Archiv der Kategorie: Umwelt

Sokratische Demokratie

Büste des Sokrates, römische Kopie eines griechischen Originals, 1. Jahrhundert, Louvre, Paris. Bild wikimedia.org/CC BY-SA 2.5

Der Philosophieprofessor Michael Hampe begeistert sich in seinem Buch Die Lehren der Philosophie weniger an deren Tauglichkeit, sich dem akademischen und öffentlichen Diskurs anzupassen, als an ihrem subversiven Potential. Dieses versucht er unter Rückbesinnung auf Sokrates und mit einem Blick auf Wittgenstein herauszuarbeiten.
Von Reinhard JellenTELEPOLIS

Herr Hampe, welchen Einfluss hat die gesellschaftliche Praxis auf die Philosophien und umgekehrt?

Michael Hampe: “Die Philosophien” im allgemeinen sind eine zu heterogene Gruppe, um die Relevanz der gesellschaftlichen Praxis für sie und die der Philosophie für die jeweilige Praxis einzuschätzen. Es gibt auf der einen Seite in der Philosophie Tätige, die ganz auf die internen professionell-akademischen Probleme ihrer Disziplin, beispielsweise der Modallogik, bezogen sind, keinen Kontakt zu den Einzelwissenschaften pflegen und sich nicht um die gesellschaftliche Praxis kümmern. Sie gehen in der Regel von Modellen der Erkenntnis aus, in denen die konkreten einzelwissenschaftlichen Verfahren und die konkreten gesellschaftlichen Verhältnisse gar keine Rolle spielen. Die Ergebnisse, zu denen die sich in der solchen Idealen des Erkennens bewegende Philosophie kommt, sind wiederum völlig irrelevant für die Einzelwissenschaften und das gesellschaftliche Leben.

Auf der anderen Seite arbeiten Philosophen mit Medizinern, Politikern, Menschenrechts- und Klimaschutzorganisationen zusammen, kümmern sich um die Ethik der Sterbehilfe und der Tierhaltung, Probleme des so genannten gerechten Krieges und möglicher Anreizsysteme zur Verringerung des CO2-Ausstosses. Ob die so konkret arbeitenden Philosophinnen und Philosophen in ihrer Arbeit von allgemeinen Ideologien und abstrakten Doktrinen geleitet werden oder ob ihre Reflexionen vor allem durch ihre Erfahrungen mit den konkreten Problemen gesteuert werden, mit denen sie zu tun haben, kann man nur im Einzelfall entscheiden.

Und zwischen den Formalisten im akademischen Elfenbeinturm und den ganz angewandt arbeitenden Philosophen mit und ohne ideologische oder doktrinäre Scheuklappen gibt es eine Reihe von Abstufungen im Praxisbezug. Es gibt politische Philosophien des Liberalismus, die nichts als eine “philosophische Absegnung” bestimmter gesellschaftlicher Verhältnisse im Spätkapitalismus sind und es gibt philosophische Untersuchungen, wie die von Raymond Geuss, die sehr konkrete politische Entwicklungen, wie beispielsweise das Verhalten von Tony Blair im Irak-Krieg extrem kritisch analysieren, ohne dabei einfach schematisch eine bestimmte praktische oder politische Philosophie, sei es die von Kant oder Mill oder die von Marx oder Adorno einfach zur Anwendung zu bringen.

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Religionsvertreter: Klimakrise gefährdet Überleben der Menschheit

klimawandelDer Weltkirchenrat und 30 führende Vertreter der Weltreligionen verlangen einen ehrgeizigen neuen Vertrag zur Bekämpfung des Klimawandels.

evangelisch.de

Das neue Abkommen müsse eine faire Verteilung der Lasten zwischen armen und reichen Staaten garantieren, forderten der Weltkirchenrat und die Persönlichkeiten am Sonntag in New York mit Blick auf den bevorstehenden Klimagipfel der Vereinten Nationen. Die Klimakrise gefährde das Überleben der Menschheit auf dem Planeten.

Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) und die 30 Führungspersönlichkeiten aus Christentum, Islam, Judentum, Hinduismus und Buddhismus wollten am Sonntag zu einem zweitägigen interreligiösen Klimagipfel zusammenkommen. Die Erklärung des interreligiösen Treffens soll am Dienstag während des Klimagipfels der Vereinten Nationen an Generalsekretär Ban Ki Moon übergeben werden.

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Neil Shubin: Das Universum in dir

Neil Shubin Das Universum in dir Aus dem Englischen von Sebastian Vogel Verlag: S. Fischer, Frankfurt M. 2014 ISBN: 9783100720054 21,99 €

Neil Shubin
Das Universum in dir
Aus dem Englischen von Sebastian Vogel
Verlag: S. Fischer, Frankfurt M. 2014
ISBN: 9783100720054
21,99 €

“Farishs Überschwang ließ mich vergessen, wie absurd es eigentlich war, sich so über die Entdeckung eines Zahnes zu freuen, der nicht viel größer war als ein Körnchen Sand (…) Der winzige Zahn stellt die Verbindung zwischen uns und einer längst vergangenen Welt dar.”

Von Rosana ErhartSpektrum.de

Mit Worten wie diesen beschreibt der amerikanische Paläontologe Neil Shubin, was er auf seiner ersten Forschungsexpedition in die Arktis erlebte. 1986 reiste er als Mitglied eines vierköpfigen Forscherteams in entlegene Winkel Grönlands, um dort nach fossilen Überresten von Organismen zu suchen, die evolutionär zwischen Reptilien und Säugetieren standen. Packend schildert Shubin die Enttäuschungen, die Strapazen und die euphorischen Momente dieses Unternehmens.

Doch dient ihm das nur als Einstieg, um einen ganz großen Wurf zu versuchen. Beginnend bei der Entstehung des Monds vor 4,5 Milliarden Jahren bis zum Aussehen der Welt vor 200 Millionen Jahren unternimmt er einen Streifzug durch vergangene Äonen.

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Why Greenland’s “Dark Snow” Should Worry You

Box and his team are trying to discover what made this year’s melt season so unusual. Photo by Jason Box

The ice in Greenland this year isn’t just a little dark—it’s record-setting dark. Box says he’s never seen anything like it. I spoke to Box by phone earlier this month, just days after he returned from his summer field research campaign.

By Eric HolthausSlate

“I was just stunned, really,” Box told me.

The photos he took this summer in Greenland are frightening. But their implications are even more so. Just like black cars are hotter to the touch than white ones on sunny summer days, dark ice melts much more quickly.

As a member of the Geological Survey of Denmark and Greenland, Box travels to Greenland from his home in Copenhagen to track down the source of the soot that’s speeding up the glaciers’ disappearance. He aptly calls his crowdfunded scientific survey Dark Snow.

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Israel’s oil wars shift to the Golan Heights

Illustrative photo of an oil rig (photo credit: Dwight Burdette/Wikimedia Commons/File)

Environmentalists made headlines two weeks ago when they blocked a controversial oil shale pilot project in the Shfela; largely unnoticed, the same US parent company has won approval for exploratory drilling up north.

By Melanie LidmanThe Times of Israel

What if Moses had made a right turn?

According to the old joke, if Moses had turned right when he led the Jews out of the Sinai Desert after 40 years of wandering, perhaps the Jewish people, rather than the Saudi Arabians, would be sitting on large oil reserves.

But an American oil company is convinced that Moses may not have been wrong after all. It is betting millions of dollars on the hope that Israel actually has enormous amounts of oil inside its borders that could meet most of the country’s needs. The only problem? The oil is either trapped deep inside rock, in a compound known as oil shale, or located hazardously close to Israel’s freshwater reserves.

Environmental activists won an important victory on September 2 when the Jerusalem Regional Planning and Building Committee denied a pilot program for a controversial new technology to extract oil shale in the Judean lowlands (Shfela) near Beit Shemesh, to the west of Jerusalem. But while the country was focused on the south and the war with Gaza over the summer, the Northern Regional Planning and Building Committee quietly approved a pilot for drilling in the Golan Heights.

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Veganes Leben: “Ernährung ist keine reine Privatsache”

Bild: Wikimedia Commons/alfa88papa (CC-BY-SA 3.0)

Bild: Wikimedia Commons/alfa88papa (CC-BY-SA 3.0)

Passen Sport und Veganismus wirklich zusammen? Ja, sagt Katrin Schäfer, die ein Blog über Laufen und vegane Ernährung schreibt. Im Gespräch mit achim-achilles.de erklärt sie, warum der Verzicht auf tierische Produkte erstrebenswert sein sollte.

SpON

SPIEGEL ONLINE: Frau Schäfer, wir leben in einer Hochphase des Veganismus. Gleichzeitig wird das Thema in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Warum ist das so?

Schäfer: Essen ist ein emotionales Thema. Ernährung hat viel mit Gewohnheiten zu tun und gibt unserem Leben Stabilität. Wenn man jemandem rät, dass er kein Fleisch mehr essen sollte, fühlt dieser sich angegriffen, schließlich stellt man seine Gewohnheiten infrage. Die Menschen scheuen sich vor solchen tiefgreifenden Veränderungen und nehmen dann eine Abwehrhaltung ein.

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Laniakea: Our home supercluster

Superhaufen - Regionen des Weltraums, die dicht mit Galaxien gepackt sind - sind die größten Strukturen im Universum. Aber Wissenschaftler haben gekämpft, um genau zu definieren, wo ein Superhaufen endet und ein anderer beginnt.
Laniakea ist hawaiianisch und bedeutet “unermesslicher Himmel.”

Sonnenstürme: Warnschuss vor dem nächsten Supersturm

© NASA, GSFC / SDO / SVS

© NASA, GSFC / SDO / SVS

2012 verfehlte ein extremer Sonnensturm nur knapp unseren Planeten. Wann landet die Sonne einen Volltreffer? Experten errechneten eine überraschend hohe Wahrscheinlichkeit.

Von Jan HattenbachSpektrum.de

Sonnenstürme treffen die Erde wieder und wieder, und meistens bleiben sie folgenlos. Nun aber warnen Experten – womöglich sind extreme Stürme häufiger als gedacht. Im Juli 2012 verfehlte uns ein “solarer Supersturm” nur deshalb, weil sich die auslösende Sonneneruption auf der erdabgewandten Seite ereignet hatte. “Hätte er getroffen, würden wir heute noch die Scherben zusammenkehren”, meint Daniel Baker von der University of Colorado. Gemeinsam mit einem Team amerikanischer Wissenschaftler hatte Baker die Messdaten der Sonnenbeobachtungssonde STEREO A analysiert, die sich unserem Planeten auf der Erdbahn voraus befand und die volle Wucht des Sturms abbekam.

Die im Oktober 2013 veröffentliche Arbeit von Baker und seinen Kollegen sorgte für Unruhe unter Experten. “Das 2012er Ereignis war das stärkste, das je vom Weltraum aus beobachtet wurde”, sagt Juha-Pekka Luntama, Leiter des Space-Weather-Teams im Space-Situational-Awareness-Programm der ESA (SSA) in Darmstadt. “Es war womöglich stärker als das ‘Carringtonereignis’ im Jahr 1859.”

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Staudämme in den Tropen schaden dem Klima

Itaipu Wasserkraftwerk, Staumauer, mit Wasserschächten, Image: hbernreuther.de

Wasserkraft gilt als sauberer Energieträger. Doch das ist ein Trugschluss.

Von Daniel LingenhöhlSpektrum.de

Ob Belo Monte in Brasilien, Nam Theun in Laos oder Belinga in Gabun: Wasserkraftprojekte in den tropischen Ländern der Erde ziehen oft Kritik nach sich, weil sie Regenwald überfluten und die ortsansässige Bevölkerung verdrängen. Umgekehrt argumentieren die Regierungen, dass sie auf diese Weise günstigen Strom produzieren können, ohne dabei die Atmosphäre mit Treibhausgasen zu belasten, wie dies bei der Kohlekraft der Fall wäre. Nun bestätigt jedoch eine Studie von Chandrashekhar Deshmukh von der Université de Toulouse und Kollegen, dass dies nicht nur falsch ist. Das Emissionsproblem wurde bislang womöglich auch noch drastisch unterschätzt. Nach bisherigen Schätzungen entwichen jährlich etwas mehr als 100 Millionen Tonnen Methan aus den größten Stauseen der Tropen – etwa vier Prozent der jährlichen Gesamtmenge.

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Bilanz der biologischen Sicherheitsforschung in Deutschland: Keine besonderen Risiken bei Gentechnik-Pflanzen

Johanna Wanka, Bundes- ministerin für Bildung und Forschung: Die geförderten Projekte zur Sicherheitsforschung “tragen dazu bei, Grüne Gentechnik verantwortungsvoll und im Sinne des Vorsorgeprinzips nutzen zu können.” (Aus dem Vorwort zur BMBF-Broschüre) Foto: BMBF / Laurence Chaperon

Gentechnisch veränderte Pflanzen zeigen im Vergleich zu konventionell gezüchteten kein höheres Risiko für Umweltbeeinträchtigungen. Seit 1987 hat die Bundesregierung zahlreiche Projekte zur biologischen Sicherheitsforschung finanziert. Zwei Jahre nach dem Ende des vorerst letzten Programms ist nun eine Broschüre erschienen, in dem einige Versuchsreihen mit ihren Ergebnissen vorgestellt werden. Einen Schwerpunkt bilden mehrere Projekte zu gentechnisch verändertem Mais. Obwohl die Wissenschaftler keine Hinweise auf besonderen Umweltrisiken finden konnten, wird Deutschland einen Anbau wohl auch in Zukunft verbieten.

transparenz GENTECHNIK

Insgesamt mehr als 300 Forschungsprojekte zur biologischen Sicherheit hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit 1987 gefördert, davon etwa die Hälfte zu gentechnisch veränderten Pflanzen. In den letzten drei Programmen seit 2000 ging es ausschließlich um mögliche Umweltauswirkungen verschiedener gv-Pflanzen, etwa bei Mais, Kartoffeln, Raps, Gerste, Zuckerrüben und Gehölzen. Außerdem wurden neue, präzisere molekularbiologische Methoden weiterentwickelt und unter Sicherheitsaspekten getestet. Die Versuche fanden nicht nur im Labor oder Gewächshaus statt, sondern auch im Freiland. Über 60 Hochschulen und Forschungseinrichtungen haben sich an den Forschungsprojekten beteiligt.

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Wenn Tierrechtler dogmatisch werden

picture alliance

Auch Wissenschaftler sind nicht frei von Dogmatismus. Gerade in der aktuellen Diskussion um Tierrechte ist eine Art Ideologisierung darwinistischer Positionen zu beobachten.

Von Timo SteinCicero

Auf den Stufen vor dem Berliner Bahnhof Friedrichstraße sitzt sie. Beziehungsweise steht sie. Und hackt. Die einbeinige Krähe kämpft mit den Überresten einer Stulle. Eine Taube wackelt herbei, hält ehrfürchtig Abstand. Einbeinige Krähe schlägt zweibeinige Taube. Eine zweite Taube taucht auf. Immer noch kein Eingreifen. Sie stehen zu zweit da und gucken blöd. Einbeinige Krähe schlägt zwei zweibeinige Tauben. Und wir reden hier von Bahnhofstauben, also den verruchten, zotteligen, nimmersatten, eigentlich mit allen Wassern gewaschenen Tauben.

Schließlich sind es fünf bescheuert glotzende Bahnhofstauben, die der einbeinigen Krähe das Futter überlassen. Einbeinige Krähe schlägt fünf zweibeinige Tauben. Die Gleichung ließe sich beliebig fortsetzen. Und während ich mich frage, wie viel dämliche Bahnhofstauben es wohl braucht, um einer einzigen einbeinigen Krähe das Futter streitig zu machen, schießt ein dicker Spatz ins Bild und pflückt sich wieselflink eine Brotkrume heraus. Die Krähe zuckt kurz. Die Tauben gucken weiter blöd.

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Giant Manta Ray Trapped in Fishing Line Seeks Diver’s Help

This manta ray was caught on film off the coast of Central America, appearing to ask these divers for help. The manta ray was trapped in a fishing net, and it was causing her a lot of pain. But this manta was smart and brave enough to approach these divers when she saw them. This isn’t the first time a ray has been caught doing something like this either.

By Kate MuyskensOne Green Planet

The divers were more than happy to lend a hand to this creature in need. Thomaz Monteiro told ninemsn, “All of the divers felt a deep connection with this amazing animal.”

Fleisch vom Fließband – Massentierhaltung und die Folgen

Foto: epd-bild/ Christian Mühlhausen/landpixel

Eine schleichende Industrialisierung geht auch durch Brandenburgs Landwirtschaft. Die Tierhaltung in immer größeren Ställen ist längst Teil der globalen Turboproduktion von Billigfleisch geworden. Wohin entwickeln sich unsere Dörfer und Landschaften? In einem „Aktionsbündnis Agrarwende Berlin-Brandenburg“ fordern viele Menschen, Tierschutz-, Umwelt- und ökologische Anbauverbände ein Umdenken. „OZON unterwegs“ untersucht, welche Folgen die Sojaimporte, die Fleischexporte, der Antibiotikaeinsatz und die Stickstoffemissionen haben.

OZON Unterwegs/RBB

Hähnchen vom Fließband

Der Brandenburger Landwirt Tobias Winnige öffnete „OZON unterwegs“ seine vor zwei Jahren bei Seelow gebaute Hähnchenmastanlage. Er ist Partner der holländischen Mastgesellsellschaft „Plukon“. Alle 42 Tage werden hier 300.000 gerade geborene Küken eingestallt. Gezüchtet zum ständigen Fressen mit einer durchschnittlichen Gewichtszunahme von 50 Gramm pro Tag. Während der Dreharbeiten war Tobias Winnige zufrieden. Er musste diesmal keine Antibiotika einsetzen.

Turbofleisch im Weltgetriebe

Schlachtreife Masthähnchen sind heute in Alter und Knochenbau „Kinder“ mit dem Gewicht ausgewachsener Hühner. Die BUND-Agrarexpertin Reinhild Benning spricht von Qualzucht, wenn Tieren das Sättigungsgefühl abgezüchtet wird, schnell vor allem viel Brustfleisch wachsen muss. Francisco Mari hat mit seinem Buch „Das globale Huhn“ die Folgen dieses Fleischwahns untersucht: den gigantischen Sojaanbau in Südamerika, den Export zehntausender Tonnen von Geflügelresten nach Afrika.

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ROSINA “schmeckt” die Kometengase

© ESA / Rosetta / NAVCAM

© ESA / Rosetta / NAVCAM Gasjets von 67P am 2. September 2014 Bei diesem Rohbild der Halsregion des Kerns von 67P wurde die Helligkeit stark angehoben, um den Gasjet nahe der Bildmitte sichtbar zu machen. Das Bild entstand aus einer Entfernung von 56 Kilometern mit der Navigationskamera.

Schon rund 40 000 Massenspektren konnte der “Rosetta Orbiter Sensor for Ion and Neutral Analysis” oder kurz ROSINA seit Erreichen des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko aufzeichnen. Die Daten zeigen, dass derzeit die Gasdichte im Umfeld des Kerns noch sehr gering ist.

Von Tilmann AlthausSpektrum.de

Sie schwankt zudem mit der 12,4-stündigen Rotation des Kerns. Als Hauptbestandteile wies ROSINA wie erwartet Wasserdampf, Kohlenmonoxid und Kohlendioxid nach. Je nachdem, wo sich die Raumsonde Rosetta relativ zum Kern aufhält, gibt es starke Schwankungen in der Zusammensetzung der Hauptgase. Mal ist Kohlenmonoxid annähernd so häufig wie Wasserdampf, dann fällt der Gehalt auf nur noch zehn Prozent. Neben den Hauptgasen stieß ROSINA bereits auf Spurenstoffe wie Ammoniak, Methan und Methanol.

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“Predictive-Policing”-Algorithmen: Polizei-Software soll die Zukunft voraussagen

Screenshot:BB

Screenshot:BB

Klingt wie “Minority Report”: Algorithmen sehen Einbrüche vorher, intelligente Kameras erkennen Terroristen in der Menge. Mit Predictive-Policing-Technik versuchen Ermittler, Verbrechen vorherzusagen. Aktivisten und Datenschützer fürchten neue Kontrollmechanismen.

Von Jannis BrühlSüddeutsche.de

Thomas Schweer weiß, dass er sich nicht beschweren sollte, wenn allen immer nur “Minority Report” einfällt, der Titel eines Science-Fiction-Thrillers mit Tom Cruise. “Der Name war ein Scherz. Als ich 2002 die Idee zu unserer Software hatte, lief der Film gerade im Kino”, sagt Schweer. Er nannte sein Computerprogramm “Precobs” – angelehnt an die “Precogs” aus dem Hollywood-Film, die dank ihrer hellseherischen Fähigkeiten Morde verhindern können.

Verbrechen in der Zukunft voraussagen – so etwas Ähnliches machen auch Schweer und sein Geschäftspartner Ralf Middendorf. Die beiden sitzen aber nicht in einer futuristischen Stadt voller selbstfahrender Autos, sondern in einem Büro am Stadtrand von Oberhausen, hinter einem Wald, der GPS-Signale verschluckt. Von hier aus spüren sie Einbrecher in der Zukunft auf. Schweer ist Sozialwissenschaftler mit Schwerpunkt Kriminalität, Middendorf Informatiker. Das Duo steht für jene Kombination aus Taten- und Datenanalyse, die gerade die Arbeit von Strafverfolgern verändert: Predictive Policing – vorhersagende Polizeiarbeit – umfasst mehrere Technologien, mit denen Ermittler Verbrechen vorhersagen wollen.

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Archaeologists Have Made An Incredible Discovery At Stonehenge

Image: BBC/io9

Using powerful ground-penetrating radar, investigators working around Stonehenge have detected a trove of previously unknown burial mounds, chapels, shrines, pits — and most remarkable of all — a massive megalithic monument made up of more than 50 giant stones buried along a 1,082-foot-long c-shaped enclosure.

By George Dvorskyio9

This news is unreal — and it’s resetting virtually everything we thought we knew about Stonehenge. Just a week after finding out that Stonehenge was once a complete circle, archaeologists from Birmingham and Bradford universities, and from the Ludwig Boltzman Institute in Vienna, have shattered the image of Stonehenge as a desolate and lonely place.

After four years of painstaking effort, and by using a magnetometer, a ground-penetrating radar (GPR), and a 3D laser scanner, archaeologists have shown that Stonehenge was once a sprawling complex that extended for miles.

And then there’s the previously unknown “super henge,” a monument located just two miles from Stonehenge. Scans suggest that each buried stone is about three meters (10 feet) long and 1.5 meters (5 feet) wide. The stones are positioned horizontally, not vertically, but it’s conceivable that they originally stood upright like other standing stones. The archaeologists suspect they were brought to the site shortly before 2,500 BC.

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Westantarktis überschreitet den Kipppunkt

Klimaforscher haben seit den 1970ern davor gewarnt: Jetzt ist der Westantarktische Eisschild instabil geworden und hat seinen unaufhaltsamen Zerfall begonnen. Das wird den Meeresspiegel deutlich steigen lassen. Eine Zäsur der Menschheitsgeschichte.

Von Stefan RahmstorfKlimalounge

Ein US-Fachjournalist nannte es einen “holy shit moment for global warming” – aber das ist untertrieben. Es ist ein historischer Wendepunkt – nicht nur für die Klimaforschung, sondern für die Menschheit. Seit dem Frühjahr 2014 wissen wir: der Westantarktische Eisschild ist höchstwahrscheinlich instabil geworden und damit gewissermaßen im freien Fall. „Der Planet ist in eine neue Ära eingetreten“, schrieb der Antarktisexperte Anders Levermann kürzlich dazu. Damit sind mehrere Meter Meeresspiegelanstieg und der Untergang von Küstenstädten und ganzen Inselstaaten vorprogrammiert und praktisch unausweichlich geworden.

Drei riesige Kontinentaleisschilde gibt es derzeit auf der Erde: den Grönländischen, den Westantarktischen und den Ostantarktischen Eisschild. Es handelt sich um mehrere tausend Meter dicke Landeismassen, die die Schneefälle von hunderttausenden Jahren enthalten und zusammen genug Wasser binden, um damit den Meeresspiegel weltweit um 65 Meter zu erhöhen.

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Missionarin kontaktiert bedrohtes unkontaktiertes Amazonas-Volk

Unkontaktierte Mashco-Piro haben Kleidung und Lebensmittel von Außenstehenden erhalten, wodurch sie Gefahr laufen, sich mit für sie tödlichen Krankheiten zu infizieren. © Jaime Corisepa/FENAMAD

Ein unkontaktiertes und für eingeschleppte Krankheiten höchst anfälliges Amazonas-Volk wurde an der Grenze des Manu-Nationalparks in Peru von einer Missionarin kontaktiert. Die Kontaktaufnahme schürt die Sorge um die Übertragung von Krankheiten, die das unkontaktierte Volk auslöschen könnten.

Survival International

Berichten zufolge soll die Adventisten-Missionarin aus einer lokalen Indigenen-Gemeinde mit einem Boot des Reiseanbieters Expediciones Vilca ans Ufer gefahren sein, wo sie Kleidung und Lebensmittel für die unkontaktierten Mashco-Piro-Indianer hinterließ.

Nun sind Bilder veröffentlicht worden, die das Zusammentreffen am letzten Samstag (6. September) zeigen. Darauf nehmen die Mashco-Piro die Kleidung und Lebensmittel an, die das Boot kurz zuvor ablud.

Erst vor wenigen Tagen hatten Survival International, die globale Bewegung für die Rechte indigener Völker, und die lokale Indigenen-Organisation FENAMAD vor “Menschensafaris” und der zunehmenden Bedrohung gewarnt, die das Aufeinandertreffen von Unkontaktierten und Außenstehenden mit sich bringt.

Evolution in der Ursuppe

Ausschnitt aus einem Video zum Miller-Urey-Experiment; The Community College Consortium for Bioscience Credentials/CC BY 3.0

Erstmals konnten Forscher in einer Computersimulation zeigen, dass unter den atmosphärischen Bedingungen in der Frühzeit der Erde die Entstehung komplexer Moleküle nicht nur möglich, sondern folgerichtig ist.

Von Matthias GräbnerTELEPOLIS

Vor vier Milliarden Jahren war die Erde noch jung und wild. Was dann passierte, davon können heute keinerlei Zeugen mehr berichten. Bekannt sind nur zwei Tatsachen: Dass am Ende einer Millionen Jahre dauernden, chemischen Evolution die Entstehung von Leben stand. Und dass die Atmosphäre der Erde damals aus Methan (CH4), Ammoniak (NH3), Wasser und Wasserstoff bestanden haben muss. In einem damals Aufsehen erregenden Experiment haben Harold Urey und sein Doktorand Stanley Miller 1953 gezeigt, dass sich unter Energiezufuhr aus diesen Stoffen Aminosäuren bilden können – die Bausteine des Lebens. Als Energielieferanten könnten dabei die in der Frühzeit der Erde häufigen atmosphärischen Entladungen in Form von Blitzen gedient haben.

Das Experiment stieß nicht auf ungeteilte Zustimmung, auch wenn andere Forscher mit ähnlichen Versuchen fortfuhren und auf ähnliche Weise weitere komplexe, zur Entstehung des Lebens nötige Moleküle erzeugen konnten. Je nach Variation der Umweltbedingungen waren andere chemische Reaktionen die Folge. Womöglich haben auch UV-Strahlung, Radioaktivität, die Wärme unterseeischer Quellen oder gar die Schockwellen eines Meteoriteneinschlags die für die Entstehung komplexer Verbindungen nötige Energie geliefert?

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Five Dinosaur Myths That You Probably Thought Were True

How much do you know about dinosaurs? If you’re still relying on what you learned in grade school — and saw in Hollywood classics like “Jurassic Park” — you’ve got dinosaurs all wrong.

By Jaqueline HowardHuffington Post

Yes, the scientific understanding of dinosaurs — and dinosaur behavior — has changed drastically in recent years.

“‘Jurassic Park’ fossilized an image of scaly dinosaurs in our imagination,” Brian Switek, dinosaur expert and author of the book My Beloved Brontosaurus, told The Huffington Post in an email. “Despite scores of fluffy and fuzzy dinosaur fossils, many people still prefer the scabrous, reptilian versions they grew up with. Nostalgia’s great, but paleontology has kept altering our perceptions of what dinosaurs were like in the 20 years since Spielberg’s classic film.”

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