Archiv der Kategorie: Islam

Margot Käßmann: „Toleranz heißt, Differenzen auszuhalten“

Margot-KässmannWie toleranzfähig können Religionen sein? Warum gibt es Gewalt im Namen von Religionen? Was tun gegen Fundamentalismus? Über diese und weitere komplexe Fragen diskutierten am Dienstagabend mit der evangelischen Theologin Margot Käßmann, dem Ägyptologen Jan Assmann und dem Gesprächsleiter Reinhold Mokrosch gleich drei Professoren von Rang und Namen. Kein Wunder, dass kein einziger Stuhl in der Osnabrückhalle frei blieb.

Von Melanie Heike SchmidtOsnabrücker Zeitung

Die Gründe, warum sich gut 700 interessierte Gäste zum Osnabrücker Friedensgespräch „Die Toleranzfähigkeit der Religionen“ am Dienstagabend durch den nasskalten Wind in die Osnabrückhalle direkt neben dem Schloss gekämpft haben, waren vermutlich mindestens so vielgestaltig wie die Diskussion selbst. Zum einen zogen die hochkarätigen Gäste: „Einmal Margot Käßmann live sehen, das wünsche ich mir schon lange“, gab eine ältere Dame mit Blick auf den vollen Büchertisch mit Werken der bundesweit berühmten evangelischen Theologin und ehemaligen EKD-Ratsvorsitzenden unumwunden zu. Ähnlich gespannt waren viele auf den zweiten Gast, der Ägyptologe Professor Jan Assmann von der Universität Heidelberg/Konstanz. Der Religions- und Kulturwissenschaftler hatte mit seinen Thesen zu monotheistischen Religionen und deren Gewaltpotenzial schon zuvor für Aufsehen gesorgt.

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Mufti: “Twitter ist eine Quelle von Lügen”

“Der Ursprung allen Übels”, Bild: AFP

Saudi-Arabiens oberster Geistlicher verurteilt Twitter

DIE WELT

Saudi-Arabiens oberster islamischer Geistlicher hat den Kurzbotschaftendienst Twitter als “Quelle von Lügen” und “Ursprung allen Übels” bezeichnet. “Wenn er richtig eingesetzt würde, wäre er von echtem Nutzen, doch leider wird er für triviale Dinge missbraucht”, sagte Scheich Abdul Asis al-Scheich in seiner Fernsehsendung “Fatwa”. Twitter sei der “Ursprung allen Übels”. “Die Leute stürmen dorthin im Glauben, dass er eine Quelle glaubwürdiger Informationen sei, doch er ist eine Quelle von Lügen und Falschheit”, klagte der Mufti.

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Syrien: IS-Terroristen steinigen junge Frau

Szene aus dem IS-Video: Kalte Menschenverachtung Youtube

Szene aus dem IS-Video: Kalte Menschenverachtung
Youtube

Die Bilder sind ein erschütterndes Dokument der Barbarei: Der “Islamische Staat” hat ein Video veröffentlicht, das die Steinigung einer jungen Frau in Syrien zeigt. Ihr Vater ist einer der Mörder.

SpON

Täglich brüstet sich die Terrororganisation “Islamischer Staat” (IS) mit ihren Taten im Internet. Ihre Bilder und Filme sind voll von Hass, Gewalt und religiösem Fanatismus. Doch dieses Video ist an Zynismus und Menschenverachtung kaum zu überbieten.

Die junge Frau wird gleich zu Tode gesteinigt, aber vorher sagt ihr der Peiniger noch, dass sie sich darüber freuen solle. Schließlich sei sie die erste Frau in der Region Hama, die nach der Scharia bestraft werde, offenbar eine besondere Ehre in den Augen der radikalen Islamisten. Sie muss sterben, weil sie außerehelichen Geschlechtsverkehr gehabt haben soll, so sehen es die Regeln vor, die der IS in eroberten Gebieten Syriens und des Irak erlassen hat.

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Pfarrer von Bagdad: „Schlimmer als unter Saddam“

Für Andrew White ist der zu frühe Truppenabzug der USA für die Tragödie der Christen im Irak mitverantwortlich Foto: Mirjam Holmer

Der britische Pfarrer Andrew White hat die Lage der Christen im Irak als „millionenmal schlimmer als unter Saddam Hussein“ bezeichnet. Die Amerikaner hätten das Land zu früh verlassen.

pro Medienmagazin

Der als „Pfarrer von Bagdad“ bekannt gewordene anglikanische Geistliche erklärte auf einer Veranstaltung im US-Bundesstaat Washington, was derzeit im Irak passiere, könne die „schlimmste Christenverfolgung in der Geschichte“ sein. „Der Grund, warum wir diese Tragödie erleben ist, dass ihr gekommen und dann zu früh gegangen seid“, sagte er mit Blick auf die USA. „Wir waren noch nicht bereit für euren Abzug“, erklärte White und ermutigte die Zuhörer, für Politiker zu stimmen, die gegen den Truppenabzug gewesen seien.

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Sie sollte eine keusche, hörige Tochter werden

Themenbild

Themenbild

Ein Tabubruch: Sie wollte nicht zwangsverheiratet werden und kehrte einer Parallelgesellschaft den Rücken. Seit Jahren hat Aliyah keinen Kontakt mehr zu ihrer muslimischen Familie.

Von Güner BalciDIE WELT

Heute schicke ich Aliyah ein paar Fotos von ihren besten Freundinnen. Es ist ungewiss, ob sie sie jemals wieder treffen wird. Seit zwei Jahren hat Aliyah keinen Kontakt mehr zu ihrem alten Leben. Damals, als ich sie an einem geheimen Treffpunkt abholte und zum Flughafen fuhr, immer auf der Hut, ob uns auch niemand von ihrer Familie oder ihren Bekannten sehen würde, wussten wir beide nicht, wohin die Reise gehen würde. Ich weiß noch, wie sie unsicher im Auto saß, den Kopf gesenkt, die Hände ineinander gepresst. Einige Wochen zuvor hatte sie angerufen und mir mitgeteilt, dass sie nun doch flüchten würde, vor ihrer Familie. Sie wusste, dass ich ihr helfen würde, wir hatten schon einmal darüber gesprochen, vor Jahren hatte ich ihr meine Hilfe zugesagt.

Aliyah ist geflohen, weil sie weder den, von ihrer Mutter für sie auserwählten Cousin, noch einen anderen kurdischen Mann, der ihren Eltern gepasst hätte, heiraten wollte. Sie hat sich in einen jungen Griechen verliebt. Mit ihm wollte sie zusammenleben. Doch weil ihre Familie diese Beziehung niemals akzeptiert hätte, mussten sie beide untertauchen. Andere Menschen und ich haben ihnen dabei geholfen. Heimlich. Sie leben heute an einem geheimen Ort. Doch nicht nur die beiden, auch Dimis Eltern mussten alles aufgeben und in einen anderen Ort ziehen. Auch sie wurden bedroht.

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Reza Aslan: Media has pushed Islamophobia to ‘unprecedented levels’ in U.S.

Religious scholar Reza Aslan on Fusion’s ‘Midterm Madness’ on Oct. 20, 2014 [YouTube]

Religious scholar Reza Aslan ripped comedian Bill Maher on Monday, saying Maher had “gotten away” with making Islamophobic statements in the past because people like him — but adding that the tide has turned.

By Arturo GarciaRaw Story

“I like him,” Aslan told Fusion host Nando Villa. “I think at a certain point, though, there’s been a kind of ‘jump the shark’ moment, and I think that people who are smart, engaged are just not putting up with it any longer. And so a much-needed conversation is finally being had. Not just about the problem of religion and violence, but in how we talk about it.”

Aslan conceded that the ongoing conversation around Islam was precipitated by Maher’s argument with actor Ben Affleck on the Oct. 3 episode of Real Time, during which Maher said the religion was “like the mafia.”

“The problem is that anti-Muslim sentiment in this country is at unprecedented levels, thanks in great part to the media rhetoric,” Aslan said.

The debate spurred a war of words involving Aslan, who blasted Maher’s take in a New York Times op-ed, and neuroscientist Sam Harris, who subsequently called Aslan “a comical figure.”

Allahs gierige Räuber

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Die IS-Dschihadisten finanzieren sich aus Plünderungen und illegalem Antiken-Handel. Abnehmer sind Sammler in Europa, inzwischen auch in China und seit einigen Jahren zunehmend in den Golfstaaten.

Von Martina DoeringBerliner Zeitung

In der Ruinenstadt Palmyra, um die antiken Stätten von Ebla, Apamea, Karkemisch oder Rakka reiht sich Erdloch an Erdloch. Dort sind seit Monaten Raubgräber am Werk, die den Boden nach antiken Objekten durchwühlen, zum Teil mit hochmodernem Gerät. In den Tempelanlagen und Resten assyrischer, babylonischer und byzantinischer Herrscher werden Stücke aus Wandfriesen herausgebrochen, Statuen die Köpfe abgeschlagen, Mosaiken großflächig aus dem Boden geschnitten.

Syrien wie der Irak gehören zum alten Kulturkreis Mesopotamien, die Anfänge dieser Kultur reichen tausende Jahre zurück. Und alle Völker, die dort herrschten, haben ihre Zeugnisse hinterlassen: Sumerer, Babylonier, Assyrer. Unter jedem Hügel in der flachen Landschaft befinde sich, so heißt es unter Archäologen, ein Tempel, ein Palast, die Grabstätte eines Königs.

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Bildung: An die Stelle der Katholiken sind die Muslime getreten

Lehrerpult © flickr.com, Corey Leopold, CC 2.0

Der Mythos vom Bildungsarmut des katholischen Arbeitermädchens vom Lande ist entlarvt. Tatsächlich bedingen soziale Unterschiede den Bildungserfolg, nicht die Religionszugehörigkeit. Dennoch verkaufen sich Bücher über die „Bildungsunwilligkeit“ von Muslimen gut – zu Unrecht!

Von Dr. Marcel HelbigMiGAZIN

Zu den bekanntesten Kunstfiguren der deutschen Bildungsforschung gehört das „katholische Arbeitermädchen vom Lande“. Religion, soziale Herkunft, Geschlecht und Region – diese Faktoren waren nach Analysen von Hansgert Peisert und Ralf Dahrendorf in den 1960er Jahren entscheidend für eine Benachteiligung im Bildungssystem. Heute spricht die Forschung nicht mehr von einem katholischen Bildungsdefizit. An die Stelle der Katholiken sind aber aus Sicht einiger Autoren die Muslime getreten.

Religionszugehörigkeit hat eine lange Tradition in der sozialwissenschaftlichen Forschung als Einflussfaktor für Bildungserfolg. Für Deutschland existieren bisher aber keine Analysen auf Basis großer Datensätze, die sich auf die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen in Abhängigkeit von der Religionszugehörigkeit ihrer Familie beziehen. In einer gerade erschienenen Studie widmen wir uns dem Thema religionsbedingter Bildungschancen von Schülerinnen und Schülern im Vergleich zur Situation der 1960er Jahre. Ferner nimmt unsere Studie auch religionsbedingte Bildungsunterschiede in 19 europäischen Ländern in den Blick. Insgesamt greifen wir bei unseren Analysen auf Daten von fast 400.000 Kindern und Jugendlichen aus fünf Datensätzen zurück.

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Strategie von al-Qaida: 2013 Kalifat und Endsieg 2020

Bild. heise.de

2005 ist ein Buch von Fuad Hussein erschienen, das es in sich hat und beunruhigend wirken kann. Der jordanische Autor war zusammen mit dem ebenfalls aus Jordanien stammenden al-Sarkawi, bis zu seinem Tod 2006 Chef von al-Qaida im Irak, 1996 im Gefängnis zusammengetroffen und stand mit ihm sowie mit anderen islamistischen Terroristen wie Seif al-Adl danach in Kontakt. In seinem Buch beschreibt er die aus den Interviews mit “al-Qaida-Ideologen” eruierte Planung bis 2020. Rückblickend scheint der Plan, wenn auch mit einigen Verzögerungen, umgesetzt worden zu sein. Wir würden uns nun in der Phase 5 und fast in der Zeit befinden, denn zwischen 2010 und 2013 war vorgesehen, ein Kalifat zu gründen, in Phase 3 (2007-2010) wollte man sich übrigens auf Syrien konzentrieren.

Von Florian RötzerTELEPOLIS

Im Zentrum steht Abu Mussab Al Sarkawi, der nach dem Einmarsch der Amerikaner zu dem gefürchtetsten Terrorchef wegen seiner Brutalität und auch wegen der ausgefeilten Medienstrategie wurde. Der 1966 in Jordanien geborene Islamist war entschieden gegen Schiiten eingestellt und hatte sich bereits 1989 kurzzeitig in Afghanistan aufgehalten, um gegen die Russen zu kämpfen, die sich aber bereits fast ganz zurückgezogen hatten. Zurück in Jordanien schloss er sich einer islamistischen Gruppe an und wurde mitsamt seinem “Mentor”, dem salafistischen Geistlichen al-Maqdisi, 1993 zu einer 15-jährigen Haftstrafe verurteilt, weil die Gruppe die Monarchie stürzen und einen sunnitischen Gottesstaat etablieren wollten und Selbstmordanschläge in Israel unterstützte. Im Gefängnis soll sich al-Sarkawi vollends radikalisiert und von seinem Mentor losgelöst haben, der den Kampf gegen die Schiiten als Ungläubige verurteilte und jetzt in dieser Hinsicht auch den Islamischen Staat kritisiert. In den 1980er Jahren war auch al-Maqdisi in Afghanistan und hatte dort al-Sarkawi getroffen.

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Burka-Verbot: Verschleierte Frau muss Pariser Oper verlassen

Kenza Drider, snapshot brightsblog, Themenbild

Kenza Drider, snapshot brightsblog, Themenbild

Eine vollständig verschleierte Touristin aus der Golfregion ist während einer Vorstellung in der Oper von Paris aufgefordert worden zu gehen. Die Chorsänger hatten wegen ihr den Einsatz verweigert.

DIE WELT

An der Pariser Oper ist eine vollverschleierte Zuschauerin aus der laufenden Vorführung geschickt worden. Der stellvertretende Direktor der Oper an der Bastille, Jean-Philippe Thiellay, sagte der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag, die Frau habe in der ersten Reihe direkt hinter dem Dirigenten gesessen und sei bis auf die Augen verschleiert gewesen.

In der Pause der Aufführung von “La Traviata” sei sie aufgefordert worden, den Schleier abzunehmen oder zu gehen, woraufhin ihr Begleiter mit ihr das Opernhaus verlassen habe.

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Temple Mount defaced with anti-Semitic graffiti

The Temple Mount in Jerusalem (photo credit: Miriam Alster/Flash90)

The Temple Mount in Jerusalem (photo credit: Miriam Alster/Flash90)

Vandals daub swastikas on floor within compound and equate them with Star of David; police investigating.

By Times of Israel staff

Police opened an investigation Sunday after graffiti was found in the Temple Mount compound depicting a swastika as the equivalent of a Star of David.

The incident came on the heels of a call by Palestinian Authority President Mahmoud Abbas for Palestinians to defend the Temple Mount, the location of the al-Aqsa mosque and the site of heated clashes between Palestinians and Israeli security forces over the past several weeks.

Police spokesman Micky Rosenfeld said authorities had opened a probe into the incident after finding at least three instances of the graffiti daubed on the floor inside the holy site.

Pictures posted online by the Israeli news portal 0404 showed two different places where the symbols had been painted in blue, one on stairs leading to the Temple Mount and another in an unidentified location.

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Religiöser Fanatismus: „Die 72 Jungfrauen im Paradies sind eine Chiffre“

Ein verschleierte Muslima filmt die Rede von Salafistenprediger Pierre Vogel bei einer Kundgebung radikaler Muslime im Juni in Offenbach. (BILD: imago/epd)

Christoph Grotepass ist Sektenexperte in Nordrhein-Westfalen. Im Interview spricht er über religiöse Fanatiker, die Verführung junger Menschen durch Islamisten und jenen Punkt, an dem besorgte Eltern tätig werden müssen.

Von Mira GajevicMitteldeutsche Zeitung

Bei Sekten denkt man an Scientology oder Gurus, die junge Menschen in ihren Bann ziehen. Inzwischen beschäftigen sich Beratungsstellen wie die Sekten-Info Nordrhein-Westfalen aber nicht mehr nur mit Opfern von Psychogruppen. Ihre Expertise ist auch gefragt, wenn es um junge in Deutschland radikalisierte Islamisten geht.

Herr Grotepass, wie kommt ein in Deutschland aufgewachsener junger Mann dazu, seine Familie töten zu wollen, wenn sie sich gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat stellt?

Indem er bestimmte Werte als absolut setzt und seine Wahrheit über alles andere stellt. Das ist ein durchgängiges Merkmal von religiösen Fanatikern, dass sie ihrer Wahrheit alles andere unterordnen. In Gesprächen mit gemäßigten Muslimen höre ich öfter, dass die Salafisten als Sekte bezeichnet werden. Die streiten das natürlich entrüstet ab, da sie ja meinen, den einzig wahren Islam zu verkörpern. Das wiederum – dass man im Besitz der einzigen Wahrheit ist – hören wir auch von anderen konfliktträchtigen Weltanschauungsgemeinschaften bzw. sogenannten Sekten.

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Erst Korane verteilt, dann für Allah in den Krieg

Foto: YouTube/Screenshot: Die Welt Ein Video-Screenshot von Ahmet C. Der deutsche Salafist verteilte noch im Frühjahr Korane in Wuppertal – später reiste er für den Dschihad in den Irak aus

Mehr als 1,4 Millionen Korane haben Salafisten bislang in Deutschland verteilt, um für ihre radikale Auffassung des Islam zu werben. So mancher Koran-Verteiler zieht später in den Dschihad.

Von Florian FladeDIE WELT

Ahmet C. kann es kaum fassen. Gerade hat ihm eine ältere Dame 40 Euro geschenkt. Eine Nichtmuslima spendet für den geschenkten Koran! “Zwei 20er-Scheine. Subhanallah.” Im Frühjahr 2014 steht Ahmet C. in der Fußgängerzone von Wuppertal. In seinen Händen hält er Korane mit goldener Verzierung, die er an Passanten verteilt. Der 21-jährige Deutschtürke trägt ein weißes T-Shirt. Darauf steht: “Lies! Im Namen deines Herrn, der dich erschaffen hat.”

“Lies!”, so heißt die umstrittene Koranverteilaktion. Fundamentalistische Muslime, sogenannte Salafisten, verschenken seit einigen Jahren deutschlandweit Korane in deutscher Sprache. In Fußgängerzonen, auf Marktplätzen, an U- und S-Bahnhöfen, vor Einkaufszentren, auch auf Schulhöfen und an Gefängnissen. Zuletzt am vergangenen Wochenende auf der Frankfurter Buchmesse.

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Hamburg: Hochschule kuscht vor Salafisten

Nach gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Kurden und mutmaßlichen Salafisten in Hamburg-St.Georg beobachtet die Polizei die Lage im Stadtteil. Bild: dpa

Die HAW verbietet eine Asta-Veranstaltung zur Lage in Kurdistan. Die Hochschule befürchtet Angriffe von Islamisten.

Von Kaija Kuttertaz.de

Die Angst vor gewalttätigen Salafisten wirkt sich inzwischen auch auf Hochschulen aus. Wie der Asta der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) am Berliner Tor mitteilte, erlaubte der Hochschul-Kanzler eine für Ende des Monats geplante Reihe mit Reiseberichten aus selbstverwalteten kurdischen Gebieten in Nordsyrien nicht.

Unter dem Titel „Kurdistan – zwischen basisdemokratischer Selbstverwaltung und den Angriffen des Islamischen Staates“, war eine vierteilige Veranstaltungsreihe geplant, bei der der Soziologe Martin Dolzer und die Anwältin Britta Eder von ihrer Reise in die selbstverwaltete Region Rojava berichten sollten. „Wir wollen über die geopolitische Situation und unsere Erlebnisse sprechen“, erklärt Dolzer. Zudem wolle man im wissenschaftlichen Rahmen auch über die aufgebaute Selbstverwaltung und die „Angriffe durch IS-Truppen berichten“.

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Taliban erschießen angebliche Ehebrecherinnen in Afghanistan

Themenbild, Hinrichtung durch Taliban

Themenbild, Hinrichtung durch Taliban

Die radikalislamischen Taliban haben in der westafghanischen Provinzhauptstadt Farah nach offiziellen Angaben drei des Ehebruchs beschuldigte Frauen ermordet.

evangelisch.de

Der Sprecher der Provinzregierung, Dschawid Afghan, sagte am Samstag, die Leichen der Opfer seien am Vorabend gefunden worden. Die Frauen seien zwischen 25 und 30 Jahre alt gewesen. Die Taliban äußerten sich zunächst nicht.

In der südafghanischen Provinz Helmand riss ein Selbstmordattentäter am Samstag zwei Polizisten mit in den Tod. Fünf Soldaten seien zudem verletzt worden, als der Angreifer sein mit Sprengstoff gefülltes Auto in einen Konvoi der Sicherheitskräfte steuerte, sagte der Sprecher der Provinzregierung, Omar Swak.

Angriffe und Anschläge der Aufständischen haben in den vergangenen Monaten wieder deutlich zugenommen. Der Nato-Kampfeinsatz läuft zum Jahresende in knapp zweieinhalb Monaten aus.

Lebanon dragged into war with Islamic State

In this Monday, Aug. 4, 2014 file photo, Lebanese army reinforcements arrive to the outskirts of Arsal, a predominantly Sunni Muslim town near the Syrian border in eastern Lebanon. (photo credit: AP/Bilal Hussein)

Beirut managed to keep out of the chaos enveloping neighboring Syria and Iraq, but now radical jihadists have a foothold on its borders.

By Zeina Karam and Bassem MroueThe Times of Israel

With all eyes on the Islamic State group’s onslaught in Iraq and Syria, a less conspicuous but potentially just as explosive front line with the extremists is emerging in Lebanon, where Lebanese soldiers and Shiite Hezbollah guerrillas are increasingly pulled into deadly fighting with the Sunni militants along the country’s border with Syria.

The US has been speeding up delivery of small ammunition to shore up Lebanon’s army, but recent cross-border attacks and beheading of Lebanese soldiers by Islamic State fighters — and the defection of four others to the extremists — has sent shockwaves across this Mediterranean country, eliciting fear of a potential slide into the kind of militant, sectarian violence afflicting both Syria and Iraq, and increasingly prompting minorities to take up arms.

The crisis was slow in coming.

For long, Lebanon managed to miraculously avoid the all-out chaos gripping neighboring countries — despite sporadic street clashes and car bombings, and despite being awash with weapons and taking in an endless stream of refugees from Syria who now constitute a staggering one third of its population of 4.5 million people.

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Der kurdische Widerstand verkörpert das Gute

Kurden-Kämpferinnen, Bild: FOCUS ONLINE/bearb.BB

Kurden-Kämpferinnen, Bild: FOCUS ONLINE/bearb.BB

Die Kurden führen einen Stellvertreterkrieg für den Westen gegen die IS-Barbaren. Sie sind ein ernsthafter säkularer Akteur im Nahen Osten geworden, während die Türkei die Werte des Westens verrät.

Von Andrea SeibelDIE WELT

Gute Kurden, schlechte Kurden. Kaum eine Minderheit, die verfolgt wird, wie es die Kurden besonders in der Türkei erleben mussten, ist rein und ohne Schuld. Gewalt wird zum einzigen Mittel gegen Gewalt und kann zu unheilbaren Verrohungen führen.

Gerade in den Tagen, in denen mit Schlagstöcken und Macheten bewaffnete Kurden sich mit Islamisten auf deutschen Straßen Schlachten lieferten, wurde das klar. Und doch ist diese Minderheit etwas Besonderes, denn die Bürde, die sie bereit scheint, zu tragen, ist enorm.

Nur von amerikanischen Luftschlägen unterstützt, die nicht immer erfolgreich schienen, kämpfen Kurden schon seit Wochen, damit die syrische Stadt Kobani nicht an den IS fällt. Das ist das Gute an den Kurden.

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Kapitulation vor den Frommen?

Carlin_ReligionGeht der säkulare Rechtsstaat vor der Religion in die Knie, wie Tilman Jens in seiner Streitschrift befürchtet, oder übt der Staat Druck auf die Kirchen aus? Darüber diskutierten Vertreter von Kirche und Staat.

Von Gerrit MaiTaunus Zeitung

 

„Isis spricht deutsch“, betonte der CDU-Landtagsabgeordnete Ismail Tipi. „Sogar für mich als Moslem bedroht die innere Sicherheit nichts mehr als der fundamentalistische Islam.“ Das Verbot der Koranverteilung durch Extremisten ist für ihn der erste Schritt dagegen. Denn dabei würden „Menschen vor unseren Augen radikalisiert.“

Er stellte bei der Diskussion zum Thema „Religionsfreiheit unter Druck – Droht ein neuer Religionskampf?“ klar: „Wir sind schon mittendrin, aber Deutschland darf nicht das Mekka der Salafisten werden.“ Mit Multikulti komme man nicht weiter, Aufklärung sei wichtig.

Tipi erwartet zudem einen Aufschrei von Staat und Kirche angesichts der Schandtaten der Isis in Syrien und dem Irak.

Der Journalist und Autor Tilman Jens war hingegen mit der Verletzung des Grundrechts auf Unversehrtheit in die Diskussion eingestiegen. Er zitierte Auszüge aus seiner Streitschrift „Der Sündenfall des Rechtsstaats“ und forderte: „Wer sich aus religiöser Tradition an den Genitalien minderjähriger Kinder vergreift, soll nicht noch vom Staat Deckung bekommen.“

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Ersatzausweise sollen deutsche Dschihadisten stoppen

Bild:pfalz-express.de

Seit Wochen debattieren Innenminister und Sicherheitsfachleute darüber, wie deutsche Dschihadisten an der Ausreise nach Syrien oder Irak gehindert werden können. Nun sind erste praktische Lösungen in Sicht.

Von Majid SattarFrankfurter Allgemeine

Die Innenminister von Bund und Ländern haben sich darauf verständigt, deutsche Dschihadisten mit Erteilung eines Ersatz-Personalausweises an der Ausreise nach Syrien oder in den Irak zu hindern.

Die Bundesländer folgten auf der Sonderkonferenz am Freitag in Berlin dem Vorstoß Bundesinnenministers Thomas de Maizière (CDU), der die Vergabe eines Ersatzdokumentes für den eingezogenen Personalausweis zur Schließung einer rechtlichen Lücke vorgeschlagen hatte.

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Nigeria: Waffenstillstand mit Boko Haram

Boko Haram strebt nach einem Gottesstaat in Nigeria. Diese Lehre verbreitet der Führer der Gruppe Abubakar Shekau auch über Videobotschaften Foto: Youtube

Die nigerianische Regierung hat nach eigenen Angaben eine Waffenruhe mit der radikalislamischen Terrorgruppe Boko Haram geschlossen.

pro Medienmagazin

Nigerias Regierung und die Terrormiliz Boko Haram sollen eine Waffenruhe vereinbart haben. Das berichtet die amtliche nigerianische Nachrichtenagentur. Der nigerianische Militärchef Alex Badeh habe den Truppen bereits den Befehl erteilt, sich an die Vereinbarung zu halten.

Die Terrorgruppe habe ein Ende der Gewalt und auch die Freilassung der 219 im April verschleppten Mädchen zugesagt, gab ein enger Mitarbeiter des Präsidenten Goodluck Jonathan laut Zeit Online bekannt. Die Entführung hatte weltweit für Aufsehen gesorgt.

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