Archiv der Kategorie: Katholizismus

Wahl Dodo des Monats September 2014

Dodo des Monats September 2014

Dodo des Monats September 2014

Der Monat September ist Geschichte und eine Füllen von obskuren, irrationalen, fundamentalistischen Aussagen, Meinungen, aus Politik und Religion, haben sich angesammelt. Die Kandidaten sind letztlich eine Auswahl aus dem ganzen Müll, der  im Laufe eines Monats produziert wird. Hier sind die Kandidaten:
  1. Reinhard Marx, “will Gesundheitspolitik mit dem Strafgesetzbuch regeln.”
  2. WDR, “manipuliert Ukraine-Konflikt mit altem Panzerbild.”
  3. Volker Kauder, “…christlich-völkisches Geburtsrecht.”
  4. Christine Lieberknecht, “mit Bibelversen gegen die AfD.”
  5. Yasmin Fahimi, “erklärt den Islam.”
  6. Karin Bertholdes-Sandrock, “warnt vor Homosexuellen an Schulen.”
  7. Jean-Claude Hollerich, “droht mit Kulturkampf in Luxemburg.”
  8. Malu Dreyer, “wünscht sich gemeinsames Abendmahl.”
  9. Günther Jauch, “gerät der Dschihad-Talk aus dem Ruder.”
  10. Papst Franz, “beschwört den Teufel.”
  11. Peter Frey, “Eklat im ZDF-Fernsehrat.”
  12. Deutsche Bischofskonferenz, “Aufklärung der Missbrauchsfälle kommt nicht voran.
  13. Aiman Mazyek, “Kopftuchurteil ist Rückschlag für Integration.”
  14. Wolfgang Thierse, “Kirche ist Anwalt der Ausgegrenzten.”
  15. Bundesarbeitsgericht, “Kirchliche Einrichtungen dürfen Kopftuch verbieten.”
  16. “Marsch für das Leben”, “Gott macht Müll.”
  17. Martin Walser, “im Gotteswahn.”
  18. Volkshochschule Mainz, “Esoterische Angebote im Programm.”
  19. Stadtrat Leipzig, ” 700 Millionen € Schulden, 1 Million für die Katholen.”

Die Wahl ist bis zum 07. Oktober 2014, 18:00 Uhr befristet. Mehrfachauswahl ist möglich. Der Gewinner wird am 08.10., hier auf dem Blog, gewürdigt. Viel Spaß!

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Die Mär von der christlichen Ehe

Bild: Erzbistum Köln

Zu einem Plädoyer für die Zulassung zivilrechtlich Wiederverheirateter zur Eucharistie.

Von Martin Grichtingkath.net

Die nahende Bischofssynode 2014 und 2015 über “Die pastoralen Herausforderungen im Hinblick auf die Familie im Kontext der Evangelisierung” hat erwartungsgemäß zu einer Fülle von Publikationen geführt. In der Reihe “Quaestiones disputatae” (Nr. 264) geben Markus Graulich und Martin Seidnader in diesem Kontext einen Sammelband heraus, der dem “kirchlichen Handeln angesichts von Scheidung und Wiederheirat” gewidmet ist, wie es im Untertitel heißt. Der Titel des Werkes “Zwischen Jesu Wort und Norm” lässt erahnen, dass ein Zwiespalt zwischen Jesu Willen und dem kirchlichen Lehramt postuliert wird, der nach einer “neuen” Lösung ruft. Zumindest diese Erwartung wird bei der Lektüre des Werkes nicht enttäuscht, das philosophische, systematisch-theologische, kanonistische, exegetische und pastoraltheologische Beiträge versammelt.

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Ministerpräsidentin Dreyer wünscht sich gemeinsames Abendmahl

Foto: epd-bild / Meike Böschemeyer

Es werde Zeit, das Verbindende und nicht das Trennende zwischen den Konfessionen in den Vordergrund zu stellen, schreibt die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin auf einer Internetseite zum Reformationsjubiläum 2017.

evangelisch.de

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) wünscht sich ein gemeinsames Abendmahl für alle Christen. “Ich hoffe es vor allem für die vielen Menschen in Familien mit verschiedenen Konfessionen, die unter dem Ausschluss leiden”, schreibt die Katholikin in einem Beitrag für die Internetseite “www.2017gemeinsam.de”. Ein gemeinsames Abendmahl “wäre ein sichtbares Zeichen christlicher Gemeinschaft und Verbundenheit über alle theologischen Unterschiede hinweg”.

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Christliche Selbstverteidigung: Die rechte und die linke Wange

Freude an der Kampfkunst, nicht aber an der Gewalt: fortgeschrittene Karateka bei einem Lehrgang in Strausberg. (Hans Wiedl, dpa picture-alliance, bearb. BB)

Freude an der Kampfkunst, nicht aber an der Gewalt: fortgeschrittene Karateka bei einem Lehrgang in Strausberg. (Hans Wiedl, dpa picture-alliance, bearb. BB)

Im Nordirak und an vielen anderen Orten weltweit sind Christen Gewalt und Verfolgung ausgesetzt. Manche greifen zur Selbstverteidigung, andere warnen davor, sich zu wehren. Über die Vereinbarkeit von Kampfkunst und christlicher Ethik und sogenannte “Gotteskämpfer”.

Von Peter KaiserDeutschlandradio Kultur

“Taufen sind selten geworden in Tur Abdin, dem Berg der Knechte Gottes. Hier im Südosten der Türkei, nahe der Grenze zu Syrien und Irak, befindet sich eines der ältesten Klöster der Welt.”

“Vor der US-Invasion lebten mehr als eine Million Christen im Irak. Mehr als die Hälfte hat das Land seitdem verlassen.”

“Die Probleme in Nigeria sind sehr vielfältig. Wir haben ethnische, soziale, und ganz besonders religiöse Probleme. Und wenn dann all diese Themen aufeinander treffen, dann entsteht ganz oft ein Pulverfass. Das wiederum führt zu großen Krisen (…) und Gewalt und Leid.”

Die Situation ist nicht neu und vielfach bekannt. Jahr für Jahr werden Christen weltweit auf vielfältige Weise drangsaliert. Mitunter werden sie wegen ihres Glaubens auch getötet.

“Wenn ein Glied leidet, leiden die anderen Glieder mit.”

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Teures ZDF, das ziemt sich nicht! Jesus beleidigt

Screengrab youtube

Screengrab youtube

Die Satire-Sendung „heute-show“ zog Christen beim „Marsch für das Leben“ durch den Kakao. Kein Ruhmesblatt für einen gebührenfinanzierten Sender, meint idea-Redaktionsleiter Wolfgang Polzer.

kath.net

Satire darf alles, sagt man. Mag sein, aber es ziemt sich nicht alles. Für einen öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ziemt es sich jedenfalls nicht, Bürger, die für die Schwächsten auf die Straße gehen, durch den Kakao zu ziehen. So geschehen in der „heute-show“ des ZDF (26. September, 22.30 Uhr), die die 5.000 Teilnehmer des „Marsches für das Leben“ der Lächerlichkeit preisgab. Schließlich demonstrierten dort 5.000 Gebührenzahler für jene Mitmenschen, die sich selbst nicht gegen die Bedrohung ihres Lebens wehren können: die von Abtreibung bedrohten ungeborenen Kinder und die Senioren, denen die Sterbehilfe winkt. Noch dazu mussten sich die Christen, die sich für ein Europa ohne Abtreibung und Euthanasie engagieren, in ihrem Glauben provozieren lassen, während die linksgerichteten und teilweise gewaltbereiten Störer des Marsches ungeschoren davon kamen.

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Zinsen: Ein Pfund Fleisch aus des Schuldners Körper

Eu_Euro1Jahrhundertelang waren Zinsen verboten. Warum eigentlich? Ein historischer Abriss.

Von Sara WeberZEIT ONLINE

Die Geschichte der Zinsen ist voller Geheimnisse, Lügen, Verbote. Zu den ältesten Zinssystemen gehört das babylonische. Im 18. Jahrhundert vor Christus herrschte in Babylon König Hammurabi. In Keilschrift auf Stein hinterließ er einen Gesetzestext. Der Codex Hammurabi regelte das tägliche Leben – und die verzinsbare Schuld.

Im alten Rom und im antiken Griechenland waren Zinsen ebenfalls üblich, als normaler Zinssatz galt ein Prozent pro Monat. Schon damals gab es Kritik: Der griechische Philosoph Aristoteles forderte ein Verbot von Zinsen. Geld sei zum Tauschen erfunden worden, durch den Zins vermehre es sich jedoch aus sich heraus. “Diese Art des Gelderwerbs ist also am meisten gegen die Natur”, so Aristoteles.

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Can Vegetarian Catholics Accept a Communion Wafer if They Literally Believe It’s the Body of Christ?

Image: Friendly Atheist

The Humanist runs an advice column and this may be my favorite question yet:

By Hemant MehtaFriendly Atheist

If Catholics truly believe that the substances used in communion are the body and blood of Christ, can there be such a thing as a vegan or vegetarian Catholic? My mother thinks I’m stupid for even thinking about this but I want to hear someone else’s opinion.

It turns out there are vegan-friendly wafers and wine — success! — but if you actually believe Catholic doctrine, then taking Communion would technically mean you’re eating an animal product and the actual ingredients wouldn’t matter.

Maybe some vegan/vegetarian Catholics can clarify for us in the comments how they handle this…

(Image via Shutterstock)

“Warum stört es, wenn eine Frau sich bedeckt?”

Themenbild

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Das Kopftuchverbots-Urteil von Erfurt ist für die Berliner Islamwissenschaftlerin auch eine Grenzmarkierung der Mehrheitsgesellschaft.

Von Lothar SchröderRP ONLINE

Das jüngste Urteil des Bundesarbeitsgerichts in Erfurt, wonach eine kirchliche Einrichtung einer muslimischen Mitarbeiterin das Tragen eines Kopftuchs verbieten darf, hat eine Kontroverse ausgelöst. Während CDU-Politiker die Entscheidung begrüßten, nannte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, das Urteil einen “Rückschlag für die Integrationspolitik”. Man müsse die Frage stellen, inwiefern eine solche Rechtsprechung noch zeitgemäß sei, sagte Mazyek der Neuen Osnabrücker Zeitung: “Heutzutage ist es Aufgabe von erfolgreichen Unternehmen, sich weltoffen aufzustellen.” Im konkreten Fall geht es um ein Krankenhaus in evangelischer Trägerschaft. Allerdings appellierte Jörg Kruttschnitt, Vorstand des diakonischen Bundesverbandes, stets mit Blick auf die jeweilige Situation und die verschiedenen Interessen zu entscheiden. “Es gibt definitiv kein Kopftuchverbot in der evangelischen Kirche”, betonte er.

Ist das Gerichtsurteil von Erfurt eine nachvollziehbare Entscheidung?

Amir-Moazami Sie ist zumindest nicht allzu überraschend, zumal nicht zum ersten Mal Kopftücher in öffentlichen Institutionen verboten wurden. Für mich ist diese Art von Urteilen ein Zeichen von Grenzmarkierungen; es sind Signale aus der Mehrheitsgesellschaft. In diesem Fall zeigt eine sich christlich definierende Mehrheitsgesellschaft, wo die Grenzen für eine Sichtbarkeit von Religiosität im öffentlichen Raum bestehen – beziehungsweise: Welche Formen von Religiosität im öffentlichen Raum zulässig sind. Für mich steht dahinter eine Explosion von Diskursen über Muslime in europäischen Gesellschaften, bei der mehr und mehr Muslime zunehmend ins gleißende Licht der Öffentlichkeit und der politischen Institutionen gelangen. Man will zeigen: Bei uns gibt es gewachsene Religiosität, und die muss auch eingehalten werden.

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Der „neue Ton“ von Kardinal Marx

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, schlägt einen anderen Ton an als sein Vorgänger Joachim Meisner. Damit bringe er „frischen Wind“ in die Bischofskonferenz und lasse die Katholische Kirche liberaler da stehen, urteilt die Zeitung Die Welt.

pro Medienmagazin

Schrumpfende Mitgliederzahlen und Kirchenaustritte haben mit gesellschaftlichem Wandel zu tun, der nicht ausschließlich die Kirche betreffe, sagte Kardinal Reinhard Marx bei der Vollversammlung der Bischofskonferenz in der vergangenen Woche. Die Austritte seien eine Folge einer „neuen Freiheit, die eine Pluralisierung zur Folge hat – und das ist nicht von vornherein nur negativ“, zitiert Die Welt den Kardinal. Marx‘ Positionen zeigten, dass die Bischofskonferenz einen „völlig neuen Ton angestimmt“ habe. Der neue Kardinal stehe für einen Aufbruch der Katholischen Kirche. „Wenn ich Freiheit will, muss ich verschiedene Lebenswege akzeptieren und bunte Biografien“, erklärte Marx bei der Versammlung.

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(Anmerkung: Meisner war nie Vorsitzender der DBK, insofern ist er auch nicht der Vorgänger von Marx.)

Vatikan erhielt 2013 wegen sexuellen Missbrauchs 600 Anzeigen

missbrauch_kathol Im Vatikan sind im Jahr 2013 insgesamt 600 Anzeigen wegen mutmaßlichem sexuellen Missbrauch von Priestern eingegangen. Diese Zahl nannte der vatikanische Innenminister, Erzbischof Angelo Becciu, in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung “Il Messaggero” (Samstag). Es handle sich zum größten Teil um Fälle, die schon Jahrzehnte zurücklägen, erklärte Becciu. Zur Zahl der verurteilten Priester machte er keine Angaben.

kathweb

Der Erzbischof bekräftigte zugleich, das der Vatikan im Kampf gegen sexuellen Missbrauch einer “Null-Toleranz”-Strategie folge. “Ich kann sagen, dass unsere Gerichte sehr viel strenger sind als andere”.

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Papst nennt Teufel “besten Theologen” und beklagt “Byzantinismen”

Bild: youtube

Bild: youtube

Der beste Theologe ist nach Worten von Papst Franziskus der Teufel: “Der Teufel ist intelligent, er versteht mehr von Theologie als alle Theologen zusammen”, sagte der Papst laut der Vatikanzeitung “Osservatore Romano” (Samstag) bei seiner Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses Santa Marta am Freitag.

kathweb

Franziskus verwies dabei auf die Fangfragen des Satans in den biblischen Erzählungen von der Versuchung Jesu in der Wüste. Damit habe der Erzböse Jesus zu einer vorzeitigen Preisgabe seiner Identität als Messias verleiten wollen; diese habe Jesus jedoch mit Rücksicht auf das Fassungsvermögen seiner Hörer zurückgehalten. In Wirklichkeit könne man “den Erlöser Jesus Christus ohne das Kreuz nicht verstehen”, sagte der Papst.

Ebenfalls am Freitag kritisierte Franziskus die Tendenz von Kircheninsidern zu theologischen Spitzfindigkeiten und Einteilung von Lehrmeinungen in ideologische Schemata. Der Papst äußerte sich bei dem Empfang für Mitglieder der weltweiten Focolare-Bewegung.

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heute-show parodiert „Marsch für das Leben“

Für die aktuelle Ausgabe der heute-show waren die Reporter auch beim „Marsch für das Leben“ dabei Foto: ZDF / Stefan Menne

Die Satiresendung heute-show hat sich über den „Marsch für das Leben“ lustig gemacht. Vor dem Brandenburger Tor konfrontiert ein ZDF-Reporter einige Demonstranten mit Fragen nach dem Paradies oder nach Sexualpraktiken – und entdeckt auch Vertreter der Homo-Lobby.

pro Medienmagazin

Im Hintergrund erschallt fromme Musik, der Zuschauer sieht die „Marsch für das Leben“-Teilnehmer einmütig am Brandenburger Tor vorbeiziehen. Der ZDF-Reporter geht durch die Reihen der Demonstranten und fragt ganz unbehelligt, wer denn eine bessere eine Chance hätte, in den Himmel zu kommen: „Ich, eher unauffällig, oder Sie mit dem ganzen Tam-Tam?“ Überraschend fällt die Antwort aus: „Ich als Landesvorsitzender von den Lesben und Schwulen, ich habe die besten Karten“, antwortet der Demonstrant mit einem Augenzwinkern. „Ich bin Landesvorsitzender der Lesben und Schwulen in der Union“, fügte er hinzu. Zwei Frauen werden danach gefragt, welche Sexualpraktik sie denn empfehlen würden, um ein wenig „fun“ zu haben, da man ja gegen Verhütung sei. Die beiden sind sichtlich perplex, eine antwortet dann, das sei „sündhaft“ und betont die „Verantwortung“. Dann brauche man ja keine Nummern mehr zu tauschen, kommentiert der Reporter. Von einem Demonstranten, der ein großes Kreuz trägt, möchte er wissen, „wie viele von den Anhängern denn bewaffnet“ seien. Mit einem Blick auf das große Kreuz fügt er hinzu: „Naja, das kann schon tödlich sein, fragen Sie mal Jesus Christus.“

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Weltbild-Verlag: Mit unbekannten Chefs in die Zukunft

weltbildDer insolvente Weltbild-Verlag hat ein neues Führungstrio. Doch die Nachricht über die zukünftigen Chefs beunruhigt die Mitarbeiter, und wann die Geschäftsführung antritt, ist nicht klar. Auch die Stadt Augsburg hat Grund zur Sorge.

Von Stefan Mayr und Dieter SürigSüddeutsche.de

“Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.” Mit diesem Spruch des Schriftstellers Hermann Hesse hat die insolvente Verlagsgruppe Weltbild vor einer Woche versucht, ihre Versandkunden per E-Mail auf die Veränderungen in dem Augsburger Konzern einzustimmen.

Die 1000 verbliebenen Mitarbeiter haben nun am Donnerstagnachmittag aus den Medien erfahren, wer ihre neuen Chefs werden: Gerd Robertz, 47, Patrick Hofmann, 48, und Sikko Böhm, 41. Einer Pressemitteilung zufolge sollen sie als “gleichberechtigte” Geschäftsführer fungieren.

Diese Nachrichten wirkten auf die Mitarbeiter nicht nur beruhigend. Im Gegenteil. Manche machen sich Sorgen, weil zwei der drei neuen Manager nicht aus der Verlagsbranche kommen. Zudem weiß keiner, wann genau die neuen Männer die Geschäfte übernehmen und wohin sie das angeschlagene Unternehmen führen wollen.

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Die Kirche und ihre Ketzer

Gilt als einer der bekanntesten Ketzer der Katholischen Kirche: Jan Hus. Hier auf einem Portrait des Malers Hans Stiegler Foto: Aristeas / Wikimedia.org| CC-BY-SA 3.0

Der streitbare Kirchenmann Jan Hus wurde im 15. Jahrhundert wegen seines Glaubens verbrannt. Ein ganzes Heft hat „Zeit Geschichte“ der Kirche und ihren Ketzern gewidmet. Die Autoren beleuchten dabei sonderbare Einzelgänger sowie Gemeinschaftsbewegungen und schauen, was von ihren Ideen heute noch übrig geblieben ist.

pro Medienmagazin

Das Heft erklärt, welche geistlichen und weltlichen Mächte hinter dem Kampf für den rechten Glauben standen. Abweichungen vom „richtigen“ Glauben habe die Kirche als List des Satans gesehen und mit Härte verfolgt. Als ein Beispiel werden die Katharer vorgestellt, die die Schöpfungslehre der Katholischen Kirche ablehnten und dafür rigoros verfolgt wurden. Intensiver Folter und Manipulation war auch der Templerorden ausgesetzt. Mit der Inquisition schufen die Päpste im 13. Jahrhundert eine neue Institution. Trotz Folter und Todesstrafe sieht der Geschichtsprofessor Lothar Kolmer darin auch einen rechtsgeschichtlichen Fortschritt. Für Aufsehen sorgten aber auch die Verfahren gegen Kirchenkritiker. Diese gibt es auch in unserer Zeit noch, unter anderem gegen den Theologen Hans Küng, der seine Lehrerlaubnis verlor. Ihre Angst vor abweichenden Lehrmeinungen habe die Kirche bis heute nicht überwunden, schreibt Kolmer. Der Historiker Johannes Fried geht noch weiter und meint, dass nicht zuletzt die „Verteufelung“ des Islams zeige, wie lange so manches mittelalterliche Verdikt fortlebe.

Wie der Prunk der Kurie und Jesu Leben zusammenpassen, untersucht der Tübinger Kirchengeschichtler Volker Leppin am Beispiel des Franziskaner-Ordens. Ihm zufolge habe die Frage nach der Armut die Kirche nie ganz losgelassen und werde immer wieder neu diskutiert. „Dass irgendwann einmal ein Papst ausgerechnet den Namen Franziskus annehmen und in Lehre und Leben die Tradition der Armut betonen würde, hätte sich im Mittelalter allerdings kaum jemand vorstellen können“, bilanziert Leppin.

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The myth of religious violence

religion_warThe popular belief that religion is the cause of the world’s bloodiest conflicts is central to our modern conviction that faith and politics should never mix. But the messy history of their separation suggests it was never so simple.

By Karen Armstrongtheguardian

As we watch the fighters of the Islamic State (Isis) rampaging through the Middle East, tearing apart the modern nation-states of Syria and Iraq created by departing European colonialists, it may be difficult to believe we are living in the 21st century. The sight of throngs of terrified refugees and the savage and indiscriminate violence is all too reminiscent of barbarian tribes sweeping away the Roman empire, or the Mongol hordes of Genghis Khan cutting a swath through China, Anatolia, Russia and eastern Europe, devastating entire cities and massacring their inhabitants. Only the wearily familiar pictures of bombs falling yet again on Middle Eastern cities and towns – this time dropped by the United States and a few Arab allies – and the gloomy predictions that this may become another Vietnam, remind us that this is indeed a very modern war.

The ferocious cruelty of these jihadist fighters, quoting the Qur’an as they behead their hapless victims, raises another distinctly modern concern: the connection between religion and violence. The atrocities of Isis would seem to prove that Sam Harris, one of the loudest voices of the “New Atheism”, was right to claim that “most Muslims are utterly deranged by their religious faith”, and to conclude that “religion itself produces a perverse solidarity that we must find some way to undercut”. Many will agree with Richard Dawkins, who wrote in The God Delusion that “only religious faith is a strong enough force to motivate such utter madness in otherwise sane and decent people”. Even those who find these statements too extreme may still believe, instinctively, that there is a violent essence inherent in religion, which inevitably radicalises any conflict – because once combatants are convinced that God is on their side, compromise becomes impossible and cruelty knows no bounds.

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Kroatischer Prediger bringt Kirche in Bedrängnis

Zlatko Sudac gilt als charismatischer Prediger. Auf Einladung der kroatischen Gemeinde ist er in Ennepetal. Kroatischer Prediger bringt Kirche in Bedrängnis  Bild:WAZ/bearb.:BB

Zlatko Sudac gilt als charismatischer Prediger. Auf Einladung der kroatischen Gemeinde ist er in Ennepetal.
Kroatischer Prediger bringt Kirche in Bedrängnis Bild:WAZ/bearb.:BB

Der Besuch eines charismatischen Predigers und eines Musikers im Rahmen von Besinnungstagen an diesem Wochenende in der kroatischen Gemeinde in Ennepetal bringt die Propsteigemeinde St. Marien in die Bredouille.

Von Andreas GruberWAZ

Es besteht der Verdacht, dass unter dem Dach der Kirche St. Martin Personen eine Bühne bereitet wird, die der nationalistischen beziehungsweise rechtsradikalen Bewegung in Kroatien nahestehen. Weil sich das nicht wasserfest belegen lässt, sieht Propst Norbert Dudek aber keine Handhabe, vom Hausrecht Gebrauch zu machen und die Veranstaltung zu unterbinden.
Hinweis aus Siegen

„Ich finde das persönlich nicht gut, aber ich habe nichts in der Hand“, erklärte Dudek im Gespräch mit unserer Zeitung. Dass ihm nicht wohl bei der Sache ist, gibt er unumwunden zu.

Darum geht’s: Ein Siegener hat sich bei Dudek gemeldet und ihn darauf hingewiesen, dass es sich bei den eingeladenen Prediger Zlatko Sudac und seinem Begleiter, dem Musiker Ivan Puljic, um zwei dubiose Figuren handele. Sie seien verbandelt mit der rechtsradikalen Bewegung in Kroatien. Zlatko Sudac gilt als charismatischer Priester, dem zwei Stigmatisierungen widerfahren sein sollen. Er hält in Europa und in den USA Glaubensseminare ab. Viele sehen in ihm einen Heilsbringer. Der Informant erklärte, er trete als „neuer Jesus“ auf.

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Vatikan: Ermittler entdecken kinderpornografisches Archiv

missbrauch_katholNach der Festnahme des früheren Botschafters des Vatikans in der Dominikanischen Republik, Jozef Wesolowski, sollen die Ermittler auf dem Computer des 66 Jahre alten polnischen Geistlichen mehr als 86.000 kinderpornografische Fotos entdeckt haben.

Frankfurter Allgemeine

Auf dem Computer des ehemaligen vatikanischen Botschafters Jozef Wesolowski sollen Ermittler nach einem italienischen Medienbericht 86.000 kinderpornografische Fotos gefunden haben. Wie die Tageszeitung „Corriere della Sera“ (Freitag) berichtete, seien zudem 130 Videos von Kindern in erotischen Posen auf dem vatikaneigenen Dienstcomputer in der Nuntiatur in der Dominikanischen Republik nachgewiesen worden. Der 66 Jahre alte polnische Geistliche soll laut dem Bericht intensive Kontakte zur Kinderpornografie-Szene gehabt haben.

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Papst warnt vor Missbrauch der Religion

Kämpfer einer christlichen Miliz in der Zentralafrikansichen Republik / Bild: REUTERS

Im Namen Gottes darf niemand Gewalt ausüben. Das mahnte Papst Franziskus am Wochenende in Albanien an. Das Balkanland lobte er für das friedliche Miteinander der Religionen.

pro Medienmagazin

Wer andere Menschen im Namen Gottes tötet, begehe „ein schweres Sakrileg“, sagte Franziskus am Sonntag mit Blick auf den islamistischen Terror im Nahen Osten. Ebenso sei es „unmenschlich“, im Namen Gottes zu diskriminieren. Der Papst kritisierte, dass extremistische Gruppen das „echte religiöse Empfinden“ verfälschten und Unterschiede zwischen verschiedenen Bekenntnissen instrumentalisierten. Niemand könne sich hinter Gott verstecken, „während er Gewalttaten und Übergriffe plant und ausführt“. Wie die Deutsche Presse-Agentur meldete, forderte der Papst in einer Ansprache: „Niemand nehme die Religion zum Vorwand für seine Taten, die der Würde des Menschen und seinen Grundrechten entgegen stehen.“ Zu diesen Rechten gehörten das Recht auf Leben und auf Religionsfreiheit aller.

Albanien stellte der Papst als Vorbild für andere Länder hin. Das Balkanland beweise, dass „das friedliche und fruchtbare Zusammenleben“ von Menschen unterschiedlicher Religionen „konkret möglich und machbar ist“. Rund 17 Prozent der albanischen Bevölkerung sind Christen. Über die Hälfte der Albaner sind Muslime.

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Missbrauchsfälle in der Kirche: In Deutschland kommt die Aufklärung nicht voran

missbrauch_katholErstmals macht der Vatikan einem hochrangigen Kirchenmitarbeiter wegen Missbrauchs den Prozess. In Deutschland dauert die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle noch an. Sehr viel passiert ist bisher nicht.

Von Claudia KellerDER TAGESSPIEGEL

Wie am Mittwoch bekannt wurde, hat die Vatikan-Gendarmerie Erzbischof Jozef Wesolowski (66) verhaftet – „auf ausdrückliche Anordnung des Papstes“, wie es hieß. Wesolowski wird vielfacher Kindesmissbrauch vorgeworfen. Als Botschafter des Papstes in der Dominikanischen Republik soll er „in Ausnutzung ihrer prekären sozialen Lage“ sexuelle Dienstleistungen bei Jugendlichen gekauft und sich an den einschlägigen Plätzen für die Prostitution mit Minderjährigen herumgetrieben haben. Bereits Ende Juni wurde ihm das Priesteramt entzogen, jetzt soll ihm der Prozess gemacht werden, zwar im Vatikan, aber nach weltlichem Recht.

Es droht ihm eine Haftstrafe von mindestens zehn Jahren.

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Polen: Esel-Sex und National-Konservatismus

kirche_polenSolch ein unzüchtiges Verhalten! Und dann auch noch direkt neben einem Spielplatz! Die Fortpflanzungsfreude eines Eselpaares ging einer Politikerin in Polen zu weit. Aber am Ende musste sie sich dem öffentlichen Druck beugen: Kein Sex ist auch keine Lösung.

SpON

Die Esel Napoleon und Antonina leben im Zoo von Posen. Und für den Geschmack der konservativen Stadtabgeordneten Lidia Dudziak von der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) kopulieren die Tiere zu oft. Zwei Mütter hatten die Politikerin auf das Treiben der Esel aufmerksam gemacht – das Eselgehege grenzt unmittelbar an einen Kinderspielplatz.

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