Archiv der Kategorie: Umwelt

Grönland und Antarktis: Böse Überraschungen

Bild: RP Online

Wissenschaftler gehen davon aus, dass es in Grönland und der Antarktis künftig mit der Eisabnahme schneller gehen könnte als bisher gedacht.

Von Wolfgang PomrehnTELEPOLIS

Drei Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven haben mit Hilfe des europäischen Satelliten CryoSat-2 die Veränderungen in den Höhen der grönländischen und antarktischen Eismassen kartiert. Dabei kam heraus, dass die Eisschilde derzeit pro Jahr rund 500 Kubikkilometer Eis verlieren. Das entspricht einem Gletscher der Größe Hamburgs mit einer Dicke von 600 Metern. Die Autoren haben ihre Ergebnisse im Fachblatt TheCryosphere veröffentlicht.

An Bord des Satelliten ist ein sogenanntes Altimeter, mit welchem der Abstand des Satelliten zur Oberfläche gemessen werden kann. Das geschieht entweder mit Radar- oder Laserstrahlen, die ausgesendet und deren Reflektion am Untergrund aufgefangen wird. Aus der Laufzeit und der genauen Position des Satelliten lässt sich dann die Höhe des Reliefs berechnen. Die Unsicherheit der Messungen, schreiben die Autoren in ihrem Abstract, habe in 80 Prozent der Messungen unter drei Metern gelegen.

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Experimentelles Ebola-Medikament wirkt bei Affen extrem zuverlässig

CD Murin, EO Saphire and AB Ward / The Scripps Research Institute Above: Image of ZMapp drug cocktail for Ebola treatment.

Der experimentelle Wirkstoff “ZMapp” dämmt das Ebola-Virus zumindest bei Affen auch fünf Tage nach der Infektion noch wirksam ein.

Von Daniela ZeibigSpektrum.de

Im Zuge der schweren Ebola-Epidemie in Westafrika verabreichten Ärzte Patienten bereits vereinzelt das bisher nicht zugelassene Medikament “ZMapp”. Auf die Wirksamkeit des Antikörpermixes, der das tödliche Virus an der Verbreitung und Vermehrung im Körper hindern soll, deuteten bisher nur erste Ergebnisse aus Tierversuchen hin. Eine neue Studie, die Forscher um Gary Kobinger von der Public Health Agency of Canada jetzt im Fachmagazin “Nature” veröffentlichten, liefert nun neue Hinweise darauf, wie zuverlässig das Antiserum zumindest bei Affen tatsächlich hilft.

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Can the World Really Set Aside Half of the Planet for Wildlife?

Märkischer Kiefernwald,Bild: brightsblog(bb)

Märkischer Kiefernwald,Bild: brightsblog(bb)

The eminent evolutionary biologist E.O. Wilson has an audacious vision for saving Earth from a cataclysmic extinction event

By Tony HissSmithsonian Magazine

Battles are where the fun is,” said E.O. Wilson, the great evolutionary biologist, “and where the most rapid advances are made.” We were sitting in oversized rocking chairs in a northwest Florida guest cottage with two deep porches and half-gallons of butter-pecan ice cream in the freezer, a Wilson favorite. He’d invited me here to look at what he considers a new approach to conservation, a new ecological Grail that, naturally, won’t happen without a fight.

Wilson, 85, is the author of more than 25 books, many of which have changed scientific understanding of human nature and of how the living part of the planet is put together.

Known as the father of sociobiology, he is also hailed as the pre-eminent champion of biodiversity: Wilson coined the word “biophilia” to suggest that people have an innate affinity for other species, and his now widely accepted “theory of island biogeography” explains why national parks and all confined landscapes inevitably lose species.

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Westafrika: Ebola-Virus mutiert schnell

Partikel des Ebola-Virus © CDC / gemeinfrei

Viele Mutationen: Das in Westafrika grassierende Ebola-Virus unterscheidet sich genetisch schon an 300 Stellen von früheren Stämmen. Darunter sind auch einige DNA-Abschnitte, die für Diagnose und Therapie wichtig sind. Das belegt die bisher umfassendste Genanalyse von Virenproben der aktuellen Epidemie. Die neuen, im Fachmagazin “Science” veröffentlichten Daten zeigen aber auch, wie und wann das Virus nach Westafrika kam.

scinexx.de

Inzwischen hat sich die Ebola-Epidemie auch in die Demokratische Republik Kongo ausgebreitet, wie die Weltgesundheitsorganisation WHO vor wenigen Tagen meldete. Knapp 1.500 Menschen sind beim aktuellen Ebola-Ausbruch bereits gestorben, darunter auch mehr als 240 Ärzte und medizinische Helfer und ein Ende ist nicht abzusehen.

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Leben wir in einem Hologramm?

Das Holometer-Expierment soll Hinweise auf ein hologafisches Universum finden. © Fermilab

Alles nur eine Illusion? Ein einzigartiges Experiment soll herausfinden, ob wir in einem holografischen Universum leben – einem Kosmos, dessen drei Dimensionen nur eine Projektion winziger zweidimensionaler Grundbausteine sind. Das klingt verrückt, ist aber in der Quantenphysik denkbar. Das “Holometer” in den USA soll dieser Frage auf den Grund gehen und hat nun seine Arbeit aufgenommen.

scinexx.de

Ein Hologramm erzeugt die Illusion eines dreidimensionalen Bildes, dennoch ist die Information dafür nur in zwei Dimensionen gespeichert – auf einer speziellen Fotoplatte. Und so ähnlich stellt sich eine Theorie über die Natur unseres Universums auch den Kosmos vor: als Projektion winziger Grundeinheiten, die nur zwei Dimensionen besitzen. Diese “Grundpixel” der Raumzeit verbergen sich der Theorie des holografischen Universums nach in der kleinstmöglichen Größenordnung des Raums, der Plancklänge von 10 hoch minus 33 Zentimetern.

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Playing God

“We are as gods,” says Stewart Brand, “and we might as well get good at it.”

Playing God is a BBC documentary in the Horizon series, hosted by Adam Rutherford. The documentary discusses synthetic biology, the potential of science “breaking down nature into spare parts” and then rebuilding it back up as we wish.

By Kevin RussellSerious Wonder

“Playing God is actually the highest expression of human nature. The urges to improve ourselves, to master our environment, and to set our children on the best path possible have been the fundamental driving forces of all of human history. Without these urges to ‘play God’, the world as we know it wouldn’t exist today.”
― Ramez Naam, More Than Human: Embracing the Promise of Biological Enhancement

Evolution nachgestellt—Acht Monate an Land aufgezogen: Forscher bringen Fischen laufen bei

Eigentlichen Flösselhechte (Polypterus) , Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Vor 400 Millionen Jahren kamen die ersten Wirbeltiere an Land – und entwickelten sich zu den Vorläufern der Amphibien. Den Prozess dieses Landgangs haben Forscher nun in einem ungewöhnlichen Versuch mit speziellen Fischen nachgestellt.

FOCUS ONLINE

In einem ungewöhnlichen Versuch haben Wissenschaftler nachgestellt, wie Wirbeltiere vor 400 Millionen Jahren das Land erobert haben könnten. Dazu zogen sie Fische, die Luft atmen können, außerhalb des Wassers auf. Die anatomischen Veränderungen der Tiere spiegeln weitgehend Fossilienfunde aus der Übergangsphase wider, schreiben die kanadischen Forscher in der Zeitschrift “Nature”.

Erster Echtzeit-Blick ins Sonneninnere

Links das Innere des Borexino-Detektors, rechts ein Bild der Sonne © Borexino Collaboration

Blick in die “Seele” der Sonne: Zum ersten Mal haben Forscher solare Neutrinos nachgewiesen – Teilchen, die bei der Fusion von Wasserstoff im Sonneninneren entstehen. Die in “Nature” vorgestellten Daten belegen, dass unsere Vorstellungen über die solaren Fusionsvorgänge stimmen und bieten erstmals einen Echtzeit-Einblick darin, wie hoch die momentane Fusionsrate der Sonne wirklich ist – denn das Sonnenlicht ist bereits 100.000 Jahre alt, wenn es die Sonnenoberfläche verlässt.

scinexx.de

Woher nimmt die Sonne ihre Energie? Diese Frage ist heute fast trivial, lernt man doch schon in der Schule, dass die Kernfusion unserem Stern ihre Leuchtkraft verleiht. Doch den endgültigen Beweis, dass im Inneren der Sonne tatsächlich Wasserstoffkerne miteinander verschmelzen, blieben Astronomen bisher schuldig. Belegen ließe sich dies durch Neutrinos, denn diese Elementarteilchen entstehen bei der Fusion zweier Protonen. Modelle besagen, dass die Sonne durch die Kernfusion in ihrem Inneren pro Sekunde rund 60 Milliarden Neutrinos pro Quadratzentimeter produzieren müsste.

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NUKLEOSYNTHESE: Astrophysik im Untergrund

Lithium entstand, so die Theorie, im Universum direkt nach dem Urknall und damit noch vor den ersten Sternen. Bild: NASA/JPL-Caltech

Die Astrophysik wird ein hartnäckiges Problem nicht los: Das Element Lithium kommt nicht in den Mengen in Sternen vor, die rechnerisch für die Lithium-Entstehung direkt nach dem Urknall vorhergesagt werden. Doch die Berechnungen stimmen – das konnte jetzt erstmals auch experimentell im Untertagelabor im italienischen Gran-Sasso-Bergmassiv bestätigt werden.

astronews.com

Lithium ist neben Wasserstoff und Helium eines der drei Elemente, die nicht erst innerhalb von Sternen erzeugt werden müssen. Stattdessen – so die Theorie – sind sie schon früh durch die sogenannte primordiale Nukleosynthese entstanden. Das heißt: Im nur wenige Minuten alten Universum haben sich Neutronen und Protonen zu den Kernen der ersten drei Elemente verbunden. Am Laboratory for Underground Nuclear Astrophysics (LUNA) wurde die Kernentstehung von Lithium nun von einem internationalen Forscherteam nachgestellt. Daran beteiligt waren auch Wissenschaftler der Technischen Universität Dresden und des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR).

In dem italienischen Untertagelabor feuerten die Wissenschaftler Heliumkerne auf schweren Wasserstoff (sogenanntes Deuterium), um Energien wie kurz nach dem Urknall zu erreichen. So sollte gemessen werden, wie viel Lithium unter Bedingungen entsteht, die denen im Frühstadium des Universums ähneln. Das Ergebnis des Experiments: Die Daten bestätigten die theoretischen Vorhersagen, die mit den beobachteten Lithium-Konzentrationen im Universum nicht vereinbar sind.

“Zum ersten Mal überhaupt konnte mit unserem Experiment die Lithium-6-Produktion in einem Teil des Urknall-Energiebereichs untersucht werden”, erklärt Daniel Bemmerer vom HZDR. Lithium-6 (drei Neutronen, drei Protonen) ist eines der beiden stabilen Isotope des Elements. Die Entstehung von Lithium-7, welches über ein zusätzliches Neutron verfügt, wurde bereits 2006 von Bemmerer am LUNA untersucht.

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Orthorexie: Gesunde Ernährung als Ersatzreligion

Bild: essen&trinken.de

Kreisen alle Gedanken um gesundes Essen, kann das krank machen. Betroffene vereinsamen, entwickeln Mangelerscheinungen, magern ab. Manche Psychologen sprechen dann von Orthorexie und sehen Parallelen zur Magersucht.

Von Gerlinde Gukelberger-FelixSpON

Milch ist tabu, Zucker sowieso, Weizenprodukte werden verschmäht, selbst Obst und Gemüse aus dem konventionellen Anbau kommen nicht mehr auf dem Tisch. Gegessen werden nur noch wenige ausgewählte Lebensmittel, im Extremfall vielleicht nur im eigenen Garten Angebautes. Manche Menschen beschäftigen sich so intensiv mit gesunder Ernährung, dass es geradezu krankhaft wird.

Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie warnte vor Kurzem vor der sogenannten Orthorexie, bei der Menschen “vom gesunden Essen besessen” seien.

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Fukushima: Tepco verliert die Kontrolle

Hochrisikozone: Arbeiter in Fukushima versuchen, Grundwasser mit einem Eiswall unter der Erde abzufangen ©AP

Mehr als drei Jahre nach dem Atomunglück von Fuskushima sickert weiter radioaktiv belastetes Wasser ins Meer. Der Kraftwerkbetreiber Tepco wollte das mit einem Eiswall im Boden verhindern. Doch der hält nicht.

Von Carsten GermisFrankfurter Allgemeine

Im Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie in Tokio schlug die Nachricht ein wie eine Bombe. Der Versuch der Elektrizitätswerke von Tokio (Tepco), die Situation mit dem radioaktiv belasteten Wasser in der Atomruine in Fukushima unter Kontrolle zu bekommen, hat in der letzten Woche einen schweren Rückschlag erlitten. Tepco räumte in einer offiziellen Mitteilung ein, dass alle Versuche gescheitert sind, den Zufluss hoch radioaktiv belasteten Wassers in die Verbindungstunnel zwischen den Reaktoren 2 und 3 zu stoppen. Tepco-Ingenieure arbeiten seit Monaten daran, mit einer neuen Gefriertechnik zu verhindern, dass über die unterirdischen Kanäle immer wieder hoch radioaktiv belastetes Wasser nach außen dringt. Das offizielle Eingeständnis, damit gescheitert zu sein, weckt Zweifel am Konzept von Tepco und Meti.

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Weird Cell-Shaped Structure Discovered In Mars Meteorite

Scanning electron microscope image of a mysterious oval structure in the Nakhla Mars meteorite. | Elias Chatzitheodoridis, Sarah Haigh, Ian Lyon

Scientists have found a strange structure resembling a microbial cell inside a Martian meteorite, but they’re not claiming that it’s evidence of Red Planet life.

By Mike WallHuffington Post/Space.com

The researchers discovered the microscopic oval object within the Nakhla Mars meteorite, which fell to Earth in Egypt in 1911. While the structure’s appearance is intriguing, it most likely formed as a result of geological rather than biological processes, team members said.

“The consideration of possible biotic scenarios for the origin of the ovoid structure in Nakhla currently lacks any sort of compelling evidence,” the scientists write in a new study published this month in the journal Astrobiology. “Therefore, based on the available data that we have obtained on the nature of this conspicuous ovoid structure in Nakhla, we conclude that the most reasonable explanation for its origin is that it formed through abiotic processes.” [The Search for Life on Mars (A Photo Timeline)]

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Warum Totenruhe doch kein Menschenrecht ist

Ganzkörperreliquie Pater Pios, Bild: wikimedia.org/PD

Zumindest nicht für Promis: Die unglaublichen Schicksale berühmter Leichen zeigen, dass die Totenruhe für Prominente nur eingeschränkt gilt. Steht “R. I. P.” am Ende doch für “Rest in Pieces”?

Von Ulrich BaronDIE WELT

In seiner 1893 erschienenen Erzählung “The Damned Thing” hat der große Zyniker Ambrose Bierce zwei bemerkenswerte Maximen formuliert. Die erste lautet “One does not allways eat what is on the table.” Das steht im Widerspruch zu allen elterlichen Ermahnungen, nach denen was auf den Tisch kommt, auch gegessen werden muss. Im Rahmen dieser Geschichte ist es aber durchaus einleuchtend, weil darin das Objekt einer Leichenschau auf dem Tisch liegt.

Statt dann so genau hinzuschauen wie die Gerichtsmedizinerkrimis und -Filme von heute, diagnostiziert der Erzähler lakonisch: “A man though naked may be in rags”, wobei man sich den englischen Ausdruck “to be in rags”, also zerlumpt sein, in das Bild eines Körpers übersetzen muss, der von einer unbekannten Bestie zerfetzt worden ist.

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Illegaler Rosenholz-Handel: Obszön hohe Profite

© EIA

Mit äußerster Brutalität wird der Kampf um das verbliebene Siamesische Rosenholz ausgetragen. Lückenhafte Artenschutzbestimmungen ließen die Preise ins Unermessliche steigen.

Von Michael LenzSpektrum.de

Nov Savom ist erst 26 Jahre alt und schon Witwe. Ihr Mann Po Chanthorn hatte sich im Februar als Holzfäller verdingt. Geschlagen werde sollte im kambodschanisch-thailändischen Grenzgebiet. Natürlich Siamesisches Rosenholz. Natürlich illegal. Von dem Einsatz ist Po Chanthorn nie zurückgekehrt.

Was ihm wiederfahren ist, wird nie ganz geklärt werden können. Am wahrscheinlichsten aber ist, dass der junge Tagelöhner von thailändischen Soldaten erschossen wurde. Ihr Baby muss Nov Savom jetzt alleine großziehen. Der Kampf um die letzten Bestände Siamesischen Rosenholzes wird nicht weniger brutal geführt als die Bandenkriege der Mafia. Verboten ist der Handel mit der Kostbarkeit seit März 2013, als die Holzart auf eine Initiative von Thailand hin in den Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) aufgenommen wurde. “Thailand meint es ernst mit dem Schutz”, sagt Faith Doherty, Leiterin der Waldkampagne der Environmental Investigation Agency (EIA).

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Ozonschicht: Rückkehr eines Killers

Tetrachlormethan, Strukturformel, Bild: wikimedia.org/PD

Ozonkiller aus unbekannter Quelle: Das Treibhausgas Tetrachlormethan strömt in großen Mengen in die Atmosphäre, obwohl es schon seit langem verboten ist. Woher es kommt, weiß niemand.

Von Alexander StirnSüddeutsche.de

Eigentlich sollte Tetrachlormethan längst vergessen sein. Die farblose, unangenehm riechende Flüssigkeit gilt als Treibhausgas und extrem starker Ozonkiller. Sie wurde in den vergangenen Jahrzehnten aus Feuerlöschern und chemischen Reinigungen verbannt. Doch nun taucht der krebserregende Stoff wieder auf. Aktuellen Berechnungen zufolge werden Jahr für Jahr große Mengen Tetrachlormethan in der Atmosphäre freigesetzt – als würde jemand knapp 1200 randvolle Kesselwagen mit der Substanz auskippen.

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Verschwinden der Neandertaler neu datiert

© Thomas Higham

Forscher haben systematisch Altersbestimmungen vorgenommen. Demnach verschwand der Neandertaler früher als gedacht und überall nahezu zeitgleich.

Von Jan Dönges—Spektrum.de

Datierungsexperten um Thomas Higham von der University of Oxford haben das Alter von zahlreichen Neandertalerfundstätten quer durch Europa neu bestimmt. Laut ihren Ergebnissen dürfte der Neandertaler spätestens vor 39 000 Jahren ausgestorben sein – und das relativ zeitgleich an allen Fundstätten vom Schwarzen Meer bis an die französische Atlantikküste.

Konkret datieren die Forscher das Verschwinden auf 39 000 bis 41 000 Jahre vor heute. Dazu hatten sie das Alter von insgesamt 196 Proben von 40 Fundstellen mit Hilfe der Radiokarbonmethode bestimmt.

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Großtechnische Manipulation des Klimas: Ein „Plan B“ für das Klima

Eine der vielen Ideen, wie das Klima künstlich beeinflusst werden könnte, ist die technische Aufhellung von Wolken, damit mehr Sonnenlicht in den Weltraum abgestrahlt wird und die… – Foto: dpa

Wenn die Diplomatie scheitert, können sich Forscher technische Lösungen zur Senkung der Temperatur vorstellen. Aber die Skepsis bleibt groß. Klima-Engineering ist hoch umstritten.

Von Dagmar DehmerDER TAGESSPIEGEL

Armin Grunwald ist bei der Diskussion über Klima-Engineering – die absichtliche und umfassende Veränderung des Erdklimas mit technischen Mitteln – hin- und hergerissen. „Ich empfinde Faszination und Wut“, sagte er im Berliner Haus der Kulturen der Welt. Dort fand am Donnerstagabend die Abschlussdiskussion des ersten Klima-Engineering-Kongresses statt, der Forscher mit Sozialwissenschaftlern, Politikern und Nicht-Regierungsorganisationen zusammenführte.

Vier Tage lang hatten rund 350 Fachleute aus 40 Ländern auf Einladung des Potsdamer IASS (Institute for Advanced Sustainability Studies) darüber debattiert, ob Klima-Engineering eine letzte Chance ist, die globale Erwärmung noch unter zwei Grad im Vergleich zum Beginn der Industrialisierung zu halten. Oder ob diese technische Lösung nicht mehr schwerwiegende Probleme schafft als beseitigt.

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Island: “Wir erwarten Sturzfluten und Aschewolken”

“Eine riesige, weiße Eiswüste” – Vulkanologin Rikke Pedersen war mehrmals mit dem Flugzeug über dem Vulkan unterwegs.Quelle: University of Iceland

Auf Island steht der Bardarbunga kurz vor einem Ausbruch. Die Geophysikerin Rikke Pedersen über das Risiko der Vulkanforschung und warum Flugzeuge in Europa vermutlich weiter abheben können.

Von Andreas MennWirtschaftswoche

WirtschaftsWoche: Frau Pedersen, seit Tagen rumort es mächtig im Bardarbunga-Vulkan auf Island. Wird es zu einem Ausbruch kommen?

Pedersen: Das ist schwer vorherzusagen. Momentan haben wir keine Hinweise, dass sich Magma den Weg hinauf zur Erdoberfläche bahnt. Aber das kann sich jederzeit abrupt ändern.

Wie verhält sich der Vulkan derzeit?

In den vergangenen Tagen gab es tausende Erdbeben, die bis in die nördliche Hafenstadt Akureyri zu spüren waren. Das ist ein Zeichen, dass sich dort Magmaströme vom Zentrum des Vulkans aus durch Risse im Gestein bewegen – Geologen nennen das Intrusion. In den vergangen Tagen sind die Beben gen Nordosten gewandert. Aber sie bleiben in fünf bis zwölf Kilometern Tiefe.

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Ein Gotteskraut als Massendroge

Kokastrauch / Bild: EPA

Der Anbau der Kokapflanze sichert das Überleben der bolivianischen Bauern. Doch was zunächst für den Inlandskonsum gedacht war, hat einige Regionen der Welt ins Chaos gestürzt.

Von Andreas FinkDie Presse.com

Man muss ihn nicht sonderlich zart anfassen. Der Kokastrauch ist ein zähes Gewächs, das ist leicht zu erkennen, wenn man Doña Elvira bei der Ernte zusieht. Mit jahrzehntelanger Übung lässt sie die flexiblen Zweige der brusthohen Pflanze von innen nach außen durch ihre robusten Finger gleiten. Die abgerupften Blätter, oval, saftig grün, etwa fünf Zentimeter lang, sammelt sie in jenem Mehlsack, den sie sich um den Bauch gebunden hat. Binnen dreier Minuten hat sie die Staude entlaubt und nimmt sich die nächste vor.

Erntealltag in den Yungas, den Regenwäldern an Boliviens östlichem Andenabhang. Eine Landschaft, die akademische Maler kaum perfekter hätten ins Bild setzen können, voll gierigem Grün, stürzenden Wasserfällen, rollenden Hügeln, über deren Gipfel sich Nebelfetzen verhaken, und dem verschneiten Hochgebirge im Hintergrund. Jenseits des Tals hockt auf einem Bergrücken die Provinzmetropole Coroico. Und am Hang gegenüber geht Vegetation in Rauch auf, ein neues Feld entsteht, für noch mehr Koka.

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Korallen duften – Seetang mieft

Credit: Thinkstock

Seetang wuchert, wo einst bunte Korallengärten blühten – dieser zerstörerische Trend zeichnet sich in allen topischen Meeren ab. Nun berichten Forscher von einem Effekt, der die Umkehr dieser Entwicklung offenbar deutlich behindert: Korallenlarven und Jungfische werden vom Geruch des Seetangs in überwucherten Riffen abgestoßen – der Duft gesunder Riffe zieht sie hingegen an. Ist das „Unkraut” also erst einmal da, kommen die ursprünglichen Bewohner nicht mehr zurück. Das macht die Erholung der Riffe auch nach Schutzmaßnahmen problematisch, sagen die Forscher.

Bild der Wissenschaft

Einer der Hauptgründe für den weltweiten Rückgang der Korallenbestände ist die Überfischung – das ist bekannt. Der Grund: Gibt es zu wenig Fische, die Seetang-Sprösslinge vom Riff knabbern, beginnt das Kraut zu wuchern. Ist dann ein bestimmter Punkt überschritten, wird das Korallenriff schließlich zum artenarmen Algenwald und neue Korallen lassen sich nicht mehr nieder. Die Forscher um Danielle Dixson vom Georgia Institute of Technology in Atlanta wollten in diesem Zusammenhang herausfinden, ob möglicherweise „chemische Duftstoffe im Wasser bei diesem Prozess eine Rolle spielen.

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