Archiv der Kategorie: Protestantismus

Reformationstag: Wie Martin Luther sich die Juden zurechtlegte

luther_1Debatte ohne Ende: War der Autor der Schrift “Von den Juden und ihren Lügen” von 1542 ein Antisemit? Der Theologe Thomas Kaufmann erklärt: Ja, der Reformator war einer. Aus enttäuschter Liebe.

Von Matthias KamannDIE WELT

Der 31. Oktober ist gefährlich. Denn am Reformationstag liegt es nahe, historische Distanz zu vergessen. Geschehnisse vor fast einem halben Jahrtausend, nach der Veröffentlichung von Martin Luthers Thesen gegen den Ablasshandel zu Allerheiligen 1517, sollen heutige Protestanten in ihrem gegenwärtigen Glauben stärken. Dass dies sehr schwierig ist, lässt sich dem neuen Buch von Thomas Kaufmann entnehmen. Es sei eine “unausweichliche Erkenntnis”, schreibt der Göttinger Professor für evangelische Kirchengeschichte und exzellente Lutherkenner, “dass man sich Luthers Theologie ebenso wenig blindlings anvertrauen kann, wie man sich als zurechnungsfähiger Mensch des 21. Jahrhunderts freiwillig den Heilkünsten eines Baders des 16. Jahrhunderts überlassen würde”.

Aber so wenig man dem Bader vertrauen darf, so wenig kann man ihm vorwerfen, dass er Bader war. Anders gesagt: Wenn heute die Gegner des Protestantismus dem Reformator Martin Luther (1483-1546) die Abweichung von ihren Positionen zur Last legen, dann irren sie. Dann “fehlt nur noch der Vorwurf, dass er nicht Auto fahren konnte”, wie jüngst Lutherbiograf Heinz Schilling auf einer Tagung in Berlin den Polemikern vorhielt. Schilling und Kaufmann plädieren für Luthers konsequente Historisierung. Deren Leistungsfähigkeit beweist Kaufmann jetzt in einem Buch über Luthers Verhältnis zu den Juden.

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Nikolaus Schneider: Reformation bedeutet Freundschaft mit Gott

ekd_reformation_magazin300Die Reformation war nach Überzeugung des scheidenden Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, ein wichtiger Impuls für die innere Befreiung der Christen.

evangelisch.de

Der Reformationstag sei ein Zeichen für die “Freundschaft mit Gott”, sagte er am Freitag dem Fernsehsender “Phoenix“. Martin Luther (1483-1546) habe “mit dem Geschäft mit der Angst Schluss gemacht”. Vor genau 497 Jahren, am 31. Oktober 1517, veröffentlichte Luther seine Thesen gegen den Ablasshandel. Der Tag gilt als Beginn der Reformation.

Nach Schneiders Worten befähigt die Reformation die Christen, Verantwortung für andere und für die Gesellschaft zu übernehmen. Den Wittenberger Reformator nannte der Ratsvorsitzende einen genialen Charakter mit einem “riesigen Temperament”, der ein Herz für die Menschen gehabt habe. “Er konnte aber auch polemisieren”, fügte Schneider an. Luther habe zu schlimmen Ausfällen geneigt, vor allem gegenüber den Juden. “Er war ein großartiger Menschen, aber mit Ambivalenzen.”

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Christlicher Glaube und Marktwirtschaft gehören zusammen

Bild: tilly

Bild: tilly

Ökonom: Wenn das eine wegfällt, verlieren wir auch das andere.

kath.net

„Der christliche Glaube und die freie Marktwirtschaft gehören untrennbar zusammen. Lassen wir das eine wegfallen, verlieren wir über oder lang auch das andere.“ Diese Ansicht vertrat der Diplom-Ökonom Robert Grözinger (Bath/England) auf einer Veranstaltung der Regionalgruppe Rhein-Main des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer (AEU) am 29. Oktober in Frankfurt am Main. Der Autor des Buches „Jesus, der Kapitalist“ sprach vor 60 Vertretern aus Kirche und Wirtschaft zum Thema „Das christliche Herz der Marktwirtschaft“. Gastgeber war die Deutsche Bank. Grözinger zufolge sind entscheidende Grundlagen für den Kapitalismus aus dem Judentum und dem Christentum hervorgegangen, etwa die Achtung des Privateigentums sowie die Freiheit und Verantwortung des Einzelnen. Gott habe dem Menschen den Auftrag gegeben, die Erde zu bebauen und zu bewahren. Dazu seien Effizienzsteigerung und Arbeitsteilung notwendig, um die Welt angesichts der Vielzahl der Menschen bewohnbar zu halten. Dies gelinge am besten durch die Marktwirtschaft.

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Prominentes AfD-Mitglied: “Ziehe meinen Hut vor Hools”

Bild: Ziko van Dijk (CC BY SA 3.0)

Bild: Ziko van Dijk (CC BY SA 3.0)

Verzweifelt kämpft AfD-Chef Bernd Lucke gegen das Image seiner Partei, ein Sammelbecken für Rechte und Verschwörungstheoretiker zu sein. Allein, seine Parteibasis unterstütz ihn in diesem Vorhaben nicht.

Huffington Post

Jetzt ein neuer Skandal: Das prominente Hamburger AfD-Mitglied Tatjana Festerling gestand in einen Beitrag für die Website “Journalistenwatch”, dass sie an der Kölner Hooligan-Demonstration teilgenommen hatte, wie das “Hamburger Abendblatt” berichtet.

Festerling ist seit Gründung der AfD in Hamburg für die Partei aktiv, wird im Gründungsprotokolll der AfD Hamburg-Mitte erwähnt und kandidierte bei den Bezirkswahlen 2013.

“Heute Abend ziehe meinen Hut vor den Hools, vor Euch!”, schrieb sie in dem Beitrag.

“Für Eure Disziplin, mit der Ihr – immerhin rund 5.000 Hools – durch die Straßen gezogen seid. Eure Parolen waren nicht originell, aber schnell zu merken und in keinster Weise rassistisch, rechtsextrem oder Gewalt auffordernd: 1. Wir wollen keine Salafistenschweine 2. Wir sind das Volk!”, sagte sie an die Adresse der Hooligans gerichtet.

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TV-Dokumentation zeigt Glaube ohne Kirche

Die „Religiöse“ Maria (r.) besucht ein Hospiz. Sie sagt: „Wenn es nach dem Tod nichts gäbe, keinen Glaube, keinen Gott, keine Auferstehung, dann wäre so ein Menschenleben wie ein Windstoß – vorbei, Nächster.“ Foto: BR

Ein Jahr lang haben über 10.000 User auf dem Blog des Bayerischen Rundfunks über die Frage „Woran glauben die Menschen heute?“ diskutiert. Vier Arten zu glauben wurden herausgefiltert. Der BR zeigt am Samstag die Dokumentation dazu.

pro Medienmagazin

Woran glauben die Menschen heutzutage? Ein Jahr wurde diese Frage im Internet auf dem BR-Blog www.woranglauben.de diskutiert. Über 10.000 User haben mitgemacht, Hunderte ihr Glaubensbekenntnis geschickt. Aus den zahlreichen Kommentaren haben die BR-Autorinnen Christiane Miethge und Eva Achinger vier große Glaubenslinien herausgefiltert, mit Unterstützung des „Cred-O-Mat“, einem wissenschaftlichen Test für Glaubensfragen.

Jeweils einen Vertreter eines Glaubenstypen, wie etwa der „Religiöse“ oder der „Wissenschaftsgläubige“, haben sie mit der Kamera für ihre Dokumentation begleitet. Der BR zeigt sie am Samstag, den 1. November, um 19.00 Uhr.

„Glaube ist ein sinnstiftendes Vertrauen in eine Überzeugung“

Da Glaube heute sehr individuell ist, versuchten die Autorinnen diese vielen Glaubensformen zu bündeln. Eine wissenschaftliche Analyse der Kommentare sollte dabei helfen. Tatjana Schnell von der Universität Innsbruck entwickelte den „Cred-O-Mat“. Er half, Kategorien zu bilden und gibt den Usern gleichzeitig Rückmeldung, woran sie bewusst oder unbewusst glauben: Liebe, Freiheit, Natur, Gott. Die Definition, die dahinter steckte: „Glaube muss nichts mit Religion zu tun haben, er ist ein sinnstiftendes Vertrauen in eine Überzeugung“.

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EKD stärkt interreligiösen Dialog in Indonesien—auf Staatskosten?

Jochen Bohl, Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA-3.0-de

Stellvertretender Ratsvorsitzender Jochen Bohl begleitet Bundesaußenminister Steinmeier auf Südostasienreise

Logo der EKD

Gemeinsam mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier ist der stellvertretende Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Jochen Bohl, am Donnerstag (30. Oktober) zu einer Reihe von Gesprächen und Begegnungen nach Südostasien aufgebrochen. Landesbischof Bohl ist Mitglied einer siebenköpfigen Delegation, die den Außenminister auf einer fünftägigen Reise nach Indonesien und Südkorea begleitet.

Ein zentrales Anliegen der Reise ist für den stellvertretenden Ratsvorsitzenden der interreligiöse Dialog in Indonesien. In Jakarta trifft Bohl mit Vertretern der dortigen muslimischen Mehrheit zusammen. „Der Dialog zwischen den Religionen ist für das friedliche Zusammenleben der Menschen in Indonesien unverzichtbar“, betonte Bohl im Vorwege der Reise. „Er dient dazu, die moderaten Kräfte im Land zu stärken und Eskalationen zu verhindern.“ Der zum Teil seit Jahrzehnten erfolgreich geführte Dialog und das selbstverständliche Miteinander von Christen und Muslimen im Alltag dürften durch die Ausbreitung eines islamistisch geprägten Islam, wie sie sich derzeit insbesondere in der Region Aceh zeige, nicht aufs Spiel gesetzt werden, so der sächsische Landesbischof.

In Indonesien ist die Religionsfreiheit in der Verfassung verankert. Offiziell werden vom Staat fünf Religionen anerkannt: Islam, Christentum, Hinduismus, Buddhismus und Konfuzianismus. 85 Prozent der Bevölkerung sind muslimisch. Die Mehrheit von ihnen lebt einen lokal geprägten und moderaten Islam.

Die evangelische Kirche ist mit ihren Missionswerken seit vielen Jahrzehnten in der Region aktiv und durch die Kontakte zu ihren Partnerkirchen ein wichtiger Ansprechpartner für die Entwicklungszusammenarbeit.

In Südkorea stehen Begegnungen mit der christlichen Kirche in Seoul auf dem Programm.

Hannover, 30. Oktober 2014

Pressestelle der EKD
Carsten Splitt

Survey Shows We’re All Wrong About the Relative Percentages of Muslims and Christians in Our Countries

What percent of people in the U.S. are Muslims?
Christians?
Think about it…
The answers are 1% and 78%, respectively. A new survey released by the Ipsos Mori social research institute shows that not only did we not know that, we weren’t even close.

By Hemant Mehta—Friendly Atheist



There were several other questions, too, and The Guardian has those results. When the 14 countries surveyed were ranked according to most accurate (least ignorant) overall, the U.S. came in 13th. So… umm… we’re not last! WOO!

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Dodo Käßmann im Reformationswahn

Margot-KässmannDer Reformationstag soll nach Ansicht der evangelischen Theologin Margot Käßmann ein gesetzlicher Feiertag werden.

evangelisch.de

Sie hoffe, dass nicht nur zum 500. Jahrestag des Thesenanschlags durch Martin Luther (1483-1546) im Jahr 2017 der 31. Oktober ein solcher Feiertag werde. “Ich fände es schon richtig, wenn das nicht einmalig wäre”, sagte die Botschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für das Reformationsjubiläum der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (Donnerstagsausgabe).

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Religion: Neue Feiertage braucht das Land

Das Kreuz mit den Religionen

Das Kreuz mit den Religionen

Der 31. Oktober und der 1. November nähern sich: Reformationstag und Allerheiligen sind wichtige christliche Feiertage. Doch im säkularisierten Deutschland haben sie ihre eigentliche Bedeutung längst eingebüßt. Könnte man für Ungläubige nicht andere Feiertage erfinden?

Von Arno OrzessekDeutschlandradio Kultur

“Das ‘christliche Abendland’ war einmal”, titelte kürzlich nicht etwa eine linksliberale Multikulti-Gazette… Sondern das evangelikale Magazin Idea spektrum, Hausblatt strenggläubiger Protestanten.

Dem ist schwer zu widersprechen. Nicht nur die Kirchen leeren sich notorisch – auch der Islam gehört zu Deutschland.

Ja, aber… Reformationstag, Allerheiligen, Allerseelen: Das kommende Wochenende bietet alles auf, um dem zu widersprechen. Wenn es noch einen Rückzugsort des einst allmächtigen Christentums gibt, dann ist es der Kalender.

Die christlichen Feiertage sind in Deutschland das letzte lose Bindeglieder zwischen der säkularen Gesellschaft und ihrer christlichen Vergangenheit. In der einst in der Tat eine eklatante Heiligen-Sucht herrschte. Zuerst waren Märtyrer die Favoriten. Doch schon im frühen Mittelalter verehrten die Gläubigen maßlos viele Engel, Apostel, Evangelisten, Personen des Neuen Testaments, Kirchenleute, Missionare und überhaupt auffällig gute Menschen als Heilige.

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Kentucky Shocked Creationist’s Tax-Funded Ark Museum Will Discriminate On Basis Of Religion

Image: Facebook/Ark_Encounter

Image: Facebook/Ark_Encounter

Ken Ham, president of a Christian ministry and the Creation Museum got millions in tax-break assurances from Kentucky, but now the State is shocked that he plans to discriminate based on religion. Will those tax breaks disappear?

By David BadashTheNewCivilRightsMovement

Ken Ham recently made headlines when he debated evolution with Bill Nye, “the science guy,” at Ham’s Creation Museum in Kentucky. Depending on your point of view, Nye won, or Ham won. But in another sense, Ham was the winner because Nye has been much more of a household name, for decades, than Ham.

Until now.

Born in Australia in 1951, Ham is a “young earth creationist” who believes the earth is just 6000 years old and everything anyone needs to know can be learned from the Bible — actual science, he insists, is misleading and wrong. He is the president of Answers in Genesis, a Christian Ministry that runs his Creation Museum, and soon — or, soon he had hoped — Ark Encounter, a Noah’s Ark museum to be based in Kentucky, too.

But as The New Civil Rights Movement reported this summer, Ham’s detractors found that the Ark Encounter, unlike the Creation Museum, isn’t a Christian ministry, and that’s creating a legal employment rights problem for Ham.

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„Reformationsgedenken zu sehr auf Luther zentriert“

ekd_reformation_magazin300Historiker kommentiert kirchliche und staatliche Gedenkaktivitäten zum Jubiläum 2017

Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Die kirchlichen und staatlichen Aktivitäten zum Reformationsjubiläum 2017 sind aus Historikersicht „ein Musterfall für das schwierige Verhältnis von Wissenschaft und Öffentlichkeit“. In Ausstellungen, Tourismus-, Schul- und Musikprojekten werde die Erinnerung an die religiöse Erneuerungsbewegung sehr stark auf den Wittenberger Reformator Martin Luther (1483-1546) zugespitzt, schreibt Reformationshistoriker Prof. Dr. Matthias Pohlig vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“ auf http://www.religion-und-politik.de. Dies sei einer der Gründe dafür, warum Reformationshistoriker ein Problem mit den Jubiläumsaktivitäten hätten.

„Gerade die Luther-Zentriertheit der Lutherdekade ist für eine historische Forschung, die sich seit Jahrzehnten bemüht, die sozialen, politischen und kulturellen Umbrüche um 1500 zu beschreiben, ohne in die Falle einer Geschichte großer Männer zu tappen, ein Problem“, schreibt der Wissenschaftler in dem Beitrag „Vom Fremdeln mit dem Reformationsjubiläum 2017“. Während die Kirche die Identifikationspotenziale der Reformation suche und mit vielen Jubiläumsaktivitäten einem Bedürfnis nach Identitätsstiftung und Selbstvergewisserung nachkomme, bemühten sich Historiker in kleinteiliger kulturhistorischer Forschung „um Dekonstruktion des allzu vertraut Scheinenden“. Die verbreitete Vorstellung von einem „Luther der Moderne, Vorkämpfer von Freiheit und Toleranz“ komme dabei nicht mehr in Frage, genauso wenig wie das im Rahmen der Lutherdekade diskutierte Gegenteil: „Luther ist eben auch nicht der Unmoderne, Repressive, der Intolerante.“

Prof. Pohlig erörtert in seinem Beitrag verschiedene Gründe, warum viele Historiker nach seiner Einschätzung „mit dem Jubiläumshype fremdeln“. So seien nicht-theologische Reformationshistoriker weniger institutionell und gedanklich in die evangelische Kirche integriert als Kirchenhistoriker und teilten insofern nicht das Ziel der Identitätsstiftung, das sich oft mit Jubiläen verbinde. Zudem sähen akademische Historiker in Formaten der Geschichtsvermittlung wie Dokudramas, Geschichtscomics oder historischen Events die Gefahr einer Verflachung oder Verfälschung. „Auswüchse der Lutherdekade“ seien etwa Luther-Raps und -songs bei YouTube, Ratgeberliteratur, kitschige Bücher mit Lutherzitaten oder das Aussenden von Schülern als „Lutherbotschafter“ in andere Länder. Auch darin liege das Fremdeln begründet.

Eine weitere Ursache sieht der Autor in der Skepsis vieler Historiker gegenüber der Rolle des public intellectuals, in die sich noch in den 1980er Jahren viele Fachkollegen gern begeben hätten. Die damalige „sozialhistorische Debattenfreudigkeit“ habe auch den Blick auf die Reformation geprägt: „Das letzte große Jubiläum, das Lutherjahr 1983 zum 500. Geburtstag des Reformators, stand ganz im Zeichen der erbitterten Ost-West-Systemkonkurrenz.“ Luther sei für Diskussionen über sich verändernde soziale und politische Strukturen und eine „frühbürgerliche Revolution“ herangezogen worden. Damit wurde dem Autor zufolge genau die Leitfrage behandelt, die auch zum Gedenken 2017 im Zentrum stehe: „Was hat Luther mit uns zu tun und was wir mit Luther?“ Heute hingegen sei „just zum Jubiläum weit und breit keine integrierende Perspektive zu sehen“. Wenn Kulturwissenschaftler sich zum Beispiel mit Ritualen um 1520 oder mit dem Verhältnis der Reformatoren zur Körperlichkeit beschäftigten, ließen sich kaum übergreifende Perspektiven generieren. „Eine solche integrierende, Kontroversen stimulierende Perspektive wäre aber nötig, wollte die akademische Reformationsforschung die inhaltlichen Leitlinien von 2017 umfassend mitprägen.“

Den Nutzen der Lutherdekade für die geschichtswissenschaftliche Forschung sieht Prof. Pohlig skeptisch. Zwar sei die Zahl der reformationshistorischen Konferenzen und Publikationen nun erheblich angestiegen. „In diesem Rahmen wird, so mein Eindruck, noch sorgloser als sonst Geld für zweifelhafte Tagungen und zusammenhanglose Sammelbände ausgegeben – ein Indiz für eine Eventisierung auch des Wissenschaftsbetriebs.“ Mit Blick auf den „im engeren Sinne wissenschaftlichen Ertrag“ sei das Reformationsjubiläum „irrelevant“.

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Pat Robertson: Brittany Maynard Shouldn’t Kill Herself Because “God Can Heal Anything”

Image: Friendly Atheist

Brittany Maynard (left) is the 29-year-old with brain cancer who has chosen to kill herself in a few days so that she can die with dignity before the disease takes away everything that she believes makes life worth living.

By Hemant MehtaFriendly Atheist

Pat Robertson commented on her story last night — you know you were waiting for his opinion — explaining how she should totally not kill herself because God will heal her… and how her decision is just a symptom of death-loving liberals:

… It’s amazing; the so-called liberals are a culture of death, they want to kill babies, they want to kill the terminally ill, they don’t seem to honor life

We should fight for life. It is a slippery slope… She has brain cancer, but brain cancer can get healed, God can heal anything.

If God cared so much, maybe he shouldn’t have given her the brain cancer to begin with…? Just a thought.

To repeat, there is no known cure for what Maynard has and the only options to extend her life would “destroy the time” she has left (her words).

Right Wing Watch points out that a woman once claimed Robertson faith-healed her brain tumor, though doctors made clear it wasn’t cancer. No alternative explanations were offered.

Norwegen: Dodo Märtha redet mit den Toten

Prinzessin Märtha Louise

Prinzessin Märtha Louise

Norwegens Monarchie in der Kritik: Prinzessin Märtha Louise sieht Engel und kommuniziert mit den Toten – gegen Geld natürlich. Und Kronprinz Haakon rührt gar an ein sozialdemokratisches Tabu.

Von Per HinrichsDIE WELT

Manche Leute haben einen Talisman im Auto. Andere vertrauen ihrem Schutzengel.

So weit, so gut. Ein bisschen Aberglaube hilft ja manchmal. Aber nur ganz wenige behaupten, sie könnten auch mit Engeln reden. Und wahrscheinlich gibt es kaum Menschen auf der Welt, die eine “Engelschule” betreiben, in der man lernen soll, zu Wesen Kontakt aufzunehmen, die es aller Wahrscheinlichkeit nach nicht gibt. Diesen wenigen Menschen wird man in der Regel sehr verständnisvoll begegnen, sie bestärken und ihnen gut zureden.

Oh, eine Engelschule. Schön! Manche von ihnen dürften ein Leben unter Aufsicht führen.

Powerplay im norwegischen Staatsfernsehen

So ist es wohl auch bei Märtha Louise von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, Prinzessin von Norwegen. Sie darf und kann sich zwar frei bewegen, aber alles, was sie tut, geschieht im Licht der norwegischen Öffentlichkeit – sie ist schließlich eine Prinzessin, mit diesem Titel ist sie im Königreich anzusprechen. An die esoterischen Schrullen der ausgebildeten Physiotherapeutin hat sich das Volk mittlerweile gewöhnt.

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Senior American officials refer to Israeli PM as a ‘chickenshit’

Prime Minister Benjamin Netanyahu, right, and President Barack Obama embrace at a ceremony welcoming the US leader at Ben Gurion Airport near Tel Aviv, on March 20, 2013 (photo credit: Miriam Alster/Flash90) bearb.:BB

Prime Minister Benjamin Netanyahu, right, and President Barack Obama embrace at a ceremony welcoming the US leader at Ben Gurion Airport near Tel Aviv, on March 20, 2013 (photo credit: Miriam Alster/Flash90)
bearb.:BB

As Israel’s relationship with its critical ally enters ‘full-blown crisis,’ The Atlantic reports, senior American officials refer to Israeli PM as a ‘chickenshit,’ hell-bent on career preservation.

The Times of Israel

American anger at the government of Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu is “red hot” and the relationship between Israel and the US is now in a “full-blown crisis,” The Atlantic reported Tuesday.

The piece, by Jeffrey Goldberg, observed the extraordinarily harsh tone now used in increasingly regular and open fashion by Obama administration officials in reference to Jerusalem leaders, chiefly among them Netanyahu. One senior administration official was quoted by the publication as calling the Israeli prime minister “a chickenshit,” referring to what he saw as the premier’s pandering to his political base for fear of electoral defeat, his refusal to make any diplomatic headway with the Palestinians and moderate Arab states, and his fear of initiating wars.

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Das linke Islam-Tabu

brennender_koran

Linke überlassen die Religionskritik zunehmend den Rechten – und stabilisieren ungewollt den strukturellen Rassismus

Von Christian BaronND

Linke tun sich schwer damit, den Islam zu kritisieren. Weil vor allem muslimische (Post-) Migranten in Deutschland einer massiven Diskriminierung ausgesetzt sind, entwickeln viele Linke die Neigung, jede Kritik am Islam mit noch schärferen Volten gegen den grassierenden »antimuslimischen Rassismus« zu kontern. So ist das Thema »Islam« aktuell eine Domäne der Nazis, der rechtspopulistischen Rattenfänger (Sarrazin, AfD), der reaktionären Ex-Feministinnen (Alice Schwarzer) und der neoliberalen Komiker (Dieter Nuhr). Deren »Kritik« am Islam hält den strukturellen Rassismus in Deutschland aktiv mit am Laufen.

Linke Religionskritik existiert derzeit nur in Nischendebatten, weil bislang kein Weg gefunden ist, zwischen den brüchigen Fronten der rassistischen Hassprediger und der notwendigen Kritik an machtversessenen Religionen wie dem Islam zu agieren. Warum sollte es sich widersprechen, diejenigen vor Unterdrückung zu schützen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden und sich zugleich massiv gegen die in weiten Teilen dieser Welt brutal sich auswirkenden muslimischen Glaubenssätze zu wenden? In einigen Staaten des Nahen Ostens werden Homosexuelle geköpft, scheidungswillige Frauen gesteinigt und alle Nicht-Muslime als unwertes Leben betrachtet. Alles unter plausibler Berufung auf den Koran.

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“Kirchen trugen dazu bei, dass viele nicht mehr an Gott glauben”

Darum geht es in allen Religionen. Bild: AAA

Darum geht es in allen Religionen. Bild: AAA

Wiener Theologe Zulehner und deutsche Pastorin Heinecke formulieren Schuldbekenntnis zum Reformationsjubiläum 2017: Angestrebte Erneuerung der weströmischen Kirche wurde auch zum Anfang “einer der tiefsten Krisen des christlichen Glaubens” in Europa

kathweb

“Durch die Spaltung und gegenseitige Beschuldigungen haben beide Kirchen dazu beigetragen, dass viele Menschen nicht mehr an Gott glauben können”: Zu dieser Einsicht kommen zwei Vertreter der katholischen und der evangelischen Kirche – der Wiener Theologe Paul M. Zulehner und die deutsche Pastorin Irene Heinecke – im Blick auf das 2017 anstehende Reformationsjubiläum. In einem gemeinsam formulierten und im Internet veröffentlichten Schuldbekenntnis attestieren sie der Reformation, “gut gedacht und nötig” gewesen zu sein und viele Anstöße gegeben zu haben; zugleich sei sie “schon zu Beginn verstrickt in Schuld und Blutvergießen und Ausgrenzung” gewesen und habe die Verbindung zwischen Macht und Kirche “gefestigt anstatt sie aufzulösen”.

Die angestrebte Erneuerung der weströmischen Kirche sei zugleich zum Anfang “einer der tiefsten Krisen des christlichen Glaubens” geworden. Die Folge: Vor allem unter den nachdenklichen Menschen in Europa “verloren die Konfessionen und mit ihm das Christentum ihre Reputation”. Die Aufklärung als Absetzbewegung von kirchlicher Bevormundung und später der europäische Atheismus wurzeln laut Zulehner und Heinecke in der Erfahrung, dass die Kirchenspaltung auch die Gesellschaft spaltete und etwa im 30-jährigen Krieg Gewalt und Tod über den ganzen Kontinent brachte.

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Creationists To Discuss Evolution And Its Alleged Influence On Adolf Hitler’s Nazism

Image: inquisitr.com

Creationists are planning to conduct a university workshop discussing Adolf Hitler’s Nazi ideology and how it was allegedly influenced by Charles Darwin’s theory of evolution.

INQUISITR

Creationist group Creation Summit has announced plans to set up a conference called the Origin Summit at the Michigan State University, a research university that employs dozens of scientists studying evolution.

Creation Summit, a non-profit Christian organization that preaches a literal interpretation of the Bible, has been scheduled to visit the prestigious university on November 1. Speakers include creationist theorists like biologist Jerry Bergman, physicist Donald DeYoung and geneticist John Sanford.

One of the aims of the conference is to explore the possible influences of the theory of evolution on Adolf Hitler’s Nazi ideology, an idea that has already been debunked by historians. According to Science Mag, the summit will also discuss other unscientific statements, bearing titles such as “the big bang is fake,” and “natural selection is NOT evolution.” The creationist group will also discuss Michigan State University scientist Richard Lenski’s groundbreaking, on-going study on the evolution of E.coli, an experiment that demonstrates the observability of evolution on bacterial populations.

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Umfrage: Zwei Drittel der Amerikaner glauben an den Himmel

us_flagge_bibel_kreuzZwei Drittel der US-Amerikaner glauben einer Umfrage zufolge, dass es den Himmel im religiösen Sinne wirklich gibt.

evangelisch.de

Bei der Hölle hätten die Befragten ein wenig mehr Zweifel, berichtete das baptistische Institut “Lifeway Research” am Dienstag (Ortszeit) in Washington. 61 Prozent der US-Bürger halten demnach die Hölle für real. Besonders ausgeprägt sei dieser Glaube bei schwarzen Protestanten (86 Prozent) und bei Evangelikalen (87 Prozent).

Von den Katholiken glaubten 66 Prozent an die Existenz der Hölle und 75 Prozent an den “Himmel”, hieß es weiter. In den protestantischen Volkskirchen zeigten sich 67 Prozent überzeugt, dass es den “Himmel”  gibt, 55 Prozent glaubten an die Hölle.

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The Rare Psychological Disorder That Only Affects Death Row Inmates

Image: io9

Imagine being told you are going to die in a month. Then it’s a few hours. Then another month. You may be set free or you may be killed, and it all depends on events that are completely out of your control. How long could you stand it?

By Esther Inglis-Arkellio9

Death Row Syndrome

The poem, “O Death, rock me asleep,” is rumored to have been written by Anne Boleyn in her cell as she awaited execution. While in prison, Anne was reported to have fallen into laughing spells and claimed that it would not rain until she was released or that doom would befall the kingdom seven years after she was executed. One morning, believing she was to be executed that day, she burst into tears upon being informed that her execution was delayed. She declared that she had hoped to be “past her pain” by the end of the day. A few years later Anne’s sister-in-law, Jane Rochford, also went insane awaiting execution.

Regardless of the legality or morality of the death penalty, the process of sitting on death row, waiting to be executed, is incredibly painful. Some now argue that the protracted uncertainty, the rapidly changing execution dates, and the terrible isolation of death row, induces a form of insanity. People lose their minds, they commit suicide, and most importantly, they stop using the legal system to appeal their executions. It’s called death row syndrome.

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The Atheist Atrocities Fallacy – Hitler, Stalin & Pol Pot

Image: Richard Dawkins-Foundation

Image: Richard Dawkins-Foundation

Religious apologists, particularly those of the Christian variety, are big fans of what I have dubbed, the atheist atrocities fallacy. Christians commonly employ this fallacy to shield their egos from the harsh reality of the brutality of their own religion, by utilizing a most absurd form of the tu quoque (“you too”) fallacy, mingled with numerous other logical fallacies and historical inaccuracies.

By Michael SherlockRichard Dawkins-Foundation

Despite the fact that the atheist atrocities fallacy has already been thoroughly exposed by Hitchens and other great thinkers, it continues to circulate amongst the desperate believers of a religion in its death throes.  Should an atheist present a believer with the crimes committed by the Holy See of the Inquisition(s), the Crusaders and other faith-wielding misanthropes, they will often hear the reply; “Well, what about Stalin, Pol Pot and Hitler? They were atheists, and they killed millions!”

Given the obstinate nature of religious faith and the wilful ignorance it cultivates in the mind of the believer, I am quite certain that this article will not be the final nail in this rancid and rotting coffin.  Having said this, I do hope it will contribute to the arsenal required by those who value reason, facts and evidence, in their struggle against the fallacies perpetually flaunted by those who do not value the truth above their own egocentric delusions, delusions inspired by an unquenchable thirst for security, no matter how frighteningly false its foundation.

Before addressing the primary weaknesses of the atheist atrocities fallacy itself, I would like to attend to each of these three homicidal stooges; Stalin, Pol Pot and Hitler, who are constantly trotted out to defend a religious worldview.  I will lend Hitler the most time, as the claim that he was an atheist represents a most egregious violation of the truth.

HITLER

“Besides that, I believe one thing: there is a Lord God! And this Lord God creates the peoples.”  [1]    ~Adolf Hitler

 “We were convinced that the people need and require this faith. We have therefore undertaken the fight against the atheistic movement, and that not merely with a few theoretical declarations; we have stamped it out” [2]   ~Adolf Hitler

Hitler was a Christian.  This undeniable fact couldn’t be made any clearer than by his own confessions.  Yet, I will not merely present you with these testimonies, as damning as they happen to be on their own, but I also intend on furnishing you with a brief history of the inherent anti-Semitism of the Christian religion.  I will do so to demonstrate beyond any reasonable doubt that Hitler and his Christian Nazi Party were acting in complete concordance with traditional Christian anti-Semitism.

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