Archiv der Kategorie: Radikalismus

Islam: Das Ende falscher Toleranz

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Welchem Islam hängen die in Österreich lebenden Muslime eigentlich an? Das muss uns interessieren.

Von Martina SalomonKurier.at

Bis zum Jahr 2051 wird jeder fünfte Österreicher Muslim sein. Derzeit sind es schon 11,6 Prozent (1971: 0,4 Prozent). Das offizielle Österreich ging immer von friedlicher Koexistenz der Religionen aus. Doch die jüngsten Nachrichten zeigen, dass sich weltweit erschreckend große Teile der Muslime ins Mittelalter zurückentwickeln. Ihre Brutalität gegenüber Andersdenkenden (bis hin zu bestialischen Morden), ihren Imperialismus, ihre Unterdrückung von Frauen und Homosexuellen und die Herrschaft der Religion über die Politik lesen sie aus dem Koran heraus.

Schon in den letzten Jahrzehnten lief, wer den Islam öffentlich kritisierte oder auch nur karikierte, Gefahr, sich eine Todes-Fatwa einzuhandeln. Selbst ernannte “heilige Krieger” töten und vertreiben Christen in aller Welt. Dennoch appellierten westliche Regierungen stets an die Toleranz. Das mag in der (falschen) Auslegung eines Jesus-Wortes wurzeln: “Wenn dich einer auf die linke Backe schlägt, dann halte ihm auch die andere hin.” In der biblischen Szene bleibt der Angeklagte Jesus standhaft und verlangt Respekt. Das müssen auch wir für unsere Kultur und Werte tun. Denn selbst in Diskussionen mit gebildeten Muslimen wird oft ihre Verachtung gegenüber unserer liberalen Gesellschaft spürbar.

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Diskussion, Leserbriefe zum Artikel

Lebenslange Haft statt Todesstrafe für Muslimbrüder-Chef

Mohammed Badie jubelt über die Umwandlung des Urteils / Bild: (c) APA/EPA (KHALED ELFIQI)

Ein ägyptisches Strafgericht hat Todesurteile für Mohammed Badie und sieben weitere Angeklagte in Haftstrafen umgewandelt. Sechs weitere Muslimbrüder wurden zum Tode verurteilt.

Die Presse.com

Ein ägyptisches Strafgericht hat Todesurteile für den Chef der Muslimbrüder, Mohammed Badie, und sieben weitere führende Islamisten in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt. Sechs andere Angeklagte verurteilte das Gericht in Abwesenheit zum Tode. Zu ihnen gehört mit Assem Abdel Maged auch ein Anführer der radikalen Al-Gamaa Al-Islamiya.

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«Diese Faszination des Tötens bleibt ein Leben lang in Erinnerung»

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Ein nicht unwesentlicher Teil der IS-Kämpfer stammt aus dem Westen. Weshalb zieht es diese, meist noch sehr jungen Männer, in den Krieg? Thomas Elbert, Psychologe mit Fokus auf Trauma-Forschung gibt Auskunft.

Von Kian RamezaniAARGAUER ZEITUNG

Tausende Europäer und Amerikaner kämpfen in den Reihen des Islamischen Staats. Was treibt die jungen Männer in die Arme der Terroristen? Der Konstanzer Psychologe Thomas Elbert hat viele Konfliktgebiete bereist und mit Kämpfern über ihre Motivation gesprochen. Religion spielt eine Rolle, ist aber nicht allein ausschlaggebend, sagt er im Interview.

Was läuft in unseren Gesellschaften falsch, dass junge Männer sich dem Islamischen Staat anschliessen?

Thomas Elbert: Um das im Detail zu beantworten, müsste man diese Gruppe systematisch befragen können. Wir wissen aber über Gewaltbereitschaft, dass sie vor allem von zwei Faktoren beeinflusst wird: Zum einen eigene Erfahrungen von Gewalt und emotionaler Vernachlässigung in Kindheit und Jugend. Zum anderen die Erziehung zu moralischen Hemmschwellen der Gewalt, die bei Personen anderer Gruppen, anderer Religion oder Ethnie nicht greift.

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Lauder: IS-‘Mordkampagne’ gleicht Wüten der Nazis

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Präsident des Jüdischen Weltkongresses kritisiert Schweigen der Vereinten Nationen und die Untätigkeit der “sozialen Antennen” und der “schönen Prominenten” zur Christenverfolgung im Nahen Osten und in Afrika

kath.net

Entsetzt über das weltweite Schweigen zur Verfolgung von Christen im Nahen Osten und Teilen Afrikas hat sich der Präsident des Jüdischen Weltkongresses (WJC), Ronald S. Lauder, in der Tageszeitung “Die Presse” geäußert. “Schamlos” sei die allgemeine Gleichgültigkeit gegenüber der Terrorgruppe “Islamischer Staat” (IS) mit seinen “Massenhinrichtungen von Christen und seiner tödlichen Auseinandersetzung mit Israel”. Historiker würden sich möglicherweise einst im Rückblick auf die heutige Gegenwart “fragen, ob die Menschen ihre Orientierung verloren haben”.

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Rückschlag für Abtreibungsgegner in Texas

Im vergangenen Jahr demonstrierten zahlreiche Texaner gegen eine Verschärfung des Abtreibungsgesetzes Foto: Ann Harkness / flickr | CC-BY 2.0

Ein Bundesrichter in Austin, Texas, hat ein Gesetz verhindert, das die Schließung zahlreicher Abtreibungspraxen zur Folge gehabt hätte. Abtreibungsgegner legten umgehend Berufung ein.

pro Medienmagazin

Der Bundesrichter Lee Yeakel bewirkt mit seinem Urteil den Erhalt zahlreicher Abtreibungskliniken in Texas. Laut einem neuen Gesetz sollten jene Praxen denselben Anforderungen genügen, die allgemein für chirurgische Tageskliniken galten wie Mindestbreite von Fluren oder hochtechnische Ausstattung von Behandlungszimmern. Davon betroffen waren auch Praxen, die Abtreibungen ohne operative Eingriffe, sondern nur mit Tabletten durchführten.

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“Wir haben noch nie gegen solche Fanatiker gekämpft”

Quelle: APA, Spiegel

Quelle: APA, Spiegel

Kommandant Rashid trägt die Verantwortung für 17 kurdische Peschmerga-Soldaten. Um die IS-Miliz jenseits der Brücke schlagen zu können, bräuchte er Hilfe von außen.

Von Çiğdem AkyolderStandard.at

Die Totenstille dauert nur wenige Sekunden. Dann ist es wieder zu hören, dieses Rattern. Wie bei einer Baumaschine: ein Maschinengewehr. Es ist nicht klar, ob die Peschmerga oder die Islamisten jenseits der Brücke schießen.

Für Adel Rashid ist das noch lange kein Grund, seinen Monolog über Kriegsführung zu unterbrechen. Die selbsternannten Gotteskrieger des “Islamischen Staates” (IS) – sie sollen Rashids Freund bei lebendigem Leib die Nase und die Ohren abgeschnitten haben – liegen in nur wenigen hundert Metern Entfernung auf der Lauer, um seine kleine Peschmerga-Stellung zu überrennen. “Die warten nur darauf, uns umzubringen”, sagt der Oberst. Und weil die Schießerei dann doch nicht aufhört, geht er hinaus, um nachzuschauen. Drei seiner Männer zielen. Atmen aus. Drücken ab. Bleiben ruhig. Alles in Ordnung.

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Gott will keinen Krieg

Unterstützung für den Ersten Weltkrieg: Gottesdienst der Berliner Jugendkompagnien im Jahr 1915 (Foto: Süddeutsche Zeitung Photo)

1914 riefen auch die Kirchen zum “gerechten Krieg” auf. Doch im Drohnen-Zeitalter kann niemand mehr Gewalt als Werkzeug Gottes sehen. Was heißt das für die Forderung von Bundespräsident Gauck nach mehr Auslandseinsätzen der Bundeswehr?

Von Margot KäßmannSüddeutsche.de

Am 2. August 1914 spricht der Berliner Hof- und Domprediger Bruno Doehring von den Stufen des Reichstags zu einer großen Volksmenge in einem improvisierten Gottesdienst: “Ja, wenn wir nicht das Recht und das gute Gewissen auf unserer Seite hätten, wenn wir nicht – ich möchte fast sagen handgreiflich – die Nähe Gottes empfänden, der unsere Fahnen entrollt und unserm Kaiser das Schwert zum Kreuzzug, zum heiligen Krieg in die Hand drückt, dann müssten wir zittern und zagen. Nun aber geben wir die trutzig kühne Antwort, die deutscheste von allen deutschen: Wir Deutsche fürchten Gott und sonst nichts auf der Welt!”

Bei solcher Predigt graust es uns hundert Jahre später. Hier haben Menschen Ideologie und Zeitgeist mehr gehorcht als Gott. Auf allen Seiten waren die Kirchen Europas Teil eines national verblendeten Getöses.

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Linke gegen Lebensschützer

Marsch für das Leben vor dem Kanzleramt: Jedes Jahr organisieren Lebensschützer eine Demonstration, zu der Tausende kommen Foto: Thomas Schneider: AG Welt|flickr | CC-BY-NC-ND 2.0

In einer Anfrage hat sich die Linksfraktion im Deutschen Bundestag über Lebensschützer in Deutschland erkundigt. Offenbar sorgen sich die Politiker über Zulauf der Szene. Anlass ist der diesjährige „Marsch für das Leben“ am 20. September.

pro Medienmagazin

Die Bundesregierung weiß wenig über die Szene der Lebensschützer in Deutschland. Hinweise darauf, dass Abtreibungsgegner Ärzte oder Frauen bedroht oder bedrängt haben, gibt es offenbar nicht. Das zumindest ist das Ergebnis einer kleinen Anfrage der Linksfraktion zum Thema.

Ende Juli befragten die Abgeordneten Cornelia Möhring, Diana Golze und Karin Binder die Bundesregierung offiziell zu deren Wissen über Abtreibungsgegner. Auch die Haltung von Union und SPD zu Schwangerschaftsabbrüchen ist Thema der Drucksache. Die Politiker wollten wissen, wie viele Teilnehmer die Demonstration „Marsch für das Leben“ hat, die jährlich in Berlin stattfindet und von Lebensschützern organisiert wird.

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Saddam Husseins Tochter finanziert jetzt IS-Kämpfer

Raghad Hussein, Bild: Facebook

Raghad Hussein, Bild: Facebook. Saddam Husseins Tochter Raghad unterstützt mittlerweile wohl die islamistischen IS-Milizen

Nicht nur von Islamisten bekommt IS regen Zulauf – im Irak hat die Terrorgruppe inzwischen auch die Überreste des Regimes von Saddam Hussein absorbiert. Selbst die einst säkular geprägte Hussein-Tochter Raghad finanziert jetzt die Glaubenskrieger.

FOCUS ONLINE

Der Vormarsch der Terrororganisation IS im Irak hat zu vielen unerwarteten Allianzen geführt – bei den Gegnern, aber auch unter den Islamisten selbst. Wie die „New York Times“ schreibt, haben sich viele ehemalige Getreue von Saddam Hussein dem „Islamischen Staat“ angeschlossen.

Darunter sind Funktionäre der ehemals herrschenden Baath-Partei und Militärführer des untergegangenen Regimes. Offenbar steht nun sogar Husseins Tochter Raghad fest auf der Seite der Extremisten.

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Islamophobie und Antisemitismus: Die neuen alten Juden

moscheeWarum „Islamophobie“ in Europa nicht mit Antisemitismus gleichgesetzt werden kann. Weder im Wesen noch im Ausmaß. Ein Gastbeitrag.

Von James KirchickFrankfurter Allgemeine

Vor dem Hintergrund, dass heftige Angriffe auf jüdische Glaubensgemeinschaften in ganz Europa zunehmen, lohnt es sich, eine der albernen Behauptungen noch einmal anzuschauen, die sich im Laufe der vergangenen zehn Jahre in der öffentlichen Diskussion festgesetzt hat: Muslime sind „die neuen Juden“.

Vor einem Jahrzehnt bekam diese Behauptung neue Popularität, als Frankreich in Schulen das Tragen auffälliger religiöser Symbole  – darunter auch den islamischen Gesichtsschleier – verbat. In Dänemark lösten im darauffolgenden Jahr Zeitungscartoons, die den Propheten Mohammed porträtierten, Unruhen aus. Der gleichzeitige Aufstieg rechtspopulistischer Parteien, die oft antimuslimische Botschaften verbreiteten, verstärkte die Sicht- und Erzählweise, dass Muslime eine bedrohte Minderheit seien.

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Horkheimer-Nachlass jetzt auch online

Horkheimer war zusammen mit Theodor W. Adorno einer der Begründer der kritischen Theorie der Frankfurter Schule. Er wurde am 14. Februar 1895 in Stuttgart geboren und ist am 7. Juli 1973 in Nürnberg gestorben. (picture alliance / dpa)

Die Digitalisierung verändert das wissenschaftliche Arbeiten. Das zeigt ein Beispiel der Frankfurter Universität. Seit Kurzem haben Forscher und Philosophie-Interessierte online Zugang zum umfangreichen Nachlass des Philosophen Max Horkheimer, der als Mitbegründer der sogenannten Frankfurter Schule gilt.

Von Peter LeuschDeutschlandfunk

“Wir glauben, dass die sozialwissenschaftliche Erkenntnis doch gewisse Möglichkeiten bietet, dem Unheil wirksam zu begegnen, das in Europa schon vielen Menschen das Leben gekostet hat”,

erklärt Max Horkheimer 1954 auf einem Vortrag über die Aufgaben und die Verantwortung einer kritischen Soziologie. Konkret bezieht er sich hier auf seine Forschungen während der Emigration zum autoritären Charakter.

“Wir vermuten nicht länger, sondern kennen die psychologischen Kräfte, die einen Menschen anfällig für nationalsozialistische oder andere totalitäre Anschauungen machen.”

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Fünfte Kolonne des Kalifats: Kurden verweigern sunnitischen Araber die Rückkehr

“Botschaft in Blut”, Bild: heise.de

Seit US-Flugzeuge Stellungen des “Islamischen Staats” im Nordirak bombardieren, konnten die kurdischen Peschmerga dort nicht nur den Vormarsch der Terrorgruppe stoppen, sondern auch einige Gebiete zurückerobern. Die Washington Post berichtet nun, dass die Peschmerga sunnitischen Arabern aus Gwer und anderen zurückeroberten Ortschaften die Rückkehr in ihre Heimat verweigert.

Von Peter MühlbauerTELEPOLIS

Als Grund dafür machen die Kurdenmilizen Sicherheitsbedenken geltend: Viele sunnitische Araber hätten mit den Kalifatsterroristen zusammengearbeitet, deren Einmarsch mit vorbereitet und dem Kalifen Abu Bakr al-Bagdadi die Treue geschworen, weshalb man ihnen nicht trauen könne.

Flankiert werden diese Befürchtungen durch vier Terroranschläge in der von Kurden gehaltenen Ölmetropole Kirkuk, bei denen am Wochenende mindestens 20 Menschen ums Leben kamen. Im vom IS eroberten Mosul, wo bis zum Juni zahlreiche Kurden lebten, enthaupteten die Salafisten für ein neues Propagandavideo mit dem Titel “Botschaft in Blut” einen Angehörigen dieser Volksgruppe vor der Großen Moschee und zeigen zahlreiche weitere kurdische Gefangene, denen das gleiche Schicksal drohen soll.

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“Jedes Land ist Missionsland”

Foto: epd-bild/Annette Zoepf Christliches Zeugnis bedeutet auch Einsatz für Frieden und Verständigung der Religionen – wie hier auf einer Demo in Augsburg im Juli 2014.

Christlich missionieren – ist das noch zeitgemäß? Es kommt darauf an, wie. “Mit Mitgefühl und Demut”, hieß es auf dem Berliner Missionskongress unter dem Titel “MissionRespekt. Christliches Zeugnis in einer multireligiösen Welt”. Rund 250 Teilnehmende aus aller Welt trafen sich zwei Tage lang in Berlin – erstmals in großer ökumenischer Breite: Landeskirchliche und freikirchliche Protestanten waren ebenso vertreten wie römisch-katholische und orthodoxe Christen.

Von Thomas Klattevangelisch.de

“Mission gehört zutiefst zum Wesen der Kirche” – fast schon trotzig stellt das gemeinsame ökumenische Wort “Christliches Zeugnis in einer multireligiösen Welt” von 2011 diesen Satz an den Anfang. Das Dokument war vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK), dem Päpstlichen Rat für interreligiöse Angelegenheiten (PCID) und der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) gemeinsam verabschiedet worden – ein historischer Schritt. Erstmals sehen sich diese Kirchen in ihrer Mission nicht mehr als Konkurrenten, sondern wollen sich künftig respektieren, ja sogar um der Sache Christi willen künftig zusammenarbeiten. Wie das konkret gehen kann, haben sie jetzt auf einem zweitägigen Kongress in Berlin besprochen.

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Islamischer Staat: Die Ölgeschäfte der IS-Terroristen

Bomben und Terror sind sichtbar: Aber wo ist das Geld des IS? ©Reuters

So reiche Extremisten gab es nie: Die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ verdient Millionen Dollar mit Erdöl. Noch ist allerdings unklar, wo das ganze Geld aufbewahrt wird.

Frankfurter Allgemeine

Mit ihrer Schreckensherrschaft über eine große Bevölkerung und der Möglichkeit zur Eigenfinanzierung ähnelt die Extremistengruppe, die den amerikanischen Journalisten James Foley enthauptet hat, den Taliban. Anders als diese verfügt „IS“ über lukrative Ölquellen. Das erschwert den Kampf gegen die Terrorfinanzierung. Der „Islamische Staat“, kurz IS, kontrolliert mittlerweile schon ein Gebiet im Irak und Syrien, das größer als Großbritannien ist. Seine Einnahmen dürften sich auf mehr als 2 Millionen Dollar am Tag belaufen, schätzen amerikanische Geheimdienstmitarbeiter und Experten für Terrorfinanzierungen. Die Gelder stammen ihrer Einschätzung nach aus Ölverkäufen, aus Erpressung, Steuern und Schmuggelgeschäften.

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Bundesgerichtshof: Urteil zum Tod von Oury Jalloh in Polizeigewahrsam am 4. September

Im Knast © astuecker auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Der Bundesgerichtshof wird sein Urteil zum Tod des Asylbewerbers Oury Jalloh Anfang September verkünden. Jalloh kam infolge eines Brandes in einer Polizeizelle ums Leben. Unklar ist, wer den Brand gelegt hat und wieso der Feueralarm abgeschaltet wurde.

MiGAZIN

Der Bundesgerichtshof (BGH) wird am 4. September sein Urteil zum dubiosen Tod des Asylbewerbers Oury Jalloh in einer Dessauer Polizeizelle verkünden. Das teilte der BGH nach einer Verhandlung am Donnerstag in Karlsruhe mit. (AZ: 4 StR 473/13)

Die genauen Umstände des Todes von Jalloh am 7. Januar 2005 wurden bislang nicht vollends aufgeklärt. Der Flüchtling aus Sierra Leone wurde von der Polizei Dessau in Gewahrsam genommen, weil er Frauen belästigt und sich gegen Polizeibeamte gewehrt haben soll.

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Evangelische Waffengeilheit: Frieden schaffen, mit mehr Waffen

Nikolaus Schneider, Bild: EPA

Nicht zusehen, „wie andere gequält, geköpft und versklavt werden“

kath.net

Der Ratsvorsitzende der EKD, Nikolaus Schneider (Berlin), hält Waffenlieferungen an die durch die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) bedrängten Kurden im Nordirak für gerechtfertigt. Das Evangelium gebiete zwar Gewaltverzicht, aber nicht das Zusehen, „wie andere gequält, geköpft, versklavt werden“, erklärte Schneider auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Wer Nothilfe übe, müsse sich auch Gedanken machen, wie das Wüten der IS, das die Not verursache, möglichst beendet werden könne, damit die humanitäre Hilfe nachhaltig wirke. Schneider äußert zugleich Respekt gegenüber pazifistischen Positionen. Aber er befürworte in diesem konkreten Fall eine Politik, die sich bemühe, durch humanitäres, diplomatisches und militärisches Handeln zu helfen. Der Konflikt im Irak mache erneut deutlich, dass es Situationen gebe, „in denen wir nicht schuldfrei entscheiden können“.

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Polizeistaat USA

Ferguson: Einsatzkräfte gingen mit Gummigeschossen und Tränengas gegen Demonstranten vor. (Foto: AFP)

Ganz egal wie man den Showdown zwischen Anwohnern und Gesetzeshütern in Ferguson, Missouri, auch bewertet, es lässt sich die Tatsache nicht bestreiten, dass die örtliche Polizei den Protestlern wie ein Ableger des Militärs entgegengetreten ist. Leider werden wir uns im Polizeistaat, wie er im modernen Amerika nun einmal existiert, immer wieder in Ferguson wieder finden. Nämlich immer dann, wenn ein unbewaffneter Bürger durch einen bis zur Halskrause bewaffneten Polizisten niedergeschossen wird. Oder wenn ein Polizist dazu neigt, erst zu schießen, um danach Fragen zu stellen. Oder wenn ein Polizist sich derart besorgt um ihre persönliche Sicherheit zeigt, dass alles und jedermann zu einer potenziellen Bedrohung heranreift. Wir werden uns in Ferguson wiederfinden.

Von John W. WhiteheadTELEPOLIS

Menschen kämpfen für ihre Freiheit und gewinnen diese mittels einer sehr harten Schule. Ihre Kinder, aufgewachsen in Gelassenheit, lassen sie sich wieder entgleiten, diese armen Narren. Und deren Enkel avancieren einmal mehr zu Sklaven”.

D.H. Lawrence

Hierbei gibt es stets eine Sache zu bedenken. Ob über solche Vorfälle nun berichtet wird oder nicht, ob dadurch soziale Proteste, Protestmärsche oder handgreifliche Auseinandersetzungen mit der Polizei mit stetig wachsendem Aggressionspotenzial ausgelöst werden, oder ob diese Entwicklung nun Empörung unter den Bürgern hervorruft oder nicht – Ferguson spielt sich laufend um uns herum ab.

Derartige Dinge geschehen sowohl in Klein- als auch Großstädten, und zwar jedes Mal, wenn ein amerikanischer Bürger durch die Polizei angehalten und gefilzt wird, angeblich nur deshalb, weil er einen “verdächtigen Eindruck” erweckte. Das passiert auch auf unseren Autobahnen und Bundesstraßen aufgrund einer nahezu unbändigen Gier, unter dem Vorwand der Straßensicherheit Geld von Autofahrern einzunehmen, die das Pech haben, über eine rote Ampel gefahren oder in eine Radarfalle geraten zu sein.

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“Für manche Mädchen ist der Salafismus eine Befreiung”

KoranWas fasziniert junge Frauen an der Jihadisten-Bewegung? Islam-Expertin Claudia Dantschke im Interview

Interview | Julia HerrnböckderStandard.at

STANDARD: Zunehmend mehr junge Menschen aus Europa begeistern sich für den Jihad. Ist Religion die wahre Motivation dafür?

Dantschke: Wir kennen zwei Wege der Radikalisierung: Es gibt Jugendliche, die sind auf der Suche nach Spiritualität. Die landen im politischen Salafismus, aber nicht im Jihad. Sie setzen sich intellektuell mit den Schriften auseinander und sind teilweise extrem radikal, lehnen die Bewegung Islamischer Staat (IS) aber ab. Und dann haben wir Jugendliche, die fühlen sich in ihrer Familie, in der Gesellschaft entfremdet, und suchen Orientierung und Antworten auf den Sinn des Lebens.

STANDARD: Ähnlich den Mustern in der rechtsradikalen Szene?

Dantschke: Ja, durchaus. Diese zweite Gruppe versucht, alles zu rationalisieren. Gott wird plötzlich eine Person, wie eine Art starker Vater, der einen an die Hand nimmt und durchs Leben führt.

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Deutsche Dschihadisten werben in sozialen Netzwerken für IS

pierre_vogel_IS

Themenbild.

Deutsche Dschihadisten des Terrornetzwerks “Islamischer Staat” (IS) betreiben in sozialen Netzwerken wie Youtube und Twitter verstärkt Propaganda.

evangelisch.de

In den Veröffentlichungen würden Muslime in Deutschland “direkt und auf Deutsch angesprochen und zur Ausreise in das Dschihad-Gebiet aufgefordert”, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken-Fraktion.

Der IS verfüge über mehrere regional zugeschnittene Nutzerkonten in sozialen Netzwerken, insbesondere bei Twitter. Dort könnten sich Leser im Stil eines Live-Tickers über den Fortgang des Dschihads in ihrer Region informieren. Daneben verbreiteten auch Anhänger der Gruppe über eigene Nutzerkonten Propaganda für die Islamisten.

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Flug in den Tod: Wie eine Militär-Junta 30.000 Menschen verschwinden ließ

CIDH

Archivbild von Folterungen, CIDH

Sie wurden entführt, gefoltert und tot oder mit Drogen betäubt in tausenden Metern Höhe aus Flugzeugen geworfen: Die Grausamkeit, mit der die argentinische Militärjunta angebliche Dissidenten in den 70er- und 80er-Jahren ermordete, macht auch heute noch fassungslos. Unter den Opfern waren auch 100 Deutsche.

Von Julian Rohrer—FOCUS ONLINE

Hilflos, mit Drogen betäubt und nackt wurden sie in die Todes-Flugzeuge geladen. In mehreren tausend Metern Höhe öffneten die Schergen die Schleusen – und ließen die Menschen in den Tod fallen. Immer mittwochs stiegen die „Vuelos de la muerte“, die Todesflüge auf. Das erste Mal 1976, sieben lang Jahre. Bis zu 15 Gefangene waren an Bord. Sie waren in das Fadenkreuz der argentinischen Militärjunta geraten.

Wie brutal kann ein Regime mit seinen vermeintlichen Gegnern umgehen? Die Todesflüge waren nur ein schreckliches Gesicht der Folterungen und Morde in Argentinien. Nach dem Putsch 1976 begann das Regime in dem südamerikanischen Staat, Andersdenkende und vermeintliche Dissidenten rigoros zu verfolgen. Bis 1983 sind dem System wahrscheinlich 30.000 Menschen zum Opfer gefallen. Unter ihnen: 100 Deutsche und Deutschstämmige. Erst Jahrzehnte später begann die mühsame und schmerzhafte Aufarbeitung. Ein Gedenktag, der jährlich am 30.August begangen wird, erinnert an ihr Schicksal und das aller anderen Verschwundenen.

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