Archiv der Kategorie: Religion

C. Lieberknecht: Für was steht heute noch die CDU?

Bild: wikipedia

Die massivste Kritik an der CDU lautet seit Monaten, man wisse nicht mehr, wo sie stehe. Sie habe sich von ihren Hauptprioritäten – wie beispielsweise der Familie – verabschiedet.

kath.net

Eine Spitzenpolitikerin zeigt genau hier Flagge: Christine Lieberknecht (Erfurt). Sie ist seit 2009 die erste christliche Ministerpräsidentin in Deutschland gewesen (Heide Simonis als Ministerpräsidentin in Schleswig-Holstein von 1993 bis 2005 war konfessionslos). Und: Mit der 55-Jährigen wird erstmals ein Bundesland von einer Pastorin geleitet (einen Pastor als Regierungschef gab es bisher nur mit Heinrich Albertz in Berlin).

Seit fast vier Jahren steht die verheiratete Mutter von zwei Kindern dem Freistaat Thüringen vor. Schon seit der Friedlichen Revolution ist sie politisch in vielen hohen Ämtern aktiv. Zuvor war sie von 1984 bis 1990 Pastorin im Kirchenkreis Weimar. Dass ausgerechnet die CDU die Ministerpräsidentin in Thüringen stellt, war nicht selbstverständlich, denn nach der Landtagswahl 2009 wären auch andere Koalitionen möglich gewesen. Dass die SPD mit der CDU zusammen eine Koalition bildete, hängt – wie es heißt – mit der Persönlichkeit Lieberknechts zusammen, der auch von der Opposition hohe Glaubwürdigkeit zugebilligt wird. Mit der Ministerpräsidentin sprach Helmut Matthies.

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Salafisten zerstören 80 Mausoleen in Tunesien

Bild. dapd

Salafisten haben in Tunesien etwa 80 Schreine der Sufisten niedergebrannt und verwüstet. Die regierende islamistische Ennahda-Partei lässt die Radikalen häufig ohne Strafverfolgung davon kommen.

Von Detlef UrbanDeutschlandfunk

Die 30 Männer singen und beten schon seit zwei Stunden, ein rhythmischer Gesang. Es sind Sufis von der Bruderschaft Tijaneia, ihr Treffpunkt ist ein mit edlen Kacheln und Fayencen ausgestattetes Mausoleum in der Medina, der Altstadt von Tunis. Verehrt wird hier Sidi Ibrahim, ein Heiliger, zu Lebzeiten Diplomat, Dichter und Gelehrter. Sein Sarg steht im Nebenraum, doch der Heilige selbst wird nicht angebetet. Die Männer chanten bis zur Ekstase. Tausende Male wiederholen sie den Namen Allahs in verschiedenen Varianten: All-Erbarmer, All-Barmherziger, All-Mächtiger.

Der Sufismus verbreitete sich in Tunesien und im Maghreb ab dem 12. Jahrhundert. Es ist der religiös-kulturelle Humus, auf dem sich ein liberaler Volksislam in Tunesien bilden konnte. Scheich Ibrahim Riahi, ein Nachkomme des hier verehrten Sidi Ibrahim, war bis zu seiner Pensionierung Geschäftsführer einer großen Geschäftsbank. Er hat wie viele Sufisten ein asketisches Aussehen, ist fromm, doch äußerst weltgewandt.

“Der Sufismus in Tunesien ist ein guter Gegenpol zum religiösen Extremismus. Ganz allgemein gibt es gegenwärtig eine Tendenz in der islamischen Welt zur Intoleranz und zum religiösen Extremismus. Der Sufismus aber ist von seinem Wesen her Nächstenliebe, wie auch Liebe zu Gott und zu den Propheten.”

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Soldatenwallfahrt Lourdes: All Together Gott mit uns

Bild: wikipedia

Österreichisches Militärgeneralvikariat organisiert Reise nach Lourdes – An die 400 Österreicher sind jährlich mit dabei

kathweb

Zur Internationalen Soldatenwallfahrt nach Lourdes vom 23. bis 27. Mai werden auch heuer wieder gut 15.000 Teilnehmer aus rund 40 Nationen erwartet. An die 400 Österreicher waren jeweils in den vergangenen Jahren mit dabei. Das Militärgeneralvikariat organisiert wieder die Reise zu dem weltberühmten Wallfahrtsort am Fuße der Pyrenäen. Die Soldatenwallfahrt findet heuer zum 55. Mal statt. “Rekruten, Unteroffiziere, Offiziere und Zivilbedienstete aus den unterschiedlichsten Armeen setzen dabei gemeinsam ein Zeichen für den Frieden”, heiß es in einer Ankündigung des Militärgeneralvikariats. Angeführt wird die österreichische Pilgergruppe von Bischofsvikar Werner Freistetter und Ordinariatskanzler Leszek Ryzka.

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Walter Witt: “Die Bibel ist ein Märchenbuch”

BibelRentner inspirierte Plakataktion „Die Bibel ist (k)ein Märchenbuch“.

kath.net

Der bekennende Atheist Walter Witt hat in Hamburg eine öffentliche Diskussion über die Bibel ausgelöst: Seit zehn Jahren verbreitet der ehemalige Postbeamte seinen Leitsatz „Die Bibel ist ein Märchenbuch“ auf Plakaten, Hauswänden und Fußwegen. Er verschickte auch mehrmals im Jahr Postkarten mit dem Satz an christliche Werke wie zum Beispiel Bibel TV.

Inzwischen schreiben viele Passanten dazu ihre Kommentare auf die Plakate. Einer reagierte mit der Frage „Wie kommst du da drauf?“ und bat um Argumente. Ein anderer verwies auf den 2. Petrusbrief (1,16), wo es heißt: „Denn wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen.“

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Franz, Merkel und die IOR-Casino-Bank

reuters

Zu Pfingsten empfängt Papst Franziskus Bundeskanzlerin Merkel im Vatikan – und spricht mit ihr unter vier Augen. Danach berichtet die Christdemokratin davon, dass die Regulierung der Finanzmärkte ein “fundamentales Thema” des kommenden G20-Gipfels sein wird. Das Kirchenoberhaupt hatte Reformen verlangt.

n-tv

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist in Rom von Papst Franziskus zu einer Privataudienz empfangen worden. Bei dem gut 45-minütigen Treffen der protestantischen Kanzlerin mit dem Oberhaupt der katholischen Kirche standen Glaubensfragen, die Globalisierung und die Rolle Europas in der Welt im Zentrum. Die Regulierung der Finanzmärkte sei dabei ein zentrales Ziel, sagte Merkel nach dem Gespräch mit dem Papst aus Argentinien, “die Wirtschaft ist dafür da, dass sie den Menschen dient”. Krisen entstünden auch, wenn “soziale Leitplanken” fehlten.

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Bernd Kramer über Esoterik und esoterische Selbstversuche

Bild: tip-berlin.de

Der Berliner Journalist Bernd Kramer wagte einige esoterische Selbstversuche: Er ließ sich reinkarnieren, übte hellsehen und trat sogar als Heiler auf. Jetzt hat er ein Buch geschrieben: “Erleuchtung gefällig?”

tip-Berlin

Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie im Rahmen Ihres Esoterik-Selbstversuchs reinkarniert, also in Ihre angeblich frühere Existenz als Mönch Josef zurückgeführt wurden?
Ich war hin- und hergerissen: Inwiefern lasse ich mich jetzt darauf ein? Diese Reinkarnation funktioniert ja nur, wenn man sich da reinfallen und Bilder hochkommen lässt. Andererseits wollte ich ja nur austesten, wie da vorgegangen wird. Trotzdem war ich dann in diese Mönchs-Geschichte involviert, in die man mich suggestiv hineingelockt hatte.

Warum haben Sie sich überhaupt in die Esoterik-Szene begeben?
Mir war aufgefallen, dass Esoterik ganz beiläufig in immer mehr Lebensbereichen auftaucht. Yoga zum Beispiel wird heute zwar vor allem als Sport oder als Entspannungstechnik begriffen, weist aber immer noch viele esoterische Elemente auf. Als Journalist beschäftige ich mich im Alltag außerdem schwerpunktmäßig mit Bildungsthemen. Und da hatte ich mich gefragt, warum die Arbeitsagentur etwa eine Weiterbildung zum Astrologen fördert oder was Esoterik in Uni-Kursen zu suchen hat.

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Rheinischer Präses: “Gute Auftragslage für die Kirche”

wdr.de

Sparzwänge, Priestermangel, Mitgliederschwund: Die Zeiten für die Evangelische Kirche sind nicht leicht. Manfred Rekowski ist seit März Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. Er schaut positiv in die Zukunft und sieht die “Auftragslage” der Kirche als “nach wie vor gut”.

Von Arne SchleefDERWESTEN

Ein wichtiges Amt in stürmischen Zeiten: Seit März ist Manfred Rekowski Präses der Evangelischen Landeskirche. Der Theologe, Nachfolger von Nikolaus Schneider, sprach mit der NRZ über Sparzwänge, Priestermangel, Mitgliederschwund – und das Pfingstfest…

Pfingsten steht vor der Tür. Aber statt das Fest zu feiern, fahren viele lieber in den Kurzurlaub. Wissen die Menschen nicht mehr, warum es Feiertage gibt?

Manfred Rekowski: Wir müssen ihnen in Erinnerung bringen, was wir feiern. Die Feiertage haben einen bestimmten Hintergrund. Und es gehört zur christlichen Kultur wahrzunehmen, dass zum Beispiel Karfreitag kein normaler Tag ist. Er steht im Zeichen von Leid und Sterben, etwas, das eben auch zum Leben gehört. Oder nehmen Sie den verkaufsoffenen Sonntag: Wir wollen niemandem den Spaß verderben. Aber wir brauchen Unterbrechungen, gemeinsame Zeit für die Familie und eine Grenze für Arbeit und Gewinnmaximierung.

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Die Religion der Globalisierung

Bild:dradio.de

Das bevorstehende Pfingstfest erinnert nicht nur an den biblischen Bericht von der Zusage des Geistes Gottes an die verunsicherten Jünger Jesu nach dessen Himmelfahrt.

Von Stefan Reis SchweizerNeue Zürcher Zeitung

Dieser Tag, der in der christlichen Tradition als Gründungsdatum der Kirche gilt, hat auch der weltweiten Pfingstbewegung ihren Namen gegeben, die bei aller Vielfalt die unmittelbare Geist- und Christus-Erfahrung in den Mittelpunkt stellt. Die Pfingstgemeinden konfrontieren die traditionellen christlichen Kirchen mit einer radikalen, urchristlich geprägten charismatischen Glaubenspraxis. Der Heilige Geist gilt ihnen als die einzige Referenzgrösse; als sein Wirken werden auch die persönliche Bekehrung und mehrheitlich das Zungenreden, die Prophetie, Heilungen und Wunder begriffen.

Kein religiöses Randphänomen

Die Emotionalität, mit der dies zumeist einhergeht, mag in den modernen Industriegesellschaften Mitteleuropas fremd erscheinen; hierzulande ist die insgesamt schwer zu fassende Pfingstbewegung zudem öffentlich kaum sichtbar. Dennoch wäre es falsch, das Thema einfach den Sektenbeauftragten zu überlassen.

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Pfingstmission: Besser ohne Gott

©Haas

Pfingsten ist das Fest der Missionen: Wolf Steinberger ist überzeugter Atheist.

Von Louisa T. Braun und Michael HaasMekur-online.de

Wolf Steinberger, 59, hat Humor. Und er provoziert gerne. Vor ein paar Jahren, da ließ er eine „Heidenspaß-Party“ steigen, für Nichtgläubige, am tanzfreien Karfreitag. Das gab Ärger, bis heute dauert der Rechtsstreit an. Dann, 2008, rief er den Blasphemie-Preis „Der freche Mario“ ins Leben, der religiöse Karikaturen prämiert. Ganz schön respektlos.

„Ich würde aufhören, wenn sie mich in Ruhe ließen“, sagt der Atheist aus Wolfratshausen. Kruzifixe in Klassenzimmern, Glockengeläut: Er fühlt sich belästigt von der Beeinflussung des Alltags durch Religion. Er will mehr Toleranz, weniger „blinden Gehorsam“ der Gläubigen. „Wir lassen die ja auch in Ruhe beten.“

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Politik ohne C ist auch okay – Kirchen sind peinlich

Bild: brightsblog

Bild: brightsblog

Viele Parteien gehen auf Distanz zur Kirche. Das zeigen die Diskussionen um die stillen Feiertage oder das Kirchenarbeitsrecht. Doch was passiert, wenn das Christliche aus der Politik verschwindet?

Von Till-R. StoldtDIE WELT

Was waren das für Zeiten, als linksevangelische Nachrüstungsgegner der CDU noch vorwarfen, wer für Pershing-II-Raketen plädiere, sei kein Christ mehr? Oder knapp 20 Jahre später, als Rote und Grüne dem damaligen bayrischen Innenminister Günther Beckstein (CSU) an den Kopf schmissen, seine Asylpolitik stehe außerhalb des christlichen Wertekanons – was Beckstein mit dem Satz parierte, seine Kritiker verströmten den Duft “selbstgerechten Pharisäertums”.

Die Zeit wilder Schlachten zwischen politisierenden Kirchenleuten und frommen Politikern scheint passé. Jedenfalls wird die Frage nach einer christlichen Politik heutzutage oft so sanft wie großzügig diskutiert.

Das belegte eine Tagung der NRW-CDU zur Frage “Gibt es eine christliche Politik?”. Bei der Bonner Konferenz deuteten sich auch Gründe für diesen bemerkenswerten Temperaturabfall in der früher stets hitzigen Debatte ums C in der Politik an.

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Schüsse bei Filmfestspiele in Cannes: “Ich tue dies im Namen meines Gottes”

Festnahme des Verdächtigen (Bild: Getty)

Festnahme des Verdächtigen (Bild: Getty)

Mit Schreckschusspistole, Granaten-Attrappe und einem Klappmesser hat ein 42-Jähriger bei den Filmfestspielen in Cannes für großen Schrecken gesorgt: In Panik stürmten zahlreiche Gäste von einer Fernsehbühne – unter ihnen Oscar-Preisträger Christoph Waltz.

Focus Online

Nach Schüssen aus einer Schreckschusspistole ist bei den Filmfestspielen in Cannes am Freitagabend eine Fernsehbühne geräumt worden. Zahlreiche Gäste flohen von der Bühne am Prachtboulevard Croisette, darunter auch die beiden Festival-Jurymitglieder Christoph Waltz und der Franzose Daniel Auteuil.

Ein 42-Jähriger, der die beiden Schüsse abgefeuert habe, wurde festgenommen. Verletzte gibt es nicht. Den Angaben zufolge hatte der Mann auch eine Granaten-Attrappe und ein Klappmesser bei sich.

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Einfluss der Kirchen: Gottes Tippgeber und Medien-Amigos

Bild: ap

Journalisten beraten Kirchen im Umgang mit Medien. Der Deutsche-Journalisten-Verband kritisiert das und sieht Interessenkonflikte.

Von Ulli Schauentaz

Dass Peter Limbourg die deutschen Bischöfe in publizistischen Fragen berät, verriet die Deutsche Welle, als der Chef des Nachrichtensenders N-24 zum neuen Intendanten gewählt wurde. Doch Limbourg will nicht über seine Tätigkeit bei der publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz sprechen, jedenfalls nicht gegenüber der taz. Wer ist drin, was machen die Journalisten da als Berater? Auch die Deutsche Bischofskonferenz will das auf Anfrage nicht verraten.

Fast fünf Jahre ist es her, dass eine Pressemitteilung der Bischöfe das Gremium erwähnte. Im Herbst 2008 lies es sich wohl nicht vermeiden. Denn ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut und der MDR-Onlinechef Georg Maas hielten ihre Vorträge zu den Medienstrategien der Kirche nicht in einem kleinen Konferenzraum, sondern vor der Vollversammlung der Bischöfe. Nachfragen führen bei einzelnen öffentlich-rechtlichen Sendern Namen zu Tage.

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Karlheinz Deschner und Sturzbäche von Blut

Karlheinz Deschner 1999 Foto: Georg Pöhlein

Gespräch mit Gabriele Röwer. Über das Werk des Kirchenkritikers Karlheinz Deschner, den Abschluß seiner »Kriminalgeschichte des Christentums« und seine Prognose für den neuen Papst

Interview Stefan Huth -jW

Joseph Ratzinger trat unlängst als Papst Benedikt XVI. zurück. Wenn ein kirchenkritischer Historiker wie Karlheinz Deschner zurückblickt – welchen Platz nimmt dieser Papst in der Geschichte der Päpste ein?

Die bedeutendsten Päpste des 20. Jahrhunderts waren, wie Deschner in seiner über 1000 Seiten umfassenden »Politik der Päpste« darlegt, stark politisch orientiert: Leo XIII (1878-1903) – »Ego sum Petrus«, »ich will eine große Politik führen« – die Faschistenpäpste Pius XI. und Pius XII. sowie schließlich Johannes Paul II. Dessen Nachfolger aber, Joseph Ratzinger, vordem Tübinger Professor für Dogmatik und Fundamentaltheologie, dann Präfekt der Glaubenskongregation (vor Zeiten »die heilige Inquisition«) setzte als Benedikt XVI. die Machtpolitik seiner Vorgänger nicht fort. Vielmehr suchte er durch Systematisierung und Festigung des Dogmengebäudes ein Bollwerk zu schaffen gegen die Gefahr wachsender Erodierung seiner Kirche, die in Westeuropa immer mehr Mitglieder an säkulare Strömungen verlor, in der restlichen Welt vor allem an die Evangelikalen.

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“Das Inferno ist die Menschheit selbst”

Bild: : dpa / pa / Spata

Auch Dan Browns neuer Roman “Inferno” dürfte in Deutschland wieder ein Bestseller werden. Der Theologe Rainer Kampling hat das Buch schon gelesen. Wir sprechen mit ihm über diesseitige Höllenvorstellungen, schwarze Pädagogik und vormoderne Verschwörungstheorien.

Der Theologe Rainer Kampling über das neue Buch von Dan Brown

Moderation: Frank MeyerDeutschlandradio Kultur

Frank Meyer: “Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren”, so heißt es in Dantes “Göttlicher Komödie” angesichts des Höllentors. Dantes Wanderung durch die Hölle, durch das Inferno, ist die Quelle für den neuen Roman des Bestsellerautors Dan Brown. Er hat sich nicht nur den Titel “Inferno” bei Dante ausgeborgt. Mit 700.000 Exemplaren ist das Buch in dieser Woche auf den Markt gekommen allein in Deutschland, und da es da um einen so zentralen Begriff des christlichen Glaubens geht, eben die Hölle, haben wir einen katholischen Theologen als Dan-Brown-Leser verpflichtet: Professor Rainer Kampling von der Freien Universität Berlin. Seien Sie herzlich willkommen!

Rainer Kampling: Guten Tag!

Meyer: Wie war das denn so für Sie mit Ihrem ersten Dan Brown? Ich glaube, freiwillig hätten Sie das Buch nicht angefasst.

Kampling: Ich muss einfach sagen, dass ich diese Art von Literatur … sie wird ja auch besprochen, man hat ja jetzt schon das Gefühl, dass man alles weiß. Also welche Überraschung soll man noch erwarten? Das Buch ist gerade auf dem Markt, und die Seiten quellen über mit Besprechungen, und das war ja bei den anderen auch bereits so, und das finde ich dann ein wenig öde. Die Erfahrungen waren sehr gemischt, zum Teil sehr ermüdend, so wie man in einem Kinofilm denkt, wann geht das denn mal weiter, dann aber interessanterweise auch viel Déjà-vu. Die Die ganze Zeit habe ich an Hitchcock gedacht “North by Northwest” – also man weiß die ganze Zeit bei dem Buch eigentlich nicht, worum es genau geht, aber es gibt eine Verfolgungsjagd nach der anderen, man erwartet jeden Augenblick, (…), und dann kommt dieses merkwürdige Flugzeug …

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Südafrika: 23 Jungen sterben bei Beschneidung

Bild: dpa(Symbolfoto)

Drama in Südafrika: Bei der traditionellen Beschneidung von Jungen sind in der Provinz Mpumalanga innerhalb von nur zwei Wochen 23 Jugendliche gestorben.

Berliner Kurier

In 22 Fällen sind mittlerweile Mordermittlungen eingeleitet worden. Die Todesumstände des 23. Opfers werden von den Behörden noch überprüft.

Der Beschneidungsritus gilt bei den meisten südafrikanischen Völkern als Einstieg der Jugendlichen ins Erwachsenenleben. Jährlich werden zehntausende Jugendliche beschnitten.

Wegen des oft unsachgemäß durchgeführten Eingriffs mit zahlreichen Verletzungen und Todesfällen wird die Praxis in Südafrika mittlerweile kontrovers diskutiert.

Klon-Experiment: Alptraum oder Fortschritt?

Bild: ekd.de

Experten warnen vor einer Überbewertung des gelungenen Klon-Experiments in den USA.

EKD

“Die Frage, ob man aus diesen Experimenten therapeutische Strategien ableiten kann, ist im Moment nicht beantwortbar”, sagte der Medizinprofessor Eckhard Nagel, der auch Mitglied des Deutschen Ethikrates ist, am Freitag dem Internetportal “evangelisch.de”.

Auch der Vize-Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Wolf-Michael Catenhusen, hält den Forschungserfolg bei den geklonten menschlichen Stammzellen für überschätzt. Einige Fachleute hielten die Studie nicht von klinischer Relevanz. Das bedeute, dass man in den nächsten Jahren nicht mit einer Anwendung beim Menschen rechnen könne. Bisher gebe es keine Anwendung embryonaler Stammzellen in der Medizin. Das seien alles Zukunftshoffnungen, sagte Catenhusen dem Sender WDR 5.

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Vatikan-Experte: Kirchensteuer besser als alle anderen Modelle

Bild: imacc.de

Salesianer P. Graulich: Im internationalen Vergleich hat Deutschland gerechtesten und effizientesten Weg der Kirchenfinanzierung

kathweb

Der in Rom lehrende Salesianer-Ordensmann und Kirchenrechtler P. Markus Graulich hat das deutsche Kirchensteuersystem angesichts aktueller Kritik verteidigt. Im internationalen Vergleich sei dies der gerechteste und effizienteste Weg, den Mitgliedsbeitrag für die Kirchen einzuziehen, zitierte ihn die deutsche katholische Nachrichtenagentur KNA.

Da die Kirchen dem Staat für diesen Dienst eine stattliche Gebühr zahlten, handle es sich nicht um ein Privileg für die Kirchen, sondern um eine faire Lastenverteilung. Graulich, der zugleich einziger deutscher Richter am Vatikangericht “Rota Romana” ist, sprach am Donnerstagabend in der Katholischen Akademie in Berlin.

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Evangelische Kommunität: Gegenwind für Christen wird schärfer – Homoheiler

Bild. ojc.de

Wer der Meinung sei, „dass menschliches Leben mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle beginnt und dass dem Leben nicht eigenmächtig ein Ende gesetzt werden darf, muss mit der Intoleranz der Toleranten rechnen“

kath.net

Der Gegenwind für Christen in Europa wird schärfer. Diese Ansicht vertrat der Prior der evangelisch-ökumenischen Kommunität „Offensive Junger Christen“, Konstantin Mascher (Foto), auf deren Jahresfest in Reichelsheim (Odenwald). Christen, die sich „an den Wertekoordinaten des Evangeliums“ ausrichteten, stünden vor einer zunehmenden Herausforderung, sagte er vor rund 500 Besuchern des Treffens unter dem Motto „Gefährten im Gegenwind. Aufrecht in einer windschiefen Zeit“. Wer davon überzeugt sei, dass ein Kind Vater und Mutter brauche oder dass sich eine homosexuelle Orientierung verändern könne, werde an den Pranger gestellt. Auch wer der Meinung sei, „dass menschliches Leben mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle beginnt und dass dem Leben nicht eigenmächtig ein Ende gesetzt werden darf, muss mit der Intoleranz der Toleranten rechnen“.

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Auch der Unglaube ist letztlich nur ein Glaube

Das Kreuz mit den Religionen

Das Kreuz mit den Religionen

Um Halbglaubende und Nichtglaubende ins Gespräch zu bringen, ist eine Rückbesinnung auf das Zweite Vatikanische Konzil und dessen kritisch-konstruktiven Dialog mit dem Atheismus auch 50 Jahre danach noch immer lohnend.

Von JAN-HEINER TÜCKDie Presse

Schon länger ist bekannt, dass das Verblassen des Gottesglaubens in der späten Moderne nicht zum Absterben von Religion geführt, sondern neue Formen von Religiosität freigesetzt hat. Die blühende Landschaft von Wellness und Esoterik war in den vergangenen Jahren ein Indiz dafür, dass der Abschied von Gott religiöse Praktiken keineswegs ausschließt.

Weichere Varianten der Gottlosigkeit schienen den kämpferischen Atheismus beerbt zu haben. Auf den Trümmern der atheistischen Systeme breitete sich eine „religionsfreundliche Gottlosigkeit“ (J. B. Metz) aus, die das Bedürfnis nach religiösem Wohlgefühl bediente, ohne sich um die intellektuelle Möglichkeit des Gottesglaubens näher zu kümmern. Bekennende Atheisten waren rar geworden. Dies hat sich geändert.

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Schattenbiosphäre: Unsichtbare Wesen leben unter uns

Bild: vice.com

Paranormal? Einige Forscher glauben, dass eine Schattenbiosphäre existiert. Sie soll bevölkert sein von Lebensformen, deren Grundbaustein nicht DNA ist.

Von Johannes ThumfartZEIT ONLINE

Was ist Leben? Und wie viel gibt es davon? In diesen Fragen hat der Mensch seine Vorstellung immer wieder revidieren und Grenzen neu ziehen müssen. Als beispielsweise im späten 17. Jahrhundert das Mikroskop erfunden wurde, tat sich ein nie bekannter Reichtum kleinster Lebewesen auf, der Zeitgenossen zutiefst verstörte. Auch auf die ersten Dinosaurierknochenfunde reagierte man ungläubig.

Heute erforschen Biologen Organismen, die an so extremen Orten vorkommen, dass man dort alles vermutet hätte, nur kein Leben. “Extremophil” – grob übersetzt “Extreme liebend” – nennen Forscher etwa Mikroorganismen, die es an heißen Quellen am Tiefseegrund bei Wassertemperaturen von mehr als 100 Grad Celsius aushalten. Ähnliche Überlebenskünstler finden sich im Innern der Erde: In einer afrikanischen Goldmine, drei Kilometer unterhalb der Erdoberfläche, fernab der Sonne, hat man jüngst eine isolierte Bakterienkolonie gefunden, die sich von der natürlichen Radioaktivität von Mineralien ernährt.

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