Archiv der Kategorie: Wissenschaften

Laniakea: Our home supercluster

Superhaufen - Regionen des Weltraums, die dicht mit Galaxien gepackt sind - sind die größten Strukturen im Universum. Aber Wissenschaftler haben gekämpft, um genau zu definieren, wo ein Superhaufen endet und ein anderer beginnt.
Laniakea ist hawaiianisch und bedeutet “unermesslicher Himmel.”

Islamic State Bans Darwin’s Evolution from School Curriculum in Mosul

foto: ap/militant video Abu Bakr al-Baghdadi alias Kalif Ibrahim (Videoaufnahme einer Predigt) ist der Anführer der Gruppe "Islamischer Staat"

foto: ap/militant video
Abu Bakr al-Baghdadi alias Kalif Ibrahim (Videoaufnahme einer Predigt) ist der Anführer der Gruppe “Islamischer Staat”

The Islamic State’s aversion to other religions and ideologies is well-known, and it is on display once again, with the jihadist outfit vowing to keep Charles Darwin’s evolution theory out of textbooks in Iraqi schools.

By Mugdha VariyarInternational Business Times

The Islamic State has issued new rules to schools, which it has publicised through bulletins in mosques and markets in Mosul, a part of which reads – “good news of the establishment of the Islamic State Education Diwan by the caliph who seeks to eliminate ignorance, to spread religious sciences and to fight the decayed curriculum.”

Schools will now have to substitute references to ‘Iraq’ or ‘Syria’ with ‘Islamic State’, and teachers along with students will be segregated on the basis of gender.

While the theory of evolution was reportedly never taught in Iraqi schools, the IS has explicitly banned it, an attitude also often associated with far-right Christian propagandists.

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Sonnenstürme: Warnschuss vor dem nächsten Supersturm

© NASA, GSFC / SDO / SVS

© NASA, GSFC / SDO / SVS

2012 verfehlte ein extremer Sonnensturm nur knapp unseren Planeten. Wann landet die Sonne einen Volltreffer? Experten errechneten eine überraschend hohe Wahrscheinlichkeit.

Von Jan HattenbachSpektrum.de

Sonnenstürme treffen die Erde wieder und wieder, und meistens bleiben sie folgenlos. Nun aber warnen Experten – womöglich sind extreme Stürme häufiger als gedacht. Im Juli 2012 verfehlte uns ein “solarer Supersturm” nur deshalb, weil sich die auslösende Sonneneruption auf der erdabgewandten Seite ereignet hatte. “Hätte er getroffen, würden wir heute noch die Scherben zusammenkehren”, meint Daniel Baker von der University of Colorado. Gemeinsam mit einem Team amerikanischer Wissenschaftler hatte Baker die Messdaten der Sonnenbeobachtungssonde STEREO A analysiert, die sich unserem Planeten auf der Erdbahn voraus befand und die volle Wucht des Sturms abbekam.

Die im Oktober 2013 veröffentliche Arbeit von Baker und seinen Kollegen sorgte für Unruhe unter Experten. “Das 2012er Ereignis war das stärkste, das je vom Weltraum aus beobachtet wurde”, sagt Juha-Pekka Luntama, Leiter des Space-Weather-Teams im Space-Situational-Awareness-Programm der ESA (SSA) in Darmstadt. “Es war womöglich stärker als das ‘Carringtonereignis’ im Jahr 1859.”

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20. Todestag: „Popper ist gerade nicht in Mode“

Sir Karl Popper (1980), Bild: wikimedia.org/PD

„Karl Popper ist gerade nicht in Mode.“ – Dieses Fazit zieht Josef Mitterer, Philosoph an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und inzwischen im Ruhestand, anlässlich des 20. Todestages des Philosophen im Gespräch mit der APA. „Das heißt aber nicht, dass er unbedeutend geworden ist“, so der Popper-Experte. Denn der Begründer des kritischen Rationalismus wirke vor allem in seinen Begriffen nach.

Tiroler Tageszeitung

„Inzwischen spricht man ohne weitere Erklärung von der Falsifizierbarkeit, Trial and Error oder der Annäherung an die Wahrheit“, meinte Mitterer. Die Begriffe Poppers seien inzwischen derart im alltäglichen Sprachgebrauch verankert, dass man Popper gar nicht mehr zitieren müsse. Wenn es um die Aufarbeitung oder Weiterentwicklung von Poppers Werk gehe, sei der Philosoph allerdings derzeit eher „out“. Viele Leerstellen in der Bearbeitung – etwa des Nachlasses – gebe es aber ohnehin nicht mehr, erklärte Mitterer.

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Ethikrat-Vorsitzende für Neufassung des Embryonenschutzgesetzes

justiz_grossDie Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Christiane Woopen, tritt wegen der rasanten Entwicklungen im Bereich der Stammzellforschung für eine Neufassung des Embryonenschutzgesetzes ein.

evangelisch.de

“Es braucht nicht die Stammzellforschung als Einfallstor, um das Embryonenschutzgesetz auf den Prüfstand zu stellen. Aber es ist sicherlich ein Grund mehr, um über dieses Gesetz noch einmal nachzudenken”, sagte sie dem “Kölner Stadt-Anzeiger” (Dienstagsausgabe).

Es heiße etwa im Embryonenschutzgesetz, dass bei der Erzeugung eines Embryos nicht beabsichtigen werden dürfe, ihn auf eine andere Frau zu übertragen, sagte Woopen. Faktisch gebe es aber überzählige Embryonen: “Da stellt sich die Frage, was man mit ihnen machen soll und darf.”

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Staudämme in den Tropen schaden dem Klima

Itaipu Wasserkraftwerk, Staumauer, mit Wasserschächten, Image: hbernreuther.de

Wasserkraft gilt als sauberer Energieträger. Doch das ist ein Trugschluss.

Von Daniel LingenhöhlSpektrum.de

Ob Belo Monte in Brasilien, Nam Theun in Laos oder Belinga in Gabun: Wasserkraftprojekte in den tropischen Ländern der Erde ziehen oft Kritik nach sich, weil sie Regenwald überfluten und die ortsansässige Bevölkerung verdrängen. Umgekehrt argumentieren die Regierungen, dass sie auf diese Weise günstigen Strom produzieren können, ohne dabei die Atmosphäre mit Treibhausgasen zu belasten, wie dies bei der Kohlekraft der Fall wäre. Nun bestätigt jedoch eine Studie von Chandrashekhar Deshmukh von der Université de Toulouse und Kollegen, dass dies nicht nur falsch ist. Das Emissionsproblem wurde bislang womöglich auch noch drastisch unterschätzt. Nach bisherigen Schätzungen entwichen jährlich etwas mehr als 100 Millionen Tonnen Methan aus den größten Stauseen der Tropen – etwa vier Prozent der jährlichen Gesamtmenge.

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Bilanz der biologischen Sicherheitsforschung in Deutschland: Keine besonderen Risiken bei Gentechnik-Pflanzen

Johanna Wanka, Bundes- ministerin für Bildung und Forschung: Die geförderten Projekte zur Sicherheitsforschung “tragen dazu bei, Grüne Gentechnik verantwortungsvoll und im Sinne des Vorsorgeprinzips nutzen zu können.” (Aus dem Vorwort zur BMBF-Broschüre) Foto: BMBF / Laurence Chaperon

Gentechnisch veränderte Pflanzen zeigen im Vergleich zu konventionell gezüchteten kein höheres Risiko für Umweltbeeinträchtigungen. Seit 1987 hat die Bundesregierung zahlreiche Projekte zur biologischen Sicherheitsforschung finanziert. Zwei Jahre nach dem Ende des vorerst letzten Programms ist nun eine Broschüre erschienen, in dem einige Versuchsreihen mit ihren Ergebnissen vorgestellt werden. Einen Schwerpunkt bilden mehrere Projekte zu gentechnisch verändertem Mais. Obwohl die Wissenschaftler keine Hinweise auf besonderen Umweltrisiken finden konnten, wird Deutschland einen Anbau wohl auch in Zukunft verbieten.

transparenz GENTECHNIK

Insgesamt mehr als 300 Forschungsprojekte zur biologischen Sicherheit hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit 1987 gefördert, davon etwa die Hälfte zu gentechnisch veränderten Pflanzen. In den letzten drei Programmen seit 2000 ging es ausschließlich um mögliche Umweltauswirkungen verschiedener gv-Pflanzen, etwa bei Mais, Kartoffeln, Raps, Gerste, Zuckerrüben und Gehölzen. Außerdem wurden neue, präzisere molekularbiologische Methoden weiterentwickelt und unter Sicherheitsaspekten getestet. Die Versuche fanden nicht nur im Labor oder Gewächshaus statt, sondern auch im Freiland. Über 60 Hochschulen und Forschungseinrichtungen haben sich an den Forschungsprojekten beteiligt.

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John Oliver: Scotland seeks divorce because England has been ‘a little bit of a dick’

John Oliver – screencap from Last Week Tonight

On HBO’s Last Week Tonight, host John Oliver introduced America to the complexities of Scotland’s upcoming vote to make it an independent country, separate from Great Britain.

By Tom Boggioni—RAWSTORY

Explaining that most American’s only know Scotland from Shrek movies and the Mel Gibson film Braveheart, Oliver explained that “nothing screams freedom quite like a millionaire Australian anti-Semite.”

Oliver detailed Scotland’s contentious relationship with England by first explaining that it is currently a member of the United Kingdom — which is not a country, but a “complicated political and complicated union”– formed in 1707.

“So Scotland and England have been involved in something of a 300-year-old arranged marriage,” he explained, “And look, I will be the first one to acknowledge, England has been a little bit of a dick since the honeymoon. In 1746, we actually banned the kilt, just because we knew they liked it.  And then, we chose ‘God Save the King’ as the U.K.’s national anthem, a song which, at one point, had a verse referencing ‘rebellious Scots to crush.’ Although, to be fair, we later realized that was wrong and replaced it with a line about pissing on the Welsh.”

Oliver mocked the name of the campaign designed to keep Scotland a part of the UK, “Better Together,” saying “it sounds like what people say  to convince themselves to stay in a dead marriage.”

Agreeing with some pro-independence commentators, Oliver conceded, “Scots know how to run a country.”

“When they got to choose a national animal they selected, and I swear this is true, a unicorn.” he said. “Who knew you were allowed to do that? Pick a fictional animal. Yeah, America is probably kicking itself for choosing the bald eagle now, aren’t you? You could have picked a wookie in a top hat, or whatever the f*ck Grimace is.”

Pointing to a picture of Grimace — a purple triangular McDonald’s cartoon character — Oliver stated, “He looks like a magic genie granted a wish to Gorbachev’s birthmark.”

Oliver concluded the segment pleading with Scotland to not secede by eating haggis, listening to bagpipe music and introducing a dancing unicorn.

Watch the video below, from Last Week Tonight:

Religiöser Fundamentalismus: Der Charme der Dogmen

Bild: nationalreview.com

Bild: nationalreview.com

Theologe über die Anziehungskraft des religiösen Fanatismus

Ulrich Engel im Gespräch mit Philipp GesslerDeutschlandradio Kultur

Klare Ansagen und unverrückbare Wahrheiten: Religiöser Fundamentalismus wird für immer mehr junge Menschen attraktiv. Die monotheistischen Religionen selbst sind Teil dieses Problems, sagt der Theologe Ulrich Engel – und liefert eine ungewöhnliche Lösung.

Philipp Gessler: Vor etwas mehr als 350 Jahren fand im Berliner Schloss Cölln an der Spree, dessen Nachfolgebau heute wieder aufgebaut wird, das sogenannte Berliner Religionsgespräch statt. Es sollte dazu dienen, in den Territorien des Großen Kurfürsten eine Glaubensspaltung zu mildern, die das spätere Preußen zerriss: da die Lutheraner, hier die Reformierten, beides protestantische Konfessionen zwar, aber sich spinnefeind. Unter anderem der große geistliche Dichter Paul Gerhardt nahm daran teil. Aber das Ganze scheiterte grandios, die Herren Theologen gingen ohne Einigung auseinander. Am Dienstag dieser Woche fand auf Einladung unter anderem auch dieses Senders erneut ein Berliner Religionsgespräch statt, hochkarätig besetzt und das erste dieser Gespräche, die nun zweimal jährlich stattfinden sollen. Das Thema dieses Mal: “Religion und Assimilation”. Mit einem der Podiumsteilnehmer wollte ich das Diskutierte nach der Veranstaltung in der Akademie der Wissenschaften am Gendarmenmarkt noch ein wenig vertiefen. Es ist Ulrich Engel, Professor der Theologie, Dominikaner und Direktor des in Berlin angesiedelten Instituts Marie-Dominique Chenu. Chenu war ebenfalls Dominikaner und einer der Wegbereiter des Zweiten Vatikanischen Konzils. Meine erste Frage an Ulrich Engel war, ob es nicht ein schlechtes Omen sei für die Berliner Religionsgespräche, wenn man dafür einen Namen wähle, der erinnere an ein Berliner Religionsgespräch, das 1662/63 schrecklich gescheitert sei.

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Vagina-Bakterium produziert neues Antibiotikum

Bakterium Pseudomonas aeruginosa (gelb eingefärbt), Themenbild: idw-online.de

Die Bakterien des menschlichen Körpers produzieren viele medizinisch interessante Stoffe. Jetzt beginnen Forscher, sie zu identifizieren.

Von Lars FischerSpektrum.de

Ein Team um den Mikrobiologen Michael Fischbach von der University of California hat ein bisher unbekanntes Antibiotikum aus Bakterien isoliert, die auf menschlichen Schleimhäuten leben. Die Verbindung namens Lactocilin stammt aus dem Bakterium Lactobacillus gasseri, das normalerweise in der menschlichen Vagina lebt, und ist das erste Biomolekül aus dem menschlichen Mikrobiom, das als Medikament Potenzial hat. Der Fund ist das erste Ergebnis einer systematischen Suche nach solchen Verbindungen, für die Fischbach und sein Team ein Computerprogramm schrieben, das anhand von bekannten Genen ähnliche Gene für potenziell interessante Wirkstoffe im menschlichen Mikrobiom aufspürt. Die Forscher vermuten, dass dort tausende interessante Stoffe auf ihre Entdeckung warten.

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Wenn Tierrechtler dogmatisch werden

picture alliance

Auch Wissenschaftler sind nicht frei von Dogmatismus. Gerade in der aktuellen Diskussion um Tierrechte ist eine Art Ideologisierung darwinistischer Positionen zu beobachten.

Von Timo SteinCicero

Auf den Stufen vor dem Berliner Bahnhof Friedrichstraße sitzt sie. Beziehungsweise steht sie. Und hackt. Die einbeinige Krähe kämpft mit den Überresten einer Stulle. Eine Taube wackelt herbei, hält ehrfürchtig Abstand. Einbeinige Krähe schlägt zweibeinige Taube. Eine zweite Taube taucht auf. Immer noch kein Eingreifen. Sie stehen zu zweit da und gucken blöd. Einbeinige Krähe schlägt zwei zweibeinige Tauben. Und wir reden hier von Bahnhofstauben, also den verruchten, zotteligen, nimmersatten, eigentlich mit allen Wassern gewaschenen Tauben.

Schließlich sind es fünf bescheuert glotzende Bahnhofstauben, die der einbeinigen Krähe das Futter überlassen. Einbeinige Krähe schlägt fünf zweibeinige Tauben. Die Gleichung ließe sich beliebig fortsetzen. Und während ich mich frage, wie viel dämliche Bahnhofstauben es wohl braucht, um einer einzigen einbeinigen Krähe das Futter streitig zu machen, schießt ein dicker Spatz ins Bild und pflückt sich wieselflink eine Brotkrume heraus. Die Krähe zuckt kurz. Die Tauben gucken weiter blöd.

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Fleisch vom Fließband – Massentierhaltung und die Folgen

Foto: epd-bild/ Christian Mühlhausen/landpixel

Eine schleichende Industrialisierung geht auch durch Brandenburgs Landwirtschaft. Die Tierhaltung in immer größeren Ställen ist längst Teil der globalen Turboproduktion von Billigfleisch geworden. Wohin entwickeln sich unsere Dörfer und Landschaften? In einem „Aktionsbündnis Agrarwende Berlin-Brandenburg“ fordern viele Menschen, Tierschutz-, Umwelt- und ökologische Anbauverbände ein Umdenken. „OZON unterwegs“ untersucht, welche Folgen die Sojaimporte, die Fleischexporte, der Antibiotikaeinsatz und die Stickstoffemissionen haben.

OZON Unterwegs/RBB

Hähnchen vom Fließband

Der Brandenburger Landwirt Tobias Winnige öffnete „OZON unterwegs“ seine vor zwei Jahren bei Seelow gebaute Hähnchenmastanlage. Er ist Partner der holländischen Mastgesellsellschaft „Plukon“. Alle 42 Tage werden hier 300.000 gerade geborene Küken eingestallt. Gezüchtet zum ständigen Fressen mit einer durchschnittlichen Gewichtszunahme von 50 Gramm pro Tag. Während der Dreharbeiten war Tobias Winnige zufrieden. Er musste diesmal keine Antibiotika einsetzen.

Turbofleisch im Weltgetriebe

Schlachtreife Masthähnchen sind heute in Alter und Knochenbau „Kinder“ mit dem Gewicht ausgewachsener Hühner. Die BUND-Agrarexpertin Reinhild Benning spricht von Qualzucht, wenn Tieren das Sättigungsgefühl abgezüchtet wird, schnell vor allem viel Brustfleisch wachsen muss. Francisco Mari hat mit seinem Buch „Das globale Huhn“ die Folgen dieses Fleischwahns untersucht: den gigantischen Sojaanbau in Südamerika, den Export zehntausender Tonnen von Geflügelresten nach Afrika.

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ROSINA “schmeckt” die Kometengase

© ESA / Rosetta / NAVCAM

© ESA / Rosetta / NAVCAM Gasjets von 67P am 2. September 2014 Bei diesem Rohbild der Halsregion des Kerns von 67P wurde die Helligkeit stark angehoben, um den Gasjet nahe der Bildmitte sichtbar zu machen. Das Bild entstand aus einer Entfernung von 56 Kilometern mit der Navigationskamera.

Schon rund 40 000 Massenspektren konnte der “Rosetta Orbiter Sensor for Ion and Neutral Analysis” oder kurz ROSINA seit Erreichen des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko aufzeichnen. Die Daten zeigen, dass derzeit die Gasdichte im Umfeld des Kerns noch sehr gering ist.

Von Tilmann AlthausSpektrum.de

Sie schwankt zudem mit der 12,4-stündigen Rotation des Kerns. Als Hauptbestandteile wies ROSINA wie erwartet Wasserdampf, Kohlenmonoxid und Kohlendioxid nach. Je nachdem, wo sich die Raumsonde Rosetta relativ zum Kern aufhält, gibt es starke Schwankungen in der Zusammensetzung der Hauptgase. Mal ist Kohlenmonoxid annähernd so häufig wie Wasserdampf, dann fällt der Gehalt auf nur noch zehn Prozent. Neben den Hauptgasen stieß ROSINA bereits auf Spurenstoffe wie Ammoniak, Methan und Methanol.

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“Predictive-Policing”-Algorithmen: Polizei-Software soll die Zukunft voraussagen

Screenshot:BB

Screenshot:BB

Klingt wie “Minority Report”: Algorithmen sehen Einbrüche vorher, intelligente Kameras erkennen Terroristen in der Menge. Mit Predictive-Policing-Technik versuchen Ermittler, Verbrechen vorherzusagen. Aktivisten und Datenschützer fürchten neue Kontrollmechanismen.

Von Jannis BrühlSüddeutsche.de

Thomas Schweer weiß, dass er sich nicht beschweren sollte, wenn allen immer nur “Minority Report” einfällt, der Titel eines Science-Fiction-Thrillers mit Tom Cruise. “Der Name war ein Scherz. Als ich 2002 die Idee zu unserer Software hatte, lief der Film gerade im Kino”, sagt Schweer. Er nannte sein Computerprogramm “Precobs” – angelehnt an die “Precogs” aus dem Hollywood-Film, die dank ihrer hellseherischen Fähigkeiten Morde verhindern können.

Verbrechen in der Zukunft voraussagen – so etwas Ähnliches machen auch Schweer und sein Geschäftspartner Ralf Middendorf. Die beiden sitzen aber nicht in einer futuristischen Stadt voller selbstfahrender Autos, sondern in einem Büro am Stadtrand von Oberhausen, hinter einem Wald, der GPS-Signale verschluckt. Von hier aus spüren sie Einbrecher in der Zukunft auf. Schweer ist Sozialwissenschaftler mit Schwerpunkt Kriminalität, Middendorf Informatiker. Das Duo steht für jene Kombination aus Taten- und Datenanalyse, die gerade die Arbeit von Strafverfolgern verändert: Predictive Policing – vorhersagende Polizeiarbeit – umfasst mehrere Technologien, mit denen Ermittler Verbrechen vorhersagen wollen.

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9/11-Skepsis erreicht den Mainstream

Bild: heise.de

Das amerikanische Parlamentsfernsehen sowie ein renommierter NSA-Whistleblower entdecken die 9/11-Truth-Bewegung.

Von Paul SchreyerTELEPOLIS

Der US-Fernsehsender C-Span, eine Art amerikanisches “Phoenix”, dokumentiert Politdebatten im Parlament und ist außerdem bekannt für seine Talksendungen mit Politgästen, bei denen die Zuschauer direkt anrufen und sich äußern können. C-Span sendet seit über 30 Jahren, besitzt eine Reichweite von etwa 100 Millionen Menschen und gilt als ebenso unspektakulär wie vertrauenswürdig.

Die Möglichkeit, anzurufen und live kritische Fragen zu stellen, wird von den Zuschauern des Senders intensiv genutzt. In der Vergangenheit kam es dabei immer wieder auch zu themenfremden “Störanrufen”, vor allem rund um die offenen Fragen zu 9/11. Regelmäßig nutzten Zuschauer die Gelegenheit, die in den Sender eingeladenen Politiker, unabhängig vom Tagesthema, explizit zu WTC 7 zu befragen – bekanntlich dem dritten Turm, der am 11. September 2001 in Manhattan einstürzte, ohne von einem Flugzeug getroffen worden zu sein.

Die Menge und die Kontinuität der Anfragen zu diesem Thema irritierten dabei nicht nur die interviewten Gäste, sondern schließlich auch die Verantwortlichen des Senders selbst. Nach eigener Aussage brachte dies C-Span nun vor einigen Wochen dazu, einen Vertreter der führenden 9/11-Skeptikervereinigung “Architects and Engineers for 9/11 Truth” direkt in die Sendung “Washington Journal” einzuladen. Dieser Einladung kam der Kopf der Gruppe, der Architekt Richard Gage, am 1. August diesen Jahres nach, präsentierte dabei seine Erkenntnisse und Überlegungen zum Zusammenbruch des World Trade Centers – und konnte nun seinerseits von Zuschauern live dazu befragt werden.

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Das Judentum als Einbildung

Buchdeckel (Ausschnitt) einer antisemitischen Schrift, die 1940 in Frankreich unter der Naziherrschaft erschien. Bild: www.bridgemanart.com

Buchdeckel (Ausschnitt) einer antisemitischen Schrift, die 1940 in Frankreich unter der Naziherrschaft erschien. Bild: http://www.bridgemanart.com

Antisemitismus funktioniert unabhängig davon, was Juden tun. Das zeigt ein hervorragendes Buch.

Von Beat MetzlerBasler Zeitung

Molotowcocktails gegen Synagogen, ­geplünderte Koscherläden, «Juden ins Gas»-Parolen – in der Folge des Gaza­kriegs fegte eine Welle des Antisemitismus durch Europa. Der Konflikt hatte die Hassausbrüche ausgelöst. Die Ursachen dafür lagen anderswo.

Ein ähnlicher Reflex spielte bei der Affäre um Geri Müller, hinter der Kommentatoren eine «jüdische Verschwörung» witterten. Schliesslich standen zwei Juden im Verdacht, Müller zu schaden. In Wahrheit handelte es sich um einen gewöhnlichen politischen Streit. Als die CVP mithalf, Christoph Blocher als Bundesrat zu stürzen, wäre niemand auf die Idee gekommen, von einer «christlichen Verschwörung» zu reden.

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Archaeologists Have Made An Incredible Discovery At Stonehenge

Image: BBC/io9

Using powerful ground-penetrating radar, investigators working around Stonehenge have detected a trove of previously unknown burial mounds, chapels, shrines, pits — and most remarkable of all — a massive megalithic monument made up of more than 50 giant stones buried along a 1,082-foot-long c-shaped enclosure.

By George Dvorskyio9

This news is unreal — and it’s resetting virtually everything we thought we knew about Stonehenge. Just a week after finding out that Stonehenge was once a complete circle, archaeologists from Birmingham and Bradford universities, and from the Ludwig Boltzman Institute in Vienna, have shattered the image of Stonehenge as a desolate and lonely place.

After four years of painstaking effort, and by using a magnetometer, a ground-penetrating radar (GPR), and a 3D laser scanner, archaeologists have shown that Stonehenge was once a sprawling complex that extended for miles.

And then there’s the previously unknown “super henge,” a monument located just two miles from Stonehenge. Scans suggest that each buried stone is about three meters (10 feet) long and 1.5 meters (5 feet) wide. The stones are positioned horizontally, not vertically, but it’s conceivable that they originally stood upright like other standing stones. The archaeologists suspect they were brought to the site shortly before 2,500 BC.

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Westantarktis überschreitet den Kipppunkt

Klimaforscher haben seit den 1970ern davor gewarnt: Jetzt ist der Westantarktische Eisschild instabil geworden und hat seinen unaufhaltsamen Zerfall begonnen. Das wird den Meeresspiegel deutlich steigen lassen. Eine Zäsur der Menschheitsgeschichte.

Von Stefan RahmstorfKlimalounge

Ein US-Fachjournalist nannte es einen “holy shit moment for global warming” – aber das ist untertrieben. Es ist ein historischer Wendepunkt – nicht nur für die Klimaforschung, sondern für die Menschheit. Seit dem Frühjahr 2014 wissen wir: der Westantarktische Eisschild ist höchstwahrscheinlich instabil geworden und damit gewissermaßen im freien Fall. „Der Planet ist in eine neue Ära eingetreten“, schrieb der Antarktisexperte Anders Levermann kürzlich dazu. Damit sind mehrere Meter Meeresspiegelanstieg und der Untergang von Küstenstädten und ganzen Inselstaaten vorprogrammiert und praktisch unausweichlich geworden.

Drei riesige Kontinentaleisschilde gibt es derzeit auf der Erde: den Grönländischen, den Westantarktischen und den Ostantarktischen Eisschild. Es handelt sich um mehrere tausend Meter dicke Landeismassen, die die Schneefälle von hunderttausenden Jahren enthalten und zusammen genug Wasser binden, um damit den Meeresspiegel weltweit um 65 Meter zu erhöhen.

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Missionarin kontaktiert bedrohtes unkontaktiertes Amazonas-Volk

Unkontaktierte Mashco-Piro haben Kleidung und Lebensmittel von Außenstehenden erhalten, wodurch sie Gefahr laufen, sich mit für sie tödlichen Krankheiten zu infizieren. © Jaime Corisepa/FENAMAD

Ein unkontaktiertes und für eingeschleppte Krankheiten höchst anfälliges Amazonas-Volk wurde an der Grenze des Manu-Nationalparks in Peru von einer Missionarin kontaktiert. Die Kontaktaufnahme schürt die Sorge um die Übertragung von Krankheiten, die das unkontaktierte Volk auslöschen könnten.

Survival International

Berichten zufolge soll die Adventisten-Missionarin aus einer lokalen Indigenen-Gemeinde mit einem Boot des Reiseanbieters Expediciones Vilca ans Ufer gefahren sein, wo sie Kleidung und Lebensmittel für die unkontaktierten Mashco-Piro-Indianer hinterließ.

Nun sind Bilder veröffentlicht worden, die das Zusammentreffen am letzten Samstag (6. September) zeigen. Darauf nehmen die Mashco-Piro die Kleidung und Lebensmittel an, die das Boot kurz zuvor ablud.

Erst vor wenigen Tagen hatten Survival International, die globale Bewegung für die Rechte indigener Völker, und die lokale Indigenen-Organisation FENAMAD vor “Menschensafaris” und der zunehmenden Bedrohung gewarnt, die das Aufeinandertreffen von Unkontaktierten und Außenstehenden mit sich bringt.

Evolution in der Ursuppe

Ausschnitt aus einem Video zum Miller-Urey-Experiment; The Community College Consortium for Bioscience Credentials/CC BY 3.0

Erstmals konnten Forscher in einer Computersimulation zeigen, dass unter den atmosphärischen Bedingungen in der Frühzeit der Erde die Entstehung komplexer Moleküle nicht nur möglich, sondern folgerichtig ist.

Von Matthias GräbnerTELEPOLIS

Vor vier Milliarden Jahren war die Erde noch jung und wild. Was dann passierte, davon können heute keinerlei Zeugen mehr berichten. Bekannt sind nur zwei Tatsachen: Dass am Ende einer Millionen Jahre dauernden, chemischen Evolution die Entstehung von Leben stand. Und dass die Atmosphäre der Erde damals aus Methan (CH4), Ammoniak (NH3), Wasser und Wasserstoff bestanden haben muss. In einem damals Aufsehen erregenden Experiment haben Harold Urey und sein Doktorand Stanley Miller 1953 gezeigt, dass sich unter Energiezufuhr aus diesen Stoffen Aminosäuren bilden können – die Bausteine des Lebens. Als Energielieferanten könnten dabei die in der Frühzeit der Erde häufigen atmosphärischen Entladungen in Form von Blitzen gedient haben.

Das Experiment stieß nicht auf ungeteilte Zustimmung, auch wenn andere Forscher mit ähnlichen Versuchen fortfuhren und auf ähnliche Weise weitere komplexe, zur Entstehung des Lebens nötige Moleküle erzeugen konnten. Je nach Variation der Umweltbedingungen waren andere chemische Reaktionen die Folge. Womöglich haben auch UV-Strahlung, Radioaktivität, die Wärme unterseeischer Quellen oder gar die Schockwellen eines Meteoriteneinschlags die für die Entstehung komplexer Verbindungen nötige Energie geliefert?

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