Archiv der Kategorie: Geschichte

Freimaurerischer Vatikan? Wahrheit und Legende

FreimaurerDer Jurist und Soziologe Massimo Introvigne, 2011 OSZE-Repräsentant gegen die Diskriminierung und Verfolgung von Christen, befaßt sich in einem Aufsatz für La Nuova Bussola Quotidiana, deren Mitherausgeber er ist, mit den Gerüchten einer wie auch immer gearteten Durchdringung der Kirche durch Logenmitgliedschaften von Kirchenvertretern.

Von Massimo IntrovigneKatholisches Magazin für Kirche und Kultur

Vor einigen Jahren sagte ein wichtiger italienischer Kardinal, den ich auf einer Tagung traf, zu mir: „Wissen Sie es Professor? Ich habe soeben einen anonymen Umschlag mit einer Liste von freimaurerischen Katholiken erhalten, auch Ihr Name war dabei.“ Ich antwortete ihm völlig wahrheitsgetreu: „Was für ein seltsamer Zufall. Auch ich habe einen anonymen Umschlag erhalten, mit einer Liste von freimaurerischen Kardinälen. Sie waren auch dabei.“

Weiterlesen

Skurriles Experiment: Verraten Tote Geheimwörter?

Robert Thouless, Bild: wdr.de

Der britische Parapsychologe Robert Thouless (1894-1984) wollte nach seinem Tod ein Schlüsselwort aus dem Jenseits übermitteln. Bisher hat es niemand empfangen

Das Experiment, das Robert Thouless 1948 startete, hatte folgenden Ablauf: Er verschlüsselte eine Nachricht in einer Form, die seiner Meinung nach nicht zu knacken war, und kündigte an, nach seinem Tod – sofern möglich – die Lösung aus dem Jenseits zu übermitteln. Sollte dies gelingen, dann wäre bewiesen, dass es ein Leben nach dem Tod gibt und dass Tote mit Lebenden kommunizieren können. Eine der größten Sensationen der Wissenschaftsgeschichte wäre perfekt.

Von Klaus SchmehTELEPOLIS

Ein Experiment in drei Anläufen

Im Frühjahr 2011 schaute ich mir in der Universitätsbibliothek von Cambridge (Großbritannien) einen Karton voller Unterlagen zu diesem Experiment an. Robert Thouless (1894-1984) war Psychologe und interessierte sich auch für die Parapsychologie. Er trug wesentlich dazu bei, die Forschung in diesem Bereich professioneller zu gestalten, doch wie bisher alle seine Kollegen scheiterte er am wichtigsten Punkt: Er konnte nicht nachweisen, dass es parapsychologische Effekte (z. B. Telepathie) überhaupt gibt.

Thouless veröffentlichte Details zu seinem Experiment 1948 in einem Artikel in den Proceedings of the Society for Psychical Research. Die verschlüsselte Nachricht, die er publizierte, lautet wie folgt (später wurde sie als Nachricht A bezeichnet):

CBFTM HGRIO TSTAU FSBDN WGNIS BRVEF BQTAB
QRPEF BKSDG MNRPS RFBSU TTDMF EMA BIM

weiterlesen

Walter Witt: “Die Bibel ist ein Märchenbuch”

BibelRentner inspirierte Plakataktion „Die Bibel ist (k)ein Märchenbuch“.

kath.net

Der bekennende Atheist Walter Witt hat in Hamburg eine öffentliche Diskussion über die Bibel ausgelöst: Seit zehn Jahren verbreitet der ehemalige Postbeamte seinen Leitsatz „Die Bibel ist ein Märchenbuch“ auf Plakaten, Hauswänden und Fußwegen. Er verschickte auch mehrmals im Jahr Postkarten mit dem Satz an christliche Werke wie zum Beispiel Bibel TV.

Inzwischen schreiben viele Passanten dazu ihre Kommentare auf die Plakate. Einer reagierte mit der Frage „Wie kommst du da drauf?“ und bat um Argumente. Ein anderer verwies auf den 2. Petrusbrief (1,16), wo es heißt: „Denn wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen.“

weiterlesen

Karlheinz Deschner und Sturzbäche von Blut

Karlheinz Deschner 1999 Foto: Georg Pöhlein

Gespräch mit Gabriele Röwer. Über das Werk des Kirchenkritikers Karlheinz Deschner, den Abschluß seiner »Kriminalgeschichte des Christentums« und seine Prognose für den neuen Papst

Interview Stefan Huth -jW

Joseph Ratzinger trat unlängst als Papst Benedikt XVI. zurück. Wenn ein kirchenkritischer Historiker wie Karlheinz Deschner zurückblickt – welchen Platz nimmt dieser Papst in der Geschichte der Päpste ein?

Die bedeutendsten Päpste des 20. Jahrhunderts waren, wie Deschner in seiner über 1000 Seiten umfassenden »Politik der Päpste« darlegt, stark politisch orientiert: Leo XIII (1878-1903) – »Ego sum Petrus«, »ich will eine große Politik führen« – die Faschistenpäpste Pius XI. und Pius XII. sowie schließlich Johannes Paul II. Dessen Nachfolger aber, Joseph Ratzinger, vordem Tübinger Professor für Dogmatik und Fundamentaltheologie, dann Präfekt der Glaubenskongregation (vor Zeiten »die heilige Inquisition«) setzte als Benedikt XVI. die Machtpolitik seiner Vorgänger nicht fort. Vielmehr suchte er durch Systematisierung und Festigung des Dogmengebäudes ein Bollwerk zu schaffen gegen die Gefahr wachsender Erodierung seiner Kirche, die in Westeuropa immer mehr Mitglieder an säkulare Strömungen verlor, in der restlichen Welt vor allem an die Evangelikalen.

weiterlesen

Metastudie: “Der Mensch schafft ein prähistorisches Klima”

Foto: IPCC/MPI/DKRZ

Eine Analyse Tausender Studien zum Klimawandel widerlegt die landläufige These, dass Forscher über dessen Ursachen streiten. Zwischen öffentlicher Wahrnehmung und Realität besteht eine Diskrepanz.

DIE WELT

Der angebliche Streit in der Wissenschaft um die Ursachen des Klimawandels ist einer neuen Studie zufolge klar entschieden.

Nach der Auswertung Tausender Studien zu dem Thema aus einem Zeitraum von 20 Jahren kamen Wissenschaftler aus den USA, Australien und Kanada zu dem Ergebnis, dass die überwältigende Mehrheit von knapp über 97 Prozent darin übereinstimmt, als Verursacher der Klimaerwärmung den Menschen anzusehen.

Bei Diskussionen über politische Maßnahmen gegen den Klimawandel wird immer wieder angeführt, die Ursachen des Klimawandels seien nicht eindeutig erwiesen.

weiterlesen

So stark haben Menschen die Welt verändert

Foto: Google Earth

Die moderne Zivilisation nimmt großen Einfluss auf die Natur. Wie sehr, das macht Google jetzt mit Zeitraffer-Bildern aus 28 Jahren deutlich. Es wird klar: Wir haben die Erde extrem verändert.

Von Katja HeiseDIE WELT

Die Welt ist in stetem Wandel – oft verursacht durch Menschenhand: Dubai ringt dem Meer immer mehr Land ab und die Rodung des brasilianischen Regenwaldes ist dramatisch. Weil diese Prozesse sich über Jahre hinziehen, sind sie aber nicht so offensichtlich.

Jetzt aber macht eine neue Google-Seite deutlich, wie sehr wir die Welt wirklich verändern. Google hat für sein Projekt zur Visualisierung verschiedener geografischer Veränderungen Satellitenbilder aus den Jahren 1984 bis 2012 mit der Google-Earth-Engine verknüpft.

weiterlesen

Wie die Evolution Raubtiere hervorbrachte

Foto: pA

Gras, Zebra, Löwe – die Nahrungskette in der Natur folgt einer strengen Hierarchie. Doch wann genau haben Lebewesen damit begonnen, andere Lebewesen zu verspeisen?

Von Pia HeinemannDIE WELT

Wann fing es eigentlich an, das Fressen-und-Gefressen-Werden? Wann kamen Organismen auf die Idee, nicht alle Nährstoffe selbst zu fressen und zu verstoffwechseln – sondern anderen diese Arbeit zu überlassen und sie dann einfach aufzufressen?

Um diese Fragen zu beantworten, müssen Paläontologen in der Evolution ziemlich weit zurückgehen.

Doch zunächst ein kurze Begriffserläuterung: Forscher bezeichnen eine solche Lebensweise, bei der sich Organismen von den Produkten anderer Lebewesen, von Pflanzen aber auch von Tieren ernähren, als heterotroph.

weiterlesen

Physiker werfen Blick auf die Entstehung des Lebens

Copyright/Quelle: uni-muenchen.de

Im Ur-Ozean, so die derzeit gängigste Vorstellung, bildete sich nach der Entstehung der Erde aus einzelnen Molekülen nach und nach komplexe genetische Information. Münchner Physiker konnten nun zeigen, wie ein einfacher Temperaturgradient diesen Prozess in Gang gesetzt haben könnte.

grenz|wissenschaft-aktuell

Um aus einzelnen Atomen und kleinen Molekülen komplexe Strukturen entwickeln zu können, brauchte es zu Beginn aller Wahrscheinlichkeit nach die Ribonukleinsäure (RNA), erläutern die Physiker um Professor Dieter Braun und Professor Ulrich Gerland vom Exzellenzcluster „Nanosystems InitativeMunich” (NIM) an der Ludwig-Maximilian Universität in München aktuell im Fachjournal “Proceedings of the National Academy of Sciences” (PNAS). Dieses lange Polymer kann ähnlich einem Enzym erste biochemische Reaktionen und seine eigene Synthese katalysieren. Zugleich ist es in der Lage, wie die erst später entstandene DNA genetische Informationen zu speichern.

“Noch ist aber unklar, wie die allerersten RNA-Polymere entstanden sind. Die erste RNA-Struktur, welche RNA vervielfältigen kann wird auf eine Länge von mindestens 200 RNA-Bausteinen (Nukleotide) geschätzt, die sich ohne Katalysatoren zusammengesetzt haben müssen”, so die Forscher in einer Pressemitteilung. “Bisher konnten Wissenschaftler im Reagenzglas unter urzeitlichen Bedingungen aber nur Ketten von etwa 20 Nukleotiden bilden.”

weiterlesen

Baby Dinosaur Fossils Found In China Point To Tiny New Species

Scientists have discovered the fossilized skeleton of a baby dinosaur representing a new species of coelurosaur, a group of theropods that includes ancient beasts like T. rex.

by Megan GannonHUFF POST Science

With a skull that’s barely taller than the diameter of a quarter, the remains are thought to have belonged to a dinosaur that was less than a year old when it died, and researchers think it measured just 3 feet (1 meter) long and weighed only 3 lbs. (1.3 kilogram).

But the baby may have grown into a bruiser in adulthood, possibly comparable to the 16-foot-long (5 meters) Monolophosaurus, a theropod dinosaur with a long bony crest on its head, or the 25-foot-long (7.6 m) Sinraptor, which means “Chinese plunderer.” What’s more, it was likely a meat-eater that stalked lizards and relatives of today’s mammals and crocodilians, researchers say. [Image Gallery: Dinosaur Daycare]

cont’d

Eisen-60 und eine Supernova in der Nachbarschaft

credits: smithsonianscience.org

Mondgestein enthält Spuren eines seltenen Isotops, das nur durch eine Sternenexplosion dorthin gekommen sein kann. Die Supernova hat wohl auch die Erde beeinflusst.

Von Frank GrotelüschenFrankfurter Rundschau

Beseelt steht Apollo-Astronaut John Young am 20. April 1972 am Rande eines Kraters und genießt den grandiosen Ausblick. Da erreicht ihn vom Kontrollzentrum Houston ein Funkbefehl: Ein Stückchen weiter liege ein interessant aussehendes Felsbröckchen, Young soll es auflesen und mitnehmen. Gehorsam hüpft der Raumfahrer zu besagter Stelle und sackt den Mondstein ein.

Auf diese Weise sind stolze 380 Kilogramm an Gesteinsproben zusammengekommen, aufgesammelt während der sechs Apollo-Missionen zwischen 1969 und 1972. Die Untersuchung der exotischen Mineralien hält bis heute an – zum Teil mit neuen, hochmodernen Analysemethoden.

weiterlesen

Christentum, Islam, die Kreuzzüge und zweierlei Maß?

Filmplakat-11-September-1683-211x300

Wenn es um die Meinungsfreiheit geht, messen viele Massenmedien gegenüber dem Christentum und gegenüber dem Islam heuchlerisch mit unterschiedlichen Maßen.

Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Christen wird nicht annähernd jenes Recht der öffentlichen Meinungsäußerung zugestanden wie Moslems, schon gar nicht wenn es um Angriffe oder Beleidigung ihrer Religion geht. Das Bild wird nicht überzeichnet, wenn man behauptet, daß dieselben Massenmedien, die Angriffe auf den Islam verurteilen, gleichzeitig Beleidigungen und Provokationen gegen das Christentum publizieren.

Das neueste Beispiel betrifft den europäischen Abwehrkampf gegen die osmanisch-islamischen Eroberungszüge, der einen Zeitraum von mehr als 800 Jahren von der Schlacht von Manzikert 1071 bis ins frühe 20. Jahrhundert umfaßte. Der italienische Filmregisseur Renzo Martinelli drehte den Film September Eleven. 1683 über den Kapuziner Marco D’Aviano, der am entscheidenden Sieg der christlichen Streitkräfte 1683 gegen die Türken vor Wien mitwirkte. Martinelli folgte dabei der Theorie des Historikers Bernard Lewis, wonach der Zorn des islamischen Extremismus bis auf die Niederlage von Wien zurückreicht. Der Filmtitel sucht die direkte Anspielung zu den Attentaten am 11. September 2001 in New York gegen die Twin Towers, bei denen mehrere Tausend Menschen ums Leben kamen. „Hast du gewußt, daß das Datum des 11. September kein Zufall war?“, lautet die Frage auf dem Filmplakat. Am 11. September 1683 wurden die Türken vor Wien besiegt. So erstaunt es vielleicht nur auf den ersten Blick, daß der Film seine Uraufführung am 11. September 2012 ausgerechnet in der Türkei erlebte.

weiterlesen

Italienischer Faschismus und deutschsprachiger Katholizismus

Wenn man die Situation Südtirols nach dem Ersten Weltkrieg verstehen will, eine Situation, die wir bis heute in den Köpfen der Bewohner und selbst in der Landschaft wie in einem Spiegel verfolgen können, auch als Besucher immer wieder spüren, dann verstehen wir, dass sich Historiker und andere Wissenschaftler mit diesem Phänomen eines verloren geglaubten Glücks (!), das man vielleicht wieder gewinnen hätte können, beschäftigen, ja beschäftigen müssen.

Von Klaus GrunenbergREADERS EDITION

Richard Faber und Elmar Locher haben nun Vorträge einer Tagung in Lana aus dem Jahr 2010 in einem Buch zusammengefasst und es ist wirklich Interessantes daraus entstanden: Aufscheinend historisch – politische Gebilde in den Köpfen der damaligen Macher, gläubig aufgefasster Patriotismus bei den Italienern sowie bei den Tirolern, ein eigenartiges sich Einfinden oder gar Rühmen im Sinne eines aus dem Dunkel der Zeit aufkommenden römischen Reichsgedankens, des Rutenbündelzeichens zum Beispiel, der Faszien also, die dem Faschismus ja ihren Namen geben.

Was man immer aber schon glaubte oder besser innerlich zu fühlen schien, auch in unserer Zeit, dass sich nämlich Katholizismus und Faschismus damals zuweilen gedanklich überschnitten, Schnittflächen, zumindest Schnittpunkte gebildet hätten, das wird sogar sichtbar, indem Sylvia Diebner in ihrem Vortrag anhand einiger Beispiele von „traditionell katholisch konnotierten Themen und deren Verwendung im politisch motivierten Dekor öffentlicher Gebäude im faschistischen Italien „ zeigt, dass z.B. im Geburtsort Mussolinis, in Dovia bei Predappio eine im Jahr 1929 restaurierte Kirche nicht zufällig den Heiligen seiner Elternnamen und derer seiner Frau geweiht wurde.

weiterlesen

Kriege im Namen der Religion: Töten für Gott

Oft sind es bei Konflikten dieser Welt Angehörige verschiedener Glaubensrichtungen, die aneinandergeraten, sei es in Nigeria, in Ägypten oder in Pakistan

Von David SignerNeue Zürcher Zeitung

Experten versichern in solchen Fällen gerne, bei diesen Konflikten gehe es in Wirklichkeit nicht um religiöse, sondern um politische, wirtschaftliche oder ethnische Auseinandersetzungen. Aber warum wird dann im Namen der Religion getötet? Und warum sind so oft Muslime und Christen involviert und so selten Hindus, Buddhisten oder beispielsweise Anhänger traditioneller afrikanischer Religionen? Könnte es sein, dass manche Religionen per se aggressiver sind als andere?

Alleinseligmachender Monotheismus

Diese These wurde in der Tat von mehreren Forschern vertreten, am profiliertesten vom deutschen Ägyptologen Jan Assmann. In seinen beiden Büchern «Moses der Ägypter» und «Die Mosaische Unterscheidung» postuliert er, erst mit Moses und dem Monotheismus, also vor etwa 3000 Jahren, sei die Unterscheidung zwischen «wahrem» und «falschem Gott», zwischen «Gläubigen» und «Ungläubigen» in die Welt gekommen.

weiterlesen

Rudolf Steiners Rassentheorien

Bild: nzz.ch

Rudolf Steiner, der geistige Vater der Anthroposophie, macht es seinen Anhängern nicht leicht.

Von Helmut ZanderNeue Zürcher Zeitung

Rassistische Formulierungen, wonach «Neger» einer «degenerierten» «Rasse» zugehörten oder die «weisse» «die zukünftige, die am Geiste schaffende Rasse» sei, durchziehen sein Werk. Das ist ein Problem, aber kein aussergewöhnliches, denn solche Formulierungen finden sich etwa auch in den Œuvres von Kant und Hegel. Das Kernproblem liegt vielmehr im Umgang mit solchen Vorstellungen und Formulierungen. Mit diesem Umgang kämpft die Anthroposophie, seitdem die deutsche Grünen-Politikerin Jutta Ditfurth 1992 Steiners Weltanschauung als eine Art Ökofaschismus anprangerte.

weiterlesen

Das große Artensterben – mit Zeitverzögerung

Foto: pa

Das rapide Artensterben unserer Zeit wird als das sechste Massensterben bezeichnet. Doch es droht mehr: Denn die jetzigen Eingriffe in die Natur werden sich erst in Jahrzehnten auswirken.

DIE WELT

Artensterben mit Zeitverzögerung: Umweltzerstörung bedroht viele Tier- und Pflanzengruppen erst nach etlichen Jahrzehnten. Das berichtet ein internationales Forscherteam für Europa in den “Proceedings” der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften (“PNAS”). Demnach wären perspektivisch viel mehr Arten gefährdet als bislang angenommen, mahnen die Biologen.

In der Erdgeschichte gab es mehrere große Artensterben – ausgelöst etwa durch Meteoriten oder Vulkanismus. Angesichts des derzeitigen rapiden Artenschwunds sprechen viele Experten vom sechsten Massensterben.

weiterlesen

Türkei: Behörden wollen byzantinische Kirche in Moschee umwandeln

Hagia Sophia i.Trabzon, Bild:wikipedia

Derzeit wird überlegt, wie man die christlichen Fresken in der Kirche von Trabzon (13. Jahrhundert) während islamischer Gottesdienste wegen des Bilderverbots im Islam mit Vorhängen verhüllen könne

kathnet

Die Behörden in Trabzon im Nordosten der Türkei wollen eine alte byzantinische Kirche für islamische Gottesdienste freigeben. Derzeit werde überlegt, wie man die christlichen Fresken in der Hagia Sophia von Trabzon während islamischer Gottesdienste wegen des Bilderverbots im Islam mit Vorhängen verhüllen könne, berichten türkische Medien am Montag.

weiterlesen

Katholische Kirche: Absolutismus ist Feind der Demokratie

© Franco Origlia/Getty Images

Papst Franz hat ein neues Gremium geschaffen, um Reformen der Kurie vorzubereiten. Demokratisieren wird das die katholische Kirche nicht.

Von Wolfgang Thielmann - ZEIT ONLINE

Ist das die Revolution von oben? Will Papst Franziskus die Kirche demokratisieren? Die Nachricht schlug ein: Franziskus hat acht Kardinäle aus fünf Kontinenten zu Beratern berufen, um den Vatikan, die Regierungszentrale der katholischen Kirche, zu modernisieren: weniger Dekrete, mehr Mitbestimmung, weniger Hof, mehr Dienstleistung.

weiterlesen

Streit um „Schöpfung und Evolution“ in der Schule

Kreationismus: Nicht im Lehrplan, trotzdem gelehrtDer 1. Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Michael Diener, hat Position für die Bekenntnisschulen in einem aktuellen Streit bezogen: Eine Empfehlung des „Verbandes Evangelischer Bekenntnisschulen“ (VEBS) legt seinen Mitgliedsschulen nahe, Evolution und deren Kritik daran im Unterricht gleichermaßen durchzunehmen. Ein Professor für Paläontologie und Geobiologie an der Freien Universität Berlin hatte in der Tageszeitung Die Welt dagegen protestiert: Eine Gleichstellung von biblischem und naturwissenschaftlichem Weltbild sei „falsch und gefährlich“.

pro Medienmagazin

Der Verband Evangelischer Bekenntnisschulen (VEBS) will nach eigener Aussage bei Schulgründungen und bei der Fortbildung von Lehrern helfen, Lehrerstellen vermitteln und für den Austausch von Know-how und didaktischer Konzeptionen sorgen. Zu seinen Aufgaben zählt er zudem die Schaffung einer biblisch orientierten Lehrerausbildung sowie die Erstellung von Lehr- und Lernmaterial, das an christlichen Werten orientiert ist. Im November 2012 gab der Verband eine Stellungnahme zu der Frage heraus, „wie der Themenbereich Schöpfung und Evolution an christlichen Bekenntnisschulen zur Behandlung gelangen könnte“.

Der Text stammt vom Theologen und ehemaligem Gymnasiallehrer für Biologie und Mathematik Reinhard Junker. Er ist Geschäftsführer der Studiengemeinschaft Wort und Wissen, welche die auf der Bibel gründende Schöpfungslehre den Aussagen der Evolutionstheorie gegenüber stellt. Die Mitglieder sind der Meinung, dass die heute noch bestehende Monopolstellung der Evolutionslehre beim derzeitigen Stand der Forschung mit wissenschaftlichen Argumenten nicht zu rechtfertigen ist.

weiterlesen

Loccumer Hexen sollen rehabilitiert werden

Themenbild: NDR.de

850 Jahre wird das Kloster Loccum in diesem Jahr alt – und alles könnte so schön, heiter und feierlich sein. Wenn da nicht dieser “dunkelste Punkt in der Geschichte des Klosters Loccum und der Evangelischen Landeskirche Hannover” wäre.

NDR.de

Als solchen bezeichnet der pensionierte evangelische Pfarrer Hartmut Hegeler die Hexenverfolgung auf den Stiftsgebiet – und hat nun von Landesbischof Ralf Meister gefordert, die Opfer zu rehabilitieren.

Insgesamt 54 belegte Verfahren wegen Hexerei

Rund 33 Menschen seien im frühen 17. Jahrhundert im Zuständigkeitsbereich des Klosters Loccum in Hexenprozessen hingerichtet worden, heißt es in dem Brief, den auch ein weiterer pensionierter evangelischer Pfarrer aus Göttingen, die Autorin einer Schrift zur Hexenverfolgung und ein Historiker unterzeichnet haben. Insgesamt 54 belegte Verfahren wegen Hexerei habe es zwischen 1581 und 1661 gegeben. Und die Loccumer evangelische Geistlichkeit habe bei alldem eine “fatale Rolle” gespielt, so Hegeler.

weiterlesen

Vatikan unterstützte Millitärputsch gegen Salvador Allende

Bild: 02ElfAbendblatt

Dokumente des US-Außenministeriums belegen: Vatikan bezeichnete Greueltaten der Militärs während und nach dem Putsch 1973 als Propaganda.

Von Marcelo Henriquez Kries02elf Abendblatt

Der stellvertretende Staatssekretär des Vatikans, Giovanni Benelli, hat den Militärputsch gegen die demokratische Regierung des verfassungsmäßigen Präsidenten Salvador Allende im Jahr 1973 auf diplomatischer Ebene unterstützt.

Dies geht aus Kabelmeldungen des US-Außenministeriums hervor, die Wikileaks gemeinsam mit zahlreichen Medien weltweit aufbereitet und veröffentlicht hat.

weiterlesen