Archiv der Kategorie: Evolutionstheorie

Schattenbiosphäre: Unsichtbare Wesen leben unter uns

Bild: vice.com

Paranormal? Einige Forscher glauben, dass eine Schattenbiosphäre existiert. Sie soll bevölkert sein von Lebensformen, deren Grundbaustein nicht DNA ist.

Von Johannes ThumfartZEIT ONLINE

Was ist Leben? Und wie viel gibt es davon? In diesen Fragen hat der Mensch seine Vorstellung immer wieder revidieren und Grenzen neu ziehen müssen. Als beispielsweise im späten 17. Jahrhundert das Mikroskop erfunden wurde, tat sich ein nie bekannter Reichtum kleinster Lebewesen auf, der Zeitgenossen zutiefst verstörte. Auch auf die ersten Dinosaurierknochenfunde reagierte man ungläubig.

Heute erforschen Biologen Organismen, die an so extremen Orten vorkommen, dass man dort alles vermutet hätte, nur kein Leben. “Extremophil” – grob übersetzt “Extreme liebend” – nennen Forscher etwa Mikroorganismen, die es an heißen Quellen am Tiefseegrund bei Wassertemperaturen von mehr als 100 Grad Celsius aushalten. Ähnliche Überlebenskünstler finden sich im Innern der Erde: In einer afrikanischen Goldmine, drei Kilometer unterhalb der Erdoberfläche, fernab der Sonne, hat man jüngst eine isolierte Bakterienkolonie gefunden, die sich von der natürlichen Radioaktivität von Mineralien ernährt.

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“Atacama-Alien” ist missgebildeter Homo Sapiens

Die DNS der 15 Zentimeter großen Mumie weicht nicht signifikant von der normaler Menschen ab

Von Peter MühlbauerTELEPOLIS

2003 wurde in der chilenischen Atacamawüste eine Mumie gefunden, die stark an die Darstellungen von Aliens erinnert, wie sie seit den späten 1970er Jahren das Bild von Außerirdischen in der populären Kultur bestimmen. Ein Team um den Stanford-Genetiker Gary Nolan hat die Mumie nun genau untersucht und herausgefunden, dass sie vor ihrem Ableben kein Außerirdischer, sondern ein Mensch war. Allerdings einer mit vielen Missbildungen wie einen im Verhältnis zum Rest des Körpers stark überdimensionierten Kopf, der eine deutlich ovalere Form aufweist als der des Standard-Homo-Sapiens. Auch Stirn- und Augenpartie sind sehr fremdartig geformt und statt zwölf Rippen hat die Mumie nur zehn.

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‘Jews a Race’ Genetic Theory Comes Under Fierce Attack by DNA Expert

getty images

Scientists usually don’t call each other “liars” and “frauds.”

by Rita RubinThe Jewish Daily Forward

But that’s how Johns Hopkins University post-doctoral researcher Eran Elhaik describes a group of widely respected geneticists, including Harry Ostrer, professor of pathology and genetics at Yeshiva University’s Albert Einstein College of Medicine and author of the 2012 book “Legacy: A Genetic History of the Jewish People.”

For years now, the findings of Ostrer and several other scientists have stood virtually unchallenged on the genetics of Jews and the story they tell of the common Middle East origins shared by many Jewish populations worldwide. Jews — and Ashkenazim in particular — are indeed one people, Ostrer’s research finds.

It’s a theory that more or less affirms the understanding that many Jews themselves hold of who they are in the world: a people who, though scattered, share an ethnic-racial bond rooted in their common ancestral descent from the indigenous Jews of ancient Judea or Palestine, as the Romans called it after they conquered the Jewish homeland.

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Wie die Evolution Raubtiere hervorbrachte

Foto: pA

Gras, Zebra, Löwe – die Nahrungskette in der Natur folgt einer strengen Hierarchie. Doch wann genau haben Lebewesen damit begonnen, andere Lebewesen zu verspeisen?

Von Pia HeinemannDIE WELT

Wann fing es eigentlich an, das Fressen-und-Gefressen-Werden? Wann kamen Organismen auf die Idee, nicht alle Nährstoffe selbst zu fressen und zu verstoffwechseln – sondern anderen diese Arbeit zu überlassen und sie dann einfach aufzufressen?

Um diese Fragen zu beantworten, müssen Paläontologen in der Evolution ziemlich weit zurückgehen.

Doch zunächst ein kurze Begriffserläuterung: Forscher bezeichnen eine solche Lebensweise, bei der sich Organismen von den Produkten anderer Lebewesen, von Pflanzen aber auch von Tieren ernähren, als heterotroph.

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Physiker werfen Blick auf die Entstehung des Lebens

Copyright/Quelle: uni-muenchen.de

Im Ur-Ozean, so die derzeit gängigste Vorstellung, bildete sich nach der Entstehung der Erde aus einzelnen Molekülen nach und nach komplexe genetische Information. Münchner Physiker konnten nun zeigen, wie ein einfacher Temperaturgradient diesen Prozess in Gang gesetzt haben könnte.

grenz|wissenschaft-aktuell

Um aus einzelnen Atomen und kleinen Molekülen komplexe Strukturen entwickeln zu können, brauchte es zu Beginn aller Wahrscheinlichkeit nach die Ribonukleinsäure (RNA), erläutern die Physiker um Professor Dieter Braun und Professor Ulrich Gerland vom Exzellenzcluster „Nanosystems InitativeMunich” (NIM) an der Ludwig-Maximilian Universität in München aktuell im Fachjournal “Proceedings of the National Academy of Sciences” (PNAS). Dieses lange Polymer kann ähnlich einem Enzym erste biochemische Reaktionen und seine eigene Synthese katalysieren. Zugleich ist es in der Lage, wie die erst später entstandene DNA genetische Informationen zu speichern.

“Noch ist aber unklar, wie die allerersten RNA-Polymere entstanden sind. Die erste RNA-Struktur, welche RNA vervielfältigen kann wird auf eine Länge von mindestens 200 RNA-Bausteinen (Nukleotide) geschätzt, die sich ohne Katalysatoren zusammengesetzt haben müssen”, so die Forscher in einer Pressemitteilung. “Bisher konnten Wissenschaftler im Reagenzglas unter urzeitlichen Bedingungen aber nur Ketten von etwa 20 Nukleotiden bilden.”

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Baby Dinosaur Fossils Found In China Point To Tiny New Species

Scientists have discovered the fossilized skeleton of a baby dinosaur representing a new species of coelurosaur, a group of theropods that includes ancient beasts like T. rex.

by Megan GannonHUFF POST Science

With a skull that’s barely taller than the diameter of a quarter, the remains are thought to have belonged to a dinosaur that was less than a year old when it died, and researchers think it measured just 3 feet (1 meter) long and weighed only 3 lbs. (1.3 kilogram).

But the baby may have grown into a bruiser in adulthood, possibly comparable to the 16-foot-long (5 meters) Monolophosaurus, a theropod dinosaur with a long bony crest on its head, or the 25-foot-long (7.6 m) Sinraptor, which means “Chinese plunderer.” What’s more, it was likely a meat-eater that stalked lizards and relatives of today’s mammals and crocodilians, researchers say. [Image Gallery: Dinosaur Daycare]

cont’d

Eisen-60 und eine Supernova in der Nachbarschaft

credits: smithsonianscience.org

Mondgestein enthält Spuren eines seltenen Isotops, das nur durch eine Sternenexplosion dorthin gekommen sein kann. Die Supernova hat wohl auch die Erde beeinflusst.

Von Frank GrotelüschenFrankfurter Rundschau

Beseelt steht Apollo-Astronaut John Young am 20. April 1972 am Rande eines Kraters und genießt den grandiosen Ausblick. Da erreicht ihn vom Kontrollzentrum Houston ein Funkbefehl: Ein Stückchen weiter liege ein interessant aussehendes Felsbröckchen, Young soll es auflesen und mitnehmen. Gehorsam hüpft der Raumfahrer zu besagter Stelle und sackt den Mondstein ein.

Auf diese Weise sind stolze 380 Kilogramm an Gesteinsproben zusammengekommen, aufgesammelt während der sechs Apollo-Missionen zwischen 1969 und 1972. Die Untersuchung der exotischen Mineralien hält bis heute an – zum Teil mit neuen, hochmodernen Analysemethoden.

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Lawrence Krauss: Weltenschöpfung ohne Schöpfer

Colourbox


Mit „Ein Universum aus dem Nichts“ fasst der Kosmologe Lawrence Krauss den Stand der momentanen Schöpfungstheorie zusammen – und provoziert nicht nur Kreationisten. Laut Krauss machen die Ergebnisse einen Gottglauben obsolet.

Von Michael Odenwald - FOCUS ONLINE

Zuerst leuchtete ein gleißender Funke auf. Aus dem subatomaren Glutball erwuchs in Sekundenbruchteilen ein Gebilde von der Größe einer Pampelmuse, das danach langsam weiter expandierte. Unser All war geboren — hervorgegangen aus dem Feuersturm des Urknalls. Was aber löste diese Urexplosion aus? Stand am Weltenbeginn das Walten eines Gottes, wie es die Schöpfungsgeschichten der Weltreligionen bekunden? Oder brachten natürliche physikalische Prozesse das Universum hervor?

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US-Grundschule: “Haben Dinos und Menschen gleichzeitig gelebt? – JA!”

Bild: snopes.com

Bild: snopes.com

In der Grundschule werden Noten noch kindgerecht vermittelt, auch in den USA.

Süddeutsche.de

So prangt auf dem Wissenstest einer Viertklässlerin aus dem Bundesstaat South Carolina zwar der Form halber in Rot die Zensur: “A+” – was hierzulande in etwa einer Eins mit Sternchen entspricht. Doch die braucht es eigentlich nicht: Das aufgeklebte Smiley sagt mehr, als es jede Zahl könnte.

Der Blick auf den Prüfungsbogen mit dem Titel “Dinosaurs: Genesis and the Gospel” (zu deutsch: “Dinosaurier: Die Schöpfungsgeschichte und das Evangelium”) dürfte jedoch nicht nur der kleinen Musterschülerin ein Lächeln entlockt haben. Auch mancher, der die Schule längst hinter sich gelassen hat, findet dort Antworten, die zum Schmunzeln sind. Zumindest im ersten Moment. Denn der Test, der über das Atheismus-Forum des Internetdienstes Reddit seinen Weg in die US-Medien fand, stellt nichts weniger als die Evolution in Abrede.

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Kreationismusdebatte und der geteilte Darwin

Foto: picture alliance / Mary Evans Pi, aus DIE WELT

Edward O.Wilson:

Die Skeptiker fahren fort, den Glauben zu erhalten, dass die Wissenschaften und Bildung Religion vertreiben können, weil sie meinen, die Religion sei ein Papiertaschentuch an Illusionen.
Heute sind Wissenschaftler und Gelehrte in Gruppen organisiert, wie etwa die American Human Society oder das Institute on Religion, sie geben kleine Zeitungen und Magazine heraus, um Kampagnen zu organisieren, die den christlichen Fundamentalismus, Astrologie und Immanuel Velikowsky in Misskredit bringen sollen. Ihre knackigen, logischen Vorbehalte, einschließlich die gesamte Arroganz der Nobelpreisträger, durchdringen das Problem wie ein Stahlmantel-Geschoss einen Frosch.

Vor kurzem hatte ich ein Gespräch mit dem Journalisten Matthias Kamann zum Thema Kreationismus an deutschen Schulen, daraus resultierten Zitate (von mir freigegeben) in einem Artikel der letzten Freitag in DIE WELT, Berliner Morgenpost und Hamburger Morgenpost im politischen Teil der Zeitungen sowie zusätzlich als online-Version erschien, und für einigen Wirbel sorgt. Interessant sind auch die Internet-Reaktionen darauf, die – neben viel Zustimmung und “Teilen” des Artikels auf verschiedensten Webseiten und in Facebook – auf typische Muster der Ablehnung weisen. Grund genug, eine kleine Doku als Blogeintrag zu verfassen.

Von Reinhold LeinfelderAch Du lieber Darwin!

Hier der Einstieg zum Artikel in DIE WELT (vom 11.4.2013):

Debatte um Kreationismus an Bekenntnisschulen (von Matthias Kamann)

Mehr als Philosophie? Der Verband evangelischer Bekenntnisschulen will die Naturwissenschaften für religiöse Deutungen öffnen. Wissenschaftler, evangelische Kirche und Schulministerien sind alarmiert.
Reinhold Leinfelder ist kein Gegner des Glaubens. Der Professor für Paläontologie und Geobiologie an der Freien Universität Berlin plädiert für konfessionellen Religionsunterricht. Und obwohl er in seiner Zeit als Generaldirektor des Berliner Naturkundemuseums (2006 bis 2010) viel mit bibeltreuen Gegnern der Evolutionstheorie stritt, sagt der 56-Jährige: “Gegen eine geeignete Behandlung der biblischen Schöpfungslehre im Schulunterricht ist nichts einzuwenden.”
Scharf aber kritisiert er eine “Stellungnahme” zu “Evolution und Schöpfungslehre”, die auf der Homepage des Verbandes Evangelischer Bekenntnisschulen (VEBS) steht. Hier würden “Schüler in grotesker Weise falsch über das Wesen der Wissenschaft unterrichtet”, sagte Leinfelder der “Welt”.” … >> zum ganzen Artikel

Kommentar-Typus: Religion ist insgesamt Ausdruck von Blödheit:

User “Gesunder Menschenverstand”:  “Gegen eine geeignete Behandlung der biblischen Schöpfungslehre im Schulunterricht ist nichts einzuwenden.”
Ab da kann man eigentlich nur noch den Kopf schütteln. Religiöse Lehren haben in einem säkularisierten Land nichts, aber auch garnichts im öffentlichen Raum verloren. Sinnvoll wäre es anstatt von Religionsunterricht, verpflichtend für alle ein Fach gemischt aus Ethik und Philosophie einzuführen.

Kommentar-Typus: Evolution ist Religion:

User “Terms”: “Wenn die Evolutionstheorie als Theorie gelehrt würde, wäre das in Ordnung. Wird sie aber nicht. Die Evolution wird gewöhnlich als Tatsache dargestellt. Auch von Wissenschaftlern. Dieses Verhalten ist unwissenschaftlich und Folge von Eitelkeit oder einer Weltanschauung, die ohne “Evolution” nicht auskommt. Wo ist dann der Unterschied zu “Glauben”?

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Streit um „Schöpfung und Evolution“ in der Schule

Kreationismus: Nicht im Lehrplan, trotzdem gelehrtDer 1. Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Michael Diener, hat Position für die Bekenntnisschulen in einem aktuellen Streit bezogen: Eine Empfehlung des „Verbandes Evangelischer Bekenntnisschulen“ (VEBS) legt seinen Mitgliedsschulen nahe, Evolution und deren Kritik daran im Unterricht gleichermaßen durchzunehmen. Ein Professor für Paläontologie und Geobiologie an der Freien Universität Berlin hatte in der Tageszeitung Die Welt dagegen protestiert: Eine Gleichstellung von biblischem und naturwissenschaftlichem Weltbild sei „falsch und gefährlich“.

pro Medienmagazin

Der Verband Evangelischer Bekenntnisschulen (VEBS) will nach eigener Aussage bei Schulgründungen und bei der Fortbildung von Lehrern helfen, Lehrerstellen vermitteln und für den Austausch von Know-how und didaktischer Konzeptionen sorgen. Zu seinen Aufgaben zählt er zudem die Schaffung einer biblisch orientierten Lehrerausbildung sowie die Erstellung von Lehr- und Lernmaterial, das an christlichen Werten orientiert ist. Im November 2012 gab der Verband eine Stellungnahme zu der Frage heraus, „wie der Themenbereich Schöpfung und Evolution an christlichen Bekenntnisschulen zur Behandlung gelangen könnte“.

Der Text stammt vom Theologen und ehemaligem Gymnasiallehrer für Biologie und Mathematik Reinhard Junker. Er ist Geschäftsführer der Studiengemeinschaft Wort und Wissen, welche die auf der Bibel gründende Schöpfungslehre den Aussagen der Evolutionstheorie gegenüber stellt. Die Mitglieder sind der Meinung, dass die heute noch bestehende Monopolstellung der Evolutionslehre beim derzeitigen Stand der Forschung mit wissenschaftlichen Argumenten nicht zu rechtfertigen ist.

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Der letzte Affe auf dem Weg zum Menschen

Skelett des Australopithecus sediba, © Lee Berger / Universität Witwatersrand

Haben Forscher mit “Australopithecus sediba” den direkten Vorfahren der Gattung Homo entdeckt? Neue Details lassen das vermuten. Doch der Streit geht weiter.

Von Lydia KlöcknerZEIT ONLINE

Ist es ein Mensch? Ist es ein Affe? Vor fünf Jahren entdeckte der Anthropologe Lee Berger in der südafrikanischen Malapa-Höhle Knochenreste, die er weder der einen noch der anderen Art eindeutig zuordnen konnte. Die Form der Beckenknochen sprach für die aufrechte Haltung eines Menschen. Doch die langen und kräftigen Armknochen erinnerten an die eines Schimpansen. Berger taufte das Wesen Australopithecus sediba und berichtete 2011 im Fachmagazin Science, er habe womöglich die lange gesuchte Übergangsspezies gefunden.

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E.O. Wilson: Wider den „Egoismus” der frühen Soziobiologie

Dem Menschen kein Wolf
In seinem neuen Buch erklärt der Biologe E.O. Wilson, warum der Mensch erst in der Gruppe zum Individuum wird

Von Cord Riechelmann - Cicero

Edward Osborne Wilson, von Freunden Ed genannt und allgemein nur E. O. abgekürzt, ist neben Richard Dawkins der bekannteste lebende Biologe der Welt. Die beiden gehören zu jenen Biologen, die Mitte der 1970er-Jahre zum Angriff auf die Sozial- und Geisteswissenschaften bliesen. Wilsons „Sociobiology“ und Dawkins’ „The Selfish Gene“, deutsch: „Das egoistische Gen“, fußten auf der Behauptung, dass sich alle menschlichen Verhaltensweisen auf biologische Wurzeln zurückführen lassen. Damit sollte damals – zumindest – die Soziologie überflüssig gemacht und ihre Gegenstände in die biologische Verhaltensforschung überführt werden.

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Junkers Wunderwelt: Wo Biologie mit der Bibel unterrichtet werden soll

Foto: picture alliance / Mary Evans Pi

Mehr als Philosophie? Der Verband evangelischer Bekenntnisschulen will die Naturwissenschaften für religiöse Deutungen öffnen. Wissenschaftler, evangelische Kirche und Schulministerien sind alarmiert.

Von Matthias KamannDIE WELT

Reinhold Leinfelder ist kein Gegner des Glaubens. Der Professor für Paläontologie und Geobiologie an der Freien Universität Berlin plädiert für konfessionellen Religionsunterricht. Und obwohl er in seiner Zeit als Generaldirektor des Berliner Naturkundemuseums (2006 bis 2010) viel mit bibeltreuen Gegnern der Evolutionstheorie stritt, sagt der 56-Jährige: “Gegen eine geeignete Behandlung der biblischen Schöpfungslehre im Schulunterricht ist nichts einzuwenden.”

Scharf aber kritisiert er eine “Stellungnahme” zu “Evolution und Schöpfungslehre”, die auf der Homepage des Verbandes Evangelischer Bekenntnisschulen (VEBS) steht. Hier würden “Schüler in grotesker Weise falsch über das Wesen der Wissenschaft unterrichtet”, sagte Leinfelder der “Welt”.

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Gimmicks auf Yps-Heften und die Mär vom “Lebenden Fossil”

ypsUrzeitkrebse lebten schon vor 220 Millionen Jahren. Seither haben sie sich nicht verändert, wie uns Gimmicks auf Yps-Heften weismachen. Nun zeigt sich aber, dass die Evolution sie nicht vergessen hat.

Von Pia HeinemannDIE WELT

Urzeitkrebse? Das sind doch die aus dem Kindermagazin. Die kleinen Tierchen, die als Gimmick den Yps-Heften beigelegt waren. Wer alles richtig machte, und die Eier der Krebse ordnungsgemäß im richtig konzentrierten Salzwasser wachsen ließ, war schnell Herr über ein ganzes Heer der wuseligen Tierchen.

Doch nun berichten britische Forscher auf “Peerj.com“, dass die Krebse zu Unrecht den Titel “Urzeit” tragen. Sie enttarnen damit den Mythos der stehen gebliebenen Evolution. Denn das Erbgut der Krebse bestätigt die Voraussetzungen für “Lebende Fossilien” nicht.

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Harun Yahya: Allah, Kekse und Kreationismus

Das Interesse am Vortrag der KreationistInnen hält sich in Grenzen.

„Es gibt keine Evolution“, poltert der Redner vor einem überschaubaren Publikum im Saal K des Austria Center in Wien. Nur etwa 60 Personen haben es aller Werbung und dem prominenten Abhaltungsort zum Trotz zum Vortrag geschafft.

gottlos.at

„Die Evolutionstheorie, Die Wissenschaft von gestern, ein Irrtum von heute“ lautet der Titel der Veranstaltung mit der Personen aus dem Umfeld des türkischen Kreationisten Harun Yahya gegen die zentrale Theorie der Biologie Stimmung machen möchten.

Inhaltlich wird den Anwesenden wenig Neues dargeboten. Viele sind ohnedies angereiste AnhängerInnen Harun Yahyas oder sie sind – wie wir – nur gekommen, weil hier etwas geboten wird, was man normalerweise nur in den Gemeindehäusern evangelikaler Extremisten im Mittelwesten der USA bekommen kann: Kreationismus ohne das Deckmäntelchen des Intelligent Design.

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300 unveröffentlichte Darwin-Briefe gehen online

Darwin_letterWas hat Charles Darwin seinem besten Freund geschrieben? Das wollen britische Forscher des Darwin-Projekts bald öffentlich machen. Sie haben angekündigt, dass sie 1.200 Briefe des Forschers online stellen wollen, darunter 300 bisher unveröffentlichte.

Deutschlandradio Kultur

Darin tauscht sich Darwin mit seinem besten Freund, dem Botaniker Joseph Dalton Hooker, aus, der auch an Darwins Buch “Über die Entstehung der Arten” mitgearbeitet hatte. – Bezogen auf den gesamten Briefverkehr Darwins macht die Korrespondenz zu Hooker zehn Prozent aus. Der Brite Charles Darwin lebte von 1809 bis 1882 und legte die Grundlage für die Evolutionsbiologie.(Bild: Natural Selections)

Mehr die Veröffentlichung seiner Briefe erfahren Sie auf der Seite des Darwin-Projekts

Edward O. Wilson: Zufall der menschlichen Intelligenz

Wie Menschen? Blick in einen Termitenbau. (Bild: usda.gov)

In seinem neuen Buch überträgt der Insektenkundler und Biologe Edward O. Wilson Erkenntnisse aus der Termitenforschung auf den Menschen. So will er den großen Fragen nach dem Wesen des Homo sapiens auf den Grund gehen.

Von Susanne Billig - Deutschlandradio Kultur

Die Erörterung unserer evolutionären Wurzeln (“Woher kommen wir?”) macht den Löwenanteil des selbstbewussten Alterswerkes aus. Die soziale Intelligenz des Menschen verdankt sich laut Wilson dem puren Zufall mehrerer Präadaptionen: Ein aufrechter Gang, eine sensible Hand, die Ernährungsumstellung auf energiereiches Fleisch für ein großes Gehirn und der Bau von Nestern, in denen Eltern, Kinder und erweiterte Familie zusammenlebten – das alles habe zusammenkommen müssen, um Eusozialität entstehen zu lassen. Gemeint sind damit soziale Gruppen, die sich verteidigen, als wären sie ein Individuum. Der Autor untermauert seine Betrachtungen mit spannenden Fakten aus der Ameisen- und Termitenforschung, seinem eigentlichen Fachgebiet. Ähnlich wie bei sozialen Insekten hätten die Selektionskräfte der Evolution auch beim Homo sapiens sowohl die fittesten Individuen als auch die am besten kooperierenden Gruppen bevorzugt.

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A-cappella-Konzert: Lobgesang auf die Evolution

Die Ururenkelin des Naturforschers Charles Darwin: Sarah Darwin im Naturkundemuseum Berlin. – Foto: Rückeis

Ein Vokalquartett aus New York singt im Berliner Naturkundemuseum die Texte aus Charles Darwins Hauptwerkt “Die Enstehung der Arten”. Wer könnte das besser präsentieren als dessen Ururenkelin?

Von Erik Wenk - DER TAGESSPIEGEL

Ein schöneres und tragischeres Bild für die Wege der Evolution könnte es kaum geben: Das mehr als 13 Meter große Brachiosaurus-Skelett, das sich ebenso majestätisch wie zerbrechlich unter der hohen Decke des Naturkundemuseums erhebt, löst spontan ein Gefühl der Ehrfurcht aus. Oder liegt es am Raum selbst? Naturkundemuseen seien häufig als „Kathedralen für die Natur“ entworfen worden, sagt Sarah Darwin. Darwin? Ja, der Darwin. Sarah ist die Ururenkelin des Naturforschers Charles Darwin. Sie kennt sich aus im Berliner Naturkundemuseum, denn sie ist mit dessen Direktor, Johannes Vogel, verheiratet.

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Lawrence M. Krauss: Information statt Glauben

Warum Forscher davon ausgehen, dass unser Universum vor 13,7 Milliarden Jahren entstand, ist bei Krauss nachzulesen. (Bild: AP Archiv)

Mit “Ein Universum aus dem Nichts” reagiert Lawrence Krauss auf die in den USA verbreitete Strömung des Kreationismus. Der Physiker plädiert dafür, die Ergebnisse der naturwissenschaftlichen Forschung anzuerkennen. Die mache es möglich, nicht an Gott zu glauben.

Von Gerrit Stratmann - Deutschlandradio Kultur

Es braucht keinen Gott, um unser Universum zu erschaffen, sagt Lawrence M. Krauss. Philosophie und Theologie haben schon seit 500 Jahren nichts mehr zur Klärung der Frage nach unserer Herkunft beigetragen. Die moderne Wissenschaft hingegen zeige einen Weg, mit rein physikalischen Mechanismen die Entstehung unseres Universums zu erklären.

Krauss schildert, warum Forscher davon ausgehen, dass unser Universum vor 13,7 Milliarden Jahren entstand. Alles, was wir sehen, könnte damals einem Zustand entsprungen sein, in dem es keinen Raum, keine Zeit und keine Naturgesetze gab, und damit praktisch nichts. Für Physiker, die mit virtuellen Teilchen, negativer Energie und Quantenfluktuationen in inflationären Raumblasen hantieren, ist dieser Vorgang durchaus plausibel.

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