Archiv der Kategorie: Judentum

Auschwitz-Kommandant Rudolf Höß: Am Ehering erkannt

Rudolf Höß 1946 nach seiner Verurteilung im Kriegsverbrecherprozeß von Nürnberg am Flughafen der fränkischen Stadt. Dort übergeben ihn die Amerikaner an polnische Soldaten. Höß wird später in Auschwitz hingerichtet. (Foto: US-ARMY)

Als britischer Offizier suchte und fand ein deutscher Jude den Kommandanten des KZ Auschwitz, Rudolf Höß. Ein neues Buch dokumentiert die Lebensläufe der beiden Männer – und das dramatische Finale.

Von Igal AvidanSüddeutsche.de

Es war stockdunkel als die drei Männer energisch an das Tor der Scheune des entfernten Bauernhofes kurz vor der dänischen Grenze klopften. Ein Bewohner öffnete die Tür. Ohne jegliche Warnung stieß ihm der große, gut aussehende Captain die Pistole in den Mund und hielt ihn fest, während ein Militärarzt ihn nach Giftkapseln durchsuchte.

Der britische Soldat forderte in perfektem Deutsch den Ehering des Mannes, der sich als Fritz Lang ausgewiesen hatte. Der Ehering sei zu eng? “Dann schneide ich dir einfach den Finger ab”, drohte der Offizier.

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Jüdische Gemeinde ehrt die “Toten Hosen”

tote_hosen_tempelDie Düsseldorfer Punkrock-Band “Die Toten Hosen” und der Musikprofessor Thomas Leander werden am heutigen Mittwoch mit der Josef-Neuberger-Medaille der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf ausgezeichnet.

evangelisch.de

Die Musiker werden für ihre gemeinsamen Veranstaltungen zum Thema “Entartete Musik” im vergangenen Jahr geehrt. Darüber hinaus würdigt der Preis das jahrzehntelange Engagement der “Toten Hosen” gegen Rassismus.

Mit der Neuberger-Medaille zeichnet die Jüdische Gemeinde Düsseldorf jährlich nichtjüdische Personen für ihre Verdienste um die jüdische Gemeinschaft aus. Zu den früheren Preisträgern gehören Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der ehemalige Bundespräsident Johannes Rau (SPD).

Zinsen: Ein Pfund Fleisch aus des Schuldners Körper

Eu_Euro1Jahrhundertelang waren Zinsen verboten. Warum eigentlich? Ein historischer Abriss.

Von Sara WeberZEIT ONLINE

Die Geschichte der Zinsen ist voller Geheimnisse, Lügen, Verbote. Zu den ältesten Zinssystemen gehört das babylonische. Im 18. Jahrhundert vor Christus herrschte in Babylon König Hammurabi. In Keilschrift auf Stein hinterließ er einen Gesetzestext. Der Codex Hammurabi regelte das tägliche Leben – und die verzinsbare Schuld.

Im alten Rom und im antiken Griechenland waren Zinsen ebenfalls üblich, als normaler Zinssatz galt ein Prozent pro Monat. Schon damals gab es Kritik: Der griechische Philosoph Aristoteles forderte ein Verbot von Zinsen. Geld sei zum Tauschen erfunden worden, durch den Zins vermehre es sich jedoch aus sich heraus. “Diese Art des Gelderwerbs ist also am meisten gegen die Natur”, so Aristoteles.

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The myth of religious violence

religion_warThe popular belief that religion is the cause of the world’s bloodiest conflicts is central to our modern conviction that faith and politics should never mix. But the messy history of their separation suggests it was never so simple.

By Karen Armstrongtheguardian

As we watch the fighters of the Islamic State (Isis) rampaging through the Middle East, tearing apart the modern nation-states of Syria and Iraq created by departing European colonialists, it may be difficult to believe we are living in the 21st century. The sight of throngs of terrified refugees and the savage and indiscriminate violence is all too reminiscent of barbarian tribes sweeping away the Roman empire, or the Mongol hordes of Genghis Khan cutting a swath through China, Anatolia, Russia and eastern Europe, devastating entire cities and massacring their inhabitants. Only the wearily familiar pictures of bombs falling yet again on Middle Eastern cities and towns – this time dropped by the United States and a few Arab allies – and the gloomy predictions that this may become another Vietnam, remind us that this is indeed a very modern war.

The ferocious cruelty of these jihadist fighters, quoting the Qur’an as they behead their hapless victims, raises another distinctly modern concern: the connection between religion and violence. The atrocities of Isis would seem to prove that Sam Harris, one of the loudest voices of the “New Atheism”, was right to claim that “most Muslims are utterly deranged by their religious faith”, and to conclude that “religion itself produces a perverse solidarity that we must find some way to undercut”. Many will agree with Richard Dawkins, who wrote in The God Delusion that “only religious faith is a strong enough force to motivate such utter madness in otherwise sane and decent people”. Even those who find these statements too extreme may still believe, instinctively, that there is a violent essence inherent in religion, which inevitably radicalises any conflict – because once combatants are convinced that God is on their side, compromise becomes impossible and cruelty knows no bounds.

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El Al-Flug: Oh HERR, ich danke dir, dass du mich nicht hast zur Frau werden lassen

Symbolbild einer El Al-Maschine. / Bild: APA/EPA/JIM HOLLANDER

Passagiere berichten von einem “elfstündigem Albtraum” von New York nach Tel Aviv. Auch als die Maschine endlich starten konnte, legte sich der Trubel an Bord nicht.

Die Presse.com

Auf einem Flug der israelischen Luftlinie El Al von New York nach Tel Aviv haben sich über hundert ultra-orthodoxe Juden (Haredim) geweigert, neben weiblichen Passagieren Platz zu nehmen. Sie boten säkulären Fluggästen sogar Geld, um Sitzplätze tauschen zu können. Die Folge war eine massive Verspätung des Abflugs und ein Chaos in der Maschine, berichtet das Internetportal Ynet.

“Es war ein elfstündiger Albtraum”, fasste eine Passagierin ihre Erlebnisse zusammen. Mittwoch Früh waren angesichts des bevorstehenden jüdischen Neujahrsfestes (Rosh HaShanah) Tausende Juden, darunter zahlreiche Ultra-Orthodoxe, auf dem Weg nach Israel. Für die Passagiere einer El-Al-Maschine, die vom New Yorker JFK-Airport abheben wollte, gab es allerdings eine ordentliche Verzögerung.

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Christen-Fundis im Kreml—Ewiggestrigkeit

patriarch_darthInternationales Forum „Große Familien und die Zukunft der Menschheit“ im Kreml.

Von Gabriele Kubykath.net/(Die Tagespost)

Vor 25 Jahren, als im Staatspalast im Kreml noch der Oberste Sowjet unter dem Emblem von Hammer und Sichel tagte, hätte sich wohl niemand träumen lassen, was hier am 10. und 11. September 2014 geschieht: Mitten im Kreml, der Herzkammer Russlands, findet eine zweitägige internationale Konferenz statt zum Thema „Große Familien und die Zukunft der Menschheit“ – pro Life, pro Familie, für die Bewahrung des moralischen Fundaments von Familie und Gesellschaft. Auf dem Podium sitzen Einflussreiche und Mächtige: Patriarch Kirill, höchster Repräsentant der Russisch-Orthodoxen Kirche (ROC), sein „Außenpolitiker“ Metropolit Hilarion; der Obermufti und der Oberrabbiner der Russischen Föderation; Elena Mizulina, Vorsitzende des Familienausschusses der Duma und Initiatorin des Gesetzes zum „Schutz der Kinder vor Informationen, welche traditionelle Familienwerte negieren“; Oligarch Vladimir Yakunin, Vertrauter von Präsident Putin, und seine Frau Natalia Yakunina, Vorsitzende der Stiftung „Andreas der Erstberufene“, welche zu diesem Forum eingeladen hat; Konstantin Malofeev, Vorsitzender der Stiftung „Sankt Basilius der Große“. Yakunin und Malfeev gelten als die Sponsoren des Forums. Mit auf dem Podium sitzen hochrangige Politiker aus Ungarn, Frankreich, Nigeria, Griechenland, Philippinen. Präsident Putin übermittelt eine Grußbotschaft, Erzbischof Paglia, Vorsitzender des Päpstlichen Rates für die Familie, eine Video-Botschaft. Im Publikum über tausend Zuhörer aus allen Teilen Russlands und aus 50 Ländern der Erde, viele von ihnen key-players im Kulturkampf unserer Zeit.

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Religiöse kämpfen gegen “Vorurteile”

(v.l.) Rolf Schieder und Wolfgang Thierse (SPD) sprachen über die Lage der Religionsgemeinschaften in der deutschen Gesellschaft Foto: pro

In der Gesellschaft wird die Rolle der Religion zunehmend in Frage gestellt. Das haben Vertreter verschiedener Glaubensrichtungen am Montag bei einer Tagung in Berlin erklärt. Muslime, Protestanten, Katholiken, Juden und Freikirchler riefen ihre Glaubensgeschwister deshalb zu mehr gesellschaftlichem Engagement auf.

pro Medienmagazin

In der Gesellschaft gären antireligiöse Vorurteile. Das erklärte der evangelische Theologe Rolf Schieder von der Humboldt-Universität zu Berlin bei der Tagung „Religion ist (nicht) Privatsache“ der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung. Die Beschneidungsdebatte vor zwei Jahren habe ein „enormes Unverständnis“ für religiöse Rituale offenbart. Es herrsche ein „grundlegendes kulturelles Unbehagen“ in Fragen des Glaubens vor. „Religionskonflikte werden zu einem Kulturkampf“, folgerte Schieder. Er kritisierte einen Mangel an religiöser Selbständigkeit in Deutschland. Der Staat kümmere sich in Form des Religionsunterrichts sogar um die religiöse Erziehung. Schieder wünscht sich deshalb eine „Selbstaktivierung der Gläubigen“.

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Religionsvertreter: Klimakrise gefährdet Überleben der Menschheit

klimawandelDer Weltkirchenrat und 30 führende Vertreter der Weltreligionen verlangen einen ehrgeizigen neuen Vertrag zur Bekämpfung des Klimawandels.

evangelisch.de

Das neue Abkommen müsse eine faire Verteilung der Lasten zwischen armen und reichen Staaten garantieren, forderten der Weltkirchenrat und die Persönlichkeiten am Sonntag in New York mit Blick auf den bevorstehenden Klimagipfel der Vereinten Nationen. Die Klimakrise gefährde das Überleben der Menschheit auf dem Planeten.

Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) und die 30 Führungspersönlichkeiten aus Christentum, Islam, Judentum, Hinduismus und Buddhismus wollten am Sonntag zu einem zweitägigen interreligiösen Klimagipfel zusammenkommen. Die Erklärung des interreligiösen Treffens soll am Dienstag während des Klimagipfels der Vereinten Nationen an Generalsekretär Ban Ki Moon übergeben werden.

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Verletzung von Kinderrechten in Deutschland – Wie viel darf´s denn sein?

beschneidung

MOGiS e.V.

“Zu der in § 1631d Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) geregelten Beschneidung von Jungen äußerte sich der ehemalige Marburger Universitätsprofessor Dieter Rössner. Die Regelung sei ein „religionspolitisches Basta“ gewesen. Der Gesetzgeber habe vorschnell gehandelt und die empirischen Hintergründe nicht ausreichend ermittelt.

Dies stellten freilich in der anschließenden Diskussion sowohl der am Gesetzgebungsverfahren beteiligte ehemalige grüne Bundestagsabgeordnete Jerzy Montag als auch der Richter am Bundesgerichtshof (BGH) und Abteilungsreferent Prof. Henning Radtke in Frage. Radtke mahnte insgesamt „etwas mehr Nüchternheit in der Diskussion“ an. Über das elterliche Erziehungsrecht würden irrationale religiöse Gründe rationalisiert, so Dieter Rössner. Die Regelung stehe in eindeutigem Widerspruch zum Recht der Kinder auf eine gewaltfreie Erziehung. Schließlich sei es entwürdigend, wenn aus religiösen Motiven dem Einzelnen für sein ganzes Leben lang eine Kennzeichnung seiner Religionszugehörigkeit beigebracht werde.

Dem wurde aus dem Teilnehmerkreis entgegengehalten, dass auch hygienische Gründe für eine Beschneidung ausreichend sein müssten. Anders als es das Gutachten von Prof. Tatjana Hörnle fordere, müsse die Motivation der Eltern keine tragende Säule von deren Erziehungskonzept sein. Der Gutachterin wurde auch vorgeworfen, sie überspanne die Anforderungen an die Hygiene, wenn sie Beschneidungen nur in Arztpraxen und Operationssälen zulasse. Schließlich machten Ärzte auch Hausbesuche und leisteten eine hygienisch einwandfreie Notversorgung bei Unfällen.

Hinsichtlich der in § 226a StGB unter Strafe gestellten Verstümmelung weiblicher Genitalien sprach sich die Präsidentin des Deutschen Juristinnenbundes Ramona Pisal deutlich gegen die vom vorgelegten Gutachten vorgeschlagene geschlechtsneutrale Formulierung der Vorschrift aus. Frauen und Mädchen seien in besonderer Weise betroffen, hob Pisal hervor. Außerdem plädierte sie für die Anhebung des Strafrahmens. In diesem Kontext betonte Gutachterin Hörnle in Reaktion auf eine Falschmeldung des Berliner Kurier, dass sie nicht die Beschneidung von Mädchen erlauben wolle, sondern sich vielmehr für eine Erhöhung der Strafe ausspreche.”

Man mag sich langsam die Frage stellen, ob es möglich ist, sich mit Verweis auf ein geplantes Jurastudium schon in den unteren Schulklassen vom Biologieunterricht freistellen zu lassen – so absurd sind wieder einmal die Vergleiche, die uns zum Thema Vorhautamputation bei Minderjährigen erreichen – diesmal vom 70. Deutschen Juristentag in Hannover.

Hier ist es allen Ernstes der Hinweis auf eine angebliche “Überspannung der Hygienevorschriften” bei einem Arztpraxenvorbehalt und der Vergleich mit Notversorgung bei Unfällen sowie ärztlichen Hausbesuchen.

Um vorab das eigentlich Selbstverständliche klarzustellen: eine Vorhautamputation ist ein chirurgischer Eingriff und unterliegt damit nach geltenden Vorschriften selbstverständlich dem Vorbehalt, in einer Arztpraxis bzw. Operationssaal ausgeführt zu werden. Des weiteren handelt es sich bei dieser Operation nicht um einen Notfall. Sehr wohl aber gibt es (wie bei jeder Operation) die Gefahr von Komplikationen, die eine Notversorgung erforderlich machen können, die wiederum nur in einer Klinik sicher gewährleistet ist.

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Israel’s oil wars shift to the Golan Heights

Illustrative photo of an oil rig (photo credit: Dwight Burdette/Wikimedia Commons/File)

Environmentalists made headlines two weeks ago when they blocked a controversial oil shale pilot project in the Shfela; largely unnoticed, the same US parent company has won approval for exploratory drilling up north.

By Melanie LidmanThe Times of Israel

What if Moses had made a right turn?

According to the old joke, if Moses had turned right when he led the Jews out of the Sinai Desert after 40 years of wandering, perhaps the Jewish people, rather than the Saudi Arabians, would be sitting on large oil reserves.

But an American oil company is convinced that Moses may not have been wrong after all. It is betting millions of dollars on the hope that Israel actually has enormous amounts of oil inside its borders that could meet most of the country’s needs. The only problem? The oil is either trapped deep inside rock, in a compound known as oil shale, or located hazardously close to Israel’s freshwater reserves.

Environmental activists won an important victory on September 2 when the Jerusalem Regional Planning and Building Committee denied a pilot program for a controversial new technology to extract oil shale in the Judean lowlands (Shfela) near Beit Shemesh, to the west of Jerusalem. But while the country was focused on the south and the war with Gaza over the summer, the Northern Regional Planning and Building Committee quietly approved a pilot for drilling in the Golan Heights.

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Zentralrat der Muslime verurteilt Extremismus

Aiman_MazyekAm Freitag finden bundesweit Veranstaltungen gegen Rassismus und Extremismus statt. Anlass sind antisemitische Übergriffe und islamistische Aktionen – beides hat der Zentralrat der Muslime verurteilt.

stern.de

Anlässlich eines bundesweiten Aktionstages am Freitag hat der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, Hass gegen Juden und Terror im Namen des Islam verurteilt. “Wir wollen nicht schweigen, wenn hierzulande aus Rassismus Brandanschläge auf Moscheen und Synagogen verübt werden”, sagte Mazyek der “Bild”-Zeitung.

Man dürfe auch nicht schweigen, “wenn Menschen den muslimischen Glauben missbrauchen, um Unrecht zu begehen. Das sind in Wahrheit Terroristen und Mörder, die den Islam in den Dreck ziehen und den Menschen – auch ihren eigenen Glaubensbrüdern – Hass und Leid bringen, in Syrien, im Irak und an anderen Orten.”

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Juristentag debattiert Klitorisvorhautbeschneidung

beschneidung

Ein Thesenpapier und ein eine Thesenverkürzung

Von Peter MühlbauerTELEPOLIS

Diese Woche treffen sich Rechtswissenschaftler aus der gesamten Bundesrepublik im Kongresszentrum Hannover, wo der 70. Deutsche Juristentag stattfindet. Beschlüsse, die auf Juristentagen behandelt werden, nehmen Politiker und Beamter später häufig als Vorlage für Gesetze, weshalb das Treffen auch bei der Publikumspresse auf Interesse stößt. Vor allem dann, wenn die Rechtswissenschaftler über kontroverse Themen sprechen.

Ein Thesenpapier der Berliner Strafrechtsprofessorin Tatjana Hörnle, das den Titel “Kultur, Religion, Strafrecht – Neue Herausforderungen in einer pluralistischen Gesellschaft” trägt, machte deshalb bereits im Vorfeld Schlagzeilen: Der Grund dafür war vor allem, dass sich die Juristin darin versucht, die 2012 erlaubte Geschlechtsteilbeschneidung bei Jungen mit dem Verbot bei Mädchen und Frauen zu vereinbaren.

Deshalb muss ihr zufolge bei der Rechtsauslegung darauf geachtet werden, dass nicht alle “Veränderungen an weiblichen Genitalien” als “Verstümmelungen” im Sinne des StGB-Paragrafen § 226a StGB verstanden werden. Wird nur die Klitorisvorhaut entfernt, dann wäre dieser Tatbestand ihrer Ansicht nach nicht erfüllt. Außerdem empfiehlt sie, “den Tatbestand geschlechtsneutral zu fassen, indem die Worte ‘einer weiblichen Person’ durch ‘eines Menschen’ ersetzt werden”.

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Israels Politik beschädigt das Judentum

© Gettyimages

Deligitimiert, dämonisiert, doppelter Standard: Was anderen als Antisemitsmus vorgeworfen wird, macht Israel mit den Palästinensern schon lange. Noch schlimmer wird das Ganze, wenn noch ein viertes „d“ hinzu kommt: Deutschland.

Von Rolf VerlegerThe European

Ist Kritik an Israels Politik antisemitisch? Die Frage ist seltsam. Ab wann ist kritisches Denken antisemitisch, mithin nicht mehr statthaft? Kritisches Denken ist immer statthaft!

Israel ist eine ethnisch abgestufte Demokratie. Die meisten Rechte haben jüdische Bürger, dann kommen nichtjüdische Bürger und dann nichtjüdische Jerusalemer. Danach kommen die Rechtlosen: Über die vielen nichtjüdischen Bewohner des besetzten Westjordanlands herrscht Israels Militärdiktatur. Die Bewohner Gasas hat Israel seit 2006 eingekerkert und bringt sie alle paar Jahre wieder zu Hunderten um.

Die wesentliche Frage ist allein, ob diese Beschreibung den Tatsachen entspricht. Was zählt, sind Fakten. Die Person, die diese Fakten nennt, einen „Antisemiten“ zu nennen, wäre ein reines „ad hominem“-Argument, also Herabsetzen der Person, um nicht sachlich argumentieren zu müssen.

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Hamas said to arrest mortar launchers

Illustrative photo of a rocket fired from Gaza City towards Israel, Saturday, August 9, 2014. (photo credit: AP/Dusan Vranic)

Gaza’s rulers deny they fired first projectile at Israel since conflict ended, reportedly take perpetrators into custody.

By Stuart Winer and Yifa YaakovThe Times of Israel

Hamas has arrested those responsible for firing a mortar toward Israel on Tuesday evening, Israeli security sources said late Tuesday.

Ynet quoted the sources saying that after the mortar was fired, Hamas relayed a message to Israel saying it would arrest the perpetrators, which it did later on Tuesday.

According to the sources, Israel told Hamas — which denied that it had fired the projectile — that if it didn’t take action against the forces who violated the ceasefire between Israel and the Gaza Strip, Israel would have to intervene.

Earlier Tuesday evening, a mortar shell was fired from the Gaza Strip towards Israel, the Israel Defense Forces confirmed, the first since a ceasefire agreement between Israel and Hamas went into effect on August 26.

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Juristentag debattiert über islamische Paralleljustiz

Screenshot: BB

Screenshot: BB

Der Umgang mit islamischer Paralleljustiz ist einer der Schwerpunkte beim 70. Deutschen Juristentag, der am heutigen Dienstag in Hannover beginnt.

evangelisch.de

Zur größten Juristentagung Europas werden bis zum Freitag rund 2.500 Rechtsanwälte, Staatsanwälte oder Richter aus ganz Deutschland erwartet. Eines von sechs Fachforen geht der Frage nach, ob als Folge der kulturellen und religiösen Pluralisierung in Deutschland Änderungen im Strafrecht zu empfehlen sind.

Weitere Themen sind unter anderem das Urheberrecht, die Tarifautonomie und die Reform des Föderalismus. Der Kongress wird am Nachmittag mit einer Rede von Bundespräsident Joachim Gauck eröffnet. Auch Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) wird erwartet. Zum Abschluss ist Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) zu Gast bei einem “Forum Europa”.

Wann reden Merkel und Marx auf Kundgebung „Steh auf. Nie wieder Christenhaß“?

„Nie wieder Judenhass“ – Bild-Zeitung im Juli 2014

„Nie wieder Judenhass“ – Bild-Zeitung im Juli 2014

In Berlin fand am Sonntag unter dem Motto „Steh auf. Nie wieder Judenhass“ eine Kundgebung des Zentralrats der Juden gegen Antisemitismus und für Israel statt. Neben etwa 6.000 Teilnehmern war viel gekommen, was in Deutschland Rang und Namen hat, einschließlich Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx. Die Kundgebung fand vor dem Brandenburger Tor statt, vor dem auch bereits Sympathisanten der Dschihadisten die schwarze Fahne des „Kalifats“ schwenkten.

Von Andreas BeckerKatholisches Magazin für Kirche und Kultur

Das Anliegen ist verständlich. Daß der Zentralrat der Juden eine solche Kundgebung für Israel organisiert ebenso. Dennoch haben die Koordinaten Schönheitsfehler. Die Positionen des Vorsitzenden des Zentralrats, Dieter Graumann sind nachvollziehbar und aus seiner Sicht selbstverständlich. Allerdings verschwimmen die Grenzen zwischen den Interessen Israels und den Interessen der Bundesrepublik Deutschland, daß eine Deckungsgleichheit behauptet und entsprechendes Handeln von der bundesdeutschen Politik eingefordert wird. Eine Forderung der sich, wenn schon nicht die offizielle Politik, so zumindest der gesunde Hausverstand widersetzt. Kritik an der Politik Israels, stellt noch keinen „Angriff“ auf das Judentum per se und noch weniger auf die israelitische Kultusgemeinde in Deutschland dar. Daß der Zentralrat der Juden in Deutschland hier wenig differenziert, läßt sich erklären. Fraglich ist es dennoch. Mit Sicherheit fraglich ist aber, wenn geladene Nicht-Juden aus Politik und Kirchen nicht differenzieren. Letztlich handelte es sich bei der Kundgebung vom Sonntag um die Fortsetzung einer Kampagne der Bild-Zeitung von Ende Juli: Selbes Motto, selbe Akteure. „Stimme erheben. Nie wieder Judenhass“. Merkel und Marx waren schon damals dabei.

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Religiöser Fundamentalismus: Der Charme der Dogmen

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Theologe über die Anziehungskraft des religiösen Fanatismus

Ulrich Engel im Gespräch mit Philipp GesslerDeutschlandradio Kultur

Klare Ansagen und unverrückbare Wahrheiten: Religiöser Fundamentalismus wird für immer mehr junge Menschen attraktiv. Die monotheistischen Religionen selbst sind Teil dieses Problems, sagt der Theologe Ulrich Engel – und liefert eine ungewöhnliche Lösung.

Philipp Gessler: Vor etwas mehr als 350 Jahren fand im Berliner Schloss Cölln an der Spree, dessen Nachfolgebau heute wieder aufgebaut wird, das sogenannte Berliner Religionsgespräch statt. Es sollte dazu dienen, in den Territorien des Großen Kurfürsten eine Glaubensspaltung zu mildern, die das spätere Preußen zerriss: da die Lutheraner, hier die Reformierten, beides protestantische Konfessionen zwar, aber sich spinnefeind. Unter anderem der große geistliche Dichter Paul Gerhardt nahm daran teil. Aber das Ganze scheiterte grandios, die Herren Theologen gingen ohne Einigung auseinander. Am Dienstag dieser Woche fand auf Einladung unter anderem auch dieses Senders erneut ein Berliner Religionsgespräch statt, hochkarätig besetzt und das erste dieser Gespräche, die nun zweimal jährlich stattfinden sollen. Das Thema dieses Mal: “Religion und Assimilation”. Mit einem der Podiumsteilnehmer wollte ich das Diskutierte nach der Veranstaltung in der Akademie der Wissenschaften am Gendarmenmarkt noch ein wenig vertiefen. Es ist Ulrich Engel, Professor der Theologie, Dominikaner und Direktor des in Berlin angesiedelten Instituts Marie-Dominique Chenu. Chenu war ebenfalls Dominikaner und einer der Wegbereiter des Zweiten Vatikanischen Konzils. Meine erste Frage an Ulrich Engel war, ob es nicht ein schlechtes Omen sei für die Berliner Religionsgespräche, wenn man dafür einen Namen wähle, der erinnere an ein Berliner Religionsgespräch, das 1662/63 schrecklich gescheitert sei.

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Das Schweigen der Lämmer

Bild: DW, bearb.:BB

Bild: DW, bearb.:BB

In der Süddeutschen Zeitung vom 11.09. gab es einen interessanten Beitrag von David Ranan mit dem Titel ´Das Schweigen der Diaspora`. Ranan schrieb: „Ist es also Sache des Zentralrats der Juden in Deutschland, Israels Politik, deren Handlungen und Feldzüge zu verteidigen? Oder sollte er nicht vielmehr deutlich machen, dass die Vertretung der deutschen Juden eben kein Ansprechpartner sein kann in Fragen, die Israel betreffen“?

Von Abi MelzerDER SEMIT

Selbst diese harmlose Bemerkung, die man nicht einmal als Kritik verstehen kann, rief Henryk M. Broder auf die Barrikaden. Man fragt sich verwundert, was ihn dazu bewegt hat, jemanden, den er offensichtlich nicht kennt, wegen seiner von Broders Ideologie abweichenden Meinung, so zu beleidigen. Er beeilte sich auch der “Achse des Guten”, das wie folgt zu kommentieren: “Wo findet die SZ nur immer wieder ihre nützlichen Idioten?” Er muss aber aufpassen, dass nicht er selbst zum nützlichen Idioten der israelischen Propaganda wird. Solche zynischen und hämischen Kommentare sind zwar sein Markenzeichen, es wird aber der Tag kommen, an dem sie wie ein Bumerang auf ihn zurückfallen werden. Ich warte darauf und hoffe es, dies noch zu erleben, dass die führenden deutschen Zeitungen und Zeitschriften nichts mehr von diesem zionistischen Zyniker und, nach eigenen Worten, “reaktionären” annehmen.

Ich bin jederzeit bereit, die Meinungsfreiheit meines Gegners zu verteidigen, aber einen anderen Journalisten als „nützlichen Idioten“ zu bezeichnen, hat mit Meinungsfreiheit nichts mehr zu tun. Es ist eine Herabwürdigung und Diffamierung Andersdenkender und wenn diesem Treiben per Gesetz keine Grenzen gesetzt werden, dann sollten wir es tun, und Broder ignorieren und isolieren und ihm vor allem keine Bühne für seine Giftpfeile mehr geben. Broder jedenfalls handelt seit Jahren nach seinem Motto: Warum sachlich, wenn es auch persönlich geht. Er zieht es vor, so oft es geht, persönlich zu antworten und die Kritiker israelischer Politik, die er immer auch als persönliche Feinde betrachtet, unter der Gürtellinie zu treffen. Broder, so verstehe ich seine Rolle, die er seit mehr als zehn Jahren in diesem Land spielt, ist die ebenfalls eines „nützlichen Idioten“. Da stellt sich zwangsläufig die Frage: Cui bono?

Broder ist schon lange ein einzigartiges Phänomen in der deutschen Presselandschaft. Kein anderer Journalist kann und darf sich das leisten, was Broder sich leistet. Er genießt Narrenfreiheit.

Er hat nach seinem Schulabschluss 1966 versucht, Rechtswissenschaften, Soziologie, Volkswirtschaftslehre, Erziehungswissenschaften, Statistik und Sozialpsychologie zu studieren, hat aber überall vorzeitig abgebrochen. Im Durchschnitt hat er also jedes Fach vier Monate studiert, inklusiv Semesterferien.

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„Antisemitismus ist Gotteslästerung“

Bei einer Demonstration vor dem Brandenburger Tor in Berlin … Foto: pro

In Berlin haben Prominente aus Kirche und Politik Antisemitismus scharf verurteilt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nannte die jüngsten antijüdischen Proteste in Deutschland einen „ungeheuren Skandal“, Protestant Nikolaus Schneider zeigte sich selbstkritisch.

pro Medienmagazin

Tausende waren am Sonntag dem Aufruf des Zentralrats der Juden in Deutschland gefolgt, und hatten vor dem Brandenburger Tor gegen Antisemitismus demonstriert. Zu den Rednern der Kundgebung „Steh auf! Nie wieder Judenhass“ gehörten neben der Bundeskanzlerin und dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, der Regierende Bürgermeister Berlins, Klaus Wowereit (SPD), der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, und der Präsident des World Jewish Congress, Ronald S. Lauder.

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Antisemitismus: Eskalation der Feindseligkeit

Bild: brightsblog

Bild: brightsblog

Im Windschatten teils inakzeptabler Entscheidungen der israelischen Regierung hat sich alter Judenhass neu formiert. Für viele sind die „Zionisten“ ein willkommenes Feindbild.

Von Joachim FrankFrankfurter Rundschau

Die Metaphorik scheint identisch zu sein, und doch hat sich die Tonalität geändert, seitdem das politische, gesellschaftliche und kulturelle Establishment in Deutschland 2000 zum „Aufstand der Anständigen“ gegen Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus blies. Es war die typische Rhetorik in den frühen Jahren der Ära Schröder-Fischer: immer auf dem kühnen Höhenflug, immer ein bisschen zu vollmundig, immer eine Spur zu viel Testosteron. Und bei genauem Hinhören doch seltsam blutleer, unbeteiligt.

Heute, 14 Jahre später, ruft der Zentralrat der Juden wieder zu einer Demonstration: „Steh auf!“, heißt es diesmal, schon aktiver, direkter, drängender. Und dann: „Nie wieder Judenhass.“ Das fasst Erfahrungen drastisch ins Wort, die Juden in Deutschland – und anderswo – in jüngster Zeit als zunehmend beängstigend wahrnehmen: ungebremste Verbalattacken, offene Feindseligkeit bis zu angedrohter und verübter Gewalt. Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats und gemeinhin ein distinguierter Mann, hat daraufhin von der schlimmsten Zeit seit der Nazi-Ära gesprochen.

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