Archiv der Kategorie: Islam

Integration auf dem Rücken der Kinderrechte?

beschneidungAm Mittwoch, dem 29. Oktober 2014, legte die Bundesbeauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration, Aydan Özoguz (SPD), dem Bundestag den 10. Bericht über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland vor.

MOGiS e.V.

Unter anderem nahm sie darin auch Stellung zum Ende 2012 in Kraft getretenen Beschneidungserlaubnisparagraphen 1631d BGB, der Vorhautamputationen ohne medizinische Indikation an minderjährigen Jungen aus jeglichem Grunde dem Erziehungsrecht der Eltern unterstellt hat.
“Die Beauftragte begrüßt den Gesetzestext ausdrücklich. Sie sieht einen wesentlichen Mehrwert der gesetzlichen Regelung in der Beendigung der Verunsicherung durch die Herbeiführung der notwendigen Rechtssicherheit.
Die Beauftragte bewertet das Gesetz darüber hinaus als deutliches Bekenntnis der Bundesregierung zur Zugehörigkeit von Menschen jüdischen und muslimischen Glaubens zu Deutschland sowie zu dem Recht auf freie Religionsausübung. Die positiven Reaktionen der Juden und Muslime auf die nun geschaffene Rechtssicherheit versteht sie insoweit als ein wichtiges Signal.”

Dies deckt sich mit den ihrerseits bereits im Zuge der Gesetzesverabschiedung gemachten Statements zu diesem Thema. Auch sonst hat sich in der Bewertung des Gesetzes in den vergangenen zwei Jahren bei Frau Özoguz nicht viel getan, obgleich der Bericht durchaus auch bedenkliche Zahlen zitiert:

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Propaganda-Blatt lockt Deutsche in den Dschihad

Tarnfleck, Tanklaster und Testosteron: „Dabiq“ liefert brutale IS-Propaganda auf Deutsch, Dabiq Magazin/Al-Furqan Media Productions

In den Reihen des „Islamischen Staates“ kämpfen bereits mehr als 450 Deutsche. Die Terrormiliz will noch viele weitere rekrutieren. Das Propaganda-Blatt „Dabiq“ ruft im Internet weltweit zum Dschihad auf – auch auf Deutsch.

Von Katharina PfannkuchCicero

Befürchtet wurde es schon lange, seit Mitte Oktober ist es Gewissheit: Kämpfer des „Islamischen Staates“ (IS) haben im Nord-Irak jesidische Frauen und Kinder versklavt und verkauft. Bestätigt hat dies die islamistische Gruppierung um den selbsternannten Kalifen Abu Bakr al-Baghdadi höchstselbst – mit einer Wortwahl und Logik, die an Menschenverachtung kaum zu überbieten ist.

Die Jesiden seien eine „heidnische Minderheit“ von „Teufelsanbetern“. Eingehende Beratungen mit Gelehrten hätten zu dem Schluss geführt, dass die Versklavung und der Verkauf jesidischer Frauen und Kinder legitim seien. Zudem halte man sich ja an die geltenden Regeln, die etwa untersagen, Kleinkinder beim Verkauf von ihrer Mutter zu trennen. Doch damit nicht genug der Selbstgefälligkeit: „Viele der Frauen und Kinder haben bereitwillig den Islam angenommen und praktizieren die Religion nun eifrig, nachdem sie die Dunkelheit der Vielgötterei verlassen konnten.“

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Tempelberg: Fatah-Partei ruft zum “Tag des Zorns” auf

The Temple Mount in Jerusalem (photo credit: Miriam Alster/Flash90)

The Temple Mount in Jerusalem (photo credit: Miriam Alster/Flash90)

Nach der Erschießung eines Attentäters in Jerusalem ruft Palästina zu einem “Tag des Zorns” auf. In der Nacht gab es neue Zusammenstöße zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften.

stern.de

Nach der Schließung des Tempelbergs in Jerusalem durch die israelische Polizei am Donnerstag hat die palästinensische Fatah-Partei zu einem “Tag des Zorns” aufgerufen. In einer Mitteilung der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa schrieb die Palästinenserorganisation, man betrachte derartige Übergriffe auf den Tempelberg als “Erklärung eines religiösen Krieges gegen das palästinensische Volk”. Die Fatah rief die Palästinenser dazu auf, sich auf dem Tempelberg zu versammeln und dort zu bleiben.

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Nahost: Religionskrieg um den Tempelberg

Jehuda Glick reklamierte mit Feuereifer den Anspruch Israels auf den Felsendom. Bei einem Attentat trug er schwere Verletzungen davon. / Bild: (c) APA/EPA/MIRI TSACHI (MIRI TSACHI)

Das Attentat auf einen radikalen Prediger könnte in Jerusalem zu schweren Unruhen führen. Aus Sicherheitsgründen sperrte die Polizei das muslimische Heiligtum.

Von SUSANNE KNAULDie Presse.com

Unter den ultranationalistischen Predigern und Feuerköpfen, an denen in Israel kein Mangel herrscht, galt Jehuda Glick als der radikalste. Der großgewachsene Rotschopf, vor neun Jahren aus den USA eingewandert, erhob den Tempelberg in Jerusalem zu seinem Lebenszweck, wie er jüngst in einem Interview eingestand: „Der Tempelberg ist die Quelle meines Lebens und auch die Quelle meines Lebensunterhalts.“

Zahllose Male war er in seiner Mission, sich einen Platz auf dem Plateau des Felsendoms – des muslimischen Heiligtums – zu erstreiten, festgenommen worden. Nichts konnte ihn abhalten, mit einem Hungerstreik an der Klagemauer erzwang er die Aufhebung seiner Verbannung.
Sein Eiferertum könnte Glick nun zum Verhängnis werden – und Israel in eine neue Krise stürzen.

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Extremisten und Islam-Gegner: Religionskritik mit der Axt

Antiislamisches Schild bei einer Demonstration von Hooligans: Islam ist nicht nur Terror picture alliance

Terroristen und Islam-Kritiker führen ihre medialen Deutungsschlachten jetzt auch auf der Straße. Doch statt die Klischees weiter zu bestätigen, braucht es eine Debatte über eine Vernunftreligion.

Von Tahir ChaudhryCicero

Die barbarischen Akte der ISIS-Terroristen stellen eine deutliche Gefahr für muslimisches Leben und Denken in aller Welt dar. Doch wenn Muslime beteuern, dass es keinerlei Schwierigkeiten im Umgang mit Extremisten in ihren eigenen Reihen gebe, klingt das nach einem Tumorpatienten, der die Hilfe eines Arztes in Frage stellt. Auch wenn das Herz noch funktioniert, wird diese Einstellung auf kurz oder lang zum Tod des Patienten führen. Muslime sollten daher nicht leugnen, dass es ein Problem gibt, dürfen aber gleichzeitig den Patienten nicht sogenannten Islam-Kritikern überlassen, die mit der Axt auf ihn losgehen, um den Tumor aus dem Körper zu entfernen.

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Survey Shows We’re All Wrong About the Relative Percentages of Muslims and Christians in Our Countries

What percent of people in the U.S. are Muslims?
Christians?
Think about it…
The answers are 1% and 78%, respectively. A new survey released by the Ipsos Mori social research institute shows that not only did we not know that, we weren’t even close.

By Hemant Mehta—Friendly Atheist



There were several other questions, too, and The Guardian has those results. When the 14 countries surveyed were ranked according to most accurate (least ignorant) overall, the U.S. came in 13th. So… umm… we’re not last! WOO!

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Schweden erkennt Palästina als Staat an

Schweden, Freiheit für Palästina, Bild: BB

Schweden, Freiheit für Palästina, Bild: BB

Es war eine der ersten Ankündigungen der neuen Regierung, nun wird sie in die Tat umgesetzt: Schweden erkennt Palästina als eigenständigen Staat an.

SpON

Das Thema stand ganz oben auf der Agenda, gleich in seiner Antrittsrede Anfang Oktober sagte Schwedens Premierminister Stefan Löfven: “Der Konflikt zwischen Israel und Palästina kann nur durch eine Zwei-Staaten-Lösung gelöst werden, ausgehandelt in Übereinstimmung mit den Grundsätzen des Völkerrechts.”

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Wien: Abdullah-Zentrum beschwert sich

König Abdullah, Bild: BB

König Abdullah, Bild: BB

Der saudiarabische Generalsekretär des Dialogzentrums vermisst Solidarität. Der Außenminister will sich nicht zum “Watschenmann” machen lassen.

Von CHRISTIAN ULTSCHDiePresse.com

Nein, so hat sich das Faisal bin Abdulrahman bin Muammar nicht vorgestellt. Der saudiarabische Generalsekretär des König-Abdullah-Zentrums für interreligiösen und interkulturellen Dialog in Wien ist höchst unzufrieden. Er hätte sich mehr Rückendeckung von seinen österreichischen Gastgebern erwartet.

Penibel ließ der Vertraute des saudiarabischen Königs unlängst Vorfälle auflisten, in denen seine internationale Organisation Kritik einstecken musste – und nicht vom Außenministerium verteidigt wurde. Besonders in Rage geriet er dem Vernehmen nach, als Sebastian Kurz am Rande der UN-Generalversammlung Ende September auch noch erklärte, das Dialogzentrum in Wien dürfe kein Feigenblatt für Saudiarabien sein. „Kein Kommentar“, heißt es dazu im Abdullah-Zentrum. Ein Dementi ist das auch nicht. Das Außenamt meinte zur „Presse“ nur: „Wir bleiben dabei: Das Zentrum darf kein Alibi sein.“

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de Maizière: Deutsche Extremisten sind unsere Söhne und Töchter

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) © bearb. MiG

Beim Kampf gegen die Terrororganisation IS stehe Deutschland in besonderer Verantwortung. 450 Radikale aus Deutschland hätten sich dem IS angeschlossen. Diese Menschen seien „in unsere Schulen gegangen, in unsere Moscheen, in unsere Sportvereine“, so der Minister.

MiGAZIN

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sieht Deutschland in besonderer Verantwortung beim Kampf gegen die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS), weil in deren Reihen mindestens 450 Extremisten aus Deutschland kämpfen. „Die deutschen Kämpfer sind nun mal auch Teil des Konflikts, den wir zu lösen haben“, sagte de Maizière in einem Interview mit dem Magazin stern. „Es sind unsere Söhne und Töchter. Ein Großteil wurde hier geboren. Sie sind in unsere Schulen gegangen, in unsere Moscheen, in unsere Sportvereine. Wir tragen für deren Radikalisierung Verantwortung“.

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Islamismus in Bangladesch: Todesurteil für Parteichef

Parteichef Moulana Motiur Rahman Nizami (Mitte) bei seiner Verhaftung in Dhaka 2010.

1971 sagte sich Bangladesch von Pakistan los. Tausende starben im Unabhängigkeitskrieg. Einer der Verantwortlichen wurde jetzt verurteilt.

taz.de

Der Vorsitzende der größten islamistischen Partei in Bangladesch ist für Verbrechen während des Unabhängigkeitskriegs von 1971 zum Tode verurteilt worden. Das Urteil fällte ein dreiköpfiges Sondertribunal am Mittwoch. Dem 71-jährigen früheren Minister Motiur Rahman Nizami waren unter anderem Völkermord, Mord, Folter, Vergewaltigung und die Zerstörung von Eigentum vorgeworfen worden. Die Verteidigung kündigte einen Einspruch gegen das Urteil an.

Nizami selbst nahm den Spruch der Richter im voll besetzten Gerichtssaal in Dhaka emotionslos entgegen. Seine Partei Jamaat-e-Islami lehnte das Urteil ab und rief zu einem landesweiten Generalstreik für Donnerstag, Sonntag und Montag auf. Freitag und Samstag ist Wochenende in Bangladesch. In Dhaka patrouillierten bereits zur Urteilsverkündung am Mittwoch verstärkt Polizei und paramilitärische Einheiten, um Unruhen wie bei früheren Prozessen gegen islamistische Parteiführer zu verhindern. Nizami war bereits im Januar wegen Waffenschmuggels mit Indien zum Tode verurteilt worden.

 

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Das linke Islam-Tabu

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Linke überlassen die Religionskritik zunehmend den Rechten – und stabilisieren ungewollt den strukturellen Rassismus

Von Christian BaronND

Linke tun sich schwer damit, den Islam zu kritisieren. Weil vor allem muslimische (Post-) Migranten in Deutschland einer massiven Diskriminierung ausgesetzt sind, entwickeln viele Linke die Neigung, jede Kritik am Islam mit noch schärferen Volten gegen den grassierenden »antimuslimischen Rassismus« zu kontern. So ist das Thema »Islam« aktuell eine Domäne der Nazis, der rechtspopulistischen Rattenfänger (Sarrazin, AfD), der reaktionären Ex-Feministinnen (Alice Schwarzer) und der neoliberalen Komiker (Dieter Nuhr). Deren »Kritik« am Islam hält den strukturellen Rassismus in Deutschland aktiv mit am Laufen.

Linke Religionskritik existiert derzeit nur in Nischendebatten, weil bislang kein Weg gefunden ist, zwischen den brüchigen Fronten der rassistischen Hassprediger und der notwendigen Kritik an machtversessenen Religionen wie dem Islam zu agieren. Warum sollte es sich widersprechen, diejenigen vor Unterdrückung zu schützen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden und sich zugleich massiv gegen die in weiten Teilen dieser Welt brutal sich auswirkenden muslimischen Glaubenssätze zu wenden? In einigen Staaten des Nahen Ostens werden Homosexuelle geköpft, scheidungswillige Frauen gesteinigt und alle Nicht-Muslime als unwertes Leben betrachtet. Alles unter plausibler Berufung auf den Koran.

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Präses: Witze über Religion sind erlaubt

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Witze über Religion sind erlaubt und durch das Grundgesetz geschützt, sagt der Präses der rheinischen Kirche, Manfred Rekowski. Anlass ist die Anzeige eines Muslim gegen den Kabarettisten Dieter Nuhr.

evangelisch.de

Der rheinische Präses Manfred Rekowski hält Witze über Religion für erlaubt. Die Frage, ob Religion Gegenstand von Witzen sein dürfe und ob sie Kabarettisten durch den Kakao ziehen dürften, beantworte er mit ja, schreibt Rekowski am Dienstag in seinem Blog auf der Internetseite der rheinischen Kirche. Der Theologe verweist dabei auf den Schutz der freien Meinungsäußerung. «Unser Grundgesetz schützt dieses fundamentale Recht genauso wie die großartige Freiheit, dass ich meine Religion ausüben kann.»

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Der Metzger Allahs in Wien

König Abdullah, Bild: BB

König Abdullah, Bild: BB

Bei Spiegel-Online lesen wir heute, dass in Saudi-Arabien fünf Anwälte zu hohen Haftstrafen verurteilt wurden. Ihr Vergehen, kritische Kommentare zur Situation im Land auf der Kurznachrichtenplattform Twitter. Sie können von Glück sagen, dass ihnen im saudi-arabischen Barbarentum nicht der Kopf von den Schultern gehauen wird.

Doch zum Thema. Das “König Abdullah Bin Abdulaziz Zentrum für Interreligiösen und Interkulturellen Dialog” (KAICIID), in Wien, wurde im Herbst 2012 eröffnet und wird größtenteils von Saudi-Arabien finanziert. Man könnte schallend lachen über soviel Idiotie in den Begrifflichkeiten, interreligiöser und interkultureller Dialog. Dialog beruht auf Austausch durchaus gegensätzlicher Meinungen und da wo notwendig den Versuch eines Kompromisses, wenn denn die Positionen zu konträr scheinen. Dialog kann man in Saudi-Arabien nicht, wer nicht der Auffassung des bigotten, extremistischen Herrschers und seiner Prediger ist wird massakriert, gefoltert, ausgepeitscht, weggesperrt oder eben exekutiert. Ende des Dialogs.
Es war der politische Wille Österreichs, dem Menschenrechtsverletzer Saudi-Arabien eine Plattform zu bieten und sich selbst als Alibi für diese Menschenrechtsverletzungen anzudienen.
Vollgestopft mit Petrol-Dollars, kaufte der absolutistische Monarch aus der Wüste das Wiener Palais Sturany, dort sollen also Dialoge stattfinden. Da die Immobilie exterritorialen Status besitzt wollen wir nicht hoffen, dass im Hof gleich eine Exekutionsstätte für Andersmeinende eingerichtet wurde, denen man als Gnadenbeweis nur die Zunge abschneidet.

Zur dummen Äußerung der ehemaligen Justizministerin Österreichs, Claudia Bandion-Ortner, dass nicht jeden Freitag in Saudi-Arabien eine Hinrichtung stattfinden würde, muss man nichts weiter sagen, unter Preisgabe rechtsstaatlicher, humanistischer Positionen ist sie als Vizegeneralsekretärin des Abdullah-Zentrums dem Herrscher tief ins Rektum gekrochen.

Dialog ist Rede und Gegenrede, vielleicht sollte sich das Wüsenzentrum in Wien umbenennen, in Zentrum für interkulturelle und interreligiöse Monologe.

Vergessen wir nicht, der alte wahhabitische Stammeshäuptling hat in diesem Jahr alle anders-und un-Gläubigen, einschließlich der Atheisten und Agnostiker zu Terroristen erklärt. Mit solchen Individuen, derartig vom Gotteswahn besessen, diskutiert man nicht.

Denken wir an Hamza Kashgari, Raif Badawi und Mohammad Salama, die für ihre Meinung gemaßregelt wurden, denken wir an all jene, die den unmenschlichen Rechtssystem eines senilen Herrschers zum Opfer fielen.

Islam und Sterbehilfe: Kein Tod auf Rezept

Aiman_MazyekMehr als vier Millionen Muslime leben in Deutschland. Wenn das Gesetz zur Sterbehilfe geändert wird, ist es deshalb wichtig zu wissen, wie der Islam dazu steht.

Von Aiman MazyekThe European

Der Umgang mit Sterbehilfe und Sterbebegleitung hat eine lange Geschichte und begleitet die Menschheit seit Anfang an. Der Mensch hat stets versucht, den Sterbeprozess und die damit verbundenen Leiden zu lindern und insoweit den Tod in Würde zu ermöglichen. Hilfe zum Sterben in Form von Beistand, Trost, humaner Umgebung, einfühlsamer Betreuung, Seelsorge und palliativmedizinischer Behandlung ist die ausdrückliche Aufgabe des Arztes (Grundsätze der Bundesärztekammer). Andererseits garantiert das Grundgesetz das Recht auf Leben und das Recht auf Selbstbestimmung. Hieraus leitet sich das uneingeschränkte Selbstbestimmungsrecht des Patienten mit der Wahrung seiner Menschenwürde bei jeder ärztlichen Maßnahme ab.

Wie steht der Islam zur Sterbehilfe?

Die Diskussion um Sterbebegleitung, aktive und passive Sterbehilfe, sowie ärztlich assistierten Suizid ist in den letzten Jahren weltweit und in allen Kulturen und Gesellschaften laut geworden. Die Befürworter der aktiven Sterbehilfe, des selbstbestimmten Sterbens, haben ihre Argumente in Bezugnahme auf ihr Menschenbild vorgebracht. Die Gegner der Sterbehilfe weisen warnend auf die Entwicklungen in Deutschland in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hin: Dort stand am Anfang eine seriöse Erörterung der Frage, ob man unheilbar kranke Menschen von ihrem Leiden erlösen dürfe.

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Islamophobie? Wir nennen es Aufklärung!

François-Marie Arouet (Voltaire), Porträt von Nicolas de Largillière Bild: wikimedia.org/PD

Nicht die sogenannte Islamophobie ist ein Problem, sondern Sätze wie “Das hat nichts mit dem Islam zu tun”. Angesichts dessen, was derzeit im Namen dieser Religion geschieht, sind Sorgen berechtigt.

Von Oliver JegesDIE WELT

Alles hat seine guten und schlechten Seiten. Ein Wiener Schnitzel schmeckt zwar köstlich, schlägt aber auf die Figur. Mit der Erfindung des Internets bekam die Menschheit unbegrenzten Zugriff auf Informationen und Katzenvideos, nur leider wurden auch Trolle und Cyber-Mobbing mitgeliefert. Soziale Netzwerke taugen zur Verbreitung von Fashion- und Foodblogs genauso wie zum Streuen von politischer Propaganda.

Religion ist von diesem Phänomen nicht ausgenommen. Im Namen Gottes werden sowohl gute als auch weniger gute Taten vollbracht. Man denke nur an die Bibel, die Nächstenliebe gebietet, aber Sklaverei toleriert. Im Vatikan sieht es nicht anders aus. Der eine Papst arrangierte sich mit dem Nationalsozialismus, der andere förderte den Zusammenbruch des Kommunismus. Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille, ob sie nun Pius XII. oder Johannes Paul II. heißen mögen.

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Tunesien-Wahl: Säkulare Allianz sieht “gute Anzeichen”

Lange Schlangen bildeten sich vor den Wahllokalen in Tunis. / Bild: (c) Reuters

Die säkularen Gruppen hoffen auf einen Wahlsieg über die islamistische Ennahda-Partei, die bei der letzten Wahl gesiegt hatte.

Die Presse.com

Nach der Parlamentswahl in Tunesien sehen die säkularen Kräfte “gute Anzeichen” für einen Sieg gegen die Islamisten. Das sagte der Vorsitzende der Allianz Nidaa Tounes, Beji Caid Essebsi, nach Schließung der Wahllokale am Sonntagabend vor Journalisten in der Hauptstadt Tunis. Die islamistische Ennahda-Partei teilte mit, sie werde sich nicht vorzeitig zu möglichen Resultaten äußern.

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Spott über Gott

We-Want-IslamDer Kabarettist Dieter Nuhr wird angezeigt, weil er sich über den Islam lustig macht. Doch der Koran steht genauso wenig über dem Grundgesetz wie die Bibel. In einer Demokratie müssen Gläubige Spott über ihre Religion aushalten.

Von Heribert PrantlSüddeutsche.de

Der Kabarettist Dieter Nuhr ist angezeigt worden, weil er über eine Religion, nämlich über den Islam, gespottet hat. Darf er das nicht? Man erinnert sich an die weltweite Erregung, an die wütenden und gewalttätigen Proteste, die vor ein paar Jahren die Mohammed-Karikaturen ausgelöst haben. Natürlich darf der Kabarettist spotten; er darf spotten, selbst wenn er es plumper täte, als er es tut. Der Spott gehört zum Kabarett; der Spott gehört zur Aufklärung; der Spott – auch über eine Religion, über ihre Führer und Heiligen – ist Teil der Meinungsfreiheit, also ein Grundrecht.

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Zentralrat für bewaffneten Kampf von Christen gegen IS-Terror—Gott liebt die Märtyrer

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Zentralrat orientalischer Christen in Deutschland: »Wir können uns nicht mehr wie Lämmer zur Schlachtbank führen lassen«. Es gehe hier nicht um Angriff, sondern um Selbstverteidigung.

kath.net

Der Zentralrat orientalischer Christen in Deutschland hält es für richtig, dass auch Christen im Irak und in Syrien mit Waffen gegen die Angreifer der Terrormilizen des «Islamischen Staats (IS) kämpfen. Eigentlich verbiete der christliche Glaube zwar, offensiv zur Waffe zu greifen, sagte der Zentralrats-Vorsitzende Simon Jacob am Sonntag in einem Interview mit »Zeit online«, doch »auf der anderen Seite können wir uns nicht mehr wie Lämmer zur Schlachtbank führen lassen«. Es gehe hier nicht um Angriff, sondern um Selbstverteidigung.

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Austria: Initiative “Religion ist Privatsache” fordert Weiterführung der Ermittlungen zum KAICIID

Screenshot: BB

Screenshot: BB

“Religion ist Privatsache”: Staatsanwaltschaft soll Verfahren wieder aufnehmen.

derStandard.at

Die “Initiative Religion ist Privatsache” hat am Sonntag die Fortführung eines von der Staatsanwaltschaft 2013 eingestellten Ermittlungsverfahrens zum Verkauf des Wiener Palais Sturany, in dem das umstrittene König Abdullah Dialog-Zentrum (KAICIID) untergebracht ist, gefordert. Die Initiative ortet “Ungereimtheiten” beim Verkauf des Gebäudes durch die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG).

“Religion ist Privatsache” brachte im November 2012 eine Sachverhaltsdarstellung bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft ein. Diese stellte das Verfahren aber “mangels Erweislichkeit einer strafbaren Handlung” im September 2013 ein. Am Sonntag wurde in einer Aussendung weiter Aufklärung gefordert.

Die Bundesimmobiliengesellschaft hatte sich bereits am Samstag gegen Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Verkauf des Palais gewehrt. Dieser sei korrekt abgelaufen, erklärte ein Sprecher.

Ägypten will die Hamas vollständig isolieren

In this photo provided by Egypt’s state news agency MENA, Egyptian President Abdel-Fattah el-Sissi, far left, and other officials follow a soldier carrying medals of troops killed in Friday’s assault in the Sinai Peninsula, during a military funeral in Cairo, Egypt, Saturday, Oct. 25, 2014 [photo credit: AP/MENA)

Präsident Sisi beschuldigt die Islamisten, Anschläge begangen zu haben, und will Gaza abriegeln. Für Palästinenser hätte das verheerende Folgen. Ob Hamas wirklich verantwortlich ist, bleibt fraglich.

Von Gil YaronDIE WELT

Noch vor wenigen Monaten, als Abdelfattah al-Sisi sich im Wahlkampf um das Präsidentenamt im Land befand, pflegte der Ex-Generalstabschef ein sanftes Image. Als es darum ging, die Ägypter und den Rest der Welt davon zu überzeugen, dass sich hier ein Vollblutdemokrat zur Wahl stelle, radelte er im Trainingsanzug durch Kairo und plauderte mit Passanten. In Talkshows wurde ein sanfter Gesprächston zu seiner wichtigsten Waffe. All das gehört nach den schwersten Attentaten der letzten Jahre der Vergangenheit an. Nachdem mutmaßliche Islamisten am Freitag auf der Halbinsel Sinai 31 Soldaten in zwei Anschlägen töteten, hat Sisi für sein Land einen “Überlebenskampf” ausgerufen.

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