Archiv der Kategorie: Katholizismus

„Gott macht Müll“—Altmänner-Riege will Gebärmütter kontrollieren

In den Redebeiträgen betonten die Redner, dass jeder Mensch “Gottes erste Wahl” ist Foto: Friederike Lübke

Etwa 5.000 Menschen haben bei dem „Marsch für das Leben“ in Berlin gegen Abtreibung und Euthanasie demonstriert. Gegendemonstranten störten die Veranstaltung mit Lärm und Sprechchören gegen den christlichen Glauben.

pro Medienmagazin

Grün ist die Farbe des Morgens. Vor dem Bundeskanzleramt in Berlin haben sich mehrere hundert Teilnehmer für den „Marsch für das Leben“ versammelt. Jugendliche, Familien mit kleinen Kindern, Geistliche und Menschen mit Behinderungen halten grüne Luftballons und grüne Plakate in die Luft, auf denen Sprüchen stehen wie „Inklusion statt Selektion“ oder „Abtreibung ist Unrecht“. Der Regen hat gerade erst nachgelassen, die Luft ist schwül. Neben der Bühne warten Polizisten.

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Dodo Bonelli und die “Entmythologisierung” Sigmund Freuds

Raphael_M_BonelliSie ist 186 Zentimeter lang und 83 Zentimeter breit: Die wohl berühmteste Couch der Welt des österreichischen Neurologen, Psychologen und zugleich Kulturtheoretiker Sigmund Freud (1856-1939). Auf ihr hatte Freud fast ein halbes Jahrhundert lang seine Behandlungsmethode – die Psychoanalyse – entwickelt. Sie steht jedoch heute nicht etwa in Wien, wo Freud seine Hauptwerke verfasste und u.a. die Grundlagen der Psychoanalyse erarbeitete, sondern in London, wo Freud vor 75 Jahren, am 23. September 1939, starb.

kathweb

Will man heute Freud angemessen gedenken, so braucht es ein gehöriges Maß an “Entmythologisieren”, zeigt sich der Wiener Psychiater und Leiter der Forschungsgruppe Neuropsychiatrie an der Sigmund Freud Universität Wien, Raphael Bonelli, überzeugt. Das Denkmal muss gestürzt werden, um klarer zu sehen, was man ihm heute tatsächlich alles verdankt. Denn es wäre ebenso vermessen, Freud zum großen Übervater zu stilisieren, wie ihn und seine Beobachtungen und Methoden einfach zu alten Eisen zu legen, so Bonelli im Gespräch mit “Kathpress”.

Besondere Beachtung verdiene dabei laut Bonelli Freuds Verhältnis zur Religion sowie seine ausgeprägte Wissenschaftsgläubigkeit. “Freud hat Religion schlichtweg abgelehnt, sie gar als Pathologie behandelt.” Religion sei für ihn immer “ein Reibebaum” gewesen: “Er hat sie abgelehnt, aber zugleich hat ihn Religion auch fasziniert”. Der Grund für diese Ablehnung sei “schlichtweg der Zeitgeist” gewesen: Es entsprach der Stimmung des ausgehenden 19. Jahrhunderts, dass Technik alles und Religion nichts war. “Darwin hat die Entstehung des Menschen erklärt, alles schien technisch machbar.”

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Graz: Kunstprojekt in Kirche über Entstehung des Weltalls

Entwicklungsphasen des Universums. Bild: NASA, WMAP Science Team/public domain

Entwicklungsphasen des Universums. Bild: NASA, WMAP Science Team/public domain

Ein Kunstprojekt in der Grazer Pfarre St. Andrä soll ab 9. Oktober das Diskursfeld zwischen Glaube und Wissenschaft ausloten. Im Zentrum steht die Komposition “Expansion of the Universe” des jungen Wiener Komponisten Rudolf Wakolbinger, die “die Evolution des Universums akustisch abbildet”, wie es in einer Ankündigung heißt.

kathweb

Die Komposition wird durch eine Klanginstallation aus 216 von der Kirchendecke herabhängenden Lautsprechern in St. Andrä aufgeführt und kann zwischen 10. Oktober und 11. November von den Besuchern der Kirche selbst gestartet werden.

Für den Eröffnungsabend am 9. Oktober haben sich die Initiatoren Pfarrer Hermann Glettler, die Präsidentin der Akademie Graz, Astrid Kury, und Konzertveranstalter Martin Schlögl etwas Kontroversielles zum Thema Weltentstehung einfallen lassen: Glettler trifft ab 20 Uhr auf den deklariert atheistischen Astrophysiker und “Science Buster” Heinz Oberhummer sowie auf den Ordinarius für Physik an der Uni Graz, Arnold Hanslmeier. Nach Kurzvorträgen über deren jeweilige Sicht der Entstehung des Universums wollen die Beteiligten in einen Dialog eintreten.

Glettler und Oberhummer sowie der Grazer Künstler Markus Wilfling begegnen einander auch am 10. November bei der abschließenden Finissage in der Kirche St. Andrä.

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Dokumentation: Heiliges Geld

“Heiliges Geld” wirft der Historiker und Schriftsteller John Dickie einen Blick in die Taschen des Heiligen Vaters und macht die wirtschaftlichen Aktivitäten der Katholischen Kirche transparent. Mit exklusiven Interviews und Dokumenten zeigt die Dokumentation, wie der Heilige Stuhl und die katholische Kirche weltweit Geld machen und wie sie es ausgeben. Sie dokumentiert, wie die Spendenmaschine funktioniert, analysiert die Bilanz der Vatikanbank, die erstmals im Oktober 2013 veröffentlicht wurde, und offenbart dabei eine Kirche, die nicht immer eins mit ihrer eignen Mission ist.

Antifeministischer Kreuzzug

Fundamentalistische christliche Abtreibungsgegner bei ihrem Marsch im Jahr 2012 Foto: imago/Christian Mang

Radikale Abtreibungsgegner vereinen CDU, AfD und Neue Rechte
Christliche Fundamentalisten finden in Deutschland immer mehr Anhänger. Viele setzen Hoffnungen in die »Alternative für Deutschland«, die den Paragraf 218 verschärfen will.

Von Paul LisztND

Sie sind die jährlichen Großveranstaltungen einer Bewegung, die sich selbst »Lebensschützer« nennt: die Demonstrationen für das Verbot von Abtreibungen. Sie finden in München und Münster oder im Erzgebirge statt, der größte »Marsch für das Leben« jedoch an diesem Sonnabend in Berlin. Bis zu 4000 Teilnehmer waren im vergangenen Jahr in der Hauptstadt unterwegs, Männer, Frauen, Familien mit behinderten Kindern. Sie waren mit Bussen aus der ganzen Republik und aus dem benachbarten Polen angereist. Organisator ist der »Bundesverband Lebensrecht«, eine Dachorganisation von 13 der insgesamt 60 expliziten »Lebensschutz«-Gruppen in Deutschland.

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Papst Franz plant leichtere Annullierung von Ehen

Bild: youtube

Bild: youtube

Bisher kann es Jahre dauern, bis katholisch geschlossene Ehen für nichtig erklärt werden. Das will Papst Franziskus nun ändern.

SpON

Papst Franziskus strebt eine vereinfachte Annullierung katholischer Ehen an. Wie Radio Vatikan berichtet, hat der Papst eine Sonderkommission eingesetzt, die sich mit einer entsprechenden Reform des kirchlichen Eherechts befassen soll. Zu der Kommission gehörten der Franziskaner Nikolaus Schöch vom obersten vatikanischen Gericht (Apostolische Signatur) sowie der Jesuit Luis Francisco Ladaria Ferrer, Sekretär der Glaubenskongregation.

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Lebensmarsch: Bundestagsabgeordneter von ZDF-Mitarbeitern geschlagen

Hubert Hüppe (2013), Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA-3.0-de/KlausJürgenHövener

Marsch für das Leben: MdB Hubert Hüppe wurde von ZDF-Mitarbeitern geschlagen, von einer weiteren Person wurde er mit einem Farbbeutel attackiert.

kath.net

Der Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe (Foto) war auf dem Marsch für das Leben in Berlin von zwei Mitarbeitern der ZDF-Satiresendung „Heute-Show“ geschlagen worden. Dies teilte der CDU-Politiker kath.net mit. Außerdem war er von einer weiteren Person mit einem Farbbeutel attackiert worden. Der nordrhein-westfälische Abgeordnete ist stellvertretender Vorsitzender der „Christdemokraten für das Leben“ und war von 2009 bis 2013 Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen.

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Heinrich Himmler—”Der Anständige”: Spießer und Massenmörder privat

Bild: Realworks

“Immer hat man selbst alles richtig gemacht” – Ein umstrittener Film über Heinrich Himmler
Ein Spießer und Esoteriker, der zum Massenmörder wurde: Heinrich Himmler, der “Reichsführer SS”, war einer der mächtigsten Führer des NS-Staats und verantwortlich für den Tod von Millionen Menschen. Als Chef von Waffen-SS, Gestapo und Polizei, war er der Organisator der fabrikmäßigen Vernichtung der europäischen Juden. Himmlers Briefe, Fotos und Notizen bilden die Grundlage des Films “Der Anständige”.

Von Rüdiger SuchslandTELEPOLIS

“Alle bekommen Orden und Auszeichnungen, nur Papi nicht. Wenn er nicht wäre, dann wäre alles anders!” Er hat’s nicht leicht gehabt, der Heinrich Himmler. Das wusste seine Tochter Gudrun schon als Kind. Bis heute steht sie im Bann des Verbrecher-Vaters, eine Unverbesserliche, die als Mitarbeiterin und Leitfigur der Organisation “Stille Hilfe”, NS-Tätern juristisch und finanziell unter die Arme greift.

Man weiß nicht genau, was, neben den Taten selbst, von denen hier die Rede ist, das Abstoßendste an dem ist, was dieser Film zeigt: Die Beiläufigkeit, mit der Himmler offenbar selbst seine Taten abtat, die sich in Sätzen wie diesem äußert: “Ich bin dieser Tage in Auschwitz und Lemberg, bin gespannt, wie es dort mit dem Telefonieren sein wird!”

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Hopfen und Malz – Gott erhalt’s! Die christliche Kultur des Bieres

Bild: BR.de

Bier ist eine tragende Säule in der christlichen Kultur: In den Klöstern des Mittelalters wurde fleißig gebraut – schließlich galt für die körperlich schwer arbeitenden Mönche die Regel: ‘Flüssiges bricht das Fasten nicht!’

Bayern2

Schon in den Klöstern des Mittelalters wurde fleißig gebraut. Schließlich galt für die körperlich schwer arbeitenden Mönche die goldene Regel “Liquida non frangunt ieunum” – Flüssiges bricht das Fasten nicht.

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Martin Walser im Gotteswahn?

Martin Walser, Bild: wikimedia.org/CC-3.0/AmreiMarie

Der Schriftsteller Martin Walser (87) hat sich für einen Gottesbezug in der Präambel der künftigen Landesverfassung Schleswig-Holsteins ausgesprochen.

evangelisch.de

“Man kann das nicht entbehren”, sagte Walser am Freitagabend auf einer Veranstaltung im Landeskirchenamt der Nordkirche in Kiel. Wer den Gottesbezug nicht wolle, müsse sagen, “was da dann sonst stehen könnte”. Der Bezug auf Gott verdeutliche ein Vertrauen über die Grenzen des Menschen hinaus, betonte Walser.

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Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen im Vatikan

Bild: youtube

Bild: youtube

Vor der Reise von Papst Franziskus nach Albanien sind nach einem unbestätigten Medienbericht die Sicherheitsvorkehrungen im Vatikan verschärft worden. Wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA unter Berufung auf “einschlägige Kreise” am Freitag berichtete, sei die Bewachung des Petersplatzes “verdoppelt” worden. Hinweise auf eine konkrete Terrorbedrohung gebe es jedoch nicht.

derStandard.at

Bereits zur Generalaudienz des Papstes am Mittwoch sei der Platz von der vatikanischen Polizei sowie Kräften der Sondereinheit DIGOS verstärkt überbewacht worden. Eine Bestätigung des Vatikan zu dem Bericht war am späten Freitagnachmittag nicht zu erhalten.

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Münster: Katholen wollen ihre “Gottseibeiuns-Fete” mit öffentlichen Geldern bezahlen

Bild: tilly

Bild: tilly

Seit jeher werden Kirchentage von Bund, Land und Kommune bezuschusst. Auch in Münster stößt das jetzt auf Widerstand, zum Ärger von Oberbürgermeister Markus Lewe. Doch er gilt als befangen – hat er doch zuvor im Bistum gearbeitet.

Von Michael KrögerSpON

Wenn Rainer Maria Woelki am 20. September sein Amt als Erzbischof von Köln antritt, dürfen sich die Kölner auf ein großes Fest freuen. Allein für Bier, Suppe und Würstchen auf dem Roncalli-Platz hat das Bistum 38.000 Euro eingeplant – hinzu kommen die Kosten für die Großbildleinwand, die vielen Plakate, für Ordner und für die anschließende Müllbeseitigung.

Bei anderen Großveranstaltungen sind die Glaubenshüter deutlich knausriger. Dazu gehören zum Beispiel die Kirchentage, zu denen das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) jährlich im Wechsel mit den Protestanten zusammenruft. Die Vereinigung versteht sich als Interessenvertretung der katholischen Laien, tritt also unabhängig von der Kirche auf. Entsprechend bezahlte die katholische Kirche lediglich rund die Hälfte der knapp zehn Millionen Euro, die die Katholikentage bislang kosteten. Rund ein Sechstel wird durch Eintrittsgelder und Spenden gedeckt. Den Rest müssen regelmäßig Bund, Länder und Kommunen zuschießen.

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“donum vitae” warnt vor Einschnitten bei Schwangerenkonfliktberatung

Schwangere verweigert Tumortherapien, stirbt und wird dafür Heilig gesprochenVor dem Auftakt seines Bundeskongresses in Mainz hat der Schwangeren-Beratungsverein “donum vitae” vor einer Ausdünnung der Anlaufstellen für schwangere Frauen gewarnt.

evangelisch.de

Die Nachfrage nach Gesprächen in den Beratungsstellen steige noch immer an, sagte die “donum vitae”-Bundesvorsitzende Rita Waschbüsch am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Zu dem Jahrestreffen der Organisation werden am Samstag rund 250 Teilnehmer erwartet. Auf der Rednerliste stehen unter anderen Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) und der frühere Verfassungsrichter Hans-Jürgen Papier.

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Jesuit Mertes fordert neue Debatte über Sexualpädagogik

missbrauch_katholKirche müsse “Sprachlosigkeit bei Sexualität und Missbrauch” begegnen

kathweb

Eine Debatte über Ziele und Methoden der Sexualpädagogik im Schulunterricht hat der Jesuit und Schulleiter Pater Klaus Mertes gefordert. “Die Missbrauchsdebatte der vergangenen Jahre muss auch zu einem tiefgreifenden Nachdenken über unsere Sexualpädagogik führen, das ist bislang viel zu wenig geschehen”, sagte Mertes am Freitag vor Journalisten in Freiburg. So müsse Sexualpädagogik als Querschnittsthema über alle Schulfächer hinweg verstanden werden. “Und wir müssen der vielerorts vorherrschenden Sprachlosigkeit bei den Themen Sexualität und auch Missbrauch begegnen, gerade auch vor dem Hintergrund des Lärms einer über das Internet immer leichter verfügbaren Pornografie.”

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George Weigel: Rechtfertigung für Papst Benedikts Regensburger Rede

George Weigel Blog, Screenshot: BB

George Weigel Blog, Screenshot: BB

Benedikt XVI. habe in seiner Regensburger Rede zwei Schlüsselfragen angesprochen: Kann der Islam Argumente für religiöse Toleranz und für die Trennung von Politik und Religion finden? Diese Themen seien heute höchst aktuell, schreibt George Weigel.

kath.net

In seiner „Regensburger Rede“ hat Papst Benedikt XVI. zwei Schlüsselfragen angesprochen, deren Antworten den „Bürgerkrieg innerhalb des Islam“ ebenso entscheidend beeinflussen werden wie die weltweiten Bedrohungsszenarien. Das schreibt der Theologe und Papst-Biograph George Weigel auf dem Blog First Things.

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Zur Erinnerung. Am 12. September 2006 vor Wissenschaftlern an der Universität Regensburg eine Vorlesung.

Das als Papstzitat von Regensburg bekannt gewordene Diktum ist eine Äußerung in dieser Vorlesung.

B16

„Ohne sich auf Einzelheiten wie die unterschiedliche Behandlung von ‚Schriftbesitzern‘ und ‚Ungläubigen‘ einzulassen, wendet er (der Kaiser) sich in erstaunlich schroffer, uns überraschend schroffer Form ganz einfach mit der zentralen Frage nach dem Verhältnis von Religion und Gewalt überhaupt an seinen Gesprächspartner. Er sagt: ‚Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten‘. Der Kaiser begründet, nachdem er so zugeschlagen hat, dann eingehend, warum Glaubensverbreitung durch Gewalt widersinnig ist. Sie steht im Widerspruch zum Wesen Gottes und zum Wesen der Seele. ‚Gott hat kein Gefallen am Blut‘, sagt er, ‚und nicht vernunftgemäß, nicht σὺν λόγω zu handeln, ist dem Wesen Gottes zuwider‘. Der Glaube ist Frucht der Seele, nicht des Körpers. Wer also jemanden zum Glauben führen will, braucht die Fähigkeit zur guten Rede und ein rechtes Denken, nicht aber Gewalt und Drohung… Um eine vernünftige Seele zu überzeugen, braucht man nicht seinen Arm, nicht Schlagwerkzeuge noch sonst eines der Mittel, durch die man jemanden mit dem Tod bedrohen kann.“

B16 selbst zitiert den byzantinischen Kaiser Manuel II. Palaiologos (1350-1425), der während eines Gesprächs mit islamischen Gelehrten, diese Aussagen getroffen haben soll.

Alexis Tsipras: “Der Papst ist kein Linker, aber er spricht wie einer”

foto: epa / sotiris barbarousi Beten ist Alexis Tsipras' Sache nicht. Dennoch sieht er in Papst Franziskus einen Partner zur Verfolgung gleicher Ziele

foto: epa / sotiris barbarousi
Beten ist Alexis Tsipras’ Sache nicht. Dennoch sieht er in Papst Franziskus einen Partner zur Verfolgung gleicher Ziele

Die Europäische Linke wurde vom Papst empfangen, der Chef der griechischen Partei Syriza sucht eine Allianz mit Franziskus

Von Peter MayrderStandard.at

Um exakt 9.45 Uhr setzte sich die kleine Delegation in Bewegung. Von der Piazza del Sant’Uffizio ist es nicht weit ins Herz des Vatikans. Der geladene Gast wirkt angespannt. Es ist auch ein besonderer Termin: Zum ersten Mal trifft ein hochrangiger Vertreter der Europäischen Linken den Papst. Noch heikler ist diese Mission, weil es Alexis Tsipras, Chef der griechischen Linkspartei Syriza, ist – also der Gottseibeiuns vieler europäischer Spitzenpolitiker.

Rund zwei Stunden später gibt es einen gelöst wirkenden Tsipras. Dreißig Minuten dauerte die Privataudienz bei Franziskus. Es sei ein historisches Treffen gewesen, stellt Tsipras zufrieden fest. Das wurde auch anderen Ortes offenbar so gewertet: Denn kaum war der Termin für die Zusammenkunft publik geworden, habe es Druck aus Griechenland gegeben, hieß es aus der Delegation. “Die griechische Regierung mag nichts von dem, was ich mache. Sie mag mich nicht”, sagte Tsipras dazu im Gespräch mit dem Standard.

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ZdK-Präsident Glück: Glaube kann nicht länger Gehorsamsglaube sein

jesus_schaukelDer Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, hat keine Angst vor einem Umbruch in der katholischen Kirche.

evangelisch.de

“Immer schon hat die Kirche Veränderungen erlebt, auch solche, die sie kräftig durchgerüttelt haben”, sagte Glück am Donnerstagabend in Köln. Für den ZdK-Präsidenten steht fest, dass der Skandal um sexuellen Missbrauch in der Kirche und dessen Aufarbeitung zu einer größeren Offenheit in der katholischen Kirche beigetragen hat.

“Für die Kirche ist Glaubwürdigkeit unerlässlich, um dem Wort Gottes Gehör zu verschaffen”, sagte Glück vor rund 120 Zuhörern. Das heißt seiner Ansicht nach auch, dass der Glaube “nicht mehr länger Gehorsamsglaube” sein könne. Glaube müsse sich entwickeln aus Erfahrung zu einem Verantwortungsglauben, sagte Glück in seinem Vortrag zum Thema “Ist die Kirche nur noch eine Randerscheinung?”

Zentralrat der Muslime verurteilt Extremismus

Aiman_MazyekAm Freitag finden bundesweit Veranstaltungen gegen Rassismus und Extremismus statt. Anlass sind antisemitische Übergriffe und islamistische Aktionen – beides hat der Zentralrat der Muslime verurteilt.

stern.de

Anlässlich eines bundesweiten Aktionstages am Freitag hat der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, Hass gegen Juden und Terror im Namen des Islam verurteilt. “Wir wollen nicht schweigen, wenn hierzulande aus Rassismus Brandanschläge auf Moscheen und Synagogen verübt werden”, sagte Mazyek der “Bild”-Zeitung.

Man dürfe auch nicht schweigen, “wenn Menschen den muslimischen Glauben missbrauchen, um Unrecht zu begehen. Das sind in Wahrheit Terroristen und Mörder, die den Islam in den Dreck ziehen und den Menschen – auch ihren eigenen Glaubensbrüdern – Hass und Leid bringen, in Syrien, im Irak und an anderen Orten.”

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Schwule Priester, die strippen: Ein Video provoziert die katholische Kirche

In der katholischen Kirche gibt es viele Sünden und Verbote. Scheidung. Selbstmord. Selbstbefriedigung. Blasphemie. Homosexualität. Dieses neue Protestvideo dürfte deshalb Geistliche und streng Gläubige schockieren: Es zeigt einen Priester, der strippt.

The Huffington Post

Der Clip wirbt für den Orthodox Calender, ein Wandkalender mit homoerotischen Bildern. Die Macher wollen auf den Schwulenhass in der orthodoxen Kirche Osteuropas aufmerksam machen. Und auf die Scheinheiligkeit der Geistlichen, die in der Abgeschiedenheit des Priesterseminars ein ausschweifenden Sexleben haben sollen.

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Kardinal Kasper: Keine zweite sakramentale Ehe möglich

Walter Kasper, Bild. bostonglobe.com

Mit Nachdruck unterstrich Kasper die Unauflöslichkeit der sakramentalen Ehe. Sie gründe auf der Botschaft Jesu, und die Kirche könne dies nicht ändern. Daher sei eine zweite sakramentale Ehe nicht möglich, solange der erste Partner noch lebe.

kath.net

Der deutsche Kardinal Walter Kasper (Foto) erhofft sich von der bevorstehenden Bischofssynode einen aufrichtigen Meinungsaustausch über die Situation der Familie und die Frage eines Kommunionempfangs für wiederverheiratete Geschiedene. Man brauche keine vorgefertigten Antworten, sondern vertiefte Klärungen in einer Atmosphäre des Zuhörens; dafür habe man bis zur endgültigen Entscheidung bei der Bischofssynode 2015 ein Jahr lang Zeit, sagte Kasper der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Donnerstag in Rom.

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