Archiv der Kategorie: Säkulares

Interview mit einem Islamisten

Die Medien haben Verbrechern keine Bühne zu bieten – und tun es doch Foto: Ben Murray|flickr | CC-BY-NC 2.0

Die Medien haben Verbrechern keine Bühne zu bieten. Das lernen Journalisten schon in der Ausbildung. Dennoch lassen Reporter sich von radikalen Islamisten zu ihrem Werkzeug machen.

Von Anna Lutzpro Medienmagazin

Seit dem 16. August 1988 ist der Journalismus in Deutschland ein anderer. Es ist der Tag, an dem Dieter Degowski und Hans-Jürgen Rösner eine Deutsche Bank-Filiale im nordrhein-westfälischen Gladbeck überfallen. Sie nehmen Geiseln, flüchten mit ihnen quer durch die Republik und sind am Ende für den Tod dreier Menschen verantwortlich.

Doch sie sind nicht die einzigen, die sich in jenen drei Tagen zwischen dem Überfall und ihrer Gefangennahme durch die Polizei schuldig machen. Schon als die beiden Täter noch mit den Behörden über ein erstes Fluchtfahrzeug verhandeln, interviewt der erste Radiosender sie. Kamerateams und Fotojournalisten drängen sich später um ihr Auto. Degowski und Rösner sprechen in Mikrofone und Aufnahmegeräte als wären sie Fernsehstars. Im Verlauf der Entführung greifen Journalisten aktiv ins Geschehen ein, begleiten die Geiselnehmer, verhandeln mit ihnen und versuchen, Geiseln zu befreien – alles vor den Augen der Öffentlichkeit, für die sie live berichten.

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Cat Stevens singt auf seinem neuen Album wieder als Yusuf Islam

Kritiker werfen ihm Gefälligkeit vor, Fans halten ihn für den begnadetsten Singer-Songwriter aller Zeiten. Yusuf Islam, der als Cat Stevens mit Songs wie «Morning has broken» bekannt geworden war, stand wieder im Studio. «Tell’em I’m Gone» ist kein Meisterwerk, doch genaueres Hinhören lohnt sich.

Von Christian WaltherSRF

«I was born in the West End / in the Summer of 48 / above a small café / some people liked to come there and call it night / but for me it was all day»

Dies sind die ersten Zeilen des Stücks «Editing Floor Blues» des neuen Albums von Yusuf. Yusuf? War das nicht …? Doch. Geboren als Steven Demetre Georgiou oberhalb jenes Cafés in London, eroberte Yusuf unter dem Pseudonym Cat Stevens bereits im Alter von 18 Jahren die britischen Charts. Danach zog er sich ein erstes Mal zurück – nur um zu Beginn der 1970er-Jahre umso grösser und bekannter zu werden.

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Was Rembrandt-Gemälde und die Enthauptungen des IS gemeinsam haben

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Bilder von Menschen, die wegen ihrer Religion sterben mussten, gab es früher und gibt es heute. Das “Vatican-Magazin” hat Gemälde und Handyfotos in einem erschreckenden Vergleich nebeneinander gestellt und aktuelle religiöse Konflikte analysiert.

Von Martina FietzFOCUS ONLINE

Eine Mutter, die ihren sterbenden Sohn in den Armen hält. Ein Mann, der mit ausgebreiteten Armen auf sein Kreuz blickt. Kinder auf der Straße, sinnlos getötet. Abgetrennte Köpfe, die den Betrachter mit leeren Augen anblicken. Die Bilder sind aktuell und alt zugleich. Sie stammen aus dem Irak und aus Syrien sowie aus den großen Museen dieser Welt.

Das “Vatican-Magazin”, das der langjährige Rom-Korrespondent der “Welt”, Paul Badde, herausgibt, hat die Bilder der Märtyrer aus Vergangenheit und Gegenwart gegenübergestellt. Menschen, die damals wie heute wegen ihres Glaubens ihr Leben verloren. Die einen gemalt von großen Künstlern wie Giotto, Caravaggio, Rembrandt oder Zurbarán, die anderen dargestellt in Handy-Momentaufnahmen.

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Jared Diamond: ‘150,000 years ago, humans wouldn’t figure on a list of the five most interesting species on Earth’

Jared Diamond (HiraV – Own work)

Most people would be overjoyed to receive one of the MacArthur Foundation’s annual “genius grants” – around half a million dollars, no strings attached – but when Jared Diamond won his, in 1985, it plunged him into a depression.

By Oliver BurkemanRaw Stroy/The Guardian

At 47, he was an accomplished scholar, but in two almost comically obscure niches: the movement of sodium in the gallbladder and the birdlife of New Guinea. “What the MacArthur call said to me was, ‘Jared, people think highly of you, and they expect important things of you, and look what you’ve actually done with your career’,” Diamond says today. It was a painful thought for someone who recalled being told, by an admiring teacher at his Massachusetts school, that one day he would “unify the sciences and humanities”. Clearly, he needed a larger canvas. Even so, few could have predicted how large a canvas he would choose.

In the decades since, Diamond has enjoyed huge success with several “big books” – most famously, 1997’s Guns, Germs and Steel – which ask the most sweeping questions it is possible to ask about human history. For instance: why did one species of primate, unremarkable until 70,000 years ago, come to develop language, art, music, nation states and space travel? Why do some civilisations prosper, while others collapse? Why did westerners conquer the Americas, Africa and Australia, instead of the other way round? Diamond, who describes himself as a biogeographer, answers them in translucent prose that has the effect of making the world seem to click into place, each fact assuming its place in an elegant arc of pan-historical reasoning. Our interview itself provides an example: one white man arriving to interview another, in English, on the imposing main campus of the University of California, Los Angeles, in a landscape bearing little trace of the Native Americans who once thrived here. Why? Because 8,000 years ago – to borrow from Guns, Germs and Steel – the geography of Europe and the Middle East made it easier to farm crops and animals there than elsewhere.

Whether such satisfying explanations are in fact true is the subject of vicious jousting between Diamond and many anthropologists. They condemn him as a cultural imperialist, intent on excusing the horrors of colonialism while asserting the moral superiority of the west. (One 2013 article, in an ecology journal, was entitled “F**k Jared Diamond”, the asterisks failing to conceal the general tone of the debate.) Diamond strikes back with equal force, calling his critics “idiots”, unscientific timewasters and purveyors of “politically correct blabber”. So it is slightly disconcerting to meet this strident propagandist for capitalism in his faculty office. In person, Diamond is a fastidiously courteous 77-year-old with a Quaker-style beard sans moustache, and archaic New England vowels: “often” becomes “orphan”, “area” becomes “eerier”. There’s no computer: despite his children’s best efforts, he admits he’s never learned to use one.

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Gene oder Lebewesen – wer bringt hier wen hervor?

Darwin-Büste im Naturkunde-Museum Berlin. Bild: BB

Darwin-Büste im Naturkunde-Museum Berlin. Bild: BB

Bibeltreue Christen dementieren sie und amerikanische Schulen verbieten Bücher mit ihr – die Evolutionstheorie ist ein umstrittenes Thema unter Gläubigen und Wissenschaftlern. Natur hat jetzt zwei Aufsätze veröffentlicht, die die Urknall-Theorie erschüttern.

Von Ernst Peter FischerFOCUS ONLINE

In der Fachwelt wird derzeit eine Debatte über die Frage geführt, ob die Theorie der Evolution neu konzipiert werden muss. Ist ein Umdenken der Biologen erforderlich oder kann alles im alten Rahmen bleiben und hat Charles Darwin eigentlich schon alles gewusst?

Die Evolution ist natürlich mehr als irgendeine Idee der Wissenschaft. Sie ist die Basis, auf der das Leben und seine von ihm hervorgebrachten Gestalten verstanden werden, und so lohnt ein Blick auf die gelehrte Diskussion. Dafür gibt es sogar einen noch wichtigeren Grund.

Die Frage, ob die Theorie der Evolution überdacht und neu gefasst werden muss, werden bibeltreue Gegner des biologischen Gedankens gerne hören. Aber sie sollen sich nicht zu früh freuen. Denn was derzeit in der Fachwelt zu dem großen Gedanken von Charles Darwin erörtert wird, könnte zuletzt die Position der Wissenschaft stärken – jedenfalls nach Überzeugung des Berichterstatters.

Historikerin: Trennung von Kirche und Staat in Europa verlief blutig

religion_warDie Trennung von Staat und Kirche in Europa während des 19. und frühen 20. Jahrhunderts verlief offenbar weniger friedlich als bislang allgemein angenommen.

Von Karsten Packeiserevangelisch.de

Vielerorts hätten fromme Katholiken ebenso wie antiklerikale Kräfte zu Gewalt gegriffen, sagte die Mainzer Historikerin Eveline Bouwers dem Evangelischen Pressedienst (epd). Bei Auseinandersetzungen um Vorrechte der katholischen Kirche seien in Ländern wie Belgien auch Menschen zu Tode gekommen.

Die Wissenschaftlerin hat sich im Rahmen eines Forschungsprojekts intensiv mit Glaubenskämpfen in den katholischen Staaten Europas befasst, speziell mit den Regionen Bayern, Flandern und Bretagne. Konflikte zwischen katholischer Kirche und Staatsmacht gab es nach ihren Erkenntnissen nicht nur während des “Kulturkampfes” im protestantisch geprägten Deutschen Kaiserreich, sondern auch in katholisch Staaten.

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Vatikan ermittelt gegen Priester in Chile

Von links nach rechts: José Aldunate, Felipe Berríos, Mariano Puga Quelle: site.adital.com.br

Befürwortung gleichgeschlechtlicher Ehe und Kirchenkritik sorgen in Chile für Aufregung. “Kongregation für die Glaubenslehre” ermittelt.

Von Hans Weberamerika21

Aufgrund von Kritiken an der Kirche werden die chilenischen Priester Felipe Berríos, José Aldunate und Mariano Puga derzeit durch die “Kongregation für die Glaubenslehre” untersucht. Dieses Vatikanorgan hat die Ermittlungen aufgenommen, nachdem der Vorsitzende der Bischofskonferenz von Santiago, Kardinal Ricardo Ezzati, eine Sammlung kritischer Äußerungen der Geistlichen an die Kongregation weitergeleitet hatte.

In den vergangenen fünf Monaten hatten Berríos, Aldonante und Puga Interviews gegeben, in denen sie die Rolle des Klerus bezüglich der Bildungsreform der Regierung Bachelet sowie seine Weigerung, über Schwangerschaftsabbruch zu diskutieren und die Haltung gegenüber der Ehe homosexueller Paare in Frage stellten.

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Israel: Eine “kranke Gesellschaft”

Reuven_RivlinWenn das Staatsoberhaupt des Staates Israel, Reuven Rivlin, feststellt, dass die israelische Gesellschaft “krank” sei, dann muss es wohl stimmen. Spätestens jetzt müssten die Alarmglocken deutscher Antisemiten-Jäger schrillen, nach deren “Maßstäben” er wohl als “lupenreiner Antisemit” zu bezeichnen wäre.

BETWEEN THE LINES—LUDWIG WATZAL

Darüber hinaus müsste er auf Empfehlung eines obskuren Antisemitismus-Experten aus Berlin auf die berühmt-berüchtigte Liste der Top-Antisemiten des Simon-Wiesenthal-Zentrums in Los Angeles kommen.

Bei einer Veranstaltung der Israelischen Akademie der Wissenschaften zum Thema “Vom Hass des Fremden, zur Akzeptanz des Anderen” (From Hatred of the Stranger to Acceptance of the Other) diagnostizierte Reuven Rivlin  für Israel eine Epidemie der Gewalt, die “in alle Bereiche vorgedrungen” sei. “Es ist Zeit ehrlich zuzugeben, dass die israelische Gesellschaft krank ist und es unsere Pflicht ist, diese Krankheit zu behandeln”, sagt Rivlin in Bezug auf das von der israelischen Armee angerichtet Massaker im Gaza-Streifen. “Die Epidemie der Gewalt ist nicht auf die eine oder andere Gruppe beschränkt, sie ist in alle Bereiche eingedrungen.” “I’m not asking if they’ve forgotten how to be Jews, but if they’ve forgotten how to be decent human beings. Have they forgotten how to converse?”

Atheismus: Ein Besuch in der Kirche der Gottlosen

Foto: The Washington Post/Getty Images In Amerika wächst die Gemeinde der Atheisten

Nur einer von zehn Amerikanern glaubt nicht an Gott. Aber die Gemeinde der Atheisten wächst, sie betreiben sogar schon Kirchen. Ein Abend bei den Gottlosen von New York, inklusive dem Wort “Amen”.

Von Hannes SteinDIE WELT

Im Stone Creek Inn, hatte es geheißen; um sieben Uhr abends; im Hinterzimmer. Als ich ankam, saßen in dem kleinen Raum schon etwa ein Dutzend Leute an verschiedenen Tischen. Fast alle hatten selbst beschriftete Namensetiketten an der Kleidung kleben. Ein freundlicher älterer Herr mit weißem Haarkranz, der Ron hieß, unterhielt sich quer über das Zimmer mit einem anderen älteren Herrn darüber, ob die Beschneidung eines Mannes dessen Sexleben beeinträchtigt.

In dieser offenen Gruppe, die sich regelmäßig in New York trifft, bin ich offenbar richtig, dachte ich, denn für diese Frage interessieren sich doch eigentlich nur Atheisten. Nach mir hatte eine junge schwarze Frau den Raum betreten, deren Namensschild ich nie zu sehen bekam. Sie setzte sich zu Ron an den Tisch, und dann unterhielten die beiden sich darüber, warum es unter jungen schwarzen Frauen verhältnismäßig wenige Atheisten gibt.

Erstens, weil die meisten Schwarzen traditionell und fromm sind; und schwarze Frauen sind es erfahrungsgemäß noch ein bisschen mehr. Sie komme aus Atlanta, sagte die junge Frau, und ihre Familie halte sie naturgemäß für verrückt, habe ihr inzwischen aber vergeben. Dann begann der offizielle Teil des Abends.

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Das Leben ist der Güter höchstes nicht

John Wayne, The Shootist, 1976

John Wayne, The Shootist, 1976

Eine zornige Untersuchung: Was wirklich hinter dem Widerstand gegen die Sterbehilfe steckt. Haltet euch aus unserem Leben heraus, ihr Lebensschützer!

Von Wolfgang BroscheThe European

Der kühne Freitod von Udo Reiter erinnerte mich in seiner lakonischen Konsequenz an einen berühmten Film, den Schwanengesang eines Stars und eines Genres.

Don Siegels „The Shootist“ ist sicher nicht der größte aller Western, aber der erschütterndste. John Wayne, die reaktionäre, raue und zärtliche alte Kanaille, trat mit diesem Film von der Leinwand ab. Er hätte es besser nicht tun können als in der Rolle eines alten Gunman, der seit Wochen von Unterleibsschmerzen geplagt wird. Der Arzt, den er aufsucht, kann ihm nur hilflos die Diagnose Krebs mitteilen und drückt ihm dann ein Fläschchen Laudanum in die Hand. „Hätte ich“, raunt der Arzt, „Ihren Mut, dann wüsste ich, was ich täte, um den mörderischen Schmerzen und dem Verrecken zu entgehen!“

Schnell spricht sich herum, dass der einst gefürchtete Shootist ein todkranker Mann ist. Die Geier warten schon: jüngere Gunmen versammeln sich in der Stadt und warten auf ihre Chance. Wayne schaut sich ein paar Tage in der herbstlichen Stadt um, macht eine letzte Bekanntschaft mit einer stolzen und klugen Witwe, hilft ihr, ihren Sohn wie ein Vater auf den richtigen Lebensweg zu bringen, trinkt die letzten Schlucke Laudanum, die schließlich nicht mehr helfen und bestellt die lauernden Aasgeier in den Saloon.

Es sei sein Geburtstag, sagt er dem Barkeeper, der ihm den letzten Whisky einschenkt, den wolle er feiern. Und er feiert ihn auf seine Art, erledigt die schießwütigen Rotzlöffel, die seine Nachfolge antreten wollen, nebenbei noch ein paar tolldreiste Gangster und wird selbst tödlich getroffen. Noch einmal hat er als Towntamer die Stadt gerettet und ist dabei auf seine Weise gegangen. Das war sein Tod, der Tod als Gunman, der seine Zeit gehabt hat!

John Wayne selbst hatte nicht das Glück, so zu sterben wie in diesem Film. Einmal schon, in den 60ern, hatte er den Krebs besiegt. Ein Jahr nach „The Shootist“ kam er zurück, der Krebs. Man behandelte den Duke zu Tode, schnitt hier und da was weg und der große starke Mann verreckte zwischen Amputationen und Morphium. „Feo, fuerte y formal“ steht auf Waynes Grabstein – er war stolz, er war stark, er hatte Würde … bei all dem Reaktionären, das seine Filme auch hatten, immer ging es in ihnen um die Würde des Individuums. Darum sei ihm dieses Epitaph gegönnt.

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Kretschmann verteidigt kirchliches Arbeitsrecht

kretschmann150Der baden-württembergische Ministerpräsident hält es für in Ordnung, dass die Kirchen Menschen anderer Religion nicht als Arbeitnehmer beschäftigen müssen. Die Muslime im Land sollten sich seiner Meinung nach ähnlich organisieren wie die Christen.

evangelisch.de

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) verteidigt das kirchliche Arbeitsrecht. Auch dass die Kirchen beispielsweise Menschen anderer Religion nicht anstellen müssen, gehe in Ordnung, schreibt Kretschmann in dem von ihm mit herausgegebenen Buch “Wie viel Religion verträgt der Staat?” “Auch die grüne Fraktion würde jemanden entlassen, wenn sie feststellen sollte, dass er bei einer anderen Partei ist”, betonte der Politiker.

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Dodo Thierse predigt in Gedächtniskirche

thierse_zdf“Reformation und Politik” lautet das Thema des Gottesdienstes, über das Wolfgang Thierse, Bundestagspräsident a.D., diesen Sonntag in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche predigt.

Berlin Online

Seit der Reformation sind Christen nach und nach vorsichtiger, auch selbstkritischer geworden in der Bestimmung des Verhältnisses von Religion und Politik.

“Die Unterscheidung zwischen beiden ist von großer Aktualität angesichts der missbräuchlichen Inanspruchnahme von Religion zur Begründung von politischer Macht und gar von Gewalt”, macht Thierse im Vorfeld deutlich. Trotzdem kann Religion keine reine Privatsache sein, sie hat unweigerlich auch eine soziale und politische Dimension. “Sie ist für das ethische Fundament gelingender Demokratie unersetzlich, gerade auch deshalb, weil sie auf die Grenzen von Politik verweist, Totalitätsansprüchen widerspricht”, betont Thierse.

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Unrest, instability, intifada — whatever its name, it’s in Hamas’s interest

Security and police are seen at the Ammunition Hill Light Rail station in Jerusalem, where a baby was killed and several injured last night in a terror attack, Thursday, October 23, 2014. (photo credit: Hadas Parush/Flash90)

The simmering violence in Jerusalem, culminating in Wednesday’s fatal terror attack, may not have a moniker, but it is a flame that Hamas wants to spread to the West Bank.

By Mitch GinsburgThe Times of Israel

Whether the violence in Jerusalem since the gruesome murder of Muhammad Abu-Khdeir in July amounts to a Third Intifada will only be clear in hindsight. But what the murder on Wednesday of Chaya Zissel Braun has shown, beyond the ruthlessness of the act and the enduring tension in Jerusalem, is the shrewdness of Hamas’s strategy of overthrowing the Palestinian Authority in the West Bank by, of all things, persistently killing innocent Israelis.

That is one of the ways Israel should view the recent developments in Jerusalem. When Abdel Rahman al-Shaludi, a Hamas member and relative of a former head of the organization’s armed wing, turned his car into a lethal weapon on Wednesday, he was, whether by design or not, acting exactly according to the alleged Hamas coup plans exposed in August.

At the time, the Shin Bet said that it had exposed a Hamas plan to “overthrow the Palestinian Authority and seize control of Judea and Samaria.”

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Religiotie: Erhat Toka aus Osnabrück wirft Dieter Nuhr Hetze vor

Aufruf zum Boykott: Erhat Toka will am Samstag gegen den Auftritt von Dieter Nuhr in Osnabrück protestieren. Die Plakate sind gedruckt.Foto: Elvira Parton

Wenn der Kabarettist Dieter Nuhr am Samstag in Osnabrück auftritt, werden Muslime vor der Stadthalle gegen ihn demonstrieren. Erhat Toka, der Initiator des Protests, bezeichnet den Comedian als „Hassprediger“, der Hetze gegen den Islam betreibe.

Von Rainer Lahmann-LammertOsnabrücker Zeitung

Er hat Anzeige wegen „Beschimpfung von Religionsgemeinschaften“ erstattet und ruft zum Boykott der Veranstaltung auf. Dieter Nuhr will sich erst in der kommenden Woche gegenüber unserer Redaktion äußern.

„Wenn sich jemand über den Islam lustig macht, habe ich nichts dagegen“, sagt Erhat Toka, und gibt mit einem Lächeln zu verstehen, dass er keine Spaßbremse sein will. Aber Dieter Nuhr wirft er vor, dass er unter dem Deckmantel der Satire eine „blöde, dumme Hetze“ gegen eine Minderheit betreibe. Erhat Toka sitzt in seiner Kampfsportschule an der Iburger Straße, sein schwarzer Rauschebart fällt auf sein blütenweißes Hemd. Vor drei Jahren hat der Mann mit deutschem Pass und türkischen Wurzeln für eine muslimische Partei bei der Kommunalwahl kandidiert, ohne Erfolg. Am Runden Tisch der Religionen wird ihm gelegentlich eine Nähe zu islamischen Hardlinern nachgesagt. Gerne gibt er sich als Fan des türkischen Staatspräsidenten Erdogan zu erkennen.

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Dieter Nuhr wegen Islamsatire angezeigt

Dieter Nuhr, Bild:deutsche-kabarettisten.de

Der Kabarettist Dieter Nuhr bekommt es wegen ironischer Bemerkungen zum Islam mit der Justiz zu tun.

evangelisch.de

Ein Osnabrücker Muslim hat Anzeige gegen den Künstler erstattet, wie ein Polizeisprecher am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte. Der Vorwurf lautet “Beschimpfung von Bekenntnissen und Religionsgesellschaften”. Das Strafgesetzbuch sieht dafür Gefängnis bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor.

Nuhr hatte mit seinen Auftritten wiederholt Proteste unter Muslimen ausgelöst. In einem Youtube-Video, in dem mehrere Auftritte des Kabarettisten zusammengeschnitten sind, sagt er über das islamische Frauenbild: “Im Islam ist die Frau zwar frei, aber in erster Linie frei davon, alles entscheiden zu müssen.” Lacher erntet er auch mit dem Satz: “Wenn man nicht wüsste, dass der Koran Gottes Wort ist, könnte man meinen, ein Mann hätte ihn geschrieben.” Darüber hinaus äußert er sich in vielen Szenen satirisch-ironisch über radikale Islamisten wie Osama bin Laden.

Racial Profiling: “Ihr seid hier nicht in Afrika”

March to end racial profiling © longislandwins @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Vor zwei Jahren wurde Derege Wevelsiep Opfer von Polizeigewalt. Eigentlich eine klare Sache. Dass es zu einem Prozess kommt, grenzt dennoch fast an ein Wunder. Der Fall wirft einmal mehr die Frage auf, inwiefern struktureller Rassismus in der Polizeiarbeit eine Rolle spielt.

Von Philipp WehnerMiGAZIN

Derege Wevelsieps Geschichte hat für viel Aufsehen gesorgt. Mehrere Tausend Menschen gingen im November 2012 in Frankfurt auf die Straßen, um gegen Polizeigewalt im Allgemeinen und die Gewalt gegen Wevelsiep im Speziellen zu demonstrieren. Erst fünf Monate später ist sich die Staatsanwaltschaft überhaupt sicher, dass Wevelsiep am Abend des 17.10.2012 Unrecht geschehen ist.

Nach zwei langen Jahren wird sein Fall nun am 30. Oktober und 6. November 2014 vor Gericht verhandelt. Einer der vier beschuldigten Polizisten muss sich wegen Körperverletzung und Beleidigung im Amt verantworten. Die Anzeige gegen die übrigen drei aufgrund von Hausfriedensbruch, Nötigung und Freiheitsberaubung wurde fallengelassen, weil die Staatsanwaltschaft keinen Tatverdacht sah.

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Vergottete Politiker verkaufen den säkularen Staat

Bild: tilly

Bild: tilly

Politiker von Union, SPD und Grünen im Bundestag haben die bewilligten Ausgaben für das Reformationsjubiläum verteidigt.

evangelisch.de

Der Reformator Martin Luther (1483-1546) sei bei all seiner Widersprüchlichkeit eine wichtige Figur der deutschen Geschichte, sagte der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) am Donnerstag in Berlin bei einem Symposium zum 500. Reformationsjubiläum 2017. Die von der Bundesregierung bereitgestellten rund 42 Millionen Euro für Projekte zu dem Ereignis seien lediglich “ein Zehntel einer Autobahn-Auffahrt”, erklärte CSU-Parteivize Peter Gauweiler. Vielmehr müsse es Kritik daran geben, dass vom Bund nicht mehr Geld fließe.

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Tierversuche: Das muss uns die Gesundheit des Menschen wert sein

Bild: animalequality.de

Bild: animalequality.de

Es ist ein klassisches ethisches Dilemma. Um die Funktionsweise des Lebens besser zu erforschen, wird Leben beeinträchtigt oder zerstört. Warum Tierversuche in der Grundlagenforschung leider unverzichtbar sind.

Von Gerhard Heldmaier und Stefan TreueFrankfurter Allgemeine

Die täglichen Berichte über das Leid der Ebola-Erkrankten und deren Angehöriger zeigen, wie hilflos Wissenschaft, Medizin und Politik dieser Epidemie gegenüberstehen. Impfstoffe werden geprüft, stehen aber bis jetzt nicht zur Verfügung, Ebola-spezifische Medikamente zur Behandlung von akut Erkrankten existieren nicht. Es gibt sie nicht, weil uns grundlegende Kenntnisse fehlen. Wir wissen nicht, wie diese Viren in Zellen eindringen, wie sie zerstören und dabei unsere körpereigene Abwehr überlisten und mit welcher Behandlung sie im Körper vernichtet werden könnten. Möglicherweise müssen ganz neue therapeutische Wege beschritten werden. Durch Behandlung mit Erbgutschnipseln (siRNA) gelang kürzlich die Heilung von Rhesus-Affen, die mit dem Ebola-ähnlichen Marburg-Virus infiziert worden waren. Es wird jedoch noch viele Studien mit Tieren und schließlich auch an Menschen erfordern, bis eine erfolgreiche Therapie zur Verfügung steht.

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An der Sexualität retardieren die Bibel-Frommen

Handschellen mit Plüschfütterung Foto: Joe Wolf, flickr | CC-BY-SA 1.0

Ein Schulbuch für Sexualerziehung vermischt bei manchen Aufgaben religiöse Gegenstände wie Bibel und Kruzifix mit Dildos und Handschellen. Dieser Mix von Religion und Sex ist ein bewusster Teil der „Gender-Ideologie“, erklärt ein Experte.

pro Medienmagazin

Eheringe, Handschellen, Vibrator, Lederpeitschen, Herren-Tanga, Kopftuch, Kreuz und Bibel, Teddybär und weiteres Sexspielzeug. Aus diesen Gegenständen sollen Jugendliche um das 14. Lebensjahr Dinge auswählen, die für sie unbedingt zur Sexualität dazugehören. Auf die Frage, was nach dem Ende einer Beziehung gegen den Trennungsschmerz helfen könne, sollen die Jugendlichen unter anderem zwischen Schokolade, einem Gebetskreuz und einem Dildo wählen.

„Die Kombination aus religiösen Utensilien und Sexspielzeug entspringt dem Denkmuster des Gender Mainstreaming“, erklärt dazu der Jugendforscher Martin Voigt am Donnerstag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Er zitiert aus einem Buch der Journalistin Dale O’Leary, die 1995 auf der UNO-Weltfrauenkonferenz beobachtete, wie das Konzept des Gender Mainstreaming verabschiedet wurde.

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Leipzig: Wieviel Religion braucht ein Gemeinwesen?

Bild: gbs Hochschulgruppe Jena

Bild: gbs Hochschulgruppe Jena

In Leipzig müssen sich die Veranstalter des Katholikentags für öffentliche Zuschüsse rechtfertigen. Pfarrer Giele erlebt die Debatte aber nicht als christenfeindlich. Er ist im Bistum verantwortlich für den Katholikentag.

domradio.de

domradio.de: “Seht, da ist der Mensch” – so heißt das Motto des 100. Katholikentags in Leipzig. Ist das auch ein Motto, das bewusst alle Nicht-Christen in Leipzig miteinbeziehen will?

Pfarrer Gregor Giele (Verantwortlich im Bistum Dresden-Meißen für den Katholikentag): Das hoffen wir zumindest. Für alle Bibelkundigen ist zunächst einmal klar, dass es eine Aussage von Pilatus aus der Passionsgeschichte ist (Joh 19,5). Es wird also zunächst einmal ein Fokus auf den leidenden Menschen, auf den Menschen am Rand gelegt. Ganz im Sinne unseres jetzigen Papstes Franziskus zu den Menschen am Rand zu gehen.

“Sieh, da ist der Mensch” ist auch die Einladung ganz unvoreingenommen, auf jeden Menschen zu zu gehen – ob arm, ob reich, ob glaubend, ob nichtglaubend. Also ein sehr offener Ansatz, der hoffentlich auch den Leipziger Bürger mit anspricht.

Für mich persönlich ist noch ein ganz anderer Aspekt: Es ist auch eine Hilfe an uns katholische Christen, die wir uns da versammeln, mal selbst zu fragen, sind wir bei den Menschen? Kirche hat ja oft in der öffentlichen Wahrnehmung den Eindruck erweckt, dass wir uns von der Wirklichkeit des modernen Menschen etwas entfernt haben. Da mal eine Positionsüberprüfung vorzunehmen, zu sagen, sind wirklich beim Menschen von heute.

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