Archiv der Kategorie: Freidenker

Jüdische Gemeinde ehrt die “Toten Hosen”

tote_hosen_tempelDie Düsseldorfer Punkrock-Band “Die Toten Hosen” und der Musikprofessor Thomas Leander werden am heutigen Mittwoch mit der Josef-Neuberger-Medaille der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf ausgezeichnet.

evangelisch.de

Die Musiker werden für ihre gemeinsamen Veranstaltungen zum Thema “Entartete Musik” im vergangenen Jahr geehrt. Darüber hinaus würdigt der Preis das jahrzehntelange Engagement der “Toten Hosen” gegen Rassismus.

Mit der Neuberger-Medaille zeichnet die Jüdische Gemeinde Düsseldorf jährlich nichtjüdische Personen für ihre Verdienste um die jüdische Gemeinschaft aus. Zu den früheren Preisträgern gehören Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der ehemalige Bundespräsident Johannes Rau (SPD).

Warum Tiere uns guttun, wir ihnen aber nicht

Bild: animalequality.de

Bild: animalequality.de

Mit der Debatte um Menschenrechte für Menschaffen ist die Diskussion um Massentierhaltung und Schlachthof-Barbarei neu entbrannt. Und mit ihr der Ruf nach anderer Ethik, mehr Moral – und einem neuen Gesellschaftsvertrag mit dem Tier.

Von Elmar SchnitzerFOCUS ONLINE

Schon wieder Zeitungs-Fotos qualvoll verendeter Schweine in einem lichtlosen Massentierstall, bestimmt für die Fleischtheke einer Lebensmittelkette, hätte sie der Tod nicht vorher lebendig aufgefressen. Bilder die schmerzen wie Schläge. Schande, die brennt wie Feuer. Aber, auch wenn es noch so weh tut: Wir dürfen unsere Augen nicht länger verschließen gegenüber der Abscheulichkeit von Massentierhaltung und Schlachthof- Barbarei , die das moralisch- ethische Korsett einer menschlichen Gesellschaft längst gesprengt haben.

Unsere Speisekarte ist zum blutigsten Stück Papier der Moderne geworden, darauf: 630  Millionen Hühner, 58 Millionen Schweine, 37 Millionen Puten, 25 Millionen Enten, 3 Millionen Rinder, 1 Million Schafe, 500 000 Gänse und 29 000 Ziegen. Macht 754 Millionen geschlachtete Nutztiere.

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Stephen King Has A ‘Tendency To Believe In Intelligent Design’

Stephen King, Image:HUFFPOST Live/Screengrab:BB

Stephen King, Image:HUFFPOST Live/Screengrab:BB

For Stephen King, life is too perfect for it to be a random occurrence.
The famed horror author said in a HuffPost Live interview Wednesday that humans being alive, the way nature works and our planet supporting life is too much to think that there was no help from a supreme being.

By Chris BranchHUFFPOST Religion

“The very construction of the world and the fact that we seem to be the only blue-populated planet in the universe — and we’ve been looking for quite a while now, at least since the late 50s —it makes you have to believe that if we happened by accident, it would make winning the lottery look like flipping a coin,” King told host Josh Zepps. “It’s so complex. So I have a tendency to believe in intelligent design.”

King doesn’t align himself with any organized religion, which he says ultimately leads to someone “putting a gun in your hand” or trying to wrong others of a different religion than your own. But he seems optimistic about the prospect of a creator leading the way through life.

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Ulrich Chaussy über das Oktoberfest-Attentat und die NSU-Mordserie

Gedenkveranstaltung der DGB Jugend München zum Oktoberfestattentat am 26.09.1980. Bild:wikimedia.org/PD

Am 26. September jährte sich zum vierunddreißigsten Mal der Bombenanschlag auf das Oktoberfest, bei dem 13 Menschen starben und über zweihundert Menschen zum Teil schwer verletzt wurden. Bis zum heutigen Tag gilt offiziell der damals 21jährige Geologie-Student Gundolf Köhler als Einzeltäter, obwohl diese Einschätzung mittlerweile massiv in Zweifel gezogen wird.

Von Reinhard JellenTELEPOLIS

Kritiker dieser These weisen darauf hin, dass bei der Ermittlungsarbeit der Polizei schwere Fehler passiert sind und sehen Parallelen zu den mangelhaften Untersuchungen der Behörden zur Mordserie des NSU. Diese zieht auch der Journalist Ulrich Chaussy, der mit seinen Sendungen, Artikeln und Buchveröffentlichungen maßgeblich Anteil daran hatte, dass die Beteiligung Rechtsradikaler beim Wiesn-Attentat in der Öffentlichkeit überhaupt ein Thema wurde.

Herr Chaussy, nach der Uraufführung des Filmes Der blinde Fleck im Bayerischen Landtag am 11. Juni 2013 haben Sie Innenminister Joachim Herrmann aufgefordert, dem Anwalt der Attentatsopfer Werner Dietrich die im Landeskriminalamt verwahrten Spurenakten des Oktoberfestattentats zugänglich zu machen. Was ist daraus geworden?

Ulrich Chaussy: Innenminister Herrmann hat seine im Sommer 2013 gegebene Zusage eingehalten. Ab Anfang 2014 hat Rechtsanwalt Werner Dietrich die Spurenakten durcharbeiten können. Er hat das Mandat damals geschädigter Opfer. Diese Akten waren zwar mit einigen Schwärzungen versehen, aber man kann nach Werner Dietrichs Angaben damit arbeiten, und die Frucht dieser Arbeit wird sich in seinem dritten Antrag auf Wiederaufnahme der Ermittlungen niederschlagen, den Rechtsanwalt Werner Dietrich in diesen Tagen einreichen wird.

Werner Dietrich hat ja davon bereits etwas in der Öffentlichkeit bekundet: Unmittelbar nach der Tat haben die Behörden durch die geständigen Rechtsterroristen der Deutschen Aktionsgruppen, die im August 1980 nach ihrem letzten tödlichen Brandanschlag in Hamburg verhaftet worden sind, Nachricht darüber erhalten, dass der damals dringend gesuchte Sprengstoff der Oktoberfest-Bombe eventuell von dem niedersächsischen Rechtsextremisten Hans Lembke stammen könnte.

Wie Herr Dietrich herausgefunden hat, enthielt diese Aussage auch den Hinweis, dass Lembke seine Sprengstoffvorräte in Erddepots verwahrte. Aber die darauf angeordnete Durchsuchung hat nur in Lembkes Haus stattgefunden, wo man nichts fand. Diese Spur blieb liegen, bis ein Jahr später ein Waldarbeiter per Zufall eines dieser Erd-Depots fand und Lembke verhaftet wurde. Hier ist interessant, wie man es trotz dieses detaillierten Wissens verabsäumte, dem Hinweis genau nachzugehen. Solche Sachen werden in dem Antrag von Herrn Dietrich stehen und man wird darauf warten müssen, wie die Bundesanwaltschaft darauf reagiert.

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Glaube: „Was darf Comedy?“

„Was darf Comedy?“, das fragten sich (v.l.n.r.) der Arzt und Schriftsteller Jakob Hein, der Kabarettist Rainer Dachselt und der Drehbuchautor Carsten Strauch in Leipzig Foto: pro

Comedy darf (fast) alles, darüber waren sich die Teilnehmer einer Podiumsdiskussion zum Thema „Was darf Comedy?“ einig. Mit dabei waren die Macher von „Götter wie wir“ und „Jesus – das Comeback des Jahrtausends“.

pro Medienmagazin

Über Opfer darf man keine Witze machen. Darin bestand Einigkeit bei den Diskutanten, die sich am Donnerstag beim 3. Evangelischen Medienkongress mit der Frage, was Comedy „darf“, auseinandersetzten. Ansonsten ist alles erlaubt. Eine „sinnvolle Ergänzung“ nannte der Arzt und Schriftsteller Jakob Hein die Frage, was Satire wolle: „Warum sollte ich jetzt noch Witze über Christian Wulff machen? Das jetzt noch zu machen wäre billig und doof.“

Neben ihm saßen der Kabarettist Rainer Dachselt, Drehbuchautor Carsten Strauch, der unter anderem die Serie „Götter wie wir“ verantwortet, Oliver Versch, der die Radio-Comedy „Jesus – das Comeback des Jahrtausends“ produzierte, und Thomas Weißer auf dem Podium.

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Gott und Östrogen

dawkinsChef-Atheist Richard Dawkins provoziert gerne Feministinnen. Was steckt dahinter?

Von Philippe ZweifelTages Anzeiger

Darwinist, Atheist – und Sexist? Regelmässig fällt der berühmte Evolutionsbiologe Richard Dawkins mit frauenfeindlichen Äusserungen auf. Soeben hat er in einem Tweet geraunt, dass Frauen, die bei ihrer Vergewaltigung betrunken waren, es vor Gericht halt schwer hätten. Zuvor hatte er sexuelle Missbräuche in schlimmere und weniger schlimme eingeteilt: «Eine Vergewaltigung bei einem Date ist schlimm, eine Vergewaltigung durch einen Fremden mit vorgehaltenem Messer ist schlimmer.»

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No God? No problem, says god-free thinker Sam Harris

Sam Harris, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Sam Harris isn’t quite the atheist provocateur that Christopher Hitchens was nor the militant that Richard Dawkins is. But he is building his place in the pantheon of god-free thinkers book by book. His latest is “Waking Up: A Guide to Spirituality Without Religion.”

By Patt MorrisonLos Angeles Times

As a California native, he grew up with the Golden State’s alternative ideas. His own ideas — among them, that morality and spirituality can have a secular, scientific foundation rather than a religious one — are rooted in his UCLA neuroscience degree and his years’-long studies of meditation in places such as Tibet and India, including a brief gig on the security team for the Dalai Lama.

You write that you want this book to “pluck the diamond from the esoteric dunghill of religion.” What is the diamond of spirituality?

It’s the phenomenon of self-transcendence. Introspection is a domain of real discovery and consequential changes in your conscious life. Many people are uncomfortable with the term “spirituality,” and frankly I’m uncomfortable with it. I’m not the first atheist to use it somewhat defiantly. Christopher Hitchens and Carl Sagan didn’t use it quite the way I do, but they felt it was a word we had to reclaim and strip of its spooky associations.

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‘I’m an Atheist': Stephen Hawking on God and Space Travel

Desiree Martin / AFP – Getty Images

World-famous theoretical physicist Stephen Hawking says flat-out that he doesn’t believe in God, but he does believe that space travel offers the best hope for our species’ immortality.

By Alan BoyleNBCNews

Those pronouncements came during the buildup to this week’s Starmus Festival at Tenerife in the Canary Islands, where Hawking and other scientific luminaries have gathered for rounds of talks, tours and elbow-rubbing.

The Spanish newspaper El Mundo engineered an exclusive interview with Hawking, and headlined its report with his views on the origins of the universe.

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Die Opferrolle der Muslime in Deutschland nervt

Gebet-islamWir Muslime leiden an einem Minderwertigkeitskomplex. Ihn müssen wir dringend überwinden und endlich Verantwortung übernehmen. Zeit wird es auch, gegen Extremisten in den eigenen Reihen vorzugehen.

Von Sineb El MasraDIE WELT

Lange wollte ich mich öffentlich nicht zu uns Muslimen in Deutschland äußern. Ich hatte gehofft, andere würden schreiben, was mir auf der Seele liegt. Stattdessen waren die vergangenen Monate von schrillen Tönen erfüllt. Faschismus-Islam hier, Islamphobie dort. So komme ich nicht umhin, meine Sichtweise der Dinge niederzuschreiben.

Ich bin die Trotz- und Abwehrhaltung in Form von Ausreden und Schuldzuweisungen, die im Namen meiner Glaubensgemeinschaft formuliert werden, leid. Sie wirken sich auf meinen wie auch anderer Muslime Alltag aus. Innerislamisch, von Face to Face, will konstruktive Kritik obendrein nicht ankommen. Daher nehme ich mir die Freiheit heraus, sie öffentlich zu formulieren. Wem das nicht passt, kann weiter in den sozialen Medien sein Leid beklagen.

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Taj Hargey öffnet explizit schwulentolerante Moschee

Themenbild: Die Sultan-Ahmed-Moschee mit ihren sechs Minaretten in Istanbul, Bild. wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

In der südafrikanischen Metropole Kapstadt gibt es Moslems, seit die Niederländischen Ostindien-Kompanie ihren dort angesiedelten Bauern im 17. Jahrhundert malaiische Arbeitskräfte lieferte. Die mit einheimischen Khoe vermischten Nachkommen dieser Sklaven sprechen heute das aus dem Niederländischen entstandene Afrikaans (das sie im 18. Jahrhundert mit als erste verschriftlichten), haben aber den Islam als Religion über die Generationen hinweg beibehalten.

Von Peter MühlbauerTELEPOLIS

Am Freitag bescherte Taj Hargey vom Muslim Educational Center Oxford (MECO) diesen 166.000 Kapmalaien und den anderen in der Vier-Millionen-Einwohner-Stadt lebenden Moslems eine “offene Moschee” im Stadtteil Wynberg, die sich in dreierlei Hinsicht von anderen islamischen Gebetshäusern unterscheidet: Dort beten Männer gemeinsam mit Frauen, Frauen dürfen vor Männern predigen und Homosexuelle sollen ebenso willkommen wie Heterosexuelle.

Wer Hargey kennt, den überrascht das nur bedingt: 2008 erregte der in Kapstadt geborene Theologe Aufsehen, als er Amina Wadud als Vorbeterin eines gemischtgeschlechtlichen Freitagsgebets in Oxford engagierte. Ein insofern mutiger Vorstoß, als die Amerikanerin in ihrer Heimat für diesen (dort bereits zuvor durchgeführten) Tabubruch Bombendrohungen hinnehmen musste.

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Sokratische Demokratie

Büste des Sokrates, römische Kopie eines griechischen Originals, 1. Jahrhundert, Louvre, Paris. Bild wikimedia.org/CC BY-SA 2.5

Der Philosophieprofessor Michael Hampe begeistert sich in seinem Buch Die Lehren der Philosophie weniger an deren Tauglichkeit, sich dem akademischen und öffentlichen Diskurs anzupassen, als an ihrem subversiven Potential. Dieses versucht er unter Rückbesinnung auf Sokrates und mit einem Blick auf Wittgenstein herauszuarbeiten.
Von Reinhard JellenTELEPOLIS

Herr Hampe, welchen Einfluss hat die gesellschaftliche Praxis auf die Philosophien und umgekehrt?

Michael Hampe: “Die Philosophien” im allgemeinen sind eine zu heterogene Gruppe, um die Relevanz der gesellschaftlichen Praxis für sie und die der Philosophie für die jeweilige Praxis einzuschätzen. Es gibt auf der einen Seite in der Philosophie Tätige, die ganz auf die internen professionell-akademischen Probleme ihrer Disziplin, beispielsweise der Modallogik, bezogen sind, keinen Kontakt zu den Einzelwissenschaften pflegen und sich nicht um die gesellschaftliche Praxis kümmern. Sie gehen in der Regel von Modellen der Erkenntnis aus, in denen die konkreten einzelwissenschaftlichen Verfahren und die konkreten gesellschaftlichen Verhältnisse gar keine Rolle spielen. Die Ergebnisse, zu denen die sich in der solchen Idealen des Erkennens bewegende Philosophie kommt, sind wiederum völlig irrelevant für die Einzelwissenschaften und das gesellschaftliche Leben.

Auf der anderen Seite arbeiten Philosophen mit Medizinern, Politikern, Menschenrechts- und Klimaschutzorganisationen zusammen, kümmern sich um die Ethik der Sterbehilfe und der Tierhaltung, Probleme des so genannten gerechten Krieges und möglicher Anreizsysteme zur Verringerung des CO2-Ausstosses. Ob die so konkret arbeitenden Philosophinnen und Philosophen in ihrer Arbeit von allgemeinen Ideologien und abstrakten Doktrinen geleitet werden oder ob ihre Reflexionen vor allem durch ihre Erfahrungen mit den konkreten Problemen gesteuert werden, mit denen sie zu tun haben, kann man nur im Einzelfall entscheiden.

Und zwischen den Formalisten im akademischen Elfenbeinturm und den ganz angewandt arbeitenden Philosophen mit und ohne ideologische oder doktrinäre Scheuklappen gibt es eine Reihe von Abstufungen im Praxisbezug. Es gibt politische Philosophien des Liberalismus, die nichts als eine “philosophische Absegnung” bestimmter gesellschaftlicher Verhältnisse im Spätkapitalismus sind und es gibt philosophische Untersuchungen, wie die von Raymond Geuss, die sehr konkrete politische Entwicklungen, wie beispielsweise das Verhalten von Tony Blair im Irak-Krieg extrem kritisch analysieren, ohne dabei einfach schematisch eine bestimmte praktische oder politische Philosophie, sei es die von Kant oder Mill oder die von Marx oder Adorno einfach zur Anwendung zu bringen.

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Graz: Kunstprojekt in Kirche über Entstehung des Weltalls

Entwicklungsphasen des Universums. Bild: NASA, WMAP Science Team/public domain

Entwicklungsphasen des Universums. Bild: NASA, WMAP Science Team/public domain

Ein Kunstprojekt in der Grazer Pfarre St. Andrä soll ab 9. Oktober das Diskursfeld zwischen Glaube und Wissenschaft ausloten. Im Zentrum steht die Komposition “Expansion of the Universe” des jungen Wiener Komponisten Rudolf Wakolbinger, die “die Evolution des Universums akustisch abbildet”, wie es in einer Ankündigung heißt.

kathweb

Die Komposition wird durch eine Klanginstallation aus 216 von der Kirchendecke herabhängenden Lautsprechern in St. Andrä aufgeführt und kann zwischen 10. Oktober und 11. November von den Besuchern der Kirche selbst gestartet werden.

Für den Eröffnungsabend am 9. Oktober haben sich die Initiatoren Pfarrer Hermann Glettler, die Präsidentin der Akademie Graz, Astrid Kury, und Konzertveranstalter Martin Schlögl etwas Kontroversielles zum Thema Weltentstehung einfallen lassen: Glettler trifft ab 20 Uhr auf den deklariert atheistischen Astrophysiker und “Science Buster” Heinz Oberhummer sowie auf den Ordinarius für Physik an der Uni Graz, Arnold Hanslmeier. Nach Kurzvorträgen über deren jeweilige Sicht der Entstehung des Universums wollen die Beteiligten in einen Dialog eintreten.

Glettler und Oberhummer sowie der Grazer Künstler Markus Wilfling begegnen einander auch am 10. November bei der abschließenden Finissage in der Kirche St. Andrä.

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Kirchenoberhaupt zweifelt an Existenz Gottes

Justin Welby, hier kurz nach seiner Inthronisation in der Kathedrale von Canterbury (Foto: Reuters)

“Gibt es einen Gott?” Nicht gerade ein Thema, mit dem ein Geistlicher öffentlich hadern sollte. Umso weniger, wenn er Erzbischof und Oberhaupt der Kirche von England ist.

Süddeutsche.de

Gerüttelt wird da an Grundfesten nicht mehr, man kommt ihnen eher mit dem Vorschlaghammer. Als würde Kanzlerin Merkel die Demokratie zu einer minderwertigen Staatsform erklären. Als würde die Queen die Sinnhaftigkeit des Fünf-Uhr-Tees in Frage stellen. Oder Flughafenchef Hartmut Mehdorn öffentlich erklären, dass der Hauptstadtflughafen BER mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu unser aller Lebzeiten seinen Betrieb nicht mehr aufnehmen wird.

Nun also hat der Erzbischof von Canterbury, immerhin das Oberhaupt der Kirche von England und das Ehrenoberhaupt der anglikanischen Kirche weltweit, ernsthafte Zweifel an der Existenz Gottes angemeldet. Aufgedrängt haben sie sich ihm offenbar in einem Moment der Kontemplation über das derzeitige Weltgeschehen. Beim Joggen mit seinem Hund.

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Vom Menschen zum Monstrum

Die Erbsündelehre beschränkt den Kreis der Erlösungskandidaten: Tag des Jüngsten Gerichts als Flachrelief an der Fassade des Doms von Orvieto in Umbrien. Foto: imago

Der Philosoph Peter Sloterdijk über den zerborstenen Generationenvertrag, die Erbsünde sowie den Unterschied zwischen einer naiven und sentimentalen Moral.

Interview Michael HesseFrankfurter Rundschau

Herr Sloterdijk, Sie bezeichnen die Menschen der Moderne in Ihrem Buchtitel als „Die schrecklichen Kinder der Neuzeit“. Hinter dem Gedanken der „schrecklichen Kinder“ steckt die Figur der Abtrünnigkeit, das Losreißen von den Eltern. Was hat dieser Bruch mit der Tradition bewirkt?
Ich beschreibe die Moderne als ein umfassendes anti-genealogisches Experiment. Dieses gründet in dem Umstand, dass es keine kulturellen Automatismus mehr gibt, der auf gesicherte Weise von Großeltern zu Kindern zu Enkeln führt. Vielmehr könnte in jedem genealogischen Intervall die ganze Kette reißen. Für die Moderne ist typisch, dass sich das Intervall zwischen Eltern und Kindern bei jeder Wiederholung etwas weiter aufspreizt.

Eltern und Kinder werden einander immer unähnlicher?
Unvermeidlich, auch weil die Lebenswelten sich so rasch verändern. Die Moderne lässt keinen anderen Befund zu. Die herkömmliche Orientierung am Wissen der Alten geht fast völlig verloren, das Alter verliert seine Autorität. Damit beginnt das Zeitalter der immer unähnlicheren Kinder. Manchmal hat man den Eindruck, in einem einzigen generation gap könnte die Welt untergehen. Man staunt, dass die Welt trotz allem noch da ist.

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Richard Dawkins has lost it: ignorant sexism gives atheists a bad name

dawkinsHe may have convinced himself that he’s the Most Rational Man Alive, but if wants to be the face of a welcoming movement, he’s doing a terrible job.

By Adam Leetheguardian

I became an atheist on my own, but it was Richard Dawkins who strengthened and confirmed my decision. For a long time, I admired his insightful science writing, his fierce polemics, his uncompromising passion for the truth. When something I’d written got a (brief) mention in The God Delusion, it was one of the high points of my life.

So, I’m not saying this is easy, but I have to say it: Richard Dawkins, I’m just not that into you anymore.

The atheist movement – a loosely-knit community of conference-goers, advocacy organizations, writers and activists – has been wracked by infighting the last few years over its persistent gender imbalance and the causes of it. Many female atheists have explained that they don’t get more involved because of the casual sexism endemic to the movement: parts of it see nothing problematic about hosting conferences with all-male speakers or having all-male leadership – and that’s before you get to the vitriolic and dangerous sexual harassment, online and off, that’s designed to intimidate women into silence.

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Protest gegen Esoterik an der Volkshochschule Mainz

Bild: svz.de

Bild: svz.de

Esoterische Angebote im Programm der VHS Mainz haben massive Proteste ausgelöst. Anlass war der Kurs „Pendelpraxis“, der versprach: „Mithilfe des Pendels werden Sie in der Lage sein, Ihre Lebensmittel, Medikamente, Kosmetika und mehr auf Verträglichkeit und biologische Qualität zu testen.“

Von Dr. Kai FunkschmidtEvangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW)

Die Kritik kam anfänglich aus Reihen der Gesellschaft zur Wissenschaftlichen Untersuchung der Parapsychologie (GWUP) und weitete sich aus, bis Dutzende empörte Stimmen den „unwissenschaftlichen Unfug“ anprangerten. Neben dem Pendelkurs gerieten auch andere Angebote ins Kreuzfeuer. So bietet die VHS Kurse in Astrologie, Tarot und Wünschelrutengehen, zu Schüßler-Salzen, Erdstrahlen, Tai Chi und Ernährung „auf feinstofflicher Basis“. Die Kritiker weisen im Zusammenhang des Pendelkurses auf die Gefahr hin, dass Menschen womöglich verschriebene Medikamente nach negativem Pendelergebnis nicht einnähmen oder ihren Kindern vorenthielten. Dabei ist die VHS Mainz keineswegs einzigartig. Viele der 924 deutschen VHS bieten Kurse zu esoterischen Themen an.

Die Idee der Volkshochschulen wurde von dem dänischen Pfarrer N.F.S. Grundtvigs Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt, um die Bürger durch Bildung zur Nutzung ihrer demokratischen Mitbestimmungsrechte zuzurüsten. Die einzelnen VHS sind autonom und in der deutsch-föderalen Vielfalt sehr unterschiedlich aufgestellt. Die VHS Mainz gehört zu einer Minderheit: Sie wird zu 80 Prozent aus Teilnehmergebühren finanziert und ist damit besonders auf nachfrageintensive Angebote angewiesen. Der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) knüpft an Grundtvigs Tradition an, wenn er erklärt, die „Erfolgsgeschichte [der VHS] ist untrennbar verbunden mit gelebter Demokratie. Ihren Bildungsauftrag leiten sie aus den Prinzipien der Aufklärung und den universalen Menschenrechten ab.“

Am 2.9.2014 veröffentlichte die VHS Mainz eine Stellungnahme gegen „einige Personen“, die die VHS „abwerten“. Man sehe sich demnach als „Abbild der pluralen Gesellschaft“, stehe für Offenheit und Toleranz und daher „allen Menschen offen“.

Wichtiger als die Zahl der esoterischen Angebote ist – hier ist den Kritikern Recht zu geben – die Signalwirkung. Was in einer öffentlichen Bildungseinrichtung (teilweise als offiziell anerkannte Weiterbildung) angeboten wird, wird als qualitätsgeprüft und seriös wahrgenommen. Festgeschriebene Kriterien zur Grenzziehung zu inakzeptablen und unseriösen esoterischen Angeboten gibt es seitens der VHS nicht. Man kann daher fragen: Bedeutet die unbestrittene „Offenheit für alle“ auch eine umstrittene „Offenheit für alles“? Sollte sich Weiterbildung wirklich vor allem an der Nachfrage ausrichten und als Abbild der Gesellschaft verstehen? Besteht Bildung nicht gerade im Überwinden von Aberglauben durch wissenschaftliche Methoden und Vernunft? Irritierend ist es, wenn von den Kritisierten derartige Fragen zu den Grenzen des öffentlichen Bildungsauftrags als „Ruf nach Zensur“ geächtet werden. Andererseits ist der meist polemische Duktus der GWUP-Kritiker wenig gesprächsfördernd.

Anders positionierten sich nach ähnlichen Diskussionen im November 2013 die Österreichischen VHS: „Wir haben uns österreichweit ganz bewusst entschieden, eine Esoterik-Richtlinie einzuführen. Wir bieten keine Kurse an, die keinen wissenschaftlichen Hintergrund haben”. Allerdings bindet dies die einzelnen VHS nicht.

Trotzdem wäre es wünschenswert, wenn ein solches Signal für Bildung im Sinne der Aufklärung und des kritisch-analytischen Denkens von den deutschen VHS erginge. Auch aus evangelischer Sicht ist die Trennung von Glaube und Vernunft festzuhalten. Uns ist aufgegeben mit der gottgegebenen Vernunft die Welt zu erfassen. Wer den kategorialen Unterschied zwischen dieser Vernunft und den auf Übernatürliches zielenden Pseudowissenschaften vermischt, verrät nicht nur die Aufklärung, sondern auch die Unterscheidung von Schöpfer und Schöpfung.

Scholl-Latour: Wie dreist die westliche Allianz Russland austrickste

scholl_latourIn seinem letzten Buch rechnet die kürzlich verstorbene Reporter-Legende Peter Scholl-Latour mit der Politik des Westens ab. Nach dem Kalten Krieg hätten die USA und ihre Partner die Chance auf einen echten Neustart mit Russland vergeben, indem sie ihre eigenen Versprechen in den Wind schlugen.

Von Linda WursterFOCUS ONLINE

Kurz vor seinem Tod beendete Reporter-Legende Peter Scholl-Latour sein Buch „Der Fluch der bösen Tat“. Auf Basis seiner jahrelangen Erfahrungen und Erlebnisse in den Ländern des Orients analysiert er das Scheitern des Westens – und kommt zu gewohnt kontroversen Schlüssen. In einer Serie fasst FOCUS Online Scholl-Latours Positionen zusammen.

Teil 3: Der Umgang mit Russland nach dem Ende des Kalten Krieges

Er habe keineswegs eine „sentimentale Russland-Vorliebe“ betont Scholl-Latour zu Beginn seiner Ausführungen über Russland. Trotzdem zählt er in seinem Buch die Fehler auf, die der Westen seiner Meinung nach im Umgang mit Russland gemacht hat – und sieht darin einen Teil der Erklärung für das schwierige Verhältnis.

Scholl-Latour verweist zunächst auf die Leistungen des russischen Militärs im Kampf gegen Nazi-Deutschland. Mit dem Vormarsch von Stalingrad bis nach Berlin habe die Rote Armee unter ungeheuerlichen Verlusten die wesentliche Voraussetzung für den Sieg der Alliierten geschaffen. Doch durch die „ideologische oder wie auch immer begründete Verdrängungsstrategie der Atlantischen Allianz“ seien sie nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in die Rolle eines Kriegsverlierers versetzt worden.

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Das Schweigen der Lämmer

Bild: DW, bearb.:BB

Bild: DW, bearb.:BB

In der Süddeutschen Zeitung vom 11.09. gab es einen interessanten Beitrag von David Ranan mit dem Titel ´Das Schweigen der Diaspora`. Ranan schrieb: „Ist es also Sache des Zentralrats der Juden in Deutschland, Israels Politik, deren Handlungen und Feldzüge zu verteidigen? Oder sollte er nicht vielmehr deutlich machen, dass die Vertretung der deutschen Juden eben kein Ansprechpartner sein kann in Fragen, die Israel betreffen“?

Von Abi MelzerDER SEMIT

Selbst diese harmlose Bemerkung, die man nicht einmal als Kritik verstehen kann, rief Henryk M. Broder auf die Barrikaden. Man fragt sich verwundert, was ihn dazu bewegt hat, jemanden, den er offensichtlich nicht kennt, wegen seiner von Broders Ideologie abweichenden Meinung, so zu beleidigen. Er beeilte sich auch der “Achse des Guten”, das wie folgt zu kommentieren: “Wo findet die SZ nur immer wieder ihre nützlichen Idioten?” Er muss aber aufpassen, dass nicht er selbst zum nützlichen Idioten der israelischen Propaganda wird. Solche zynischen und hämischen Kommentare sind zwar sein Markenzeichen, es wird aber der Tag kommen, an dem sie wie ein Bumerang auf ihn zurückfallen werden. Ich warte darauf und hoffe es, dies noch zu erleben, dass die führenden deutschen Zeitungen und Zeitschriften nichts mehr von diesem zionistischen Zyniker und, nach eigenen Worten, “reaktionären” annehmen.

Ich bin jederzeit bereit, die Meinungsfreiheit meines Gegners zu verteidigen, aber einen anderen Journalisten als „nützlichen Idioten“ zu bezeichnen, hat mit Meinungsfreiheit nichts mehr zu tun. Es ist eine Herabwürdigung und Diffamierung Andersdenkender und wenn diesem Treiben per Gesetz keine Grenzen gesetzt werden, dann sollten wir es tun, und Broder ignorieren und isolieren und ihm vor allem keine Bühne für seine Giftpfeile mehr geben. Broder jedenfalls handelt seit Jahren nach seinem Motto: Warum sachlich, wenn es auch persönlich geht. Er zieht es vor, so oft es geht, persönlich zu antworten und die Kritiker israelischer Politik, die er immer auch als persönliche Feinde betrachtet, unter der Gürtellinie zu treffen. Broder, so verstehe ich seine Rolle, die er seit mehr als zehn Jahren in diesem Land spielt, ist die ebenfalls eines „nützlichen Idioten“. Da stellt sich zwangsläufig die Frage: Cui bono?

Broder ist schon lange ein einzigartiges Phänomen in der deutschen Presselandschaft. Kein anderer Journalist kann und darf sich das leisten, was Broder sich leistet. Er genießt Narrenfreiheit.

Er hat nach seinem Schulabschluss 1966 versucht, Rechtswissenschaften, Soziologie, Volkswirtschaftslehre, Erziehungswissenschaften, Statistik und Sozialpsychologie zu studieren, hat aber überall vorzeitig abgebrochen. Im Durchschnitt hat er also jedes Fach vier Monate studiert, inklusiv Semesterferien.

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Deepak Chopra: Richard Dawkins is a bad scientist and his arrogance pisses me off

Image: The Raw Story

A new book details the years-long, highly acrimonious feud between self-help guru Deepak Chopra and evolutionary biologist and skeptic Richard Dawkins.

By David FergusonThe Raw Story

According to Salon.com, Tom Roston’s book The Quantum Prophets: Richard Dawkins, Deepak Chopra and the spooky truth about their battle over God, explains that the longstanding rivalry between the two men began at the 2002 TED Conference and culminated in a public debate in 2013. In an interview with Roston, Chopra explained that Dawkins’ “arrogance” continues to bother him.

“With Dawkins, I am just pissed off. I am pissed off by his arrogance and his pretense of being a really good scientist. He is not,” Chopra told Roston. “And he is using his scientific credentials to literally go on a rampage.”

When Roston said that this kind of resentment is surprising coming from a man who purports to teach millions of others the secrets of inner peace, Chopra, surprisingly, agreed.

“I totally agree,” he said. “It’s my last challenge. It may be a very strange psychological issue.”

Roston went on to say that perhaps Chopra’s resentment of Dawkins and his attacks on people of faith around the world is based in the history of their respective countries.

Chopra’s parents grew up under British colonialism, which Chopra called “two hundred years of enslavement.” It instilled in him a mistrust of high-handed British pomp and snobbery and of “these Oxford and Cambridge pseudo intellectuals. India has a habit of aping them. There are more fans of Dawkins in India than anywhere else. It’s the postcolonial hangover.”

Dawkins has accused Chopra of being a swindler whose practice of “mind-body wellness” bilks millions of people around the world by dazzling them with “magical language” and “bullshit.”

The two men debated in Pueblo, Mexico in 2013, both coming away calling themselves the winner.

“I have to let it go,” Choprah told Roston this year. “I have to recognize it. Mexico should have been the finish.”

Watch the debate from Pueblo in 2013, embedded below via YouTube:

Vorbild Mohammed

Von Kurt Westergaard

Von Kurt Westergaard

Wenn im Namen des Islam Grausamkeiten begangen werden, heißt es immer,die Terroristen pervertierten eine friedliche Religion. Stimmt das wirklich?

Von Leon de WinterDIE WELT

Langsam werden wir in eine Diskussion gezogen, die wir vermeiden wollten. Es ist eine Diskussion, die die westliche Welt eigentlich seit der Aufklärung mehr oder weniger beerdigt hatte. Jetzt ist sie wieder da mit voller Wucht. Die industrielle Revolution gab uns die Werkzeuge, um Herr unseres eigenen Schicksals zu werden, und trotz schlimmster Rückfälle in die Barbarei während des 20. Jahrhunderts schritten wir voran zu Individualisierung, Säkularisierung, Wohlstand. Auf dem Weg ist uns die Vorstellung abhanden gekommen, dass wir wachsam und entschlossen sein müssen, wenn wir die Werte und Überzeugungen bewahren und aufrechterhalten wollen, die uns voran gebracht haben. So entstand die Idee, dass wir keine Feinde mehr haben. Wir konnten uns leisten, unentschlossen zu sein. Aber wir gingen noch weiter. Beschämt von den Massakern des 20. Jahrhunderts begannen wir, an den Ideen der Aufklärung zu zweifeln, die uns so weit gebracht hatten.

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