Archiv der Kategorie: Humanismus

EU-Gericht straft Polen ab

justiz_grossDer Mittäterschaft schuldig: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt Polen wegen der illegalen Inhaftierung von zwei Terrorverdächtigen in einem geheimen CIA-Gefängnis. Die US-Agenten hätten so die Möglichkeit gehabt, auf polnischem Territorium zu foltern.

Süddeutsche.de

  • Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt Polen, weil die dortigen Behörden der CIA bei der Inhaftierung zweier Terrorverdächtiger auf einem Militärstützpunkt im Land geholfen haben sollen.
  • Die CIA-Agenten hätten so die Möglichkeit gehabt, die beiden Männer auf polnischem Territorium zu foltern.
  • Beide Terrorverdächtige sind mittlerweile seit mehr als zehn Jahren in Guantánamo inhaftiert. Vor ein US-Gericht wurden sie bisher nie gestellt.

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Atheist TV Promo – Launching July 29 at 7 pm Eastern

American Atheists is excited to announce what is believed to be the first atheism-dedicated television channel, Atheist TV. 

In partnership with internet-streaming service Roku, which offers devices similar to cable boxes to bring hundreds of channels of content to your TV, American Atheists will bring together dozens of atheist content creators, including The Richard Dawkins Foundation, to present the first on-demand television station that presents exclusively atheist, humanist, and freethought programming.

In addition, American Atheists is making available its recently-digitized historic video archives spanning more than 50 years of activism.

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Read the full press release announcing Atheist TV here.

Read the full press release announcing the launch date of July 29 and the launch party here.

USA Sadismus: Hinrichtung wird zu zweistündigem Todeskampf

Der wegen des Mordes an seiner Ex-Freundin und deren Vater im Jahr 1989 verurteilte Joseph Rudolph Wood hat bei der Exekution laut seinem Anwalt “mehr als eine Stunde lang nach Luft geschnappt und geschnaubt” Foto: AP

Wieder gerät eine US-Hinrichtung zu einem Martyrium für den Verurteilten: Fast zwei Stunden dauert der Todeskampf von Joseph Wood. Sein Anwalt spricht von Pfusch. Die Opferfamilie verspürt Genugtuung.

DIE WELT

Bei einer Hinrichtung in den USA ist es offenbar erneut zu Pannen gekommen: Nach fast zweistündigem Todeskampf ist ein verurteilte Mörder im Staat Arizona qualvoll gestorben. Am Mittwoch wurde Joseph Rudolph Wood um 15.49 Uhr (Ortszeit) für tot erklärt, wie das Büro der örtlichen Generalstaatsanwaltschaft mitteilte. Die Exekution begann demnach um 13.52 Uhr.

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Koalition streitet über Sterbehilfe

Soll ein Sterbehilfeverbot nur Vereine betreffen, die damit Gewinn machen wollen? Darüber wollen die Abgeordneten des Deutschen Bundestages diskutieren. Flatline, Bild: ipscell.com

Sterbehilfe-Verbot oder nicht? Mit dieser Frage will sich der Deutsche Bundestag nach der Sommerpause beschäftigen. Derzeit zeichnen sich zwei Optionen ab: Die organisierte Suizidbeihilfe könnte komplett verboten werden. Oder es könnten Spielräume bleiben.

pro Medienmagazin

Die kirchenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Kerstin Griese, machte diese Woche Schlagzeilen damit, dass sie ein strafrechtliches Verbot organisierter Sterbehilfe im Gegensatz zum CDU-geführten Gesundheitsministerium ablehnt. Gegenüber pro erläuterte sie: „Ich suche nach einer mittleren Position zwischen einem unangemessenen harten strafrechtlichen Verbot und einer vermeintlich liberalen Position, die alles zulässt.“

Dorn im Auge sind ihr vor allem jene Vereine, die Menschen die Selbsttötung als Dienstleistung anbieten. Dies geschehe ohne persönliche Bindung zur Person. Besser Zahlende würden bevorzugt behandelt, und: „Besonders schwierig finde ich, dass damit Suizide bei psychisch Kranken und körperlich Gesunden ermöglicht werden. Depression ist behandelbar, die meisten Menschen können Lebensmut zurück gewinnen.“ Nun müsse juristisch geprüft werden, ob solche Angebote mit den Mitteln des Vereins- oder des Betäubungsmittelrechts zu unterbinden seien. Neben solchen Vereinen gibt es zum Beispiel auch ehrenamtliche Sterbehilfeorganisationen.

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Interview mit Rolf Verleger: „In Israel gibt es eine Kultur des Hasses“

So sollte es sein.

So sollte es sein.

Vertreter jüdischer Organisationen beklagen antisemitische Hetze bei Demonstrationen, die sich gegen die Politik Israels in Gaza richten. Der Psychologie-Professor Rolf Verleger, ehedem Direktoriumsmitglied im Zentralrat der Juden, empfiehlt seinen Glaubensbrüdern, vor der eigenen Tür zu kehren.

Interview Armin KäferStuttgarter Zeitung

Herr Verleger, ist hundertprozentige Solidarität mit Israel Pflicht für jeden Juden?

Ich sehe das nicht so. Pflicht für uns Juden ist von alters her eine moralische Lebensführung, wie sie uns von Gott vorgezeichnet wurde. Wenn das unvereinbar ist mit der konkreten Politik eines Staates, muss man zwischen zwei Pflichten wählen: zwischen Moral und Nationalismus. Als Bürger der Bundesrepublik Deutschland fällt es mir nicht schwer, eine Wahl zu treffen.
Wie konnte es dazu kommen, dass der Nahostkonflikt erneut derart eskaliert?
Was auf palästinensischer Seite abläuft, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich kann nur für meine Seite sprechen und damit gewissermaßen vor meiner Tür kehren. Im Lande Israel gewinnen zusehends nationalreligiöse Strömungen die Oberhand. Die sagen: „Gott hat uns dieses Land geschenkt. Wir müssen unsere Feinde zerschmettern.“ So denken die auch im 21. Jahrhundert noch.

Viele laute Stimmen gegen Antisemitismus

Der ewige Jude

Bild: bb

Die judenfeindlichen Äußerungen bei Demonstrationen gegen die israelische Militäroffensive im Gazastreifen schlagen immer höhere Wellen. Kanzlerin Merkel macht deutlich: “Das werden wir nicht hinnehmen. “Bundespräsident Gauck versicherte den deutschen Juden seine Solidarität und forderte die Deutschen zu mehr Zivilcourage auf.

evangelisch.de

“Ich möchte alle Deutschen und alle Menschen, die hier leben, auffordern, immer dann ihre Stimme zu erheben, wenn es einen neuen Antisemitismus gibt, der sich auf den Straßen brüstet”, sagte Bundespräsident Joachim Gauck am Mittwoch in Berlin. Er bekundete den hier lebenden Juden seine Solidarität. Ihre Sorgen nehme er sehr ernst, sagte Gauck in einem Telefonat mit dem Präsidenten des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ über Vize-Regierungssprecher Georg Streiter ausrichten, antisemitische Straftaten würden konsequent verfolgt. Die Äußerungen seien ein Angriff auf Freiheit und Toleranz und der Versuch, die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu erschüttern. “Dies können und werden wir nicht hinnehmen”, betonte die Regierungschefin.

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Judenhass in Deutschland: Antisemitismus ist keine Lawine

Wolfgang Benz (2013), Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Der Antisemitismusforscher Wolfgang Benz, 73, widerspricht Berichten, wonach der Judenhass in Deutschland stark zugenommen habe.

Von Markus DeckerBerliner Zeitung

Herr Benz, seit der Nahost-Konflikt eskaliert, kommt es zu mehr antisemitischen Ausschreitungen. Sehen Sie eine neue Qualität?

Nein, und ich würde auch gerne die Wortwahl „antisemitische Ausschreitungen“ hinterfragen. Denn nach meiner Information hat es antiisraelische Demonstrationen gegeben. In Berlin wurden am Rande einer antiisraelischen Demonstration antisemitische Parolen gerufen. Aber deshalb jetzt von antisemitischen Ausschreitungen in Deutschland zu sprechen, halte ich für übertrieben. Es haben sich zum Teil seltsame Leute zusammengerottet, einige haben blödsinnige Parolen gerufen. Das wird von Interessenten mit großem Medienhall als Wiederaufflammen des Antisemitismus dargestellt, als sei es so schlimm wie nie zu vor.

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Israeli rabbi: It’s okay to kill innocent civilians and destroy Gaza

Image; +972

Dov Lior, a racist Israeli rabbi from the West Bank settlement Kiryat Arba, recently posted a Halakhic ruling allowing to kill innocent civilians, after being asked about the “war” (it’s a massacre) in Gaza.

By Ami Kaufman+972

Here are a few lines from the ruling (pictured above):

“The Torah of Israel guides us in all walks of life, private and public, on how to behave during war and also how to keep moral standards.

The Maharal from Prague (Rabbi Judah Loew – A.K.), in his book Gur Arye, clearly writes that… in all wars the attacked people are allowed to attack fiercely the people from whom the attackers came from and they do not have to check if he personally belongs to the fighters.

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Antisemitismus ist Angriff auf Christen!

Der Altar der Jerusalemer Christ Church vereint jüdische und christliche Symbolik. Hass gegen Juden ist auch ein Angriff gegen Christen, findet unser Kommentator
Foto: Flickr/Ian W Scott | CC-BY-SA 2.0

Gedeiht Hass auf Israel nicht nur in Moscheen, sondern auch in linken Kirchenkreisen? Fest steht: Antisemitismus trifft Christen im Besonderen.

Von Egmond Prillpro Medienmagazin

Wer in diesen Tagen die mediale Berichterstattung verfolgt, wer Augen und Ohren aufmacht, wird hören und sehen: In Paris steckten arabische Demonstranten jüdische Geschäfte an und belagerten eine Synagoge; in Berlin schrieen Hamas-Sympathisanten „Jude, Jude, feiges Schwein“, in Bremen schlug ein Pro-Gaza-Demonstrant einen Mann blutig, der sich schützend vor einen bedrohten Journalisten stellte. Halb Europa scheint auf den Beinen. Und Deutschland geht voran. Eben gab es noch fröhliches Feiern im Siegestaumel der Fußball-WM. Über den Fan-Meilen, in Kleingartenanlagen und auf den Straßen flatterten die Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold. Ein Fest der Freude über und mit unseren Fußballern nach dem Sieg in Rio.

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Wie ich Vegetarier wurde… und wieder damit aufhörte

Bild: Colourbox/HuffPo

Ich war lange Zeit ein ziemlicher Hardcore-Vegetarier. Wer jetzt glaubt, um Vegetarier zu sein, reiche es, einfach nur kein Fleisch zu essen, der irrt gewaltig. Vegetarier sein ist ein Lifestyle, eine Lebenseinstellung, eine Religion.

Von Tobias BöhnkeThe Huffington Post

Die Veränderung fing bei mir langsam an und begann – wie bei so vielen – mit einer Ansteckung durch meine damalige Freundin. Ich war natürlich zu dem Zeitpunkt fest davon überzeugt, dass ich von selbst drauf gekommen bin, schließlich war es wirklich ein schleichender Übergang. Zuerst wurde ich Öko. Alles nur Bio, und zwar “richtig Bio”. Also nicht nur dieser kleine Aufkleber, den man im Supermarkt auf den mit kiloweise Plastik umwickelten Gemüse findet, sondern wirklich Bio.

Ich trat einem Krautgartenverein bei.

Schöne Sache eigentlich. 80m² Feld, keine chemischen Düngemittel, Ungezieferabwehr besteht aus einem Eimer, mit dem man die Schnecken einen Kilometer weit wegbringt und wieder aussetzt – Gespräche mit den anderen Gärtnern darüber, wie die Politiker uns alle beobachten. Wie die Folienstreifen auf den Geldscheinen in Wirklichkeit kleine Microchips sind, die genau sammeln, wie viel Geld du hast und wofür du es so ausgibst. Das war sicherlich auch der Grund, warum viele der Gärtner nie Geld hatten.

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Deutscher Anwaltverein: Rechtsextreme Hintergründe werden aus Gründen des Ansehens nicht ermittelt

Rechtsextreme Hintergründe werden aus Gründen des Ansehens nicht ermittelt © Keith Allison @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Der Deutsche Anwaltverein sieht die Interessen von Opfern rechtsextremer Gewalt immer schlechter vor Gericht vertreten. Opfern werde ein Anwalt nur bei komplexen Sachverhalten genehmigt und Opferanwälte würden schlechter bezahlt als Pflichtverteidiger der Täter.

MiGAZIN

Der Deutsche Anwaltverein (DAV) sieht die Interessen von Opfern rechtsextremer Gewalt immer schlechter vor Gericht vertreten. Gerichte lehnten zunehmend die Beiordnung eines Opferanwalts in Fällen politisch motivierter Gewalttaten ab, erklärte die DAV-Stiftung contra Rechtsextremismus und Gewalt am Freitag in Berlin.

Die 2001 gegründete Stiftung unterstützt bedürftige Gewaltopfer, indem sie die Kosten für Beratung und Vertretung vor Gericht durch einen Rechtsanwalt übernimmt. Im vergangenen Jahr stellte die Stiftung aus Spendenmitteln rund 33.000 Euro zur Verfügung. Geholfen wurde in 21 Fällen mit ausländerfeindlichem Hintergrund.

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Rocker Tom Petty: ‘No one’s got Christ more wrong than the Christians’

image of Tom Petty steve white photos / Shutterstock.com

Veteran rocker Tom Petty isn’t pulling any punches with his new song “Playing Dumb.”

By David FergusonThe Raw Story

In an interview with Billboard magazine, Petty said that he wrote the song about the decades of child sex abuse in the Catholic church and the elaborate lengths that priests and their leaders have gone to cover up the crimes.

“I’m fine with whatever religion you want to have,” Petty said, “but it can’t tell anybody it’s OK to kill people, and it can’t abuse children systematically for God knows how many years.”

Petty went on to say that he doesn’t understand why people continue to donate to the church, which has paid out millions of dollars in legal settlements to the victims of child-molesting priests.

“If I was in a club, and I found out that there had been generations of people abusing children, and then that club was covering that up, I would quit the club. And I wouldn’t give them any more money,” he said.

“Religion seems to me to be at the base of all wars,” said the Florida-born singer and guitarist. “I’ve nothing against defending yourself, but I don’t think, spiritually speaking, that there’s any conception of God that should be telling you to be violent. It seems to me that no one’s got Christ more wrong than the Christians.”

Petty’s career has spanned more than 30 years, spawning multiple gold and platinum records, including the hit singles “Refugee,” “Don’t Come Around Here No More” and “Won’t Back Down.” He has performed as a solo artist, with his band the Heartbreakers and as a member of the supergroup The Traveling Wilburys alongside rock legend Roy Orbison, ELO founder Jeff Lynne and George Harrison of the Beatles.

Burka-Verbot und Gotteslästerung

Burqua Burka

Burka (CC-by-sa/2.0/en by Rockin’ the Khuff)

Der Vollschleier ist kein religiöses Symbol, sondern mehr ein Zeichen für den Missbrauch der Religion

Von Daniela DahnderFreitag

Der Europäische Gerichtshof hat entschieden: Das französische Gesetz zum Verbot der Vollverschleierung im öffentlichen Raum widerspricht nicht der Menschenrechtskonvention. Das ist heikel und doch konsequent. Die Würde des Menschen wird angetastet, wenn er als Individuum unsichtbar ist. Das Verbot ist keine Verteidigung westlicher Werte, sondern des universellen Humanismus. Ähnliche Gesetze gibt es nicht nur in Europa, sondern auch in Ägypten, Tunesien, Syrien und – durch das Kopftuchverbot verschärft – in der Türkei.

Die Burka oder der Nikab mit Sehschlitz sind keine traditionell islamischen Frauenkleider. Erst unter dem erzreaktionären Sultan Abdülhamid verbreiteten Ende des 19. Jahrhunderts Gelehrte in Konstantinopel ein fatales Menschenbild, das beiden Geschlechtern ein Armutszeugnis ausstellt: Männer als triebhafte Wesen, die nichts vom Weibe sehen dürfen, da sie sonst zu zügellosen Draufgängern werden. Frauen reduziert auf Sexualobjekte, teuflisch verführerisch und an Vernunft mangelnd, die Aura einer Scham, die nur durch völlige Verhüllung gelindert werden kann.

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Jesus Did Not Become the God-Klingon

Image: centerforinquiry.net

Yesterday the president signed an executive order barring federal contractors from discriminating against LGBT folks, and happily did not add a religious exemption, and we expressed our appreciation:

Center for Inquiry/The Morning Heresy

Too often religious beliefs are used as an excuse to avoid obeying laws that apply to everyone else, as the regrettable Supreme Court decision in the Hobby Lobby case illustrates. … [This] is a welcome step in the right direction, toward a secular government in which religion can’t be used as a shield for prejudice and unequal treatment.

Our reaction’s been noted by the Washington Times and the Christian Post.

RNS’s David Gibson calls Obama’s decision to allow religious contractors to use religious beliefs as a hiring criteria (which we’re not happy about) a “split-the-baby” solution. And usually, atheists love those kinds of solutions.

The Navy vs. whales? The militarization of dolphins? It’s covered on the latest Point of Inquiry with guest Joshua Horwitz.

CFI-Indiana’s chief and the head of our Secular Celebrant program, Reba Boyd Wooden, is a guest on the State of Belief radio show, guest-hosted by RNS’s Kevin Eckstrom. They talk about, of course, our big win for Secular Celebrants in Indiana. And if you want to be a Secular Celebrant, now’s your chance. Well, in August is your chance.

New Jersey’s Sen. Cory Booker introduces the Access to Birth Control (ABC) Act, which requires pharmacists to actually do their jobs and dispense birth control to women with prescriptions despite any religious objections.

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Gericht: Patienten dürfen Cannabis zur Eigentherapie anbauen

Foto: Getty Images/iStockphoto/Boltenkoff

Chronisch kranke Patienten, denen außer der illegalen Droge Cannabis nichts gegen ihre Schmerzen hilft, dürfen diese in Ausnahmefällen Zuhause selbst zu Therapiezwecken anbauen.

evangelisch.de

Das entschied das Kölner Verwaltungsgericht am Dienstag in einem aufsehenerregenden Urteil nach den Klagen von drei Schwerkranken gegen ein behördliches Anbauverbot.

Der Cannabis-Eigenanbau bleibe im Grundsatz verboten, könne aber unter mehreren Bedingungen als “Notlösung” erlaubt werden, sagte der Vorsitzende Richter Andreas Fleischfresser. Zu den Voraussetzungen gehöre, dass der Patient austherapiert ist, es keine Behandlungsalternative für ihn zu Cannabis gibt und Apotheken-Cannabis unerschwinglich ist. Zwei Klagen wurden abgewiesen, drei waren erfolgreich.

Anti-israelische Proteste “Wer hat uns das denn eingebrockt?”

Demonstranten auf einer pro-palästinensischen Kundgebung am Wochenende in Frankfurt. (dpa / Boris Roessler)

Rolf Verleger, ehemaliges Direktoriums-Mitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland, wundert sich nicht über die neue Welle des Antisemitismus im Land. Im Deutschlandfunk warf er Repräsentanten des Judentums vor, jede Kritik an Israel als antisemitisch zu erklären. Es müsse erlaubt sein, die israelische Politik zu kritisieren.

Von Tobias ArmbrüsterDeutschlandfunk

Rolf Verleger, ehemaliges Direktoriums-Mitglied im Zentralrat der Juden, äußerte sich im Deutschlandfunk kritisch zur israelischen Politik gegenüber den Palästinensern. Er selber wolle am Mittwoch an einer Demonstration gegen “das Massaker der Israelis in Gaza” teilnehmen, sagte Verleger.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hatte sich gestern über eine neue Welle des Judenhasses in Deutschland beklagt. Rolf Verleger sieht diese Einlassung kritisch. Im Deutschlandfunk sagte er: “Wer hat uns das denn eingebrockt?” Wenn Politiker und Medien in Deutschland Israels Politik für richtig hielten und Repräsentanten des Judentums jede Kritik an Israel zur Kritik an Juden erklärten, fordere man antisemitische Parolen geradezu heraus. Man könne ja “nicht jeden Quatsch, den Israel da macht, mitmachen”.

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Obama unterzeichnet Dekret gegen sexuelle Diskriminierung

Barack Obama, Bild. wikimedia.org/CC- 2.0 Generic

US-Präsident Barack Obama hat am Montag ein Dekret gegen sexuelle Diskriminierung am Arbeitsplatz unterzeichnet.

evangelisch.de

Firmen mit Regierungsaufträgen dürfen demnach weder bei der Einstellung noch im Arbeitsalltag Menschen wegen ihrer Gender-Identität oder sexuellen Orientierung benachteiligen. Für Millionen Menschen sei diese Diskriminierung ein reales Problem, sagte Obama amerikanischen Medienberichten zufolge in Washington. Sie wachten morgens auf “im Wissen, dass sie ihren Job verlieren könnten wegen ihrer Identität”.

Die neue “Executive Order” schützt erstmals auch Regierungsangestellte ausdrücklich vor Gender-Identität-Diskriminierung. Schutz vor Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung besteht schon seit längerem im öffentlichen Dienst.

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Von der Judenfeindschaft zum Antisemitismus

Antisemitismus © MiG

Der moderne Antisemitismus beerbt ältere Formen der Judenfeindschaft. Wurzelnd im christlichen Antijudaismus löst sich der neuzeitliche Judenhass von religiösen Motiven ab, gipfelt im NS-Vernichtungsantisemitismus und wirkt bis in die Gegenwart fort.

Von Gideon BotschMiGAZIN

Antisemitismus ist eine verbreitete Bezeichnung für Judenfeindschaft. Ein weiter Begriff des Antisemitismus, wie er in den Politik-, Sozial- und Kulturwissenschaften üblich ist, umfasst sämtliche Formen von Hass, Vorurteilen und Ressentiments gegen Juden, egal in welchen historischen Kontexten sie auftreten. In diesem Sinne wird Antisemitismus auch in der öffentlichen Debatte wahrgenommen. Demgegenüber untersucht die geschichtswissenschaftliche Antisemitismusforschung ihn zumeist als spezifische Form der modernen Judenfeindschaft. Einer möglichen Universalisierung als quasi zeit-, ort- und kontextloses Phänomen begegnet sie mit Skepsis. Beide Perspektiven können, je nach Fragestellung, sinnvoll sein.

Für den vorliegenden Beitrag wird die historische Terminologie maßgeblich sein, die für ältere oder anders gelagerte Phänomene Begriffe wie Antijudaismus oder Judenfeindschaft verwendet.

Damit sollen historische Kontinuitäten nicht geleugnet werden. Die Judenfeindschaft hat “ihre Wurzeln in religiösen Vorurteilen und Stereotypen, in der christlich-jüdischen Differenz, oder genauer: in der traditionellen Ablehnung des Judentums durch das Christentum und die christliche Welt”. Der moderne Antisemitismus hat sie im 19. Jahrhundert beerbt, in sich aufgenommen und tendenziell abgelöst.

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Hebron 1929–Shuafat 2014

Bild: tachles

Die letzten Tage bin ich still geblieben. Mir fehlen die Worte, um den lokalen Trubel und den Sturm der Emotionen zu beschreiben. Was lässt sich sagen in Bezug auf Mord und Gewalt, rassistischen Doktrinen und religiösen Eifer, verknüpft mit schrecklicher politischer Schwäche und einer Schwäche des Intellekts seitens der israelischen Führung? Was kann gesagt werden, das nicht bereits gesagt worden ist? Nichts. Und so blieb ich still.

Von Avraham BurgTachles

In Shuafat wurde alles sehr scharf und klar. In diesen Tagen welkt Jerusalem in der Mittagshitze dahin. Arbeiter der Stadtverwaltung wischen die Überreste der Zusammenstösse auf den nach Shuafat führenden Strassen weg. Die ausgebrannten Stationen der Leichtbahn säumen den Weg zur zentralen Moschee und zum Zelt der Trauernden. Es ist halbvoll. Fotografien von Mohammed Abu Khdeir schmücken die Wände der Moschee. Ein leichter Ostwind, von der Wüste her kommend, füllt das Zelt für einen Moment mit Leben. Die von überall aus Palästina gekommenen Besucher entschuldigen sich mit beschränktem Wortschatz bei mir dafür, dass es kein Wasser gibt. «Wegen des Fastens, Sie verstehen.» Es werden Reden gehalten. Über Gott, den Barmherzigen, den 
Gnadenvollen. Über den Märtyrer, der zur ewigen Ruhe gegangen sei. Alle Dinge, die man unter 
solchen Umständen zu hören erwartet, werden gesagt. Sie sind zornig auf Mahmoud Abbas, machen sich lustig über Binyamin Netanyahu und fürchten um ihre Zukunft.

Der Geistliche der Gemeinde, der auch als Organisator fungiert, erzählt mir von den Vorbereitungen des Leichnams des Jungen für das Grab. Er hat diese Geschichte schon Hunderte Male zu Hunderten von Menschen erzählt, die Kondolenzbesuche abgestattet haben, und es bewegt ihn trotzdem noch. Einfache Worte, erschreckende Beschreibungen. Von einem Menschen, der gefesselt und verbrannt worden ist, von innen und von aussen, noch lebend. Er sprach in warmen Worten von dem Teenager, der nach der Mahlzeit im Morgengrauen vor Fastenbeginn mit seinen Freunden zum Gebet in die Moschee gegangen war. Unvermittelt wanderten meine Gedanken zu einer anderen Stadt, zu einer weiter zurückliegenden Gewalt. Ich dachte an ein kleines Mädchen, das in einer anderen Zeit lebte – anders und doch so ähnlich.

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Die Gräueltat

Uri Avnery, Bild: uri-avneri.de

BOMBEN FALLEN auf Gaza und Raketen auf Israel, Menschen sterben und Häuser werden wieder zerstört.
Immer wieder ohne Zweck. Wieder mit der Sicherheit, dass wenn es vorbei ist, wird alles im Wesentlichen so sein wie vorher.
Aber ich kann kaum auf die Sirenen hören, die vor Raketen warnen, die nach Tel Aviv fliegen. Ich kann das Entsetzliche, das in Jerusalem geschah, nicht aus meinem Gedächtnis reißen.

Von Uri AvneryFrieden für Israel und Palästina

WENN EINE Bande Neo-Nazis einen 16-Jährigen Jungen in einem Londoner jüdischen Viertel bei Dunkelheit zum Hydepark geschleppt hätte, ihn dort geschlagen, ihm Benzin in den Mund gegossen, ihn damit übergossen  und dann angezündet hätte – was wäre dann geschehen?

Wäre England dann in einem Sturm von Zorn und Entrüstung geraten?

Hätte nicht die Königin ihrem Entsetzen Ausdruck verliehen?

Wäre  nicht der Ministerpräsident zur Wohnung der trauernden  Familie geeilt, um sich für die ganze Nation zu entschuldigen?

Wäre nicht die Führung der Neo-Nazis, ihre aktiven Unterstützer und Gehirnwäscher, angeklagt und verurteilt worden?

Vielleicht in England. Vielleicht in Deutschland.

Nicht hier.

DIE ABSCHEULICHE Gräueltat fand in Jerusalem statt. Ein palästinensischer Junge wurde entführt und bei lebendigem Leibe verbrannt. Kein rassistisches Verbrechen kam diesem in Israel  nah.

Menschen lebend verbrennen, ist überall eine Scheußlichkeit. In einem Staat, der behauptet „jüdisch“ zu sein, ist dies sogar noch schlimmer.

In der jüdischen Geschichte kommt nur ein Kapitel dem Holocaust nahe: die spanische Inquisition. Diese katholische Institution folterte Juden und verbrannte sie lebendig auf dem Scheiterhaufen. Später geschah dies manchmal bei russischen Pogromen. Sogar der fanatischste Feind Israels könnte sich so eine entsetzliche Sache nicht in Israel vorstellen.

Nach israelischem Gesetz ist Ost-Jerusalem kein besetztes Land. Es ist ein Teil des souveränen Israel.

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