Archiv der Kategorie: Evolutionstheorie

Neil Shubin: Das Universum in dir

Neil Shubin Das Universum in dir Aus dem Englischen von Sebastian Vogel Verlag: S. Fischer, Frankfurt M. 2014 ISBN: 9783100720054 21,99 €

Neil Shubin
Das Universum in dir
Aus dem Englischen von Sebastian Vogel
Verlag: S. Fischer, Frankfurt M. 2014
ISBN: 9783100720054
21,99 €

“Farishs Überschwang ließ mich vergessen, wie absurd es eigentlich war, sich so über die Entdeckung eines Zahnes zu freuen, der nicht viel größer war als ein Körnchen Sand (…) Der winzige Zahn stellt die Verbindung zwischen uns und einer längst vergangenen Welt dar.”

Von Rosana ErhartSpektrum.de

Mit Worten wie diesen beschreibt der amerikanische Paläontologe Neil Shubin, was er auf seiner ersten Forschungsexpedition in die Arktis erlebte. 1986 reiste er als Mitglied eines vierköpfigen Forscherteams in entlegene Winkel Grönlands, um dort nach fossilen Überresten von Organismen zu suchen, die evolutionär zwischen Reptilien und Säugetieren standen. Packend schildert Shubin die Enttäuschungen, die Strapazen und die euphorischen Momente dieses Unternehmens.

Doch dient ihm das nur als Einstieg, um einen ganz großen Wurf zu versuchen. Beginnend bei der Entstehung des Monds vor 4,5 Milliarden Jahren bis zum Aussehen der Welt vor 200 Millionen Jahren unternimmt er einen Streifzug durch vergangene Äonen.

weiterlesen

Islamic State Bans Darwin’s Evolution from School Curriculum in Mosul

foto: ap/militant video Abu Bakr al-Baghdadi alias Kalif Ibrahim (Videoaufnahme einer Predigt) ist der Anführer der Gruppe "Islamischer Staat"

foto: ap/militant video
Abu Bakr al-Baghdadi alias Kalif Ibrahim (Videoaufnahme einer Predigt) ist der Anführer der Gruppe “Islamischer Staat”

The Islamic State’s aversion to other religions and ideologies is well-known, and it is on display once again, with the jihadist outfit vowing to keep Charles Darwin’s evolution theory out of textbooks in Iraqi schools.

By Mugdha VariyarInternational Business Times

The Islamic State has issued new rules to schools, which it has publicised through bulletins in mosques and markets in Mosul, a part of which reads – “good news of the establishment of the Islamic State Education Diwan by the caliph who seeks to eliminate ignorance, to spread religious sciences and to fight the decayed curriculum.”

Schools will now have to substitute references to ‘Iraq’ or ‘Syria’ with ‘Islamic State’, and teachers along with students will be segregated on the basis of gender.

While the theory of evolution was reportedly never taught in Iraqi schools, the IS has explicitly banned it, an attitude also often associated with far-right Christian propagandists.

read more

Evolution in der Ursuppe

Ausschnitt aus einem Video zum Miller-Urey-Experiment; The Community College Consortium for Bioscience Credentials/CC BY 3.0

Erstmals konnten Forscher in einer Computersimulation zeigen, dass unter den atmosphärischen Bedingungen in der Frühzeit der Erde die Entstehung komplexer Moleküle nicht nur möglich, sondern folgerichtig ist.

Von Matthias GräbnerTELEPOLIS

Vor vier Milliarden Jahren war die Erde noch jung und wild. Was dann passierte, davon können heute keinerlei Zeugen mehr berichten. Bekannt sind nur zwei Tatsachen: Dass am Ende einer Millionen Jahre dauernden, chemischen Evolution die Entstehung von Leben stand. Und dass die Atmosphäre der Erde damals aus Methan (CH4), Ammoniak (NH3), Wasser und Wasserstoff bestanden haben muss. In einem damals Aufsehen erregenden Experiment haben Harold Urey und sein Doktorand Stanley Miller 1953 gezeigt, dass sich unter Energiezufuhr aus diesen Stoffen Aminosäuren bilden können – die Bausteine des Lebens. Als Energielieferanten könnten dabei die in der Frühzeit der Erde häufigen atmosphärischen Entladungen in Form von Blitzen gedient haben.

Das Experiment stieß nicht auf ungeteilte Zustimmung, auch wenn andere Forscher mit ähnlichen Versuchen fortfuhren und auf ähnliche Weise weitere komplexe, zur Entstehung des Lebens nötige Moleküle erzeugen konnten. Je nach Variation der Umweltbedingungen waren andere chemische Reaktionen die Folge. Womöglich haben auch UV-Strahlung, Radioaktivität, die Wärme unterseeischer Quellen oder gar die Schockwellen eines Meteoriteneinschlags die für die Entstehung komplexer Verbindungen nötige Energie geliefert?

weiterlesen

Five Dinosaur Myths That You Probably Thought Were True

How much do you know about dinosaurs? If you’re still relying on what you learned in grade school — and saw in Hollywood classics like “Jurassic Park” — you’ve got dinosaurs all wrong.

By Jaqueline HowardHuffington Post

Yes, the scientific understanding of dinosaurs — and dinosaur behavior — has changed drastically in recent years.

“‘Jurassic Park’ fossilized an image of scaly dinosaurs in our imagination,” Brian Switek, dinosaur expert and author of the book My Beloved Brontosaurus, told The Huffington Post in an email. “Despite scores of fluffy and fuzzy dinosaur fossils, many people still prefer the scabrous, reptilian versions they grew up with. Nostalgia’s great, but paleontology has kept altering our perceptions of what dinosaurs were like in the 20 years since Spielberg’s classic film.”

read more

Dodo des Monats August 2014: Michael Blume

Dodo des Monats August 2014

Dodo des Monats August 2014


michael-blume“Atheistische Populationen verebben”, so dumm wie falsch.
Es gab mal eine Zeit, um nicht zu sagen es war einmal, da waren Kinder Reichtum und die Ursachen sind damals wie heute sozial und wirtschaftlich begründet. Man möchte meinen das Michael Blume noch in dieser alten Zeit hängt, die heutige Realität als eine Art holistische Wellenfront abtut.

Unbenommen sein Glaube an den imaginären Freund, richtig auch die Tatsache, dass säkulare Gesellschaften momentan einen Prozess der Stagnation durchlaufen, während religiöser Mainstream, der auch den Fundamentalismus ermöglicht und bedingt, auf dem Vormarsch ist. Genau das macht dummes Geschwätz zu dem noch gefährlich.
Religionswissenschaftler Blume hat sich mit allen möglichen beschäftigt, von Engelkunde, Wirkung und Wissenschaft, über die Illuminaten, Baptisten, Quäker, Freimaurer, Rosenkreuzer und dem menschlichen Hunger nach Göttern. Sein Lieblingswort “Evolution.” Und Darwin ist sein Lieblingsfeind, die “Darwinisten”, welch ein Wort, sind diejenigen an denen er seinen göttlichen Unfug abarbeitet. In all seinen “Werken” lässt Blume etwas vermissen, die Distanz des Wissenschaftlers zum Objekt der Forschung, das kritische Hinterfragen der eigenen Position in der Sichtweite der Forschungsergebnisse. Statistiken, Studien, Analysen werden durch ihn regelrecht vergottet. Und so sind all seine “Sachbücher” religiös verbrämte, subjektiv eingefärbte persönliche Meinungen. Das Wort Wissenschaftstheorie möchte man gar nicht in den Mund nehmen.
Blume ist  Kreationist, das Wirken des imaginären Freundes, der himmlischen Spukgestalt, zieht sich wie ein roter Faden durch seine Argumentation, Gott in den Knochen, im Gehirn und in den Genen, bleibt die Frage ob Gott auch im Rectum steckt.

Die Feststellung, dass es “ohne Religion an Kindern fehlen” würde ist sozialdarwinistisch und passt zu ihm. Nur religiöse Menschen handeln moralisch, setzen Blagen in die Welt und sorgen dafür das die Menschheit nicht ausstirbt. Soweit der krude Stuss.
Hier überträgt er die Theorie der Auslese(Darwin) auf soziale, wirtschaftliche und moralische Verhältnisse der menschlichen Gesellschaft. Religiöse Menschen sind sozial, weil sie mehr Kinder in die Welt setzen.

Blume will es den Darwinisten, den Evolutionsbiologen, Genetikern uvam. zeigen, nämlich, ihr entzaubert Gottes Schöpfung in erbärmlicher Art und Weise und ich der Religionswissenschaftler Blume entzaubere euch.

Er stellt sich auf das statistische Mittel seiner eigenen Hypothesen und erklärt dem Rest der Welt, dass sie alle Unrecht haben.

Michael Blume

Ein Beispiel: Wenn ich glaube, dass es zu Gottes ersten Worten in der Bibel gehört, wenn er sagt: “Seid fruchtbar und mehret euch”, dann spielt es für religiöse Menschen eine Rolle, dass wir den Auftrag haben, eine Familie zu gründen und kinderreich zu sein. Zum anderen ist da die Motivation. Wenn wir als Menschen nicht nur vor uns hinleben, sondern uns wirklich einer Sache verschreiben wollen, brauchen wir tiefe religiöse Überzeugungen. Und das beides zusammen bewirkt diesen ganz starken Effekt.

So ein Blödsinn, wir brauchen eben keine tiefen religiösen Überzeugungen um ein gutes Leben zu leben. Blume betreibt hier Afterdienst Gottes, ganz im Kantschen Sinne.

Grundlegend und abschließend, die Aufklärung ist an Herrn Blume vorbei gegangen, getreu dem Motto, die Intelligenz verfolgt dich, du bist schneller.

In dem Sinne, herzlichen Glückwunsch zum Dodo, ich bin der festen Überzeugung, dass weitere folgen werden.

Artenexplosion in Afrikas Seen: Das Geheimnis der rasanten Buntbarsch-Evolution

meyerbarsche_1

Bild: Prof. Dr. Axel Meyer.

Rasend schnell haben sich in den Seen Afrikas Tausende neue Buntbarscharten entwickelt. Und ständig entstehen neue Spezies. Forscher haben jetzt eine erste Theorie, was die Evolution der Fische im Eiltempo vorantreibt.

Von Julia MerlotSpON

Buntbarsche gelten als Evolutionswunder: Mit über 2000 bekannten Spezies sind sie eine der artenreichsten Fischfamilien überhaupt. Sie entwickeln sich so schnell, dass man ihnen in einigen Fällen sogar bei der Evolution zuschauen kann. Was die Fische zu solch ungewöhnlichen Anpassungskünstlern macht, haben Forscher nun erstmals umfassend in einer Genanalyse untersucht.

Seit Charles Darwin im 19. Jahrhundert erkannte, dass sich Lebewesen an unterschiedliche Lebensräume anpassen und so neue Arten entstehen, konnte niemand erklären, wie genau das eigentlich funktioniert. Warum entwickeln manche Lebewesen sich schneller weiter als andere? Und warum gelingt es anderen gar nicht, sich an eine veränderte Umwelt anzupassen?

weiterlesen

Harun Yahya Verschnitt Öztürk Kalem: “Es gibt keine Evolution”

Ötztürk Kalem, Bild: kreiszeitung.de/bearb.BB

Ötztürk Kalem, Bild: kreiszeitung.de/bearb.BB

Über nichts Geringeres als die „Entstehunghung des Universums und des Lebens“ sprach Ötztürk Kalem auf einer Veranstaltung im Uphuser Hotel Haberkamp.

kreiszeitung.de

Zunächst einmal präsentiert er dort etliche Fotos von Tieren und Pflanzen. Sie wurden neben die Abbildungen Millionen Jahre alter Fossilien gestellt. Ginko-Blätter in grün und in Stein, Ameisen neben in Bernstein konservierten Vorfahren, alles evolutionär erfolgreiche Organismen, die jedoch ihr Erscheinungsbild bis heute nahezu unverändert erhalten haben.

Hiermit sollte die Evolutionstheorie widerlegt werden. Es habe nie eine Evolution gegeben, denn alle lebenden Arten wurden, wie sie sind, erschaffen, betonte der Referent. Und zwar von einem omnipotenten Wesen, einem Schöpfergott. So die Ausführungen von Ötztürk Kalems.

weiterlesen

Genmutationen als Risikofaktoren für niedrigen IQ identifiziert

Image: nature.com

Mutationen im Gen SETD5 dürften eine Rolle bei der Entwicklung geistiger Behinderungen spielen.

derStandard.at

Eine geistige Behinderung liegt laut gängiger medizinischer Definition bei einem Intelligenzqotienten (IQ) von unter 70 vor. Betroffen sind etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung.

Dabei handelt es sich allerdings um eine sehr heterogene Erkrankung – und in den meisten Fällen ist es sehr schwierig, die genetische Ursache dafür festzustellen. Ein Forscherteam um Gaia Novarino vom IST Austria identifizierte nun Mutationen in einem Gen namens SETD5 als Risikofaktoren für eine Behinderung. Die Ergebnisse wurden im “European Journal of Human Genetics” veröffentlicht.

weiterlesen

Wort und Wissen vs. AK Evolutionsbiologie

Naturwissenschaftliche Rundschau Heft 7/2014 (Cover) Bild: hpd.de

Vor einigen Monaten wurde unter der Überschrift “Schwarzwälder Grundtypen-Kreationismus” die 7. Auflage 2013 des “evolutionskritischen Lehrbuchs” der Wort und Wissen (W+W)-Mitglieder Reinhard Junker und Siegfried Scherer rezensiert.

hpd.de

In der Juli-Ausgabe der Naturwissenschaftlichen Rundschau ist ein offener Dialog W+W – AK EvoBio (siehe Anlage) veröffentlicht.

Auf der Rückseite des als professionelles Lehrbuch aufgemachten Propaganda-Werks der Schwarzwälder Kreationisten-Vereinigung W+W ist der folgende aufschlussreiche Text abgedruckt: “Ist Evolution bewiesen? Die experimentelle evolutionsbiologische Forschung hat gezeigt, dass die Fähigkeit zur mikroevolutiven Veränderung eine faszinierende Grundeigenschaft des Lebens ist. Darf Makroevolution – die Entstehung komplexer Strukturen und Grundbaupläne – damit ebenfalls als empirische Tatsache gelten? Die Autoren dieses Lehrbuchs sind nicht dieser Meinung”.

weiterlesen

Can the World Really Set Aside Half of the Planet for Wildlife?

Märkischer Kiefernwald,Bild: brightsblog(bb)

Märkischer Kiefernwald,Bild: brightsblog(bb)

The eminent evolutionary biologist E.O. Wilson has an audacious vision for saving Earth from a cataclysmic extinction event

By Tony HissSmithsonian Magazine

Battles are where the fun is,” said E.O. Wilson, the great evolutionary biologist, “and where the most rapid advances are made.” We were sitting in oversized rocking chairs in a northwest Florida guest cottage with two deep porches and half-gallons of butter-pecan ice cream in the freezer, a Wilson favorite. He’d invited me here to look at what he considers a new approach to conservation, a new ecological Grail that, naturally, won’t happen without a fight.

Wilson, 85, is the author of more than 25 books, many of which have changed scientific understanding of human nature and of how the living part of the planet is put together.

Known as the father of sociobiology, he is also hailed as the pre-eminent champion of biodiversity: Wilson coined the word “biophilia” to suggest that people have an innate affinity for other species, and his now widely accepted “theory of island biogeography” explains why national parks and all confined landscapes inevitably lose species.

read more

Evolution nachgestellt—Acht Monate an Land aufgezogen: Forscher bringen Fischen laufen bei

Eigentlichen Flösselhechte (Polypterus) , Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Vor 400 Millionen Jahren kamen die ersten Wirbeltiere an Land – und entwickelten sich zu den Vorläufern der Amphibien. Den Prozess dieses Landgangs haben Forscher nun in einem ungewöhnlichen Versuch mit speziellen Fischen nachgestellt.

FOCUS ONLINE

In einem ungewöhnlichen Versuch haben Wissenschaftler nachgestellt, wie Wirbeltiere vor 400 Millionen Jahren das Land erobert haben könnten. Dazu zogen sie Fische, die Luft atmen können, außerhalb des Wassers auf. Die anatomischen Veränderungen der Tiere spiegeln weitgehend Fossilienfunde aus der Übergangsphase wider, schreiben die kanadischen Forscher in der Zeitschrift “Nature”.

Welt als Gehirnversuch, Unsicherheit zu reduzieren

Foto: Stefan F. Sämmer Univ.-Prof. Dr. Thomas Metzinger/Uni Mainz

Thomas Metzinger über “das Selbst”, psychoaktive Drogen und die Dimension der Zukunft in der ethischen Debatte. Teil 2

Der Philosoph Thomas Metzinger erblickt aufgrund der rasanten Entwicklung der Neurowissenschaften einen erhöhten Reflexionsbedarf in der Philosophie und eine nicht minder drängende Notwendigkeit, politisch zu handeln.

Zu Teil 1: “Ein physikalisch determiniertes System könnte einen hohen Grad an Autonomie besitzen”

Von Reinhard JellenTELEPOLIS

Herr Metzinger, welche Kritikpunkte an ihrer “Philosophie des Selbst” fanden Sie am unangebrachtesten – und gab es welche, aus denen Sie etwas lernen konnten?

Thomas Metzinger: Eine Sache, die in Being No One[1] und auch in der überarbeiteten Neufassung des “Ego-Tunnels” fast vollständig fehlt, ist die Theorie des so genannten Predictive Coding, die zu großen Teilen von dem britischen Mathematiker Karl Friston entwickelt wurde und die mich und viele junge Leute in meiner Gruppe sehr beschäftigt.

Diese Theorie sagt, dass alle geistigen Inhalte kontrafaktische Inhalte sind, eine vom Gehirn dargestellte Wahrscheinlichkeitsverteilung, immer nur eine Möglichkeit, eben die beste Hypothese, die das System im Moment über die Außenwelt hat – oder auch über seinen eigenen Zustand.

Es gibt im Moment in der Kognitionswissenschaft und den informierten Teilen der Philosophie des Geistes eine regelrechte Hysterie, weil viele kluge Leute den Eindruck haben, dass dies die Anfänge des übergreifenden formalen, begrifflichen Rahmens sein könnten, nach dem wir so lange gesucht haben. Zum Beispiel lässt uns diese Theorie auf einer tieferen mathematischen Ebene verstehen, warum Handeln und Wahrnehmen im Grunde dasselbe sind, nämlich die kontinuierliche Minimierung eines Vorhersagefehlers.

Sie liefert uns aber auch ein neues Verständnis davon, was Aufmerksamkeit eigentlich ist: Was wir als “die Welt” erleben, ist in Wirklichkeit ein generatives Modell in unserem Gehirn, das kontinuierlich versucht, Unsicherheit zu reduzieren und “hässliche Überraschungen” zu vermeiden, indem es automatisch immer neue Vorhersagen erzeugt, testet und auf diese Weise die kausale Struktur der Außenwelt extrahiert. Das Problem: Die notwendige Mathematik ist für Philosophen mit einer normalen universitären Ausbildung nicht zu beherrschen. Wir brauchen in der Philosophie des Geistes jetzt auf einmal junge Leute, die nicht nur empirisch gut informiert sind, sondern auch solche, die Mathematik studiert haben.

Ich lerne viel von den kritischen Zuschriften wissenschaftlich gebildeter Leser aus aller Welt (die ich leider nicht mehr alle beantworten kann), aber es gibt natürlich auch das Rauschen an der Oberfläche, die klassischen Missverständnisse: Wenn es doch gar kein Selbst gibt, wer ist es denn dann, der sich täuscht oder die ominöse “Illusion des Selbst” aus dem Esoterikbuchladen hat?

Nun, es ist die Person als Ganzes, und sie wird vom Organismus zur Person genau dadurch, dass sie in einen sozialen Kontext eingebettet ist, der evolutionär und kulturgeschichtlich eben genau dadurch entstanden ist, dass Wesen das subpersonale Selbstmodell in ihrem Gehirn zu großen Teilen nicht als ein Modell erleben konnten und sich deshalb mit seinem Inhalt identifiziert haben. Das transparente Selbstmodell war die Brücke von der Biologie in die Kultur.

weiterlesen

Verschwinden der Neandertaler neu datiert

© Thomas Higham

Forscher haben systematisch Altersbestimmungen vorgenommen. Demnach verschwand der Neandertaler früher als gedacht und überall nahezu zeitgleich.

Von Jan Dönges—Spektrum.de

Datierungsexperten um Thomas Higham von der University of Oxford haben das Alter von zahlreichen Neandertalerfundstätten quer durch Europa neu bestimmt. Laut ihren Ergebnissen dürfte der Neandertaler spätestens vor 39 000 Jahren ausgestorben sein – und das relativ zeitgleich an allen Fundstätten vom Schwarzen Meer bis an die französische Atlantikküste.

Konkret datieren die Forscher das Verschwinden auf 39 000 bis 41 000 Jahre vor heute. Dazu hatten sie das Alter von insgesamt 196 Proben von 40 Fundstellen mit Hilfe der Radiokarbonmethode bestimmt.

weiterlesen

Forget Transformers, This Is The Film We Want About Transforming Robots

Image. io9

In this mesmerizing short film, a mysterious robotic device lands on a barren planet in order to radically alter the landscape. But along the way, the robot must change itself, transforming at each stage of its task.

By Lauren Davisio9

Richard Mans directed and animated the stunning Abiogenesis, imagining how robots might speed along the process of life on other planets and giving us plenty of mechanical eye candy in the process.

Three Myths About the Brain

Bild: BB

Bild: BB

IN the early 19th century, a French neurophysiologist named Pierre Flourens conducted a series of innovative experiments. He successively removed larger and larger portions of brain tissue from a range of animals, including pigeons, chickens and frogs, and observed how their behavior was affected.

By GREGORY HICKOKThe New York Times

His findings were clear and reasonably consistent. “One can remove,” he wrote in 1824, “from the front, or the back, or the top or the side, a certain portion of the cerebral lobes, without destroying their function.” For mental faculties to work properly, it seemed, just a “small part of the lobe” sufficed.

Thus the foundation was laid for a popular myth: that we use only a small portion — 10 percent is the figure most often cited — of our brain. An early incarnation of the idea can be found in the work of another 19th-century scientist, Charles-Édouard Brown-Séquard, who in 1876 wrote of the powers of the human brain that “very few people develop very much, and perhaps nobody quite fully.”

read more

Kentucky: Kreationisten bauen „Arche“-Freizeitpark

arche_kentuckyChristliche Fundamentalisten errichten einen Freizeitpark nach dem Vorbild der Arche Noah. Homosexuelle, Katholiken und Protestanten dürfen sich nicht bewerben. Trotzdem gibt es Schützenhilfe vom Staat.

Frankfurter Allgemeine

Im amerikanischen Bundesstaat Kentucky soll ein Arche-Noah-Freizeitpark errichtet werden. Die Eröffnung ist zwar erst für 2016 geplant, doch schon jetzt sorgt der Park für Diskussionen. Die Idee zum „Ark Encounter“, wie der Park heißen soll, hatte Ken Ham, ein Anhänger der Kreationisten in Amerika. Betreiber des Parks ist die Answers in Genesis (AiG), deren Vorsitzender Ham ist. Die AiG ist eine christlichen-fundamentalistische Organisation.

weiterlesen

Atheismus—eine Mutation: Etwas Sozialdarwinismus und Kreationismus

TheCreation_399Atheismus, Wer möchte schon gerne nur ein Mutant sein?

Von GebederFreitag

Eine wundersame Eigentümlichkeit stellt sich mit Regelmäßigkeit bei den atheistischen Freigeistern ein, die sich in naturwissenschaftlichen Evolutionstheorien, in Vererbungslehre, biochemischem Gen-Determinismus ergehen und dort äußerst klug bewandert sind, nimmt man sie nur eine Weile ernst mit ihren Theorien.

Denn von zwei Seiten her unbestritten sind erstens anthropologische Ergebnisse, die aufzeigen, wie in aller historischer Menschheitsentwicklung Hinwendungen an Götter, Götterkulte und Götterglaube die kulturellen Säulen gewesen sind; zuzusagen der menschheitlich historisch verifizierbare General- resp. Normalfall.

Zweitens, daß, gemäß aller gegenwärtig zusammengetragener naturwissenschaftlicher Expertise, Entwicklung aufgrund von genetischer Vererbung sich entwickelt habe; und sich innerhalb dieser genetischen Entwicklung gewisse Mutationen ereignet haben.

Und sagt man den Vertretern dieser Ansichten: nun, wenn dem so ist, wie du die Welt beschreibst, dann ist das, was da als Atheismus und wahlweise als Agnostizismus behauptet wird, was ja so sehr lange in dieser Form gar nicht als ausgeprägt in der Welt aufgetreten ist, das ist ja nach deinen eigenen Theorien nicht anderes als vererbt, das hast du von deinen Vorfahren vererbt bekommen; bei denen war das noch unbeeinträchtigt da, soweit du in die Geschichte zurückgehen kannst, kannst du das verfolgen, das tritt jetzt bei dir und deinesgleichen aber eben nur als Mutation ins Gegenteil auf!

weiterlesen

Sue Blackmore: A hundred walked out of my lecture

Sue Blackmore, Image: richarddawkins.net

I’m still shaken by yesterday’s lecture and its aftermath. Oxford in the 21st century was, I’d fondly assumed, the epitome of somewhere I could speak freely and fully, and expect people to listen and then argue and disagree if they wished to. Apparently not.

By Sue BlackmoreRichard Dawkins-Foundation

I was invited to give a lecture on memes by the “Oxford Royale Academy”, an institution that has nothing to do with the University of Oxford but hosts groups of several hundred 17-18 year-olds for two weeks of classes and, I guess, some kind of simulation of an ‘Oxford experience’. I was told they were of 45 nationalities and I assumed many different religions. So I prepared my lecture carefully. I tried it out the day before on my husband’s grandson, a bright mixed-race 16 year-old from Paris, and added pictures of the latest craze for ‘Fatkini posts’ and more videos, including my favourite Gangnam Style parody (Python style), but I wasn’t going to avoid the topic of religious memes – religions are an example, par excellence, of memeplexes that use wicked tricks to ensure their own survival. I simply made sure that my slides included many religions and didn’t single one out.

Looking back I should have seen trouble coming early on. I began with a pile of stuffed animals on the desk that I use to illustrate natural selection. Many laughed at my ‘dangerous predator’ eating them but at the word ‘evolution’ a young man in the second row began swaying side to side and vigorously shaking his head. I persevered, trying to put over the idea that evolution is inevitable – if you have information that is copied with variation and selection then you must get (as Dan Dennett p50 puts it) ‘Design out of chaos without the aid of mind’. It is this inevitability that I find so delightful – the evolutionary algorithm just must produce design, and once you understand that you have no need to believe or not believe in evolution. You see how it works. So I persevered.

read more

Sperrzone in Fukushima: Mutationen bei Tieren festgestellt

Bild: Wikimedia Commons

Eine beinahe menschenleere Region von mehr als 600 Quadratkilometern Fläche sollte für Tiere und Pflanzen eigentlich eine Idylle sein. Doch für die Region um das 2011 havarierte Kernkraftwerk in Fukushima gilt das nicht.

Von Thiemo BräutigamWirtschaftswoche Green

Unmittelbar nach der Reaktorkatastrophe haben internationale Forschungsteams damit begonnen, die Auswirkungen der radioaktiven Strahlung auf die umliegenden Ökosysteme zu untersuchen.

Zwar kommen die daraus resultierenden Studien nicht zu einem einheitlichen Ergebnis, doch eine Tendenz ist klar zu erkennen: Für die meisten in der Region lebenden Arten bedeutet der Unfall einen dramatischen Rückgang der Population, massive Schäden am Genpool bis hin zu Albinismus und lebensbedrohlichen Mutationen. Bei manchen Arten kam es wiederum bereits zu Anpassungen und Resistenzen.

weiterlesen

Shark Research Could Cure Cancer

Photo: Brian Skerry/theterramarproject.org

They rarely get cancer. Their wounds heal much faster than humans’. Their unique skin makes for a low-drag glide through the water that engineers envy. Scientists say sharks have much to teach us: from how we treat illnesses to how to make better ships, undersea robots or even swim suits.

The Daily Catch™

But despite the huge popularity of sharks as research subjects, the wonders of their physiology and behavior remain mostly a mystery.

Among the more notable “holy grails” of ongoing shark inquiry:

• Ship building. Boat makers marvel at how sharks have incredibly low drag relative to other fish, a hydrodynamics enabled by scales that resemble tiny backwards-pointing shark teeth. Something in their skin mucus also keeps sharks free of barnacles and other so-called “biofouling.” Shipbuilders hope to mimic similar engineering and “anti-fouling” feats so fleets can save on fuel.

read more