Archiv der Kategorie: Freidenker

Sterbehilfe: Katholisches Sedieren bis zum bitteren Ende

Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,

Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,

Der Münchner Kardinal und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz sprach sich erneut gegen die organisierte Sterbehilfe aus. Stattdessen müsse die Palliativmedizin gestärkt werden. Ende 2015 will der Bundestag die Sterbehilfe neu regeln.

evangelisch.de

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat sein Nein zur organisierten Sterbehilfe bekräftigt. “Wir brauchen keine Anleitung zum Töten, sondern wir brauchen eine Anleitung zum menschenwürdigen Sterben”, sagte der Erzbischof von München und Freising am Mittwoch in Mühldorf am Inn. Daher müsse die Palliativmedizin gestärkt werden.

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Das linke Islam-Tabu

brennender_koran

Linke überlassen die Religionskritik zunehmend den Rechten – und stabilisieren ungewollt den strukturellen Rassismus

Von Christian BaronND

Linke tun sich schwer damit, den Islam zu kritisieren. Weil vor allem muslimische (Post-) Migranten in Deutschland einer massiven Diskriminierung ausgesetzt sind, entwickeln viele Linke die Neigung, jede Kritik am Islam mit noch schärferen Volten gegen den grassierenden »antimuslimischen Rassismus« zu kontern. So ist das Thema »Islam« aktuell eine Domäne der Nazis, der rechtspopulistischen Rattenfänger (Sarrazin, AfD), der reaktionären Ex-Feministinnen (Alice Schwarzer) und der neoliberalen Komiker (Dieter Nuhr). Deren »Kritik« am Islam hält den strukturellen Rassismus in Deutschland aktiv mit am Laufen.

Linke Religionskritik existiert derzeit nur in Nischendebatten, weil bislang kein Weg gefunden ist, zwischen den brüchigen Fronten der rassistischen Hassprediger und der notwendigen Kritik an machtversessenen Religionen wie dem Islam zu agieren. Warum sollte es sich widersprechen, diejenigen vor Unterdrückung zu schützen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden und sich zugleich massiv gegen die in weiten Teilen dieser Welt brutal sich auswirkenden muslimischen Glaubenssätze zu wenden? In einigen Staaten des Nahen Ostens werden Homosexuelle geköpft, scheidungswillige Frauen gesteinigt und alle Nicht-Muslime als unwertes Leben betrachtet. Alles unter plausibler Berufung auf den Koran.

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Der Metzger Allahs in Wien

König Abdullah, Bild: BB

König Abdullah, Bild: BB

Bei Spiegel-Online lesen wir heute, dass in Saudi-Arabien fünf Anwälte zu hohen Haftstrafen verurteilt wurden. Ihr Vergehen, kritische Kommentare zur Situation im Land auf der Kurznachrichtenplattform Twitter. Sie können von Glück sagen, dass ihnen im saudi-arabischen Barbarentum nicht der Kopf von den Schultern gehauen wird.

Doch zum Thema. Das “König Abdullah Bin Abdulaziz Zentrum für Interreligiösen und Interkulturellen Dialog” (KAICIID), in Wien, wurde im Herbst 2012 eröffnet und wird größtenteils von Saudi-Arabien finanziert. Man könnte schallend lachen über soviel Idiotie in den Begrifflichkeiten, interreligiöser und interkultureller Dialog. Dialog beruht auf Austausch durchaus gegensätzlicher Meinungen und da wo notwendig den Versuch eines Kompromisses, wenn denn die Positionen zu konträr scheinen. Dialog kann man in Saudi-Arabien nicht, wer nicht der Auffassung des bigotten, extremistischen Herrschers und seiner Prediger ist wird massakriert, gefoltert, ausgepeitscht, weggesperrt oder eben exekutiert. Ende des Dialogs.
Es war der politische Wille Österreichs, dem Menschenrechtsverletzer Saudi-Arabien eine Plattform zu bieten und sich selbst als Alibi für diese Menschenrechtsverletzungen anzudienen.
Vollgestopft mit Petrol-Dollars, kaufte der absolutistische Monarch aus der Wüste das Wiener Palais Sturany, dort sollen also Dialoge stattfinden. Da die Immobilie exterritorialen Status besitzt wollen wir nicht hoffen, dass im Hof gleich eine Exekutionsstätte für Andersmeinende eingerichtet wurde, denen man als Gnadenbeweis nur die Zunge abschneidet.

Zur dummen Äußerung der ehemaligen Justizministerin Österreichs, Claudia Bandion-Ortner, dass nicht jeden Freitag in Saudi-Arabien eine Hinrichtung stattfinden würde, muss man nichts weiter sagen, unter Preisgabe rechtsstaatlicher, humanistischer Positionen ist sie als Vizegeneralsekretärin des Abdullah-Zentrums dem Herrscher tief ins Rektum gekrochen.

Dialog ist Rede und Gegenrede, vielleicht sollte sich das Wüsenzentrum in Wien umbenennen, in Zentrum für interkulturelle und interreligiöse Monologe.

Vergessen wir nicht, der alte wahhabitische Stammeshäuptling hat in diesem Jahr alle anders-und un-Gläubigen, einschließlich der Atheisten und Agnostiker zu Terroristen erklärt. Mit solchen Individuen, derartig vom Gotteswahn besessen, diskutiert man nicht.

Denken wir an Hamza Kashgari, Raif Badawi und Mohammad Salama, die für ihre Meinung gemaßregelt wurden, denken wir an all jene, die den unmenschlichen Rechtssystem eines senilen Herrschers zum Opfer fielen.

Islamophobie? Wir nennen es Aufklärung!

François-Marie Arouet (Voltaire), Porträt von Nicolas de Largillière Bild: wikimedia.org/PD

Nicht die sogenannte Islamophobie ist ein Problem, sondern Sätze wie “Das hat nichts mit dem Islam zu tun”. Angesichts dessen, was derzeit im Namen dieser Religion geschieht, sind Sorgen berechtigt.

Von Oliver JegesDIE WELT

Alles hat seine guten und schlechten Seiten. Ein Wiener Schnitzel schmeckt zwar köstlich, schlägt aber auf die Figur. Mit der Erfindung des Internets bekam die Menschheit unbegrenzten Zugriff auf Informationen und Katzenvideos, nur leider wurden auch Trolle und Cyber-Mobbing mitgeliefert. Soziale Netzwerke taugen zur Verbreitung von Fashion- und Foodblogs genauso wie zum Streuen von politischer Propaganda.

Religion ist von diesem Phänomen nicht ausgenommen. Im Namen Gottes werden sowohl gute als auch weniger gute Taten vollbracht. Man denke nur an die Bibel, die Nächstenliebe gebietet, aber Sklaverei toleriert. Im Vatikan sieht es nicht anders aus. Der eine Papst arrangierte sich mit dem Nationalsozialismus, der andere förderte den Zusammenbruch des Kommunismus. Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille, ob sie nun Pius XII. oder Johannes Paul II. heißen mögen.

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Spott über Gott

We-Want-IslamDer Kabarettist Dieter Nuhr wird angezeigt, weil er sich über den Islam lustig macht. Doch der Koran steht genauso wenig über dem Grundgesetz wie die Bibel. In einer Demokratie müssen Gläubige Spott über ihre Religion aushalten.

Von Heribert PrantlSüddeutsche.de

Der Kabarettist Dieter Nuhr ist angezeigt worden, weil er über eine Religion, nämlich über den Islam, gespottet hat. Darf er das nicht? Man erinnert sich an die weltweite Erregung, an die wütenden und gewalttätigen Proteste, die vor ein paar Jahren die Mohammed-Karikaturen ausgelöst haben. Natürlich darf der Kabarettist spotten; er darf spotten, selbst wenn er es plumper täte, als er es tut. Der Spott gehört zum Kabarett; der Spott gehört zur Aufklärung; der Spott – auch über eine Religion, über ihre Führer und Heiligen – ist Teil der Meinungsfreiheit, also ein Grundrecht.

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Atheist: I’ve Never Had Them Grilled… Babies are delicious

They finally opened a restaurant for atheists in Boston!

By Hemant MehtaFriendly Atheist

Image: Friendly Atheist

Sure, the online version of the article has corrected the “mistake,” but now we know the secret menu item…

Every Black Hole Contains Another Universe, Claims New Study

Bild: NASA/public domain

Bild: NASA/public domain

In modern science, the prevailing opinion supposes that whatever falls into a black hole disappears forever and breaks apart into the component parts. However, a new theory states that black holes do not destroy the matter but rather are a kind of exit gate which lead to other universes just like our own.

CSGLOBE

The new theory was developed by Jorge Pullin of the State University of Louisiana and Rodolfo Gambino of the University of the Republic of Uruguay. The two scientists decided to study the predictions of the theory of quantum gravity in black holes. More specifically, they applied the equations of quantum gravity in a non-rotating black hole with spherical symmetry.

As described in other theories, as the matter approaches the core of the black hole, the gravitational field becomes more and more powerful, but it does not disappear into a spacetime singularity as the prevailing theory states. According to the study results of the two researchers, the matter does not disappear in the middle of the hole but continues its way up the other end and into another universe.

“Like part of a cosmic Russian doll, our universe may be nested inside a black hole that is itself part of a larger universe. In turn, all the black holes found so far in our universe—from the microscopic to the supermassive—may be doorways into alternate realities.”

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Cat Stevens singt auf seinem neuen Album wieder als Yusuf Islam

Kritiker werfen ihm Gefälligkeit vor, Fans halten ihn für den begnadetsten Singer-Songwriter aller Zeiten. Yusuf Islam, der als Cat Stevens mit Songs wie «Morning has broken» bekannt geworden war, stand wieder im Studio. «Tell’em I’m Gone» ist kein Meisterwerk, doch genaueres Hinhören lohnt sich.

Von Christian WaltherSRF

«I was born in the West End / in the Summer of 48 / above a small café / some people liked to come there and call it night / but for me it was all day»

Dies sind die ersten Zeilen des Stücks «Editing Floor Blues» des neuen Albums von Yusuf. Yusuf? War das nicht …? Doch. Geboren als Steven Demetre Georgiou oberhalb jenes Cafés in London, eroberte Yusuf unter dem Pseudonym Cat Stevens bereits im Alter von 18 Jahren die britischen Charts. Danach zog er sich ein erstes Mal zurück – nur um zu Beginn der 1970er-Jahre umso grösser und bekannter zu werden.

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Jared Diamond: ‘150,000 years ago, humans wouldn’t figure on a list of the five most interesting species on Earth’

Jared Diamond (HiraV – Own work)

Most people would be overjoyed to receive one of the MacArthur Foundation’s annual “genius grants” – around half a million dollars, no strings attached – but when Jared Diamond won his, in 1985, it plunged him into a depression.

By Oliver BurkemanRaw Stroy/The Guardian

At 47, he was an accomplished scholar, but in two almost comically obscure niches: the movement of sodium in the gallbladder and the birdlife of New Guinea. “What the MacArthur call said to me was, ‘Jared, people think highly of you, and they expect important things of you, and look what you’ve actually done with your career’,” Diamond says today. It was a painful thought for someone who recalled being told, by an admiring teacher at his Massachusetts school, that one day he would “unify the sciences and humanities”. Clearly, he needed a larger canvas. Even so, few could have predicted how large a canvas he would choose.

In the decades since, Diamond has enjoyed huge success with several “big books” – most famously, 1997’s Guns, Germs and Steel – which ask the most sweeping questions it is possible to ask about human history. For instance: why did one species of primate, unremarkable until 70,000 years ago, come to develop language, art, music, nation states and space travel? Why do some civilisations prosper, while others collapse? Why did westerners conquer the Americas, Africa and Australia, instead of the other way round? Diamond, who describes himself as a biogeographer, answers them in translucent prose that has the effect of making the world seem to click into place, each fact assuming its place in an elegant arc of pan-historical reasoning. Our interview itself provides an example: one white man arriving to interview another, in English, on the imposing main campus of the University of California, Los Angeles, in a landscape bearing little trace of the Native Americans who once thrived here. Why? Because 8,000 years ago – to borrow from Guns, Germs and Steel – the geography of Europe and the Middle East made it easier to farm crops and animals there than elsewhere.

Whether such satisfying explanations are in fact true is the subject of vicious jousting between Diamond and many anthropologists. They condemn him as a cultural imperialist, intent on excusing the horrors of colonialism while asserting the moral superiority of the west. (One 2013 article, in an ecology journal, was entitled “F**k Jared Diamond”, the asterisks failing to conceal the general tone of the debate.) Diamond strikes back with equal force, calling his critics “idiots”, unscientific timewasters and purveyors of “politically correct blabber”. So it is slightly disconcerting to meet this strident propagandist for capitalism in his faculty office. In person, Diamond is a fastidiously courteous 77-year-old with a Quaker-style beard sans moustache, and archaic New England vowels: “often” becomes “orphan”, “area” becomes “eerier”. There’s no computer: despite his children’s best efforts, he admits he’s never learned to use one.

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Gene oder Lebewesen – wer bringt hier wen hervor?

Darwin-Büste im Naturkunde-Museum Berlin. Bild: BB

Darwin-Büste im Naturkunde-Museum Berlin. Bild: BB

Bibeltreue Christen dementieren sie und amerikanische Schulen verbieten Bücher mit ihr – die Evolutionstheorie ist ein umstrittenes Thema unter Gläubigen und Wissenschaftlern. Natur hat jetzt zwei Aufsätze veröffentlicht, die die Urknall-Theorie erschüttern.

Von Ernst Peter FischerFOCUS ONLINE

In der Fachwelt wird derzeit eine Debatte über die Frage geführt, ob die Theorie der Evolution neu konzipiert werden muss. Ist ein Umdenken der Biologen erforderlich oder kann alles im alten Rahmen bleiben und hat Charles Darwin eigentlich schon alles gewusst?

Die Evolution ist natürlich mehr als irgendeine Idee der Wissenschaft. Sie ist die Basis, auf der das Leben und seine von ihm hervorgebrachten Gestalten verstanden werden, und so lohnt ein Blick auf die gelehrte Diskussion. Dafür gibt es sogar einen noch wichtigeren Grund.

Die Frage, ob die Theorie der Evolution überdacht und neu gefasst werden muss, werden bibeltreue Gegner des biologischen Gedankens gerne hören. Aber sie sollen sich nicht zu früh freuen. Denn was derzeit in der Fachwelt zu dem großen Gedanken von Charles Darwin erörtert wird, könnte zuletzt die Position der Wissenschaft stärken – jedenfalls nach Überzeugung des Berichterstatters.

Atheismus: Ein Besuch in der Kirche der Gottlosen

Foto: The Washington Post/Getty Images In Amerika wächst die Gemeinde der Atheisten

Nur einer von zehn Amerikanern glaubt nicht an Gott. Aber die Gemeinde der Atheisten wächst, sie betreiben sogar schon Kirchen. Ein Abend bei den Gottlosen von New York, inklusive dem Wort “Amen”.

Von Hannes SteinDIE WELT

Im Stone Creek Inn, hatte es geheißen; um sieben Uhr abends; im Hinterzimmer. Als ich ankam, saßen in dem kleinen Raum schon etwa ein Dutzend Leute an verschiedenen Tischen. Fast alle hatten selbst beschriftete Namensetiketten an der Kleidung kleben. Ein freundlicher älterer Herr mit weißem Haarkranz, der Ron hieß, unterhielt sich quer über das Zimmer mit einem anderen älteren Herrn darüber, ob die Beschneidung eines Mannes dessen Sexleben beeinträchtigt.

In dieser offenen Gruppe, die sich regelmäßig in New York trifft, bin ich offenbar richtig, dachte ich, denn für diese Frage interessieren sich doch eigentlich nur Atheisten. Nach mir hatte eine junge schwarze Frau den Raum betreten, deren Namensschild ich nie zu sehen bekam. Sie setzte sich zu Ron an den Tisch, und dann unterhielten die beiden sich darüber, warum es unter jungen schwarzen Frauen verhältnismäßig wenige Atheisten gibt.

Erstens, weil die meisten Schwarzen traditionell und fromm sind; und schwarze Frauen sind es erfahrungsgemäß noch ein bisschen mehr. Sie komme aus Atlanta, sagte die junge Frau, und ihre Familie halte sie naturgemäß für verrückt, habe ihr inzwischen aber vergeben. Dann begann der offizielle Teil des Abends.

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Das Leben ist der Güter höchstes nicht

John Wayne, The Shootist, 1976

John Wayne, The Shootist, 1976

Eine zornige Untersuchung: Was wirklich hinter dem Widerstand gegen die Sterbehilfe steckt. Haltet euch aus unserem Leben heraus, ihr Lebensschützer!

Von Wolfgang BroscheThe European

Der kühne Freitod von Udo Reiter erinnerte mich in seiner lakonischen Konsequenz an einen berühmten Film, den Schwanengesang eines Stars und eines Genres.

Don Siegels „The Shootist“ ist sicher nicht der größte aller Western, aber der erschütterndste. John Wayne, die reaktionäre, raue und zärtliche alte Kanaille, trat mit diesem Film von der Leinwand ab. Er hätte es besser nicht tun können als in der Rolle eines alten Gunman, der seit Wochen von Unterleibsschmerzen geplagt wird. Der Arzt, den er aufsucht, kann ihm nur hilflos die Diagnose Krebs mitteilen und drückt ihm dann ein Fläschchen Laudanum in die Hand. „Hätte ich“, raunt der Arzt, „Ihren Mut, dann wüsste ich, was ich täte, um den mörderischen Schmerzen und dem Verrecken zu entgehen!“

Schnell spricht sich herum, dass der einst gefürchtete Shootist ein todkranker Mann ist. Die Geier warten schon: jüngere Gunmen versammeln sich in der Stadt und warten auf ihre Chance. Wayne schaut sich ein paar Tage in der herbstlichen Stadt um, macht eine letzte Bekanntschaft mit einer stolzen und klugen Witwe, hilft ihr, ihren Sohn wie ein Vater auf den richtigen Lebensweg zu bringen, trinkt die letzten Schlucke Laudanum, die schließlich nicht mehr helfen und bestellt die lauernden Aasgeier in den Saloon.

Es sei sein Geburtstag, sagt er dem Barkeeper, der ihm den letzten Whisky einschenkt, den wolle er feiern. Und er feiert ihn auf seine Art, erledigt die schießwütigen Rotzlöffel, die seine Nachfolge antreten wollen, nebenbei noch ein paar tolldreiste Gangster und wird selbst tödlich getroffen. Noch einmal hat er als Towntamer die Stadt gerettet und ist dabei auf seine Weise gegangen. Das war sein Tod, der Tod als Gunman, der seine Zeit gehabt hat!

John Wayne selbst hatte nicht das Glück, so zu sterben wie in diesem Film. Einmal schon, in den 60ern, hatte er den Krebs besiegt. Ein Jahr nach „The Shootist“ kam er zurück, der Krebs. Man behandelte den Duke zu Tode, schnitt hier und da was weg und der große starke Mann verreckte zwischen Amputationen und Morphium. „Feo, fuerte y formal“ steht auf Waynes Grabstein – er war stolz, er war stark, er hatte Würde … bei all dem Reaktionären, das seine Filme auch hatten, immer ging es in ihnen um die Würde des Individuums. Darum sei ihm dieses Epitaph gegönnt.

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Norwegen: Kirche sucht ein neues Image

Norwegens größte Stabkirche in Heddal. (dpa/picture alliance/Klaus Nowottnick)

Seit 1536 war die evangelisch-lutherische Konfession Staatsreligion in Norwegen. Durch eine Verfassungsänderung im Jahr 2012 wurde die Staatskirche aufgehoben und die Kirchenaufsicht fiel weg. In ihrem Ablösungsprozess vom Staat will die Kirche nun auch ihren Ruf als Moralbehörde loswerden.

Von Ingrid NorbuDeutschlandfunk

Ralf Rückert, Pfarrer aus dem Hessen, hat es wie viele deutsche Geistliche nach Norwegen verschlagen. Seit einigen Jahren beobachtet er dort den Trennungsprozess von Staat und Kirche.

“Im Grunde war es so, dass kirchlicherseits viele die Staatskirche abwickeln wollten. Sicherlich passt es in die norwegische Doktrin einer Gleichbehandlung aller Menschen hinein und es gibt in Norwegen auch Menschen, die der Kirche gegenüber eher nicht nur reserviert, sondern sogar feindlich eingestellt sind, die vielleicht sagen, es ist höchste Zeit, dass die Staatskirche keine Staatskirche mehr ist, aber das Interesse lag eigentlich sehr stark bei der Kirche selbst, die sich vom Staat emanzipieren wollte, während die Politiker da Bedenken hatten, weil sie fürchteten, mit der Aufsicht über die Kirche dann eventuell Teile der Kirche in ein sektiererisches Sondereigenleben hinein zu verlieren. Und die Kirche musste zunächst nachweisen, dass sie bereit ist, die Institution auf einer ganz basisdemokratischen Grundlage zu bilden, bevor der Staat bereit gewesen ist, die Kirche in die Selbstständigkeit zu entlassen.”

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Carolin Kebekus: “Ich kann meine Penisse an einer Hand abzählen”

Bild:kebekus.youtube

Bild:kebekus.youtube

Ihre Karriere begann als Praktikantin bei den “Freitagnacht News”. Jetzt moderiert sie den Deutschen Comedypreis. Wir haben Carolin Kebekus getroffen um über Mett, Männer und Menschenköpfe zu reden.

Von Antje HildebrandtDIE WELT

Hilden, eine verschlafene Kleinstadt bei Düsseldorf. Die Stadthalle bebt, Bier schwappt aus Plastikbechern. Männer mit tätowierten Oberarmen und Frauen mit rustikalem Schuhwerk verlangen lautstark nach “Zugaaabe!” Zwei Stunden lang hat Carolin Kebekus, 34, die Stadthalle gerockt. Fußball, Diätwahn, Schönheitsterror, die katholische Kirche, das sind ihre Themen.

“Pussyterror” heißt diese One-Woman-Show, ein Medley aus Sketchen, und Deutschlands lustigste Frau, Trägerin des Comedy-Preises 2013, spielt alle Rollen selber, vom pubertierenden Teenie bis zum Opa. Eine Powerfrau, zierlich aber zäh, nur 1,64 Meter groß. Nach dem Live-Act sinkt sie in der Garderobe auf einen Stuhl. Zeit für ein Mettbrot – und ein paar Fragen.

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“Linke”-Chef Riexinger: Kirche an ihrem Verhalten messen

Bernd Riexinger, Bild:FB

Bernd Riexinger, Bild:FB

Der Vorsitzende der Linkspartei, Bernd Riexinger, hat die Kirchen zu mehr Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit aufgerufen.

evangelisch.de

“Ich würde erwarten, dass engagierte Kirchenleute Partei ergreifen für die Schwächeren in der Gesellschaft. Über Theologie kann man trefflich streiten, aber das Verhalten in der Gesellschaft wäre für mich ein wesentlicher Maßstab für die Beurteilung der Kirchen”, sagte der Politiker am Montagabend in der Evangelischen Akademie Bad Boll. Widerspruch erntete der “Linke”-Chef vom württembergischen evangelische Landesbischof Frank Otfried July.

July verwies auf zahlreiche diakonische Projekte und mahnte den Parteichef: “Ich würde mir wünschen, dass Sie die Kirchen nicht nur selektiv wahrnehmen.” Auf Riexingers Forderung nach einer strikten Trennung von Staat und Kirche und einer Abschaffung der Kirchensteuer antwortete der Landesbischof, der Parteivorsitzende sei “etwas ideologieverhaftet”: Schließlich gehörten in Baden-Württemberg rund 80 Prozent der Bevölkerung einer christlichen Kirche an. Zudem leisteten die Kirchen entscheidende Beiträge für das Zusammenleben der Gesellschaft.

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Religion und Glaube: 7 Dinge, die nur Atheisten verstehen

Die atheistische Bedrohung

Die atheistische Bedrohung

Atheisten kennen dieses Problem: Kaum sagen sie offen, dass sie nicht an Gott glauben, kommen jede Menge Fragen. Wieso bist du dir so sicher? Was ist, wenn du falsch liegst? Was ist mit dir passiert? Ständig will sie jemand davon überzeugen, dass sie falsch liegen. Und das nervt. Deshalb haben sich die YouTuber von “The Atheist Voice” die gängigsten Vorurteile über Atheisten vorgenommen. Hier stellen sie einiges klar:

The Huffington Post

  1. “Wir haben Moral. Sie kommt nur nicht aus einem heiligen Buch. Ich hoffe, dass die Bibel nicht der einzige Grund ist, warum ihr nicht jeden umbringt, der euch über den Weg läuft.”
  2. “Ich glaube nicht an Gott aber an viele andere Dinge. Es gibt vieles, was meinem Leben Sinn verleiht. Freunde, Familie, meine Arbeit, die ich lebe.”

  3. “Atheisten hassen Gott nicht. Sie glauben nur nicht an ihn. Wir hassen übrigens auch keine Einhörner.”

  4. “Wenn ich falsch liege und es doch einen Gott gibt, wird mir gar nichts passieren. Wieso wäre Gott sauer auf mich, wenn ich nach meinen eigenen Antworten suche, statt alles zu glauben?”

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Der kurdische Widerstand verkörpert das Gute

Kurden-Kämpferinnen, Bild: FOCUS ONLINE/bearb.BB

Kurden-Kämpferinnen, Bild: FOCUS ONLINE/bearb.BB

Die Kurden führen einen Stellvertreterkrieg für den Westen gegen die IS-Barbaren. Sie sind ein ernsthafter säkularer Akteur im Nahen Osten geworden, während die Türkei die Werte des Westens verrät.

Von Andrea SeibelDIE WELT

Gute Kurden, schlechte Kurden. Kaum eine Minderheit, die verfolgt wird, wie es die Kurden besonders in der Türkei erleben mussten, ist rein und ohne Schuld. Gewalt wird zum einzigen Mittel gegen Gewalt und kann zu unheilbaren Verrohungen führen.

Gerade in den Tagen, in denen mit Schlagstöcken und Macheten bewaffnete Kurden sich mit Islamisten auf deutschen Straßen Schlachten lieferten, wurde das klar. Und doch ist diese Minderheit etwas Besonderes, denn die Bürde, die sie bereit scheint, zu tragen, ist enorm.

Nur von amerikanischen Luftschlägen unterstützt, die nicht immer erfolgreich schienen, kämpfen Kurden schon seit Wochen, damit die syrische Stadt Kobani nicht an den IS fällt. Das ist das Gute an den Kurden.

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“Nietzsche war ein politisch unkorrekter Denker”

Friedrich Nietzsche, 1882 (Photographie von Gustav Adolf Schultze) Bild: wikimedia.org/PD

Philosoph Sommer erklärt, warum Nietzsche bis heute aktuell ist

Moderation: Korbinian Frenzel—Deutschlandradio Kultur

Für das politische Tagesgeschäft tauge die Philosophie Friedrich Nietzsches nicht, sagt der Nietzsche-Kenner Andreas Urs Sommer. Doch von dem politisch unkorrekten Denker könne man lernen, eigene Werte in Frage zu stellen.

Korbinian Frenzel: Das mit dem toten Gott, das kennt man, “Gott ist tot”. Friedrich Nietzsche, der deutsche Philosoph, hat ganzen Generationen von Nihilisten und auch von jenen, die sich darin im Aufbrausen in Teenagertagen zumindest mal geübt haben, eine Blaupause geliefert und natürlich noch viel mehr als das.

Sonst gäbe es nicht die Veranstaltung, zu der heute Nietzsche-Kenner aus der ganzen Welt zusammenkommen in Naumburg an der Saale. Ein internationaler Kongress, bei dem der Mann, der den Nietzsche-Preis des Landes Sachsen-Anhalt trägt, natürlich nicht fehlt. Jetzt reden wir mit ihm, Andreas Urs Sommer, der Direktor der Friedrich-Nietzsche-Stiftung. Guten Morgen!

Andreas Urs Sommer: Guten Morgen, Herr Frenzel!

Frenzel: Vor 114 Jahren ist Nietzsche gestorben. Erlauben Sie mir die kleine große Frage zum Auftakt: Warum sollte er uns heute außerhalb des Seminarraums noch interessieren?

Sommer: Er ist ein Philosoph, der durch seine Irritationskraft noch immer irritiert und eben die Leute fasziniert. Wenn Sie Nietzsche lesen, dann sind Sie nicht versetzt in den Seminarraum, sondern Sie sind in unendliche Weiten und unendliche Höhen katapultiert.

Und das ist ein Sog, dem man sich auch heute als Leserin oder Leser nur noch schwer entziehen. Wenn Sie ein Nietzsche-Seminar anbieten, haben Sie die Bude normalerweise voll, aber auch wenn Sie auf der Straße jemanden nach Nietzsche fragen, hat sie oder er dann doch eine Idee zu diesem Philosophen. Er ist ein Philosoph, der sich erstaunlich frisch gehalten hat, weil er ein so großes Irritationspotenzial besitzt.

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Drohung des Bundeskanzleramtes: Wir veröffentlichen den Brief, in dem uns Altmaier mit Strafanzeige droht

Droht Leakern mit Anzeige: Kanzleramtschef Altmaier. Bild: kuxma. Lizenz: Creative Commons BY-SA 3.0.

Unsere Berichterstattung zur weltweiten Totalüberwachung und der Rolle des BND schadet dem Staatswohl. Das behauptet der Chef des Bundeskanzleramtes in einem Brief an den Geheimdienst-Untersuchungsausschuss und droht Leakern mit Strafanzeige. Wir teilen diese Einschätzung nicht – und veröffentlichen den Brief.

Von Andre MeisterNETZPOLITIK.ORG

Heute Mittag haben wir erfahren, dass das Bundeskanzleramt “NSA-Aufklärern” mit Strafanzeige droht. Jetzt liegt uns der Inhalt dieses Briefs vor – den wir selbstverständlich veröffentlichen.

Der Chef des Bundeskanzleramtes Peter Altmaier listet darin vier Pressemeldungen auf, darunter Das große Speichern (Spiegel), Codewort Eikonal – der Albtraum der Bundesregierung (Süddeutsche) und unsere Berichte Aussagegenehmigung: Wir veröffentlichen die Liste an Sachen, die BND-Mitarbeiter dem Parlament nicht sagen dürfen und Internes Protokoll: BND-Präsident und Kanzleramts-Chef hatten “große Sorge” vor Aufklärung zu BND-Aktivität.

Alle vier Berichte berufen sich auf eingestufte Unterlagen – und das Kanzleramt bemängelt, dass diese öffentlich geworden sind. Dass diese Informationen nun der Öffentlichkeit bekannt sind, schade dem “Staatswohl” und “der Außen- und Sicherheitspolitik der Bundesrepublik Deutschland”. Der Vorsitzende des Untersuchungsausschusses Sensburg sowie Bundestags-Präsident Lammert werden daher aufgefordert, den Ausschuss zu “sensibilisieren”. Gibt es weiterhin Leaks, droht das Kanzleramt mit “Strafanzeige gegen Unbekannt”.

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Auch Atheisten brauchen ein Weltbild

biblische_MoralMit ihrer Kritik an Religionen machen es sich Atheisten oft zu einfach. Statt die Gläubigen zu verunglimpfen, sollten sie ihnen ein eigenes Weltbild entgegensetzen.

Von Jan DieckhöferZEIT ONLINE

Unter Artikeln über die Grausamkeiten der IS-Kämpfer lese ich viele Kommentare, die in der Religion allgemein oder speziell im Islam die Ursache des Übels sehen. Religion sei offensichtlich Unsinn und gehöre abgeschafft, dann werde die Welt besser, meinen die einen. Andere halten dagegen, der Islam werde von den IS-Mördern nur für ihre Zwecke missbraucht. Eigentlich habe islamistischer Terror nichts mit dem Islam zu tun.

Als Atheist neige ich dazu, mich der ersten Gruppe anzuschließen. Ich bin überzeugt, dass es keinen Gott gibt, der mir Regeln vorschreibt, auf die ich mich auch dann berufen kann, wenn ich grausam handle. Voltaire sagt: “Wer Dich dazu bringen kann, Absurditäten zu glauben, kann Dich auch dazu bringen, Gräueltaten zu begehen.” In diesem Sinne wäre die Welt ohne Religion tatsächlich besser, genau wie sie ohne solche Absurditäten wie Nationalismus und Rassenideologie auch besser wäre.

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