Archiv der Kategorie: Geschichte

Die vermeintlichen Knochen der “Heiligen Drei Könige”

Dreikönigsschrein, Bild: wdr5.de

Die Legende der drei Weisen aus dem Morgenland war im Mittelalter derart lebendig, dass die Ankunft ihrer vermeintlichen Überreste in Köln vor 850 Jahren einen Begeisterungssturm auslöste – und den Bau einer riesigen Kathedrale.

Von Mathias SchulenburgDeutschlandfunk

Es muss ein großes Spektakel gewesen sein: Rainald von Dassel, engster Vertrauter des Kaisers Friedrich Barbarossa und Erzbischof von Köln, zog am 23. Juli des Jahres 1164 von Mailand kommend mit großem Gefolge in Köln ein, im Gepäck Skelett-Teile, die unter anderem als den legendären Weisen aus dem Morgenlande zugehörig deklariert waren. Ein Geschenk Kaiser Friedrich Barbarossas, in Mailand geraubt.

Indes: Die beraubten Mailänder machten wenig Gewese aus dem unerhörten Verlust. In ihren Inventarlisten stand aber auch nichts von den Weisen oder Magiern, die später als Heilige Drei Könige Karriere machen sollten. Waren die Knochen etwa nicht echt?

“Die können nicht echt sein”

“Die Frage nach der Echtheit der Knochen, das heißt ob die auch wirklich die der drei Könige sind, kommt immer wieder”,

sagt der Kölner Kunsthistoriker Helmut Fußbroich,

“Aber da kann man, ohne rot zu werden, sagen, nä, die können nicht echt sein, weil es sich eben um eine Geschichte handelt, die keine Historie erzählen will, sondern eine religionspädagogische Absicht dahinter steckt, nämlich um zu zeigen, dass die Heiden begriffen haben, wer da geboren worden ist, während die Juden das eben noch nicht begriffen hatten. Darum geht es dem Evangelisten Matthäus.”

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Elchspucke gegen Pilzgift und Magenverstimmung

Kontrahent Nummer 1: Ein hungriger Elch
Elche (Alces Alces) haben einen stabilen Magen, selbst sie vertragen aber größere Mengen an giftigen Alkaloiden in der Nahrung nicht gut. Offenbar versuchen sie daher, mit ihrem Speichel an häufig genutzen Fraßstellen dafür zu sorgen, dass Alkaloid produzierende Pilze langsamer wachsen. © pixabay / David Mark / CC0
CC0

Pflanzen sind nicht passiv und wehrlos: wer sie anknabbert, muss damit rechnen vergiftet zu werden. Was macht man dagegen, als Elch, Rentier oder hungriger Vegetarier?

Von Jan OsterkampSpektrum.de

Oft enden Pflanzen im Magen eines Pflanzenfressers – so oft, dass Grünzeug im Laufe der Evolution allerlei Gegenstrategien entwickelt hat. In der Folge entstanden viele Arten, die sich gegen das Verzehrtwerden mit selbst produzierten Gift- und Bitterstoffen wappnen, oder solche, die giftigen Untermietern Unterschlupf bieten, welche dann für die fraßabschreckende Wirkung sorgen. Hungrigen Tieren bleibt dann kaum etwas übrig, als wählerisch zu werden – oder ihrerseits mit Abhärtung zu reagieren, sich also eine möglichst hohe Toleranz gegen viele unterschiedliche Giftstoffe beizubringen. Es muss aber auch eleganter gehen, dachten sich Andrew Tanentzap von der University of Cambridge und seine Kollegen.

Auf Essen spucken

Den aufmerksamen Forschern war zunächst aufgefallen, wie freigiebig große Pflanzenfresser beim Fressen mit ihrem Speichelvorrat umgehen: Statt schlicht Spucke im Maul zum Einweichen ausgerupfter Halme und Blätter zu nutzen, applizieren Reh, Kuh und Co Speichelfäden und -tröpfchen quasi ständig wie nebenbei über die Vegetation unter ihnen. Und das großflächig und, so vermuteten die Forscher, eben nicht grundlos: Pflanzenfresser, so ihre These, reinigen mit den Enzymen ihres Speichels die Pflanzen von Giftstoffen und deren Produzenten. Klingt zunächst plausibel: Tatsächlich finden sich im Speichel ja antibakterielle und neutralisierende Wirkstoffe wie Lysozyme und Lactoferrin-Peptide.

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Der erste Geheimdienst entstand gegen Katholiken

Foto: picture-alliance / Mary Evans Pi “Es liegt weniger Gefahr darin, zu viel zu fürchten als zu wenig”: In diesem Sinne knüpft Sir Francis Walsingham (Geoffrey Rush; r.) auch in dem Film “Elizabeth. Das goldene Königreich” (2007) für seine Königin (Cate Blanchett) ein dichtes Netz aus Informanten

Um Königin Elizabeth I. von England gegen päpstliche Attentäter zu schützen, schuf ihr Staatssekretär Francis Walsingham den ersten modernen Agentenring. Mit durchschlagendem Erfolg.

Von Ulli KulkeDIE WELT

Es war alles lange geplant. Die englische Königin Elizabeth sollte ermordet und so die Herrschaft der Protestanten beendet werden, fortan mit der katholischen Maria Stuart auf dem Thron. Fast gleichzeitig würde die gewaltigste Seestreitkraft der damaligen Zeit, Spaniens Armada, das Inselreich überfallen, um die Machtübernahme der Katholiken von außen abzusichern. Europa hätte eine neue Ordnung erhalten, mit Auswirkungen womöglich bis in unsere Zeit.

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Philosophie: Heideggers umstrittenes NS-Verhältnis

Martin Heidegger (Pinselzeichnung von Herbert Wetterauer) Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

1966 wurde der Philosoph Martin Heidegger von dem “Spiegel”-Journalisten Rudolf Augstein interviewt. Darin äußerte sich der öffentlichkeitsscheue Heidegger erstmals zu seinem Verhältnis zum Nationalsozialismus. Der Medienwissenschaftler Lutz Hachmeister beschäftigt sich in seinem aktuellen Buch mit der Frage, wie es dazu kam.

Von Thomas PalzerDeutschlandfunk

Es besitzt seine eigene Pointe, wenn für Heideggers Philosophie Begriffe wie Entbergung, Unverborgenheit oder Lichtung von zentraler Bedeutung sind, während der Philosoph selbst das Geheimnis liebte, die Verschleierung und die List. So hat der “Meister aus Deutschland”, wie ihn der Biograf Rüdiger Safranski einst tituliert hat, es etwa selbst bestimmt, dass man seine Notizbücher erst nach Abschluss der Gesamtausgabe veröffentlichen dürfe. Das ist inzwischen passiert – und die “Schwarzen Hefte” haben sich als geeignet erwiesen, die Diskussion um Heidegger neu zu entfachen und seine – ganz im Sinn des Erfinders – frag-würdige Philosophie bis auf Weiteres der zahllosen Fragen für würdig zu befinden.

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Ken Ham wants to end the U.S. space program because the aliens are all going to hell

Ken Ham, Quelle: Answers Outreach

Ken Ham, Quelle: Answers Outreach

45 years after the Apollo 11 moon landing, creationism hits a new low

By Sarah GraySALON

On July 20, 1969, Neil Armstrong took those famous first steps on the Moon’s surface, uttering the well-known words: “That’s one small step for man, one giant leap for mankind.”

Sunday marked the 45th anniversary of that momentous Apollo 11 mission. The event left some pondering the next steps for U.S. space exploration.

Not everyone, however, is so thrilled about the U.S. space program.

On Sunday, Ken Ham, president and founder of the creationist organization Answers in Genesis (best known for debating Bill Nye), wrote a blog post calling for the end of the U.S. space program.

Why? Well, according to Ham, who also runs the Creation Museum in Kentucky, there’s no point in spending money on finding extraterrestrial life for a couple of reasons: First, the search is a deliberate rebuking of God, and second because aliens are already damned to hell.

“I’m shocked at the countless hundreds of millions of dollars that have been spent over the years in the desperate and fruitless search for extraterrestrial life,” Ham wrote.

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Risse im Periodensystem

Bild: ptable.com/

Bild: ptable.com/

Seit Mendelejew vor 150 Jahren das Periodensystem der Elemente aufstellte, enthielt es Lücken. Erst kürzlich konnten Physiker die letzten davon schließen. Doch mit seiner Vollendung scheint das berühmte Schema ironischerweise einen Teil seiner Vorhersagekraft verloren zu haben.

Von Eric ScerriSpektrum.de

Vor vier Jahren berichteten Jurij Oganessian und seine Mitarbeiter am Vereinigten Institut für Kernforschung in Dubna nahe Moskau über die Synthese der ersten Atomkerne von Element 117. Vorläufig mit lateinischen Zahlen als Ununseptium (Uus) bezeichnet, hat es noch keinen richtigen Namen; denn vor der Taufe eines neuen Elements muss es nach altem Brauch zunächst unabhängig bestätigt werden. Das gelang für Uus vor wenigen Monaten am Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt. Damit ist demnächst mit der offiziellen Anerkennung und Namensgebung zu rechnen. Vor 2010 waren schon alle Elemente bis einschließlich 116 sowie die Nummer 118 entdeckt worden. Das Periodensystem ist nun also erstmals in seiner Geschichte vollständig in dem Sinn, dass alle Reihen lückenlos bis zum letzten Platz gefüllt sind. Das gilt zumindest so lange, bis Kernphysiker eventuell noch schwerere Elemente synthetisieren und damit eine weitere Reihe eröffnen.

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Von der Judenfeindschaft zum Antisemitismus

Antisemitismus © MiG

Der moderne Antisemitismus beerbt ältere Formen der Judenfeindschaft. Wurzelnd im christlichen Antijudaismus löst sich der neuzeitliche Judenhass von religiösen Motiven ab, gipfelt im NS-Vernichtungsantisemitismus und wirkt bis in die Gegenwart fort.

Von Gideon BotschMiGAZIN

Antisemitismus ist eine verbreitete Bezeichnung für Judenfeindschaft. Ein weiter Begriff des Antisemitismus, wie er in den Politik-, Sozial- und Kulturwissenschaften üblich ist, umfasst sämtliche Formen von Hass, Vorurteilen und Ressentiments gegen Juden, egal in welchen historischen Kontexten sie auftreten. In diesem Sinne wird Antisemitismus auch in der öffentlichen Debatte wahrgenommen. Demgegenüber untersucht die geschichtswissenschaftliche Antisemitismusforschung ihn zumeist als spezifische Form der modernen Judenfeindschaft. Einer möglichen Universalisierung als quasi zeit-, ort- und kontextloses Phänomen begegnet sie mit Skepsis. Beide Perspektiven können, je nach Fragestellung, sinnvoll sein.

Für den vorliegenden Beitrag wird die historische Terminologie maßgeblich sein, die für ältere oder anders gelagerte Phänomene Begriffe wie Antijudaismus oder Judenfeindschaft verwendet.

Damit sollen historische Kontinuitäten nicht geleugnet werden. Die Judenfeindschaft hat “ihre Wurzeln in religiösen Vorurteilen und Stereotypen, in der christlich-jüdischen Differenz, oder genauer: in der traditionellen Ablehnung des Judentums durch das Christentum und die christliche Welt”. Der moderne Antisemitismus hat sie im 19. Jahrhundert beerbt, in sich aufgenommen und tendenziell abgelöst.

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First pictures from inside the ‘crater at the end of the world’

The first scientific expedition has just returned from the site, now the experts are working with satellite pictures to fix the moment when the crater has formed. Pictures: Marya Zulinova, press service of the Governor YaNAO

Experts examine the newly-discovered hole in the earth in Siberia.

By Anna LiesowskaThe Siberian Times

The crater on the Yamal Peninsula was caused by aliens, a meteorite, a stray missile, or an explosive gas cocktail released due to global warming, according to various theories in recent days.

Images of the remarkable phenomenon have gone round the world since The Siberian Times highlighted helicopter images of the giant hole earlier this week.

The first expedition to the scene – the scientists have just returned – took these epic pictures of the hole, including the darkening pattern on the inner rim.

Now they are using Russian satellite pictures to fix the moment when it suddenly formed.

They found the crater – around up to 70 metres deep – has an icy lake at its bottom, and water is cascading down its eroding permafrost walls.

It is not as wide as aerial estimates which suggested between 50 and 100 metres.

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Freihandelsabkommen TTIP: Angriff auf den Klimaschutz

Bild: fuer-mensch-und-umwelt.de

Eine Studie zeigt: Die Ölindustrie will das geplante Freihandelsabkommen TTIP nutzen, um Klimaschutz-Vorschriften auszuhebeln. Vor allem die mächtige Lobby aus den USA legt sich dafür kräftig ins Zeug.

Von Silvia LiebrichSüddeutsche.de

Klimaschutz gehört nicht gerade zu den obersten Prioritäten der Ölindustrie. Die mächtige Lobby versucht immer wieder, strengere Vorschriften zum Schutz der Umwelt aufzuweichen oder gar ganz zu verhindern. Genau deshalb haben die Vertreter der Energiekonzerne nun offenbar auch das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen den USA und der Europäischen Union ins Visier genommen.

Das geht zumindest aus einer Studie (PDF) hervor, die von den Umweltschutzorganisationen Friends of the Earth, Greenpeace und anderen nun veröffentlicht wurde.

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Garnisonkirche: Stolpe versteht Kritik an Wiederaufbauplänen

Manfred Stolpe, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Brandenburgs Ex-Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) hat Verständnis für die Kritik am geplanten Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche geäußert.

evangelisch.de

“Es ist bei manchen der Eindruck entstanden, dass es ein Elitenprojekt ist”, sagt er dem Berliner Tagesspiegel (Samstagsausgabe). Die Befürworter hätten bisher nicht genug begründet, was sie vorhätten.

In der barocken Potsdamer Garnisonkirche eröffneten die Nationalsozialisten kurz nach Hitlers Machtübernahme feierlich den Reichstag. Das Gotteshaus wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, die Ruine wurde 1968 gesprengt. Seit einigen Jahren bemüht sich ein Kuratorium um eine Wiedererrichtung der Kirche. Dagegen hat sich die Initiative “Potsdam ohne Garnisonkirche” formiert, die einen Volksentscheid anstrebt. Das amtliche Ergebnis des Bürgerbegehrens soll am Montag veröffentlicht werden.

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Die Gräueltat

Uri Avnery, Bild: uri-avneri.de

BOMBEN FALLEN auf Gaza und Raketen auf Israel, Menschen sterben und Häuser werden wieder zerstört.
Immer wieder ohne Zweck. Wieder mit der Sicherheit, dass wenn es vorbei ist, wird alles im Wesentlichen so sein wie vorher.
Aber ich kann kaum auf die Sirenen hören, die vor Raketen warnen, die nach Tel Aviv fliegen. Ich kann das Entsetzliche, das in Jerusalem geschah, nicht aus meinem Gedächtnis reißen.

Von Uri AvneryFrieden für Israel und Palästina

WENN EINE Bande Neo-Nazis einen 16-Jährigen Jungen in einem Londoner jüdischen Viertel bei Dunkelheit zum Hydepark geschleppt hätte, ihn dort geschlagen, ihm Benzin in den Mund gegossen, ihn damit übergossen  und dann angezündet hätte – was wäre dann geschehen?

Wäre England dann in einem Sturm von Zorn und Entrüstung geraten?

Hätte nicht die Königin ihrem Entsetzen Ausdruck verliehen?

Wäre  nicht der Ministerpräsident zur Wohnung der trauernden  Familie geeilt, um sich für die ganze Nation zu entschuldigen?

Wäre nicht die Führung der Neo-Nazis, ihre aktiven Unterstützer und Gehirnwäscher, angeklagt und verurteilt worden?

Vielleicht in England. Vielleicht in Deutschland.

Nicht hier.

DIE ABSCHEULICHE Gräueltat fand in Jerusalem statt. Ein palästinensischer Junge wurde entführt und bei lebendigem Leibe verbrannt. Kein rassistisches Verbrechen kam diesem in Israel  nah.

Menschen lebend verbrennen, ist überall eine Scheußlichkeit. In einem Staat, der behauptet „jüdisch“ zu sein, ist dies sogar noch schlimmer.

In der jüdischen Geschichte kommt nur ein Kapitel dem Holocaust nahe: die spanische Inquisition. Diese katholische Institution folterte Juden und verbrannte sie lebendig auf dem Scheiterhaufen. Später geschah dies manchmal bei russischen Pogromen. Sogar der fanatischste Feind Israels könnte sich so eine entsetzliche Sache nicht in Israel vorstellen.

Nach israelischem Gesetz ist Ost-Jerusalem kein besetztes Land. Es ist ein Teil des souveränen Israel.

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Researchers: Children exposed to religion have difficulty distinguishing fact from fiction

["Child praying" on Shutterstock]

A study published in the July issue of Cognitive Science determined that children who are not exposed to religious stories are better able to tell that characters in “fantastical stories” are fictional — whereas children raised in a religious environment even “approach unfamiliar, fantastical stories flexibly.”

By Scott KaufmanThe Raw Story

In “Judgments About Fact and Fiction by Children From Religious and Nonreligious Backgrounds,” Kathleen Corriveau, Eva Chen, and Paul Harris demonstrate that children typically have a “sensitivity to the implausible or magical elements in a narrative,” and can determine whether the characters in the narrative are real or fictional by references to fantastical elements within the narrative, such as “invisible sails” or “a sword that protects you from danger every time.”

However, children raised in households in which religious narratives are frequently encountered do not treat those narratives with the same skepticism. The authors believed that these children would “think of them as akin to fairy tales,” judging “the events described in them as implausible or magical and conclude that the protagonists in such narratives are only pretend.”

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Naturgeschichte des Glaubens

Das Kreuz mit den Religionen

Das Kreuz mit den Religionen

Warum glauben Menschen an Gott? Welchen Zweck erfüllt Religiosität? Plausible Antworten darauf finden sich neuerdings aus evolutionstheoretischer und verhaltensbiologischer Perspektive.

Von Franz M. WuketisWiener Zeitung

Religiöser Glaube tritt in sehr unterschiedlichen Ausprägungen auf und ist in allen menschlichen Kulturen beziehungsweise Gesellschaften anzutreffen. Einschließlich der verschiedenen Formen des Aberglaubens, Anbetungen von Kultgegenständen, Weltuntergangsmythen, Beschwichtigungsritualen und so weiter kann dieser Glaube – ähnlich den mit ihm oft verbundenen moralischen Vorstellungen – zu den anthropologischen Universalien gezählt werden.

Homo religiosus
Daher wurde der Mensch auch als ein “Homo religiosus” bezeichnet. Von allen bekannten Lebewesen auf der Erde ist er die einzige Spezies mit einer Disposition zu religiösem Glauben, der sich nicht zuletzt in der Hoffnung auf ein “Weiterleben” nach dem Tod im “Jenseits” manifestiert.

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Christliche Vereinnahmung des NS-Widerstandes

Claus Graf von Stauffenberg, Bild: Mal Both/flickr

Religionspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion: Es sei bemerkenswert, dass im Widerstand viele «den Kompass für ihr mutiges Tun und Handeln in den christlichen Werten fanden»

kath.net

Der religionspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Franz Josef Jung (CDU), hat an die christliche Basis des Widerstands gegen das NS-Regime erinnert. Es sei bemerkenswert, «dass viele von ihnen den Kompass für ihr mutiges Tun und Handeln in den christlichen Werten fanden», sagte Jung am Donnerstag mit Blick auf den 70. Jahrestag des Attentats der Widerstandsgruppe um Claus Graf von Stauffenberg auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944. Gerade in der heutigen Zeit, in der alles Christliche und Kirchliche mit großem Misstrauen beäugt werde, sollte diese Haltung zum Nachdenken anregen. Das christliche Wertefundament sei weiterhin der Grundpfeiler des Zusammenlebens und bilde die Basis der Verfassung.

Apollo: 10 Mythen über die Mondlandungen

©NASA,JSC

Die Mondlandungen seien eine einzige große Verschwörung, Vertuschung, Fälschung, Lüge, Inszenierung – auch heute noch behaupten Skeptiker, dass wir gar nicht auf dem Mond waren. Wir haben die 10 skurrilsten Verschwörungstheorien der Mondlandung untersucht.

Von Janina HorstSpektrum.de

Heiß / Kalt

Als Neil Armstrong am 21. Juli 1969 als erster Mensch einen Fuß auf den Mond setzte, gab es noch keine Digitalkameras. Stattdessen hatten die Astronauten umgebaute Hasselblad-Kameras dabei, in denen Kodak-Ektachrome Diaflime benutzt wurden. Diese Zelluloid-Filme haben einen relativ niedrigen Schmelzpunkt von knapp 64 Grad Celsius. Wie konnten damit Bilder auf dem Mond gemacht werden, dessen Oberfläche sich auf über 100 Grad Celsius aufheizt?

Auf der Erde wird die zum Beispiel wohlige Wärme eines Ofens über die Moleküle der Luft übertragen. Da auf dem Mond keine Atmosphäre vorhanden ist, deren Moleküle Wärmeenergie übertragen könnten, bleibt nur die Sonnenstrahlung. Und sobald diese weg ist, wird es auf dem Mond auch richtig kalt. Da die Astronauten die Kameras nicht auf dem heißen Boden abgelegt haben, bleibt die Frage, wie stark die Kameras die Wärmestrahlung absorbieren. Die Hasselblad Kameras besaßen eine weit gehend silberfarbene Außenhaut und reflektierten das Sonnenlicht so gut, dass sich die Kameras nicht stärker als auf durchschnittlich 30 Grad Celsius aufheizten. Zudem wurden sie im Schatten auch immer wieder abgekühlt.

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Marsrover Curiosity findet großen Eisenmeteoriten

Der Meteorit “Lebanon” auf dem Mars Rund zwei Meter lang ist dieser Eisenmeteorit, den der US-Marsrover Curiosity im Krater Gale auf dem Mars fand. Das Bild ist ein Komposit aus Aufnahmen der Mastkamera und dem Analyse-Instrument ChemCam, die hier als rundliche Insets mit höherer Auflösung einkopiert sind. Die Analysen mit ChemCam belegen, dass dieser Meteorit aus einer Legierung aus metallischem Eisen und Nickel besteht. © NASA / JPL-Caltech / LANL / CNES / IRAP / LPGNantes / CNRS / IAS / MSSS

Der Marsrover Curiosity fand auf dem Mars einen rund zwei Meter großen Eisenmeteoriten, der größte, der bislang auf dem Roten Planeten entdeckt wurde. Seine Existenz gibt den Forscher jedoch Rätsel auf.

Von Tilmann AlthausSpektrum.de

Der rund zwei Meter lange Brocken aus metallischem Eisen und Nickel, den Curiosity am 25. Mai 2014 aus der Nähe untersuchte, ist nicht der erste Eisenmeteorit, der auf dem Mars gefunden wurde. Schon die beiden Vorgängersonden Opportunity und Spirit waren verschiedentlich auf kleinere Eisenmeteoriten gestoßen. In diesem Fall ist es aber die schiere Größe und damit Masse, welche die Forscher in Erstaunen bringt. Es ist nämlich schwierig zu erklären, warum dieser Brocken mit der Bezeichnung “Lebanon” überhaupt existiert, denn er müsste eigentlich bei seinem Aufschlag explodiert und verdampft sein.

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Der Tempel in Jerusalem: Nur die Klagemauer ist erhalten geblieben

Klagemauer in Jerusalem, Bild: wikimedia.org/CC BY 3.0

Der erste Jerusalemer Tempel König Salomos wurde Anfang des 6. Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung von den Babyloniern zerstört. Der zweite Tempel entstand dann nach der Rückkehr der Juden aus dem babylonischen Exil und wurde später von Herodes dem Großen prachtvoll ausgebaut. Seit der Zerstörung dieses zweiten Tempels im Jahre 70 durch die Römer ist das Judentum ohne Tempel. Aber er spielt für die Juden immer noch eine wichtige Rolle.

Von Gerald BeyrodtDeutschlandfunk

Seit fast 2000 Jahren gibt es das Gebäude nicht mehr. Doch in Vergessenheit ist der Tempel nicht geraten.

Immer noch beten Juden für seinen Wiederaufbau, so etwa in der Amida, dem wichtigsten jüdischen Gebet. Amida bedeutet der Körperhaltung entsprechend: Gebet im Stehen.

“Habe Wohlgefallen, Ewiger, unser Gott, an Deinem Volk Jisrael und an ihrem Gebet und bringe den Dienst wieder in die Halle Deines Hauses zurück, und die Feueropfer Jisraels und ihr Gebet nimm in Liebe und Wohlgefallen auf, und der Dienst Deines Volkes sei stets zum Wohlgefallen.”

Seit 1948, also seit dem es den Staat Israel gibt, hat niemand ernsthaft versucht, den Tempel wieder aufzubauen. Wollte ihn jemand in seinen ursprünglichen Ausmaßen wieder aufrichten, müssten dafür heute gleich zwei bedeutende Gebäude des Islams weichen: die Al Aksa-Moschee und der Felsendom, also eines der wichtigsten Heiligtümer der Muslime.

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ZDF-Fernsehgottesdienst erinnert an Hitler-Attentat

Am Sonntag predigt Nikolaus Schneider im ZDF-Fernsehgottesdienst im Berliner Dom Foto: pro

Obwohl Claus Schenk Graf von Stauffenberg mit seinem Attentat auf Adolf Hitler scheiterte, wird seine Tat bis heute gewürdigt. Der ZDF-Fernsehgottesdienst greift diese Gewissensentscheidung am Sonntag thematisch auf.

pro Medienmagazin

Am 20. Juli 1944 verübte Claus Schenk Graf von Stauffenberg ein Attentat auf Adolf Hitler, das den Auftakt für die Entmachtung des nationalsozialistischen Regimes bringen sollte. Stauffenberg sagte kurz vor dem Vorstoß: „Es ist Zeit, dass jetzt etwas getan wird. Derjenige allerdings, der etwas zu tun wagt, muss sich bewusst sein, dass er wohl als Verräter in die deutsche Geschichte eingehen wird. Unterlässt er jedoch die Tat, dann wäre er ein Verräter vor seinem Gewissen.“

Am 70. Jahrestag dieses Ereignisses erinnert der evangelische ZDF-Fernsehgottesdienst am 20. Juli um 9.30 Uhr aus dem Berliner Dom an die mutigen Männer und Frauen, die ihr eigenes Leben aufs Spiel gesetzt haben, um die Gräuel der NS-Diktatur zu beenden.

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Professoraler Gender-Blödsinn!

Bild: FB

Bild: FB

Die Berliner Linguistin Lann Hornscheidt nennt sich Professx.

Von Thomas KlugDeutschlandradio Kultur

Die Berliner Linguistin Lann Hornscheidt schließt sich der Ansicht an, dass “Mann” und “Frau” soziale Konstruktionen seien und es keinen Sinn mache, die Gesellschaft in zwei Hälften zu teilen. Daraus leitet sie Konsequenzen für die Sprache ab.

[...]

Die Biologie als Wissenschaft sagt schon seit den 70er Jahren nicht mehr, dass es Frauen und Männer gibt, sondern dass es eine soziale Konstruktion sei, dass das ein gesellschaftlich gewollter Schnitt ist, wo zwischen Personen unterteilt wird, indem die eine Hälfte als Mann und die andere Hälfte als Frau hergestellt wird. Ich sage Ihnen mal ein schwedisches Beispiel: Da ist vor zwei Jahren eine neue Pronominaform eingeführt worden. Statt er und sie gibt es dort auch so etwas wie ein x, als neutrale Pronominaform, dritte Person Singular. Die ist von oben eingeführt worden und das hat sich sofort sehr weitgehend durchgesetzt.”

[...]

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Charles Darwin’s evolutionary reading: HMS Beagle’s library goes online

HMS Beagle in the Straits of Magellan, Image: wikimedia.org/PD

The Beagle’s library of more than 400 books has been reconstructed and made freely available in digital form.

By Nishad Karimtheguardian

The lost collection of books that kept Charles Darwin company aboard HMS Beagle and provided inspiration for his later works on evolution has been made publicly available for the first time today.

Hundreds of titles that filled the shelves of the ship’s library on Darwin’s five-year circumnavigation of the globe in the 1830s have been brought together and made freely available through the Darwin Online Beagle Library project.

Led by John van Wyhe, a historian of science at the National University of Singapore, a research team compiled digital copies of what they believe to be the complete set of 404 books, including thousands of stunning illustrations, that accompanied Darwin aboard HMS Beagle.

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