Archiv der Kategorie: Umwelt

Schutzschild der Erde: Rasante Magnetfeld-Umpolung verblüfft Geoforscher

Bild: NASA/PD The Importance of Being Magnetized Despite its magnetic field, Earth is losing its atmosphere to space at about the same rate as planets that lack this protective barrier against the solar wind. Scientists now are beginning to question whether magnetic fields really are vital to helping a planet hold on to its atmosphere. Upcoming missions, such as NASA's MAVEN mission to Mars, will help astrobiologists understand how the loss of planetary atmospheres is tied to solar activity. The work could shed new light on how a planet's habitability is effected by its local space environment.

Bild: NASA/PD
The Importance of Being Magnetized
Despite its magnetic field, Earth is losing its atmosphere to space at about the same rate as planets that lack this protective barrier against the solar wind. Scientists now are beginning to question whether magnetic fields really are vital to helping a planet hold on to its atmosphere. Upcoming missions, such as NASA’s MAVEN mission to Mars, will help astrobiologists understand how the loss of planetary atmospheres is tied to solar activity. The work could shed new light on how a planet’s habitability is effected by its local space environment.

Vor 786.000 Jahren wechselte das Magnetfeld der Erde seine Richtung um 180 Grad. Die Umpolung dauerte offenbar nur hundert Jahre und wird sich wiederholen. Dann sind Menschen, Stromnetze und Satelliten gefährdet.

Von Holger DambeckSpON

Die Kompassnadel zeigt nach Norden – so lernen es Kinder im Geografie-Unterricht. Doch in der Erdgeschichte hat das Magnetfeld immer wieder die Richtung gewechselt – im Mittel alle 250.000 Jahre. Die Nadel hätte also mal nach Süden, mal nach Norden gezeigt, wenn es damals schon Kompasse gegeben hätte.
Die letzte langjährige Umpolung, die sogenannte Brunhes-Matuyama-Umkehr, liegt fast 800.000 Jahre zurück. Und sie geschah viel schneller als bislang bekannt, wie ein internationales Forscherteam nun bei Untersuchungen in Italien herausgefunden hat. In gerade mal hundert Jahren habe sich der Wechsel vollzogen, schreiben sie im Fachblatt “Geophysical Journal International”.

Kalifornien: Die große Dürre

Zum Vergleich: Die „Green Bridge“ über den Lake Oroville im Sommer 2011 (links) und 2014 (rechts) ©AFP

Der Golden State erlebt eine Katastrophe. Viele Menschen sind ohne fließendes Wasser, Ackerland liegt brach. Der Rest der Welt wird die Folgen im Supermarkt spüren – etwa beim Zitronenkauf.

Von Roland LindnerFrankfurter Allgemeine

Der Stausee hoch über dem kalifornischen Städtchen Porterville hat den imposanten Namen „Lake Success“ („Erfolgssee“). Gebaut wurde er vor mehr als 50 Jahren, um Fluten zu verhindern, steht es auf einer Hinweistafel. Er ist außerdem für allerlei Freizeitaktivitäten gedacht, auf der Tafel werden Wasserski, Bootfahren und Angeln genannt. Aber an diesem heißen und trockenen Oktobernachmittag macht der See einen kümmerlichen Eindruck. Von Wassersportlern ist weit und breit keine Spur, von Flutgefahr kann keine Rede sein. Der See ist gerade einmal zu 4 Prozent gefüllt, Tendenz sinkend, wie der für die Instandhaltung der Anlage verantwortliche Chad Stuart sagt. Der Fluss, der vom Stausee hinab nach Porterville führt, ist ganz ausgetrocknet.

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Menschenzeitalter: Das Ende kommt, und das ist auch gut so

klimawandelDer Mensch hat sich die Erde zum Untertan gemacht, hat sie verändert, gestaltet und ausgeraubt: Wir leben im Anthropozän, dem Zeitalter des Menschen – und mit diesem Begriff entsteht auch das Bewusstsein, dass es damit dereinst vorbei sein wird.

Von Georg DiezSpON

Wenn die Menschheit tot ist, fort und verweht, wenn die Plastikgebirge und die vor sich hin brodelnden Meere allein und verlassen daliegen, wenn ein heißer Wind über die Ödnis fegt und den Staub, der mal eine Stadt war, durch die trübe Luft weht, und wenn sich der Planet dann irgendwann, Millionen von Jahre nachdem die Menschen gegangen sind, langsam wieder erholt – wer wird sich an uns erinnern?

Wir leben im Menschenzeitalter, heißt es, es hat auch einen anspruchsvollen Namen, sie nennen es Anthropozän, die Geologen, Biologen, Meteorologen und all die anderen Forscher und Wissenschaftler, die sich mit dem Wesen des Lebens auf der Erde beschäftigen, wie es entstanden ist, wie es den Planeten verändert hat, wie es enden könnte – denn was einen Anfang hat, weiß jedes Kind, damit ist auch irgendwann Schluss.

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Climate Change Becomes Military Issue

Photo: Tech. Sgt. Paul Flipse/US Air Force

Rising sea levels and other effects of climate change will pose major challenges for America’s military, including more and worse natural disasters and the threat that food and water shortages could fuel disputes and instability around the world, Defense Secretary Chuck Hagel said Monday.

AP/Lolita C BaldorThe Daily Catch

Addressing a conference of military leaders as the Pentagon released a new report on the issue, Hagel said, “Our militaries’ readiness could be tested, and our capabilities could be stressed.”

 U.S. military officials have long warned that changes in climate patterns, resulting in increased severe weather events and coastal flooding, will have a broad and costly impact on the Defense Department’s ability to protect the nation and respond to natural and humanitarian disasters in the United States and around the globe.

The new report — described as a Pentagon roadmap — identifies four things that it says will affect the U.S. military: rising global temperatures, changing precipitation patterns, more extreme weather and rising sea levels. It calls on the department and the military services to identify more specific concerns, including possible effects on the more than 7,000 bases and facilities, and to start putting plans in place to deal with them.

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Lee Smolin: Zeitlosigkeit gibt es nicht

Smolin_UniversumDerZeitUnaufhaltsam scheint die Zeit voranzuschreiten. Wir sehen, wie unsere Kinder wachsen, wie unsere Freunde und wir selbst altern. Eine Möglichkeit, dem zu entrinnen, gibt es für uns nicht. Auch manch renommierter Wissenschaftler, etwa der theoretische Physiker Lee Smolin, betrachtet die Dominanz der Zeit als unanfechtbar.

Von Thorsten NaeserSpektrum.de

Für ihn ist die Zeit etwas Absolutes: Nicht einmal Naturgesetze stünden über ihr, wie er im vorliegenden Buch schreibt. Naturgesetze seien nicht zeitlos, sondern veränderten sich allmählich.

Smolin ist nicht irgendwer; er wirkte an Top-Einrichtungen des Wissenschaftsbetriebs: Harvard University (Cambridge), Institute for Advanced Study (Princeton), Yale University (New Haven), um nur einige zu nennen. Mit seinen Thesen nimmt er auch nicht unbedingt eine Außenseiterposition ein. Viele Physiker beschleichen mittlerweile Zweifel, ob etwa Naturkonstanten wirklich fixe Größen sind oder doch einer zeitlichen Entwicklung unterworfen. Mit seiner Vermutung einer alles dominierenden Zeit bezieht Smolin eine klare Gegenposition zu großen Denkern wie Isaac Newton (1642-1726) oder Albert Einstein (1879-1955), die die Welt von ewig geltenden Naturgesetzen beherrscht sahen.

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Tierrecht: Mit Farbe, Sprengstoff und Brandbeschleuniger

Schon wenn die Tierschutzorganisation PETA gegen die Pelzindustrie demonstriert, sind die Bilder oft drastisch wie hier 2007 in Berlin. Militante Tierrechtler gehen aber noch weiter. | © Hannibal Hanscke / Reuters

Über 2.000 Mal sollen militante Tierrechtler Ställe angezündet, Hochsitze zerstört und Tiere befreit haben. Wir zeigen die bekannten Taten in einer interaktiven Karte.

Von Christian Fuchs, Paul Schwenn und Paul BlickleZEIT ONLINE

Sie zünden Mastanlagen an, beschädigen Fleisch-Transporter, legen Hochsitze um, stören Jagdgesellschaften und befreien Nerze und Enten aus Farmen: Mehr als 2.000 Straftaten sollen Tierrechtsextremisten in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland verübt haben, hat das Bundeskriminalamt gezählt. Glaubt man den Zahlen der Sicherheitsbehörden, begehen die Öko-Extremisten jede Woche vier Delikte. Die Aktivisten der Animal Liberation Front (ALF) sprechen selbst von mindestens zwei Anschlägen pro Woche.

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Veganes Hundefutter: Gemüse und Tofu statt Knochen

Bild: Wikimedia Commons/alfa88papa (CC-BY-SA 3.0)

Bild: Wikimedia Commons/alfa88papa (CC-BY-SA 3.0)

Auf tierische Lebensmittel zu verzichten ist nichts Exotisches mehr. Doch manche Veganer ernähren nicht nur sich, sondern auch ihre Haustiere vegan. Der Handel reagiert schon darauf.

Von Anna Ringle-Brändlistern.de

Wenn Leila nach einer Wurst schnappt, dann ist es nicht einfach ein gewöhnliches Wiener Würstchen. Sondern Tofuwurst. Karotten sind bei dem Mischlingshund auch hoch im Kurs. Der adoptierte Straßenhund aus Rumänien lebt wie sein Potsdamer Frauchen seit Jahren vegan. Auf Leilas Speiseliste stehen unter anderem noch: Birnen, Nüsse, Linsen, Reis und vegane Tierfuttermischungen, die Marion Abels zukauft. Die 42-Jährige will damit ein Zeichen gegen die Fleisch- und Milchindustrie setzen. Der Handel hat die Zielgruppe vegan lebende Haustiere längst für sich entdeckt.

900 000 Deutsche ernähren sich vegan, gibt der Vegetarierbund Deutschland an, der sich bei seinen Angaben auf Studien stützt. Sie essen nicht nur wie Vegetarier kein Fleisch, sondern auch keine Tierprodukte wie Milch, Eier oder Honig. Die Zahl der Veganer sei stark steigend, sagt Pressesprecherin Stephanie Stragies. “Immer mehr Menschen werden gleich vegan und machen nicht erst einen Umweg über das vegetarische Leben.” Mit den Veganern wächst offenbar auch die Zahl der Haustiere, die vegan leben. Wie viele es sind, ist aber unbekannt.

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Zoff zwischen Biobauern und Veganern

Hier demonstrieren sie noch gemeinsam gegen die Agrarindustrie: Biobauern, Tierschützer, Vegetarier und Veganer. Bild: imago/epd

Beim „Wir haben es satt“-Kongress werden tiefe Gräben in der alternativen Agrarbewegung deutlich. Es geht um die Frage: Dürfen Landwirte Tiere halten?

Von Jost Maurintaz.de

Vegane Aktivisten gehen zunehmend auf Distanz zur Bewegung für eine alternative Landwirtschaft. Das zeigte sich beim ersten „Wir haben es satt“-Kongress, den die Organisatoren der Demonstrationen gegen die Agrarindustrie unter dem selben Motto am Wochenende in Berlin veranstaltet haben. Nach Angaben der Veranstalter besuchten mehr als 400 Teilnehmer den Kongress.

„Wir sind nicht eine Bewegung. Ich fühle mich von euch im Stich gelassen, wenn es um Tierrechte geht“, sagte Erasmus Müller von der veganen Organisation Animal Rights Watch (Ariwa) unter anderem in Richtung des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND). „In dieser Hinsicht sind wir keine Bewegung mehr.“ Für seinen emotionalen Beitrag bei einer Podiumsdiskussion über Tiere in einer bäuerlich-ökologischen Landwirtschaft erntete er viel Applaus im Publikum.

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Scientists discover a new origin of oxygen on Earth and in space

Scientists have found a new pathway to make molecular oxygen from carbon dioxide, no bio-photosynthesis involved. Pictured here, blue green algae, which is responsible for half of the oxygen on our planet. (Haraz N. Ghanbari / Associated Press)

Scientists have discovered a new way to make molecular oxygen (O2) from carbon dioxide (CO2) — no green plants involved.

By Deborah NetburnLos Angeles Times

Their findings could alter our understanding of the Earth’s early atmosphere and how oxygen might form on other planets with carbon dioxide in their atmospheres.

In a paper published Thursday in Science, researchers from UC Davis report that when carbon dioxide molecules are exposed to certain wavelengths of light radiation, they can get so excited that they split into a C molecule and an O2 molecule.

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Beide Tiere männlich: Zoo gibt Paarung von Hyänen auf

Tüpfelhyäne (Crocuta crocuta), Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA-2.0-de

Immer wieder sperrten sie die beiden Hyänen in dasselbe Gehege – in der Hoffnung auf Nachwuchs. Doch statt sich zu paaren, bekämpften sich die Tiere lieber hartnäckig. Der Grund: Beide sind männlich.

stern.de

Ein japanischer Zoo hat nach jahrelangen Bemühungen um Hyänen-Nachwuchs eine überraschende Entdeckung gemacht: Die beiden zur Paarung vorgesehenen Tiere sind männlich, wie der Zoo Maruyama in der nordjapanischen Stadt Sapporo in dieser Woche bekanntgab. Immer wieder seien die Tiere in der Hoffnung auf Baby-Hyänen in dasselbe Gehege gesperrt worden – wo sie sich aber hartnäckig bekämpften statt sich zu paaren.

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Kirchen gegen Konsumdenken und Maßlosigkeit

Bild: tilly

Bild: tilly

Zum Überdenken des eigenen maßlosen Lebensstils hat der Vorsitzende des Ökumenischen Rates des Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), der evangelisch-methodistische Superintendent Lothar Pöll aufgerufen. Die westliche Welt plündere mit ihrem System der Maßlosigkeit die Ressourcen der Erde aus und lebe mit ihrer unersättlichen Gier nach Konsum auf Kosten anderer und der nachfolgenden Generationen. Das beklagte Pöll in seiner Predigt beim ökumenischen Gottesdienst zur Schöpfungszeit am Donnerstagabend im katholischen Schulzentrum Friesgasse in Wien.

kathweb

Der Gottesdienst, der dieses Jahr unter dem Motto “Maßlos” stand, war einer der Höhepunkte der kirchlichen “Schöpfungszeit”, die jedes Jahr vom 1. September bis 4. Oktober von den christlichen Kirchen begangen wird. Mit Pöll und den Schülern, Lehrern und Eltern der Friesgasse feierten u.a. auch der Wiener lutherische Superintendent Hansjörg Lein und der altkatholische Bischof John Okoro.

Maßlosigkeit sei in Österreich wie auch in der restlichen westlichen Welt mittlerweile leider zum System geworden, so Pöll. Würden alle Menschen auf dem Niveau der Österreicher konsumieren, bräuchte es dreieinhalb Erden um genügend Ressourcen zu produzieren. Alleine dieser Umstand zeige die unfaire Verteilung der Lebensmittel auf der Welt.

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Satellitenaufnahmen beweisen: Kalifornien trocknet aus

Satellitenaufnahmen der NASA machen das Ausmaß der Trockenheit in Kalifornien deutlich. NASA/JPL-Caltech/University of California, Irvine

Satellitenaufnahmen der NASA machen das Ausmaß der Trockenheit in Kalifornien deutlich.
NASA/JPL-Caltech/University of California, Irvine

Leere Stauseen, vertrocknete Äcker und Waldbrände: Die Dürre in Kalifornien wird immer dramatischer. Das tatsächliche Ausmaß der Katastrophe zeigen jetzt neue Satellitenaufnahmen der NASA.

FOCUS ONLINE

Der US-Bundesstaat Kalifornien leidet unter einer enormen Trockenheit, die jedes Jahr mehr zum Problem wird. Wer Wasser verschwendet wird von der Regierung hart bestraft. Die Weltraumbehörde NASA hat jetzt schockierende Fotos veröffentlicht. Aufnahmen des Doppelsatelliten „Grace“ zeigen, was sich in den vergangenen zwölf Jahren unter der Erdoberfläche des Sonnenstaates abspielte. Das allmähliche Absinken des Grundwassers über die Jahre hinweg wird deutlich durch die farbliche Markierung: Während 2002 noch alles im grünen Bereich war, zeigen die Aufnahmen vom Juni 2014 das Ausmaß der Trockenheit eindrücklich: Ganz Kalifornien ist tiefrot eingefärbt.

How Would Discovering Extraterrestrial Life Affect the World’s Religions?

According to Vanderbilt Professor of Astronomy David Weintraub, a majority of atheists believe in extraterrestrial life. That’s one of the revelations he discusses in his new book Religions and Extraterrestrial Life:

By Hemant MehtaFriendly Atheist

Specifically, he found that 55% of atheists believed in aliens while the number was lower for religious believers. Only 44% of Muslims, 37% of Jews, 36% of Hindus, and 32% of Christians felt the same way.

This is actually not a surprising claim.

While the book’s cover makes aliens look like cartoon-y works of fiction, the idea that there’s other life in the universe isn’t new at all. In fact, given the size of the universe and how relatively little we actually know about it, one could argue there’s a pretty good chance there are other forms of life out there that we just haven’t encountered yet. As Richard Dawkins said last week, “The idea that we are alone in the universe seems to me completely implausible and arrogant… Considering the number of planets and stars that we know exist, it’s extremely unlikely that we are the only form of evolved life.”

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Der Mann, der Fleisch wachsen lässt

Bild: heise.de

Das Start-up Modern Meadow will aus Zellkulturen statt Zuchttieren Leder und Nahrungsmittel produzieren.

Von David TalbotTechnology Review

Andras Forgacs hat eine Vision. Der Chef und Mitbegründer von Modern Meadow aus dem amerikanischen Brooklyn will Produkte, für die bislang Tiere sterben müssen, bald im Labor produzieren – Fleisch etwa oder Leder. Dazu arbeitet die junge Firma an speziellen Zellkulturen.

Sollte die Idee umsetzbar sein, wäre das nicht nur für Tierfreunde gut, sondern auch für die Umwelt: Die Tierzucht zur Fleisch- und Lederproduktion benötigt enorme Mengen an Wasser, Land und Energie. Forgacs, der zuvor mit Organovo eine Firma gegründet hatte, die mit 3D-Druckern menschliches Gewebe für biomedizinische Anwendungen erzeugte, sprach mit Technology Review am Rande der EmTech-Konferenz im amerikanischen Cambridge.

Technology Review: Herr Forgacs, was steckt konkret hinter Modern Meadow?

Andras Forgacs: Die Firma wurde gegründet, um Ideen aus der biomedizinischen Gewebeherstellung weiterzudenken. Wenn wir schon Haut wachsen lassen können, können wir dann auch Leder herstellen? Und wenn wir Muskelgewebe erzeugen können, reicht das auch für Fleisch?

Das setzen wir jetzt um – und wir arbeiten auch mit Köchen und Lederexperten daran, die Ergebnisse zu perfektionieren. Wir sehen uns als Materialhersteller. Als erstes werden wir uns auf Leder konzentrieren. Da arbeiten wir zurzeit daran, eine hohe Qualität zu erzielen und das herzustellen, was die Kunden wollen. Darauf aufbauend entwickeln wir dann Prozesse, die sich im Industriemaßstab skalieren lassen.

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Im Jahr 2030 bräuchten wir eine zweite Erde

Märkischer Kiefernwald,Bild: brightsblog(bb)

Märkischer Kiefernwald,Bild: brightsblog(bb)

Der Mensch tötet mehr Tiere und verbraucht mehr Ressourcen, als der Planet regenerieren kann, besagt ein Bericht der Naturschutzorganisation WWF. Auch die Deutschen leben weit über ihre Verhältnisse.

stern.de

Der Mensch ist das wohl gierigste Wesen der Erde: Seit 1970 tötet er jedes Jahr mehr Tiere, holzt mehr Bäume ab und verbraucht mehr Rohstoffe, als die Natur regenerieren kann. “1,5 Erden sind derzeit nötig, um den aktuellen Ressourcenverbrauch zu decken”, heißt es in einem Bericht, den die Naturschutzorganisation WWF am Dienstag vorgestellt hat. Damit treibe die Menschheit ihren eigenen Planeten in einen “gefährlichen Burn-Out.”

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Konvivialistisches Manifest: Zusammenleben für die Zukunft

John Lennon & Yoko Ono at the first day of their Amsterdam Bed-In. Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA-3.0-nl

In einem Manifest fordern 40 Intellektuelle – darunter Eva Illouz, Chantal Mouffe und Eve Chiappello – Fürsorge und Maßhalten im globalen Maßstab.

Von Tim Kaspar Boehmetaz.de

Die romanischen Sprachen haben es in manchen Dingen leichter. Ein lateinischstämmiges Wort wie „convivialisme“ klingt dort viel weniger akademisch als im Deutschen, denn „conviver“, aus dem sich der Begriff herleitet, bedeutet im Französischen schlicht „zusammenleben“. Und um genau diese Frage geht es dem Konvivialismus, der auf eine Gruppe Intellektueller um den Pariser Soziologen Alain Caillé zurückgeht.

Rund 40 Autoren und Autorinnen – darunter Eva Illouz, Chantal Mouffe, Edgar Morin oder Yann Moulier-Boutang, stehen hinter dem „konvivialistischen Manifest“, das jetzt als Büchlein erschienen ist. Mit ihrem Text bringen sie dringende Fragen auf den Punkt: „Wie mit der Rivalität und der Gewalt zwischen den Menschen umgehen? Wie sie dazu bewegen, zusammenzuarbeiten, um sich weiterzuentwickeln, wobei jeder das Beste von sich selbst gibt, sodass es möglich wird, einander zu widersprechen, ohne einander niederzumetzeln? Wie lässt sich die heute grenzenlose und potenziell selbstzerstörerische Anhäufung von Macht über Mensch und Natur verhindern?“

 

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Naturkundemuseum in Dessau: Entdecker Darwin auf der Spur

charles_darwin_nkmbDie Sonderausstellung im Naturkundemuseum in Dessau widmet sich Charles Darwin und seiner Evolutionstheorie. Fledermäuse bilden einen besonderen Schwerpunkt der Schau.

Von Danny GitterMitteldeutsche Zeitung

Wenn einer eine Reise tut, hat er danach viel zu erzählen. Ein britischer ehemaliger Medizin- und Theologiestudent hatte 1859 von seiner fünfjährigen Weltreise, die er Jahre zuvor auf dem Vermessungsschiff „Beagle“ machte, so viel zu erzählen, dass es die Welt fast auf den Kopf stellen sollte.

„Die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl“, so die deutsche Übersetzung des Weltbestsellers von Charles Darwin revolutionierte die Biologie. Seitdem gilt er als Begründer der modernen Evolutionstheorie, die die Jahrtausende alte Vorstellungen von der Unveränderlichkeit der Lebewesen grundlegend widerlegte. Über 150 Jahre später, wo Darwin längst Teil des wissenschaftlichen Mainstreams ist, seine Theorien längst mit neuen Erkenntnissen weiterentwickelt wurden, widmet sich eine Sonderausstellung im Dessauer Museum für Naturkunde und Vorgeschichte dem britischen Naturforscher. „Charles Darwin – Artenvielfalt durch Evolution“ wurde am Sonntag offiziell eröffnet und ist noch bis zum 6. April 2015 in den Räumen des Museums zu sehen.

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Warum Tiere uns guttun, wir ihnen aber nicht

Bild: animalequality.de

Bild: animalequality.de

Mit der Debatte um Menschenrechte für Menschaffen ist die Diskussion um Massentierhaltung und Schlachthof-Barbarei neu entbrannt. Und mit ihr der Ruf nach anderer Ethik, mehr Moral – und einem neuen Gesellschaftsvertrag mit dem Tier.

Von Elmar SchnitzerFOCUS ONLINE

Schon wieder Zeitungs-Fotos qualvoll verendeter Schweine in einem lichtlosen Massentierstall, bestimmt für die Fleischtheke einer Lebensmittelkette, hätte sie der Tod nicht vorher lebendig aufgefressen. Bilder die schmerzen wie Schläge. Schande, die brennt wie Feuer. Aber, auch wenn es noch so weh tut: Wir dürfen unsere Augen nicht länger verschließen gegenüber der Abscheulichkeit von Massentierhaltung und Schlachthof- Barbarei , die das moralisch- ethische Korsett einer menschlichen Gesellschaft längst gesprengt haben.

Unsere Speisekarte ist zum blutigsten Stück Papier der Moderne geworden, darauf: 630  Millionen Hühner, 58 Millionen Schweine, 37 Millionen Puten, 25 Millionen Enten, 3 Millionen Rinder, 1 Million Schafe, 500 000 Gänse und 29 000 Ziegen. Macht 754 Millionen geschlachtete Nutztiere.

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Ist Religion nur ein Abfallprodukt?

Carlin_ReligionReligiöse Vorstellungen finden sich zu allen Zeiten in allen Kulturen. Wissenschaftler glauben, dass sich diese Tatsache mithilfe der Evolutionstheorie erklären lässt.

Von Rolf Maag20min Online

Religionen sind in vieler Hinsicht merkwürdige Phänomene. Sie erfordern den Glauben an übernatürliche Wesen wie Götter und Dämonen, für deren Existenz es keinerlei überzeugende Belege gibt. Ausserdem verlangen sie von ihren Anhängern, dass sie Rituale praktizieren, die scheinbar völlig sinnlos sind.

Dennoch sind bisher keine völlig religionslosen Kulturen bekannt. Kann es sein, dass sich in der Evolution des Menschen auch ein Sinn für Religiosität entwickelt hat? Genau das behaupten mehrere Theorien, die in den letzten beiden Jahrzehnten entstanden sind.

Anpassung oder Abfallprodukt?

Unter den Forschern haben sich zwei Lager herausgebildet: Die Adaptionisten sehen in der Religion eine Anpassung, die ihren Anhängern einen Vorteil im Kampf ums Überleben bietet. Ihre Gegner meinen, sie sei ein Abfallprodukt einer anderen Anpassungsleistung, das sich dann verselbständigt hat.

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“Der Nordpol schmilzt in nie vorhergesagtem Tempo”

Nordpol, Bild: NASA/PD

Nordpol, Bild: NASA/PD

Die Präsidentin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie hält die Erderwärmung für unausweichlich. Doch für die Wirtschaft müsse diese Entwicklung nicht nur negative Folgen haben.

Von Birger NicolaiDIE WELT

Nach dem UN-Klimagipfel in New York hält die Präsidentin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), Monika Breuch-Moritz, das Erreichen der Klimaziele für unrealistisch. “Der Klimawandel läuft, das ist unumstritten. Ein Ziel der Politik wie jene zwei Grad, um die die Erde bis zum Jahr 2100 maximal wärmer werden darf, werden wir nicht mehr schaffen”, sagte Breuch-Moritz der “Welt am Sonntag”. Zu den Aufgaben der Behörde mit Sitz in Hamburg gehören auch Sturmflutwarnungen sowie die Erfassung von Meeresdaten.

“Wir müssen in der Klimatologie Zeiträume von 30 Jahren betrachten: In den vergangenen 150 Jahren sind diese 30-Jahres-Abschnitte immer wärmer geworden”, sagte Breuch-Moritz. Selbst wenn die Durchschnittstemperaturen in den vergangenen zehn Jahren nicht weiter gestiegen seien, ändere das nichts an dem generellen Trend. “Klimaveränderungen sind nicht linear, sondern die Kurve verläuft mit Ausschlägen”, sagte die studierte Meteorologin.

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