Archiv der Kategorie: Fundamentalismus

Historikerin: Trennung von Kirche und Staat in Europa verlief blutig

religion_warDie Trennung von Staat und Kirche in Europa während des 19. und frühen 20. Jahrhunderts verlief offenbar weniger friedlich als bislang allgemein angenommen.

Von Karsten Packeiserevangelisch.de

Vielerorts hätten fromme Katholiken ebenso wie antiklerikale Kräfte zu Gewalt gegriffen, sagte die Mainzer Historikerin Eveline Bouwers dem Evangelischen Pressedienst (epd). Bei Auseinandersetzungen um Vorrechte der katholischen Kirche seien in Ländern wie Belgien auch Menschen zu Tode gekommen.

Die Wissenschaftlerin hat sich im Rahmen eines Forschungsprojekts intensiv mit Glaubenskämpfen in den katholischen Staaten Europas befasst, speziell mit den Regionen Bayern, Flandern und Bretagne. Konflikte zwischen katholischer Kirche und Staatsmacht gab es nach ihren Erkenntnissen nicht nur während des “Kulturkampfes” im protestantisch geprägten Deutschen Kaiserreich, sondern auch in katholisch Staaten.

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König-Abdullah-Zentrum in Wien: Die bittere Medizin des Königs

König Abdullah, Bild: BB

König Abdullah, Bild: BB

Das umstrittene “KAICIID” hat nichts getan, was Sanktionen rechtfertigen würde. Wenn es als saudische PR-Agentur gemeint war, dann ist es gescheitert.

Von Gudrun HarrerderStandard.at

Jetzt sitzt man ganz schön einsam da, als Abdullah-Zentrum-Versteherin, die es bei dessen Gründung im November 2012 als interessantes Projekt bezeichnet hat. Die Kontroverse um Claudia Bandion-Ortner, die Vizegeneralsekretärin des “King Abdullah Bin Abdulaziz International Centre for Interreligious and Intercultural Dialogue” (Kaiciid), und ihr skurriles Profil-Interview ist Wasser auf den Mühlen jener, die es immer gewusst haben: Das Abdullah-Zentrum ist Saudi-Arabien, und zwar das Saudi-Arabien des Köpfeabschlagens und der Frauenrepression.

Und das offizielle Österreich unterstützt das mit Steuergeld, indem es zumindest anfänglich die, so der Eindruck, zum Sprachrohr Saudi-Arabiens gewordene Frau Bandion-Ortner bezahlt und überhaupt das Zentrum fördert.

Behauptung einer Unabhängigkeit

Auch wenn das Kaiciid selbst unter der Unbedarftheit seiner Vizegeneralsekretärin – diese darf ja auch bei anderen Gelegenheiten etwas sagen – leiden mag, vielleicht hat es sie ja wirklich verdient. Denn sie macht unfreiwillig auf einen Konstruktionsfehler des Zentrums aufmerksam, der offenbar nicht so leicht aufzulösen ist: die Behauptung einer Unabhängigkeit, die nicht kommuniziert wird oder werden darf. Oder kann, weil es sie doch nicht gibt?

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Vatikan ermittelt gegen Priester in Chile

Von links nach rechts: José Aldunate, Felipe Berríos, Mariano Puga Quelle: site.adital.com.br

Befürwortung gleichgeschlechtlicher Ehe und Kirchenkritik sorgen in Chile für Aufregung. “Kongregation für die Glaubenslehre” ermittelt.

Von Hans Weberamerika21

Aufgrund von Kritiken an der Kirche werden die chilenischen Priester Felipe Berríos, José Aldunate und Mariano Puga derzeit durch die “Kongregation für die Glaubenslehre” untersucht. Dieses Vatikanorgan hat die Ermittlungen aufgenommen, nachdem der Vorsitzende der Bischofskonferenz von Santiago, Kardinal Ricardo Ezzati, eine Sammlung kritischer Äußerungen der Geistlichen an die Kongregation weitergeleitet hatte.

In den vergangenen fünf Monaten hatten Berríos, Aldonante und Puga Interviews gegeben, in denen sie die Rolle des Klerus bezüglich der Bildungsreform der Regierung Bachelet sowie seine Weigerung, über Schwangerschaftsabbruch zu diskutieren und die Haltung gegenüber der Ehe homosexueller Paare in Frage stellten.

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Israel: Eine “kranke Gesellschaft”

Reuven_RivlinWenn das Staatsoberhaupt des Staates Israel, Reuven Rivlin, feststellt, dass die israelische Gesellschaft “krank” sei, dann muss es wohl stimmen. Spätestens jetzt müssten die Alarmglocken deutscher Antisemiten-Jäger schrillen, nach deren “Maßstäben” er wohl als “lupenreiner Antisemit” zu bezeichnen wäre.

BETWEEN THE LINES—LUDWIG WATZAL

Darüber hinaus müsste er auf Empfehlung eines obskuren Antisemitismus-Experten aus Berlin auf die berühmt-berüchtigte Liste der Top-Antisemiten des Simon-Wiesenthal-Zentrums in Los Angeles kommen.

Bei einer Veranstaltung der Israelischen Akademie der Wissenschaften zum Thema “Vom Hass des Fremden, zur Akzeptanz des Anderen” (From Hatred of the Stranger to Acceptance of the Other) diagnostizierte Reuven Rivlin  für Israel eine Epidemie der Gewalt, die “in alle Bereiche vorgedrungen” sei. “Es ist Zeit ehrlich zuzugeben, dass die israelische Gesellschaft krank ist und es unsere Pflicht ist, diese Krankheit zu behandeln”, sagt Rivlin in Bezug auf das von der israelischen Armee angerichtet Massaker im Gaza-Streifen. “Die Epidemie der Gewalt ist nicht auf die eine oder andere Gruppe beschränkt, sie ist in alle Bereiche eingedrungen.” “I’m not asking if they’ve forgotten how to be Jews, but if they’ve forgotten how to be decent human beings. Have they forgotten how to converse?”

Iran richtet Vergewaltigungsopfer hin

Bild: freethinker.co.uk

  • In Iran wird die 26-jährige Reyhaneh Jabbari hingerichtet. Sie wurde 2009 zum Tode verurteilt, weil sie den Mann erstach, der sie nach eigenen Angaben vergewaltigen wollte.
  • An dem Gerichtsverfahren gab es massive Kritik. Im Internet protestierten Hunderttausende Menschen. Auch Amnesty International und die Vereinten Nationen schalteten sich ein.

Süddeutsche.de

Iran richtet Vergewaltigungsopfer hin

Alle Rettungsversuche waren vergeblich: Iran hat die 26-jährige Reyhaneh Jabbari hingerichtet. Das bestätigte ihre Mutter Shole Pakrava in einem Interview mit der BBC, die Nachrichtenagentur AP berichtet unter Berufung auf die staatliche Nachrichtenagentur Irna von der Hinrichtung. Jabbari saß seit fünf Jahren wegen des Mordes an einem früheren Geheimdienstmitarbeiter in der Todeszelle. Jabbari hatte auf Notwehr plädiert.

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Atheismus: Ein Besuch in der Kirche der Gottlosen

Foto: The Washington Post/Getty Images In Amerika wächst die Gemeinde der Atheisten

Nur einer von zehn Amerikanern glaubt nicht an Gott. Aber die Gemeinde der Atheisten wächst, sie betreiben sogar schon Kirchen. Ein Abend bei den Gottlosen von New York, inklusive dem Wort “Amen”.

Von Hannes SteinDIE WELT

Im Stone Creek Inn, hatte es geheißen; um sieben Uhr abends; im Hinterzimmer. Als ich ankam, saßen in dem kleinen Raum schon etwa ein Dutzend Leute an verschiedenen Tischen. Fast alle hatten selbst beschriftete Namensetiketten an der Kleidung kleben. Ein freundlicher älterer Herr mit weißem Haarkranz, der Ron hieß, unterhielt sich quer über das Zimmer mit einem anderen älteren Herrn darüber, ob die Beschneidung eines Mannes dessen Sexleben beeinträchtigt.

In dieser offenen Gruppe, die sich regelmäßig in New York trifft, bin ich offenbar richtig, dachte ich, denn für diese Frage interessieren sich doch eigentlich nur Atheisten. Nach mir hatte eine junge schwarze Frau den Raum betreten, deren Namensschild ich nie zu sehen bekam. Sie setzte sich zu Ron an den Tisch, und dann unterhielten die beiden sich darüber, warum es unter jungen schwarzen Frauen verhältnismäßig wenige Atheisten gibt.

Erstens, weil die meisten Schwarzen traditionell und fromm sind; und schwarze Frauen sind es erfahrungsgemäß noch ein bisschen mehr. Sie komme aus Atlanta, sagte die junge Frau, und ihre Familie halte sie naturgemäß für verrückt, habe ihr inzwischen aber vergeben. Dann begann der offizielle Teil des Abends.

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Das Leben ist der Güter höchstes nicht

John Wayne, The Shootist, 1976

John Wayne, The Shootist, 1976

Eine zornige Untersuchung: Was wirklich hinter dem Widerstand gegen die Sterbehilfe steckt. Haltet euch aus unserem Leben heraus, ihr Lebensschützer!

Von Wolfgang BroscheThe European

Der kühne Freitod von Udo Reiter erinnerte mich in seiner lakonischen Konsequenz an einen berühmten Film, den Schwanengesang eines Stars und eines Genres.

Don Siegels „The Shootist“ ist sicher nicht der größte aller Western, aber der erschütterndste. John Wayne, die reaktionäre, raue und zärtliche alte Kanaille, trat mit diesem Film von der Leinwand ab. Er hätte es besser nicht tun können als in der Rolle eines alten Gunman, der seit Wochen von Unterleibsschmerzen geplagt wird. Der Arzt, den er aufsucht, kann ihm nur hilflos die Diagnose Krebs mitteilen und drückt ihm dann ein Fläschchen Laudanum in die Hand. „Hätte ich“, raunt der Arzt, „Ihren Mut, dann wüsste ich, was ich täte, um den mörderischen Schmerzen und dem Verrecken zu entgehen!“

Schnell spricht sich herum, dass der einst gefürchtete Shootist ein todkranker Mann ist. Die Geier warten schon: jüngere Gunmen versammeln sich in der Stadt und warten auf ihre Chance. Wayne schaut sich ein paar Tage in der herbstlichen Stadt um, macht eine letzte Bekanntschaft mit einer stolzen und klugen Witwe, hilft ihr, ihren Sohn wie ein Vater auf den richtigen Lebensweg zu bringen, trinkt die letzten Schlucke Laudanum, die schließlich nicht mehr helfen und bestellt die lauernden Aasgeier in den Saloon.

Es sei sein Geburtstag, sagt er dem Barkeeper, der ihm den letzten Whisky einschenkt, den wolle er feiern. Und er feiert ihn auf seine Art, erledigt die schießwütigen Rotzlöffel, die seine Nachfolge antreten wollen, nebenbei noch ein paar tolldreiste Gangster und wird selbst tödlich getroffen. Noch einmal hat er als Towntamer die Stadt gerettet und ist dabei auf seine Weise gegangen. Das war sein Tod, der Tod als Gunman, der seine Zeit gehabt hat!

John Wayne selbst hatte nicht das Glück, so zu sterben wie in diesem Film. Einmal schon, in den 60ern, hatte er den Krebs besiegt. Ein Jahr nach „The Shootist“ kam er zurück, der Krebs. Man behandelte den Duke zu Tode, schnitt hier und da was weg und der große starke Mann verreckte zwischen Amputationen und Morphium. „Feo, fuerte y formal“ steht auf Waynes Grabstein – er war stolz, er war stark, er hatte Würde … bei all dem Reaktionären, das seine Filme auch hatten, immer ging es in ihnen um die Würde des Individuums. Darum sei ihm dieses Epitaph gegönnt.

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Kretschmann verteidigt kirchliches Arbeitsrecht

kretschmann150Der baden-württembergische Ministerpräsident hält es für in Ordnung, dass die Kirchen Menschen anderer Religion nicht als Arbeitnehmer beschäftigen müssen. Die Muslime im Land sollten sich seiner Meinung nach ähnlich organisieren wie die Christen.

evangelisch.de

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) verteidigt das kirchliche Arbeitsrecht. Auch dass die Kirchen beispielsweise Menschen anderer Religion nicht anstellen müssen, gehe in Ordnung, schreibt Kretschmann in dem von ihm mit herausgegebenen Buch “Wie viel Religion verträgt der Staat?” “Auch die grüne Fraktion würde jemanden entlassen, wenn sie feststellen sollte, dass er bei einer anderen Partei ist”, betonte der Politiker.

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China: Christen sind die Guten, alles andere Scheiße

Mit Christen in China beschäftigt sich das neue Buch von Liao Yiwu “Gott ist rot” Foto: S. Fischer Verlag

Christen in China haben es nicht leicht. Nach wie vor gehören sie zur größten verfolgten Minderheit im Land. Der Autor Liao Yiwu geht in seinem Buch „Gott ist rot“ auf Spurensuche und lässt die Christen vor Ort zu Wort kommen.

Von Johannes Weilpro Medienmagazin

Autor Liao Yiwu hat für sein Buch Christen getroffen, die beschreiben, wie schwer es ist, ihren Glauben in China zu leben. Die einzige Hoffnung, an die sie sich klammern, ist dabei Gott. Vor allem unter dem Diktator Mao Zedong kam der Atheismus auf und die feste Ordnung der Gemeinden wurde zerstört. Vor 1982 hatten wenige Christen gewagt, sich öffentlich zu Gott zu bekennen. Zusammenkünfte von Christen wurden von anderen Menschen angezeigt. Das sei heute zum Glück besser geworden.

Geschichten der Hoffnung

Trotz allem sind es Geschichten der Hoffnung, die Yiwu gesammelt hat. Der Autor saß für seine regimekritischen Geschichten selbst vier Jahre in Haft und wurde schwer misshandelt. Heute lebt der mit mehreren Auszeichnungen und Preisen dekorierte gebürtige Chinese in Berlin.

Es ist vor allem ein Buch von Menschen, die durch den Staat vin ihrem Denken beeinflusst und von klein auf „roter Gehirnwäsche“ unterzogen wurden. Von daher bietet das Buch einen Einblick in das chinesische Denken und macht das Handeln der Christen dort nachvollziehbarer.

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Dodo Thierse predigt in Gedächtniskirche

thierse_zdf“Reformation und Politik” lautet das Thema des Gottesdienstes, über das Wolfgang Thierse, Bundestagspräsident a.D., diesen Sonntag in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche predigt.

Berlin Online

Seit der Reformation sind Christen nach und nach vorsichtiger, auch selbstkritischer geworden in der Bestimmung des Verhältnisses von Religion und Politik.

“Die Unterscheidung zwischen beiden ist von großer Aktualität angesichts der missbräuchlichen Inanspruchnahme von Religion zur Begründung von politischer Macht und gar von Gewalt”, macht Thierse im Vorfeld deutlich. Trotzdem kann Religion keine reine Privatsache sein, sie hat unweigerlich auch eine soziale und politische Dimension. “Sie ist für das ethische Fundament gelingender Demokratie unersetzlich, gerade auch deshalb, weil sie auf die Grenzen von Politik verweist, Totalitätsansprüchen widerspricht”, betont Thierse.

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Christentum: Glaube ist Urvertrauen—Bullshistic

Das Kreuz mit den Religionen

Das Kreuz mit den Religionen

Ich habe lange einen Weg gesucht, Glaube und Vernunft zu verbinden. Nach einer Rundreise durch verschiedene Religionen und Philosophien habe ich ihn gefunden.

Von Thomas JakobZEIT ONLINE

Glauben ist für mich so etwas wie ein kultiviertes Urvertrauen. So wie ein Baby Urvertrauen zu seiner Mutter hat, weil es sich bewährt hat, weil es den Charakter einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung hat, weil es seine beste Chance ist. Das gilt selbst dann, wenn dieses Vertrauen nicht in jedem Einzelfall berechtigt ist.

Es gibt Menschen, die ein solches Urvertrauen von Natur aus haben. Auch Atheisten und Agnostiker sehe ich darunter. Solche Naturtalente brauchen keinen ausformulierten Glauben, aber alle anderen fahren besser mit einer soliden und reifen Religion.

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Unrest, instability, intifada — whatever its name, it’s in Hamas’s interest

Security and police are seen at the Ammunition Hill Light Rail station in Jerusalem, where a baby was killed and several injured last night in a terror attack, Thursday, October 23, 2014. (photo credit: Hadas Parush/Flash90)

The simmering violence in Jerusalem, culminating in Wednesday’s fatal terror attack, may not have a moniker, but it is a flame that Hamas wants to spread to the West Bank.

By Mitch GinsburgThe Times of Israel

Whether the violence in Jerusalem since the gruesome murder of Muhammad Abu-Khdeir in July amounts to a Third Intifada will only be clear in hindsight. But what the murder on Wednesday of Chaya Zissel Braun has shown, beyond the ruthlessness of the act and the enduring tension in Jerusalem, is the shrewdness of Hamas’s strategy of overthrowing the Palestinian Authority in the West Bank by, of all things, persistently killing innocent Israelis.

That is one of the ways Israel should view the recent developments in Jerusalem. When Abdel Rahman al-Shaludi, a Hamas member and relative of a former head of the organization’s armed wing, turned his car into a lethal weapon on Wednesday, he was, whether by design or not, acting exactly according to the alleged Hamas coup plans exposed in August.

At the time, the Shin Bet said that it had exposed a Hamas plan to “overthrow the Palestinian Authority and seize control of Judea and Samaria.”

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Italienische Pfarrer auf Abwegen: Bunga-Bunga in Albenga

Bild: katholisches.info

Bild: katholisches.info

Der eine baggert Ehefrauen an, der andere posiert nackt im Internet: Im norditalienischen Bistum Albenga-Imperia scheinen einige Pfarrer auf Abwegen. Nun will der Papst einen Helfer in die sündige Diözese schicken.

Von Hans-Jürgen SchlampSpON

Albenga ist eine kleine Stadt an der Küste Liguriens im Nordwesten Italiens. Rund 23.000 Menschen leben dort, es gibt eine Kathedrale mit Grundmauern aus dem 11. Jahrhundert und einen Bischof, der seit einem Vierteljahrhundert die Messen liest – gerne in lateinischer Sprache. Bischof Mario Oliveri heißt der Geistliche, und derzeit hat er andere Sorgen als seine Messe und außerdem ungewohnte Gesprächspartner: Staatsanwälte und aufgeschreckte Emissäre aus Rom.

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Religiotie: Erhat Toka aus Osnabrück wirft Dieter Nuhr Hetze vor

Aufruf zum Boykott: Erhat Toka will am Samstag gegen den Auftritt von Dieter Nuhr in Osnabrück protestieren. Die Plakate sind gedruckt.Foto: Elvira Parton

Wenn der Kabarettist Dieter Nuhr am Samstag in Osnabrück auftritt, werden Muslime vor der Stadthalle gegen ihn demonstrieren. Erhat Toka, der Initiator des Protests, bezeichnet den Comedian als „Hassprediger“, der Hetze gegen den Islam betreibe.

Von Rainer Lahmann-LammertOsnabrücker Zeitung

Er hat Anzeige wegen „Beschimpfung von Religionsgemeinschaften“ erstattet und ruft zum Boykott der Veranstaltung auf. Dieter Nuhr will sich erst in der kommenden Woche gegenüber unserer Redaktion äußern.

„Wenn sich jemand über den Islam lustig macht, habe ich nichts dagegen“, sagt Erhat Toka, und gibt mit einem Lächeln zu verstehen, dass er keine Spaßbremse sein will. Aber Dieter Nuhr wirft er vor, dass er unter dem Deckmantel der Satire eine „blöde, dumme Hetze“ gegen eine Minderheit betreibe. Erhat Toka sitzt in seiner Kampfsportschule an der Iburger Straße, sein schwarzer Rauschebart fällt auf sein blütenweißes Hemd. Vor drei Jahren hat der Mann mit deutschem Pass und türkischen Wurzeln für eine muslimische Partei bei der Kommunalwahl kandidiert, ohne Erfolg. Am Runden Tisch der Religionen wird ihm gelegentlich eine Nähe zu islamischen Hardlinern nachgesagt. Gerne gibt er sich als Fan des türkischen Staatspräsidenten Erdogan zu erkennen.

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Dieter Nuhr wegen Islamsatire angezeigt

Dieter Nuhr, Bild:deutsche-kabarettisten.de

Der Kabarettist Dieter Nuhr bekommt es wegen ironischer Bemerkungen zum Islam mit der Justiz zu tun.

evangelisch.de

Ein Osnabrücker Muslim hat Anzeige gegen den Künstler erstattet, wie ein Polizeisprecher am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte. Der Vorwurf lautet “Beschimpfung von Bekenntnissen und Religionsgesellschaften”. Das Strafgesetzbuch sieht dafür Gefängnis bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor.

Nuhr hatte mit seinen Auftritten wiederholt Proteste unter Muslimen ausgelöst. In einem Youtube-Video, in dem mehrere Auftritte des Kabarettisten zusammengeschnitten sind, sagt er über das islamische Frauenbild: “Im Islam ist die Frau zwar frei, aber in erster Linie frei davon, alles entscheiden zu müssen.” Lacher erntet er auch mit dem Satz: “Wenn man nicht wüsste, dass der Koran Gottes Wort ist, könnte man meinen, ein Mann hätte ihn geschrieben.” Darüber hinaus äußert er sich in vielen Szenen satirisch-ironisch über radikale Islamisten wie Osama bin Laden.

Diözese Rottenburg: Bürger stört sich an christlichem Wanderweg

Martinusweg-Schild

Martinusweg-Schild

Petitionsausschuss des Baden-Württemberger Landtags muss klären, ob Beschilderung christlich orientierter Wanderwege gesetzeskonform ist – Es handelt sich um Schilder des 1.200 Kilometer langen Martinusweges der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

kath.net

Der Petitionsausschuss des Landtags von Baden-Württemberg wird an diesem Freitag klären, ob die Beschilderung christlich orientierter Wanderwege gesetzeskonform ist. Das berichtete die „Schwäbische Allgemeine Zeitung“ anhand eines Berichtes der „Stuttgarter Nachrichten“. Dies wurde durch einen Bürger veranlasst, der sich an den religiösen Wanderzeichen stört.

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Papst fordert Abschaffung von lebenslanger Freiheitsstrafe

Bild bearb. BB

Bild bearb. BB

Franziskus fordert vor Strafrechtsexperten auch menschenwürdige Haftbedingungen.

kath.net

Papst Franziskus hat eine Abschaffung der lebenslangen Freiheitsstrafe gefordert. Diese sei eine “heimliche Todesstrafe”, sagte der Papst am Donnerstag vor Mitgliedern der Internationalen Vereinigung für Strafrecht im Vatikan. Zugleich kritisierte er, dass die Todesstrafe weiterhin “auf dem ganzen Planeten” angewendet wird.

Franziskus ist seit seinem Amtsantritt vor anderthalb Jahren bereits mehrfach mit Häftlingen zusammengetroffen. Seine Vorgänger Benedikt XVI. (2005-2013) und Johannes Paul II. (1978-2005) hatten sich zwar ebenfalls für eine Abschaffung der Todesstrafe eingesetzt, nicht direkt jedoch für einen Verzicht auf die lebenslange Freiheitsstrafe. Der Weltkatechismus (Katechismus der Katholischen Kirche/KKK) schließt die Todesstrafe in “schwerwiegendsten Fällen” zum Schutz des Gemeinwohls nicht grundsätzlich aus. Zu lebenslänglicher Haft äußert er sich nicht.

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Vergottete Politiker verkaufen den säkularen Staat

Bild: tilly

Bild: tilly

Politiker von Union, SPD und Grünen im Bundestag haben die bewilligten Ausgaben für das Reformationsjubiläum verteidigt.

evangelisch.de

Der Reformator Martin Luther (1483-1546) sei bei all seiner Widersprüchlichkeit eine wichtige Figur der deutschen Geschichte, sagte der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) am Donnerstag in Berlin bei einem Symposium zum 500. Reformationsjubiläum 2017. Die von der Bundesregierung bereitgestellten rund 42 Millionen Euro für Projekte zu dem Ereignis seien lediglich “ein Zehntel einer Autobahn-Auffahrt”, erklärte CSU-Parteivize Peter Gauweiler. Vielmehr müsse es Kritik daran geben, dass vom Bund nicht mehr Geld fließe.

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Vatikan verlangt von Piusbruderschaft keine Kapitulation

Headquarter des Konzerns.

Headquarter des Konzerns.

Kommission “Ecclesia Dei”-Sekretär Pozzo: Es gebe „keinen Zweifel“, dass die Lehren des Zweiten Vatikanums unterschiedliche Verbindlichkeit hätten, je nach Art des Dokuments. Piusbruderschaft könnte bei Rückkehr mit Personalprälatur rechnen.

kath.net

Guido Pozzo, der Sekretär der Päpstlichen Kommission ‚Ecclesia Dei’, hat in einem Interview mit der französischen Zeitschrift ‚Famille Chrétienne’ mitgeteilt, dass der Vatikan von umstrittenen Piusbruderschaft Pius X. keine Kapitulation verlangen werde. Dies berichtet “Radio Vatikan”. “Der Heilige Stuhl lädt die Piusbruderschaft ein, an seine Seite zu treten in den Rahmen der Lehrfragen, soweit diese für eine dauerhafte Anhänglichkeit an den Glauben sowie an das katholische Lehramt und die Tradition unerlässlich sind.“, teilt Pozzo dann mit. Derzeit gibt es offensichtlich weiterhin Gespräche mit der Piusbruderschaft. Der Sekretär der Päpstlichen Kommission betont dann: “Die Vorbehalte der Piusbruderschaft gegenüber einigen Aspekten und Formulierungen des Zweiten Vatikanischen Konzils und gegenüber einigen daraufhin durchgeführten Reformen, die nicht unverhandelbare Dogmatik- und Lehrfragen betreffen, könnten gleichzeitig untersucht und vertieft werden.“

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“Religionskonflikte sind kein Thema”

CMH Moschee in Jehlam, Pakistan. Bild: Theusmanhabib/CC-BY-SA-3.0

In Pakistan kommt es immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen muslimischen Glaubensrichtungen. Auch in Deutschland leben mehrere zehntausend Anhänger der verfeindeten Parteien. Doch offene Konflikte gibt es kaum. Eine Untersuchung der Ruhr-Universität Bochum versucht nun, eine Erklärung für die vermeintliche Toleranz im Ausland zu finden.

Von Thorsten StegemannTELEPOLIS

In Pakistan leben derzeit rund 170 Millionen Muslime, in absehbarer Zeit könnten es mehr als in Indonesien (200 Millionen) sein. Seit Einführung des “Blasphemie-Gesetzes” im Jahr 1986 haben Nicht-Muslime hier einen schweren Stand. Doch auch innerhalb der religiösen Mehrheit sind Anschläge und gewaltsame Auseinandersetzungen mittlerweile an der Tagesordnung – und das nicht nur wegen der Taliban und anderer Extremistengruppen.

1989 wurden in Pakistan 67 “konfessionelle Zwischenfälle” mit 18 Todesopfern gezählt, 2010 kamen bei 57 Anschlägen 509 Menschen ums Leben. Allein zwischen dem 1. Januar und dem 27. Oktober 2013 forderten 91 Attentate 443 Menschenleben.Christophe Jaffrelot

Opfer von Gewalt, Übergriffen und gesellschaftlicher Ächtung sind nicht selten die Ahmadiyya. Die Mitglieder der im 19. Jahrhundert von Mirza Ghulam Ahmad gegründeten Glaubensgemeinschaft werden von den meisten anderen muslimischen Gruppen strikt abgelehnt. Diese befehden sich jedoch auch untereinander, allen voran Schiiten und Sunniten, die über die rechtmäßige Nachfolge des Propheten Mohammed streiten.

Sajida Fazal, Doktorandin am Centrum für religionswissenschaftliche Studien der Ruhr-Universität Bochum, will durch eine Interviewreihe herausfinden, ob und wie sich das Verhältnis der Glaubensgemeinschaften verändert, wenn ihre Mitglieder im Ausland leben. Sie hat bereits pakistanische Muslime in Bonn, Berlin, Stuttgart, Hamburg und Frankfurt befragt, Gespräche in München sollen noch folgen.

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