Archiv der Kategorie: Judentum

Drei unangenehme Wahrheiten zum Nahost-Konflikt

Ein israelischer Soldat beobachtet Proteste im Westjordanland Foto: picture-alliance/Anna Ferensow

Warum finden Israelis und Palästinenser keinen dauerhaften Frieden? Warum pumpen die Saudis nicht Geld nach Gaza? Warum gibt es dort keine Strandhotels? Drei Gründe, die zu selten benannt werden.

Von Hannes SteinDIE WELT

Eigentlich sollte nichts auf dieser Welt leichter zu lösen sein als der israelopalästinensische Konflikt. Israel beendet die Besatzung des Westjordanlandes und zieht sich auf sein Kernland zurück; die Palästinenser bekommen einen eigenen Staat; die Stadtgrenzen von Jerusalem werden so ausgeweitet, dass sie Abu Dis einschließen; dort nimmt die Palästinenserregierung ihren Sitz ein, so dass Jerusalem tatsächlich die Hauptstadt sowohl der Israelis als auch der Palästinenser wird.

Die Saudis überschütten den neu entstandenen Staat mit Petrodollars, so dass dort ein arabisches Wirtschaftswunder blüht; die Zeit heilt die schlimmsten Wunden; schon in der nächsten Generation gibt es gutnachbarschaftliche Beziehungen. Fertig. Warum ist all das nicht längst passiert? Weil es drei unangenehme Wahrheiten gibt, denen kaum ein Mensch ins hässliche Gesicht schaut.

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Jüdische Organisation: Europa ist «reif» für Islamisten-Terroranschlag

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Der Europäische Jüdische Kongress stellt fest: In den vergangenen Wochen haben Zehntausende radikale Islamisten bei Kundgebungen in Europa einen «Heiligen Krieg» (Dschihad), die Ermordung von Juden sowie die Einführung der Scharia verlangt.

kath.net

Der Europäische Jüdische Kongress (EJC) sieht Teile Europas «reif» für einen Anschlag der Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS). In den vergangenen Wochen hätten Zehntausende radikale Islamisten bei Kundgebungen in Europa einen «Heiligen Krieg» (Dschihad), die Ermordung von Juden sowie die Einführung des islamischen Strafrechts, der Scharia, verlangt, erklärte EJC-Präsident Moshe Kantor am Montag in Brüssel. Auch zunehmende Angriffe auf jüdische Einrichtungen zeigten, dass es darum gehe, «einen Religionskrieg auf dem Kontinent zu entfachen».

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«Über Gott reden, nicht über Demokratie»

Ein islamistischer Fundamentalist im Irak zerstört eine Marienstatue. Bild: 20min.ch/mehr

Es sei höchste Zeit, dass Europa endlich über Religionskonflikte spreche anstatt nur über Demokratie und Menschenrechte, sagt der Historiker und Friedensforscher Daniele Ganser.

Von Désirée Pomper20min.ch

Herr Ganser*, mit dem Aufkommen radikaler islamistischer Terrorgruppen wie der IS, Boko Haram oder Al-Shabab, die Jagd auf religiöse Minderheiten machen, ist der Religionskonflikt wieder entflammt. In Europa aber, so scheint es, wird das Thema Religion tabuisiert.
Genau. Wir stellen die Frage nach Gott nicht. Wir reden lieber über Demokratie und Freiheit. Dschihadisten aber wollen über Gott sprechen! Das Problem ist, dass wir von unserer historischen Entwicklung her an einem anderen Punkt sind. Wir haben den Religionskrieg hinter uns. Darüber sind wir hinweg. Religionskriege sind in der Schweiz kein Thema mehr. Aber wir müssen uns dieser Diskussion dringend wieder stellen.

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Säkulare Grüne fordern die Rücknahme des Beschneidungsgesetzes (§ 1631d BGB)

Nachdem die Debatte zur Genitalbeschneidung von Jungen etwas abgeebbt ist, möchte der Bundesweite Arbeitskreis Säkulare Grüne mit diesem Positionspapier eine ernsthafte und sachliche Diskussion bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (zum Beispiel in frauen- gesundheits-, menschenrechts- und religionspolitischen Gremien) und darüber hinaus hervorrufen.

Bundesweiter Arbeitskreis Säkulare Grüne

Kinder – eigenständige Träger*innen von Menschenrechten

In den letzten Jahrzehnten hat in Deutschland ein gesellschaftlicher Paradigmenwechsel hinsichtlich der Beurteilung der Rechtspositionen von Kindern stattgefunden. Allgemein akzeptiert ist mittlerweile, dass Kinder eigenständige Träger*innen von Menschenrechten sind, mit der Folge, dass auch die überkommenen Elternrechte auf Bestimmung und Prägung des Kindes eingeschränkt sind. Kinder werden nicht mehr vorrangig als Eigentum der Eltern oder der Familie betrachtet. Eine Betrachtung „vom Kind her“ ist im Vordringen. Bedeutsamer Ausdruck dieser Entwicklung ist das Anfang dieses Jahrhunderts geschaffene gesetzliche Verbot der Anwendung von Gewalt gegen Kinder und das Verbot entwürdigender Maßnahmen als Erziehungsmittel. Die Rechtsordnung muss Kindern Schutz gewähren, nötigenfalls gegen die eigenen Eltern, deren Erziehungsmaßnahmen und auch deren religiösen Vorstellungen.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat an dieser Entwicklung einen maßgeblichen Anteil und orientiert sich auf eine Verstärkung der Positionen von Kindern im sozialen Umfeld und in der Gesellschaft. Der Bericht der Grünen-Kinderkommission von 2006 fordert „eine Politik, die das Wohl und die Rechte der Kinder in den Mittelpunkt stellt“ und lehnt die Fixierung auf „die Rolle, die Kinder als zu erziehendes Objekt … spielen“ ab. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – als Menschen- und Bürgerrechtspartei – formuliert eindeutig: „Ein Perspektivenwechsel zu einer kindzentrierten Politik ist ein bedeutender Schritt hin zu einer konsequenten Anwendung von Bürger*innenrechten. Das so genannte Kindeswohl definiert sich heute allzu oft aus der Sicht der Erwachsenen. Auch im Rechtssystem ist ein Perspektivenwechsel hin zu einer stärkeren Rechtsposition von Kindern überfällig.“

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Israelis on Facebook wish death for Holocaust survivors against ‘Protective Edge’

Israelis lash out against holocaust survivors who oppose ‘Protective Edge’ Image: 972mag.com

Nope, it’s not The Onion.

By Ami Kaufman⊕972

A few days ago some 300 Holocaust survivors placed an ad in the New York Times condemning the massacre in Gaza. My colleague from Local Call, John Brown, has selected a few of the responses on Facebook that Israelis posted in response to the ad.

I’ve translated a few from John’s selection:

David Cohen: Those aren’t Holocaust survivors those are probably collaborators with the Nazis.

Shmulik Halphon: He’s invited to go back to Auschwitz.

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Israel: Keine orthodoxe Bevormundung mehr erwünscht

Israels Oberrabbiner David Lau. Für die Pflege der Religion sind dann die Männer mit den großen Hüten und den langen Bärten zuständig, glauben viele Israelis. (dpa/picture alliance/Maurizio Gambarini)

In Israel bestimmt das orthodoxe Oberrabbinat über Familienstands- und sonstige religiöse Fragen. Reformjüdische Gemeinden werfen dem Rabbinat den Missbrauch einer staatlich gesicherten Vormachtstellung vor und fordern nun die gesetzliche Gleichstellung der verschiedenen Strömungen des Judentums.

Von Ruth KinetDeutschlandfunk

Nach der Gründung des Staates Israel setzte das israelische Parlament ein orthodoxes Oberrabbinat ein, das für alle in Israel lebenden Juden bei zivilrechtlichen Fragen wie Eheschließungen und -scheidungen, bei Erbangelegenheiten und bei der Anerkennung eines Übertritts zum Judentum zuständig ist. Reformjüdische Gemeinden in Israel lehnen es aber zunehmend ab, dass das orthodoxe Oberrabbinat für auch für sie zuständig ist und fordern von der Politik eine andere gesetzliche Lösung:

“Ich bin heute noch mehr der Idee verpflichtet denn je, dass es in Israel eine Gleichstellung geben muss zwischen den verschiedenen Strömungen des Judentums.”

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Im Gaza-Krieg droht ein Flächenbrand

Bild: NWZ.online

Ein Israelischer Luftangriff ebnet ein Wohnhochhaus ein – fünf Minuten hatten die Bewohner in Gaza vorher Zeit, sich in Sicherheit zu bringen. In der Nacht schlagen fünf Raketen aus Syrien auf den israelischen Golanhöhen ein.

NWZ Online

Der Gaza-Konflikt droht wieder mit voller Wucht zu entbrennen: Fünf aus Syrien abgefeuerte Raketen sind in der Nacht zum Sonntag auf den Golanhöhen eingeschlagen. Die israelische Armee teilte mit, sie seien an verschiedenen Orten niedergegangen. Es gab keine Berichte zu möglichen Opfern oder Sachschäden. Israel hatte die Golanhöhen 1967 von Syrien erobert. Im Juni bombardierte die israelische Armee nach einem tödlichen Angriff aus Syrien Stellungen des syrischen Militärs.

Die neuen Angriffe nährten die Sorge vor einer Ausweitung des Gazakonflikts. Nur Stunden zuvor hatten Extremisten im Libanon zwei Raketen auf den Norden Israels abgefeuert. Ein Haus in Galiläa sei getroffen worden, teilte der israelische Rundfunk mit. Acht Menschen hätten einen Schock erlitten. Israel legte den Angaben zufolge Beschwerde bei der internationalen Beobachtertruppe Unifil im Südlibanon ein.

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Auch deutsche Juden überlegen auszuwandern

Bild: brightsblog

Bild: brightsblog

Der Antisemitismus der Islamisten hierzulande verängstigt die Juden. Er führt dazu, dass einige von ihnen wie ihre französischen Glaubensbrüder an eine Ausreise denken. Das darf nicht geschehen.

Von Filipp PiatovDIE WELT

Das Warschauer Getto ist kein guter Ort, um sich zu erinnern. Nicht, wenn man aus Deutschland kommt und aufwendige Denkmäler gewöhnt ist. In Warschau ist die Geschichte ein Teil des Alltags geworden, die Überreste der Gettomauer stehen inmitten von Wohnhäusern. Nur eine kleine Plakette erinnert an die Bedeutung der Mauer, die Hunderttausende Juden auf engstem Raum zusammenpferchte. Die Juden selbst haben ihren Platz im Warschauer Alltag verloren. Das ehemalige Zentrum des europäischen Judentums schafft es nicht einmal, eine einzige Synagoge am Freitagabend zu füllen.

Die Folgen für das jüdische Leben in Deutschland und Polen, Täter- und Opferland, verbinden Parallelen. In beiden Ländern wurde die ansehnliche jüdische Minderheit bis auf ein Minimum dezimiert, doch während man in Deutschland zumindest auf höchster politischer Ebene darum bemüht ist, jüdisches Leben zu fördern, kam in Polen angesichts der eigenen Opferzahlen die Wiederherstellung jüdischen Lebens zu kurz. Wie in so vielen Ländern trennte man immer jüdische von einheimischen Opfern.

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Posse: Ex-Katholikin darf auf jüdischem Friedhof beerdigt werden

Die jüdische Kultus-Gemeinde muss auf ihrem Friedhof an der Schulzstraße eine Nicht-Jüdin beerdigen lassen, obwohl sie dies seit über drei Jahren energisch verweigert hat.Foto: Kerstin Konoska

Eine Ex-Katholikin darf neben ihrem Ehemann auf dem jüdischen Friedhof beerdigt werden. Dies haben jetzt Richter entschieden, nachdem sich die jüdische Kultus-Gemeinde mehr als drei Jahre energisch geweigert hatte. Ausschlaggebend für die Entscheidung war letztlich ein alter Vertrag.

Von Franz WilmsenDER WESTEN

Die jüdische Kultus-Gemeinde muss auf ihrem Friedhof an der Schulzstraße eine Nicht-Jüdin beerdigen lassen, obwohl sie dies seit über drei Jahren energisch verweigert hat. Dieses Urteil fällte am Freitag das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen. Wird die Entscheidung rechtskräftig, findet Hildegard Schwarz nach langem Kampf ihrer Stiefkinder Rafaela und Michael endgültig ihre ewige Ruhestätte neben ihrem Mann Josef, mit dem sie 38 Jahre verheiratet war.

Schon mehr als 25 Jahre vor dem Tod des Ehemanns im Jahr 1996 beschäftigte die Eheleute sehr die Frage, wo sie denn gemeinsam nebeneinander bestattet werden könnten. Es gab da nämlich ein großes Problem: Josef Schwarz war Jude, seine Frau Hildegard war eine aus ihrer Kirche ausgetretene Katholikin, aber eben nicht zum Judentum konvertiert. Und Nichtjuden dürfen nach den religiösen Grundsätzen der Juden nicht auf jüdischen Friedhöfen bestattet werden. Schon gar nicht in einer Grabstelle mit einem Juden oder einer Jüdin. Selbst wenn sie Ehepartner waren.

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Die Suche nach der Heiligen Vorhaut(Sanctum Praeputium)

Bild: arte/BB

Bild: arte/BB

Fast 2.000 Jahre lang war die Vorhaut von Jesus Christus die heiligste Reliquie der katholischen Kirche, das einzige Stück vom Fleische Jesu, das auf der Erde verblieben ist, nachdem er gen Himmel gefahren war. Das Sanctum Praeputium, ein Teil des Göttlichen! Doch dann passierte es: Zu Neujahr 1983 musste ein Pater den Pilgern verkünden, dass ihre geliebte Reliquie gestohlen wurde.

arte.tv

Sie ist die heiligste und die sonderbarste Reliquie des Christentums: Die Heilige Vorhaut Christi. Das kleine Hautstück reiste seit der Beschneidung des Jesuskindes quer durch die Jahrhunderte, bis es durch Kriegswirren und Zufälle im 16. Jahrhundert ins italienische Dorf Calcata gelangte. Gläubige aus ganz Europa pilgerten seitdem dorthin, um den letzten auf Erden verbliebenen Teil von Gottes Sohn anzubeten.

Bis zu jenem Neujahrstag 1983, an dem die Reliquie unter mysteriösen Umständen verschwindet. Sind gotteslästernde Diebe die Täter, wie Pater Don Dario seine Gemeinde glauben machen will? Oder hat die Kirche, die mit dem Kult um die Vorhaut nie wirklich glücklich war, selbst die Hände im Spiel?

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Umfrage: Mehrheit der Israelis lehnt interreligiöse Ehe ab

Bild: brightsblog

Bild: brightsblog

Eine große Mehrheit der israelischen Bevölkerung ist gegen eine Ehe mit einem Partner, der nicht der eigenen Religion angehört.

evangelisch.de

Die Zeitung “Haaretz” veröffentlichte am Freitag eine Studie, der zufolge 75 Prozent der befragten Juden nur einen jüdischen Partner heiraten würden. Unter den arabischen Teilnehmern der Umfrage sprachen sich 65 Prozent gegen eine Ehe außerhalb der eigenen Religionszugehörigkeit aus.

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Rolf Verleger: Kritischer Jude vom Dienst

Rolf Verleger, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0/JustusNussbaum

Die mediale Karriere des Professors Rolf Verleger

Von Michael WuligerJüdische Allgemeine

Rolf Verleger ist in diesen Wochen ein vielzitierter Mann. Von ZDF und Deutschlandfunk über die Frankfurter Rundschau, die Badische Zeitung und die Junge Welt bis zur Website islam.de reicht das Spektrum der Publikationen, die dem Lübecker Psychologieprofessor ein Forum bieten. Und was er dort zu sagen hat, wird von anderen Medien gern aufgenommen und weiterverbreitet.

Zum Beispiel, dass »die Israelis in Gaza ein Massaker« anrichten, antisemitische Parolen auf Demonstrationen »Ausbrüche von verständlicher Empörung« sind und die hiesigen jüdischen Gemeinden mit ihrer Solidarität für Israel den Judenhass »geradezu herausfordern«. Zumal die Hamas moralisch im Recht ist: »Würden Sie der Gazabevölkerung das Recht absprechen, sich gegen den Terror Israels zu wehren?«

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Moscheen in Deutschland gehören zur Türkei!

Moscheen gehören nicht zu Deutschland! © Islamwoche Berlin

Ob der Islam zu Deutschland gehört oder nicht, wird bekanntlich bei jeder sich bietenden Gelegenheit lebhaft diskutiert. Ob Muslime zu Deutschland gehören, bekommt diese Tage eine erste Antwort; wohin Moscheen gehören, ebenfalls.

Von Ekrem ŞenolMiGAZIN

Nach dem Brand an der im Bau befindlichen Berliner Mevlana Moschee haben weder der regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) noch der Innensenator oder die Senatorin für Integration die Unglücksstelle besucht, sondern der türkische Botschafter Avni Karslıoğlu und der türkische Generalkonsul Ahmet Başar Şen. Die beiden Repräsentanten der Türkischen Republik machten sich persönlich ein Bild von der Lage, bekundeten Anteilnahmen und hörten sich die Ängste und Sorgen der Gemeindemitglieder an. So erfuhren sie beispielsweise, dass der Moscheebau deshalb so schleppend vorangeht weil dringend benötigte Moscheebauer aus der Türkei seit vielen Monaten vergeblich auf ein Visum warten.

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Antisemitismus und Islamfeindlichkeit: Ein Vergleich von auferlegten Gruppenidentitäten

Muslimische Frauen: Oft Ziel von anti-islamischen Ressentiments und Angriffen © by Garry Knight auf Flickr (CC BY 2.0), bearbeitet islamiQ

Können einige der sprachlichen Mechanismen, die dem stereotypischen Porträt des „Kollektiven Juden“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts entsprachen, in den Stereotypen des „Muslims“ zu Beginn des 21. Jahrhunderts gefunden werden? Dieser und weiteren Fragen geht Cora Alexa Døving nach.

Von Cora Alexa Døving—IslamiQ

Existieren Ähnlichkeiten zwischen stereotypischen Porträts von Minderheiten, ungeachtet des sozialen und historischen Kontextes? Können einige der sprachlichen Mechanismen, die dem stereotypischen Porträt des „Kollektiven Juden“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts entsprachen, in den Stereotypen des „Muslims“ zu Beginn des 21. Jahrhunderts gefunden werden? Ist es insgesamt relevant, den Antisemitismus mit anderen Formen der Intoleranz, Diskriminierung und des Rassismus im Einklang zu betrachten? Diese Fragen bilden einen Teil der vergleichenden Analyse der antisemitischen Texte vom Anfang des 20. Jahrhunderts und antiislamischen Debatten, die heute in Norwegen geführt werden.

Während sich dieser Artikel gegen eine grundlegende Analogie zwischen Antisemitismus und Islamfeindlichkeit (und ebenso gegen eine Analogie zwischen der strukturellen Position der Juden im neunzehnten Jahrhundert und Muslimen heute) stellt, argumentiert er für die Bedeutung einer vergleichenden semantischen Analyse der negativen Stereotypen des „Muslims“ und des „Juden.“

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Antisemitismus: “Es geht um Israel, nicht um die Juden”

Abraham Melzer, 69 Jahre, in Israel aufgewachsen, lebt seit 1958 in Deutschland, zunächst in Köln, seit 1967 in Frankfurt und Neu-Isenburg. Bis 2012 führte er den Joseph-Melzer-Verlag, den sein Vater gegründet hatte.

Der Frankfurter Verleger Abraham Melzer spricht im FR-Interview über Angriffe auf Frankfurter Juden, Antisemiten und Israelfreunde.

Von Milan JaegerFrankfurter Rundschau

Herr Melzer, Ende vergangener Woche wurde bei einer bekannten Frankfurter Jüdin die Scheibe eingeschlagen. Der oder die Täter riefen „Judenschwein“. Flammt der Antisemitismus gerade wieder neu auf?
Dieser Vorfall ist schlimm. Ich bin darüber bestürzt. Ich glaube aber nicht, dass der Antisemitismus neu aufflammt.

Was sagen uns solche Anschläge?
Sie sagen uns, dass die Emotionen hochkochen. Unvernünftige gibt es überall. Es gibt natürlich auch Antisemiten in Deutschland. Ich bin aber der Ansicht, dass die Haltung – ich unterstelle jetzt einmal, dass die Täter aus einem muslimischen Kontext kommen – der Moslems in Frankreich und Deutschland nichts mit Antisemitismus im wissenschaftlichen und fachlichen Sinne des Begriffs zu tun hat. Diese Antihaltung gegenüber Israelis und Juden ist eine Folge des Nahost-Konflikts. Und in diesem geht es nicht um Religion, sondern um das Land. Selbst die Palästinenser im Gazastreifen hassen doch nicht die Juden der Welt. Ich bin empört und verärgert über das Unrecht, das man diesen Leuten antut, wenn man sagt, sie seien Antisemiten. Die Palästinenser waren keine Antisemiten und sie sind heute keine. Sie hassen nicht die Juden, sie hassen die Israelis und dazu haben sie reale Gründe. In meinen Augen ist das ein gewaltiger Unterschied.

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“Fallt bloß nicht auf” – Berliner Juden sind verunsichert

Neue Unsicherheit: Kantor Amnon Seelig trägt seine Kippa normalerweise auf dem Weg zu und von der Arbeit. Nun überlegt er, ob er sie besser nur in der Synagoge aufsetzen soll . Foto: Amin Akhtar

Mit oder ohne Kippa? Nach antisemitischen Vorfällen bei Gaza-Protesten fragen sich Berliner Juden, ob sie sich als solche zu erkennen geben sollen. Zu ihnen gehört auch Kantor Amnon Seelig.

Von Christine KenscheBerliner Morgenpost

Amnon Seelig kauft den Hummus heute vorsichtshalber an einem anderen Stand. Besucher hat er sonst immer zu dem Wagen um die Ecke geführt, zum “besten Falafelladen im Wedding”, wie er findet. Doch als er neulich dort vorbeiging, hatte der Besitzer einen bestickten Schal aufgehängt. Die Umrisse Israels sind darauf zu sehen, aber Tel Aviv, wo seine Eltern wohnen, existiert auf dieser Karte nicht. Alle Ortsnamen sind auf Arabisch geschrieben. “Wir werden gewinnen”, steht darüber. Ein Palästina ohne Juden.

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Worse than Hamas? Gaza’s other terror groups

Islamic Jihad rockets, ready to fire, in northern Gaza. (Photo credit: Flash90/File)

From Islamic Jihad to the Popular Resistance Committees, the Strip enclave is crawling with organizations viciously hostile to Israel

By Ben SalesThe Times of Israel

After four weeks of a punishing Israel air and ground campaign that left nearly 2,000 dead (an estimated 1,000 of them gunmen, according to Israel) and much of Gaza in ruins, Hamas has lived to see another day.

For Israel, that might not be the worst thing. That’s because for all of Hamas’s violent extremism, it also governs a territory, maintains a social service wing and controls smaller, more extremist factions. Through mediators, Hamas and Israel have reached agreements in 2011 and 2012, and are negotiating another one right now in Cairo.

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Radikale Israelis bedrohen jüdisch-muslimisches Paar

So sollte es sein.

So sollte es sein.

Ein jüdisch-muslimisches Paar muss seine Hochzeitsfeier von 14 Sicherheitsbeamten schützen lassen. Eine extremistische israelische Organisation hat dazu aufgerufen, die Feier zu stören.

DER TAGESSPIEGEL

Ein jüdisch-muslimisches Paar aus Tel Aviv muss sich bei seiner Hochzeitsfeier vor Übergriffen einer extremistischen israelischen Organisation fürchten. Das berichteten israelische Medien am Freitag. Die Organisation “Lehava” veröffentlichte demnach im Internet eine Einladung zur Feier von Mahmud Mansur und Morel Malka. „Lehava“ rief zu einer Demonstration mit Plakaten und Megaphonrufen gegen die Vermählung auf. Das Brautpaar sah sich nun offenbar gezwungen, Sicherheitspersonal für die Feier am Sonntag zu engagieren.

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Protest gegen Gaza-Krieg: Niederländer gibt israelische Auszeichnung zurück

Medaille “Gerechter unter den Völkern”. Bild: foerderverein-hoeffner.de

Seine Familie versteckte ein jüdisches Mädchen vor den Nazis. Dafür wurde Henk Zanoli in der Gedenkstätte Jad Vaschem als “Gerechter unter den Völkern” geehrt. Nun gibt der Niederländer die Auszeichnung zurück. Israels Armee soll Angehörige des Mannes in Gaza getötet haben.

SpON

Der 91 Jahre alte Niederländer Henk Zanoli gibt seine Auszeichnung als “Gerechter unter den Völkern” zurück. Er protestiert dagegen, dass sechs seiner Familienmitglieder bei einem israelischen Angriff im Gaza-Streifen getötet worden seien.

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Journalismus in Gaza

Auch bei Propaganda und falschen Informationen gilt es für Journalisten, die Wahrheit herauszufinden
Foto: fabcom / flickr | CC-BY-NC 2.0

Journalisten sollen neutral berichten. Sie dürfen sich von schrecklichen Kriegs-Bildern nicht auf eine Seite ziehen lassen. Sie sollen die ganze Wahrheit zeigen. Wie schwierig sich diese Anforderungen in der Praxis umsetzen lassen, zeigen Erfahrungsberichte von Journalisten, die über den Gaza-Krieg berichten.

pro Medienmagazin

Laut dem Pressebüro der israelischen Regierung sind 705 Journalisten aus 42 Ländern nach Israel gekommen, um den Gaza-Krieg zu dokumentieren – zusätzlich zu den bereits etwa 750 ausländischen Journalisten, die bereits im Land arbeiten. Während der Operation „Wolkensäule“ gegen die Hamas im November 2012 waren 303 zusätzliche Journalisten angereist.

Das Pressebüro war in den vergangenen Wochen darum bemüht, den Medienvertretern ein umfassendes Bild des komplexen Konfliktes zu vermitteln. Es hatte für die Journalisten in Aschkelon ein Medienbüro eröffnet. Wöchentlich organisierte es Touren, Besuche bei israelischen und palästinensischen Verletzten in Krankenhäusern in Israel, Pressekonferenzen mit Politikern und Militärs. Richard Kemp, ein ehemaliger Kommandeur der britischen Truppen in Afghanistan, informierte die Journalisten über die Herausforderungen von Häuserkämpfen und Guerillakriegen. Die Medienvertreter wurden Zeugen von humanitären Hilfslieferungen in den Gazastreifen.

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