Archiv der Kategorie: Naturalismus

Die Charakteristika der Realitätsverleugnung

Steven Novella, Image: RDF

Realitätsverleugnung ist real. Damit meine ich, dass Realitätsverleugnung eine definierbare intellektuelle Strategie ist, die meist dieselben gemeinsam auftretenden Merkmale aufweist. Ich schrieb vor 12 Jahren zum ersten Mal über Realitätsverleugnung, noch bevor diese Bezeichnung durch die globale Erderwärmung weithin bekannt wurde.

Von Steven NovellaRichard Dawkins-Foundation

Ich wies damals darauf hin, dass gewisse Überzeugungen meist auf denselben irrigen Argumenten beruhen – HIV-Leugnung, Kreationismus (Verleugnung der Evolution), Verleugnung des Holocausts sowie Verleugnung von Geisteskrankheiten. Aktuell würde ich noch die Verleugnung der globalen Erderwärmung und die Verleugnung der Keimtheorie (als Ursache von Krankheiten, Anm. d. Übers.) bzw. der Impfwissenschaft hinzufügen.

Damals bezeichnete ich Realitätsverleugnung als eine Unterkategorie der Pseudowissenschaft, die zwar versucht, sich zur Irreführung der Sprache des Skeptizismus zu bedienen, jedoch den eigentlichen Prozess wissenschaftlicher Skepsis scheut. Darüber hinaus befindet sich die Realitätsverleugnung aber auf derselben Skala wie der Skeptizismus, ohne eindeutige Grenzlinie (ähnlich wie bei Wissenschaft und Pseudowissenschaft). Menschen neigen auch dazu, sich selbst als Messlatte zu verwenden: Jeder, der skeptischer ist als du, ist ein Leugner; und jeder, der weniger skeptisch ist als du, ist ein wahrhaftig Glaubender.

Der Genetiker Sean B. Carroll (nicht zu verwechseln mit dem Physiker Sean M. Carroll) erstellte in seinem Buch „Die Darwin-DNA: Wie die neueste Forschung die Evolutionstheorie bestätigt“ (2008) eine Liste der seiner Meinung nach sechs Hauptkennzeichen der Realitätsverleugnung. Die Liste ist großartig, ich möchte sie im Folgenden näher ausführen:

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Pilgerreise auf dem Darwin-Pfad

Ioan Hefin spricht, verkleidet als Naturforscher Alfred Russel Wallace, zu seinen Anhängern. | © Urs Willmann

Evolution: In London spazierten Naturfreunde 3,8 Milliarden Jahre in die Vergangenheit – zum Ursprung des Lebens

Von Urs WillmannZEIT ONLINE

Meine bisher längste Wanderung ließ sich in Stunden bemessen. Für die heutige sind größere Dimensionen nötig. Ich habe mir 3,8 Milliarden Jahre vorgenommen. Das könnte sich hinziehen. Ich hoffe, die eingepackten Double-Chocolate-Cookies und die Nüsse und Rosinen reichen bis ins Ziel: zum Anfang des Lebens.

Knapp hundert Leute stehen mit mir vor dem Klinkerbau der Chingford Railway Station im Norden Londons. Gemeinsam wollen wir uns auf den menschlichen Zweig des Ancestor’s Trail begeben. Dies ist keine Wanderung im herkömmlichen Sinn, es ist eine Pilgerreise. Aber auch innerhalb der Kategorie Pilgerreise ist es kein gewöhnliches Unternehmen. Es fehlt das religiöse Element, komplett.

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The uses and abuses of Charles Darwin

charles_darwin_nkmb

Darwin-Büste, Naturkundemuseum Berlin, Bild: BB

I’m at the Cambridge University college that Charles Darwin attended before heading off on a ship to change the world’s views about the origin of the species, particularly the evolution of humans.

By Douglas ToddThe Vancouver Sun

Darwin’s theories have been used and abused for many things in the past century or two — to promote racism and defeat racism, promote competition and encourage cooperation, to treat humans as objects and see them as special, to believe humans are machines and to say they have free choice, to attack religion and advance religion (particularly through a movement sometimes known as ‘theistic evolution”).

A conference at Christ’s College in Cambridge, organized by The Faraday Institute for Science and Religion and sponsored by the Templeton Foundation, is actually titled “The uses and abuses of biology.” But quite a bit of it focuses on that revolutionary scientific figure, Darwin (less so on the so-called co-founder of evolution, Alfred Russell Wallace, who was Welsh and had a much less privileged education.)

There are paintings and sculptures of Darwin around the elegant, gated campus, along with paintings of other Christ’s College students, such as the poet John Milton, author of Paradise Lost (written in 1667). The former Archbishop of Canterbury, Rowan Williams, also went here. I’d be lying if I didn’t say I’m impressed by the history. Of course it’s easy to historically impress someone who lives in a province where the earliest standing building is only about 120 years old.)

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Graz: Kunstprojekt in Kirche über Entstehung des Weltalls

Entwicklungsphasen des Universums. Bild: NASA, WMAP Science Team/public domain

Entwicklungsphasen des Universums. Bild: NASA, WMAP Science Team/public domain

Ein Kunstprojekt in der Grazer Pfarre St. Andrä soll ab 9. Oktober das Diskursfeld zwischen Glaube und Wissenschaft ausloten. Im Zentrum steht die Komposition “Expansion of the Universe” des jungen Wiener Komponisten Rudolf Wakolbinger, die “die Evolution des Universums akustisch abbildet”, wie es in einer Ankündigung heißt.

kathweb

Die Komposition wird durch eine Klanginstallation aus 216 von der Kirchendecke herabhängenden Lautsprechern in St. Andrä aufgeführt und kann zwischen 10. Oktober und 11. November von den Besuchern der Kirche selbst gestartet werden.

Für den Eröffnungsabend am 9. Oktober haben sich die Initiatoren Pfarrer Hermann Glettler, die Präsidentin der Akademie Graz, Astrid Kury, und Konzertveranstalter Martin Schlögl etwas Kontroversielles zum Thema Weltentstehung einfallen lassen: Glettler trifft ab 20 Uhr auf den deklariert atheistischen Astrophysiker und “Science Buster” Heinz Oberhummer sowie auf den Ordinarius für Physik an der Uni Graz, Arnold Hanslmeier. Nach Kurzvorträgen über deren jeweilige Sicht der Entstehung des Universums wollen die Beteiligten in einen Dialog eintreten.

Glettler und Oberhummer sowie der Grazer Künstler Markus Wilfling begegnen einander auch am 10. November bei der abschließenden Finissage in der Kirche St. Andrä.

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Neil Shubin: Das Universum in dir

Neil Shubin Das Universum in dir Aus dem Englischen von Sebastian Vogel Verlag: S. Fischer, Frankfurt M. 2014 ISBN: 9783100720054 21,99 €

Neil Shubin
Das Universum in dir
Aus dem Englischen von Sebastian Vogel
Verlag: S. Fischer, Frankfurt M. 2014
ISBN: 9783100720054
21,99 €

“Farishs Überschwang ließ mich vergessen, wie absurd es eigentlich war, sich so über die Entdeckung eines Zahnes zu freuen, der nicht viel größer war als ein Körnchen Sand (…) Der winzige Zahn stellt die Verbindung zwischen uns und einer längst vergangenen Welt dar.”

Von Rosana ErhartSpektrum.de

Mit Worten wie diesen beschreibt der amerikanische Paläontologe Neil Shubin, was er auf seiner ersten Forschungsexpedition in die Arktis erlebte. 1986 reiste er als Mitglied eines vierköpfigen Forscherteams in entlegene Winkel Grönlands, um dort nach fossilen Überresten von Organismen zu suchen, die evolutionär zwischen Reptilien und Säugetieren standen. Packend schildert Shubin die Enttäuschungen, die Strapazen und die euphorischen Momente dieses Unternehmens.

Doch dient ihm das nur als Einstieg, um einen ganz großen Wurf zu versuchen. Beginnend bei der Entstehung des Monds vor 4,5 Milliarden Jahren bis zum Aussehen der Welt vor 200 Millionen Jahren unternimmt er einen Streifzug durch vergangene Äonen.

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Why Greenland’s “Dark Snow” Should Worry You

Box and his team are trying to discover what made this year’s melt season so unusual. Photo by Jason Box

The ice in Greenland this year isn’t just a little dark—it’s record-setting dark. Box says he’s never seen anything like it. I spoke to Box by phone earlier this month, just days after he returned from his summer field research campaign.

By Eric HolthausSlate

“I was just stunned, really,” Box told me.

The photos he took this summer in Greenland are frightening. But their implications are even more so. Just like black cars are hotter to the touch than white ones on sunny summer days, dark ice melts much more quickly.

As a member of the Geological Survey of Denmark and Greenland, Box travels to Greenland from his home in Copenhagen to track down the source of the soot that’s speeding up the glaciers’ disappearance. He aptly calls his crowdfunded scientific survey Dark Snow.

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Tiny Implants Could Give Humans Self-Healing Superpowers

A concept drawing explains the goals of the ElectRX program. Credit: DARPA

Wolverine, Ghost Rider, the Incredible Hulk — all of these characters have at least one awesome trait in common: the ability to heal themselves. And now, the Pentagon wants to give ordinary people this superhuman capability.

By Elizabeth PalermoLiveScience

A new military-sponsored program aims to develop a tiny device that can be implanted in the body, where it will use electrical impulses to monitor the body’s organs, healing these crucial parts when they become infected or injured.

Known as Electrical Prescriptions, or ElectRx, the program could reduce dependence on pharmaceutical drugs and offer a new way to treat illnesses, according to the Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA), the branch of the U.S. Department of Defense responsible for developing the program. [5 Crazy Technologies That Are Revolutionizing Biotech]

“The technology DARPA plans to develop through the ElectRx program could fundamentally change the manner in which doctors diagnose, monitor and treat injury and illness,” Doug Weber, program manager for DARPA’s biological technologies office, said in a statement.

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Laniakea: Our home supercluster

Superhaufen - Regionen des Weltraums, die dicht mit Galaxien gepackt sind - sind die größten Strukturen im Universum. Aber Wissenschaftler haben gekämpft, um genau zu definieren, wo ein Superhaufen endet und ein anderer beginnt.
Laniakea ist hawaiianisch und bedeutet “unermesslicher Himmel.”

Sonnenstürme: Warnschuss vor dem nächsten Supersturm

© NASA, GSFC / SDO / SVS

© NASA, GSFC / SDO / SVS

2012 verfehlte ein extremer Sonnensturm nur knapp unseren Planeten. Wann landet die Sonne einen Volltreffer? Experten errechneten eine überraschend hohe Wahrscheinlichkeit.

Von Jan HattenbachSpektrum.de

Sonnenstürme treffen die Erde wieder und wieder, und meistens bleiben sie folgenlos. Nun aber warnen Experten – womöglich sind extreme Stürme häufiger als gedacht. Im Juli 2012 verfehlte uns ein “solarer Supersturm” nur deshalb, weil sich die auslösende Sonneneruption auf der erdabgewandten Seite ereignet hatte. “Hätte er getroffen, würden wir heute noch die Scherben zusammenkehren”, meint Daniel Baker von der University of Colorado. Gemeinsam mit einem Team amerikanischer Wissenschaftler hatte Baker die Messdaten der Sonnenbeobachtungssonde STEREO A analysiert, die sich unserem Planeten auf der Erdbahn voraus befand und die volle Wucht des Sturms abbekam.

Die im Oktober 2013 veröffentliche Arbeit von Baker und seinen Kollegen sorgte für Unruhe unter Experten. “Das 2012er Ereignis war das stärkste, das je vom Weltraum aus beobachtet wurde”, sagt Juha-Pekka Luntama, Leiter des Space-Weather-Teams im Space-Situational-Awareness-Programm der ESA (SSA) in Darmstadt. “Es war womöglich stärker als das ‘Carringtonereignis’ im Jahr 1859.”

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20. Todestag: „Popper ist gerade nicht in Mode“

Sir Karl Popper (1980), Bild: wikimedia.org/PD

„Karl Popper ist gerade nicht in Mode.“ – Dieses Fazit zieht Josef Mitterer, Philosoph an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und inzwischen im Ruhestand, anlässlich des 20. Todestages des Philosophen im Gespräch mit der APA. „Das heißt aber nicht, dass er unbedeutend geworden ist“, so der Popper-Experte. Denn der Begründer des kritischen Rationalismus wirke vor allem in seinen Begriffen nach.

Tiroler Tageszeitung

„Inzwischen spricht man ohne weitere Erklärung von der Falsifizierbarkeit, Trial and Error oder der Annäherung an die Wahrheit“, meinte Mitterer. Die Begriffe Poppers seien inzwischen derart im alltäglichen Sprachgebrauch verankert, dass man Popper gar nicht mehr zitieren müsse. Wenn es um die Aufarbeitung oder Weiterentwicklung von Poppers Werk gehe, sei der Philosoph allerdings derzeit eher „out“. Viele Leerstellen in der Bearbeitung – etwa des Nachlasses – gebe es aber ohnehin nicht mehr, erklärte Mitterer.

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Staudämme in den Tropen schaden dem Klima

Itaipu Wasserkraftwerk, Staumauer, mit Wasserschächten, Image: hbernreuther.de

Wasserkraft gilt als sauberer Energieträger. Doch das ist ein Trugschluss.

Von Daniel LingenhöhlSpektrum.de

Ob Belo Monte in Brasilien, Nam Theun in Laos oder Belinga in Gabun: Wasserkraftprojekte in den tropischen Ländern der Erde ziehen oft Kritik nach sich, weil sie Regenwald überfluten und die ortsansässige Bevölkerung verdrängen. Umgekehrt argumentieren die Regierungen, dass sie auf diese Weise günstigen Strom produzieren können, ohne dabei die Atmosphäre mit Treibhausgasen zu belasten, wie dies bei der Kohlekraft der Fall wäre. Nun bestätigt jedoch eine Studie von Chandrashekhar Deshmukh von der Université de Toulouse und Kollegen, dass dies nicht nur falsch ist. Das Emissionsproblem wurde bislang womöglich auch noch drastisch unterschätzt. Nach bisherigen Schätzungen entwichen jährlich etwas mehr als 100 Millionen Tonnen Methan aus den größten Stauseen der Tropen – etwa vier Prozent der jährlichen Gesamtmenge.

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Bilanz der biologischen Sicherheitsforschung in Deutschland: Keine besonderen Risiken bei Gentechnik-Pflanzen

Johanna Wanka, Bundes- ministerin für Bildung und Forschung: Die geförderten Projekte zur Sicherheitsforschung “tragen dazu bei, Grüne Gentechnik verantwortungsvoll und im Sinne des Vorsorgeprinzips nutzen zu können.” (Aus dem Vorwort zur BMBF-Broschüre) Foto: BMBF / Laurence Chaperon

Gentechnisch veränderte Pflanzen zeigen im Vergleich zu konventionell gezüchteten kein höheres Risiko für Umweltbeeinträchtigungen. Seit 1987 hat die Bundesregierung zahlreiche Projekte zur biologischen Sicherheitsforschung finanziert. Zwei Jahre nach dem Ende des vorerst letzten Programms ist nun eine Broschüre erschienen, in dem einige Versuchsreihen mit ihren Ergebnissen vorgestellt werden. Einen Schwerpunkt bilden mehrere Projekte zu gentechnisch verändertem Mais. Obwohl die Wissenschaftler keine Hinweise auf besonderen Umweltrisiken finden konnten, wird Deutschland einen Anbau wohl auch in Zukunft verbieten.

transparenz GENTECHNIK

Insgesamt mehr als 300 Forschungsprojekte zur biologischen Sicherheit hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit 1987 gefördert, davon etwa die Hälfte zu gentechnisch veränderten Pflanzen. In den letzten drei Programmen seit 2000 ging es ausschließlich um mögliche Umweltauswirkungen verschiedener gv-Pflanzen, etwa bei Mais, Kartoffeln, Raps, Gerste, Zuckerrüben und Gehölzen. Außerdem wurden neue, präzisere molekularbiologische Methoden weiterentwickelt und unter Sicherheitsaspekten getestet. Die Versuche fanden nicht nur im Labor oder Gewächshaus statt, sondern auch im Freiland. Über 60 Hochschulen und Forschungseinrichtungen haben sich an den Forschungsprojekten beteiligt.

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Deepak Chopra: Richard Dawkins is a bad scientist and his arrogance pisses me off

Image: The Raw Story

A new book details the years-long, highly acrimonious feud between self-help guru Deepak Chopra and evolutionary biologist and skeptic Richard Dawkins.

By David FergusonThe Raw Story

According to Salon.com, Tom Roston’s book The Quantum Prophets: Richard Dawkins, Deepak Chopra and the spooky truth about their battle over God, explains that the longstanding rivalry between the two men began at the 2002 TED Conference and culminated in a public debate in 2013. In an interview with Roston, Chopra explained that Dawkins’ “arrogance” continues to bother him.

“With Dawkins, I am just pissed off. I am pissed off by his arrogance and his pretense of being a really good scientist. He is not,” Chopra told Roston. “And he is using his scientific credentials to literally go on a rampage.”

When Roston said that this kind of resentment is surprising coming from a man who purports to teach millions of others the secrets of inner peace, Chopra, surprisingly, agreed.

“I totally agree,” he said. “It’s my last challenge. It may be a very strange psychological issue.”

Roston went on to say that perhaps Chopra’s resentment of Dawkins and his attacks on people of faith around the world is based in the history of their respective countries.

Chopra’s parents grew up under British colonialism, which Chopra called “two hundred years of enslavement.” It instilled in him a mistrust of high-handed British pomp and snobbery and of “these Oxford and Cambridge pseudo intellectuals. India has a habit of aping them. There are more fans of Dawkins in India than anywhere else. It’s the postcolonial hangover.”

Dawkins has accused Chopra of being a swindler whose practice of “mind-body wellness” bilks millions of people around the world by dazzling them with “magical language” and “bullshit.”

The two men debated in Pueblo, Mexico in 2013, both coming away calling themselves the winner.

“I have to let it go,” Choprah told Roston this year. “I have to recognize it. Mexico should have been the finish.”

Watch the debate from Pueblo in 2013, embedded below via YouTube:

Vagina-Bakterium produziert neues Antibiotikum

Bakterium Pseudomonas aeruginosa (gelb eingefärbt), Themenbild: idw-online.de

Die Bakterien des menschlichen Körpers produzieren viele medizinisch interessante Stoffe. Jetzt beginnen Forscher, sie zu identifizieren.

Von Lars FischerSpektrum.de

Ein Team um den Mikrobiologen Michael Fischbach von der University of California hat ein bisher unbekanntes Antibiotikum aus Bakterien isoliert, die auf menschlichen Schleimhäuten leben. Die Verbindung namens Lactocilin stammt aus dem Bakterium Lactobacillus gasseri, das normalerweise in der menschlichen Vagina lebt, und ist das erste Biomolekül aus dem menschlichen Mikrobiom, das als Medikament Potenzial hat. Der Fund ist das erste Ergebnis einer systematischen Suche nach solchen Verbindungen, für die Fischbach und sein Team ein Computerprogramm schrieben, das anhand von bekannten Genen ähnliche Gene für potenziell interessante Wirkstoffe im menschlichen Mikrobiom aufspürt. Die Forscher vermuten, dass dort tausende interessante Stoffe auf ihre Entdeckung warten.

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Wenn Tierrechtler dogmatisch werden

picture alliance

Auch Wissenschaftler sind nicht frei von Dogmatismus. Gerade in der aktuellen Diskussion um Tierrechte ist eine Art Ideologisierung darwinistischer Positionen zu beobachten.

Von Timo SteinCicero

Auf den Stufen vor dem Berliner Bahnhof Friedrichstraße sitzt sie. Beziehungsweise steht sie. Und hackt. Die einbeinige Krähe kämpft mit den Überresten einer Stulle. Eine Taube wackelt herbei, hält ehrfürchtig Abstand. Einbeinige Krähe schlägt zweibeinige Taube. Eine zweite Taube taucht auf. Immer noch kein Eingreifen. Sie stehen zu zweit da und gucken blöd. Einbeinige Krähe schlägt zwei zweibeinige Tauben. Und wir reden hier von Bahnhofstauben, also den verruchten, zotteligen, nimmersatten, eigentlich mit allen Wassern gewaschenen Tauben.

Schließlich sind es fünf bescheuert glotzende Bahnhofstauben, die der einbeinigen Krähe das Futter überlassen. Einbeinige Krähe schlägt fünf zweibeinige Tauben. Die Gleichung ließe sich beliebig fortsetzen. Und während ich mich frage, wie viel dämliche Bahnhofstauben es wohl braucht, um einer einzigen einbeinigen Krähe das Futter streitig zu machen, schießt ein dicker Spatz ins Bild und pflückt sich wieselflink eine Brotkrume heraus. Die Krähe zuckt kurz. Die Tauben gucken weiter blöd.

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Giant Manta Ray Trapped in Fishing Line Seeks Diver’s Help

This manta ray was caught on film off the coast of Central America, appearing to ask these divers for help. The manta ray was trapped in a fishing net, and it was causing her a lot of pain. But this manta was smart and brave enough to approach these divers when she saw them. This isn’t the first time a ray has been caught doing something like this either.

By Kate MuyskensOne Green Planet

The divers were more than happy to lend a hand to this creature in need. Thomaz Monteiro told ninemsn, “All of the divers felt a deep connection with this amazing animal.”

Fleisch vom Fließband – Massentierhaltung und die Folgen

Foto: epd-bild/ Christian Mühlhausen/landpixel

Eine schleichende Industrialisierung geht auch durch Brandenburgs Landwirtschaft. Die Tierhaltung in immer größeren Ställen ist längst Teil der globalen Turboproduktion von Billigfleisch geworden. Wohin entwickeln sich unsere Dörfer und Landschaften? In einem „Aktionsbündnis Agrarwende Berlin-Brandenburg“ fordern viele Menschen, Tierschutz-, Umwelt- und ökologische Anbauverbände ein Umdenken. „OZON unterwegs“ untersucht, welche Folgen die Sojaimporte, die Fleischexporte, der Antibiotikaeinsatz und die Stickstoffemissionen haben.

OZON Unterwegs/RBB

Hähnchen vom Fließband

Der Brandenburger Landwirt Tobias Winnige öffnete „OZON unterwegs“ seine vor zwei Jahren bei Seelow gebaute Hähnchenmastanlage. Er ist Partner der holländischen Mastgesellsellschaft „Plukon“. Alle 42 Tage werden hier 300.000 gerade geborene Küken eingestallt. Gezüchtet zum ständigen Fressen mit einer durchschnittlichen Gewichtszunahme von 50 Gramm pro Tag. Während der Dreharbeiten war Tobias Winnige zufrieden. Er musste diesmal keine Antibiotika einsetzen.

Turbofleisch im Weltgetriebe

Schlachtreife Masthähnchen sind heute in Alter und Knochenbau „Kinder“ mit dem Gewicht ausgewachsener Hühner. Die BUND-Agrarexpertin Reinhild Benning spricht von Qualzucht, wenn Tieren das Sättigungsgefühl abgezüchtet wird, schnell vor allem viel Brustfleisch wachsen muss. Francisco Mari hat mit seinem Buch „Das globale Huhn“ die Folgen dieses Fleischwahns untersucht: den gigantischen Sojaanbau in Südamerika, den Export zehntausender Tonnen von Geflügelresten nach Afrika.

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ROSINA “schmeckt” die Kometengase

© ESA / Rosetta / NAVCAM

© ESA / Rosetta / NAVCAM Gasjets von 67P am 2. September 2014 Bei diesem Rohbild der Halsregion des Kerns von 67P wurde die Helligkeit stark angehoben, um den Gasjet nahe der Bildmitte sichtbar zu machen. Das Bild entstand aus einer Entfernung von 56 Kilometern mit der Navigationskamera.

Schon rund 40 000 Massenspektren konnte der “Rosetta Orbiter Sensor for Ion and Neutral Analysis” oder kurz ROSINA seit Erreichen des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko aufzeichnen. Die Daten zeigen, dass derzeit die Gasdichte im Umfeld des Kerns noch sehr gering ist.

Von Tilmann AlthausSpektrum.de

Sie schwankt zudem mit der 12,4-stündigen Rotation des Kerns. Als Hauptbestandteile wies ROSINA wie erwartet Wasserdampf, Kohlenmonoxid und Kohlendioxid nach. Je nachdem, wo sich die Raumsonde Rosetta relativ zum Kern aufhält, gibt es starke Schwankungen in der Zusammensetzung der Hauptgase. Mal ist Kohlenmonoxid annähernd so häufig wie Wasserdampf, dann fällt der Gehalt auf nur noch zehn Prozent. Neben den Hauptgasen stieß ROSINA bereits auf Spurenstoffe wie Ammoniak, Methan und Methanol.

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Archaeologists Have Made An Incredible Discovery At Stonehenge

Image: BBC/io9

Using powerful ground-penetrating radar, investigators working around Stonehenge have detected a trove of previously unknown burial mounds, chapels, shrines, pits — and most remarkable of all — a massive megalithic monument made up of more than 50 giant stones buried along a 1,082-foot-long c-shaped enclosure.

By George Dvorskyio9

This news is unreal — and it’s resetting virtually everything we thought we knew about Stonehenge. Just a week after finding out that Stonehenge was once a complete circle, archaeologists from Birmingham and Bradford universities, and from the Ludwig Boltzman Institute in Vienna, have shattered the image of Stonehenge as a desolate and lonely place.

After four years of painstaking effort, and by using a magnetometer, a ground-penetrating radar (GPR), and a 3D laser scanner, archaeologists have shown that Stonehenge was once a sprawling complex that extended for miles.

And then there’s the previously unknown “super henge,” a monument located just two miles from Stonehenge. Scans suggest that each buried stone is about three meters (10 feet) long and 1.5 meters (5 feet) wide. The stones are positioned horizontally, not vertically, but it’s conceivable that they originally stood upright like other standing stones. The archaeologists suspect they were brought to the site shortly before 2,500 BC.

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Westantarktis überschreitet den Kipppunkt

Klimaforscher haben seit den 1970ern davor gewarnt: Jetzt ist der Westantarktische Eisschild instabil geworden und hat seinen unaufhaltsamen Zerfall begonnen. Das wird den Meeresspiegel deutlich steigen lassen. Eine Zäsur der Menschheitsgeschichte.

Von Stefan RahmstorfKlimalounge

Ein US-Fachjournalist nannte es einen “holy shit moment for global warming” – aber das ist untertrieben. Es ist ein historischer Wendepunkt – nicht nur für die Klimaforschung, sondern für die Menschheit. Seit dem Frühjahr 2014 wissen wir: der Westantarktische Eisschild ist höchstwahrscheinlich instabil geworden und damit gewissermaßen im freien Fall. „Der Planet ist in eine neue Ära eingetreten“, schrieb der Antarktisexperte Anders Levermann kürzlich dazu. Damit sind mehrere Meter Meeresspiegelanstieg und der Untergang von Küstenstädten und ganzen Inselstaaten vorprogrammiert und praktisch unausweichlich geworden.

Drei riesige Kontinentaleisschilde gibt es derzeit auf der Erde: den Grönländischen, den Westantarktischen und den Ostantarktischen Eisschild. Es handelt sich um mehrere tausend Meter dicke Landeismassen, die die Schneefälle von hunderttausenden Jahren enthalten und zusammen genug Wasser binden, um damit den Meeresspiegel weltweit um 65 Meter zu erhöhen.

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