Archiv der Kategorie: Fundamentalismus

„Medien aktivieren antiisraelische Einstellungen “

Medien können durch einseitige und verzerrte Berichterstattung über Israel antisemitische Gefühle auslösen, sagt Monika Schwarz-Friesel, Professorin an der TU Berlin
Foto: Monika Schwarz-Friesel

In der vergangenen Woche wurden auf mehreren Demonstrationen in Deutschland antisemitische Parolen gerufen. Neu sind diese Sprüche nicht, erklärt die Linguistin und Antisemitismusforscherin Monika Schwarz-Friesel von der TU Berlin im Interview – und mahnt die Verantwortung der Medien an.

pro Medienmagazin

pro: Bei pro-palästinensischen Demonstrationen am vergangenen Wochenende wurden unter anderem in Frankfurt und Berlin antisemitische Parolen skandiert. Wie bewerten Sie das?

Monika Schwarz-Friesel: Diese Parolen sind eindeutig antisemitisch und erfüllen somit den Bestand der Volksverhetzung. Dass Äußerungen, wie sie zuletzt von den Nationalsozialisten artikuliert wurden, nun auf Berlins Straßen zu hören sind, ist unerträglich. Ebenso unerträglich ist es, dass die Staatsanwaltschaft nicht den antisemitischen und volksverhetzenden semantischen Charakter darin erkennt – und damit die hasserfüllten judenfeindlichen Parolen bagatellisiert. Phrasen wie „Kindermörder Israel“ werden von Staatsanwälten nicht einmal als Beleidigung gesehen, dabei ist das ein uraltes judeophobes Sterotyp. Wörter wie „Judenschwein“ und der kollektive Gebrauch von „Jude“ in Zusammenhang mit Attributen wie feige, mörderisch, blutrünstig – dies ist verbaler Antisemitismus und geht über Beleidigungen hinaus.

weiterlesen

DITIB – der verlängerte Arm Erdoğans im Wahlkampf?

Recep Tayyip Erdogan (Bild: Regierung v. Chile, CC-BY 3.0)

Recep Tayyip Erdogan (Bild: Regierung v. Chile, CC-BY 3.0)

DITIB behauptet unabhängig zu sein und jegliche parteipolitische Aktivität in den Vereinsräumen zu verbieten. Dabei wird derzeit in DITIB-Lokalen eifrig Wahlkampf für Erdoğan betrieben bei gleichzeitiger Diskriminierung der Erdoğan-Gegner. Wie geht das zusammen?

Von İsmail KulDeutsch Türkisches Journal

Ergreift die DITIB, die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V., Partei bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen in der Türkei? Lässt sich der größte Moscheen-Verband türkischstämmiger Muslime in Deutschland für den Wahlkampf von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan instrumentalisieren?

DITIB-Funktionäre verneinen diese Frage. Nichtsdestotrotz gibt es Entwicklungen, die einen stutzig machen.

Einerseits gibt es Meldungen, wonach in DITIB-Lokalen Erdoğan-kritische Fernsehsender aus den Listen gelöscht werden. Eine Art Gleichschaltung der Medien also. Die Gläubigen und Besucher der Moscheen sollen wohl etwas anderes als Erdoğan-Huldigung nicht hören. Fernsehsendern, die nicht auf der Linie Erdoğans stehen, stehen DITIB-Moscheen für Übertragungen anlässlich des muslimischen Fastenmonats Ramadan nicht zur Verfügung. Wohlgemerkt – für Übertragungen, die religiösen Inhalts sind.

weiterlesen

Vorgeschmack auf das Kalifat

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Finanziert aus Öleinnahmen baut die Miliz Islamischer Staat ein krudes Gemeinwesen in von ihr kontrollierten Gebieten auf. So entsteht zwischen Aleppo und Mossul ein Staat, der mit Schleierzwang und Scharia-Gesetzen von sich reden macht, seinen Bewohnern aber einen wesentlichen Vorteil bietet.

Von Tomas AvenariusSüddeutsche.de

Es ist ein Angebot für frisch verheiratete Muslime mit einem Hang zur Militanz: eine Honeymoon-Tour von Raqqa in Syrien nach Anbar im Irak, in einem Reisebus, in dem auch verheiratete Männer von ihren Ehefrauen getrennt sitzen, in dem islamische Kampflieder gespielt werden und an dem die schwarze Kalifats-Flagge die Karosserie schmückt.

Nein, es ist keine Satire, es ist der Islamische Staat (IS). Die Busse, die seit Wochen in den von der Islamisten-Miliz kontrollierten Gebieten unterwegs sind, befördern vor allem ausländische Dschihadisten. Die meisten wollen offenbar mehr sehen vom Kalifatstaat als nur die Ruinen, in denen sie sich während der Kämpfe gegen die irakische Armee, die syrischen Streitkräfte oder irgendwelche eigentlich mit ihnen verbündeten Islamisten in Syrien verschanzt halten.

weiterlesen

Vatikan prüft Verkürzung von Ehenichtigkeitsverfahren

Headquarter des Konzerns.

Headquarter des Konzerns.

Der Vatikan prüft konkrete Schritte für eine Verkürzung von kirchlichen Ehenichtigkeitsverfahren.

kathweb

Derzeit untersuche der Päpstliche Rat für die Interpretation von Gesetzestexten, ob künftig auch eine gerichtliche Instanz ausreichen könne, um die Ungültigkeit einer Ehe festzustellen, sagte dessen Präsident, Kurienkardinal Francesco Coccopalmerio, dem “Osservatore Romano” (Freitagsausgabe). Eine weitere Option sei, dass nur noch ein Richter über die Ehenichtigkeit entscheide statt wie bislang ein Richterkollegium. Voraussichtlich werde der Ortsbischof auch die Möglichkeit erhalten, unmittelbarer in die Verfahren einzugreifen, um deren Beschleunigung herbeizuführen, so der italienische Kardinal. Bislang lägen jedoch noch keine befriedigenden Ergebnisse vor.

weiterlesen

Statt Gift-Cocktail: US-Richter will die Todesstrafe mit der Guillotine vollstrecken

The Maiden (Scottish guillotine), Bild: wikimedia.org/CC-3.0-unported

Exekutionen sind grauenhaft, meint der prominente US-Bundesgerichtsvorsitzende Alex Kozinski. Doch wenn in Amerika auch künftig Todesurteile vollstreckt werden sollen, dann wenigstens schnell und sicher. Die neueste Forderung: Am besten Kopf ab.

Von Peter GruberFOCUS ONLINE

Alex Kozinski liebt dramatische Rhetorik, besonders dann, wenn es um die Todesstrafe geht. „Exekutionen sind brutale Barbarei und nichts kann das beschönigen“, konstatiert der vorsitzende Richter am neunten US-Berufungsgericht in San Francisco. Anstatt „humane Hinrichtungen“ zu propagieren, sollte sich die Öffentlichkeit deshalb offen zu ihren Tötungspraktiken bekennen: „Wenn wir als Gesellschaft schon für den Vollzug der Todesstrafe sind, dann müssen wir uns auch der Tatsache stellen, dass der Staat hier in unserem Namen eine grauenhafte Brutalität begeht.“

Kirche und Mafia: Gleich und Gleich gesellt sich gern

Bild: hiphop 'n'more

Bild: hiphop ‘n’more

Papst Franziskus will die Mafia aus seiner Kirche jagen, doch so einfach ist das nicht. In Süditalien werden Mafiosi und ihre kirchlichen Helfer weiter öffentlich verehrt – wer darüber berichtet, riskiert sein Leben.

Von Hans-Jürgen SchlampSpON

Don Nuccio Cannizzarro ist ein treuer Pfarrer, er steht nicht nur treu zu Gott, sondern offenbar auch zu irdischen Mächten. Er war angeklagt in Reggio Calabria, der Hauptstadt Kalabriens, weil er laut Anklage eng mit der Mafia kooperiert haben soll. Außerdem hat der Priester in einem abgehörten Telefongespräch zugegeben, vor Gericht zugunsten eines Mafiabosses gelogen zu haben. Dennoch wurde Don Nuccio vorige Woche von einem Richter freigesprochen: Die Kooperation mit der Mafia war nicht zu beweisen, die Falschaussage verjährt.

weiterlesen

Evangelikalen “Islam-Kenner” steckt die Luther-Rose in beiden Augen

So sollte es sein.

So sollte es sein.

Evangelischer Pfarrer: “Juden würden im Islam nur geduldet, wenn sie „kuschen“, aber überall dort, wo es ihnen wirtschaftlich gutgehe und sie Einfluss hätten, blühe der islamische Antisemtismus”.

kath.net

Der evangelikale Islam-Kenner Pfarrer Eberhard Troeger (Wiehl) hat die jüngste Welle antisemitischer Gewalt in Deutschland verurteilt und Kritik am Islam geübt. „Der Antisemitismus ist tief im Koran verankert“, sagte er im Gespräch mit idea. Juden würden im Islam nur geduldet, wenn sie „kuschen“, aber überall dort, wo es ihnen wirtschaftlich gutgehe und sie Einfluss hätten, blühe der islamische Antisemitismus. Bei den antiisraelischen Protesten kommt es nach Meinung Troegers zu „merkwürdigen Allianzen“ zwischen Muslimen und Linksextremisten. Der Antisemitismus beider Gruppen habe zwar völlig andere Wurzeln: „Dennoch bilden sie immer öfter eine Koalition.“ Auch warnt Troeger davor, gegenüber muslimischen Extremisten zu schnell klein beizugeben: „Zu früh nachzugeben, ermuntert muslimische Radikale.“ Gerade Christen müssten jetzt ihre Verbundenheit mit Israel bekunden.

weiterlesen

CDU-Ratsherr tritt nach judenfeindlicher Äußerung zurück

cdu_tassexcfWegen judenfeindlicher Äußerungen ist ein CDU-Kommunalpolitiker im niedersächsischen Seesen aus der Partei ausgetreten. Er hatte nach dem Rachemord an einem palästinensischen Jungen einen antisemitischen Kommentar auf Facebook gepostet.

Frankfurter Allgemeine

Ein langjähriger CDU-Ratsherr aus Seesen in Niedersachsen ist über eine judenfeindliche Äußerung im Internet gestürzt. Der 62 Jahre alte Werner Mrotz habe sein Mandat niedergelegt und sei aus der Partei ausgetreten, berichtete die “Goslarsche Zeitung“ unter Berufung auf den CDU-Kreisvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Rudolf Götz am Donnerstag.

weiterlesen

Garnisonskirche Potsdam: »Warum soll die Öffentlichkeit dafür zahlen?«

Bild: Potsdam ohne Garnisonskirche/FB

Bild: Potsdam ohne Garnisonskirche/FB

In Potsdam war ein Bürgerbegehren gegen den Wiederaufbau der Garnisonkirche erfolgreich. Ein Gespräch mit Simon Wohlfahrt

Interview: Roland ZschächnerjW

Simon Wohlfahrt ist Sprecher der Bürgerinitiative »Für ein Potsdam ohne Garnisonkirche«. Informationen: http://www.­­ohne-garnisonkirche.de

Am Montag hat der Wahlleiter der Stadt Potsdam bestätigte, daß 14285 Unterstützer für das Bürgerbegehren und gegen den Wiederaufbau der Garnisonkirche gültig unterzeichnet haben. Wie geht es jetzt weiter?

Wir sind erst einmal froh, daß wir die notwendigen Unterschriften gesammelt haben – rund 1000 mehr als erforderlich. Das ist ein deutliches Zeichen. Wir haben nur dreieinhalb Monate benötigt, wofür wir ein Jahr Zeit gehabt hätten. Das zeigt den großen Widerstand der Potsdamer gegen das Projekt.

Nun wird von den Fraktionen der Linkspartei und »Die andere« in der Stadtverordnetenversammlung eine Sondersitzung am 30. Juli einberufen. Dort wird dann das Bürgerbegehren behandelt. Wir gehen davon aus, daß sich die Mehrheit gegen das Bürgerbegehren aussprechen wird. Wenn das eintritt, kommt es zu einem Bürgerentscheid, bei dem die Potsdamer darüber abstimmen können. Wir hoffen, daß der Termin dafür an die Landtagswahlen im September gekoppelt wird.

weiterlesen

CDU/CSU-Fraktion findet “Menschenvertreibung” in Mossul “abscheulich”

cdu-csu-fraktion-bundestag-logoNach einem Ultimatum der islamistischen Terrortruppe ISIS sind am Wochenende die letzen der dort lebenden Christen aus der nordirakischen Stadt Mossul geflohen. Die Islamisten hatten den Christen, die in ihrer Heimat bleiben und nicht konvertieren wollten, den „Tod durch das Schwert“ angedroht. Ihnen blieben nur Stunden zur Flucht. Die CDU/CSU-Fraktion verurteilt das Vorgehen der ISIS als „abscheuliches Verbrechen“ und „Verstoß gegen das Recht auf Religionsfreiheit“.

CDU/CSU-Bundestagsfraktion

„Mit Entsetzen müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass das ‚Feindbild Christentum‘ im Irak und der gesamten Region des Nahen Ostens so präsent ist wie nie“, erklärte die Vorsitzende der AG Menschenrechte, Erika Steinbach. Sie wies darauf hin, dass die Vertreibung der Christen durch radikal-islamistische Kräfte seit Jahren unvermindert anhalte und mit großer Brutalität fortgesetzt werde. „Die Menschen fliehen, um das bloße Überleben retten zu können.“

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende und religionspolitische Sprecher der Fraktion, Franz Josef Jung, rief die Bundesregierung auf, alle ihr zur Verfügung stehenden diplomatischen Wege zu nutzen, um „ein Ende des Terrorregimes zu erwirken, unter dem vor allem Christen, aber auch Muslime leiden“. Er machte auf die Dimension des Verbrechens aufmerksam: In Mossul werde die christliche Kultur in einer der Wiegen des Christentums in Gänze ausgelöscht.

weiterlesen

Extremisten im Irak befehlen Genitalverstümmelung von Frauen

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Die sunnitischen Extremisten im Irak haben nach Angaben der UNO in den von ihnen kontrollierten Gebieten die Genitalverstümmelung aller Frauen befohlen.

ND

Wie die stellvertretende UN-Gesandte im Irak, Jacqueline Badcock, am Donnerstag in einer in Genf ausgestrahlten Videokonferenz mitteilte, verhängten die Extremisten der Organisation Islamischer Staat (IS) eine entsprechende Fatwa, die alle Frauen im Alter zwischen elf und 46 Jahren betreffe. Die IS-Kämpfer hatten in den vergangenen Wochen weite Gebiete des Irak unter ihre Kontrolle gebracht und dort ein »Kalifat« errichtet.

weiterlesen

Genitalverstümmelung von Frauen: Uno fällt offenbar auf falsche Fatwa herein

Antisemitismus: „Wir müssen Brandmauern errichten“

Micha Brumlik, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 2.0

Der Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik warnt vor einem Überspringen der nahöstlichen Konflikte auf Deutschland.

Von Markus DeckerBerliner Zeitung

Der Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik warnt vor einem Überspringen der nahöstlichen Konflikte auf Deutschland.

Herr Brumlik, der Antisemitismusforscher Wolfgang Benz hat erklärt, trotz jüngster Exzesse bei Demonstrationen könne er in Deutschland keinen wachsenden Antisemitismus erkennen. Sehen Sie das auch so?

Das sehe ich nicht ganz so. Richtig ist, dass sich die Summe antisemitischer Haltungen insgesamt nicht erhöht hat. Genauso richtig ist aber, dass der Krieg in Gaza Hemmschwellen hat sinken lassen, so dass nun aus Haltungen Handlungen geworden sind. Dass sich das so brutal öffentlich Bahn bricht, ist nun doch neu und ein qualitativer Sprung.

weiterlesen

Israelische Kicker in Österreich vom Platz geprügelt

Foto: imago/PanoramiC Beim einem Testspiel von Maccabi Haifa und OSC Lille im östereichischen Bischofshofen stürmten antiisraelische Demonstranten das Spielfeld und griffen die Spieler ais Israel an

Antiisraelische Ausschreitungen überschatten nun auch den Sport. Ein Testspiel von Maccabi Haifa gegen OSC Lille wurde nach einem Platzsturm im österreichischen Bischofshofen abgebrochen.

DIE WELT

Die antisemitischen Randale haben den Fußball erreicht: Nach einem Platzsturm wurde am Mittwoch ein Testspiel zwischen dem israelischen Spitzenklub Maccabi Haifa und dem früheren französischen Meister OSC Lille abgebrochen.

Beim Stand von 0:2 aus Sicht Haifas stürmten sechs Minuten vor dem Abpfiff Zuschauer mit Fahnen Palästinas im österreichischen Bischofshofen den Rasen. Wie Maccabi auf seiner Homepage mitteilte, seien die Spieler Dekel Keinan und Idan Vered tätlich angegriffen worden.

weiterlesen

Bistum Augsburg: Ein Hauch von Limburg

Bild: tilly

Bild: tilly

Der Altar im Dom von Augsburg ist noch keine 20 Jahre alt. Doch jetzt will das Bistum einen neuen – für 400.000 Euro. Der Dom-Pfarrer durfte nicht mitreden, die Gläubigen sind entsetzt.

Von Stefan MayrSüddeutsche.de

Josef Seitz war 40 Jahre lang Mesner im Augsburger Dom, er engagiert sich bis heute als Lektor, Kommunionshelfer und Sänger im Chor. Aber die neuen Pläne des Bistums ärgern ihn sehr. “Das ist ungeheuerlich, ich komme mir vor wie in Klein-Limburg”, sagt der 79-Jährige. Die Diözese Augsburg will das Südschiff des Domes massiv umgestalten, die Kosten für das Großprojekt betragen etwa 500 000 Euro. Was dabei Seitz und andere Katholiken besonders aufregt: Ein Altar, der erst 19 Jahre alt ist, soll abgebaut und durch einen neuen im Wert von 400 000 Euro ersetzt werden.

weiterlesen

USA Sadismus: Hinrichtung wird zu zweistündigem Todeskampf

Der wegen des Mordes an seiner Ex-Freundin und deren Vater im Jahr 1989 verurteilte Joseph Rudolph Wood hat bei der Exekution laut seinem Anwalt “mehr als eine Stunde lang nach Luft geschnappt und geschnaubt” Foto: AP

Wieder gerät eine US-Hinrichtung zu einem Martyrium für den Verurteilten: Fast zwei Stunden dauert der Todeskampf von Joseph Wood. Sein Anwalt spricht von Pfusch. Die Opferfamilie verspürt Genugtuung.

DIE WELT

Bei einer Hinrichtung in den USA ist es offenbar erneut zu Pannen gekommen: Nach fast zweistündigem Todeskampf ist ein verurteilte Mörder im Staat Arizona qualvoll gestorben. Am Mittwoch wurde Joseph Rudolph Wood um 15.49 Uhr (Ortszeit) für tot erklärt, wie das Büro der örtlichen Generalstaatsanwaltschaft mitteilte. Die Exekution begann demnach um 13.52 Uhr.

weiterlesen

Die vermeintlichen Knochen der “Heiligen Drei Könige”

Dreikönigsschrein, Bild: wdr5.de

Die Legende der drei Weisen aus dem Morgenland war im Mittelalter derart lebendig, dass die Ankunft ihrer vermeintlichen Überreste in Köln vor 850 Jahren einen Begeisterungssturm auslöste – und den Bau einer riesigen Kathedrale.

Von Mathias SchulenburgDeutschlandfunk

Es muss ein großes Spektakel gewesen sein: Rainald von Dassel, engster Vertrauter des Kaisers Friedrich Barbarossa und Erzbischof von Köln, zog am 23. Juli des Jahres 1164 von Mailand kommend mit großem Gefolge in Köln ein, im Gepäck Skelett-Teile, die unter anderem als den legendären Weisen aus dem Morgenlande zugehörig deklariert waren. Ein Geschenk Kaiser Friedrich Barbarossas, in Mailand geraubt.

Indes: Die beraubten Mailänder machten wenig Gewese aus dem unerhörten Verlust. In ihren Inventarlisten stand aber auch nichts von den Weisen oder Magiern, die später als Heilige Drei Könige Karriere machen sollten. Waren die Knochen etwa nicht echt?

“Die können nicht echt sein”

“Die Frage nach der Echtheit der Knochen, das heißt ob die auch wirklich die der drei Könige sind, kommt immer wieder”,

sagt der Kölner Kunsthistoriker Helmut Fußbroich,

“Aber da kann man, ohne rot zu werden, sagen, nä, die können nicht echt sein, weil es sich eben um eine Geschichte handelt, die keine Historie erzählen will, sondern eine religionspädagogische Absicht dahinter steckt, nämlich um zu zeigen, dass die Heiden begriffen haben, wer da geboren worden ist, während die Juden das eben noch nicht begriffen hatten. Darum geht es dem Evangelisten Matthäus.”

weiterlesen

Koalition streitet über Sterbehilfe

Soll ein Sterbehilfeverbot nur Vereine betreffen, die damit Gewinn machen wollen? Darüber wollen die Abgeordneten des Deutschen Bundestages diskutieren. Flatline, Bild: ipscell.com

Sterbehilfe-Verbot oder nicht? Mit dieser Frage will sich der Deutsche Bundestag nach der Sommerpause beschäftigen. Derzeit zeichnen sich zwei Optionen ab: Die organisierte Suizidbeihilfe könnte komplett verboten werden. Oder es könnten Spielräume bleiben.

pro Medienmagazin

Die kirchenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Kerstin Griese, machte diese Woche Schlagzeilen damit, dass sie ein strafrechtliches Verbot organisierter Sterbehilfe im Gegensatz zum CDU-geführten Gesundheitsministerium ablehnt. Gegenüber pro erläuterte sie: „Ich suche nach einer mittleren Position zwischen einem unangemessenen harten strafrechtlichen Verbot und einer vermeintlich liberalen Position, die alles zulässt.“

Dorn im Auge sind ihr vor allem jene Vereine, die Menschen die Selbsttötung als Dienstleistung anbieten. Dies geschehe ohne persönliche Bindung zur Person. Besser Zahlende würden bevorzugt behandelt, und: „Besonders schwierig finde ich, dass damit Suizide bei psychisch Kranken und körperlich Gesunden ermöglicht werden. Depression ist behandelbar, die meisten Menschen können Lebensmut zurück gewinnen.“ Nun müsse juristisch geprüft werden, ob solche Angebote mit den Mitteln des Vereins- oder des Betäubungsmittelrechts zu unterbinden seien. Neben solchen Vereinen gibt es zum Beispiel auch ehrenamtliche Sterbehilfeorganisationen.

weiterlesen

Interview mit Rolf Verleger: „In Israel gibt es eine Kultur des Hasses“

So sollte es sein.

So sollte es sein.

Vertreter jüdischer Organisationen beklagen antisemitische Hetze bei Demonstrationen, die sich gegen die Politik Israels in Gaza richten. Der Psychologie-Professor Rolf Verleger, ehedem Direktoriumsmitglied im Zentralrat der Juden, empfiehlt seinen Glaubensbrüdern, vor der eigenen Tür zu kehren.

Interview Armin KäferStuttgarter Zeitung

Herr Verleger, ist hundertprozentige Solidarität mit Israel Pflicht für jeden Juden?

Ich sehe das nicht so. Pflicht für uns Juden ist von alters her eine moralische Lebensführung, wie sie uns von Gott vorgezeichnet wurde. Wenn das unvereinbar ist mit der konkreten Politik eines Staates, muss man zwischen zwei Pflichten wählen: zwischen Moral und Nationalismus. Als Bürger der Bundesrepublik Deutschland fällt es mir nicht schwer, eine Wahl zu treffen.
Wie konnte es dazu kommen, dass der Nahostkonflikt erneut derart eskaliert?
Was auf palästinensischer Seite abläuft, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich kann nur für meine Seite sprechen und damit gewissermaßen vor meiner Tür kehren. Im Lande Israel gewinnen zusehends nationalreligiöse Strömungen die Oberhand. Die sagen: „Gott hat uns dieses Land geschenkt. Wir müssen unsere Feinde zerschmettern.“ So denken die auch im 21. Jahrhundert noch.

Viele laute Stimmen gegen Antisemitismus

Der ewige Jude

Bild: bb

Die judenfeindlichen Äußerungen bei Demonstrationen gegen die israelische Militäroffensive im Gazastreifen schlagen immer höhere Wellen. Kanzlerin Merkel macht deutlich: “Das werden wir nicht hinnehmen. “Bundespräsident Gauck versicherte den deutschen Juden seine Solidarität und forderte die Deutschen zu mehr Zivilcourage auf.

evangelisch.de

“Ich möchte alle Deutschen und alle Menschen, die hier leben, auffordern, immer dann ihre Stimme zu erheben, wenn es einen neuen Antisemitismus gibt, der sich auf den Straßen brüstet”, sagte Bundespräsident Joachim Gauck am Mittwoch in Berlin. Er bekundete den hier lebenden Juden seine Solidarität. Ihre Sorgen nehme er sehr ernst, sagte Gauck in einem Telefonat mit dem Präsidenten des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ über Vize-Regierungssprecher Georg Streiter ausrichten, antisemitische Straftaten würden konsequent verfolgt. Die Äußerungen seien ein Angriff auf Freiheit und Toleranz und der Versuch, die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu erschüttern. “Dies können und werden wir nicht hinnehmen”, betonte die Regierungschefin.

weiterlesen

Israeli Professor: Rape Hamas Militants’ Mothers and Sisters to Deter Terrorist Attacks

Mordechai Kedar/Youtube

An Israeli academic has claimed that raping wives and mothers of Palestinian Hamas militants is the only thing that could deter further terrorist attacks.

By Gianluca MezzofioreInternational Business Times

The remarks by renowned Middle East scholar Mordechai Kedar of Bar-Ilan University were made three weeks ago after the grim discovery of the bodies of the three kidnapped Israeli teenagers, but the recording was published online (in Hebrew) on Monday.

“The only thing that could deter a suicide bomber is knowing that if caught, his sister or his mother would be raped,” said Kedar on Israel Radio Bet.

read more