Archiv der Kategorie: Judentum

Verletzung von Kinderrechten in Deutschland – Wie viel darf´s denn sein?

beschneidung

MOGiS e.V.

“Zu der in § 1631d Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) geregelten Beschneidung von Jungen äußerte sich der ehemalige Marburger Universitätsprofessor Dieter Rössner. Die Regelung sei ein „religionspolitisches Basta“ gewesen. Der Gesetzgeber habe vorschnell gehandelt und die empirischen Hintergründe nicht ausreichend ermittelt.

Dies stellten freilich in der anschließenden Diskussion sowohl der am Gesetzgebungsverfahren beteiligte ehemalige grüne Bundestagsabgeordnete Jerzy Montag als auch der Richter am Bundesgerichtshof (BGH) und Abteilungsreferent Prof. Henning Radtke in Frage. Radtke mahnte insgesamt „etwas mehr Nüchternheit in der Diskussion“ an. Über das elterliche Erziehungsrecht würden irrationale religiöse Gründe rationalisiert, so Dieter Rössner. Die Regelung stehe in eindeutigem Widerspruch zum Recht der Kinder auf eine gewaltfreie Erziehung. Schließlich sei es entwürdigend, wenn aus religiösen Motiven dem Einzelnen für sein ganzes Leben lang eine Kennzeichnung seiner Religionszugehörigkeit beigebracht werde.

Dem wurde aus dem Teilnehmerkreis entgegengehalten, dass auch hygienische Gründe für eine Beschneidung ausreichend sein müssten. Anders als es das Gutachten von Prof. Tatjana Hörnle fordere, müsse die Motivation der Eltern keine tragende Säule von deren Erziehungskonzept sein. Der Gutachterin wurde auch vorgeworfen, sie überspanne die Anforderungen an die Hygiene, wenn sie Beschneidungen nur in Arztpraxen und Operationssälen zulasse. Schließlich machten Ärzte auch Hausbesuche und leisteten eine hygienisch einwandfreie Notversorgung bei Unfällen.

Hinsichtlich der in § 226a StGB unter Strafe gestellten Verstümmelung weiblicher Genitalien sprach sich die Präsidentin des Deutschen Juristinnenbundes Ramona Pisal deutlich gegen die vom vorgelegten Gutachten vorgeschlagene geschlechtsneutrale Formulierung der Vorschrift aus. Frauen und Mädchen seien in besonderer Weise betroffen, hob Pisal hervor. Außerdem plädierte sie für die Anhebung des Strafrahmens. In diesem Kontext betonte Gutachterin Hörnle in Reaktion auf eine Falschmeldung des Berliner Kurier, dass sie nicht die Beschneidung von Mädchen erlauben wolle, sondern sich vielmehr für eine Erhöhung der Strafe ausspreche.”

Man mag sich langsam die Frage stellen, ob es möglich ist, sich mit Verweis auf ein geplantes Jurastudium schon in den unteren Schulklassen vom Biologieunterricht freistellen zu lassen – so absurd sind wieder einmal die Vergleiche, die uns zum Thema Vorhautamputation bei Minderjährigen erreichen – diesmal vom 70. Deutschen Juristentag in Hannover.

Hier ist es allen Ernstes der Hinweis auf eine angebliche “Überspannung der Hygienevorschriften” bei einem Arztpraxenvorbehalt und der Vergleich mit Notversorgung bei Unfällen sowie ärztlichen Hausbesuchen.

Um vorab das eigentlich Selbstverständliche klarzustellen: eine Vorhautamputation ist ein chirurgischer Eingriff und unterliegt damit nach geltenden Vorschriften selbstverständlich dem Vorbehalt, in einer Arztpraxis bzw. Operationssaal ausgeführt zu werden. Des weiteren handelt es sich bei dieser Operation nicht um einen Notfall. Sehr wohl aber gibt es (wie bei jeder Operation) die Gefahr von Komplikationen, die eine Notversorgung erforderlich machen können, die wiederum nur in einer Klinik sicher gewährleistet ist.

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Israel’s oil wars shift to the Golan Heights

Illustrative photo of an oil rig (photo credit: Dwight Burdette/Wikimedia Commons/File)

Environmentalists made headlines two weeks ago when they blocked a controversial oil shale pilot project in the Shfela; largely unnoticed, the same US parent company has won approval for exploratory drilling up north.

By Melanie LidmanThe Times of Israel

What if Moses had made a right turn?

According to the old joke, if Moses had turned right when he led the Jews out of the Sinai Desert after 40 years of wandering, perhaps the Jewish people, rather than the Saudi Arabians, would be sitting on large oil reserves.

But an American oil company is convinced that Moses may not have been wrong after all. It is betting millions of dollars on the hope that Israel actually has enormous amounts of oil inside its borders that could meet most of the country’s needs. The only problem? The oil is either trapped deep inside rock, in a compound known as oil shale, or located hazardously close to Israel’s freshwater reserves.

Environmental activists won an important victory on September 2 when the Jerusalem Regional Planning and Building Committee denied a pilot program for a controversial new technology to extract oil shale in the Judean lowlands (Shfela) near Beit Shemesh, to the west of Jerusalem. But while the country was focused on the south and the war with Gaza over the summer, the Northern Regional Planning and Building Committee quietly approved a pilot for drilling in the Golan Heights.

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Zentralrat der Muslime verurteilt Extremismus

Aiman_MazyekAm Freitag finden bundesweit Veranstaltungen gegen Rassismus und Extremismus statt. Anlass sind antisemitische Übergriffe und islamistische Aktionen – beides hat der Zentralrat der Muslime verurteilt.

stern.de

Anlässlich eines bundesweiten Aktionstages am Freitag hat der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, Hass gegen Juden und Terror im Namen des Islam verurteilt. “Wir wollen nicht schweigen, wenn hierzulande aus Rassismus Brandanschläge auf Moscheen und Synagogen verübt werden”, sagte Mazyek der “Bild”-Zeitung.

Man dürfe auch nicht schweigen, “wenn Menschen den muslimischen Glauben missbrauchen, um Unrecht zu begehen. Das sind in Wahrheit Terroristen und Mörder, die den Islam in den Dreck ziehen und den Menschen – auch ihren eigenen Glaubensbrüdern – Hass und Leid bringen, in Syrien, im Irak und an anderen Orten.”

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Juristentag debattiert Klitorisvorhautbeschneidung

beschneidung

Ein Thesenpapier und ein eine Thesenverkürzung

Von Peter MühlbauerTELEPOLIS

Diese Woche treffen sich Rechtswissenschaftler aus der gesamten Bundesrepublik im Kongresszentrum Hannover, wo der 70. Deutsche Juristentag stattfindet. Beschlüsse, die auf Juristentagen behandelt werden, nehmen Politiker und Beamter später häufig als Vorlage für Gesetze, weshalb das Treffen auch bei der Publikumspresse auf Interesse stößt. Vor allem dann, wenn die Rechtswissenschaftler über kontroverse Themen sprechen.

Ein Thesenpapier der Berliner Strafrechtsprofessorin Tatjana Hörnle, das den Titel “Kultur, Religion, Strafrecht – Neue Herausforderungen in einer pluralistischen Gesellschaft” trägt, machte deshalb bereits im Vorfeld Schlagzeilen: Der Grund dafür war vor allem, dass sich die Juristin darin versucht, die 2012 erlaubte Geschlechtsteilbeschneidung bei Jungen mit dem Verbot bei Mädchen und Frauen zu vereinbaren.

Deshalb muss ihr zufolge bei der Rechtsauslegung darauf geachtet werden, dass nicht alle “Veränderungen an weiblichen Genitalien” als “Verstümmelungen” im Sinne des StGB-Paragrafen § 226a StGB verstanden werden. Wird nur die Klitorisvorhaut entfernt, dann wäre dieser Tatbestand ihrer Ansicht nach nicht erfüllt. Außerdem empfiehlt sie, “den Tatbestand geschlechtsneutral zu fassen, indem die Worte ‘einer weiblichen Person’ durch ‘eines Menschen’ ersetzt werden”.

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Israels Politik beschädigt das Judentum

© Gettyimages

Deligitimiert, dämonisiert, doppelter Standard: Was anderen als Antisemitsmus vorgeworfen wird, macht Israel mit den Palästinensern schon lange. Noch schlimmer wird das Ganze, wenn noch ein viertes „d“ hinzu kommt: Deutschland.

Von Rolf VerlegerThe European

Ist Kritik an Israels Politik antisemitisch? Die Frage ist seltsam. Ab wann ist kritisches Denken antisemitisch, mithin nicht mehr statthaft? Kritisches Denken ist immer statthaft!

Israel ist eine ethnisch abgestufte Demokratie. Die meisten Rechte haben jüdische Bürger, dann kommen nichtjüdische Bürger und dann nichtjüdische Jerusalemer. Danach kommen die Rechtlosen: Über die vielen nichtjüdischen Bewohner des besetzten Westjordanlands herrscht Israels Militärdiktatur. Die Bewohner Gasas hat Israel seit 2006 eingekerkert und bringt sie alle paar Jahre wieder zu Hunderten um.

Die wesentliche Frage ist allein, ob diese Beschreibung den Tatsachen entspricht. Was zählt, sind Fakten. Die Person, die diese Fakten nennt, einen „Antisemiten“ zu nennen, wäre ein reines „ad hominem“-Argument, also Herabsetzen der Person, um nicht sachlich argumentieren zu müssen.

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Hamas said to arrest mortar launchers

Illustrative photo of a rocket fired from Gaza City towards Israel, Saturday, August 9, 2014. (photo credit: AP/Dusan Vranic)

Gaza’s rulers deny they fired first projectile at Israel since conflict ended, reportedly take perpetrators into custody.

By Stuart Winer and Yifa YaakovThe Times of Israel

Hamas has arrested those responsible for firing a mortar toward Israel on Tuesday evening, Israeli security sources said late Tuesday.

Ynet quoted the sources saying that after the mortar was fired, Hamas relayed a message to Israel saying it would arrest the perpetrators, which it did later on Tuesday.

According to the sources, Israel told Hamas — which denied that it had fired the projectile — that if it didn’t take action against the forces who violated the ceasefire between Israel and the Gaza Strip, Israel would have to intervene.

Earlier Tuesday evening, a mortar shell was fired from the Gaza Strip towards Israel, the Israel Defense Forces confirmed, the first since a ceasefire agreement between Israel and Hamas went into effect on August 26.

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Juristentag debattiert über islamische Paralleljustiz

Screenshot: BB

Screenshot: BB

Der Umgang mit islamischer Paralleljustiz ist einer der Schwerpunkte beim 70. Deutschen Juristentag, der am heutigen Dienstag in Hannover beginnt.

evangelisch.de

Zur größten Juristentagung Europas werden bis zum Freitag rund 2.500 Rechtsanwälte, Staatsanwälte oder Richter aus ganz Deutschland erwartet. Eines von sechs Fachforen geht der Frage nach, ob als Folge der kulturellen und religiösen Pluralisierung in Deutschland Änderungen im Strafrecht zu empfehlen sind.

Weitere Themen sind unter anderem das Urheberrecht, die Tarifautonomie und die Reform des Föderalismus. Der Kongress wird am Nachmittag mit einer Rede von Bundespräsident Joachim Gauck eröffnet. Auch Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) wird erwartet. Zum Abschluss ist Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) zu Gast bei einem “Forum Europa”.

Wann reden Merkel und Marx auf Kundgebung „Steh auf. Nie wieder Christenhaß“?

„Nie wieder Judenhass“ – Bild-Zeitung im Juli 2014

„Nie wieder Judenhass“ – Bild-Zeitung im Juli 2014

In Berlin fand am Sonntag unter dem Motto „Steh auf. Nie wieder Judenhass“ eine Kundgebung des Zentralrats der Juden gegen Antisemitismus und für Israel statt. Neben etwa 6.000 Teilnehmern war viel gekommen, was in Deutschland Rang und Namen hat, einschließlich Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx. Die Kundgebung fand vor dem Brandenburger Tor statt, vor dem auch bereits Sympathisanten der Dschihadisten die schwarze Fahne des „Kalifats“ schwenkten.

Von Andreas BeckerKatholisches Magazin für Kirche und Kultur

Das Anliegen ist verständlich. Daß der Zentralrat der Juden eine solche Kundgebung für Israel organisiert ebenso. Dennoch haben die Koordinaten Schönheitsfehler. Die Positionen des Vorsitzenden des Zentralrats, Dieter Graumann sind nachvollziehbar und aus seiner Sicht selbstverständlich. Allerdings verschwimmen die Grenzen zwischen den Interessen Israels und den Interessen der Bundesrepublik Deutschland, daß eine Deckungsgleichheit behauptet und entsprechendes Handeln von der bundesdeutschen Politik eingefordert wird. Eine Forderung der sich, wenn schon nicht die offizielle Politik, so zumindest der gesunde Hausverstand widersetzt. Kritik an der Politik Israels, stellt noch keinen „Angriff“ auf das Judentum per se und noch weniger auf die israelitische Kultusgemeinde in Deutschland dar. Daß der Zentralrat der Juden in Deutschland hier wenig differenziert, läßt sich erklären. Fraglich ist es dennoch. Mit Sicherheit fraglich ist aber, wenn geladene Nicht-Juden aus Politik und Kirchen nicht differenzieren. Letztlich handelte es sich bei der Kundgebung vom Sonntag um die Fortsetzung einer Kampagne der Bild-Zeitung von Ende Juli: Selbes Motto, selbe Akteure. „Stimme erheben. Nie wieder Judenhass“. Merkel und Marx waren schon damals dabei.

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Religiöser Fundamentalismus: Der Charme der Dogmen

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Theologe über die Anziehungskraft des religiösen Fanatismus

Ulrich Engel im Gespräch mit Philipp GesslerDeutschlandradio Kultur

Klare Ansagen und unverrückbare Wahrheiten: Religiöser Fundamentalismus wird für immer mehr junge Menschen attraktiv. Die monotheistischen Religionen selbst sind Teil dieses Problems, sagt der Theologe Ulrich Engel – und liefert eine ungewöhnliche Lösung.

Philipp Gessler: Vor etwas mehr als 350 Jahren fand im Berliner Schloss Cölln an der Spree, dessen Nachfolgebau heute wieder aufgebaut wird, das sogenannte Berliner Religionsgespräch statt. Es sollte dazu dienen, in den Territorien des Großen Kurfürsten eine Glaubensspaltung zu mildern, die das spätere Preußen zerriss: da die Lutheraner, hier die Reformierten, beides protestantische Konfessionen zwar, aber sich spinnefeind. Unter anderem der große geistliche Dichter Paul Gerhardt nahm daran teil. Aber das Ganze scheiterte grandios, die Herren Theologen gingen ohne Einigung auseinander. Am Dienstag dieser Woche fand auf Einladung unter anderem auch dieses Senders erneut ein Berliner Religionsgespräch statt, hochkarätig besetzt und das erste dieser Gespräche, die nun zweimal jährlich stattfinden sollen. Das Thema dieses Mal: “Religion und Assimilation”. Mit einem der Podiumsteilnehmer wollte ich das Diskutierte nach der Veranstaltung in der Akademie der Wissenschaften am Gendarmenmarkt noch ein wenig vertiefen. Es ist Ulrich Engel, Professor der Theologie, Dominikaner und Direktor des in Berlin angesiedelten Instituts Marie-Dominique Chenu. Chenu war ebenfalls Dominikaner und einer der Wegbereiter des Zweiten Vatikanischen Konzils. Meine erste Frage an Ulrich Engel war, ob es nicht ein schlechtes Omen sei für die Berliner Religionsgespräche, wenn man dafür einen Namen wähle, der erinnere an ein Berliner Religionsgespräch, das 1662/63 schrecklich gescheitert sei.

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Das Schweigen der Lämmer

Bild: DW, bearb.:BB

Bild: DW, bearb.:BB

In der Süddeutschen Zeitung vom 11.09. gab es einen interessanten Beitrag von David Ranan mit dem Titel ´Das Schweigen der Diaspora`. Ranan schrieb: „Ist es also Sache des Zentralrats der Juden in Deutschland, Israels Politik, deren Handlungen und Feldzüge zu verteidigen? Oder sollte er nicht vielmehr deutlich machen, dass die Vertretung der deutschen Juden eben kein Ansprechpartner sein kann in Fragen, die Israel betreffen“?

Von Abi MelzerDER SEMIT

Selbst diese harmlose Bemerkung, die man nicht einmal als Kritik verstehen kann, rief Henryk M. Broder auf die Barrikaden. Man fragt sich verwundert, was ihn dazu bewegt hat, jemanden, den er offensichtlich nicht kennt, wegen seiner von Broders Ideologie abweichenden Meinung, so zu beleidigen. Er beeilte sich auch der “Achse des Guten”, das wie folgt zu kommentieren: “Wo findet die SZ nur immer wieder ihre nützlichen Idioten?” Er muss aber aufpassen, dass nicht er selbst zum nützlichen Idioten der israelischen Propaganda wird. Solche zynischen und hämischen Kommentare sind zwar sein Markenzeichen, es wird aber der Tag kommen, an dem sie wie ein Bumerang auf ihn zurückfallen werden. Ich warte darauf und hoffe es, dies noch zu erleben, dass die führenden deutschen Zeitungen und Zeitschriften nichts mehr von diesem zionistischen Zyniker und, nach eigenen Worten, “reaktionären” annehmen.

Ich bin jederzeit bereit, die Meinungsfreiheit meines Gegners zu verteidigen, aber einen anderen Journalisten als „nützlichen Idioten“ zu bezeichnen, hat mit Meinungsfreiheit nichts mehr zu tun. Es ist eine Herabwürdigung und Diffamierung Andersdenkender und wenn diesem Treiben per Gesetz keine Grenzen gesetzt werden, dann sollten wir es tun, und Broder ignorieren und isolieren und ihm vor allem keine Bühne für seine Giftpfeile mehr geben. Broder jedenfalls handelt seit Jahren nach seinem Motto: Warum sachlich, wenn es auch persönlich geht. Er zieht es vor, so oft es geht, persönlich zu antworten und die Kritiker israelischer Politik, die er immer auch als persönliche Feinde betrachtet, unter der Gürtellinie zu treffen. Broder, so verstehe ich seine Rolle, die er seit mehr als zehn Jahren in diesem Land spielt, ist die ebenfalls eines „nützlichen Idioten“. Da stellt sich zwangsläufig die Frage: Cui bono?

Broder ist schon lange ein einzigartiges Phänomen in der deutschen Presselandschaft. Kein anderer Journalist kann und darf sich das leisten, was Broder sich leistet. Er genießt Narrenfreiheit.

Er hat nach seinem Schulabschluss 1966 versucht, Rechtswissenschaften, Soziologie, Volkswirtschaftslehre, Erziehungswissenschaften, Statistik und Sozialpsychologie zu studieren, hat aber überall vorzeitig abgebrochen. Im Durchschnitt hat er also jedes Fach vier Monate studiert, inklusiv Semesterferien.

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„Antisemitismus ist Gotteslästerung“

Bei einer Demonstration vor dem Brandenburger Tor in Berlin … Foto: pro

In Berlin haben Prominente aus Kirche und Politik Antisemitismus scharf verurteilt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nannte die jüngsten antijüdischen Proteste in Deutschland einen „ungeheuren Skandal“, Protestant Nikolaus Schneider zeigte sich selbstkritisch.

pro Medienmagazin

Tausende waren am Sonntag dem Aufruf des Zentralrats der Juden in Deutschland gefolgt, und hatten vor dem Brandenburger Tor gegen Antisemitismus demonstriert. Zu den Rednern der Kundgebung „Steh auf! Nie wieder Judenhass“ gehörten neben der Bundeskanzlerin und dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, der Regierende Bürgermeister Berlins, Klaus Wowereit (SPD), der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, und der Präsident des World Jewish Congress, Ronald S. Lauder.

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Antisemitismus: Eskalation der Feindseligkeit

Bild: brightsblog

Bild: brightsblog

Im Windschatten teils inakzeptabler Entscheidungen der israelischen Regierung hat sich alter Judenhass neu formiert. Für viele sind die „Zionisten“ ein willkommenes Feindbild.

Von Joachim FrankFrankfurter Rundschau

Die Metaphorik scheint identisch zu sein, und doch hat sich die Tonalität geändert, seitdem das politische, gesellschaftliche und kulturelle Establishment in Deutschland 2000 zum „Aufstand der Anständigen“ gegen Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus blies. Es war die typische Rhetorik in den frühen Jahren der Ära Schröder-Fischer: immer auf dem kühnen Höhenflug, immer ein bisschen zu vollmundig, immer eine Spur zu viel Testosteron. Und bei genauem Hinhören doch seltsam blutleer, unbeteiligt.

Heute, 14 Jahre später, ruft der Zentralrat der Juden wieder zu einer Demonstration: „Steh auf!“, heißt es diesmal, schon aktiver, direkter, drängender. Und dann: „Nie wieder Judenhass.“ Das fasst Erfahrungen drastisch ins Wort, die Juden in Deutschland – und anderswo – in jüngster Zeit als zunehmend beängstigend wahrnehmen: ungebremste Verbalattacken, offene Feindseligkeit bis zu angedrohter und verübter Gewalt. Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats und gemeinhin ein distinguierter Mann, hat daraufhin von der schlimmsten Zeit seit der Nazi-Ära gesprochen.

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Wir müssen streiten, auch mit dem imaginären Freund

Foto: Joachim Fieguth

Ahmad Mansour über Islamismus und Antisemitismus in der muslimischen Community Deutschlands.
Der israelische Palästinenser Ahmad Mansour lebt seit 2004 in Deutschland. Er trinkt gern Tee, aber wartet nicht ab, bis junge Muslime sich radikalisieren.

Von Christina MatteND

Herr Mansour, am kommenden Montag werden Sie mit dem Moses-Mendelssohn-Preis des Landes Berlin ausgezeichnet. Gewürdigt wird damit ihr Wirken für Aufklärung, Toleranz und gegen Antisemitismus in der muslimischen Community Deutschlands. Wenn man weiß, dass Sie ein palästinensicher Israeli sind, horcht man erst einmal auf.
Für Aufklärung, Toleranz und gegen Antisemitismus setze ich mich ein, weil ich in meiner Jugend selbst unaufgeklärt, intolerant und antisemitisch war. Aufgewachsen bin ich in der arabisch geprägten Kleinstadt Tira bei Tel Aviv. In der Schule war ich gut, ein bisschen ein Streber, weshalb ich schwer Anschluss an Gleichaltrige fand. Deshalb war ich sehr froh, als der Imam mich auswählte und sagte: Komm zu uns. Zu uns, das waren die Muslimbrüder. Dort fand ich junge Leute mit den selben Interessen wie ich, den selben Zielen. Wir trafen uns in der Moschee, spielten zusammen Fußball, fuhren zu großen islamischen Veranstaltungen in andere Städte. Damals war ich 13.

Von welchen Zielen sprechen Sie?
Zunächst, aus dem Elternhaus rauszukommen und den Koran zu studieren. Langsam wurde die Ideologie zu unserem Ziel: Leute zu missionieren, Frauen in ihre Schranken zu weisen, den Islam zum Sieg zu führen und zu einer politischen Macht zu machen. Das war keine rein religiöse, sondern eine politisch orientierte Gruppierung. Für mich eine Zeit, in der ich gegen meine Eltern rebellieren konnte, ein Ziel hatte – und sehr glücklich war.

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Israel: Elite-Soldaten verweigern Einsätze gegen Palästinenser

Bild: bilder.t-online.de

Bild: bilder.t-online.de

Ein Brief einer Spezialeinheit an Ministerpräsident Netanjahu sorgt in Israel für Aufsehen: 43 Soldaten lehnen den Dienst in den besetzten Gebieten ab. Die Begründung: Die Arbeit verletze die Rechte von Millionen Menschen.

Süddeutsche.de

  • Elite-Aufklärer der israelischen Armee wollen künftig nicht mehr an Einsätzen in den von Israel besetzten Gebieten beteiligt sein.
  • Die Soldaten gehören einer Einheit an, die für elektronische Überwachung zuständig ist.
  • Im Falle der Verweigerung drohen den Soldaten wohl Haftstrafen.

Soldaten kritisieren Ausbau jüdischer Siedlungen

43 Elite-Aufklärer der israelischen Armee lehnen es ab, sich weiter an Einsätzen zu beteiligen, die sich gegen die Palästinenser richten. Die Informationen der Einheit würden benutzt, um unschuldigen Zivilisten zu schaden, schreiben die Soldaten in einem offenen Brief an Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Mosche Jaalon, den israelische Medien verbreiteten. Ihre Arbeit ermögliche politische Verfolgung und spalte die palästinensische Gesellschaft. Beispielsweise durch das Anwerben von Informanten.

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Anti-Semitic incidents nearly double in France — watchdog

Screenshot: BB

Screenshot: BB

From January to July, SPCJ documented 527 episodes of anti-Jewish hate, as compared to 276 last year

The Times of Israel

A French Jewish watchdog recorded a near doubling of anti-Semitic incidents in France for the first seven months of 2014 compared to the corresponding period last year.

From January 1 to July 31, SPCJ documented 527 anti-Semitic incidents compared to 276 in the same period of 2013, the security service reported in a statement Thursday. In all of last year, SPCJ documented 423 incidents.

The bulk of the 91 percent increase this year, SPCJ wrote, “is attributable to a particularly large increase of 126 percent in the ‘violent acts’ category” and “to peaks that corresponded with the anti-Israel protests” during Israel’s conflict with Hamas in Gaza this summer.

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Arabische Christen buhen gegen Israel

Ted Cruz gilt vielen Beobachtern als möglicher Präsidentschaftskandidat für die Wahlen 2016 Foto: Gage Skidmore, flickr | CC-BY-SA 2.0

Der amerikanische Senator Ted Cruz hat bei einer Rede vor arabischen Christen zur Solidarität mit Israel aufgerufen – und wurde dafür ausgebuht. Der Politiker wurde wütend und legte nach.

pro Medienmagazin

Die erste Konferenz der im Frühjahr gegründeten Lobbygruppe „Zur Verteidigung der Christen“ (IDC) sollte in Washington D.C. auf die Verfolgung christlicher Minderheiten in der arabischen Welt aufmerksam machen. Hunderte Katholiken, Orthodoxe, Evangelikale und andere Christen mit arabischem Hintergrund nahmen Teil, um zu diskutieren und sich zu vernetzen. Zu den prominenten Rednern von Seiten der Politik zählte der republikanische Senator Ted Cruz aus Texas.

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Intoleranz: Wenn Religion Angst macht

Pro-Köln-Anhänger demonstrieren am 8.5.2009 in Leichlingen. Pro Köln wendet sich unter anderem gegen den Bau von Moscheen in Deutschland. (dpa / picture alliance / Rolf Vennenbernd)

Die US-amerikanische Philosophin Martha Nussbaum untersucht in ihrem neuen Buch die Hintergründe der neuen religiösen Intoleranz. Ihr Fokus liegt auf Europa und den USA, wo sie eine zunehmende, irrationale Angst vor dem Islam, aber auch anderen Religionen wie dem Judentum ausmacht.

Von Kersten KnippDeutschlandfunk

In diesen Wochen jagen Kämpfer der Terrororganisation “Islamischer Staat” Hunderttausende sogenannter “Ungläubiger” vor sich her: Jesiden, Christen, Schiiten und teils auch jene Sunniten, die ihrer extremistischen Lesart der Religion nicht folgen wollen. Mit kaum für möglich gehaltener Brutalität gehen die Terroristen gegen ihre Opfer vor: Sie durchkämen ganze Landstriche, vertreiben deren dort seit Jahrhunderten, wenn nicht Jahrtausenden ansässigen Bewohner, enteignen sie, stellen sie vor die Wahl, sich entweder zu radikalen Spielformen des sunnitischen Islams zu bekennen oder die Gegend zu verlassen. Tausende dieser “Ungläubigen” ereilt ein noch schlimmeres Schicksal: Sie werden auf oft bestialische Weise getötet. Die fast schon vergessene “Enthauptung” hat durch die Berichterstattung über den “Islamischen Staat” im deutschen Sprachgebrauch inzwischen wieder eine prominente Position eingenommen. Die religiöse Intoleranz feiert unter der Herrschaft der Terrororganisation “Islamischer Staat” kaum mehr für möglich gehaltene Triumphe.

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Keine Genitalverstümmlung: Jungen und Mädchen haben ein Recht auf körperliche Unversehrtheit!

beschneidungDer Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte ist empört über den Vorstoß der Berliner Rechtswissenschaftlerin Tatjana Hörnle, die die Legalisierung der Klitorisvorhautbeschneidung und anderer Formen der Genitalverstümmelung rechtfertigt. Hörnle wird ihre These auf dem 70. Deutschen Juristentag (16. bis 19. September 2014 in Hannover) vertreten.

Kinder-& Jugendärzte im Netz

Dr. Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte: “Hörnle argumentiert, wenn die Vorhaut der Jungen amputiert werden dürfe, müsse auch die Beschneidung der Klitorisvorhaut erlaubt sein. Eine solche Argumentation, bei der frei nach dem Motto “Gleiches Recht für alle” körperliche Gewalt an Mädchen durch Gewalt an Jungen gerechtfertigt wird, ist an Zynismus kaum noch zu überbieten. Kinder haben verfassungsmäßig garantierte Rechte, zu diesen Rechten gehört das Recht auf Schutz vor Gewalt. Die Resolution der Vereinten Nationen erlaubt keine Art von Beschneidungen an Mädchen und Frauen. Ist ein Arzt an einem solchen Eingriff beteiligt, so kann dieser auch standesrechtlich belangt werden.

Wir müssen uns dafür einsetzen, dass Jungen und Mädchen gleichermaßen vor Genitalverstümmelung geschützt werden. Weder Tradition noch Religion dürfen dazu führen, dass an den Genitalien von minderjährigen nicht einwilligungsfähigen Mädchen oder Jungen ohne medizinische Indikation herumgeschnitten wird. Menschenrechtsverletzungen bleiben Menschenrechtsverletzungen, auch wenn sie aus rituellen Gründen begangen werden. Es ist Zeit, dass das 2012 erlassene “Beschneidungsgesetz” novelliert wird. Der Gesetzgeber muss dafür sorgen, dass rituelle Verstümmelungen uneingeschränkt weder an Mädchen, noch an Jungen vorgenommen werden dürfen. “

Hamas may break taboo and seek to negotiate with Israel, leader says

Hamas official Moussa Abu Marzouq (photo credit: YouTube image grab)

In a dramatic political about-face, a senior Hamas official said that his movement may seek to negotiate with Israel, claiming that Islamic faith does not prohibit such contacts.

By Elhanan MillerThe Times of Israel

Moussa Abu Marzouk, deputy head of Hamas’s political bureau, told Palestinian Al-Quds TV on Wednesday that Hamas may be forced to negotiate with Israel, since the vast majority of Gaza Strip residents demand it.

“From the point of view of Sharia (Islamic law), nothing prevents negotiations with the occupation. Just as you negotiate with it using weapons, you can negotiate using words,” Abu Marzouk said. “I believe that if things continue as they are now, Hamas may not have a choice. I say this in all honesty, [negotiations] have become a quasi-popular demand at the moment among all people in the Gaza Strip. Hamas may find itself forced to adopt this policy.”

Abu Marzouk noticeably struggled to articulate his movement’s new position, a reversal of earlier stances which forbade direct contact with Jerusalem.

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Das Judentum als Einbildung

Buchdeckel (Ausschnitt) einer antisemitischen Schrift, die 1940 in Frankreich unter der Naziherrschaft erschien. Bild: www.bridgemanart.com

Buchdeckel (Ausschnitt) einer antisemitischen Schrift, die 1940 in Frankreich unter der Naziherrschaft erschien. Bild: http://www.bridgemanart.com

Antisemitismus funktioniert unabhängig davon, was Juden tun. Das zeigt ein hervorragendes Buch.

Von Beat MetzlerBasler Zeitung

Molotowcocktails gegen Synagogen, ­geplünderte Koscherläden, «Juden ins Gas»-Parolen – in der Folge des Gaza­kriegs fegte eine Welle des Antisemitismus durch Europa. Der Konflikt hatte die Hassausbrüche ausgelöst. Die Ursachen dafür lagen anderswo.

Ein ähnlicher Reflex spielte bei der Affäre um Geri Müller, hinter der Kommentatoren eine «jüdische Verschwörung» witterten. Schliesslich standen zwei Juden im Verdacht, Müller zu schaden. In Wahrheit handelte es sich um einen gewöhnlichen politischen Streit. Als die CVP mithalf, Christoph Blocher als Bundesrat zu stürzen, wäre niemand auf die Idee gekommen, von einer «christlichen Verschwörung» zu reden.

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