Archiv der Kategorie: Judentum

Rituelle Beschneidung: An vorderster Stelle

Beschneidung jüdisch: Szerne aus dem amerikanischen Serie »Bubala please« © JMB

Das Jüdische Museum beleuchtet in »Haut ab« Haltungen zur rituellen Beschneidung in Judentum, Islam und Christentum.

Von Michael WuligerJüdische Allgemeine

Als ob das Land keine anderen Probleme hätte, steigerte sich Deutschland vor zwei Jahren in einen Akt kollektiver Erregung hinein. In Politik, Medien und Internetforen wurde heftig über die rechtliche und moralische Zulässigkeit der rituellen Beschneidung von jüdischen und muslimischen Jungen gestritten – oft mit explizit antisemitischer Tendenz, obwohl Beschneidungen hierzulande, rein von der Zahl der Betroffenen her, eigentlich eine primär islamische Angelegenheit sind.

Die neue Ausstellung Haut ab! Haltungen zur rituellen Beschneidung, die diese Woche im Jüdischen Museum Berlin eröffnet, will diese Debatte nicht fortführen, schreibt Cilly Kugelmann, Programmdirektorin des Hauses, in ihrem Geleitwort zum Katalog der Schau. Man wolle stattdessen »dem Thema … Tiefe geben« und einen Beitrag zu der Frage leisten, »wie kulturelle Differenzen wahrgenommen und von der säkularen Gesellschaft bewältigt werden«.

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Verwaltungsgericht Berlin: Senat muss jüdischer Gemeinde mehr Geld geben

Bild: brightsblog

Bild: brightsblog

Der Streit um Zuschüsse zwischen dem Berliner Senat und der jüdischen Gemeinde Berlin dauerte über ein Jahr. Jetzt hat das Verwaltungsgericht ein Urteil gefällt: Die Gemeinde bekommt mehr Geld. Während man in der jüdischen Gemeinde von einem Erfolg spricht, will der Senat das Urteil sorgfältig prüfen.

MiGAZIN

Der Berliner Senat muss die Jüdische Gemeinde in der Bundeshauptstadt finanziell stärker unterstützen. Das hat das Verwaltungsgericht Berlin am Montag entschieden. Demnach bekommt die Gemeinde für die Jahre 2013 und 2014 rund 6,5 Millionen statt der bisher 5,7 Millionen Euro an jährlichen Staatsleistungen. In den kommenden Jahren soll es wegen Tarifanpassungen weitere Steigerungen geben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Beide Seiten kündigten an, den Richterspruch zu prüfen.

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Sie sollte eine keusche, hörige Tochter werden

Themenbild

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Ein Tabubruch: Sie wollte nicht zwangsverheiratet werden und kehrte einer Parallelgesellschaft den Rücken. Seit Jahren hat Aliyah keinen Kontakt mehr zu ihrer muslimischen Familie.

Von Güner BalciDIE WELT

Heute schicke ich Aliyah ein paar Fotos von ihren besten Freundinnen. Es ist ungewiss, ob sie sie jemals wieder treffen wird. Seit zwei Jahren hat Aliyah keinen Kontakt mehr zu ihrem alten Leben. Damals, als ich sie an einem geheimen Treffpunkt abholte und zum Flughafen fuhr, immer auf der Hut, ob uns auch niemand von ihrer Familie oder ihren Bekannten sehen würde, wussten wir beide nicht, wohin die Reise gehen würde. Ich weiß noch, wie sie unsicher im Auto saß, den Kopf gesenkt, die Hände ineinander gepresst. Einige Wochen zuvor hatte sie angerufen und mir mitgeteilt, dass sie nun doch flüchten würde, vor ihrer Familie. Sie wusste, dass ich ihr helfen würde, wir hatten schon einmal darüber gesprochen, vor Jahren hatte ich ihr meine Hilfe zugesagt.

Aliyah ist geflohen, weil sie weder den, von ihrer Mutter für sie auserwählten Cousin, noch einen anderen kurdischen Mann, der ihren Eltern gepasst hätte, heiraten wollte. Sie hat sich in einen jungen Griechen verliebt. Mit ihm wollte sie zusammenleben. Doch weil ihre Familie diese Beziehung niemals akzeptiert hätte, mussten sie beide untertauchen. Andere Menschen und ich haben ihnen dabei geholfen. Heimlich. Sie leben heute an einem geheimen Ort. Doch nicht nur die beiden, auch Dimis Eltern mussten alles aufgeben und in einen anderen Ort ziehen. Auch sie wurden bedroht.

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Kapitulation vor den Frommen?

Carlin_ReligionGeht der säkulare Rechtsstaat vor der Religion in die Knie, wie Tilman Jens in seiner Streitschrift befürchtet, oder übt der Staat Druck auf die Kirchen aus? Darüber diskutierten Vertreter von Kirche und Staat.

Von Gerrit MaiTaunus Zeitung

 

„Isis spricht deutsch“, betonte der CDU-Landtagsabgeordnete Ismail Tipi. „Sogar für mich als Moslem bedroht die innere Sicherheit nichts mehr als der fundamentalistische Islam.“ Das Verbot der Koranverteilung durch Extremisten ist für ihn der erste Schritt dagegen. Denn dabei würden „Menschen vor unseren Augen radikalisiert.“

Er stellte bei der Diskussion zum Thema „Religionsfreiheit unter Druck – Droht ein neuer Religionskampf?“ klar: „Wir sind schon mittendrin, aber Deutschland darf nicht das Mekka der Salafisten werden.“ Mit Multikulti komme man nicht weiter, Aufklärung sei wichtig.

Tipi erwartet zudem einen Aufschrei von Staat und Kirche angesichts der Schandtaten der Isis in Syrien und dem Irak.

Der Journalist und Autor Tilman Jens war hingegen mit der Verletzung des Grundrechts auf Unversehrtheit in die Diskussion eingestiegen. Er zitierte Auszüge aus seiner Streitschrift „Der Sündenfall des Rechtsstaats“ und forderte: „Wer sich aus religiöser Tradition an den Genitalien minderjähriger Kinder vergreift, soll nicht noch vom Staat Deckung bekommen.“

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Islam: »Eine totalitäre Religion«

Einat Wilf, ©Flash90

Einat Wilf über den politischen Islam und historische Parallelen zum Europa des 19. Jahrhunderts.

Von Katrin RichterJüdische Allgemeine

Frau Wilf, der sogenannte Islamische Staat ist auf dem Vormarsch. Wie gefährlich ist die Situation für den Nahen Osten und Israel?
Die Bedrohung ist sehr ernst zu nehmen. In den westlichen Ländern gibt es den Wunsch, dass alle gemeinsam miteinander leben können. Doch dabei wird das Politische des Islam schnell heruntergespielt. Der Islam ist eine totalitäre Religion, die denkt, sie könne alles bestimmen – beginnend von der Regierung bis hin zum Privaten. Anders als das Christentum, das einen langen Prozess durchlaufen musste, bis es sich ganz auf das Private zurückziehen konnte, hat der Islam eine solche Wandlung niemals vollzogen. Der Islam sieht die Einheit von Religion und Regierung, der IS ist die Verwirklichung der Eckpunkte des Islam.

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Nobody wanted Israel at Gaza conference, Egyptian FM says

Image, The Times of Israel, Gaza Conference. Egypt

Image, The Times of Israel,

US didn’t push for inclusion of Jewish state, according to Sameh Shukri.

By Spencer Ho and Times of Israel staff—The Times of Israel

Israel was excluded from this week’s Gaza rehabilitation donor conference in Cairo because the participating countries did not want the Jewish state represented there, Egypt’s foreign minister said Wednesday.

Egypt accepted the position because its main concern was the success of the conference, Sameh Shukri said in an interview with Egyptian media, according to Israeli news site Ynet. He added that the US did not push for Israel’s inclusion.

International envoys pledged about $5.4 billion in aid at Sunday’s meeting. Half of the pledges will go for reconstruction and the rest as unspecified aid to the Palestinians, he said.

The first trucks with building supplies entered the Gaza Strip on Tuesday morning as reconstruction efforts commenced under joint United Nations-Palestinian Authority supervision.

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Ausstellung über rituelle Beschneidung von Jungen

beschneidung2012 bezeichnete ein deutsches Gericht die rituelle Beschneidung von Jungen als Körperverletzung und löste damit eine heftige Debatte über die Legalität der Beschneidung aus religiösen Gründen aus. Sie ist Ausgangspunkt für eine Ausstellung im Jüdischen Museum in Berlin, in der das Thema aus jüdischer, muslimischer und christlicher Sicht dargestellt wird.

Von Igal AvidanDeutschlandfunk

Für Juden ist die Beschneidung, Hebräisch “Brit Mila” oder “Bund des Wortes”, ein identitätsstiftendes Gebot. Am achten Tag nach seiner Geburt wird ein Junge durch auf dieses Ritual in die jüdische Gemeinschaft aufgenommen.

Cilly Kugelmann, Programmdirektorin des Jüdischen Museums Berlin, hat nun in einer Ausstellung die religiöse Bedeutung der Beschneidung in den drei monotheistischen Religionen zum Thema gemacht:

“In den Stamm wird man reingeboren durch die Geburt einer jüdischen Mutter und danach kommt noch die Beschneidung als symbolisches und irreversibles Zeichen der Zugehörigkeit zum Glauben. Und Gebot und Glauben vollenden sich in der Beschneidung… Und das ist ein Paradox, das ich sehr interessant finde: Dadurch, dass man was wegnimmt, vollendet man die Schöpfung.”

Unter den Schlagwörtern, mit denen die Beschneidungsdebatte geführt wurde, rangiert die Unversehrtheit des Körpers ganz oben. Dieses Argument erinnert Cilly Kugelmann an die griechische Auffassung vom männlichen Körper, die im klaren Kontrast zur jüdischen Sichtweise stand:

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Mit Vorhaut bist du kein richtiger türkischer Mann

beschneidung2012 stritten Politiker und Juristen über religiöse Beschneidungen: Jetzt reden türkische Männer über ihre eigene Erfahrung. Manchmal spielt Erpressung durch dominante Frauen eine Rolle.

Von Igal AvidanDIE WELT

Ein ruhiger Silvesterabend in einer Geburtsstation eines Berliner Krankenhauses. Die türkischstämmige Ärztin schenkt für sich und für die blonde, laszive Krankenschwester Schwenzer bereits Sekt ein. Doch bald ist es mit der ruhigen Nacht vorbei. Ein junger sportlicher Macho in Unterhemd schiebt die hochschwangere Frau Ela mit dem Rollstuhl herein. Auch er trägt einen Namen, der bereits alles sagt: Abraham B. Schneider. Gleich stürzt auch sein Schwager herein, der elegant gekleidete Immobilienmakler Mohammed Habibi Nassir. Noch bevor der Junge zur Welt kommt, fordern beide – von Elas dominanter türkischer Mutter Elif massiv gedrängt –, dass der Junge beschnitten wird. Als dessen Vater Christian Eichelmann, der chaotische Gutmensch mit den kurzen roten Ballonhosen, endlich eintrifft, muss er sich immer heftiger gegen finanzielle Verlockungen und regelrechte Erpressungen seiner Verwandten zur Wehr setzen. Denn als einziger gebürtiger Deutscher der Familie muss er allein “den letzten Schutzwall Europas verteidigen” und zugleich die “Unterdrückung der deutschen Mehrheitsgesellschaft” abwehren.

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Angesichts der Islamisten will man Atheist werden

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Doch dann erinnert man sich daran, dass Gott uns auch um ihretwillen das moralische Gesetz gegeben hat. Überhaupt: Religion und Vernunft müssen sich nicht ausschließen. Die Geschichte beweist es.

Von Hannes SteinDIE WELT

In grauer Vorzeit war das Leben der Menschen arm, viehisch, garstig und kurz. Hilflos waren sie den Naturgewalten ausgeliefert. Also erfanden die Menschen sich die Götter: Wenn es donnerte, machten sie die Himmelsgewalten dafür verantwortlich, wenn ein Vulkan ausbrach, warfen sie sich zu Boden und beteten. Priester beuteten die Furcht der Massen aus und hielten sie in Unwissenheit. Sie verfassten heilige Schriften, kassierten den Zehnten und sorgten dafür, dass niemand sich seines eigenen Verstandes bediente.

Doch dann begann der Aufstieg der Naturwissenschaften. Der Priestertrug wurde durchschaut. Galileo Galilei richtete sein Fernrohr gen Himmel und sah, dass über unseren Köpfen nur Leere war. Heute glaubt zum Glück nur noch eine Handvoll unbelehrbarer Trottel an Götter und heilige Schriften.

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Shouts and stink bombs at Israeli film festival in France

A scene from ‘Dancing in Jaffa.’ (YouTube screenshot)

‘Dancing in Jaffa’ director Hilla Medalia says she feared for her safety amid anti-Israel protest, police told her they couldn’t do anything.

By Renee Ghert-ZandThe Times of Israel

Award-winning Israeli filmmaker Hilla Medalia is used to her films provoking heated discussion and debate, but she had never before experienced what happened at a screening of her film “Dancing in Jaffa,” at an Israeli film festival in Carpentras, France on October 6.

Just as Medalia and Israeli Consul General in Marseille Barnea Hassid finished making introductory remarks, some twenty audience members stood up and began shouting anti-Israel slogans. Then they threw stink bombs.

“The police had to remove them by force,” Medalia told The Times of Israel upon her return to Israel on October 8.

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Jüdische Gemeinde darf auf höhere Landeszuschüsse hoffen

Bild: brightsblog

Bild: brightsblog

Der Streit zwischen dem Senat und der Jüdischen Gemeinde um nicht gezahlte Landeszuschüsse geht vor Gericht weiter. Das Verhältnis ist seit Jahren angespannt. Einen klaren Sieger wird es in dem Prozess wohl nicht geben.

Von Claudia KellerDER TAGESSPIEGEL

Die Jüdische Gemeinde darf sich freuen: Sie hat jahrelang zu wenig Geld vom Senat bekommen und kann auf eine Erhöhung des staatlichen Zuschusses hoffen. Das ist das Ergebnis von fünfeinhalb langen Verhandlungsstunden am Mittwoch vor dem Berliner Verwaltungsgericht. Ein Urteil wurde noch nicht gefällt. Zu viele Klagen sind aus dem angespannten Verhältnis zwischen der Jüdischen Gemeinde und dem Senat erwachsen, zu viele komplizierte Details müssen noch geklärt werden.

Erst wenn ein Urteil gesprochen ist, wird sich herausstellen, ob sich der Zuschuss des Landes noch rückwirkend erhöhen wird. Denn auch der Senat fordert von der Gemeinde Millionenbeträge zurück.

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EU set to reassess ties if Israel doesn’t move on peace

Europa

Fed up with settlement expansion, officials in Brussels are working on punitive measures to be implemented as soon as the political leadership wants to do so

By Raphael AhrenThe Times of Israel

The European Union is inconspicuously but determinedly threatening to reevaluate bilateral ties with Israel if the Netanyahu government fails to make progress toward a two-state solution and continues its current policy of allowing construction beyond the pre-1967 lines.

The EU’s new policy has gone largely unnoticed due to this summer’s Operation Protective Edge, but EU officials are already busy at work on a set of sanctions against Israel that Brussels could enact whenever the union’s political echelon gives a green light. Indeed, some in the EU are currently considering implementing a mechanism that would immediately penalize Israel for every step deemed unhelpful to the peace process (such as settlement expansion), a senior European diplomat told The Times of Israel.

On July 22, in the middle of the 50-day war with Hamas, the 28 EU foreign ministers issued a joint statement that was widely seen as pro-Israel, as it condemned indiscriminate rocket fire against Israeli civilians and called for the disarmament of all terrorist organizations in Gaza. Even the Foreign Ministry in Jerusalem praised the EU for the statement.

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Why are the Nordic countries so cold to Israel?

Illustrative photo of a pro-Palestinian demonstration in Stockholm, Sweden, on January 20, 2009. (photo credit: Miriam Alster/Flash90)

Just weeks before Sweden vowed to recognize Palestine, Denmark and Finland threatened Jerusalem with sanctions. It’s not just because of Muslim immigrants.

By Raphael AhrenThe Times of Israel

Sweden’s declared intention to recognize a Palestinian state has made major headlines in Israel and even caused a minor diplomatic brawl, but is just the latest installment in a series of moves made by the Nordic countries in recent weeks that caused ire in Jerusalem.

In late September, Danish Foreign Minister Martin Lidegaard threatened “new steps, including a change in our trade relations with Israel,” in case the ceasefire negotiations with Hamas in Cairo didn’t go the way the Europeans wanted.

Earlier that month, Finnish Foreign Minister Erkki Tuomioja also warned Jerusalem that trade and other relations might suffer if the peace process doesn’t advance at the pace Helsinki desires. The European Union has offered enough carrots, he told Haaretz, adding that “it also seems that it needs the possibility of sticks. If there is no progress, [Israel] has to be shown that there are costs involved in the stalling,” he said.

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„Ist Religion gefährlich?“

religion_war Ist Religion gefährlich? Zu seiner Jahresveranstaltung hat der Freundeskreis des Museums zur Geschichte von Christen und Juden zwei Referenten eingeladen, die im Kulturhaus vor rund 150 Zuhörern dieser Frage nachgegangen sind: Christoph Palmer, ehemaliger baden-württembergischer Landesminister, und Joel Berger, ehemaliger Landesrabbiner des Rabbinats Württemberg.

Von Diana Hofmannschwäbische.de

Musikalisch eröffnete das Holzbläserquartett der Stadtkapelle um Rustam Keil den Abend. Bürgermeister Rainer Kapellen führte zum Leitthema hin: Es sei mit Blick auf die Geschichte „eine provokante Frage“.

Das Gefahrenpotenzial von Religion werde gegenwärtig vor allem im Zusammenhang mit dem Islam wahrgenommen, begann Christoph Palmer seine Ausführungen. Doch auch das Christentum habe eine „blutige, 2000-jährige Gewaltgeschichte“ hinter sich. Als Beispiele nannte er die mittelalterlichen Kreuzzüge, aber auch jüngere Ereignisse wie den Nordirlandkonflikt oder den Krieg in Bosnien. Sogar der Buddhismus, der allgemein als friedfertig gelte, habe als Rechtfertigung von Gewalt und Unterdrückung gedient, etwa bei der Verfolgung der Tamilen auf Sri Lanka.

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Israel kritisiert geplante Anerkennung Palästinas durch Schweden

Schweden, Freiheit für Palästina, Bild: BB

Schweden, Freiheit für Palästina, Bild: BB

Während seiner Antrittsrede hat der schwedische Ministerpräsidenten Stefan Löfven gesagt, Stockholm werde den Staat Palästina anerkennen. Israel kritisiert das und bestellt den Botschafter ein.

stern.de

Israel hat die geplante Anerkennung des Staates Palästina durch Stockholm kritisiert und den schwedischen Botschafter für Montag ins Außenministerium einbestellt.

Außenminister Avigdor Lieberman nannte die Ankündigung von Schwedens neuem sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Stefan Löfven bedauerlich, wie der israelische Onlinedienst “Ynet” in der Nacht zum Sonntag berichtete.

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Columbia, Harvard, Yale anthropologists among 360 backing boycott of Israel

Harvard University (photo credit: Shutterstock)

More than 350 anthropologists from around the world have endorsed a boycott of Israel and its academic institutions.

The Times of Israel

Signatories worldwide include 13 academics from City University of New York, 13 from Columbia, 9 from Harvard and 8 from Yale.

The statement was posted on Oct. 1 on the website jadaliyya.com with 231 signatories and a call for others to add their names to the list. On Friday, the list had reached 360 names.

“As a community of scholars who study problems of power, oppression, and cultural hegemony, we have a moral responsibility to speak out and demand accountability from Israel and our own governments,” reads the statement, which endorses “boycott[ing] Israeli academic institutions that are complicit in these violations.”

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The Wandering Who?

Bücher, die sich mit der Frage nach der jüdischen Identität beschäftigen, dürften eine spannende Lektüre abgeben. Diesem nicht so einfachen Sujet hat sich der in Großbritannien lebende israelische Saxophonist Gilad Atzmon in seinem Buch gewidmet.

Von Ludwig WatzalBETWEEN THE LINES

Er geht der Frage nach, was eine jüdische säkulare Person motiviert, sich weiterhin als Jude zu fühlen. Darüber hinaus zeigt das Buch die negativen Konsequenzen einer jüdischen Identität, insbesondere wenn sie nicht auf der jüdischen Religion basiert. Jüdische Identität definiert er als „Jewishness“ (Jüdischkeit), die er vehement ablehnt. Für den Autor begann der Zionismus zu Beginn vielversprechend, bevor er von der „Jüdischkeit“ übernommen worden ist, und daraus resultiere das repressive israelische Verhalten gegenüber den Palästinensern. „Jüdischkeit“ ist für ihn eine säkulare ethnozentrische Ideologie bestehend aus: „Exklusivität, Einzigartigkeitsanspruch, rassischer Überlegenheit und einer tiefen innewohnenden Neigung zur Segregation“.

Der Autor wurde in Jerusalem geboren und lebt seit 1994 in London. Bescheidenheit scheint nicht zu seinen Stärken zu gehören, wie die einführenden selbstreferentiellen Bemerkungen über seine diversen Talente zeigen. Mit „Stolz“ bezeichnet er sich als einen „selbsthassenden Juden“, „Ich verachte den Juden in mir.“ Seine „Einsichten“ verdanke er Otto Weininger!
Seine Verweise auf jüdische Identität bleiben jedoch selektiv, spekulativ und wenig konzise. Hätte er sich konsequent nur auf diese Frage konzentriert, wäre das Buch ein Beitrag zu dieser wichtigen Debatte gewesen. Dagegen ergeht sich der Autor in kategorischen Aussagen zu Sachgebieten wie z. B. Geschichte, Wirtschaft, Psychologie, Völkerrecht und Menschenrechte. Ein gravierendes Problem des Atzmon-Buches besteht darin, dass der Autor mit zahlreichen Andeutungen arbeitet, um seine wirkliche Message an die Leserinnen und Leser zu bringen. „Jüdischkeit“ und jüdische Identität dienen ihm dabei nur als Vorwand. Im Subtext des Buches werden krude Verschwörungstheorien und antijüdische Vorurteile transportiert. Im November 2010 hat er auf einer Konferenz in Stuttgart erklärt: „Ich denke, dass Israel weit schlimmer ist als Nazi-Deutschland.“ Atzmon scheint von einem Nuklearkrieg zwischen Iran und Israel mit Millionen von Toten auszugehen, um fortzufahren: „Einige mutige Menschen werden sagen, dass Hitler recht hatte.“

Antisemitismus—ein treuer Verbündeter israelischer Propaganda

So sollte es sein.

So sollte es sein.

Die Rede von Israels Ministerpräsidenten vor der UN-Vollversammlung am 29. September 2014 war eine gewöhnliche Propagandarede. Eine Propagandarede, die als solche genannt werden kann, enthält eine gehörige Portion Lügen, Täuschungen und Irreführungen, die vermischt sind mit echten Tatsachen, und die Mischung ist dazu vorgesehen, die Herzen der Bevölkerung zu erobern. Alle Fernsehkanäle und die meisten Radiosender haben die Rede live übertragen.

Von Gideon SpiroDer Semit

Es gab keine Überraschungen. Alle Klischees, die Netanjahu immer wieder gebraucht, waren in dieser Rede enthalten. Er hat, Gott behüte, auch nicht vergessen, das Mantra vorzutragen, dass die IDF „die moralischste Armee der Welt“ sei. In der Strafaktion „Gegossenes Blei“ (2008/2009) wurden 121 Kinder getötet, und die IDF war die moralischste Armee der Welt. Im jüngsten Gaza Krieg (Sommer 2014) wurden mehr als 400 Kinder getötet, und es ist immer noch die moralischste Armee der Welt. Sogar noch moralischer. Mit einer solchen israelischen Logik kann man eine mathematische Formel erfinden, wonach je mehr palästinensische Kinder man tötet, die Moral der Armee stärker ist. Früher waren wir die Moralischsten der Welt und jetzt sind wir es erst recht.

Ein anderes Mantra, das eine Art Pflicht ist in jeder Propagandarede, trägt den Namen „Israel – die einzige Demokratie im Nahen Osten“. Sie fehlte nicht in der Rede. Wie lange noch wird Netanjahu diese Lüge wiederholen? Die ganze Welt weiß doch, dass in dem Gebiet, das unter israelischer Besatzung ist, seit 47 Jahren ein Apartheid Regime herrscht, das heißt, Menschenrechte für Juden und Gesetzlosigkeit für Palästinenser. Das ist ein abgenutztes Mantra, das seine Kraft und Macht verloren hat, und man kann es in die Schublade der Mantras ablegen, die nicht mehr wirken.

Der Antisemitismus, oje der Antisemitismus, wie gut, dass es den gibt, ein treuer Verbündeter der israelischen Propaganda. Mit seiner Hilfe kann man jede Kritik verstummen lassen. Und der Islamische Staat, der neue Freund der israelischen Propaganda, wird allen Feinden Israels angeheftet, dem Iran, der Hamas und auch der Hisbollah. Wenn es keinen Unterschied gibt zwischen den Fundamentalisten, wird Netanjahus Puzzle nicht vollständig sein, wenn man nicht auch die jüdischen Fundamentalisten hinzufügen wird, die Rabbis der besetzten Gebiete, ihre Jünger und natürlich auch die Hügel-Jugend, die den Zionismus erneuern und ihm religiösen Fanatismus einhauchen.

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Aus der Traum vom Frieden

Friede„Was ist Frieden – und was rechtfertigt welchen Krieg unter den realen Bedingungen?“

Von Wolfgang Ockenfelskath.net

Der Traum vom ewigen Frieden ist wieder einmal ausgeträumt. Militärische Konflikte und terroristische Aktionen breiten sich aus und kommen immer näher. Die Ein- und Anschläge haben längst Deutschland, Europa und den „freien Westen“ erreicht.

Dabei waren wir uns nach 1989, nach der Auflösung des sowjetischen Imperiums, ziemlich sicher, daß sich künftige ideologische Differenzen, ökonomische Konkurrenzen und politische Machtkämpfe recht gut mit Dialogen neutralisieren ließen. Oder daß sie wenigstens nach pragmatischen Fairneßregeln eines freien globalen Marktes in zivilisierte Bahnen gelenkt werden könnten.

Religiös-kulturelle Überzeugungen der irrationalen, fanatischen und aggressiven Art lassen sich freilich nicht nach dem diskurstheoretisch-ökonomischen Modell besänftigen. Sie schreien laut in der Sprache der Gewalt, auf die es nur die Antwort der Gegengewalt zu geben scheint. Was sich uns als Problemlösungsmodell anbietet, ist inzwischen selber zum Problem geworden. Unsere politisch-ökonomischen Eliten sind nicht nur „unmusikalisch“, sondern taub, wenn es darauf ankommt, die religiösen, kulturellen und auch moralischen Signale zu hören, die den Konflikten vorausgehen und sie begleiten.

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Kirchenmeile: Die Vergottung eines Beitritts

Screenshot:BB

Screenshot:BB

Der evangelische Bischof Ralf Meister hat am Donnerstag in Hannover die “Kirchenmeile” beim Bürgerfest zum Tag der deutschen Einheit eröffnet. “Dass wir heute von einem gemeinsamen Deutschland sprechen können, ist für mich ein Anlass zu großer Dankbarkeit”, sagte er.

evangelisch.de

Meister ist Ratsvorsitzender der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen. Zum Tag der deutschen Einheit werden bis Freitag rund 500.000 Besucher in Hannover erwartet, unter ihnen Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Auf der “Kirchenmeile” vor der HDI-Arena am Maschsee stellen sich mehrere evangelische Initiativen aus Niedersachsen vor: von der “Reformationsstadt” Emden über den Pilgerweg von Loccum nach Volkenroda bis zum Sozialkaufhaus “fairkauf” in Hannover. In direkter Nachbarschaft präsentierten sich die katholischen Kirche sowie Juden, Muslime, Aleviten und Jesiden. Am Ostufer des Sees haben die 16 Bundesländer sowie Bundestag und Bundesrat Info-Pavillons aufgebaut.

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