Archiv der Kategorie: Evolutionstheorie

Mensch und Willensfreiheit

Marco Stier
Willensfreiheit
Verlag: Ernst Reinhardt, München 2014
ISBN: 9783497024346
19,90 €

“Ein Pfund Menschenhirn gab, außer vielem Wasser, zwei Drachmen Laugensalzgeist, 1 2/3 Unzen ranziges Öl, 40 Gran flüchtiges Salz.” Mit diesen Worten des deutschen Naturforschers Samuel Thomas von Soemmerring (1755-1830) beginnt das amüsant und verständlich geschriebene Buch von Marco Stier, der als Philosoph und Historiker arbeitet. Wie kann von einer so unspektakulären Stoffmischung ein freier Wille ausgehen?

Von Claudia Borchard-TuchSpektrum.de

Viele Forscher bestreiten, dass es den freien Willen gibt. Der Philosoph Marco Stier kennt ihre Einwände. “Wenn die Hirnforscher Recht haben, dann ist das Gefühl, sich nach reiflicher Überlegung frei entscheiden zu können, nur eine Illusion”, stellt er fest. Stier geht auf die Versuche des amerikanischen Physiologen Benjamin Libet (1916-2007) ein, die unter Neurowissenschaftlern und Philosophen noch immer zu den meistdiskutierten Experimenten zählen. In den 1980er-Jahren hatte Libet die zeitliche Abfolge zwischen einer Handlung, ihrer Einleitung auf neuronaler Ebene und dem dazugehörigen bewussten Willensakt untersucht. Die Versuchspersonen bewegten ihre Hände zu einem selbst gewählten Zeitpunkt, den sie an einer Uhr ablesen konnten. Währenddessen wurde die elektrische Aktivität der Muskeln und des Gehirns aufgezeichnet. Das Ergebnis war für Libet selbst überraschend. Das Gehirn leitet die Bewegung etwa 500 Millisekunden vor ihrem Beginn ein. Der Willensakt jedoch, also die Entscheidung, die Hand zu bewegen, wird den Teilnehmern erst 200 Millisekunden vor Ausführen der Bewegung bewusst – also nachdem das Gehirn die Handlung bereits eingeleitet hat. Viele Wissenschaftler haben hieraus weitreichende Schlüsse in Sachen Willensfreiheit gezogen. Ihrer Meinung nach zeigen die Libet-Experimente, dass menschliches Handeln nicht von bewussten Entscheidungen abhängt, sondern von unbewussten Hirnprozessen.

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Elchspucke gegen Pilzgift und Magenverstimmung

Kontrahent Nummer 1: Ein hungriger Elch
Elche (Alces Alces) haben einen stabilen Magen, selbst sie vertragen aber größere Mengen an giftigen Alkaloiden in der Nahrung nicht gut. Offenbar versuchen sie daher, mit ihrem Speichel an häufig genutzen Fraßstellen dafür zu sorgen, dass Alkaloid produzierende Pilze langsamer wachsen. © pixabay / David Mark / CC0
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Pflanzen sind nicht passiv und wehrlos: wer sie anknabbert, muss damit rechnen vergiftet zu werden. Was macht man dagegen, als Elch, Rentier oder hungriger Vegetarier?

Von Jan OsterkampSpektrum.de

Oft enden Pflanzen im Magen eines Pflanzenfressers – so oft, dass Grünzeug im Laufe der Evolution allerlei Gegenstrategien entwickelt hat. In der Folge entstanden viele Arten, die sich gegen das Verzehrtwerden mit selbst produzierten Gift- und Bitterstoffen wappnen, oder solche, die giftigen Untermietern Unterschlupf bieten, welche dann für die fraßabschreckende Wirkung sorgen. Hungrigen Tieren bleibt dann kaum etwas übrig, als wählerisch zu werden – oder ihrerseits mit Abhärtung zu reagieren, sich also eine möglichst hohe Toleranz gegen viele unterschiedliche Giftstoffe beizubringen. Es muss aber auch eleganter gehen, dachten sich Andrew Tanentzap von der University of Cambridge und seine Kollegen.

Auf Essen spucken

Den aufmerksamen Forschern war zunächst aufgefallen, wie freigiebig große Pflanzenfresser beim Fressen mit ihrem Speichelvorrat umgehen: Statt schlicht Spucke im Maul zum Einweichen ausgerupfter Halme und Blätter zu nutzen, applizieren Reh, Kuh und Co Speichelfäden und -tröpfchen quasi ständig wie nebenbei über die Vegetation unter ihnen. Und das großflächig und, so vermuteten die Forscher, eben nicht grundlos: Pflanzenfresser, so ihre These, reinigen mit den Enzymen ihres Speichels die Pflanzen von Giftstoffen und deren Produzenten. Klingt zunächst plausibel: Tatsächlich finden sich im Speichel ja antibakterielle und neutralisierende Wirkstoffe wie Lysozyme und Lactoferrin-Peptide.

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Biologists discover electric bacteria that eat pure electrons rather than sugar

Image: ExtremeTech

Some intrepid biologists at the University of Southern California (USC) have discovered bacteria that survives on nothing but electricity — rather than food, they eat and excrete pure electrons.

By Sebastian AnthonyExtremeTech

These bacteria yet again prove the almost miraculous tenacity of life — but, from a technology standpoint, they might also prove to be useful in enabling the creation of self-powered nanoscale devices that clean up pollution. Some of these bacteria also have the curious ability to form into ‘biocables,’ microbial nanowires that are centimeters long and conduct electricity as well as copper wires — a capability that might one day be tapped to build long, self-assembling subsurface networks for human use.

As you may recall from high school biology, almost every living organism consumes sugar to survive. When it gets right down to it, everything you eat is ultimately converted or digested into single molecules of glucose. Without going into the complexities of respiration and metabolism (ATP!), these sugars have excess electrons — and the oxygen you breathe in really wants those electrons. By ferrying electrons from sugar to oxygen, a flow of electrons — i.e. energy — is created, which is then used to carry out various vital tasks around your body (triggering electrons, beating your heart, etc.)

 

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Naturgeschichte des Glaubens

Das Kreuz mit den Religionen

Das Kreuz mit den Religionen

Warum glauben Menschen an Gott? Welchen Zweck erfüllt Religiosität? Plausible Antworten darauf finden sich neuerdings aus evolutionstheoretischer und verhaltensbiologischer Perspektive.

Von Franz M. WuketisWiener Zeitung

Religiöser Glaube tritt in sehr unterschiedlichen Ausprägungen auf und ist in allen menschlichen Kulturen beziehungsweise Gesellschaften anzutreffen. Einschließlich der verschiedenen Formen des Aberglaubens, Anbetungen von Kultgegenständen, Weltuntergangsmythen, Beschwichtigungsritualen und so weiter kann dieser Glaube – ähnlich den mit ihm oft verbundenen moralischen Vorstellungen – zu den anthropologischen Universalien gezählt werden.

Homo religiosus
Daher wurde der Mensch auch als ein “Homo religiosus” bezeichnet. Von allen bekannten Lebewesen auf der Erde ist er die einzige Spezies mit einer Disposition zu religiösem Glauben, der sich nicht zuletzt in der Hoffnung auf ein “Weiterleben” nach dem Tod im “Jenseits” manifestiert.

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Professoraler Gender-Blödsinn!

Bild: FB

Bild: FB

Die Berliner Linguistin Lann Hornscheidt nennt sich Professx.

Von Thomas KlugDeutschlandradio Kultur

Die Berliner Linguistin Lann Hornscheidt schließt sich der Ansicht an, dass “Mann” und “Frau” soziale Konstruktionen seien und es keinen Sinn mache, die Gesellschaft in zwei Hälften zu teilen. Daraus leitet sie Konsequenzen für die Sprache ab.

[...]

Die Biologie als Wissenschaft sagt schon seit den 70er Jahren nicht mehr, dass es Frauen und Männer gibt, sondern dass es eine soziale Konstruktion sei, dass das ein gesellschaftlich gewollter Schnitt ist, wo zwischen Personen unterteilt wird, indem die eine Hälfte als Mann und die andere Hälfte als Frau hergestellt wird. Ich sage Ihnen mal ein schwedisches Beispiel: Da ist vor zwei Jahren eine neue Pronominaform eingeführt worden. Statt er und sie gibt es dort auch so etwas wie ein x, als neutrale Pronominaform, dritte Person Singular. Die ist von oben eingeführt worden und das hat sich sofort sehr weitgehend durchgesetzt.”

[...]

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Charles Darwin’s evolutionary reading: HMS Beagle’s library goes online

HMS Beagle in the Straits of Magellan, Image: wikimedia.org/PD

The Beagle’s library of more than 400 books has been reconstructed and made freely available in digital form.

By Nishad Karimtheguardian

The lost collection of books that kept Charles Darwin company aboard HMS Beagle and provided inspiration for his later works on evolution has been made publicly available for the first time today.

Hundreds of titles that filled the shelves of the ship’s library on Darwin’s five-year circumnavigation of the globe in the 1830s have been brought together and made freely available through the Darwin Online Beagle Library project.

Led by John van Wyhe, a historian of science at the National University of Singapore, a research team compiled digital copies of what they believe to be the complete set of 404 books, including thousands of stunning illustrations, that accompanied Darwin aboard HMS Beagle.

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The traits that make us human evolved at different times

These fossil skulls, representing pre-erectus Homo and Homo erectus, exhibit diverse traits and indicate that the early diversification of the human genus was a period of morphological experimentation. Kenyan fossil casts (Chip Clark, Smithsonian Human Origins Program); Dmanisi Skull 5 (Guram Bumbiashvili, Georgian National Museum).

These fossil skulls, representing pre-erectus Homo and Homo erectus, exhibit diverse traits and indicate that the early diversification of the human genus was a period of morphological experimentation. Kenyan fossil casts (Chip Clark, Smithsonian Human Origins Program); Dmanisi Skull 5 (Guram Bumbiashvili, Georgian National Museum).

It didn’t happen all at once.
That’s the main message of a new paper published in Science by the Director of the Smithsonian’s Human Origins Program, Rick Potts, and his colleagues Susan Antón, Professor of Anthropology at New York University, and Leslie Aiello, President of the Wenner-Gren Foundation for Anthropological Research.

National Museum of Nature History

By Dr. Briana Pobiner, Human Origins Program, Smithsonian’s National Museum of Natural History

Freunde sind uns auch genetisch ähnlich

Freundinnen: Sie sind sich auch genetisch näher als mit Fremden © freeimages

Genetische Nähe: US-Forscher haben herausgefunden, dass Freunde sich genetisch verblüffend ähnlich sind. Ihre Übereinstimmungen entsprechen denen eines Cousins vierten Grades – obwohl sie nicht miteinander verwandt sind. Offenbar wählen wir unbewusst diejenigen Menschen als Freunde aus, die auch genetisch zu uns passen. Wie das gelingt, ist allerdings noch rätselhaft, wie die Forscher im Fachmagazin “Proceedings of the National Academy of Sciences” berichten.

scinexx.de

Wir teilen die gleichen Interessen, haben ähnliche Vorlieben, lachen über die gleichen Dinge und bewegen uns wahrscheinlich auch in ähnlichen Kreisen: Dass wir mit unseren Freunden viel gemeinsam haben, ist nichts Neues. Manchmal gleichen wir ihnen sogar im Typ – ähnlich wie dies bei vielen Ehepaaren der Fall ist. Nicholas Christakis von der Yale University und James Fowler von der University of California in San Diego haben nun erstmals untersucht, ob es auch in punkto Genetik mehr Gemeinsamkeiten mit Freunden als mit Fremden gibt.

DNA von Freunden und Fremden

“Das ist unseres Wissens nach die erste genomweite Analyse von genetischen Korrelationen zwischen Freuden”, so die Forscher. Sie nutzten für ihre Analyse Daten der sogenannten Framingham-Herz-Studie, bei der mehrere tausend Teilnehmer über mehr als 50 Jahre hinweg begleitet und untersucht worden sind. Dabei wurden sowohl Daten zu ihrer Lebensweise, ihrer Gesundheit, ihrem Erbgut als auch zu ihren sozialen Beziehungen erhoben – für die Forscher war dies ein echter Glücksfall.

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Domestikation: Die Ursache der Haustierdegeneration

Bild: facebook

Bild: facebook

Zahme Tiere haben einen besonderen Entwicklungsdefekt. Der macht Haustiere auf verblüffende Weise auch noch niedlich und in vieler Hinsicht gleich.

Von Jan OsterkampSpektrum.de

Es ist eines der ältesten Rätsel der Vererbungslehre und hat schon Charles Darwin beschäftigt: Beim Züchten von Haustieren aus Wildtieren werden alle möglichen Spezies nicht nur zahmer, sie erwerben zudem nach und nach auch einen immer gleichen Mix typischer Haustiermerkmale. Denn egal ob die durch Zuchtwahl auf Milchleistung optimierte Kuh, ob der Hund, der einst ein Wolf war oder Hausschwein und Schaf: Alle diese und weitere Haustiere zeigen übereinstimmend äußere, verhaltensbiologische und physiologische Merkmalsabweichungen gegenüber ihrer Wildform. Dazu zählen sehr unterschiedliche Dinge: Etwa ein häufigeres Vorkommen von Schlappohren und einer Kindchenschema-Physiognomie, längeren Jugendzeiten, Veränderungen von Hirnchemie und Hormonen, gefleckte Körperfarben und ein insgesamt kleineres Hirn neben weiteren, sehr diversen und speziellen Eigenheiten. Woher, fragte sich schon Darwin, kommt diese auffallende Parallele bei so unterschiedlichen Arten?

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Etwas Kreationismus im Naturkundemuseum?

Die Geschichte von Bileam und seiner sprechenden Eselin ist die Lieblingsszene von Museumsdirektor Kai Füldner Foto: pro

Frösche, Bären und Esel kommen in der Bibel vor – neben über hundert anderen Tierarten. Den biblischen Spezies widmet sich eine Ausstellung im Kasseler Naturkundemuseum. pro-Redakteur Jonathan Steinert hat sie sich angeschaut.

pro Medienmagazin

Der Himmel ist dunkelblau, wie dünne Zweige verästeln sich darauf weiße Blitze. Tiere sind schon auf einer nachgebauten Arche: Oben auf dem Bug steht ein Eisbär, umringt von Pelikanen, Reihern, Kranichen und anderen Vögeln. Die Tür ins rettende Schiff ist noch offen. Wer die Ausstellung „Sintflut und Sündenfall. Die Tierwelt in der Bibel“ besucht, die seit Ende Juni im Naturkundemuseum Kassel zu sehen ist, kommt nicht an der Arche vorbei – er muss zuerst hinein, um auch die anderen Räume sehen zu können.

In die Museumsräume wurde für die Ausstellung aufwendig ein hölzerner Schiffsrumpf gebaut. Darin steht der Mensch zwischen zahlreichen präparierten Tieren verschiedenster Arten und Größen. Er bekommt einen Eindruck von der Vielfalt und von dem Gewimmel, das auf Noahs Schiff geherrscht haben mag. Tiere, die sich im wirklichen Leben wohl kaum friedvoll zusammen in einen Raum gesellen würden: Tiger, Bär und Hirsch stehen nebeneinander, gegenüber ein Zebra und ein Kaffernbüffel.

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Wasser entdeckt, das seit der Frühzeit des Lebens in unterirdischem Fels eingeschlossen war

foto: university of toronto Mehrere Milliarden Jahre altes Wasser aus einer tiefen Mine in Ontario. Die salzige Flüssigkeit könnte der Ursuppe ähneln, aus der möglicherweise das Leben hervor ging.

Entdeckung könnte neues Licht auf Entstehung der ersten Organismen werfen

derStandard.at

Kanadische Forscher haben einen archaischen Schatz gehoben, der womöglich neue Hinweise auf jene Ära liefert, in der das Leben seinen Anfang nahm. Die Wissenschafter rund um Barbara Sherwood Lollar und Chelsea Sutcliffe von der University of Toronto stießen tief unter dem Sudbury-Becken in der kanadischen Provinz Ontario auf Wasser, das dort bereits vor mehreren Milliarden Jahren eingeschlossen worden war – zu einer Zeit also, da auf der Erde die ersten rudimentären Lebensformen existierten.

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Archaeopteryx: So schön gefiedert wie keiner zuvor

Berliner Archaeopteryx, Naturkundemuseum Berlin. Bild: bb

Berliner Archaeopteryx, Naturkundemuseum Berlin. Bild: bb

Der Urvogel Archaeopteryx lässt Forscher stets streiten. So auch der elfte Fund: Dessen Körperbedeckung liefert umstrittene Infos über die Evolution von Flug und Feder.

Von Alina SchadwinkelZEIT ONLINE

Erst am Boden geschuppt, dann gefiedert und abgehoben – so lautet die bisherige Theorie über Urzeitviecher die das Fliegen lernten, wie wir es heute kennen. Primitive Raubsaurier hätten praktisch Federn und Flug gleichzeitig entwickelt. Nun aber legen außergewöhnlich gut erhaltene Überreste eines Archaeopteryx nahe, dass das notwendige Federkleid mehrfach unabhängig entstanden ist. Schon lange bevor die Tiere die Lüfte eroberten. Die Körperbedeckung sei anderen Zwecken dienlich gewesen, etwa um die Dinodame der Träume zu beeindrucken (Foth et al., 2014).

Damit liefern Paläontologen neuen Stoff für eine seit mehr als 150 Jahren diskutierte Frage. Und es verwundert wenig, dass die Schlussfolgerungen nicht unumstritten sind.

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Der Bär im Yetipelz

DNA-Analyse Was der Yeti wirklich ist (Foto: Gordon Wrigley / CC-2.0)

Bigfoot, Yeti und Almasty – in verschiedenen Regionen der Welt glauben Menschen, haarige Affenmenschen gesichtet zu haben. Wissenschaftler analysierten nun Haarproben angeblicher Funde – und waren amüsiert über die Resultate.

Süddeutsche.de

Der sagenumwobene Yeti aus dem Himalaya ist höchstwahrscheinlich ein Bär. Das zeigen genetische Untersuchungen von Haarproben. Auch andere, vermeintlich “anomale Primaten” wie die hin und wieder in Nordamerika und Asien angeblich gesichteten Wesen Bigfoot und Almasty sind bekannte Säugetiere – darunter ist auch das Schabrackentapir, wie ein internationales Wissenschaftlerteam in den Proceedings B der britischen Royal Society schreibt.

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Uralte Riffe in der Wüste von Namibia entdeckt

Foto: REUTERS/Fred Bowyer Tiere der Gattung Cloudina haben vor 548 Millionen Jahren trichterförmige Gehäuse gebildet. Auf denen konnten sich andere Artgenossen ansiedeln. Jetzt haben Forscher die Überreste in der Wüste Namibias gefunden

Unter dem Sand von Namibias Wüste zeugen Hügel vom Leben, das sich dort vor 548 Millionen Jahren tummelte. Schon damals mussten sich Tiere offenbar auf diese Weise vor Räubern schützen.

Von Walter WillemsDIE WELT

In der Wüste Namibias haben Forscher eines der ältesten von Tieren erbauten Meeresriffe entdeckt. Das rund 550 Millionen Jahre alte Gebilde wurde offenbar von den ersten Tieren angelegt, die harte Schalen bildeten. Das Besondere daran: Das Riff ist älter als das Kambrium – also jene vor rund 540 Millionen Jahren beginnende Phase, in der während der kambrischen Explosion nahezu schlagartig zahllose Tierarten auftauchten.

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Alfred Russel Wallace: “Abenteuer am Amazonas und am Rio Negro”

Ausflugsschiffe am Zusammenfluss von Rio Negro (dunkel, rechts) und Amazonas (links, milchig braun), Bild: wikimedia.org/CC BY 3.0

Er drang in Urwälder vor, die kein Europäer vorher gesehen hatte, und betrat damit auch wissenschaftlich Neuland. Parallel zu Charles Darwin entwickelte Alfred Russel Wallace eine Theorie zur Entstehung der Arten. Auf einer Expedition an den Amazonas und den Rio Negro fand er erste Indizien dafür.

Von Frank KasparDeutschlandradio Kultur

Alfred Russel Wallace ist fünfundzwanzig Jahre alt, gelernter Landvermesser und naturkundlicher Autodidakt, als er mit Henry Walter Bates im Frühjahr 1848 nach Südamerika reist. Die beiden jungen Männer sammeln Insekten, schießen im Auftrag eines Naturalienhändlers seltene Vögel und Vierbeiner. Aber Wallace verfolgt darüber hinaus ein eigenes Forschungsprogramm: Anhand von Naturbeobachtungen möchte er das Prinzip erkennen, “welches die unendlich vielfältigen Formen tierischen Lebens hervorbringt.”

Anders als Charles Darwin, der während seiner Reise mit dem Forschungsschiff “Beagle” eher zufällig auf die Bausteine der später von ihm ausgearbeiteten Evolutionstheorie stieß, brach Wallace schon mit den richtigen Fragen auf: Er war bereits bei seiner Amazonas-Expedition ein “überzeugter Evolutionist auf der Suche nach weiteren Fakten”, betont der Herausgeber Matthias Glaubrecht im Nachwort.

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„Wort und Wissen“ : Studiengemeinschaft kritisiert die Dominanz des Naturalismus

Studiengemeinschaft Wort + WissenKritik an dem in Bildung und Wissenschaft herrschenden Naturalismus hat die Studiengemeinschaft „Wort und Wissen“ geübt. Sie veranstaltete vom 19. bis 22. Juni ihre Hauptkonferenz in Rehe (Westerwald).

idea.de

Wie der Geschäftsführer, der Biologe Reinhard Junker (Baiersbronn/Schwarzwald), der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte, geht der Naturalismus davon aus, dass die Natur aus sich selbst heraus entstanden und zu verstehen sei. In dieser weltanschaulichen Festlegung sei kein Platz für einen Schöpfergott. Die Dominanz des Naturalismus führe dazu, dass jeder Bezug auf einen Schöpfer in der Naturwissenschaft verpönt sei. Viele Forscher bekennten sich nicht zu ihrem Glauben an Gott, weil sie befürchteten, in ihrer Arbeit als unwissenschaftlich abqualifiziert zu werden. Junker zufolge kann der Naturalismus aber auf viele zentrale Fragen keine Antworten geben. So könne er nicht begründen, woher die Ordnung der Welt und das geistige Potenzial des Menschen komme und wie sich Ethik und Moral erklären ließen. Junker kündigte an, dass die Studiengemeinschaft im August eine kritische Analyse des Naturalismus als Buch herausgeben werde. Der Vorsitzende von „Wort und Wissen“, der Arzt Henrik Ullrich (Riesa), kritisierte, dass diese Weltsicht die Wirklichkeit auf das rein sinnlich Erfahrbare sowie experimentell Messbare reduziere und dabei bewusst auf Gott verzichte:

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“Elefantengedächtnis”: Die Rache kommt spät, aber sie kommt

Elefanten gelten als die gefährlichsten Tiere im Zoo: Ein Schlag, ein Tritt, und man steht nicht wieder auf Foto: pa

Das Wort vom “Elefantengedächtnis” kommt nicht von ungefähr: In den Zoos bereiten sich die Tiere lange und sorgfältig auf den Tag der Vergeltung vor, sagt Verhaltensbiologe Fred Kurt.

Von Elke BodderasDIE WELT

Das Verhältnis von Mensch und Elefant ist kompliziert geworden. In freier Wildbahn nehmen die Unfälle zu, in den Zoos hat kein Tier mehr Pfleger auf dem Gewissen. Woran das liegt, kann kaum einer besser beurteilen als der Zoologe Fred Kurt.

Seine lebenslangen Beobachtungen hat der 75-jährige Schweizer jetzt in seinen Memoiren zusammengefasst, sein Buch “Von Elefanten und Menschen” erscheint diese Woche im Haupt Verlag.

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Pflanzenkommunikation: Das Flüstern der Föhren

Märkischer Kiefernwald, flüstert er? Bild: brightsblog(bb)

Märkischer Kiefernwald, flüstert er? Bild: brightsblog(bb)

Biologen hören, worüber im Wald gesprochen wird. Pflanzen holen Hilfe, teilen Nährstoffe und tauschen sich übers Wetter aus.

Von Burkhard StraßmannZEIT ONLINE

Ein Mann steht im Walde, ganz still und stumm. Er hat einen Kopfhörer aufgesetzt, der hängt an elektronischem Gerät, das ist über mehrere Kabel mit einer Waldföhre verbunden. Der Baum ist mit Pflastern, Sonden und Sensoren bestückt wie ein schwerer Fall auf der Intensivstation. Der Mann geht einer ungewöhnlichen Beschäftigung nach. Er belauscht Bäume. Und tatsächlich: Die Waldföhre Pinus sylvestris flüstert. “Ich habe Durst”, sagt der Baum.

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Austria: Niemand glaubt ans Spaghettimonster

Spaghettimonster_and_adamDie „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ ist in Österreich nicht als Glaubensgemeinschaft anerkannt worden. Dazu fehle der religiöse Bezug, teilte das Kultusamt mit.

pro Medienmagazin

In die Liga der staatlich anerkannten Glaubensgemeinschaften in Österreich werden die „Pastafari“ und ihre „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ nicht aufsteigen. Ein entsprechender Antrag sei abgelehnt worden, teilte das österreichische Kultusamt am Mittwoch mit. Der Satire-Religion fehle laut selbstverfasster Statuten der Bezug zur religiösen Lehre, da man sich selbst als ironisch-kritische Bewegung verstehe, hieß es zur Begründung. Der österreichische TV-Sender ORF berichtet weiter, der Pastafarianismus sei nicht als religiöse Lehre anerkannt worden, weil er gemäß der Eigendefinition auch gar keine sein wolle. Es gehe nicht um das Praktizieren einer Religion und um Glaubensüberzeugungen, sondern schlicht um die Verfolgung anderer Ziele. Die Anhänger der Satire-Religion können nun eine Beschwerde gegen den Bescheid beim Bundesverwaltungsgericht einbringen.

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Creationist: If Evolution is True, Is Rape Wrong?

Derek Isaacs (right), image: FriendlyAtheist

In a Creation Today clip posted online yesterday, Creationist Derek Isaacs explained that if evolution was true, then rape must not be such a bad thing:

By Hemant MehtaFriendly Atheist

… I studied Darwin, I studied Dawkins, Hitchens, E.O. Wilson, some of the purveyors of evolutionary thought. And they led me to a very, very dark place. ‘Cause you have to start asking questions: Well, if evolution is true, and it’s just all about the male propagating their DNA, we had to ask hard questions, like, is rape wrong?

Marriage would be, in an evolutionary worldview, marriage would be the anathema. Because it’s one man married to one woman for life… but according to the evolutionary worldview, [if] that male is strong enough and he had wonderful genes, he should propagate his DNA as much as possible so that the species can progress

Or maybe evolution is a description of how things are, not a prescription for how they ought to be.

Or maybe forming a strong bond with one individual actually allows our offspring to survive in the long term in a way that weak bonds with multiple individuals would not.

I guess we should just be happy that Isaacs is a Creationist. Otherwise, apparently, he’d be a monster…