Archiv der Kategorie: Judentum

SWR-Rundfunkrat: Freikirchen sind raus

Foto: SWR/Monika Maier

Die Freikirchen haben ihren Sitz im SWR-Rundfunkrat endgültig verloren. Am Dienstag nickten die Regierungen von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz einen neuen Staatsvertrag ab, der statt des christlichen Vertreters einen muslimischen vorsieht.

pro Medienmagazin

Der Rundfunkrat setzt sich aus 74 Mitgliedern zusammen, die aus beiden Bundesländern stammen. Wie das Staatsministerium Baden-Württemberg mitteilte, werden künftig insgesamt je drei Repräsentanten der Landeskirche und der katholischen Kirche mitwirken sowie ein muslimischer Vertreter und einer der israelitischen Religionsgemeinschaften. Der Vertragsentwurf soll noch vor der parlamentarischen Sommerpause von den Landesregierungen unterzeichnet werden. Bisher gilt ein Staatsvertrag aus dem Jahr 1997. Die Neuerungen sollen der gewandelten Medienwelt besser gerecht werden. In Kraft treten würde die neue Regelung 2014.

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Wir brauchen einen Zentralrat der Atheisten!

Michael Schmidt-SalomonDer Atheismus treibt bizarre missionarische Blüten: Für die einen ist die Freiheit von der Religion wichtiger als die Religionsfreiheit – die anderen schwingen sich zu Fürsprechern des Judentums auf.

Von Henryk M. Broder - DIE WELT

Angeblich gibt es keine dummen Fragen, sondern nur dumme Antworten. Das ist natürlich Unsinn. “Warum ist die Banane krumm?” ist eine dumme Frage. “Warum ist es am Rhein so schön?” ebenso. Oder: “Wo war Gott, als die ;Titanic’ unterging?” Jedenfalls nicht an Bord des Schiffs.

Die dümmsten Fragen aber sind diejenigen, mit denen der Frager eine Antwort provozieren will, die in sein Konzept passt. “Sind wir nicht alle Gottes Kinder?” Oder: “Machen wir es uns nicht zu einfach, wenn wir …?”

In diese Abteilung gehört auch eine Frage, die an den Philosophen und Religionskritiker Michael Schmidt-Salomon, Leiter der Giordano-Bruno-Stiftung “zur Förderung des evolutionären Humanismus”, im Zusammenhang mit der Islamkonferenz neulich gestellt wurde. Das Online-Magazin “Telepolis” fragte ihn:

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Senat stoppt Zahlungen an Jüdische Gemeinde Berlin

Foto: dpa

Foto: dpa

Neue Eskalation im belasteten Verhältnis zwischen der Jüdischen Gemeinde Berlin und der Regierung: Der Senat hat die regelmäßigen Geldzahlungen nun gestoppt. Grund seien Unklarheiten über die Verteilung und Bezahlung des Personals.

Von Claudia KellerDER TAGESSPIEGEL

Der Senat hat die regelmäßigen Geldzahlungen an die Jüdische Gemeinde Berlin nach Tagesspiegel-Informationen gestoppt. Damit gibt es eine neue Eskalation im seit Monaten belasteten Verhältnis zwischen Gemeinde und Regierung. Grund dafür ist die Unzufriedenheit mit dem Wirtschaftsplan für das laufende Jahr, den der Gemeindevorstand verspätet erst vor einigen Wochen eingereicht hat. Es fehle der Stellenplan, daher sei nicht nachzuvollziehen, wie viel Personal mit welcher Bezahlung wo eingesetzt werde, heißt es in Senatskreisen.

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Judentum: “Ich danke Gott, dass er mich nicht hat zur Frau werden lassen.”

DPA

Die Klagemauer ist die heiligste Stätte des Judentums. Die Gruppe Women of the Wall fordert an dem Gebetsplatz Gleichberechtigung für Frauen. Polizisten mussten das Gebet der Jüdinnen jetzt mit einem Großaufgebot schützen – und wurden als Nazis beschimpft.

SpON

Eigentlich wollten sie nur beten, doch allein deshalb haben Jüdinnen an der Klagemauer in Jerusalem am Freitag schwere Tumulte ausgelöst. Mehrere hundert orthodoxe Juden versuchten, die Frauengruppe Women of the Wall daran zu hindern, mit Gebetsschal an der heiligsten Stätte des Judentums zu beten. Aus Sicht orthodoxer Juden steht dieses Recht allein männlichen Gläubigen zu.

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‘Jews a Race’ Genetic Theory Comes Under Fierce Attack by DNA Expert

getty images

Scientists usually don’t call each other “liars” and “frauds.”

by Rita RubinThe Jewish Daily Forward

But that’s how Johns Hopkins University post-doctoral researcher Eran Elhaik describes a group of widely respected geneticists, including Harry Ostrer, professor of pathology and genetics at Yeshiva University’s Albert Einstein College of Medicine and author of the 2012 book “Legacy: A Genetic History of the Jewish People.”

For years now, the findings of Ostrer and several other scientists have stood virtually unchallenged on the genetics of Jews and the story they tell of the common Middle East origins shared by many Jewish populations worldwide. Jews — and Ashkenazim in particular — are indeed one people, Ostrer’s research finds.

It’s a theory that more or less affirms the understanding that many Jews themselves hold of who they are in the world: a people who, though scattered, share an ethnic-racial bond rooted in their common ancestral descent from the indigenous Jews of ancient Judea or Palestine, as the Romans called it after they conquered the Jewish homeland.

cont’d

Stephen Hawking boykottiert Konferenz in Israel

©amt/AFP

Er ist Physiker, Bestsellerautor und Genie – der Brite Stephen Hawking hat seine Teilnahme an einer Konferenz in Israel abgesagt. Grund dafür sei sein Protest gegen den israelischen Siedlungsbau.

stern.de

Der berühmte britische Physiker und Bestsellerautor Stephen Hawking hat seine Teilnahme an einer vom israelischen Präsidenten Schimon Peres veranstalteten Zukunftskonferenz abgesagt. Hawking habe sich “dem akademischen Boykott Israels angeschlossen” und mitgeteilt, dass er sich aus der Konferenz “Facing Tomorrow 2013″ (2013 das Morgen angehen) zurückziehe, teilten die Veranstalter am Mittwoch in Jerusalem mit.

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„Spiegel Wissen“-Sonderheft: Über den Glauben

Foto: Heinrich-Böll-Stiftung

Viele Menschen sind auf der Suche nach Orientierung und einer höheren Wahrheit. Für die neueste Ausgabe von „Spiegel Wissen“ haben die Redakteure untersucht, welche Bedeutung die Weltreligionen haben und welche Sehnsüchte sie ansprechen. Auf 130 Seiten versuchen sie, die wichtigsten Fragen zu den Weltreligionen zu beantworten und darzustellen, warum Religion für die Menschen so wichtig ist.

pro Medienmagazin

Gleich zwei Religionen haben Platz im Leben von Michael Brück. Er studierte Theologie und ließ sich später zum Yoga- und Zen-Lehrer ausbilden. Als Christ fühlt er sich Jesus von Nazareth verbunden. In einem mehrseitigen Interview sagt er aber auch, dass Meditationen ihm dabei helfen, sich im Alltag auf Jesus als Vorbild zu besinnen. Brück spricht über die spirituelle Sinnsuche der Menschen und die Kraft der Rituale. Für ihn gibt Religion dem Unfassbaren einen Sinn.

Das Dossier geht auf die „vielen Welten“ des Glaubens ein, jeder Religion widmen die Redakteure ein Kapitel. Die Graphiken und Tabellen zu den Weltreligionen zeigen, dass der Glaube in Deutschland nie so vielfältig war wie derzeit. Die Journalisten stellen dar, wie häufig Christen die Gottesdienste besuchen, woran die Deutschen sonst noch glauben und wie sehr sie den Islam als Bedrohung sehen. In Daten und Fakten aufgearbeitet ist auch der Islam, das Judentum, der Buddhismus und der esoterische Sektor. Die Daten entstammen dem Religionsmonitor und Umfragen demoskopischer Institute.

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CSD erstmals mit christlich-jüdischem Gottesdienst

Bild: faz.net

Erstmals wird am Vorabend des Berliner Christopher-Street-Day ein christlich-jüdischer Gottesdienst gefeiert.

ND

Dazu laden am 21. Juni unter anderem der evangelische Kirchenkreis Berlin-Stadtmitte, der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg und das Abraham-Geiger-Kolleg in die Marienkirche auf dem Alexanderplatz ein. Neben Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) wird dazu unter anderem Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein erwartet, teilte der Kirchenkreis am Dienstag mit. Die Predigt hält Rabbiner Walter Homolka. Die musikalische Begleitung übernehmen »The Embassy Singers«.

Fachjuristen: Kein Schutz religiöser Gefühle

Foto: florianplag (CC BY 2.0)

Religiöse Gefühle genießen keinen grundrechtlichen Schutz. So lautet das Fazit von Rechtsexperten bei der 113. Tagung des Studienkreises für Presserecht und Pressefreiheit beim Bayerischen Rundfunk am vergangenen Wochenende in München.

pro Medienmagazin

Zwei Tage lang diskutierten Medienjuristen, Richter, Hochschullehrer und Anwälte über das Spannungsverhältnis zwischen den Grundrechten auf Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit. Im Zentrum stand die Frage, wie der Staat beide Verfassungsrechte gleichzeitig garantieren kann. Der Staat müsse die Ausübung der Religionsfreiheit als Grundrecht schützen. Aber der säkulare Staat schütze weder den Namen Gottes vor Verunehrung noch die Religion als solche.

Prominentestes Beispiel aus jüngerer Zeit sind die Mohammed-Karikaturen, die die dänische Zeitung Jyllands-Posten im Jahr 2005 veröffentlichte. Der Abdruck führte in vielen, vor allem muslimisch geprägten Ländern zu Demonstrationen und Ausschreitungen und löst weltweit eine Diskussion über Pressefreiheit aus.

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Schmidt-Salomon: “Grundsätzlich verfehlt ist es, kulturelle Identitäten zu stärken”

Bild: heise.de

Der Philosoph und Religionskritiker Michael Schmidt-Salomon über Aufklärung als Weltkulturerbe, die Kritische Islamkonferenz und warum “Integrationspolitik” vornehmlich als “Emanzipationspolitik” verstanden werden sollte.

Von Alexander DillTELEPOLIS

Nachdem mehrere Verbände ihre Teilnahme an der Deutschen Islamkonferenz des Innenministeriums abgesagt haben, wird unter dem Motto “Selbstbestimmung statt Gruppenzwang!” am 11. und 12. Mail 2013 in Berlin eine sogenannte “Kritische Islamkonferenz” stattfinden. Mitveranstalter ist der 1967 geborene Philosoph Michael Schmidt-Salomon. Dieser gilt mit seiner These “Warum wir ohne Moral die besseren Menschen sind” als radikaler Kritiker nicht nur der Kirchen, sondern auch des Christentums und der christlich-bürgerlichen Moral.

Die von ihm geleitete Giordano-Bruno-Stiftung versteht sich selbst als Stiftung “zur Förderung des evolutionären Humanismus” und wird überwiegend von Biologen und Wissenschaftstheoretikern beraten. Die Münchner Ortsgruppe rief dieses Jahr zu einem “Hasenfest” auf, um gegen den Feiertag Ostern zu protestieren.

Der Bestsellerautor hat zuletzt mit seiner Streitschrift “Keine Macht den Doofen” die ansonsten unpolitische Philosophieszene aufgemischt. Auf der dazugehörigen Webseite steht, die Schrift wende sich gegen den “globalen Irrsinn” und die “Religiotie”.

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Haut ab! Die Juden in der Beschneidungsdebatte

Dass im letztjährigen Diskurs um die religiöse Beschneidung von Jungen einiges durcheinander geriet, hatte ich bereits in einem längeren Beitrag aufzuarbeiten versucht.

Von Josef BordatC.H.Beck

Dass es zudem gut ist, diesen eigenartigen Diskurs aus der Sicht eines Fachmanns rekonstruieren zu lassen, davon legt ein jüngst im Wallstein Verlag erschienener Essay Zeugnis ab. Auf knapp sechzig Seiten analysiert Alfred Bodenheimer, Professor für Religionsgeschichte und Literatur des Judentums, die hitzige Debatte aus der Sicht einer der betroffenen Minderheitenreligionen, die in Zeiten eines massiven gesellschaftlichen Wertewandels ins Abseits zu geraten drohen. Entsprechend doppeldeutig betitelt Bodenheimer seinen Versuch, das Kölner Beschneidungsurteil (im Anhang des Buches abgedruckt) und dessen breite öffentliche Rezeption darzustellen: „Haut ab!“

Die jüngste Rechtsprechung würdigend, stellt Bodenheimer fest, dass das entscheidungsleitende Motiv, das Kindeswohl, zunehmend auf die körperliche Unversehrtheit des Kindes reduziert werde, und andere Kriterien des Wohlbefindens (das Gelingen der religiösen Identitätsbildung, ein sozialadäquates Aufwachsen in der eigenen Kultur) dagegen keine Rolle mehr spielten. Zugunsten eines erst zukünftig auszuübenden Selbstbestimmungsrechts des Kindes über seinen Körper werde den Eltern das Erziehungsrecht hier und jetzt entzogen, soweit eben Befugnisse zur Entscheidung in Fragen der religiösen und kulturellen Orientierung (sicherlich ein Teilbereich von „Erziehung“ – für religiöse Menschen zudem ein sehr wichtiger Bereich) aus diesem Recht ausgeklammert werden, mit dem Hinweis darauf, dass sich aus dessen Ausübung ein potentieller Konflikt mit den künftigen Interessen des Kindes ergeben mag, Interessen, die in der jetzigen Entscheidungssituation nicht vom Kind artikuliert werden, ihm aber – so meint man – unterstellt werden können. Der Rechtsstaat gibt dem Kind damit eine Stimme, die eingedenk seiner zukünftigen Interessen gegen die eigentlichen gesetzlichen Vertreter des Kindes, also die Eltern, lautstark interveniert. Das Gericht übernimmt damit schlicht eine weitere Vertretungsrolle (neben der der Eltern), beschränkt sich dabei aber auf den Schutz des Körpers – der Schutz der Seele bzw. die Frage, ob das Kind einst darunter gelitten haben wird, nicht beschnitten (vulgo: „versehrt“) worden zu sein, ist für den Rechtsstaat selbst dann unerheblich, wenn die natürlichen Vertreter des Kindes, sprich: die Eltern, diese Gefahr für ihr Kind erkennen und sie abwehren wollen.

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WORLDWIDE DAY OF GENITAL AUTONOMY

Am 7. Mai jährt sich zum ersten Mal die Verkündung des Urteils des Kölner Landgerichtes, das auch die “Beschneidung” von Jungen als strafbare Körperverletzung bewertete und damit eine heftige, bis heute anhaltende Debatte auslöste.

IBKA

Für diesen Jahrestag möchte der Facharbeitskreis Beschneidungsbetroffener im MOGiS e.V., alle UnterstützerInnen der Forderung nach einem zweijährigen Moratorium vom Juli des vergangenen Jahres und des schließlichen alternativen Gesetzentwurfes einladen, eine Demonstration zu Ehren der Rechte aller Kinder weltweit auf genitale Selbstbestimmung unabhängig von Geschlecht, Herkunft und Religion gemeinsam durchzuführen – dort, wo die Debatte einen ihrer wichtigsten Impulse erfuhr:

am 7.5. 2013 um 11 Uhr am Landgericht KÖLN
Die Website der Aktion

Die genehmigte Route der Demonstration:

Die Auftaktkundgebung findet um 11 Uhr auf der Fläche zwischen den Gehwegen und dem Treppenaufgang zum Haupteingang des Amts/Landgerichts Köln, Luxemburger Strasse 101, statt.

Der Weg des Demonstrationszuges führt über die Luxemburger Straße, Pfälzer Straße, Barbarossaplatz, Neue Weyerstraße, Rothgerberbach, Blaubach, Hohe Pforte, Hohe Straße, Gürzenichstraße, Große Sandkaul, Marspfortengasse, Sporergasse und Am Hof zur abschließenden Kundgebung auf dem Roncalliplatz (gegen 13 Uhr).

Unterstützt und initiert von:

Facharbeitskreis Beschneidungsbetroffener im MOGiS e.V. – Eine Stimme für Betroffene
Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ) – alle kinder- und jugendärztlichen Verbände in Deutschland
TERRE DES FEMMES e.V.
TABU e.V.
(I)NTACT e.V.
Zentralrat der Ex- Muslime
pro familia Nordrhein-Westfalen
Internationaler Bund der Konfessionslosen und Atheisten
AK Kinderrechte der Giordano-Bruno-Stiftung
Beschneidungsforum.de

Auf der Suche nach einem neuen Humanismus

Bild: science.orf.at

Der Literaturwissenschaftler Edward Said hat mit seinen Schriften und Aktivitäten stets polarisiert: Sein Hauptwerk “Orientalismus”, in dem er die abendländischen Vorstellungen vom Orient als eine Konstruktion westlicher Schriftsteller und Wissenschaftler entlarvte, erregte in der akademischen Welt großes Aufsehen und sorgte gleichzeitig für Irritationen.

SCIENCE.ORF.at

Auch das politische Engagement des palästinensisch-amerikanischen Intellektuellen für die Rechte der Palästinenser wurde vielfach kritisiert. Anlässlich des zehnten Todestages von Edward Said am 25. September 2013 fand Mitte April eine Konferenz in Utrecht statt, die sich eingehend mit seinem wissenschaftlichen Werk und seiner politischen Tätigkeit befasste.

Hat europäischen Orientalismus dekonstruiert

Der allgemeine Tenor der Vorträge und Diskussionen lautete, dass das facettenreiche literaturtheoretische Werk und das leidenschaftliche politische Engagement Saids eng miteinander verbunden seien, wie der französische Philosoph Etienne Balibar im Gespräch mit science.ORF.at anmerkte.

“Said verabschiedete das binäre Konzept von literaturtheoretischer und politischer Tätigkeit”, so Balibar, “um die Möglichkeit eines neuen Humanismus zu schaffen, den ich als Universalismus bezeichnen möchte”. Der von Said verstandene Humanismus beschränkte sich jedoch nicht auf den europäischen Humanismus, sondern bezog alle Weltkulturen mit ein.

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Papst und Rabbi: Homo-Ehe und Feminismus sind gefährlich

Foto: Alejandro Damián Lipszyc

Im Gespräch mit Rabbi Abraham Skorka erklärt der heutige Papst, warum er die Gleichstellung homosexueller Beziehungen mit der Ehe als “Abwertung” versteht – und was er am Feminismus gefährlich findet.

Von Paul BaddeDIE WELT

Jorge Bergoglio und der Rabbiner Abraham Skorka lernten sich vor mehr als 20 Jahren kennen und tauschten sich zunächst über Fußball aus. Aus Fußballfans wurden mit der Zeit Freunde, die über theologische, politische und Themen des Alltags diskutierten.

Eines Tages beschlossen sie, ihren Dialog schriftlich festzuhalten und ihn für ein Gespräch mit vielen zu öffnen. In der kommenden Woche erscheint der Dialog in Deutschland (“Über Himmel und Erde. Jorge Bergoglio im Gespräch mit dem Rabbiner Abraham Skorka”, Riemann Verlag München. 240 Seiten, 19,99 Euro).

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Empfehlung: nicht kaufen, hochgradige Bullshistic

Wer “Gott” sagt, will betrügen

Foto: picture-alliance / akg-images

Jan Roß weiß Bescheid über die Kreuzzüge, religiösen Judenhass, islamische Selbstmordattentäter. Die Religion verteidigt er trotzdem. Weil der Mensch ohne Religion nicht groß von sich denken kann.

Von Hannes SteinDIE WELT

Die Sowjetunion hat postum gesiegt. Gewiss nicht in Amerika, wo die Uhren ja ein wenig anders gehen, aber doch ganz gewiss in Europa. Vor allem dieser zentrale Glaubenssatz der sowjetischen Staatsmacht hat sich eigentlich flächendeckend durchgesetzt: Religion ist Opium fürs Volk. Wer “Gott” sagt, will betrügen. Kirchen, Synagogen und Moscheen sind überflüssige Relikte des Mittelalters, die nur unter Zähneknirschen geduldet werden.

So kommt es, dass unter “säkularer Staat” heute nicht mehr verstanden wird, dass Parlament und Regierung sich aus Religionsfragen gefälligst rauszuhalten haben.

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Religionsmonitor Bertelsmann: Leben ohne Gott

picture alliance

Die Religiosität der Bevölkerung geht in Deutschland seit Jahrzehnten zurück. Das belegt auch der neueste „Religionsmonitor“ der Bertelsmann-Stiftung. Was bedeutet das für den Zustand der Gesellschaft?

Von Matthias SchlegelCicero

In den alten Bundesländern geben gerade noch 22 Prozent der Befragten an, mindestens einmal im Monat einen Gottesdienst, einen Tempel oder das Freitagsgebet zu besuchen oder an sonstigen spirituellen Handlungen teilzunehmen. Im Osten Deutschlands sagen das gar nur noch zwölf Prozent, also etwa halb so viele, über sich. 24 Prozent der Befragten im Westen beten nach eigenem Bekunden regelmäßig, also täglich – genauso viele gaben dort an, niemals zu beten. Im Osten liegt die Zahl der regelmäßig Betenden bei zwölf Prozent – zwei Drittel der Befragten tun das niemals. Immerhin glaubt im Westen noch etwa jeder Zweite „ziemlich“ beziehungsweise „sehr“ daran, dass Gott, Gottheiten oder etwas Gottähnliches existieren.

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The sex manual for ultra-Orthodox Jews

Bild: BBC

Sex is a touchy subject – not least among Israel’s highly conservative ultra-Orthodox Jews. But a therapist in Jerusalem has written a sex guide aimed specifically at this community.

By Daniel EstrinBBC NEWS MAGAZINE

There used to be a sex shop on the way to Dr David Ribner’s office in central Jerusalem.

The sign is still there – with big red letters spelling out “Sex Shop, Sex, Love” – but you can barely read it because it’s been scratched out.

The shop went out of business. Now there’s just one sex shop left in Jerusalem. No surprise for a city brimming with the pious.

Things are quite different in Ribner’s discreet office. Here, there is a row of boxes packed with lubricants, vibrators and massage oils, and an unusual collection of books on the wall – The Joy of Sex and The Guide to Getting It On sit side-by-side with volumes of Jewish religious texts.

I tell Ribner I’ve never seen a bookshelf quite like it. “There probably aren’t any,” he says.

cont’d

Beschneidungs-Propaganda: „Mazel Tov!“ – lege artis? Es darf gezweifelt werden

Foto: Georg Moritz

Zwischen Sushi, koscherem Wein und Klezmer: Wir waren zu Gast bei der Beschneidung von Mendel, dem Sohn von Rabbi Yehuda Teichtal.

Von Claudia KellerDER TAGESSPIEGEL

Sie haben die schwarzen Anzüge aufgebügelt und schicke Blusen und Röcke angezogen. Denn heute ist ein Festtag. Heute wird der Sohn von Rabbiner Yehuda Teichtal beschnitten. 400 Gäste sind um kurz nach 14 Uhr in die Münstersche Straße in Wilmersdorf gekommen, Freunde, Bekannte, Verwandte, Rabbiner aus Deutschland und Polen. Sie alle drängen nun in die Synagoge. Vorne auf dem Toratisch breitet Menachem Fleischmann, der Mohel, Scherchen aus und ein silbernes Messer. Fleischmann ist aus Israel eingeflogen, seit 36 Jahren ist er professioneller jüdischer Beschneider.

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Alle Religionen haben recht!

Alle haben recht… zumindest was alle anderen Religionen angeht.

Ein Vorschlag, was Religiöse am kommenden Sonntag (statt eines Gottesdienstbesuches) machen könnten

Von Valentin Abgottsponnews.ch

Ich schlage allen Religiösen (nicht nur den hier überwiegenden Christen) vor: Geht einmal in euch, statt in die Kirche. Betrachtet möglichst neutral und von aussen, was eure Glaubensgrundsätze und Dogmen sind. Ein viele Milliarden Jahre altes Universum, aber dann ein Erlöser vor 2000 Jahren? Geboren von einer Jungfrau? Einer, der drei und eins zugleich war…?

Stellen wir uns doch einmal vor, wir wären in einer Zivilisation aufgewachsen, die von einem Christus-Erlöser (oder von Mohammed, Eris oder Mithras) noch nie etwas gehört hätte. Es wäre eine Zivilisation, die zwar Geschichten erzählt, sich aber grundsätzlich so gut wie möglich an die Wissenschaft und das freie Denken hält.

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Kriege im Namen der Religion: Töten für Gott

Oft sind es bei Konflikten dieser Welt Angehörige verschiedener Glaubensrichtungen, die aneinandergeraten, sei es in Nigeria, in Ägypten oder in Pakistan

Von David SignerNeue Zürcher Zeitung

Experten versichern in solchen Fällen gerne, bei diesen Konflikten gehe es in Wirklichkeit nicht um religiöse, sondern um politische, wirtschaftliche oder ethnische Auseinandersetzungen. Aber warum wird dann im Namen der Religion getötet? Und warum sind so oft Muslime und Christen involviert und so selten Hindus, Buddhisten oder beispielsweise Anhänger traditioneller afrikanischer Religionen? Könnte es sein, dass manche Religionen per se aggressiver sind als andere?

Alleinseligmachender Monotheismus

Diese These wurde in der Tat von mehreren Forschern vertreten, am profiliertesten vom deutschen Ägyptologen Jan Assmann. In seinen beiden Büchern «Moses der Ägypter» und «Die Mosaische Unterscheidung» postuliert er, erst mit Moses und dem Monotheismus, also vor etwa 3000 Jahren, sei die Unterscheidung zwischen «wahrem» und «falschem Gott», zwischen «Gläubigen» und «Ungläubigen» in die Welt gekommen.

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