. Im Durchschnitt gehören dann rund 5.100 Mitglieder zur jeweiligen Gemeinden.

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BBC Says That 2,000 People in the U.K. Are Serious Followers of “Jediism”

Image: Friendly Atheist

It started as a popular inside joke among U.K. atheists: when asked to divulge their faith on the 2001 Census form, almost 400,000 non-believers — 0.7 percent of the population — claimed to be practitioners of Jediism. Yes, as in Star Wars.

By Terry FirmaFriendly Atheist

Somehow, over the years, that little bit of mischief gave birth to an actual belief system with a real theology — for some. The BBC, quoting a Cambridge University researcher, says that there are currently about two thousand self-identifying Jedi in the country who are serious about their faith. They’ve developed

“ever-more complex doctrines and scriptures,”

… written by the Church’s founder, Daniel Jones.

What might have started as an intellectual exercise by fans adding to the movies and filling in the gaps, has become an attempt to build a coherent religious code. … The Jedi belief system is a patchwork quilt of Taoism, Buddhism, Catholicism and Samurai. … Often the ideas offer a simple dualism of good and evil, light and dark. …

Beth Singler, a researcher in the Divinity Faculty of Cambridge University, estimates that there are about 2,000 people in the UK who are “very genuine” about being Jedi.” … Jediism is not a joke for them but an inspiration. They don’t believe in “A long time ago in a galaxy far, far away”, says Singler, quoting the opening text that fills the screen of Star Wars. “It’s somewhere between metaphor and literal truth.

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Integration auf dem Rücken der Kinderrechte?

beschneidungAm Mittwoch, dem 29. Oktober 2014, legte die Bundesbeauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration, Aydan Özoguz (SPD), dem Bundestag den 10. Bericht über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland vor.

MOGiS e.V.

Unter anderem nahm sie darin auch Stellung zum Ende 2012 in Kraft getretenen Beschneidungserlaubnisparagraphen 1631d BGB, der Vorhautamputationen ohne medizinische Indikation an minderjährigen Jungen aus jeglichem Grunde dem Erziehungsrecht der Eltern unterstellt hat.
“Die Beauftragte begrüßt den Gesetzestext ausdrücklich. Sie sieht einen wesentlichen Mehrwert der gesetzlichen Regelung in der Beendigung der Verunsicherung durch die Herbeiführung der notwendigen Rechtssicherheit.
Die Beauftragte bewertet das Gesetz darüber hinaus als deutliches Bekenntnis der Bundesregierung zur Zugehörigkeit von Menschen jüdischen und muslimischen Glaubens zu Deutschland sowie zu dem Recht auf freie Religionsausübung. Die positiven Reaktionen der Juden und Muslime auf die nun geschaffene Rechtssicherheit versteht sie insoweit als ein wichtiges Signal.”

Dies deckt sich mit den ihrerseits bereits im Zuge der Gesetzesverabschiedung gemachten Statements zu diesem Thema. Auch sonst hat sich in der Bewertung des Gesetzes in den vergangenen zwei Jahren bei Frau Özoguz nicht viel getan, obgleich der Bericht durchaus auch bedenkliche Zahlen zitiert:

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Propaganda-Blatt lockt Deutsche in den Dschihad

Tarnfleck, Tanklaster und Testosteron: „Dabiq“ liefert brutale IS-Propaganda auf Deutsch, Dabiq Magazin/Al-Furqan Media Productions

In den Reihen des „Islamischen Staates“ kämpfen bereits mehr als 450 Deutsche. Die Terrormiliz will noch viele weitere rekrutieren. Das Propaganda-Blatt „Dabiq“ ruft im Internet weltweit zum Dschihad auf – auch auf Deutsch.

Von Katharina PfannkuchCicero

Befürchtet wurde es schon lange, seit Mitte Oktober ist es Gewissheit: Kämpfer des „Islamischen Staates“ (IS) haben im Nord-Irak jesidische Frauen und Kinder versklavt und verkauft. Bestätigt hat dies die islamistische Gruppierung um den selbsternannten Kalifen Abu Bakr al-Baghdadi höchstselbst – mit einer Wortwahl und Logik, die an Menschenverachtung kaum zu überbieten ist.

Die Jesiden seien eine „heidnische Minderheit“ von „Teufelsanbetern“. Eingehende Beratungen mit Gelehrten hätten zu dem Schluss geführt, dass die Versklavung und der Verkauf jesidischer Frauen und Kinder legitim seien. Zudem halte man sich ja an die geltenden Regeln, die etwa untersagen, Kleinkinder beim Verkauf von ihrer Mutter zu trennen. Doch damit nicht genug der Selbstgefälligkeit: „Viele der Frauen und Kinder haben bereitwillig den Islam angenommen und praktizieren die Religion nun eifrig, nachdem sie die Dunkelheit der Vielgötterei verlassen konnten.“

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Reformationstag: Wie Martin Luther sich die Juden zurechtlegte

luther_1Debatte ohne Ende: War der Autor der Schrift “Von den Juden und ihren Lügen” von 1542 ein Antisemit? Der Theologe Thomas Kaufmann erklärt: Ja, der Reformator war einer. Aus enttäuschter Liebe.

Von Matthias KamannDIE WELT

Der 31. Oktober ist gefährlich. Denn am Reformationstag liegt es nahe, historische Distanz zu vergessen. Geschehnisse vor fast einem halben Jahrtausend, nach der Veröffentlichung von Martin Luthers Thesen gegen den Ablasshandel zu Allerheiligen 1517, sollen heutige Protestanten in ihrem gegenwärtigen Glauben stärken. Dass dies sehr schwierig ist, lässt sich dem neuen Buch von Thomas Kaufmann entnehmen. Es sei eine “unausweichliche Erkenntnis”, schreibt der Göttinger Professor für evangelische Kirchengeschichte und exzellente Lutherkenner, “dass man sich Luthers Theologie ebenso wenig blindlings anvertrauen kann, wie man sich als zurechnungsfähiger Mensch des 21. Jahrhunderts freiwillig den Heilkünsten eines Baders des 16. Jahrhunderts überlassen würde”.

Aber so wenig man dem Bader vertrauen darf, so wenig kann man ihm vorwerfen, dass er Bader war. Anders gesagt: Wenn heute die Gegner des Protestantismus dem Reformator Martin Luther (1483-1546) die Abweichung von ihren Positionen zur Last legen, dann irren sie. Dann “fehlt nur noch der Vorwurf, dass er nicht Auto fahren konnte”, wie jüngst Lutherbiograf Heinz Schilling auf einer Tagung in Berlin den Polemikern vorhielt. Schilling und Kaufmann plädieren für Luthers konsequente Historisierung. Deren Leistungsfähigkeit beweist Kaufmann jetzt in einem Buch über Luthers Verhältnis zu den Juden.

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Nikolaus Schneider: Reformation bedeutet Freundschaft mit Gott

ekd_reformation_magazin300Die Reformation war nach Überzeugung des scheidenden Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, ein wichtiger Impuls für die innere Befreiung der Christen.

evangelisch.de

Der Reformationstag sei ein Zeichen für die “Freundschaft mit Gott”, sagte er am Freitag dem Fernsehsender “Phoenix“. Martin Luther (1483-1546) habe “mit dem Geschäft mit der Angst Schluss gemacht”. Vor genau 497 Jahren, am 31. Oktober 1517, veröffentlichte Luther seine Thesen gegen den Ablasshandel. Der Tag gilt als Beginn der Reformation.

Nach Schneiders Worten befähigt die Reformation die Christen, Verantwortung für andere und für die Gesellschaft zu übernehmen. Den Wittenberger Reformator nannte der Ratsvorsitzende einen genialen Charakter mit einem “riesigen Temperament”, der ein Herz für die Menschen gehabt habe. “Er konnte aber auch polemisieren”, fügte Schneider an. Luther habe zu schlimmen Ausfällen geneigt, vor allem gegenüber den Juden. “Er war ein großartiger Menschen, aber mit Ambivalenzen.”

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Stop Celebrating the Pope’s Views on Evolution and the Big Bang. They Make No Sense.

Verehrungswürdige Puppe.

Verehrungswürdige Puppe.

A famous anecdote from 19th century New England involves Margaret Fuller, an early feminist and ardent exponent of the spiritual movement of transcendentalism. Besotted by her emotions, she once blurted out, “I accept the universe!” When he heard of this, the Scottish philosopher Thomas Carlyle remarked dryly, “Gad—she’d better.”

By Jerry A. CoyneRichard Dawkins-Foundation

While the story may be apocryphal, if you replace Fuller with Pope Francis and “the universe” with “evolution,” then Carlyle’s feelings are identical to mine. For, according to many media outlets (for example, herehere, and here), Pope Francis has just declared that he accepts the fact of evolution.

Gad, he’d better. Evolution has been an accepted scientific fact since about 1870, roughly a decade after the theory was proposed by Darwin in 1859. And there are mountains of evidence supporting it, as documented in my book Why Evolution is True, and no evidence for the religious alternative of divine creation. As Pope Francis tries to nudge his Church into modernity, it wouldn’t look good if he espoused creationism.

But if you parse Francis’s words yesterday, spoken as he unveiled a bust of his predecessor Benedict XVI, you’ll find that tinges of creationism remain. In fact, the Vatican’s official stance on evolution is explicitly unscientific: a combination of modern evolutionary theory and Biblical special creationism. The Church hasn’t yet entered the world of modern science.

The recent history of Catholicism and evolution is spotty. Pope Pius XII claimed that evolution might indeed be true, but insisted that humans were a special exception since they had been bestowed by God with souls, a feature present in no other species. There was further human exceptionalism: Adam and Eve were seen as the historical and literal ancestors of all humanity.

Both of these features fly in the face of science. We have no evidence for souls, as biologists see our species as simply the product of naturalistic evolution from earlier species. (And when, by the way, are souls supposed to have entered our lineage? Did Homo erectus have them?) Further, evolutionary genetics has conclusively demonstrated that we never had only two ancestors: if you back-calculate from the amount of genetic variation present in our species today, the minimum population size of humans within the last million years is about twelve thousand. The notion of Adam and Eve as the sole and historical ancestors of modern humans is simply a fictionone that the Church still maintains, but that other Christians are busy, as is their wont, trying to convert into a metaphor.

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Piusbrüder: Bischofssynode zu Familie hat Tor zur Hölle geöffnet

logo_fsspxDie Piusbruderschaft übt scharfe Kritik an der vor knapp zwei Wochen beendeten katholischen Weltbischofssynode zu Ehe und Familie.

kath.net

Die Piusbruderschaft übt scharfe Kritik an der vor knapp zwei Wochen beendeten katholischen Weltbischofssynode zu Ehe und Familie. Die Beratungen in Rom hätten «die Tür zur Hölle» geöffnet, sagte der Generalobere Bernard Fellay dem Internetportal der französischen Piusbrüder, Porte Latine. Zwar habe das Bischofstreffen zunächst keine Entscheidungen gefällt, «aber die Richtung ist vorgegeben».

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Christlicher Glaube und Marktwirtschaft gehören zusammen

Bild: tilly

Bild: tilly

Ökonom: Wenn das eine wegfällt, verlieren wir auch das andere.

kath.net

„Der christliche Glaube und die freie Marktwirtschaft gehören untrennbar zusammen. Lassen wir das eine wegfallen, verlieren wir über oder lang auch das andere.“ Diese Ansicht vertrat der Diplom-Ökonom Robert Grözinger (Bath/England) auf einer Veranstaltung der Regionalgruppe Rhein-Main des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer (AEU) am 29. Oktober in Frankfurt am Main. Der Autor des Buches „Jesus, der Kapitalist“ sprach vor 60 Vertretern aus Kirche und Wirtschaft zum Thema „Das christliche Herz der Marktwirtschaft“. Gastgeber war die Deutsche Bank. Grözinger zufolge sind entscheidende Grundlagen für den Kapitalismus aus dem Judentum und dem Christentum hervorgegangen, etwa die Achtung des Privateigentums sowie die Freiheit und Verantwortung des Einzelnen. Gott habe dem Menschen den Auftrag gegeben, die Erde zu bebauen und zu bewahren. Dazu seien Effizienzsteigerung und Arbeitsteilung notwendig, um die Welt angesichts der Vielzahl der Menschen bewohnbar zu halten. Dies gelinge am besten durch die Marktwirtschaft.

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Tempelberg: Fatah-Partei ruft zum “Tag des Zorns” auf

The Temple Mount in Jerusalem (photo credit: Miriam Alster/Flash90)

The Temple Mount in Jerusalem (photo credit: Miriam Alster/Flash90)

Nach der Erschießung eines Attentäters in Jerusalem ruft Palästina zu einem “Tag des Zorns” auf. In der Nacht gab es neue Zusammenstöße zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften.

stern.de

Nach der Schließung des Tempelbergs in Jerusalem durch die israelische Polizei am Donnerstag hat die palästinensische Fatah-Partei zu einem “Tag des Zorns” aufgerufen. In einer Mitteilung der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa schrieb die Palästinenserorganisation, man betrachte derartige Übergriffe auf den Tempelberg als “Erklärung eines religiösen Krieges gegen das palästinensische Volk”. Die Fatah rief die Palästinenser dazu auf, sich auf dem Tempelberg zu versammeln und dort zu bleiben.

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Prominentes AfD-Mitglied: “Ziehe meinen Hut vor Hools”

Bild: Ziko van Dijk (CC BY SA 3.0)

Bild: Ziko van Dijk (CC BY SA 3.0)

Verzweifelt kämpft AfD-Chef Bernd Lucke gegen das Image seiner Partei, ein Sammelbecken für Rechte und Verschwörungstheoretiker zu sein. Allein, seine Parteibasis unterstütz ihn in diesem Vorhaben nicht.

Huffington Post

Jetzt ein neuer Skandal: Das prominente Hamburger AfD-Mitglied Tatjana Festerling gestand in einen Beitrag für die Website “Journalistenwatch”, dass sie an der Kölner Hooligan-Demonstration teilgenommen hatte, wie das “Hamburger Abendblatt” berichtet.

Festerling ist seit Gründung der AfD in Hamburg für die Partei aktiv, wird im Gründungsprotokolll der AfD Hamburg-Mitte erwähnt und kandidierte bei den Bezirkswahlen 2013.

“Heute Abend ziehe meinen Hut vor den Hools, vor Euch!”, schrieb sie in dem Beitrag.

“Für Eure Disziplin, mit der Ihr – immerhin rund 5.000 Hools – durch die Straßen gezogen seid. Eure Parolen waren nicht originell, aber schnell zu merken und in keinster Weise rassistisch, rechtsextrem oder Gewalt auffordernd: 1. Wir wollen keine Salafistenschweine 2. Wir sind das Volk!”, sagte sie an die Adresse der Hooligans gerichtet.

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Porsche: Pasta unter Michelangelos Fresko

Darum geht es in allen Religionen. Bild: AAA

Darum geht es in allen Religionen. Bild: AAA

Taugt Kunst als Kulisse? Der Vatikan hat die Sixtinische Kapelle für Galadinner von Porsche vermietet. Der Papst rechnet wohl mit Spenden, verletzt damit aber ein demokratisches Prinzip.

Von Catrin LorchSüddeutsche.de

Was verbindet Porsche und Rom? Seit einigen Tagen muss die Antwort lauten: ein Skandal. Der Autobauer hat die Frage selbst gestellt, auf der Firmen-Website, Abteilung Motorsport-Events. Dort findet sich die Einladung zur “Exklusiven Porsche Tour nach Rom”, einer Sause durchs Latium und die Ewige Stadt, deren Höhepunkt, nach Etappenzielen wie der Sommerresidenz des Papstes, ein Konzert im “Stylish Setting” der Sixtinischen Kapelle ist. Plus Galadinner im Vatikanischen Museum, “umgeben von Meisterwerken weltberühmter Künstler wie Raffael und Michelangelo”.

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Nahost: Religionskrieg um den Tempelberg

Jehuda Glick reklamierte mit Feuereifer den Anspruch Israels auf den Felsendom. Bei einem Attentat trug er schwere Verletzungen davon. / Bild: (c) APA/EPA/MIRI TSACHI (MIRI TSACHI)

Das Attentat auf einen radikalen Prediger könnte in Jerusalem zu schweren Unruhen führen. Aus Sicherheitsgründen sperrte die Polizei das muslimische Heiligtum.

Von SUSANNE KNAULDie Presse.com

Unter den ultranationalistischen Predigern und Feuerköpfen, an denen in Israel kein Mangel herrscht, galt Jehuda Glick als der radikalste. Der großgewachsene Rotschopf, vor neun Jahren aus den USA eingewandert, erhob den Tempelberg in Jerusalem zu seinem Lebenszweck, wie er jüngst in einem Interview eingestand: „Der Tempelberg ist die Quelle meines Lebens und auch die Quelle meines Lebensunterhalts.“

Zahllose Male war er in seiner Mission, sich einen Platz auf dem Plateau des Felsendoms – des muslimischen Heiligtums – zu erstreiten, festgenommen worden. Nichts konnte ihn abhalten, mit einem Hungerstreik an der Klagemauer erzwang er die Aufhebung seiner Verbannung.
Sein Eiferertum könnte Glick nun zum Verhängnis werden – und Israel in eine neue Krise stürzen.

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