Archiv der Kategorie: Katholizismus

Was Rembrandt-Gemälde und die Enthauptungen des IS gemeinsam haben

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Bilder von Menschen, die wegen ihrer Religion sterben mussten, gab es früher und gibt es heute. Das “Vatican-Magazin” hat Gemälde und Handyfotos in einem erschreckenden Vergleich nebeneinander gestellt und aktuelle religiöse Konflikte analysiert.

Von Martina FietzFOCUS ONLINE

Eine Mutter, die ihren sterbenden Sohn in den Armen hält. Ein Mann, der mit ausgebreiteten Armen auf sein Kreuz blickt. Kinder auf der Straße, sinnlos getötet. Abgetrennte Köpfe, die den Betrachter mit leeren Augen anblicken. Die Bilder sind aktuell und alt zugleich. Sie stammen aus dem Irak und aus Syrien sowie aus den großen Museen dieser Welt.

Das “Vatican-Magazin”, das der langjährige Rom-Korrespondent der “Welt”, Paul Badde, herausgibt, hat die Bilder der Märtyrer aus Vergangenheit und Gegenwart gegenübergestellt. Menschen, die damals wie heute wegen ihres Glaubens ihr Leben verloren. Die einen gemalt von großen Künstlern wie Giotto, Caravaggio, Rembrandt oder Zurbarán, die anderen dargestellt in Handy-Momentaufnahmen.

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Historikerin: Trennung von Kirche und Staat in Europa verlief blutig

religion_warDie Trennung von Staat und Kirche in Europa während des 19. und frühen 20. Jahrhunderts verlief offenbar weniger friedlich als bislang allgemein angenommen.

Von Karsten Packeiserevangelisch.de

Vielerorts hätten fromme Katholiken ebenso wie antiklerikale Kräfte zu Gewalt gegriffen, sagte die Mainzer Historikerin Eveline Bouwers dem Evangelischen Pressedienst (epd). Bei Auseinandersetzungen um Vorrechte der katholischen Kirche seien in Ländern wie Belgien auch Menschen zu Tode gekommen.

Die Wissenschaftlerin hat sich im Rahmen eines Forschungsprojekts intensiv mit Glaubenskämpfen in den katholischen Staaten Europas befasst, speziell mit den Regionen Bayern, Flandern und Bretagne. Konflikte zwischen katholischer Kirche und Staatsmacht gab es nach ihren Erkenntnissen nicht nur während des “Kulturkampfes” im protestantisch geprägten Deutschen Kaiserreich, sondern auch in katholisch Staaten.

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Vatikan ermittelt gegen Priester in Chile

Von links nach rechts: José Aldunate, Felipe Berríos, Mariano Puga Quelle: site.adital.com.br

Befürwortung gleichgeschlechtlicher Ehe und Kirchenkritik sorgen in Chile für Aufregung. “Kongregation für die Glaubenslehre” ermittelt.

Von Hans Weberamerika21

Aufgrund von Kritiken an der Kirche werden die chilenischen Priester Felipe Berríos, José Aldunate und Mariano Puga derzeit durch die “Kongregation für die Glaubenslehre” untersucht. Dieses Vatikanorgan hat die Ermittlungen aufgenommen, nachdem der Vorsitzende der Bischofskonferenz von Santiago, Kardinal Ricardo Ezzati, eine Sammlung kritischer Äußerungen der Geistlichen an die Kongregation weitergeleitet hatte.

In den vergangenen fünf Monaten hatten Berríos, Aldonante und Puga Interviews gegeben, in denen sie die Rolle des Klerus bezüglich der Bildungsreform der Regierung Bachelet sowie seine Weigerung, über Schwangerschaftsabbruch zu diskutieren und die Haltung gegenüber der Ehe homosexueller Paare in Frage stellten.

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Das Leben ist der Güter höchstes nicht

John Wayne, The Shootist, 1976

John Wayne, The Shootist, 1976

Eine zornige Untersuchung: Was wirklich hinter dem Widerstand gegen die Sterbehilfe steckt. Haltet euch aus unserem Leben heraus, ihr Lebensschützer!

Von Wolfgang BroscheThe European

Der kühne Freitod von Udo Reiter erinnerte mich in seiner lakonischen Konsequenz an einen berühmten Film, den Schwanengesang eines Stars und eines Genres.

Don Siegels „The Shootist“ ist sicher nicht der größte aller Western, aber der erschütterndste. John Wayne, die reaktionäre, raue und zärtliche alte Kanaille, trat mit diesem Film von der Leinwand ab. Er hätte es besser nicht tun können als in der Rolle eines alten Gunman, der seit Wochen von Unterleibsschmerzen geplagt wird. Der Arzt, den er aufsucht, kann ihm nur hilflos die Diagnose Krebs mitteilen und drückt ihm dann ein Fläschchen Laudanum in die Hand. „Hätte ich“, raunt der Arzt, „Ihren Mut, dann wüsste ich, was ich täte, um den mörderischen Schmerzen und dem Verrecken zu entgehen!“

Schnell spricht sich herum, dass der einst gefürchtete Shootist ein todkranker Mann ist. Die Geier warten schon: jüngere Gunmen versammeln sich in der Stadt und warten auf ihre Chance. Wayne schaut sich ein paar Tage in der herbstlichen Stadt um, macht eine letzte Bekanntschaft mit einer stolzen und klugen Witwe, hilft ihr, ihren Sohn wie ein Vater auf den richtigen Lebensweg zu bringen, trinkt die letzten Schlucke Laudanum, die schließlich nicht mehr helfen und bestellt die lauernden Aasgeier in den Saloon.

Es sei sein Geburtstag, sagt er dem Barkeeper, der ihm den letzten Whisky einschenkt, den wolle er feiern. Und er feiert ihn auf seine Art, erledigt die schießwütigen Rotzlöffel, die seine Nachfolge antreten wollen, nebenbei noch ein paar tolldreiste Gangster und wird selbst tödlich getroffen. Noch einmal hat er als Towntamer die Stadt gerettet und ist dabei auf seine Weise gegangen. Das war sein Tod, der Tod als Gunman, der seine Zeit gehabt hat!

John Wayne selbst hatte nicht das Glück, so zu sterben wie in diesem Film. Einmal schon, in den 60ern, hatte er den Krebs besiegt. Ein Jahr nach „The Shootist“ kam er zurück, der Krebs. Man behandelte den Duke zu Tode, schnitt hier und da was weg und der große starke Mann verreckte zwischen Amputationen und Morphium. „Feo, fuerte y formal“ steht auf Waynes Grabstein – er war stolz, er war stark, er hatte Würde … bei all dem Reaktionären, das seine Filme auch hatten, immer ging es in ihnen um die Würde des Individuums. Darum sei ihm dieses Epitaph gegönnt.

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Kretschmann verteidigt kirchliches Arbeitsrecht

kretschmann150Der baden-württembergische Ministerpräsident hält es für in Ordnung, dass die Kirchen Menschen anderer Religion nicht als Arbeitnehmer beschäftigen müssen. Die Muslime im Land sollten sich seiner Meinung nach ähnlich organisieren wie die Christen.

evangelisch.de

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) verteidigt das kirchliche Arbeitsrecht. Auch dass die Kirchen beispielsweise Menschen anderer Religion nicht anstellen müssen, gehe in Ordnung, schreibt Kretschmann in dem von ihm mit herausgegebenen Buch “Wie viel Religion verträgt der Staat?” “Auch die grüne Fraktion würde jemanden entlassen, wenn sie feststellen sollte, dass er bei einer anderen Partei ist”, betonte der Politiker.

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Dodo Thierse predigt in Gedächtniskirche

thierse_zdf“Reformation und Politik” lautet das Thema des Gottesdienstes, über das Wolfgang Thierse, Bundestagspräsident a.D., diesen Sonntag in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche predigt.

Berlin Online

Seit der Reformation sind Christen nach und nach vorsichtiger, auch selbstkritischer geworden in der Bestimmung des Verhältnisses von Religion und Politik.

“Die Unterscheidung zwischen beiden ist von großer Aktualität angesichts der missbräuchlichen Inanspruchnahme von Religion zur Begründung von politischer Macht und gar von Gewalt”, macht Thierse im Vorfeld deutlich. Trotzdem kann Religion keine reine Privatsache sein, sie hat unweigerlich auch eine soziale und politische Dimension. “Sie ist für das ethische Fundament gelingender Demokratie unersetzlich, gerade auch deshalb, weil sie auf die Grenzen von Politik verweist, Totalitätsansprüchen widerspricht”, betont Thierse.

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Italienische Pfarrer auf Abwegen: Bunga-Bunga in Albenga

Bild: katholisches.info

Bild: katholisches.info

Der eine baggert Ehefrauen an, der andere posiert nackt im Internet: Im norditalienischen Bistum Albenga-Imperia scheinen einige Pfarrer auf Abwegen. Nun will der Papst einen Helfer in die sündige Diözese schicken.

Von Hans-Jürgen SchlampSpON

Albenga ist eine kleine Stadt an der Küste Liguriens im Nordwesten Italiens. Rund 23.000 Menschen leben dort, es gibt eine Kathedrale mit Grundmauern aus dem 11. Jahrhundert und einen Bischof, der seit einem Vierteljahrhundert die Messen liest – gerne in lateinischer Sprache. Bischof Mario Oliveri heißt der Geistliche, und derzeit hat er andere Sorgen als seine Messe und außerdem ungewohnte Gesprächspartner: Staatsanwälte und aufgeschreckte Emissäre aus Rom.

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Diözese Rottenburg: Bürger stört sich an christlichem Wanderweg

Martinusweg-Schild

Martinusweg-Schild

Petitionsausschuss des Baden-Württemberger Landtags muss klären, ob Beschilderung christlich orientierter Wanderwege gesetzeskonform ist – Es handelt sich um Schilder des 1.200 Kilometer langen Martinusweges der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

kath.net

Der Petitionsausschuss des Landtags von Baden-Württemberg wird an diesem Freitag klären, ob die Beschilderung christlich orientierter Wanderwege gesetzeskonform ist. Das berichtete die „Schwäbische Allgemeine Zeitung“ anhand eines Berichtes der „Stuttgarter Nachrichten“. Dies wurde durch einen Bürger veranlasst, der sich an den religiösen Wanderzeichen stört.

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Papst fordert Abschaffung von lebenslanger Freiheitsstrafe

Bild bearb. BB

Bild bearb. BB

Franziskus fordert vor Strafrechtsexperten auch menschenwürdige Haftbedingungen.

kath.net

Papst Franziskus hat eine Abschaffung der lebenslangen Freiheitsstrafe gefordert. Diese sei eine “heimliche Todesstrafe”, sagte der Papst am Donnerstag vor Mitgliedern der Internationalen Vereinigung für Strafrecht im Vatikan. Zugleich kritisierte er, dass die Todesstrafe weiterhin “auf dem ganzen Planeten” angewendet wird.

Franziskus ist seit seinem Amtsantritt vor anderthalb Jahren bereits mehrfach mit Häftlingen zusammengetroffen. Seine Vorgänger Benedikt XVI. (2005-2013) und Johannes Paul II. (1978-2005) hatten sich zwar ebenfalls für eine Abschaffung der Todesstrafe eingesetzt, nicht direkt jedoch für einen Verzicht auf die lebenslange Freiheitsstrafe. Der Weltkatechismus (Katechismus der Katholischen Kirche/KKK) schließt die Todesstrafe in “schwerwiegendsten Fällen” zum Schutz des Gemeinwohls nicht grundsätzlich aus. Zu lebenslänglicher Haft äußert er sich nicht.

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Vergottete Politiker verkaufen den säkularen Staat

Bild: tilly

Bild: tilly

Politiker von Union, SPD und Grünen im Bundestag haben die bewilligten Ausgaben für das Reformationsjubiläum verteidigt.

evangelisch.de

Der Reformator Martin Luther (1483-1546) sei bei all seiner Widersprüchlichkeit eine wichtige Figur der deutschen Geschichte, sagte der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) am Donnerstag in Berlin bei einem Symposium zum 500. Reformationsjubiläum 2017. Die von der Bundesregierung bereitgestellten rund 42 Millionen Euro für Projekte zu dem Ereignis seien lediglich “ein Zehntel einer Autobahn-Auffahrt”, erklärte CSU-Parteivize Peter Gauweiler. Vielmehr müsse es Kritik daran geben, dass vom Bund nicht mehr Geld fließe.

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Vatikan verlangt von Piusbruderschaft keine Kapitulation

Headquarter des Konzerns.

Headquarter des Konzerns.

Kommission “Ecclesia Dei”-Sekretär Pozzo: Es gebe „keinen Zweifel“, dass die Lehren des Zweiten Vatikanums unterschiedliche Verbindlichkeit hätten, je nach Art des Dokuments. Piusbruderschaft könnte bei Rückkehr mit Personalprälatur rechnen.

kath.net

Guido Pozzo, der Sekretär der Päpstlichen Kommission ‚Ecclesia Dei’, hat in einem Interview mit der französischen Zeitschrift ‚Famille Chrétienne’ mitgeteilt, dass der Vatikan von umstrittenen Piusbruderschaft Pius X. keine Kapitulation verlangen werde. Dies berichtet “Radio Vatikan”. “Der Heilige Stuhl lädt die Piusbruderschaft ein, an seine Seite zu treten in den Rahmen der Lehrfragen, soweit diese für eine dauerhafte Anhänglichkeit an den Glauben sowie an das katholische Lehramt und die Tradition unerlässlich sind.“, teilt Pozzo dann mit. Derzeit gibt es offensichtlich weiterhin Gespräche mit der Piusbruderschaft. Der Sekretär der Päpstlichen Kommission betont dann: “Die Vorbehalte der Piusbruderschaft gegenüber einigen Aspekten und Formulierungen des Zweiten Vatikanischen Konzils und gegenüber einigen daraufhin durchgeführten Reformen, die nicht unverhandelbare Dogmatik- und Lehrfragen betreffen, könnten gleichzeitig untersucht und vertieft werden.“

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Oben-ohne-Protest im Kölner Dom kommt vor Gericht

femen_kölnDas Amtsgericht Köln hat das Hauptverfahren gegen die inzwischen 21-Jährige eröffnet – Die Staatsanwaltschaft Köln hatte im Sommer gegen die in Hamburg lebende Frau Anklage wegen Störung der Religionsausübung erhoben

kath.net

Wegen ihres Oben-ohne-Protests beim Weihnachtsgottesdienst im Kölner Dom muss sich eine Femen-Aktivistin nun vor Gericht verantworten. Das Amtsgericht Köln hat das Hauptverfahren gegen die inzwischen 21-Jährige eröffnet, wie Gerichtssprecher Marcus Strunk am Donnerstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Köln mitteilte. Die Hauptverhandlung sei auf den 3. Dezember terminiert. Bislang sei nur dieser eine Verhandlungstag angesetzt; Zeugen seien nicht geladen. Die Staatsanwaltschaft Köln hatte im Sommer gegen die in Hamburg lebende Frau Anklage wegen Störung der Religionsausübung erhoben.

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Leipzig: Wieviel Religion braucht ein Gemeinwesen?

Bild: gbs Hochschulgruppe Jena

Bild: gbs Hochschulgruppe Jena

In Leipzig müssen sich die Veranstalter des Katholikentags für öffentliche Zuschüsse rechtfertigen. Pfarrer Giele erlebt die Debatte aber nicht als christenfeindlich. Er ist im Bistum verantwortlich für den Katholikentag.

domradio.de

domradio.de: “Seht, da ist der Mensch” – so heißt das Motto des 100. Katholikentags in Leipzig. Ist das auch ein Motto, das bewusst alle Nicht-Christen in Leipzig miteinbeziehen will?

Pfarrer Gregor Giele (Verantwortlich im Bistum Dresden-Meißen für den Katholikentag): Das hoffen wir zumindest. Für alle Bibelkundigen ist zunächst einmal klar, dass es eine Aussage von Pilatus aus der Passionsgeschichte ist (Joh 19,5). Es wird also zunächst einmal ein Fokus auf den leidenden Menschen, auf den Menschen am Rand gelegt. Ganz im Sinne unseres jetzigen Papstes Franziskus zu den Menschen am Rand zu gehen.

“Sieh, da ist der Mensch” ist auch die Einladung ganz unvoreingenommen, auf jeden Menschen zu zu gehen – ob arm, ob reich, ob glaubend, ob nichtglaubend. Also ein sehr offener Ansatz, der hoffentlich auch den Leipziger Bürger mit anspricht.

Für mich persönlich ist noch ein ganz anderer Aspekt: Es ist auch eine Hilfe an uns katholische Christen, die wir uns da versammeln, mal selbst zu fragen, sind wir bei den Menschen? Kirche hat ja oft in der öffentlichen Wahrnehmung den Eindruck erweckt, dass wir uns von der Wirklichkeit des modernen Menschen etwas entfernt haben. Da mal eine Positionsüberprüfung vorzunehmen, zu sagen, sind wirklich beim Menschen von heute.

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Merkel: „Der Islam gehört inzwischen zu Deutschland“

Gottesstaat Deutschland geführt von Bischöfin MerkelDeutschland sollte die Chancen der Zuwanderung nach Ansicht von Kanzlerin Angela Merkel stärker nutzen. Das Land habe die Möglichkeit, „ein tolles Integrationsland“ zu sein, sagte Merkel am Mittwoch bei einer Konferenz ihrer Partei zum Thema Zuwanderung. Migration müsse als Chance verstanden werden.

WESTFALENPOST

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den rund vier Millionen Muslimen in Deutschland den Rücken gestärkt und für mehr Offenheit gegenüber Zuwanderern geworben: „Der Islam gehört inzwischen zu Deutschland“, so wie es der frühere Bundespräsident Christian Wulff gesagt habe, erklärte Merkel in Berlin. „Ein Angriff auf eine Moschee ist ein Angriff auf unsere Grundwerte.“

Die Kanzlerin nannte es ein wichtiges Signal, dass sich die muslimischen Verbände in Deutschland in einem Aufruf gegen Hass und Gewalt gestellt hätten. Erst vor sechs Tagen hatte ein Islamist aus NRW per Video der Kanzlerin gedroht. Dass eine Religion missbraucht werde, gebe es überall, sagte Merkel.

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So erbittert streitet Baden-Württemberg über Lehrplan zur sexuellen Vielfalt

20140405_demofueralle_stuttgart_Bildungsplan_2014-567x410Seit Monaten erregen Pläne der grün-roten Landesregierung die Gemüter, in Baden-Württemberg sexuelle Vielfalt auf den Lehrplan zu schreiben. Der Vorsitzende des dortigen Philologenverbands warnte vor einer “Pornografisierung” des Unterrichts. Der zuständige Bildungsminister wehrt sich.

Nach seiner Kritik an einer angeblichen Pornografisierung des Schulunterrichts gerät der Landeschef des Philologenverbandes, Bernd Saur, unter Druck. Kultusminister Andreas Stoch (SPD) warf Saur am Dienstag in einem offenen Brief unverantwortlichen und unfairen Umgang mit dem Thema Akzeptanz sexueller Vielfalt vor. “Mit ihrem Kommentar tragen Sie wesentlich zu einer Verschärfung des öffentlichen Diskurses bei”, schreibt Stoch, der auch oberster Dienstherr des Ulmer Gymnasiallehrers ist.

Minister gibt sich empört

Saur hatte im “Focus” unter der Überschrift “Schamlos im Klassenzimmer” davor gewarnt, Kinder “nicht vertretbaren Übergriffen durch entfesselte, öffentlich komplett enttabuisierte Sexualpädagogen” auszusetzen. Stoch schrieb, er sei empört über Art und Weise der Kritik.

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Dodo Meisner: Bischofssynode hat Johannes Paul II. ausgeschlossen!

meisner_400qEmeritierter Erzbischof übt Kritik an Organisatoren der Bischofssynode: “Der heilige Papst Johannes Paul II. wurde unbegreiflicherweise gleichsam von den Vorbereitungsgremien der Synode ausgeschlossen. Wie soll man sich das erklären?”

kath.net

Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat in einem Kommentar in der “Tagespost” Kritik an der außerordentlichen Bischofssynode in Rom geübt, da bei der Synode keine Vertreter des in Rom existierenden kirchlichen Instituts “Heiliger Johannes Paul II.” dabei sein durften. Dies wirke wie ein Ausschluss des heiligen Papstes von der stattgefundenen Synode. Viele Bischöfe haben aber trotzdem die vom heiligen Papst Johannes Paul II. “theologischen Grunddaten über Ehe und Familie” in der Synode zur Sprache gebracht. “Die Kontinuität in der Lehrverkündigung war und ist immer die Garantie und die Solidität unseres Glaubens”, stellte Meisner fest.

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US-Erzbischof Chaput: Gesamt der Synodenbotschaften ‘konfus’

Charles Chaput, Bild:Zimbio.com

Charles Chaput, Bild:Zimbio.com

Prominentester Kapuziner Amerikas übt scharfe Kritik an Debatten der Bischofssynode: Aus dem Gesamt der Berichte über die Synode trete “eine konfuse Botschaft” hervor, “und ich denke, Verwirrung ist etwas, was vom Teufel kommt”.

kath.net

Der Erzbischof von Philadelphia, Erzbischof Charles Chaput, hat scharfe Kritik an den Debatten der vatikanischen Bischofssynode geübt. Chaput ist Gastgeber von Papst Franziskus im September 2015 beim katholischen Weltfamilientreffen in der pennsylvanischen Metropole. Chaput, ein Kapuziner, hatte nicht an der Synode teilgenommen. Er ist ein prononcierter Kritiker der US-Gesundheitsreform und der Legalisierung der “Homo-Ehe”.

Bei einer von der US-Zeitschrift “First Things” veranstalteten Vorlesung in New York sagte der Erzbischof laut “Washington Post” (Mittwoch), er sei “sehr beunruhigt” von den vatikanischen Diskussionen über die Lehren der Kirche zu Homosexualität und wiederverheirateten Geschiedenen. Aus dem Gesamt der Berichte über die Synode trete “eine konfuse Botschaft” hervor. “Und ich denke, Verwirrung ist etwas, was vom Teufel kommt”, so Chaput.

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Polnischer Ordensmann wegen Missbrauchsverdachts angeklagt

kirche_polenEr soll laut Anklage auch kinderpornografisches Material sowie ohne Genehmigung eine Pistole und Munition besessen haben

kathweb

Wegen Kindesmissbrauchs hat die Staatsanwaltschaft Warschau Anklage gegen einen polnischen Missionar erhoben. Die Übergriffe auf sechs Minderjährige unter 15 Jahren sollen sich in der Dominikanischen Republik zwischen 2009 und 2013 ereignet haben, wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte. Zudem werde dem katholischen Ordensmann P. Wojciech Gil vorgeworfen, in den Jahren 2000 und 2001 zwei Kinder in Polen missbraucht zu haben. Gil gehört den Michaeliten (Kongregation vom Heiligen Erzengel Michael) an.

Der Pater soll der Anklage zufolge in dem Karibikstaat auch kinderpornografisches Material sowie ohne Genehmigung eine Pistole und Munition besessen haben. Er bestreitet laut Staatsanwaltschaft die Anschuldigungen. Ihm drohen bis zu 15 Jahre Haft. Der Ordensmann war im Februar bei Krakau festgenommen worden.

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Sterbehilfe: Und wenn du schön stirbst, so stirbst du doch

Bild: letzte-hilfe.de

Bild: letzte-hilfe.de

Der Freitod des ehemaligen MDR-Intendanten Udo Reiter hat die Debatte um selbstbestimmtes Sterben neu entfacht. Doch wie stehen Mediziner und Theologen zu dem heiklen Thema? Ein aktueller Überblick.

Von Matthias KamannDIE WELT

Kommt ein Mann zum Arzt: “Herr Doktor, auch die zweite Chemotherapie hat meinen Krebs nicht besiegt, was soll ich tun?” – “Nun”, sagt der Arzt, “es gibt zwei Möglichkeiten.” Ab hier jedoch funktioniert das Witzemuster nicht mehr. Denn zur Wahl stehen das Hospiz und der Eintritt in einen Sterbehilfeverein. In beiden Fällen ist die Schlusspointe zum Heulen: Der Mann stirbt.

Ans Witzeerzählen zu denken liegt aber nahe in der Debatte über ein Verbot oder eine Regulierung der bislang erlaubten Beihilfe zum frei verantwortlichen Suizid. Denn dieser Streit wird zumal in Talkshows anekdotisch geführt. Ständig gibt es Einzelfallgeschichten von Leuten, die zum Arzt kommen und dann auswählen müssen. Zudem enden fast alle jener Geschichten mit einem Lächeln. Erfreut erzählen Sterbehilfegegner, wie beseligt Hospizpatienten versterben. Genauso zufrieden, so berichten Sterbehelfer, scheiden ihre Klienten aus dem Leben.

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Hape Kerkelings Religiotie

Hape Kerkeling: „Gott bleibt für mich bis heute der unsichtbare Komponist einer wundervollen Musik“ Foto: Stephan Pick

„Gott muss phantastisch sein“
Hape Kerkeling hat ein Faible fürs Spirituelle. Das wissen seine Fans spätestens seit dem Bestseller „Ich bin dann mal weg“. In den nun erschienenen Memoiren des Komikers, arbeitet er den Suizid seiner Mutter auf und berichtet, wie diese Erfahrung seinen Glauben geprägt hat.

Von Anna Lutzpro Medienmagazin

„Gott bleibt für mich bis heute der unsichtbare Komponist einer wundervollen Musik“, schreibt Kerkeling in der Autobiografie „Der Junge muss an die frische Luft“. „Nach seiner Musik zu urteilen, muss Gott phantastisch sein, und ich kann keinen einzigen Grund dafür erkennen, warum ich an ihm zweifeln sollte“, bekennt er. Doch wer Kerkelings Buch gelesen hat, erkennt, dass der Komiker durchaus Grund zum Zweifeln hatte. Als Achtjähriger erlebte er mit, wie sich seine Mutter mit Schlaftabletten das Leben nahm. Stundenlang lag er während ihres Todeskampfs neben ihr im Bett, bevor sie ins Krankenhaus eingeliefert wurde, wo sie schließlich verstarb. „Also lege ich mich wieder hin, schließe die Augen, falte die Hände und bete starr vor Angst das Vater-unser rauf und runter. Etwas besseres fällt mir nicht ein“, erinnert er sich an die letzten Stunden, die er gemeinsam mit seiner Mutter zu Hause verbrachte.

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